Wenn mehrere Personen gleichzeitig streamen, Videokonferenzen führen oder Dateien hochladen, teilen sie sich die verfügbare Bandbreite. 100 Mbit/s im Download sind für viele Familien ein guter Ausgangspunkt. Bei mehreren Videokonferenzen, 4K-Streams oder großen Dateiübertragungen bieten bis zu 250 Mbit/s mehr Reserve, sofern der Tarif an Ihrer Adresse verfügbar ist.
Mbit/s geben an, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden. Wie viel tatsächlich ankommt, hängt auch vom Anschluss und vom WLAN ab.
Was parallel läuft, zählt
Alle aktiven Geräte im Haushalt teilen sich die verfügbare Bandbreite des DSL-Anschlusses. Ihr Bedarf hängt von der jeweiligen Nutzung ab. Ein Smartphone braucht wenig Bandbreite, wenn es nur Nachrichten empfängt. Ein laufender Film oder ein großer Cloud-Upload benötigt deutlich mehr.
Auch die Richtung der Übertragung ist wichtig: Beim Streamen und Herunterladen zählt vor allem der Download. Beim Hochladen von Fotos, bei Cloud-Sicherungen und bei Videogesprächen spielt der Upload eine Rolle. Bei Videokonferenzen müssen Daten in beide Richtungen fließen. Ein guter Downloadwert allein sagt deshalb wenig über die Qualität mehrerer gleichzeitiger Gespräche aus.
Bandbreite für Streams und Videokonferenzen
Die folgenden Werte gelten jeweils für einen einzelnen Stream oder Gruppenanruf. Netflix empfiehlt für einzelne Streams diese Geschwindigkeiten:
| Nutzung | Empfohlene Geschwindigkeit |
|---|---|
| Netflix in HD mit 720p | 3 Mbit/s |
| Netflix in Full HD mit 1080p | 5 Mbit/s |
| Netflix in UHD mit 4K | 15 Mbit/s |
Für einen Gruppenanruf mit 1080p über die Zoom-Web-App nennt Zoom rund 3 Mbit/s im Download und 3,8 Mbit/s im Upload. Die Werte sind Empfehlungen der jeweiligen Anbieter für bestimmte Nutzungen. Sie sind keine pauschale Mindestgeschwindigkeit für einen ganzen Haushalt.
So berechnen Sie den Bedarf, wenn mehrere Personen die Angebote gleichzeitig nutzen: Zwei 4K-Streams kommen nach Netflix’ Richtwert zusammen auf etwa 30 Mbit/s im Download. Zwei Zoom-Gruppenanrufe mit 1080p benötigen zusätzlich rund 6 Mbit/s im Download und 7,6 Mbit/s im Upload. Das ergibt rechnerisch etwa 36 Mbit/s Download und 7,6 Mbit/s Upload. Weitere Geräte und ein schwankender Bedarf sind in der Rechnung noch nicht berücksichtigt. Auch die tatsächliche Anschlussleistung bleibt unberücksichtigt.
Welcher Tarif passt?
50 Mbit/s können reichen, wenn Sie überwiegend surfen, Nachrichten abrufen und gelegentlich streamen. Wenn mehrere Personen regelmäßig gleichzeitig viel streamen, Dateien übertragen oder Videokonferenzen führen, wird der Spielraum knapper.
100 Mbit/s sind für viele Familien ein sinnvoller Orientierungswert. Damit haben mehrere Personen mehr Spielraum, gleichzeitig online zu sein. Eine störungsfreie Nutzung ist dadurch aber nicht in jeder Wohnung garantiert. Bis zu 250 Mbit/s kommen infrage, wenn häufig mehrere Videokonferenzen und Streams parallel laufen oder große Dateien übertragen werden. Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob diese Geschwindigkeit an Ihrer Adresse verfügbar ist.
Vergleichen Sie dabei auch den Upload. Er ist besonders relevant, wenn mehrere Personen im Homeoffice arbeiten, gleichzeitig Videoanrufe führen oder regelmäßig Dateien in eine Cloud laden. Im Produktinformationsblatt des Anbieters stehen für Download und Upload jeweils die maximale, normalerweise verfügbare und minimale Datenrate. Prüfen Sie außerdem Laufzeit und Gesamtkosten des Vertrags.
WLAN und DSL getrennt prüfen
Ein langsames Gerät beweist nicht, dass der DSL-Anschluss zu langsam ist. Der Router überträgt die Internetverbindung per WLAN zu den Geräten. Wände, die Entfernung zum Router, Funkstörungen oder ein veralteter Router können die Geschwindigkeit einzelner Geräte senken.
Prüfen Sie zuerst, ob alle Geräte betroffen sind oder nur eines. Achten Sie auch darauf, ob das Problem in bestimmten Zimmern auftritt. Wenn die Verbindung in Routernähe funktioniert, in einem anderen Raum aber abbricht oder deutlich langsamer ist, reicht das WLAN-Signal dort wahrscheinlich nicht aus. Ein anderer Standort für den Router oder zusätzliche WLAN-Abdeckung kann helfen. Ein Repeater verbessert jedoch nicht die Geschwindigkeit, die über den DSL-Anschluss ins Haus kommt.
Messen Sie die Geschwindigkeit des Festnetzanschlusses zuverlässig, indem Sie einen Computer per Netzwerkkabel mit dem Router verbinden. Ein WLAN-Test zeigt dagegen, wie schnell die Verbindung am jeweiligen Ort und Gerät ist, eignet sich aber nicht als formaler Nachweis der Anschlussleistung. Das Festnetz-Messverfahren der Bundesnetzagentur verlangt 30 Messungen an drei verschiedenen Kalendertagen innerhalb von 14 Tagen. Liegen die Messwerte deutlich unter den vertraglich angegebenen Raten, sprechen Sie mit Ihrem Anbieter über die Abweichung.
