Mit einem ETF-Sparplan legen Sie Sparrate und Ausführungstermin fest. Der Broker kauft dann regelmäßig ETF-Anteile und schreibt sie Ihrem Wertpapierdepot gut. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der häufig einen Aktien- oder Anleiheindex nachbildet.
Ein Sparplan erleichtert regelmäßiges Investieren, garantiert aber weder Gewinne noch einen günstigen Kaufkurs. Das Risiko hängt vor allem davon ab, welche Wertpapiere der ETF enthält und wie sich deren Kurse entwickeln.
So läuft ein Sparplan ab
Zuerst benötigen Sie ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Dann wählen Sie einen ETF aus und richten den Sparplan ein. Dafür legen Sie fest, wie viel Geld in welchen Abständen investiert werden soll und an welchem Termin der Kauf stattfindet. Meist wählen Sie den ETF über seine ISIN aus, die internationale Kennnummer für Wertpapiere.
Am Ausführungstermin zieht der Anbieter die Sparrate üblicherweise von Ihrem Verrechnungskonto ein. Über dieses Konto werden Wertpapierkäufe abgerechnet. Dann kauft der Anbieter ETF-Anteile. Sorgen Sie dafür, dass das Geld rechtzeitig auf dem Konto liegt. Mindestbeträge, Ausführungstermine und Gebühren hängen vom Anbieter ab. Sie finden sie im Preisverzeichnis.
Sie legen normalerweise einen Geldbetrag fest, keine feste Zahl ganzer Anteile. Ist ein Anteil teurer als Ihre Sparrate, kann der Anbieter deshalb einen Bruchteil davon kaufen. Mit einem Restbetrag lässt sich unter Umständen noch ein kleiner Anteil erwerben. Wie der Anbieter Bruchstücke verwaltet und verkauft, steht in seinen Bedingungen.
Wie Kursschwankungen die gekaufte Stückzahl verändern
Bei gleichbleibender Sparrate kaufen Sie mehr Anteile, wenn der Kurs niedrig ist, und weniger, wenn er hoch ist. Diesen Effekt nennt man Durchschnittskosteneffekt. Er beschreibt, wie viele Anteile Sie für Ihre regelmäßigen Beträge erhalten. Der Effekt schützt nicht vor Verlusten und führt gegenüber einer Einmalanlage nicht zwangsläufig zu einem niedrigeren durchschnittlichen Kaufpreis.
Das zeigt ein vereinfachtes Beispiel:
| Monat | Kurs je Anteil | Sparrate | Gekaufte Anteile |
|---|---|---|---|
| 1 | 50 € | 100 € | 2 |
| 2 | 40 € | 100 € | 2,5 |
| 3 | 25 € | 100 € | 4 |
Für insgesamt 300 Euro wären so 8,5 Anteile gekauft worden. Das Beispiel erklärt nur die Rechenmechanik. Es sagt nichts darüber aus, wie sich ein ETF künftig entwickelt.
Sparrate ändern oder pausieren
Viele Anbieter lassen Sie die Sparrate ändern, den Auftrag pausieren und später wieder aufnehmen. Was genau möglich ist, hängt vom Anbieter ab. Prüfen Sie deshalb in den Informationen Ihres Anbieters, ab wann eine Änderung gilt und wie Sie einen Sparplan beenden.
Bei regelmäßigem Einkommen investieren Sie die Beträge, sobald sie verfügbar sind. Haben Sie bereits eine größere Summe angespart, entscheiden Sie zwischen einem einzelnen Kauf und einer schrittweisen Anlage. Das bereits angesparte Geld zurückzuhalten, um auf einen vermeintlich besseren Einstiegszeitpunkt zu warten, ist eine andere Entscheidung.
Kosten eines ETF-Sparplans
Achten Sie nicht nur darauf, ob ein Anbieter mit einem gebührenfreien Sparplan wirbt. Wichtig sind die Kosten für die ganze Zeit, in der Sie den ETF halten. Dazu gehören eine mögliche Gebühr für jede Ausführung, die laufenden Kosten des ETFs und die Kosten für den späteren Verkauf.
Die laufenden Fondskosten werden dem Fondsvermögen entnommen und erscheinen daher nicht unbedingt als eigene Abbuchung in Ihrem Depot. Eine feste Ausführungsgebühr belastet kleine Raten anteilig stärker: Bei einer Gebühr von 1,50 Euro für eine Sparrate von 50 Euro gehen rechnerisch 3 Prozent dieser Rate für die Ausführung drauf. Das ist ein Rechenbeispiel, kein allgemeingültiger Tarif.
Lesen Sie das Preisverzeichnis des Anbieters und die Kosteninformationen des ETFs. Wiederkehrende Gebühren summieren sich über viele Käufe. Ein Sparplan kann daher insgesamt teurer sein als ein einzelner größerer Kauf, auch wenn einzelne Ausführungen günstig oder kostenlos sind.
ETF und Anlagehorizont prüfen
Ein Sparplan verändert nicht das Anlagerisiko des ETFs. Bei einem Aktien-ETF hängt dieses Risiko davon ab, welche Unternehmen der zugrunde liegende Index umfasst. Ein breit gestreuter ETF verteilt das Geld auf viele Wertpapiere; ein Branchen- oder Themen-ETF konzentriert sich dagegen auf einen engeren Bereich.
Prüfen Sie vor dem Kauf, welchen Index der ETF nachbildet, wie breit dieser gestreut ist und welche laufenden Kosten anfallen. Achten Sie auch darauf, wie viel Geld im Fonds angelegt ist. Die Bezeichnung „ETF“ allein sagt nichts darüber aus, wie breit ein Produkt aufgestellt ist.
Aktienkurse können deutlich sinken. Die Verbraucherzentrale verweist auf historische Rückgänge von bis zu 50 Prozent bei weltweiten Aktien-ETFs und auf Verlustphasen, die in der Vergangenheit bis zu 15 Jahre dauerten. Das sind Rückblicke, keine Prognose. Investieren Sie kein Geld, das Sie in absehbarer Zeit sicher brauchen. Berücksichtigen Sie dabei mögliche Verluste und Ihren Anlagezeitraum.
Sparplan oder Einmalanlage?
Ein Sparplan passt zu Geld, das nach und nach aus dem Einkommen verfügbar wird. Er automatisiert die wiederkehrenden Käufe und erspart Ihnen, jeden Kauf einzeln auszuführen. Bei einer Einmalanlage investieren Sie Geld, das bereits vollständig verfügbar ist. Wägen Sie ab, welche Kosten und Schwankungen beide Vorgehensweisen für Ihre Situation mit sich bringen.
Regelmäßige Käufe nehmen Ihnen die Entscheidung über den Ausführungstermin ab, aber sie sagen nicht voraus, ob Kurse steigen oder fallen. Auch das schrittweise Investieren einer vorhandenen Summe beseitigt das Marktrisiko nicht. Ein günstiger Einstiegszeitpunkt lässt sich nicht zuverlässig bestimmen.
Steuern auf ETFs in Deutschland
Erträge aus ETFs können in Deutschland steuerliche Folgen haben. Bei ausschüttenden Fonds spielen die Ausschüttungen eine Rolle; bei thesaurierenden Fonds, die Erträge im Fonds wiederanlegen, kann die Vorabpauschale relevant sein. Welche Steuer im Einzelfall anfällt, hängt unter anderem von der Fondsart, der Wertentwicklung und Ihrer persönlichen Steuersituation ab. Eine allgemeingültige Steuerrechnung lässt sich daraus nicht ableiten.
