Ein DSL-Kombitarif verbindet Internet und Telefonie, oft mit einer Flat für Gespräche. Für Firmen lohnt er sich, wenn die Flat Anrufe ins Festnetz, in Mobilfunknetze oder ins Ausland abdeckt, die Beschäftigte tatsächlich führen, und weniger kostet als diese Gespräche ohne Flat. Bei wenigen Telefonaten oder besonderen technischen Anforderungen passt ein Angebot aus einzelnen Leistungen besser.
Wann eine Flat Geld spart
Entscheidend ist der Aufpreis für die Flat im Vergleich zu den Kosten der Gespräche, die sie tatsächlich abdeckt. Prüfen Sie dafür, wie viele Minuten monatlich anfallen. Berücksichtigen Sie dabei Anrufe ins deutsche Festnetz ebenso wie Gespräche mit deutschen Mobilfunknetzen und ins Ausland. Eine Festnetzflat deckt nicht automatisch Anrufe zu Mobiltelefonen oder ins Ausland ab.
Ein Beispiel aus dem easybell-Angebot zeigt den Unterschied: Ein Business-Connect-Tarif mit zwei Sprachkanälen und minutengenauer Abrechnung kostet 29,95 Euro netto im Monat. Die Variante mit zwei Kanälen und Allnet-Flat kostet 39,95 Euro netto. Der Aufpreis beträgt somit 10 Euro im Monat. Bei den angegebenen Minutenpreisen entspricht das rund 1.021 Minuten ins deutsche Festnetz oder 103 Minuten in deutsche Mobilfunknetze. Diese Schwellen gelten nur für dieses Tarifbeispiel. Bei Gesprächen in verschiedene Netze addieren Sie die Kosten für die jeweiligen Minuten.
Die Rechnung geht nur auf, wenn die Flat die betreffenden Gespräche einschließt. Bei 1&1 DSL Business umfasst die Telefonflat laut Anbieter das deutsche Festnetz; Gespräche in Mobilfunknetze und ins Ausland werden gesondert berechnet. Easybell weist für das genannte Business-Connect-Angebot dagegen eine Allnet-Flat für deutsches Festnetz und Mobilfunk aus. Prüfen Sie deshalb die Tarifbedingungen und verlassen Sie sich nicht allein auf die Bezeichnung „Telefonflat“.
Eine Flat hilft außerdem bei der Kostenplanung: Für erfasste Gespräche fällt keine zusätzliche Minutenabrechnung an. Das macht die Telefonkosten berechenbarer, bedeutet aber nicht automatisch, dass das Gesamtpaket günstiger ist. Preise, enthaltene Leistungen und Aktionskonditionen ändern sich; vergleichen Sie daher die Angebote zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.
DSL-Geschwindigkeit und Telefonfunktionen prüfen
Die passende Geschwindigkeit hängt davon ab, wie viele Beschäftigte gleichzeitig Videokonferenzen führen, Dateien übertragen und Cloud-Dienste nutzen. Achten Sie auf die Geschwindigkeit beim Herunterladen und Hochladen von Daten. Bei DSL unterscheiden sich die Geschwindigkeiten in beide Richtungen häufig. Die beworbene Höchstgeschwindigkeit ist nicht an jedem Firmenstandort verfügbar. Lassen Sie die konkrete Adresse prüfen.
Auch eine Gesprächsflat sagt nichts darüber aus, wie viele Telefonate gleichzeitig möglich sind. Dafür zählt die Zahl der Sprachkanäle. Jeder Sprachkanal ermöglicht ein Telefonat zur selben Zeit. Wenn mehrere Beschäftigte gleichzeitig telefonieren, sollte die Zahl der Kanäle zum Bedarf passen. Prüfen Sie außerdem, ob der Tarif genügend Rufnummern bietet und mit einer vorhandenen Telefonanlage zusammenarbeitet. Manche Angebote enthalten eine Cloud-Telefonanlage oder ermöglichen den Anschluss bestehender Anlagen; solche Leistungen unterscheiden sich je nach Anbieter.
Für die IT können eine feste öffentliche IP-Adresse, bestimmte Netzfunktionen oder eine Ausweichverbindung bei einem DSL-Ausfall wichtig sein. Für wichtige Standorte sollten Sie außerdem prüfen, wie schnell der Anbieter eine Störung beheben muss und welche Zusatzkosten für Ausfallschutz anfallen. Anbieterangaben zu Entstörzeiten beschreiben die jeweilige Tarifleistung, sind aber keine unabhängigen Aussagen zur tatsächlichen Störungsquote.
Addieren Sie alle Kosten: Neben dem Grundpreis können Router, Einrichtung, zusätzliche Sprachkanäle und weitere Optionen Kosten verursachen. Vergleichen Sie auch die Vertragsbedingungen. Ein günstiger Einstiegspreis bringt wenig, wenn notwendige Leistungen erst gegen Aufpreis verfügbar sind.
Wann getrennte Tarife besser passen
Bei geringem Gesprächsaufkommen ist eine minutengenaue Abrechnung oft günstiger, sofern die Gesprächskosten unter dem Aufpreis der Flat bleiben. Nutzen Sie dafür die tatsächlichen Rechnungsdaten der letzten Monate und teilen Sie die Minuten nach Festnetz, Mobilfunk und Ausland auf. Das easybell-Beispiel mit 10 Euro Aufpreis ist eine Rechenhilfe, aber keine allgemeine Marktregel.
Eine vorhandene Telefonanlage oder besondere Anforderungen an Rufnummern, Sprachkanäle und Netzfunktionen sprechen ebenfalls für einen Vergleich einzelner Bausteine. Ein Standardpaket kann unnötige Leistungen enthalten und zugleich eine Funktion vermissen lassen, die Ihr Betrieb braucht. Getrennte Tarife sind deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn sie den technischen Bedarf genauer treffen. Sie sind nicht automatisch günstiger.
Bei vielen Auslandsgesprächen oder hohem Anrufaufkommen sollten Sie besonders genau prüfen, welche Ziele und Nutzungsarten die Flat abdeckt. Für bestimmte Dienste und automatisierte Anrufe gelten bei Anbietern Einschränkungen. Easybell schließt bei der genannten Allnet-Flat zum Beispiel die Nutzung durch Callcenter und automatisierte Kommunikation aus. Eine hohe Gesprächsmenge allein ist daher kein ausreichender Grund für eine Flat.
DSL-Kombitarife vergleichen
Ermitteln Sie zuerst Ihr monatliches Gesprächsaufkommen und gleichen Sie es mit den eingeschlossenen Anrufzielen ab. Danach vergleichen Sie den Flat-Aufpreis mit den Kosten einer minutengenauen Abrechnung. Prüfen Sie anschließend, ob Bandbreite, Sprachkanäle, Telefonanlage, Rufnummern und Serviceleistungen zu Ihrem Betrieb passen. Beziehen Sie zum Schluss Einmalentgelte und notwendige Zusatzoptionen in den Gesamtpreis ein.
