Wenn Sie das Geld erst in vielen Jahren brauchen, bietet ein breit gestreuter Aktien-ETF höhere Renditechancen als Tagesgeld, schwankt aber stärker im Wert. Tagesgeld ist grundsätzlich jederzeit verfügbar und sein Kontostand verändert sich nicht mit den Börsenkursen. Die variablen Zinsen gleichen die Inflation jedoch nicht immer aus.
Bei einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig in einen börsengehandelten Fonds, der zum Beispiel viele Aktien abbildet. Tagesgeld ist ein verzinstes Bankguthaben. Welche Anlage passt, hängt davon ab, wann Sie das Geld brauchen und wie stark der Wert zwischenzeitlich schwanken darf.
Rendite von ETF und Tagesgeld
Beim Tagesgeld bestimmt der Zinssatz der Bank den Ertrag. Die Bank kann ihn ändern. Ein heute attraktiver Zins sagt deshalb wenig darüber aus, wie viel Ihr Guthaben über viele Jahre einbringt.
Ein Aktien-ETF hat keinen festen Zinssatz. Sein Wert folgt den Aktien im zugrunde liegenden Index und steigt oder fällt mit den Märkten. Ein breit gestreuter ETF legt Ihr Geld in Aktien vieler Unternehmen an. Das verringert die Abhängigkeit von einzelnen Firmen, verhindert aber keine Verluste, wenn die Aktienmärkte insgesamt sinken.
Historische Aktienrenditen deuten darauf hin, dass Aktien langfristig höhere Renditen erzielen können als sichere Zinsanlagen. Sie sind aber keine Vorhersage: Das Ergebnis eines konkreten Sparplans hängt unter anderem vom gewählten ETF, den Kosten, Steuern, Wechselkursen und den Zeitpunkten Ihrer Einzahlungen ab. Auch lange Anlagezeiträume schließen Verlustphasen nicht aus.
Risiken bei ETF und Tagesgeld
Bei Tagesgeld verändert sich der Kontostand nicht mit täglichen Börsenkursen. Das Guthaben ist dennoch nicht völlig risikofrei: Die Bank kann den Zinssatz senken, und eine niedrige Verzinsung lässt die Kaufkraft sinken. Bei einer Bankenpleite schützt die gesetzliche Einlagensicherung Einlagen unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen.
Bei einem Aktien-ETF kann der Depotwert stark fallen. Die Verbraucherzentrale weist auf historische Rückgänge von bis zu 50 Prozent und Verlustphasen von bis zu 15 Jahren hin. Solche Werte beschreiben vergangene Entwicklungen und sagen nicht voraus, wie lange eine künftige Erholung dauert. Wer während eines Börsentiefs verkaufen muss, erhält möglicherweise deutlich weniger als den zuvor investierten Betrag.
Fondsanteile fallen nicht unter die Einlagensicherung. Investmentfonds gelten grundsätzlich als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten. Dieser Schutz betrifft die Trennung des Fondsvermögens, nicht den Börsenwert Ihrer Anteile.
Geldzugriff bei Tagesgeld und ETF-Sparplan
Tagesgeld ist für kurzfristige Ausgaben und eine finanzielle Reserve praktisch, weil Sie ohne Kündigungsfrist auf das Guthaben zugreifen können. Der Zinssatz bleibt dabei variabel.
Einen ETF-Sparplan können Sie unterbrechen oder beenden. Das vorhandene Geld bleibt jedoch im ETF investiert. Um es auszugeben, müssen Sie Anteile verkaufen. Wie viel Sie erhalten, hängt vom Kurs zum Verkaufszeitpunkt ab. Liegt der Kurs gerade in einer Börsenkrise, kann der Verkauf zu einem Verlust führen.
Legen Sie Geld, das Sie bald sicher benötigen, daher nicht vollständig in einen Aktien-ETF. Für einen geplanten Kauf oder unerwartete Ausgaben zählt die verlässliche Verfügbarkeit stärker als eine höhere Renditechance.
Inflation mindert die Kaufkraft
Ob Sie sich später mehr leisten können, hängt davon ab, wie stark Ihr Guthaben und die Preise steigen. Liegt der Tagesgeldzins unter der Inflationsrate, wächst der Kontostand zwar möglicherweise, doch Sie können sich davon weniger kaufen.
Aktien können langfristig höhere Renditen erzielen und so zum Erhalt der Kaufkraft beitragen. Aktien gleichen die Inflation jedoch nicht jedes Jahr aus. Auch bei hoher Inflation kann ein Aktien-ETF fallen. Ein ETF ist daher kein kurzfristiger Schutz vor steigenden Preisen.
Welche Anlage passt zu Ihnen?
Tagesgeld eignet sich vor allem für Geld, auf das Sie kurzfristig zugreifen müssen oder dessen Kontostand nicht durch Börsenschwankungen sinken soll. Prüfen Sie regelmäßig den Zinssatz, denn die Bank kann ihn anpassen.
Ein breit gestreuter Aktien-ETF passt eher zu Geld, das Sie lange entbehren können und dessen Wert zwischenzeitlich deutlich schwanken darf. Wenn ein Kursrückgang Sie zu einem Verkauf zwingen würde, ist der ETF für diesen Geldbetrag ungeeignet. Viele Sparer nutzen deshalb beide Anlagearten für unterschiedliche Zwecke: Tagesgeld für die Reserve, einen ETF-Sparplan für langfristige Anlageziele.
