Search
Search Menu

Kreditkartengebühren im Ausland vermeiden

Wenn Sie im Ausland mit Kreditkarte bezahlen oder Geld abheben, können drei Kosten entstehen. Dazu zählen Gebühren Ihres Kartenanbieters, Kosten für die Währungsumrechnung und Gebühren des Geldautomatenbetreibers. Für Bargeldabhebungen können je nach Vertrag zusätzlich Gebühren oder Zinsen berechnet werden.

Prüfen Sie vor der Reise die Kartenbedingungen und wählen Sie am Terminal oder Geldautomaten möglichst die Landeswährung. Mit der Landeswährung vermeiden Sie häufige Aufschläge; andere Gebühren können trotzdem anfallen.

Gebühren beim Bezahlen und Abheben

Bei einer Zahlung in einer Fremdwährung berechnet der Kartenanbieter möglicherweise ein Auslandseinsatz- oder Fremdwährungsentgelt. Es wird meist als Prozentsatz des Umsatzes angegeben. Zusätzlich zählt der Wechselkurs, zu dem der Betrag in Euro umgerechnet wird. Je nach Karte und Abrechnungsbedingungen können also sowohl ein Entgelt als auch Umrechnungskosten entstehen.

Beim Bargeldabheben gelten weitere Regeln. Die kartenausgebende Bank kann eine Abhebegebühr berechnen, manchmal mit einem Mindestbetrag. Der Automatenbetreiber kann zusätzlich ein eigenes Entgelt verlangen. Auch ein Fremdwährungsentgelt und Zinsen auf den abgehobenen Betrag sind möglich. Prüfen Sie bei Ihrer Karte ausdrücklich, ab wann Zinsen für Bargeldabhebungen anfallen; für sie gilt nicht zwingend dasselbe zinsfreie Zahlungsziel wie für Einkäufe.

Eine Jahresgebühr für die Karte fällt unabhängig davon an, ob Sie im Ausland bezahlen. Sie gehört deshalb in einen Kostenvergleich, ist aber keine Gebühr pro Auslandsumsatz.

Bezahlen Sie in Landeswährung

Ein Händler oder Geldautomat bietet manchmal an, den Betrag sofort in Euro umzurechnen. Diese Umrechnung heißt dynamische Währungsumrechnung, kurz DCC. Der angezeigte Eurobetrag wirkt übersichtlich, sagt aber noch nichts darüber aus, ob der Wechselkurs günstig ist. Der Händler oder Automatenbetreiber bestimmt den Wechselkurs und die Kosten für die Umrechnung.

Wählen Sie in der Regel die Landeswährung und lassen Sie Ihre Bank beziehungsweise Ihren Kartenanbieter umrechnen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt diese Faustregel, weil die vor Ort angebotene Umrechnung häufig einen ungünstigeren Kurs oder zusätzliche Aufschläge enthält. Vergleichen Sie die DCC-Kosten nur, wenn das Terminal sie klar anzeigt und Sie sie mit den Gebühren Ihrer Karte vergleichen können. Auch bei Zahlung in Landeswährung kann Ihr Kartenanbieter ein Fremdwährungsentgelt berechnen.

Achten Sie vor der Bestätigung darauf, welche Währung auf dem Display steht. Wenn das Terminal bereits Euro anzeigt, wählen Sie die Option, in der Landeswährung zu zahlen.

Prüfen Sie Abhebungen genau

Lesen Sie vor einer Abhebung im Preisverzeichnis Ihrer Karte nach, welche Abhebegebühr und welches Fremdwährungsentgelt anfallen und ob es einen Mindestbetrag gibt. Lesen Sie außerdem nach, ob für Bargeldabhebungen sofort Zinsen berechnet werden. Am Automaten selbst prüfen Sie die angezeigte Betreibergebühr und lehnen eine angebotene Euro-Umrechnung ab, wenn Sie in Landeswährung abheben möchten.

Mindestgebühren machen kleine Abhebungen oft vergleichsweise teuer. Die konkreten Tarife unterscheiden sich jedoch nach Karte und können sich ändern. Mehrere kleine Abhebungen können durch Mindestgebühren teurer werden als eine größere Abhebung. Heben Sie trotzdem nur so viel ab, wie Sie sicher aufbewahren können.

Ob eine Girokarte günstiger ist, hängt von Ihrer Karte, dem Automaten und einer möglichen Betreibergebühr ab. Entscheidend ist deshalb der Gesamtpreis für Ihre konkrete Abhebung.

Vergleichen Sie die Gesamtkosten

Eine Karte mit „kostenlosem Auslandseinsatz“ kann bestimmte Gebühren des Kartenanbieters erlassen. Trotzdem können Kosten anfallen: Ein Automatenbetreiber kann ein Entgelt verlangen, und für eine Umrechnung in Euro können andere Gebühren gelten.

Vergleichen Sie vor der Reise die Gebühren für Zahlungen und Abhebungen getrennt. Achten Sie darauf, ob ein beworbener Verzicht auf Gebühren nur Fremdwährungszahlungen, nur Bargeldabhebungen oder beides umfasst. Berücksichtigen Sie auch Mindestgebühren, mögliche Zinsen und eine Jahresgebühr. Im Preisverzeichnis ihrer Classic-Kreditkarte nennt die Commerzbank unter anderem ein Abhebeentgelt von 1,95 Prozent mit einem Mindestbetrag von 5,98 Euro sowie ein Auslandseinsatzentgelt von 1,75 Prozent außerhalb des Euroraums. Diese Konditionen gelten für dieses Produkt und lassen sich nicht auf andere Karten übertragen.

EU-Regeln für Kartenzahlungen

Bei grenzüberschreitenden Zahlungen in Euro innerhalb der EU darf der Kartenanbieter grundsätzlich höchstens so viel berechnen wie für eine entsprechende Zahlung im Inland. Sie zahlen also das Entgelt, das auch im Inland für diese Zahlung anfällt. Eine Zahlung in einer anderen Währung kann außerdem Umrechnungskosten verursachen.

Bei bestimmten Kartenumrechnungen in der EU müssen Anbieter angeben, um wie viel Prozent ihr Wechselkurs über dem jüngsten Referenzkurs der Europäischen Zentralbank liegt. Die Regel betrifft die Offenlegung des Kursaufschlags; sie schreibt keinen einheitlichen Wechselkurs vor und setzt keine allgemeine Preisobergrenze für Auslandszahlungen. Händler dürfen innerhalb der EU für Zahlungen mit erfassten Kredit- und Debitkarten grundsätzlich keinen zusätzlichen Kartenzuschlag verlangen. Diese Zuschläge sind getrennt von den Gebühren Ihrer Bank und den Kosten für die Währungsumrechnung.

So senken Sie die Kosten

Schauen Sie vor der Abreise ins Preisverzeichnis und in die Kartenbedingungen. Prüfen Sie dort, welches Fremdwährungsentgelt und welche Gebühren für Bargeldabhebungen anfallen. Achten Sie auch auf Mindestbeträge und Zinsen. Wenn Sie mehrere Karten besitzen, vergleichen Sie ihre Konditionen für Zahlungen und Abhebungen getrennt.

Am Urlaubsort wählen Sie bei Kartenzahlungen und Abhebungen die Landeswährung. Lesen Sie die Automatenanzeige, bevor Sie die Abhebung bestätigen, und lehnen Sie eine Betreibergebühr ab, wenn der Automat das ermöglicht und Sie eine günstigere Alternative haben. Planen Sie die Zahl der Abhebungen so, dass Mindestgebühren nicht unnötig oft anfallen, ohne dafür mehr Bargeld mitzunehmen, als Sie sicher verwahren können.