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Kfz-Kredit für Studierende

Als Autofinanzierung für Studenten kommt vor allem ein Ratenkredit über den Händler infrage. Alternativ lässt sich ein Auto mittels eines Bankkredits kaufen. Allerdings fehlt den meisten Studierenden die dafür erforderliche Bonität. Wenn sie ein Darlehen im fünfstelligen Bereich beantragen, müssen sie ein gewisses Einkommen nachweisen. Das dürfte für die meisten Studenten unmöglich sein. Mit einem Nebenjob, der ausschließlich zur Finanzierung des dringend notwendigen Lebensunterhalts dient, erhalten sie bei Instituten keinen Autokredit. Eine Ausnahme besteht höchstens bei Mini-Krediten für einen günstigen Gebrauchtwagen.

Warum Händlerfinanzierungen auch Studenten offenstehen

Viele Autohändler arbeiten mit Banken zusammen, insbesondere mit speziellen Autobanken der Hersteller. Über diese Partnerbanken offerieren sie Ratenfinanzierungen. Der Vorteil ist, dass sie bei der Prüfung der Bonität liberaler als gewöhnliche Institute agieren. Studierende sollten über keinen negativen Schufa-Eintrag, dabei handelt es sich wie bei fast allen Finanzierungen um einen Ausschlussgrund. Sie müssen jedoch kein hohes Einkommen nachweisen, ein Nebenverdienst zusätzlich zur staatlichen Unterstützung beziehungsweise zu Zahlungen der Eltern genügt oftmals.

Das hat einen nachvollziehbaren Grund: Händler wollen hohe Umsätze erzielen, deswegen erlauben sie vielen den Kauf auf Raten. Sie betrachten eine Autofinanzierung für Studenten und andere eher Einkommensschwache als Instrument des Marketings. Zudem liegt das Risiko niedrig. Erstens fungiert das Fahrzeug als Sicherheit. Wer die Raten nicht mehr leisten kann, muss das Auto zurückgeben. Zweitens haben Händler eine gewisse Gewinnspanne. Der Schaden ist deshalb bei ausbleibenden Zahlungen auf den Einkaufspreis abzüglich der bereits überwiesenen Raten begrenzt. Studenten sollten aber beachten, dass sie nicht jedes Auto auf Kredit kaufen können. In der Regel beschränkt sich dieses Angebot auf preiswerte Kleinwagen, bei denen die Raten im niedrigen einstelligen Bereich sind.

Vergleich der Angebote: Zinsen und Preise als Kriterien

Da Händler den Umsatz erhöhen wollen, werben sich häufig mit attraktiven Zinsen. Vielfach zahlen Käufer niedrige Zinssätze, teilweise profitieren sie sogar von 0-%-Finanzierungen. Interessierte sollten berücksichtigen, dass das Zinsniveau von der persönlichen Bonität abhängen kann. Gilt ein Angebot beispielsweise ab 1,99 %, erhalten ausschließlich Menschen mit hohem und sicherem Einkommen das günstige Darlehen. Bonitätsschwache inklusive Studierende müssen mit einem höheren Zinssatz rechnen. Genaues erfahren sie nach einer konkreten Anfrage.

Zugleich sollten Jüngere in der Ausbildung den Preis für das Fahrzeug begutachten. Bei Händlerfinanzierungen ist das Problem, dass die Verkäufer keinen Rabatt gewähren. Käufer finanzieren zwar preiswert, sie müssen aber den vollen Preis bezahlen. Bei einer Sofortzahlung lassen sich dagegen oftmals Hunderte oder sogar Tausende Euro Rabatt heraushandeln. Deswegen sollten Studenten überlegen, ob sie das Geld von ihren Eltern leihen können. Das ist die billigste Lösung, setzt jedoch die entsprechende Finanzkraft und den Willen der Eltern voraus.

Einen Kredit in der Lehre aufnehmen

Grundsätzlich können auch junge Leute, die noch in der Ausbildung sind, einen Kredit aufnehmen. Der Gesetzgeber legt lediglich fest, dass sie dafür mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Ob das Kreditvorhaben gelingt, steht aber auf einem anderen Blatt. Gute Chancen haben Bewerber beispielsweise beim Bundesverwaltungsamt, das den sogenannten Bildungskredit vergibt. Schwieriger wird es, wenn es sich um einen reinen Konsumkredit handelt, den der junge Bewerber bei seiner Hausbank beantragt. Denn die Richtlinien bei der Kreditvergabe sind für alle Bankkunden gleich hoch.

Bildungskredit, BAföG und Förderkredit

Wer noch nicht ausgelernt ist, verdient in der Regel zu wenig, um für sämtliche seiner Lebenshaltungskosten aufzukommen. Das gilt insbesondere für Azubis, die bereits von zu Hause ausgezogen sind. Sie können bei Einrichtungen von Bund und Ländern Unterstützung beantragen oder einen Kredit aufnehmen, um ihre Ausbildung und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Wer eine klassische Lehre im Handwerk, Einzelhandel und Co. absolviert, kann beispielsweise Berufsausbildungshilfe beantragen, die zu den Sozialleistungen zählt und nicht zurückgezahlt werden muss.

Auf das BAföG und ein Darlehen von der KfW-Bank wiederum haben nur Teilnehmer an bestimmten schulischen Ausbildungen Anspruch. Außerdem ist die monatliche Beihilfe abhängig vom eigenen Gehalt und von dem der Erziehungsberechtigten. Für den Bildungskredit des Bundes hingegen können sich sowohl Berufsfachschüler als auch Lehrlinge bewerben. Er wird unabhängig davon vergeben, was der Antragsteller oder seine Eltern verdienen und ist ungleich günstiger als vergleichbare Ratenkredite von der Hausbank. Dabei kann der Kreditnehmer selbst entscheiden, ob er die Kreditsumme in monatlichen Raten oder in einer Einmalzahlung erhalten möchte.

Konsumkredite bei Direktbank und Co.

Eine Option, die es beim BAföG und beim KfW-Förderkredit nicht gibt. Wer in der Ausbildung einen Kredit aufnehmen möchte, um ein eigenes Auto oder einen Sommerurlaub mit Freunden zu finanzieren, kann sich natürlich auch bei jeder Bank bewerben. Da er als Azubi aber nur einen befristeten Arbeitsvertrag vorlegen kann und meist weniger verdient, als er bei einer Kontopfändung selbst behalten dürfte, sind die Chancen auf Bewilligung gering. Zumindest, wenn er keinen Bürgen hat. Anders sieht es an Kreditmarktplätzen aus, die Privatdarlehen vermitteln.

Hier entscheiden die Kleinanleger, wen sie finanzieren wollen. Die Mindestleihsumme beträgt allerdings rund 1500 Euro. Wer in der Ausbildung einen Kredit aufnehmen will, der darunter liegt, kann sich bei einem Spezialanbieter für Minikredite bewerben, der Beträge ab 100 Euro verleiht. Alternativ dazu richtet die Bank vielleicht auch einen Überziehungsrahmen auf dem Girokonto in Höhe von 1 bis 2 Monatsgehältern oder mehr ein. Bevor sie ihn nutzen, sollten Azubis aber nachlesen, wie hoch der Zinssatz für ihren Dispokredit ist. Er liegt nämlich weit über den Zinsen, die für Ratenkredite üblich sind.

Studienfinanzierung in Österreich

Mit einem Studentenkredit in Österreich können Studierende einen Teil ihres Studiums finanzieren. Einige Banken bieten entsprechende Darlehen speziell für junge Menschen in der universitären Ausbildung. Zuerst sollten Studenten aber prüfen, ob sie Anspruch auf eine staatliche Förderung haben. Vor allem die Studienbeihilfe verdient Erwähnung. Im Gegensatz zum deutschen BAföG handelt es sich um eine reine Unterstützungsleistung, Empfänger müssen das Geld nicht zurückzahlen. Eine Rückzahlungspflicht entsteht nur, wenn Studenten keine erforderlichen Nachweise erbracht oder zu viel hinzuverdient haben.

Die Studienbeihilfe

Die wichtigste staatliche Unterstützung stellt die Studienbeihilfe dar, die ab dem Wintersemester bis zu 801 Euro monatlich betragen kann. Auf diesen Höchstbetrag haben unter anderem Studierende Anspruch, die auswärtig studieren und deswegen nicht in der Wohnung der Eltern leben können. Für alle anderen gilt ein Höchstbetrag von 560 Euro. Pro Kind gibt es für den Erziehungsberechtigten weitere 120 Euro Zuschuss. Dafür müssen Antragssteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Erstens prüft die Studienbeihilfebehörde soziale Kriterien, etwa das Einkommen, den Familienstand und die Familiengröße. Zweitens müssen Studierende regelmäßig Studienerfolge belegen.

Von dem jeweiligen Höchstbetrag zieht die Behörde aus unterschiedlichen Gründen Geld ab. Das trifft zum Beispiel zu, wenn Studierende im Jahr mehr als 10.000 Euro verdienen. Eltern müssen ihre Kinder zudem in zumutbarem Rahmen unterstützen, die konkrete Verringerung der Studienbeihilfe hängt von deren Einkommen ab.

Günstige Studienkredite von Banken

Im Vergleich zu anderen Staaten zeigt sich Österreich mit der Studienbeihilfe großzügig, dennoch reicht das Geld häufig nicht aus. Auch der Höchstbetrag genügt vielfach nicht, um die gesamten Kosten zu decken. Studenten können ihr Budget mit unterschiedlichen Maßnahmen erhöhen, zum Beispiel mit Nebenjobs. Ein weiteres probates Mittel ist ein preiswerter Studentenkredit in Österreich. Mehrere Banken offerieren auf Studierende zugeschnittene Modelle. Diese unterscheiden sich von gewöhnlichen Darlehen durch die Modalitäten bei der Auszahlung. Studenten verzeichnen die Summe nicht auf einen Schlag, sie können sich Monatsbeträge bis zu einer bestimmten Höchstgrenze auszahlen lassen. Dabei bleiben sie flexibel: Brauchen sie weniger Geld, können sie die Summe problemlos reduzieren. Sie können die Auszahlungen auch aussetzen, wenn sie in den Semesterferien beispielsweise arbeiten.

Beim Vergleichen der Angebote interessieren insbesondere die Zinsen. Studenten sollte jede Einsparmöglichkeit nutzen: Angesichts einer hohen Kreditsumme und einer langen Laufzeit machen kleine Zinsunterschiede eine erhebliche Differenz aus. Darüber hinaus sollten Interessierte auf den maximalen Darlehensbetrag achten. Dieser kann bei wenigen Tausend Euro oder im fünfstelligen Bereichen liegen. Wichtig bei einem Studentenkredit in Österreich ist zudem die Frage, wann Kreditnehmer mit der Tilgung beginnen müssen. Die besten Anbieter für Ausbildungsdarlehen gewähren eine tilgungsfreie Zeit nach dem Studiumabschluss. So stehen Absolventen nicht sofort unter finanziellem Druck.

Studienkredit: Sparen mit Förderdarlehen

Die meisten Studenten brauchen auf dem Weg zum Bachelor finanzielle Unterstützung, sei es durch die Verwandtschaft, BAföG, einen Db Studentenkredit oder ein Förderdarlehen. Doch nicht jeder hat Eltern, die ihn finanzieren können und manchmal reicht das BAföG einfach nicht aus, um konzentriert und sorgenfrei zu studieren. Für Studenten gibt es deshalb eine ganze Reihe staatlicher und privatwirtschaftlicher Angebote, die ihren Lebensunterhalt sichern und ihnen ein zielstrebiges Studium ermöglichen sollen.

Studienkredite von Sparkassen und Privatbanken

Nur wenige Banken vergeben einen eigenständigen Privatkredit für Studenten. Vor allem in Hochschuldstädten gibt es jedoch Sparkassen, die ein spezielles Darlehen für Studierende anbieten. Da Sparkassen stets lokal und somit unabhängig voneinander organisiert sind, können die vertraglichen Details zu Zinshöhe, maximaler Laufzeit und Beginn der Rückzahlungsphase von Niederlassung zu Niederlassung unterschiedlich ausfallen. Je nach Anbieter schwankt der höchste monatlich auszahlbare Betrag beispielsweise zwischen 500 und 800 Euro oder ist der Beginn der Rückzahlung 12 bis 24 Monate nach Studienabschluss vorgesehen.

Auch die Zinsen lassen sich online nicht ermitteln und müssen persönlich bei der Filiale vor Ort angefragt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Volksbanken, Raiffeisenbanken und Privatbanken wie die Deutsche Bank, die bis 2013 den Db Studentenkredit vergab, die mittlerweile den KfW-Studienkredit vermitteln. Auch Experten raten eher dazu, Förderkredite den Angeboten von Privatbanken vorzuziehen. Sie sind nicht nur zinsgünstiger, sondern gehen auch mit fairen und realistischen Rückzahlungsbedingungen einher. Zusätzliche Kreditsicherheiten wie sie etwa für Autokredite oder Darlehen ähnlichen Umfangs typisch sind, werden beim Studentendarlehen aber nie verlangt.

Staatlich geförderte Finanzierungsmöglichkeiten

Studierende können auf verschiedenen Wegen in den Genuss staatlicher Förderung kommen. So vergibt das Bundesverwaltungsamt beispielsweise ein Abschlussdarlehen für Studenten in der späten Phase ihrer Ausbildung. Beim Bildungsministerium hingegen können Studierende das sogenannte Deutschlandstipendium beantragen, das sowohl vom Bund als auch von privaten Stiftern finanziert wird. Am häufigsten jedoch trägt der KfW-Studienkredit zum Lebensunterhalt deutscher Studenten bei. Wie alle Förderdarlehen wird er über die Hausbank beantragt und nicht über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die ihn vergibt.

Beantragen kann ihn jeder deutsche Staatsangehörige, der an einer deutschen Hochschule eingeschrieben und zwischen 18 und 44 Jahre alt ist. Die monatliche Auszahlung beträgt je nach Bedarf zwischen 100 und maximal 650 Euro und ist beim Erststudium über einen Zeitraum von 14 Semestern möglich. Dabei sind die Zinsen variabel und werden zweimal jährlich der aktuellen Marktentwicklung angepasst. Für die Rückzahlungsphase kann auch ein fester Zinssatz vereinbart werden. Sie beginnt frühestens 6 Monate, spätestens aber zwei Jahre nach der letzten Auszahlung.

Wenn das Azubi-Gehalt nicht reicht

Ausbildungsdarlehen gibt es mittlerweile bei vielen etablierten Banken. Gemeint sind hier in der Regel monatliche Zuschüsse, wenn die Lebenshaltungskosten höher sind als die Ausbildungsvergütung. Bei einer größeren Einmalzahlung tun sich die Kreditinstitute dagegen häufig schwer. Eigene Richtlinien sowie Vorgaben der Finanzaufsicht stehen möglicherweise entgegen. Aber auch hierfür gibt es Lösungen.

Staatliche Förderungen beanspruchen

Wenn das Geld, das Sie in der Ausbildung verdienen, für einen normalen Monat ohne besondere Ausgaben nicht reicht, sollten Sie an erster Stelle Ihre fixen Kosten überprüfen. Sind alle Positionen wirklich zwingend? Es muss ja nicht jährlich das neueste Smartphone mit einem entsprechend teuren Vertrag sein. Auch ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters kann eine Menge Geld sparen. Dann gehören die variablen Kosten auf den Prüfstand: Mit einem Azubi-Ticket sind Bus und Bahn oft billiger als die Benutzung des eigenen Autos. Und wenn man jeden Euro umdrehen muss, muss man eben auch mal auf ein Feier-Wochenende verzichten.

Es kann aber durchaus sein, dass auch nach sorgfältiger Abwägung die Kosten einfach zu hoch bleiben, beispielsweise wenn Sie eine auswärtige Ausbildung in einem weniger gut bezahlten Beruf machen, oder wenn durch ein ergänzendes Auslandsstudium Aufwendungen anfallen. Für ein duales Studium gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Bafög, das Ausbildungsdarlehen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Bei einer betrieblichen Ausbildung können Berufsausbildungsbeihilfen beantragt werden.

Günstige Kredite dank Sicherheiten

Voraussetzungen für einen günstigen Kredit in der Ausbildung sind entweder eine gute Bonität oder Sicherheiten, die die Bank bei Zahlungsverzug verwerten kann. Die Bonität können Sie beim Ausbildungsdarlehen gleich abhaken – selbst bei guter Zahlungsmoral und ohne negativen Schufa-Eintrag dürfte das Einkommen einfach zu gering sein. Sicherheiten wie eine Lebensversicherung mit angespartem Rückkaufswert oder ein gut gefülltes Wertpapierdepot existieren in jungen Jahren meist nicht. Benötigen Sie aber den Kredit für ein Auto, weil die Ausbildungsstätte sonst nicht zu erreichen ist oder Sie im Außendienst mobil sein müssen, können Sie das Fahrzeug dem Kreditgeber sicherungsübereignen. Die Bank behält die Zulassungsbescheinigung Teil II, den früheren Fahrzeugbrief, und bleibt Eigentümer des Autos, bis der Kredit zurückgezahlt ist. Allerdings wird die Bank eine Vollkaskoversicherung verlangen, und die ist für Fahranfänger recht teuer.

Eine Alternative ist, den Kreditvertrag von einem Bürgen mit unterzeichnen zu lassen. Die Bank kann ihn in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht zahlen (Ausfallbürgschaft), oder als zweiten Schuldner (selbstschuldnerische Bürgschaft). Beim Ausbildungsdarlehen treten oft die Eltern als Bürgen auf. Haben diese ein geregeltes Einkommen und gute Bonität, ist das für die Bank eine sehr sichere Angelegenheit.

Die letzte Chance, die einen Kredit in der Ausbildung möglich macht, ist ein privater Kreditgeber. Vermittlungsplattformen im Internet bringen Kreditsuchende und Anleger zusammen. Der Privatkredit ist nicht billiger als bei der Bank und geht auch nicht von heute auf morgen, da viele Anleger jeweils kleine Anteile finanzieren. Aber private Geldgeber sind flexibler. Sie sind nicht an strenge Richtlinien gebunden und oft bereit, für mehr Zinsen auch ein höheres Ausfallrisiko einzugehen.

Kredit: Einmalzahlung im Studium

Je nach Anbieter können Studierende ihren Studentenkredit auch als Einmalzahlung beantragen. Allerdings gelten bei einmaligen Leistungen andere Obergrenzen als bei Studentendarlehen, die in Monatsraten an den Kreditnehmer ausbezahlt werden. Darüber hinaus hat nicht jeder potenzielle Kreditgeber diese Option im Angebot. Studierende sollten sich also rechtzeitig über die passenden Anlaufstellen informieren. Einmalzahlungen sind für gewöhnlich zweckgebunden und sollen im Zusammenhang mit dem Studium verwendet werden. Die Finanzierung von Lebenshaltungskosten gehört zwar dazu, die Instandsetzung der WG-Küche nach einer wilden Partynacht nicht unbedingt.

Dafür ist die Einmalzahlung gedacht

Nicht bei jedem Studentendarlehen wird geprüft, wohin das Geld tatsächlich fließt. Je nach Kreditgeber muss der Studierende den Verwendungszweck aber mehr oder weniger genau präzisieren und unter Umständen auch nachweisen können. Eine frühzeitige Recherche über die Vergabemodalitäten und die gewünschten Nachweise der einzelnen Anbieter ist daher empfehlenswert. Häufig wird ein Studentenkredit als Einmalzahlung aufgenommen, um einen neuen Laptop zu kaufen, auf dem die Bachelorarbeit geschrieben oder Präsentationen vorbereitet werden sollen.

Je näher der Studienabschluss rückt, desto weniger Zeit haben Studenten für ihre Arbeit als Hiwi, Tutor oder Kellner. Mit einer einmaligen Auszahlung können sie das letzte Semester ihres Studiums aber stressfreier angehen und sich im erforderlichen Umfang auf die Prüfungen vorbereiten. Auch für diesen Zweck werden Studiendarlehen vergeben. Etwas komplizierter werden die Regelungen, wenn es um Auslandssemester geht. Nicht alle Anbieter vergeben den Kredit an Studenten im Ausland. Bei manchen wiederum sind Zahlungen zwar möglich, allerdings muss der Kreditnehmer diverse bürokratische Hürden überwinden, bevor er sein Darlehen in Empfang nehmen kann.

Besonderheiten beim Studentenkredit

Im Zweifelsfall sollten Studierende also lieber ein Mal zu viel nachfragen, bevor sie sich für einen Kreditgeber entscheiden, der ihrem Bedarf gar nicht gerecht wird. Das gilt beispielsweise auch für die maximalen Leihbeträge. Wird der Studentenkredit als Einmalzahlung beantragt, liegen die gängigen Leihsummen bei den meisten Anbietern zwischen 1000 und 5000 Euro. Große Unterschiede zwischen den einzelnen Banken, Förderbanken, Fonds und Stiftungen gibt es auch hinsichtlich der Rückzahlungsmodalitäten und der Zinsen. Allen gemein ist, das die Rückzahlung erst beginnt, wenn das Studium zu Ende ist.

Bei manchen Anbietern ist der Beginn der Rückzahlung an ein Mindestbruttogehalt gebunden. Bei anderen beginnt sie, wenn der Abschluss eine bestimmte Anzahl von Monaten zurückliegt. Studentenkredite von Privatbanken und Sparkassen werden meist als Festzinsdarlehen vergeben. Bei Förderdarlehen und Darlehen aus Fonds ist der Zinssatz manchmal variabel, während der Kreditnehmer bei Stiftungsdarlehen einen fixen Prozentsatz von seinem Einkommen bezahlt. Dabei ist auch die Laufzeit der Rückzahlung festgelegt. Unter Umständen zahlt der ehemalige Student also mehr oder weniger Geld an die Stiftung zurück, als er erhalten hat.

Eine weitere Möglichkeit für Studenten an einen Kredit per Einmalzahlung zu kommen, ist der Dispokredit. Einige Banken bieten Studierenden einen Disporahmen im Bereich von etwa 1000 Euro an. Ein Dispositionskredit sollte jedoch als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da die Zinsen hierbei sehr hoch sind.

Mit einem Kredit das Studium finanzieren

Viele Studierende finanzieren einen Teil oder sogar einen Großteil ihres Studiums mit einem Studentendarlehen. Dafür gibt es drei Möglichkeiten: Erstens können Studenten die staatliche Ausbildungsförderung beantragen, das BAföG. Zweitens kommt der Studentenkredit der öffentlich-rechtlichen KfW-Bank infrage. Drittens offerieren Banken für Studierende spezielle Darlehen.

Die staatlichen Darlehen: BAföG und KfW-Studienkredit

Zuerst sollten Studierende prüfen, ob sie Anspruch auf das BAföG haben. Dabei handelt es sich im Vergleich zu den anderen Optionen um die attraktivste Möglichkeit. Die BAföG-Zahlungen sind nur zur Hälfte ein Kredit, die andere Hälfte gewährt der Staat als Zuschuss. Zudem verlangt er für den Kreditanteil keine Zinsen und zeigt sich bei der Rückzahlung großzügig. Verdienen Kreditnehmer zu wenig, können sie einen Antrag auf Stundung stellen. Wer die Schulden dagegen zu Anfang auf ein Mal zu großen Teilen oder komplett zurückzahlt, profitiert von einem Rabatt.

Der Anspruch auf das BAföG sowie die konkrete Höhe hängen von dem Einkommen des Antragsstellers und dessen Vermögen ab. Auch die Einkünfte der Eltern fließen in diese Rechnung ein. Übersteigen die einzelnen Summen die jeweils festgelegten Werte, minimiert sich die monatliche Zahlung oder Studierende verzeichnen überhaupt kein BAföG. Einen Antrag auf diese Unterstützung können sie jederzeit während des Studiums einreichen, sofern sie noch unter 30 sind und die jeweilige Regelstudienzeit nicht überschritten haben. Das bedeutet zum Beispiel: Eventuell gab es bisher keinen Anspruch aufgrund eines zu hohen Elterneinkommens. Sinkt dieses in der Studienzeit, kann sich ein erneuter Antrag beziehungsweise ein Erstantrag lohnen.

Günstige Studienkredite vergibt alternativ die öffentlich-rechtliche KfW-Bank, diese Darlehen können Studierende auch ergänzend zum BAföG nutzen. Es handelt sich um einen Vollkredit, die Zinsen liegen aber deutlich unter dem üblichen Zinsniveau. Sie können sich im Laufe der Jahre ändern, die KfW orientiert sich an der Entwicklung der derzeitigen Kreditzinsen. Der große Vorteil beim KfW-Studienkredit besteht darin, dass das eigene Einkommen und die Einkünfte der Eltern keine Rolle spielen. Jeder kann dieses Studentendarlehen aufnehmen, bei dem die KfW monatlich zwischen 100 und 650 Euro ausbezahlt. Diesen Betrag können Studierende frei wählen und zwei Mal jährlich ändern.

Studienkredite von Privatbanken

Einige Banken werben ebenfalls mit Studentendarlehen. Oftmals bieten sie Abrufkredite, bei denen Studierende flexibel einen Kreditrahmen bei monatlich maximaler Auszahlgrenze ausschöpfen können. Die Voraussetzungen unterscheiden sich stark, manche Institute begrenzen die Vergabe auf gewisse Studienfächer oder auf Studierende mit guten Noten. Auch die Zinssätze differieren, deshalb sollten Interessierte die Angebote vor dem Abschluss eines Kredits intensiv vergleichen. Grundsätzlich gilt: Aufgrund der attraktiven Konditionen sollten sie die staatlichen Studentendarlehen vorziehen.

Günstigen Strompreis langfristig sichern

Strompreisgarantie

Mit einer Strompreisgarantie sichern sich Verbraucher einen günstigen Strompreis über einen längeren Zeitraum. Hinsichtlich des garantierten Preises gelten jedoch Einschränkungen, auf die der jeweilige Stromanbieter ausdrücklich hinweisen muss. Der Wechsel in einen neuen Stromvertrag mit Preisgarantie ist aus der Grundversorgung heraus jederzeit möglich. Das gilt grundsätzlich auch nach einem Umzug. Laufende Sonderverträge müssen hingegen rechtzeitig gekündigt werden, wobei üblicherweise der neue Stromlieferant die Kündigung beim bisherigen Anbieter und die Neuanmeldung beim Netzbetreiber übernimmt.

Günstige Verträge mit Preisgarantie finden

Nahezu jeder Stromrechner bietet die Möglichkeit, in den Einstellungen anzugeben, dass nur mit einer Preisgarantie verbundene Stromtarife angezeigt werden sollen. Weitere notwendige Eingaben für den erfolgreichen Strompreisvergleich sind die wahrscheinlich anfallenden Kilowattstunden und die Postleitzahl der Versorgungsstelle. Die meisten Vergleichsrechner erlauben anstelle der Eingabe des vermuteten Stromverbrauchs die Angabe der Anzahl der Haushaltsmitglieder und rechnen dann mit statistischen Durchschnittswerten. Da der einzelne Haushalt stark von diesen abweichen kann und die meisten Tarife aus einem festen Grundpreis sowie einem Arbeitspreis je kWh bestehen, ist diese Vorgehensweise zwangsläufig ungenau. Es ist somit ratsam, vor der Nutzung des Vergleichsrechners den bisherigen Verbrauch anhand der letzten Rechnung zu prüfen.

Für welchen Zeitraum der Anbieter beim Strom eine Preisgarantie gibt, ist unterschiedlich. Der Mindestzeitraum beträgt naturgemäß zwei Jahre, verbreitet sind aber drei bis vier Vertragsjahre. Strompreisgarantien über noch längere Zeiträume werden selten angeboten. Der Vorteil des garantierten Strompreises besteht darin, dass der Kunde außer in wenigen vertraglich geregelten Ausnahmefällen vor einer Preiserhöhung geschützt ist. Dieser Schutz bezieht sich auf den Grundpreis und auf den Arbeitspreis. Den monatlichen Abschlag darf der Stromlieferant ungeachtet der Preisgarantie selbstverständlich erhöhen, wenn der Verbrauch laut Jahresrechnung höher als erwartet ausgefallen ist.

Nach dem Auslaufen des Stromliefervertrages mit Preisgarantie schließt der Haushalt einen neuen Vertrag ab. Da sich die Strompreise nahezu kontinuierlich nach oben entwickeln, ist dann mit einem deutlichen Preisschritt zu rechnen. Diesem stehen deutliche Einsparungen während der Jahre, für welche die Strompreisgarantie gegolten hat, entgegen.

Einschränkungen der Preisgarantie

Generell setzt sich der Strompreis aus zahlreichen Faktoren zusammen. So entfallen weniger als 50% des Endpreises, den der Verbraucher zahlt, auf den Strom an sich. Den größeren Anteil des Preises machen Steuern (Strom- und Umsatzsteuer), Umlagen wie die EEG-Umlage zur Föderung erneuerbarer Energien oder die Umlage zur Entlastung der Industrie, Konzessionsabgaben und ähnliches aus.

Der Lieferant darf die Preisgarantie für den Strom vertraglich einschränken (eingeschränkte Preisgarantie). Üblich ist die Vereinbarung, dass der Garantiepreis nicht bei Steuererhöhungen gilt, sodass der Stromanbieter diese an den Verbraucher weitergeben darf. Die Umlage für erneuerbare Energien gehört nicht zu den Steuern. Die Weitergabe ihrer Erhöhung ist bei Stromtarifen mit Preisgarantie deshalb nur statthaft, wenn die entsprechende Umlage im Stromvertrag ausdrücklich als Ausnahme für die grundsätzliche Unveränderlichkeit des Preises genannt wird. Das ist heutzutage so gut wie immer der Fall.

Der Vertrag darf weitere Tatbestände enthalten, bei denen eine Preisanpassung trotz der Preisgarantie statthaft ist. Es ist somit durchaus möglich, dass der eine oder andere Anbieter sich das Recht der Strompreisanpassung bei veränderten Netzentgelten vorbehält. Diese Vorgehensweise hat sich bislang noch nicht durchgesetzt. Aufgrund des uneinheitlichen Umfangs der Strompreisgarantie achten Verbraucher bei ihrem Tarifvergleich unbedingt darauf, in welchen Fällen diese nicht gilt.

Was geschieht mit der Preisgarantie, wenn der Strom billiger wird?

Im Gegensatz zum Gaspreis, der tatsächlich in beide Richtungen schwankt, entwickeln sich die Energiekosten für Strom nahezu ausschließlich nach oben. Die letzte Preissenkungswelle war mit dem Beginn der Liberalisierung des Strommarktes zu beobachten und liegt somit lange zurück. Sollte der Strompreis wider Erwarten tatsächlich sinken, verändert er sich für die Kunden in Garantieverträgen nicht. Diese Regelung stellt keine unangemessene Benachteiligung des Stromkunden dar, sondern ist eine Konsequenz aus der vereinbarten Preisgarantie. Damit der Lieferant den Preis über einen längeren Zeit garantieren kann, schließt er mit den Stromproduzenten ebenfalls langfristige Lieferverträge zum Festpreis ab.

Falls die im Stromliefervertrag ausdrücklich als Ausnahmetatbestände zur Strompreisgarantie genannten Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und EEG-Umlage sinken, hat der Kunde jedoch einen Anspruch auf eine entsprechende Preissenkung. Dass Steuern oder staatliche Abgaben verringert werden, ist kaum zu erwarten. Bei der Ökostrom-Umlage ist eine gelegentliche Verringerung jedoch durchaus denkbar und gelegentlich vorgekommen.

Preisgarantien sind auch für Ökostrom möglich

Auch günstiger Ökostrom kann mit einer Preisgarantie verbunden sein. Bei der Suche nach einem passenden Angebot geben die Verbraucher, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen bevorzugen, neben der gewünschten Preisgarantie den Wunsch nach Ökostrom an, sodass der Rechner ihnen ausschließlich die passenden Tarife anzeigt.

Ökostrom stammt aus verschiedenen Quellen, die mit unterschiedlich starken Auswirkungen auf die Umwelt und auf das Landschaftsbild verbunden sind. Wenn Verbraucher für ihren Stromtarif mit Strompreisgarantie eine besonders umweltfreundliche Energiequelle bevorzugen, achten sie darauf, welche erneuerbare Energieträger zur Verwendung kommen.

Die Pflegerentenversicherung (Pflegerente)

Die Pflegerente orientiert sich ausschließlich an der Pflegestufe und nicht an der Art der Pflege. Hier erhält der Versicherte ab dem Zeitpunkt, ab dem er Pflege in Anspruch nimmt, monatlich eine Rente in der vertraglich festgelegten Höhe. Diese Rente kann der Pflegebedürftige für eine Pflege seiner Wahl einsetzen.

Eine Erhöhung der Leistung kann auch im Nachhinein, durch veränderte Beiträge des Versicherten, erreicht werden. Im Gegensatz zum Pflegetagegeld und der Pflegekostenversicherung bleiben hier die Beiträge konstant. Weitere Vorteile der Pflegerentenversicherung sind die Möglichkeit zur Einmalzahlung der Leistungen sowie die Beitragsfreiheit im Fall der Pflegebedürftigkeit. Auch eine Unterbrechung ist möglich, daraus resultieren aber dann geringe Leistungen bei Eintreten des Pflegefalls.

Das eingezahlte Geld ist im Falle einer Kündigung nicht gänzlich verloren. Allerdings müssen hier einige Jahre abgewartet werden, damit der Versicherte bei einer Kündigung noch einen kleinen Teil der Beträge zurückbekommt. Die Pflegerente, als Modell zur Vorsoge, wird von Lebensversicherungen angeboten. Sie ist im Vergleich die teuerste Variante der privaten Pflegevorsorge, bietet aber dafür auch mehr Flexibilität und Freiheit. Das Einkommen des Versicherten muss nicht so streng kalkulierbar sein, wie es bei den beiden anderen Formen der Fall ist.

Bei diesen Anbietern erhalten Sie echten Ökostrom

Naturstrom-Anbieter

Das wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung zeigt sich auch in dem zunehmenden Interesse an Ökostrom. Nicht erst seit der Energiewende wächst die Zahl der Stromkunden, die zu einem umweltfreundlichen Stromtarif wechseln, kontinuierlich. Mit der Nachfrage hat auch die Zahl der Anbieter zugenommen, die Naturstrom im Programm haben. Dazu zählen auch viele herkömmliche Energieunternehmen, bei denen die Tarife, die auf regenerativer Energie aus Wind, Wasser oder Sonne basieren, lediglich ein Angebot von vielen sind.

Für Kunden, die sich noch nicht intensiv mit dem Energiesektor beschäftigt haben, ist es oft nicht einfach zu erkennen, ob sich hinter einem Stromtarif zu 100 % echter Ökostrom verbirgt. Auch sind einige der bundesweit tätigen Naturstrom-Anbieter, die tatsächlich ausschließlich Ökostrom vertreiben, bei genauerer Betrachtung nicht immer ganz so umweltfreundlich, wie sie erscheinen. Bei einem Vergleich der Ökostrom-Tarife sollte deshalb nicht nur auf den Preis geachtet werden, sondern es ist auch wichtig, die Hintergründe der jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen.

Wie „funktioniert“ Ökostrom?

Der auch Grünstrom oder Naturstrom genannte Ökostrom bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch elektrische Energie, die aus erneuerbaren, umweltfreundlichen und nachhaltigen Quellen stammt wie beispielsweise aus Wind, Wasser oder Sonne. Konventioneller Strom hingegen wird in Atomkraftwerken oder aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Erdöl hergestellt.

Bei Ökostrom muss man unterscheiden in Ökostrom, der eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (abgekürzt EEG) erhält und in nicht nach EEG gefördertem Ökostrom. Als Ökostrom beworben werden darf nur der nicht geförderte Strom. Daher kommt als Ökostrom verkaufte Energie häufig aus dem Ausland.

Sowohl der geförderte als auch der nicht geförderte sowie der konventionell erzeugte Strom werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist, aus dem die Verbraucher ihre Energie beziehen. Dieser Strom besteht also aus „echtem“ Ökostrom, aus nicht gekennzeichnetem da durch das EEG geförderten Ökostrom sowie aus konventionell erzeugtem Strom.

Egal ob man nun einen herkömmlichen Stromtarif oder einen Ökostromtarif abgeschlossen hat – man bekommt immer den gleichen Strom aus der Steckdose. Wer also Öko-Strom kauft, bekommt auch konventionellen Strom, wer einen herkömmlichen Stromtarif besitzt, nutzt immer auch Ökostrom. Je mehr Menschen aber Naturstrom einkaufen, desto größer wird der Grünstromanteil im öffentlichen Stromnetz. Denn es wird nicht nur mehr Ökostrom ins Netz eingespeist, sondern entsprechend der höheren Nachfrage werden auch mehr Anlagen für erneuerbare Energien gebaut.

Wie hoch der jeweilige Anteil des für Sie eingespeisten Stroms ist, erfahren Sie in Ihrer Stromrechnung. Darin ist prozentual aufgeschlüsselt, wie hoch der Anteil an nach EEG gefördertem sowie an nicht nach EEG gefördertem Ökostrom und dem übrigen Strom ist.

Echter Ökostrom dank strenger Kriterien

Echter Ökostrom, also nachhaltig erzeugter Strom, der zu einer Umsetzung der Energiewende beiträgt, ist nur dann wirklich gegeben, wenn der jeweilige Stromanbieter strengen Kriterien gerecht wird. Dass der Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, ist dabei nur die Grundvoraussetzung. Ebenso wichtig ist aber auch die Unternehmensstruktur, denn bei einem solchen Anbieter sollte es sich möglichst nicht um ein Tochterunternehmen eines Energiekonzerns handeln, der auch Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke betreibt oder damit erzeugten Strom verkauft.

Auch die Wasserkraftwerke, Solarfarmen oder Windturbinen selbst, von denen der Naturstromanbieter seine Energie bezieht, sollten nicht zu einem in der Atom- oder Kohlewirtschaft tätigen Unternehmen gehören.

Darüber hinaus sollte der Anbieter mindestens ein Drittel des Stroms aus neu errichteten Anlagen beziehen, und er sollte nach Möglichkeit auch selbst in neue Anlagen investieren. Derzeit erfüllen nur wenige Stromanbieter diese strengen Kriterien.

Der rebellische Naturstrom-Anbieter: Elektrizitätswerke Schönau

Die Elektrizitätswerke Schönau zählen nicht nur zu den bekanntesten Naturstrom-Anbietern, sondern sind auch der älteste Anbieter dieser Art. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen mit Sitz im Schwarzwald ist aus einer lokalen Bürgerinitiative hervorgegangen, die im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraftbewegung nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl entstand. Noch heute verstehen sich die Mitglieder als Stromrebellen, denen echter Ökostrom am Herzen liegt. Nachdem die Elektrizitätswerke Schönau zunächst lediglich das örtliche Stromnetz betrieben, beliefern sie Kunden seit 2009 auch bundesweit mit Öko-Strom und seit 2015 zusätzlich mit Gas. Der von Schönau aus angebotene Strom wird vollständig aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen, wobei die Wasserkraft mit etwa 90 % den deutlich größten Anteil ausmacht. Inzwischen setzen die Elektrizitätswerke Schönau aber auch vermehrt auf Windkraft, weshalb seit 2016 mehrere Windenergieanlagen im Schwarzwald in Betrieb genommen wurden. Um die Energiewende außerdem zu fördern, wird zusätzlich zu dem eigentlichen Strompreis der sogenannte Schönauer Sonnencent erhoben, wobei die Kunden zwischen drei Tarifstufen wählen können. Dieses Geld wird für Bildungsprogramme zum Thema Energiewende und für Energiesparkampagnen verwendet. Zudem werden damit von Endkunden selbst betriebene ökologische Stromerzeugungsanlagen gefördert. Dadurch konnten schon mehr als 2000 zusätzliche dezentrale Kleinanlagen errichtet werden.

Der größte Naturstrom-Anbieter: Lichtblick

Mit mehr als 650.000 Kunden ist Lichtblick der größte Ökostromanbieter in Deutschland. Das Hamburger Energieversorgungsunternehmen, das bereits 1998 direkt nach der Liberalisierung des Strommarkts gegründet wurde, ist zur Hälfte in Privatbesitz und durch einen der Eigner geringfügig mit einem nicht ökologisch arbeitenden Energieunternehmen verknüpft. Aufgrund seiner innovativen Energieversorgungskonzepte wurde Lichtblick im Jahr 2014 vom TÜV Süd als Wegbereiter der Energiewende ausgezeichnet. Der von Lichtblick angebotene Strom stammt nahezu ausschließlich aus Wasserkraftanlagen. Lediglich ein Prozent wird mithilfe von KWK-Anlagen gewonnen, bei denen mechanische Energie in Strom umgewandelt wird. Zur Förderung der Energiewende investiert Lichtblick einen festgelegten Anteil des Stromtarifs in ein von dem Unternehmen entwickeltes Konzept, das als SchwarmStrom bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um mehr als 1000 dezentral errichtete KWK-Anlagen, kleine Blockheizkraftwerke auf Erdgasbasis, die in Zusammenarbeit mit Volkswagen errichtete werden und miteinander vernetzt sind. Ihr Hauptzweck ist die Erzeugung von Wärme, mit der Gebäude vor Ort beheizt werden. Zusätzlich speisen diese Anlagen aber auch nach Bedarf Strom in das Energienetz ein.

Der innovative Naturstrom-Anbieter: Bürgerwerke eG

Die im Jahr 2013 gegründete Bürgerwerke eG ist einer der jüngsten Naturstromanbieter Deutschlands. Es handelt sich dabei nicht um ein Unternehmen im engeren Sinne, sondern um einen Verbund von unabhängigen Energiegenossenschaften, die von Bürgern gegründet wurden. Dadurch bündelt die in Heidelberg ansässige Genossenschaft kleinräumige und lokale Ökostrom-Projekte in ganz Deutschland und repräsentiert die darin engagierten Bürger. Neben Strom aus dem Wasserkraftwerk Töging in Bayern wird deshalb von der Bürgerwerke eG auch Solar- und Windenergie angeboten, die aus kleinen und kleinsten Anlagen stammt. Mehr als zehn Prozent des Stroms wird mit solchen Bürgersolar- und Bürgerwindanlagen erzeugt, wobei der größere Teil auf Photovoltaikanlagen entfällt. Dabei dient die Heidelberger Geschäftsstelle lediglich als Zentrale, die sich um die Verwaltung und Organisation des genossenschaftlichen Verbands kümmert, denn eines der erklärten Ziele der Bürkerwerke eG ist die Energiewende von unten. Deshalb sollen bewusst die Initiativen vor Ort und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Auch die Stromtarife werden von den jeweiligen Mitgliedern selbst festgelegt, aber ein Anteil wird stets auf die weitere Förderung von regenerativen Energien verwendet. Wofür das Geld vor Ort verwendet wird, entscheiden die Genossenschaftsmitglieder ebenfalls unabhängig von der Zentrale. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass lokale Gegebenheiten berücksichtigt werden und die Akzeptanz in der örtlichen Bevölkerung gegeben ist. Zudem finden zahlreiche lokale und regionale Veranstaltungen statt, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und neue Projekte entwickelt werden. Dazu gehören beispielsweise Mieterstrom-Modelle und Finanzierungskonzepte für privat betriebene Ökostrom-Anlagen. Außerdem engagiert sich die Bürgerwerke eG in Sachen Elektroautos. Durch eine Zusammenarbeit mit Renault können die Genossenschaftsmitglieder beim Kauf eines entsprechenden Fahrzeugs einen Nachlass erhalten. Auch an Plänen für den Aufbau eines engmaschigen Netzes an Ladestationen für Elektroautos arbeitet die Bürgerwerke eG mit. Dank dieses Konzepts erhielt die junge Genossenschaft vom TÜV Nord die Zertifizierung als Naturstromanbieter, und auch die Umweltschutzorganisation Robin Wood spricht eine Empfehlung aus. Auch verschiedene Auszeichnungen wurden der Bürgerwerke eG bereits verliehen, darunter beispielsweise der Deutsche Solarpreis und eine Auszeichnung im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Der traditionelle Naturstrom-Anbieter: Naturstrom AG

Schon 1998 gegründet, ist das als Aktiengesellschaft organisierte Unternehmen Naturstrom AG einer der ältesten und etabliertesten Anbieter von Ökostrom in Deutschland. Da die Aktien nicht an der Börse gehandelt werden, besteht keine Verflechtung zu größeren Energiekonzernen, und die Beteiligung an nicht auf erneuerbaren Energien basierenden Kraftwerken ist nur geringfügig. Die Naturstrom AG setzt bislang noch schwerpunktmäßig auf Wasserkraft, die mit mehr als 99 % den größten Anteil des angebotenen Stroms ausmacht. Allerdings investiert die Firma inzwischen vermehrt in alternative Erzeugungsanlagen. Dazu zählen neben Windkraft- und Photovoltaikanlagen auch Biomassekraftwerke. Außerdem bietet die Naturstrom AG Biogas an, wobei auf die Verwendung von Abfallprodukten aus der Massentierhaltung und von gentechnisch veränderten Pflanzen bewusst verzichtet wird. In den Tarifen des Energieunternehmens ist jeweils ein fester Anteil enthalten, der zur Förderung der Energiewende verwendet wird. Dazu zählt vor allem die Errichtung neuer Ökostromanlagen wie beispielsweise Windkraftanlagen und große Solarparks.

Der engagierte Naturstrom-Anbieter: Greenpeace Energy

Das seit 1999 bestehende Energieunternehmen Greenpeace Energy mit Sitz in Hamburg zählt den lange etablierten Naturstrom-Anbietern. Es ist genossenschaftlich organisiert und verdankt seinen Namen der Tatsache, dass die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu seinen Gründungsmitgliedern zählt. Außerdem ist die Führung des Namens an die Bedingung gekoppelt, dass sich die Firma an die von Greenpeace entwickelten Standards für sauberen Strom hält. Deshalb ist die Beteiligung von konventionellen Energiekonzernen, die auch Kohle- oder Atomstrom handeln, äußerst geringfügig. Bei Greenpeace Energy nimmt der mithilfe von Windkraftanlagen erzeugte Strom einen vergleichsweise großen Anteil ein. Knapp 12 % des angebotenen Stroms wird auf diese Weise erzeugt, der Rest stammt aus Wasserkraftanlagen. Ein Teil der Einnahmen investierte das Unternehmen in den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien, wobei der Schwerpunkt auf Wind- und Sonnenenergie liegt. Auch die Entwicklung von dezentralen Versorgungskonzepten wird von Greenpeace Energy gefördert. Darüber hinaus betreibt Greenpeace Energy drei Tochterunternehmen, die ebenfalls im Bereich alternative Energien tätig sind. Daneben beteiligt sich das Unternehmen auch an einem Carsharing-Anbieter sowie an einer Initiative für atomstromfreies Internet.

Der gemeinsinnige Naturstrom-Anbieter: Polarstern

Der Ökostrom-Anbieter Polarstern ist vergleichsweise neu auf dem Energiemarkt, denn die in München ansässige GmbH existiert erst seit dem Jahr 2009. Dennoch konnte sich das Unternehmen, das noch immer zum größten Teil im Besitz der Gründer ist, in kurzer Zeit einen hervorragenden Namen erarbeiten. Es vertreibt ausschließlich Strom, der in Wasserkraftanlagen erzeugt wird, und investiert in ganz Europa in Projekte, mit denen erneuerbare Energien gefördert werden sollen. Dafür ist ein fester Betrag pro verbrauchter Kilowattstunde vorgesehen. Dieser wird bevorzugt für sehr dezentrale und hauptsächlich lokal effektive Stromprojekte verwendet, die von der Wärmeversorgung einer Alpenhütte bis zum Ausbau innovativer Reststoffbiogasanlagen reichen. Zusätzlich wird ein Betrag von 20 Euro pro Privatkunde in den Bau von kleinen Heimkraftwerken investiert. Außerdem hat sich die Polarstern GmbH soziale Verantwortung auf die Fahnen geschrieben. Deshalb finanziert es in Zusammenarbeit mit einer Entwicklungshilfsorganisation in Kambodscha den Bau von Mikro-Biogasanlagen, die von Familien vor Ort genutzt werden können. Das Ziel der Firma ist es, durch eine verantwortungsbewusste Geschäftspolitik zum Gemeinwohl beizutragen.

Weitere Anbieter und Siegel

Gütesiegel wie das Grüner-Strom-Label in Gold, Ok-Power, TÜV Nord und TÜV Süd, die Naturstrom mit jeweils eigenen Kriterien bewerten, helfen Stromkunden dabei, Tarife mit echtem und nachhaltigem Ökostrom auszuwählen. Auch die Zeitschrift Öko-Test prüft Naturstrom-Anbieter regelmäßig. Ein Test aus 2017 von Öko-Test empfiehlt außer den genannten Anbietern noch Tarife der Anbieter Baywa, Bürgerinitiative Umweltschutz, Heidelberger Solidarstromer, Ökostromer Edingen-Neckarhausen, Schriesheimer Ökostromer, Enspire Energie, Klimaschutz+ Energiegenossenschaft, Mann-Naturenergie, Polarstern, Proengeno, Prokon Regenerative Energien, Savero, Solidarische Ökonomie Bremen und der Stadtwerke Müllheim-Staufen.