Wenn Ihr DSL-Anschluss spürbar langsamer geworden ist, liegt die Ursache häufig nicht beim Provider, sondern in Ihrem eigenen Netzwerk. Prüfen Sie zuerst WLAN, Router und Computer, bevor Sie den Kundendienst anrufen. Viele Ursachen beheben Sie selbst, ohne auf eine Leitungsstörung zu warten.
Die häufigsten Fehlerquellen sind ein ungünstig platzierter WLAN-Router, veraltete Routereinstellungen und PC-Software, die im Hintergrund Daten überträgt. Alle drei Bereiche können Sie selbst prüfen und meist beheben.
WLAN-Probleme zuerst ausschließen
Bevor Sie an Router oder PC etwas ändern, sollten Sie klären, ob das WLAN-Signal überhaupt stark genug ist. Wände, Decken und Möbel schwächen das Funksignal erheblich. Auch andere elektronische Geräte wie Bluetooth-Lautsprecher, Mikrowellen oder benachbarte WLAN-Netze können Störungen verursachen. Wenn Ihr Laptop oder Smartphone in einem anderen Raum nur noch ein oder zwei Balken anzeigt, ist die Verbindung vermutlich das Problem, nicht die DSL-Leitung.
Ein einfacher Test hilft: Stellen Sie Ihr Gerät direkt neben den Router und messen Sie die Geschwindigkeit erneut. Ist sie dort deutlich höher, liegt das Problem an der Signalausbreitung. Verbessern lässt sich das WLAN, indem Sie den Router zentral in der Wohnung aufstellen. Legen Sie ihn nicht in Schränke oder Metallboxen und halten Sie ihn von anderen Elektrogeräten fern. Idealerweise haben Sie Sichtkontakt zu den Geräten, die Sie nutzen. Externe Antennen, falls Ihr Router welche besitzt, sollten Sie aufstellen und so ausrichten, dass sie in Richtung der genutzten Räume zeigen.
Wenn das WLAN nur abends langsam ist, morgens aber normal funktioniert, deutet das auf Störungen durch Nachbarnetze oder eine hohe Auslastung hin. In diesem Fall hilft es oft, den WLAN-Kanal im Router zu wechseln.
Routereinstellungen prüfen
Wenn das WLAN-Signal stark ist, die Geschwindigkeit aber trotzdem nicht stimmt, liegt der Fehler möglicherweise im Router selbst. Ein Neustart behebt viele vorübergehende Probleme: Ziehen Sie den Router kurz vom Strom und stecken Sie ihn wieder ein. Warten Sie dann, bis alle Leuchten wieder normal leuchten. Danach messen Sie die Geschwindigkeit erneut.
Auch die Software im Router kann veraltet sein und die Leistung beeinträchtigen. Diese Firmware sollten Sie regelmäßig aktualisieren. Die meisten Router bieten dafür eine Funktion im Menü, das Sie über die IP-Adresse des Geräts im Browser aufrufen. Die genaue IP-Adresse und die Schritte finden Sie in der Bedienungsanleitung oder auf der Herstellerseite.
Zwei Einstellungen sollten Sie prüfen: den WLAN-Kanal und die Bandbreite. Wenn viele Nachbarn denselben Kanal nutzen, kommt es zu Störungen. Im Router-Menü können Sie den Kanal wechseln oder die automatische Kanalwahl aktivieren, falls Ihr Gerät das unterstützt. Bei neueren Routern mit zwei Funkbändern sollten Sie prüfen, ob Ihre Geräte mit dem schnelleren Band verbunden sind. Das langsamere Band ist anfälliger für Störungen, reicht aber weiter.
PC-Software als Fehlerquelle
Wenn WLAN und Router in Ordnung sind, liegt die Ursache oft im Computer selbst. Viele Fälle von langsamem Internet lassen sich auf Software zurückführen, die im Hintergrund Daten überträgt oder den Browser ausbremst. Dazu zählen Schadsoftware und fehlerhafte Browser-Erweiterungen. Auch automatische Updates, die gerade heruntergeladen werden, können die Verbindung verlangsamen.
Prüfen Sie zuerst den Task-Manager Ihres Betriebssystems. Unter Windows öffnen Sie ihn mit der Tastenkombination Strg + Umschalt + Esc und sehen dort, welche Programme gerade das Netzwerk nutzen. Ein Programm, das dauerhaft hohe Übertragungsraten anzeigt, obwohl Sie es nicht nutzen, kommt als Fehlerquelle infrage. Beenden Sie solche Prozesse vorübergehend und messen Sie die Geschwindigkeit erneut.
Browser-Erweiterungen können ebenfalls die Verbindung verlangsamen, etwa Werbeblocker oder andere Zusatzprogramme, die viele Skripte laden. Deaktivieren Sie alle Erweiterungen und testen Sie die Geschwindigkeit. Ist sie danach normal, aktivieren Sie die Erweiterungen einzeln wieder, bis Sie die störende gefunden haben. Ein Virenscanner mit aktuellen Virendaten kann Schadsoftware aufspüren, die heimlich Daten sendet oder empfängt. Führen Sie einen vollständigen Systemscan durch, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr PC betroffen ist.
Wenn die Geschwindigkeit nur auf einem Gerät langsam ist, auf anderen aber nicht, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Software dieses Geräts. Ein Neustart des Computers kann ebenfalls helfen, weil er laufende Hintergrundprozesse beendet.
