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Kreditkarte im Ausland: Gebührenfallen beim Bezahlen und Abheben

Beim Bezahlen und Geldabheben im Ausland können Bankgebühren, ein Wechselkursaufschlag und Gebühren des Geldautomatenbetreibers anfallen. Welche Kosten entstehen, hängt von Ihrer Karte, der Währung und davon ab, ob Sie am Terminal oder Geldautomaten in Landeswährung oder in Euro abrechnen lassen.

Prüfen Sie vor der Reise die Gebühren für Zahlungen und Abhebungen getrennt. Wählen Sie am Terminal und Geldautomaten in der Regel die Landeswährung. Dann rechnet Ihr Kartenanbieter den Betrag um, statt dass Händler oder Automatenbetreiber einen eigenen Wechselkurs festlegen.

Welche Gebühren anfallen

Ein Auslandseinsatzentgelt oder Fremdwährungsentgelt ist ein Aufschlag Ihrer Bank auf Zahlungen in einer anderen Währung. Manche Anbieter knüpfen die Gebühr an die Fremdwährung, andere an den Einsatz außerhalb der Eurozone. Lesen Sie deshalb in der Gebührenliste Ihrer Bank nach, wann das Entgelt gilt. Eine Karte ohne ausgewiesenes Fremdwährungsentgelt ist außerdem nicht automatisch frei von Wechselkurskosten.

Für Bargeldabhebungen kann Ihre Bank eine Gebühr berechnen, die prozentual, als Mindestbetrag oder nach beiden Methoden anfällt. Ein Mindestbetrag macht kleine Abhebungen besonders teuer. Zusätzlich verlangt der Betreiber des ausländischen Geldautomaten mitunter ein eigenes Entgelt. Dieses Entgelt kommt zur Gebühr Ihrer Bank hinzu. Es kann auch dann anfallen, wenn Ihre Bank kostenlose Abhebungen verspricht. Der Automat zeigt ein Betreiberentgelt normalerweise vor der Bestätigung an. Wenn Ihnen der Betrag zu hoch ist, brechen Sie die Abhebung ab und suchen einen anderen Automaten.

Auch Zinsen gehören zu den möglichen Kosten. Manche Kreditkarten verzinsen Bargeldabhebungen nach den Bedingungen des Kartenvertrags. Bei Karten mit Teilzahlung fallen zudem Zinsen an, wenn Sie die Monatsrechnung nicht vollständig begleichen. „Kostenlos abheben“ sagt daher allein noch nichts über die möglichen Zinskosten aus.

Warum die Landeswährung meist besser ist

Bietet ein Händler oder Geldautomat an, den Betrag direkt in Euro umzurechnen, handelt es sich meist um eine dynamische Währungsumrechnung, kurz DCC. Der Händler oder Automatenbetreiber bestimmt dabei den Umrechnungskurs und zeigt den Eurobetrag vor der Zahlung an. Dieser Kurs enthält häufig einen Aufschlag.

Wählen Sie deshalb in der Regel die Landeswährung, zum Beispiel Schweizer Franken statt Euro. Dann rechnet Ihr Kartenanbieter den Betrag um. Der Kurs Ihrer Karte ist im Einzelfall nicht zwingend günstiger. Prüfen Sie bei jedem Euro-Angebot den angezeigten Gesamtbetrag und den ausgewiesenen Aufschlag, auch wenn es als „garantierter Wechselkurs“ beworben wird.

In der EU müssen Geldautomaten und Verkaufsstellen die Wahl zwischen der Landeswährung und der Umrechnung durch den Anbieter vor Ort ermöglichen. Sie müssen außerdem den Währungsaufschlag in Prozent anzeigen. Als Vergleich dient der zuletzt verfügbare Referenzkurs der Europäischen Zentralbank, also deren veröffentlichter Wechselkurs. Diese Transparenzregel setzt keine einheitliche Preisobergrenze. Für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro innerhalb der EU gilt grundsätzlich: Der Zahlungsdienstleister darf dafür nicht mehr berechnen als für eine entsprechende Inlandszahlung. Das bedeutet nicht automatisch, dass jede solche Zahlung gebührenfrei ist.

Beispiel: Gebühren bei Zahlung und Abhebung

Die Konditionen unterscheiden sich von Karte zu Karte. Ein Beispiel macht den Unterschied zwischen Zahlungs- und Abhebegebühren deutlich: Für eine Commerzbank ClassicKreditkarte werden ein Auslandseinsatzentgelt von 1,75 Prozent und eine Gebühr für Bargeldabhebungen von 1,95 Prozent, mindestens 5,98 Euro, ausgewiesen.

Bei einer Fremdwährungszahlung im Gegenwert von 500 Euro beträgt das Auslandseinsatzentgelt 8,75 Euro. Zwei Abhebungen mit jeweils 200 Euro Gegenwert kosten bei der genannten Mindestgebühr je 5,98 Euro. Das prozentuale Entgelt für Fremdwährungsabhebungen kommt hinzu, sodass die Mindestgebühren allein die gesamten Bankkosten nicht abbilden. Gebühren des Automatenbetreibers und mögliche Zinsen sind darin nicht enthalten. Die Zahlen gelten nur für die genannten Kartenkonditionen; prüfen Sie das aktuelle Preisverzeichnis.

So vergleichen Sie Kreditkarten

Verlassen Sie sich nicht allein auf die Aussage „kostenlos im Ausland“. Vergleichen Sie die Gesamtkosten. Prüfen Sie die Gebühren für Kartenzahlungen und Abhebungen getrennt. Berücksichtigen Sie außerdem den Wechselkursaufschlag. Kalkulieren Sie mögliche Mindestgebühren und Zinsen ein. Beziehen Sie auch eine Jahresgebühr oder Kosten für ein verpflichtendes Girokonto ein.

Achten Sie beim Vergleich auf folgende Punkte:

  • Zahlungen: Fällt ein Entgelt für Fremdwährungen an? Gilt es auch außerhalb der Eurozone?
  • Abhebungen: Gibt es eine prozentuale Gebühr, einen Mindestbetrag oder ein kostenloses Kontingent?
  • Rückzahlung: Werden Bargeldabhebungen verzinst, und wird die Kartenrechnung automatisch vollständig abgebucht?
  • Grundkosten und Zusatzleistungen: Gibt es eine Jahresgebühr, und passen Versicherungen oder andere Leistungen zu Ihrem Bedarf?
  • Kartenart und Akzeptanz: Benötigen Sie für Mietwagen oder Kaution eine Kreditkarte mit Kreditrahmen? Eine Debitkarte wird dort nicht immer gleich akzeptiert. Prüfen Sie außerdem, ob das Kartennetzwerk am Reiseziel verbreitet ist.

Nehmen Sie eine zweite Zahlungsmöglichkeit mit. Damit können Sie bezahlen, falls Ihre Karte nicht akzeptiert wird, gesperrt ist oder verloren geht. Kontrollieren Sie nach der Reise die Kartenabrechnung und Nachrichten Ihrer Bank, damit Ihnen unerwartete Umrechnungen oder Gebühren auffallen.