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Pfandkredite: Wie funktioniert das Geld leihen im Pfandleihhaus?

Bonitätsprobleme? Kredit ohne Schufa

Trotz sorgfältiger Finanzplanung kann es in jedem Haushalt vorkommen, dass mehrere unvorhergesehene Belastungen ungünstig zusammentreffen und Kreditbedarf entsteht. Ein Kredit aus dem Pfandleihhaus ist eine schnelle und einfache, aber oft auch teure Lösung. Unseriös ist das Pfandleihgeschäft aber nicht, vielmehr ist es streng reguliert und Pfandleihhäuser müssen sich an zahlreiche gesetzliche Vorgaben halten.

Kredite bis zum halben Sachwert

Kreditzinsen sind nicht nur ein Entgelt für die Bereitstellung fremden Kapitals, sondern auch ein Ausgleich für das Risiko eines Zahlungsausfalls. Je höher das Risiko, desto mehr Rendite will der Kreditgeber erzielen. Wer kein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder nur einen Minijob hat, bekommt entweder gar keinen Kredit oder muss ihn teuer bezahlen. Pfandleihhäuser geben Geld, das durch Wertsachen besichert ist. Einkommensnachweise oder Schufa-Einträge werden dort nicht geprüft. Verpfändet werden können zum Beispiel Schmuckstücke, Münzen, Luxus-Handtaschen, wertvolle Fahrräder, Fernseher, Antiquitäten oder Autos.

Allerdings sind die Kreditbeträge eher klein. Manche Sachen sind nicht so wertvoll, wie der Eigentümer vielleicht glaubt. Persönliche Liebhaberwerte wie bei Erbstücken spielen keine Rolle, denn sie sind bei einer eventuell nötigen Verwertung nicht zu realisieren. Eine angeblich teure Markenuhr kann sich bei einer Prüfung durch den Experten als Fälschung entpuppen. Elektronik-Geräte sind für Pfandleiher wenig attraktiv. Im Schnitt können Sie mit einem Pfandkredit von etwa 25 % bis 50 % des Marktwerts rechnen. Bei einem Auto sind bis zu 80 % möglich. Mit der Differenz deckt der Pfandleiher das Risiko ab, bei einer öffentlichen Versteigerung weniger als den Marktwert zu erzielen. Es kann sich lohnen, die Angebote mehrerer Pfandleihhäuser einzuholen, da diese teilweise schwanken.

Pfand wird kein Eigentum

Pfandleihe ist so gedacht, dass die Kreditsumme kurzfristig – üblicherweise nach drei Monaten – zurückgezahlt wird. Die Wertgegenstände werden also nicht an den Pfandleiher verkauft, er erwirbt kein Eigentum daran. Erst einen Monat nach der Darlehensfälligkeit darf der Pfandleiher das Pfand verwerten. Eventuelle Überschüsse gehen an den Verpfänder. Reicht der Versteigerungserlös nicht, muss dieser den offenen Betrag noch bezahlen.

Für die Darlehenszeit sind Zinsen sowie Gebühren für die Abwicklung des Pfandleihvertrags, Aufbewahrung und Versicherung der Pfandgegenstände zu zahlen. Dafür bestehen gesetzliche Obergrenzen. So ist zum Beispiel für Darlehenssummen bis 300 Euro der Zins auf 1 % gedeckelt. Die Gebühren für diese Summe dürfen bei höchstens 6,50 Euro liegen. Das klingt nicht viel, summiert sich aber zu erklecklichen Prozentsätzen. Ein Pfandkredit von 300 Euro für drei Monate würde ohne Zinseszins höchstens 9,00 Euro Zinsen plus 6,50 Euro Gebühren kosten, also 15,50 Euro oder 5,2 %. Das ist aber der Zins für ein Vierteljahr – der Jahreszins liegt demnach bei über 20 %. Das ist mehr, als der ohnehin schon teure Dispokredit auf dem Girokonto kostet.

Pfandleihe ist deshalb nur ein geeigneter Ausweg für kurzzeitigen Geldbedarf, wenn Banken die persönliche Bonität des Schuldners kritisch beurteilen oder negative Schufa-Einträge bestehen. Prüfen Sie aber vor allem bei geplanten längeren Laufzeiten Alternativen, zum Beispiel den Beitritt eines Bürgen zum Kreditvertrag oder ein Darlehen privater Geldgeber.

Bild: Bigstockphoto.com / polack