Ein DSL-Speedtest misst die Datenrate zwischen Ihrem Gerät und einem Messserver. WLAN, andere Geräte, laufende Programme und VPN-Verbindungen beeinflussen das Ergebnis. Schließen Sie für eine aussagekräftige Messung einen Computer direkt mit einem Netzwerkkabel an den Router an. Pausieren Sie außerdem alle anderen Datenübertragungen.
Virenschutz und Firewall müssen Sie nicht grundsätzlich ausschalten. Sicherheitssoftware kann den Datenverkehr unter bestimmten Bedingungen bremsen. Die Bundesnetzagentur verlangt jedoch nicht, dass Sie Sicherheitssoftware für eine Messung ausschalten.
Verbinden Sie den Rechner direkt
Schließen Sie Ihren PC oder Laptop mit einem Ethernet-Kabel direkt am Router an. Schalten Sie zusätzlich das WLAN am Computer aus. So stellen Sie sicher, dass der Test tatsächlich über das Kabel läuft und keine Funkverbindung genutzt wird.
Für das Festnetz-Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur darf die Verbindung zwischen Rechner und Router nicht über weitere Geräte oder Verbindungen laufen. Verwenden Sie dafür weder Powerline noch Repeater oder Mesh-Verbindungen. Auch ein zusätzlicher Switch oder ein zweiter Router darf nicht dazwischengeschaltet sein. Diese Geräte können die gemessene Geschwindigkeit beeinflussen.
Ein WLAN-Test beantwortet eine andere Frage: Er zeigt, wie schnell die Verbindung zwischen Router und Gerät an einem bestimmten Ort ist. Wenn Sie die WLAN-Leistung im Wohnzimmer prüfen möchten, messen Sie dort separat. Für einen Test des Festnetzanschlusses verbinden Sie den Rechner per Kabel mit dem Router.
Pausieren Sie andere Datenübertragungen
Beenden oder pausieren Sie Downloads, Cloud-Synchronisierungen, Streams und laufende Softwareupdates. Schließen Sie außerdem Programme, die den Rechner stark beanspruchen. Andere Geräte im Haushalt sollten während der Messung keine großen Datenmengen übertragen.
Für das Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur empfiehlt sich eine möglichst störungsfreie Messung: Schalten Sie das WLAN am Router aus und trennen Sie weitere Geräte von den LAN-Anschlüssen. Bei einem gewöhnlichen Selbsttest müssen Sie nicht jedes geöffnete Programm schließen. Entscheidend sind aktive Übertragungen und Anwendungen, die den Rechner merklich auslasten.
Beenden Sie VPN-Verbindungen
Ein VPN leitet den Datenverkehr über ein anderes Netz und einen zusätzlichen Server. Dadurch misst der Speedtest auch diese Umleitung. Beenden Sie deshalb VPN-Verbindungen vor der Messung. Das gilt ebenso für andere Dienste, die den Datenverkehr über ein Firmen- oder Heimnetz, Freifunk oder Tor umleiten.
Prüfen Sie Rechner und Kabel
Ein Laptop sollte während der Messung am Netzteil hängen. Kontrollieren Sie, ob Netzwerkkarte und Kabel die Geschwindigkeit Ihres Anschlusses unterstützen.
Die angegebene Ethernet-Geschwindigkeit von Netzwerkkarte und Kabel entspricht nicht genau der Datenrate, die der Speedtest misst. Der Messwert kann darunterliegen, ohne dass allein die Netzwerkkarte dafür verantwortlich ist. Wenn Sie einen eigenen Router verwenden, halten Sie dessen Firmware aktuell.
Virenschutz und Firewall aktiv lassen
Schalten Sie Virenschutz und Firewall nicht routinemäßig aus. Die aktuelle Handreichung der Bundesnetzagentur verlangt diesen Schritt nicht. Eine ältere Qualitätsstudie der Behörde nennt Sicherheitssoftware zwar als möglichen Einflussfaktor, konnte ihre Wirkung aber nicht in die Auswertung einbeziehen. Die Studie belegt keine typische Verlangsamung des Tests durch Sicherheitssoftware und erklärt auch keine niedrigen Messwerte.
Wenn der Wert trotz direkter Kabelverbindung und pausiertem Datenverkehr auffällig niedrig bleibt, prüfen Sie die Einstellungen der Sicherheitssoftware. Manche Virenscanner untersuchen eingehende Daten in Echtzeit und beanspruchen dabei den Rechner. Deaktivieren Sie Schutzfunktionen nur, wenn Sie den Grund kennen und den Schutz direkt nach einem gezielten Vergleich wieder einschalten. Für den normalen Speedtest ist das nicht nötig.
Wiederholen Sie auffällige Messungen
Ein einzelner Test zeigt die Verbindung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wiederholen Sie einen auffälligen Selbsttest später und zu einer anderen Tageszeit, jeweils unter vergleichbaren Bedingungen. Weichen die Ergebnisse stark voneinander ab, notieren Sie Uhrzeit und Messwert und prüfen Sie, ob während eines Tests andere Geräte oder Programme aktiv waren.
Für einen formellen Nachweis einer möglichen Minderleistung gelten eigene Vorgaben der Bundesnetzagentur: Das Festnetzverfahren umfasst 30 Messungen an drei Kalendertagen, mit zehn Messungen pro Tag. Zwischen aufeinanderfolgenden Messungen liegen mindestens fünf Minuten, zwischen der fünften und sechsten Messung des Tages mindestens drei Stunden. Die Messtage liegen mindestens einen Kalendertag auseinander; die Messkampagne muss innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein. Für dieses Verfahren ist die vorgesehene Desktop-App mit Messprotokoll maßgeblich. Ein beliebiger Browser-Speedtest ersetzt dieses Verfahren nicht.
