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Notgroschen aufbauen trotz laufendem Kredit

Bei laufenden Kreditraten schützt ein Notgroschen vor ungeplanten Ausgaben wie einer Autoreparatur oder einem defekten Haushaltsgerät. Ohne Rücklage müssten Sie solche Kosten womöglich über den Dispo oder einen weiteren Kredit finanzieren.

Teure Schulden kosten oft mehr Zinsen, als Erspartes einbringt. Überlegen Sie deshalb, ob Sie zusätzliches Geld sparen oder zur Tilgung nutzen. Ein kleiner Puffer, der regelmäßig wächst, hilft, neue Schulden wegen unerwarteter Ausgaben zu vermeiden.

Warum die Rücklage trotz Kredit hilft

Kreditraten belasten Ihr monatliches Budget. Kommt eine notwendige Reparatur dazu, fehlt das Geld womöglich an anderer Stelle. Mit einer verfügbaren Reserve können Sie die Rechnung bezahlen, ohne dafür den Dispo zu nutzen oder einen neuen Konsumkredit aufzunehmen.

Wie viel Sie parallel sparen, hängt auch von der Kreditart ab. Ein überzogenes Girokonto und Kreditkartenschulden sind wegen ihrer oft hohen Zinsen besonders teuer. Bei einem Ratenkredit, dessen Raten Sie pünktlich zahlen, oder bei einer Baufinanzierung gelten andere Zinsen und Vertragsbedingungen. Prüfen Sie daher den effektiven Kreditzins und vergleichen Sie ihn mit dem Zins, den Ihr Guthaben tatsächlich einbringt.

Wie hoch der Notgroschen sein sollte

Als Faustregel nennen Verbraucherberatungen häufig zwei bis drei Monatsgehälter. Andere Empfehlungen reichen bis zu fünf oder sechs Monatseinkommen. Einen Betrag, der für alle passt, gibt es nicht. Entscheidend sind Ihre notwendigen Ausgaben, die Sicherheit Ihres Einkommens und die Zahl der Menschen, die davon leben.

Für Ihre eigene Rechnung können Sie die monatlichen Pflichtausgaben addieren: Wohnen, Energie, Lebensmittel, Versicherungen, notwendige Mobilität und Kreditraten. Multiplizieren Sie diese Summe mit der Zahl der Monate, die Sie überbrücken möchten.

Wenn Sie teure Schulden abbezahlen, müssen Sie nicht sofort diese gesamte Summe ansparen. Sie können zunächst einen kleinen Puffer ansparen. Dafür gibt es keine allgemein festgelegte Expertenvorgabe. Danach können Sie abwägen, ob zusätzliches Geld vor allem in die Rücklage oder in die Tilgung fließt.

Notgroschen aufbauen oder Kredit tilgen

Bei Dispo- oder Kreditkartenschulden spricht der hohe Zins dafür, zusätzliches Geld vorrangig zur Rückzahlung einzusetzen. Das gilt besonders, wenn der Kreditzins deutlich über dem Guthabenzins liegt. Ganz ohne Reserve zu bleiben, birgt jedoch das Risiko, dass die nächste dringende Ausgabe erneut auf Kredit bezahlt werden muss.

Gehen Sie deshalb in drei Schritten vor: Bauen Sie zuerst einen überschaubaren Puffer auf. Tilgen Sie dann besonders teure Schulden stärker. Vergrößern Sie anschließend die Rücklage weiter. Wie groß der Anfangspuffer ausfällt, hängt von Ihrem Haushalt ab. Wenn Sie bereits eine ausreichende Reserve haben, kann es finanziell sinnvoller sein, teure Schulden abzubauen. Bei einer Baufinanzierung sollten Sie zusätzlich die Vertragsbedingungen und mögliche Folgen einer Sondertilgung prüfen.

Die Rücklage ohne neue Schulden aufbauen

Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über Ihre Einnahmen. Berücksichtigen Sie dabei auch notwendige Ausgaben und Kreditraten. Legen Sie anschließend einen festen Sparbetrag fest, der nach Abzug dieser Kosten übrig bleibt. Überweisen Sie ihn regelmäßig auf ein separates Tagesgeldkonto. Ist der Betrag knapp, starten Sie niedriger und erhöhen ihn, sobald Ihr Budget mehr Spielraum lässt.

Die Verbraucherzentrale beschreibt als Beispiel eine monatliche Sparrate von etwa fünf Prozent des Nettoeinkommens. Auch ein Teil von Geldgeschenken oder Sonderzahlungen kann in die Rücklage fließen. Diese Anteile sind Beispiele, keine Pflichtquote. Entscheidend ist, dass die Überweisung Ihr Girokonto nicht ins Minus bringt. Geld aus dem Dispo zu sparen, kostet meist mehr Zinsen, als die Rücklage einbringt.

Nutzen Sie den Notgroschen nur für dringende, unerwartete Ausgaben. Geplante Anschaffungen wie einen neuen Fernseher sollten Sie getrennt ansparen. Wird die Rücklage für einen Notfall gebraucht, bauen Sie sie danach wieder auf, sobald es Ihr Budget erlaubt.

Wenn die Raten kaum noch passen

Lassen sich Kreditraten nur zahlen, wenn Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder notwendige Medikamente fehlt, sollten Sie nicht weiter sparen und zugleich wichtige Rechnungen offenlassen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Verpflichtungen und wenden Sie sich an eine anerkannte, gemeinnützige Schuldnerberatung.

Bei hohen Raten können Sie die Bank bitten, die Rate zu senken oder vorübergehend auszusetzen. Das kann den Kredit jedoch insgesamt verteuern. Lassen Sie sich deshalb die zusätzlichen Kosten erklären, bevor Sie einer Änderung zustimmen.