DSL-Anbieter locken Neukunden mit niedrigen Einstiegspreisen, die nur für die ersten Monate gelten. Danach steigt der Tarif auf den regulären Monatspreis. Der Aktionspreis entspricht nicht den durchschnittlichen Kosten über die Mindestlaufzeit.
Für einen fairen Vergleich addieren Sie alle Monatsraten. Einmalige Gebühren, Routerkosten und tatsächlich einlösbare Gutschriften kommen hinzu.
Wie Neukundenrabatte funktionieren
Ein Neukundenrabatt ist kein einheitlicher Tarifbaustein. Er kann den Monatspreis für eine begrenzte Anfangszeit senken oder als Gutschrift auf einer späteren Rechnung erscheinen. Die Telekom beschreibt den Neukunden-Vorteil als reduzierten Einstiegspreis in den ersten Monaten. Die Verbraucherzentrale erläutert für einen Online-Vorteil, dass die Gutschrift auf einer der nächsten Telefonrechnungen erscheinen kann, also nicht zwingend als sofortige Barauszahlung. Welche Form gilt und wer Anspruch darauf hat, steht in den Bedingungen des konkreten Angebots.
Auch die beworbenen Monatsraten sind oft gestaffelt. Beim Vodafone-Angebot GigaZuhause 250 DSL gelten 19,99 Euro monatlich in den ersten neun Monaten, danach 49,99 Euro monatlich. Dazu kommen eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten und ein einmaliger Anschlusspreis von 49,99 Euro. Die Angebotsseite weist außerdem darauf hin, dass der angezeigte Tarifpreis einen geeigneten eigenen DSL-Router voraussetzt. Bei einem gemieteten Router kommt eine zusätzliche Monatsgebühr hinzu, die je nach Gerät unterschiedlich ist.
Achten Sie auch auf die Berechtigung. Anbieter können je nach Tarif und Angebot unterschiedliche Bedingungen festlegen. Vodafone nennt zum Beispiel für einen DSL-50-Tarif eine Bedingung, die einen früheren Vodafone-Anschluss im Haushalt betrifft. Das ist ein Beispiel für einen bestimmten Tarif, keine allgemeingültige Neukundenregel. Die konkreten Teilnahmebedingungen sollten Sie daher in die Recherche und den Preisvergleich einbeziehen.
Die Rechenformel für Gesamtkosten
Die Grundrechnung ist einfach:
Gesamtkosten = Summe aller Monatsraten + einmalige Kosten + verpflichtende Zusatzkosten − sicher anrechenbare Gutschriften
Den durchschnittlichen effektiven Monatspreis erhalten Sie, indem Sie die Gesamtkosten durch die Zahl der betrachteten Monate teilen: Effektivpreis pro Monat = Gesamtkosten ÷ Laufzeit in Monaten. Dabei sollten Sie sechs Punkte beachten:
- Preisphasen getrennt erfassen: Multiplizieren Sie Aktionspreis und regulären Preis jeweils mit der Zahl der Monate, für die sie gelten.
- Einmalige Gebühren ergänzen, zum Beispiel Anschluss- oder Bereitstellungskosten.
- Hardware einrechnen: Routermiete, Versand und gegebenenfalls weitere notwendige Geräte. Ein eigener Router vermeidet zwar Mietkosten, muss aber zum Anschluss passen. Die Verbraucherzentrale nennt für höherwertige Mietrouter beispielhaft meist drei bis sieben Euro zusätzlich im Monat; diese Spanne gilt nicht automatisch für jedes Gerät oder Angebot.
- Gutschriften nur abziehen, wenn die Bedingungen erfüllt sind: Prüfen Sie, ob sie tatsächlich für diesen Tarif gelten, wann sie gutgeschrieben werden und ob dafür eine bestimmte Bestellart oder weitere Voraussetzung nötig ist.
- Zusatzoptionen und mögliche Nutzungskosten berücksichtigen, etwa TV-Pakete, Telefonate außerhalb inkludierter Flatrates oder kostenpflichtige Serviceleistungen.
- Den Vergleichszeitraum klar benennen: Für den Neukundenrabatt ist meist die Mindestlaufzeit entscheidend. Wer den Vertrag darüber hinaus behalten will, sollte die Kosten nach Ende der Mindestlaufzeit gesondert betrachten.
Die Bundesnetzagentur empfiehlt: Nutzen Sie vor Vertragsabschluss die Vertragszusammenfassung und das Produktinformationsblatt. Die Zusammenfassung muss unter anderem Preise, Laufzeit sowie Bedingungen für Verlängerung und Kündigung aufführen; das Produktinformationsblatt enthält Angaben zu monatlichen Kosten, Laufzeiten und Leistungen. Beide Dokumente helfen, die Angebotsdarstellung mit den Vertragskonditionen abzugleichen.
Rechenbeispiel Vodafone GigaZuhause
Die Rechnung verwendet die auf der Vodafone-Seite angegebenen Konditionen für 24 Monate:
| Kostenbestandteil | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Monate 1–9 | 9 × 19,99 € | 179,91 € |
| Monate 10–24 | 15 × 49,99 € | 749,85 € |
| Anschlusspreis | einmalig | 49,99 € |
| Gesamt für 24 Monate | 979,75 € | |
| Durchschnitt pro Monat | 979,75 € ÷ 24 | rund 40,82 € |
Das ist der Betrag ohne zusätzliche Routermiete und unter der Annahme, dass ein geeigneter eigener Router vorhanden ist. Vodafone nennt außerdem 9,99 Euro Versandkosten, falls ein Router bestellt wird. Bei Routermiete kommen weitere monatliche Kosten hinzu; Vodafone gibt dafür unterschiedliche Gebühren je nach Gerät an. Diese Posten sind nicht im obigen Beispielbetrag enthalten.
Zum Vergleich: Wenn Sie nur mit dem Aktionspreis von 19,99 Euro rechnen, kommen Sie für 24 Monate auf 479,76 Euro. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nicht die späteren 15 Monate zum regulären Preis und den Anschlusspreis. Die reine Differenz zwischen 24 Monaten zum regulären Preis und den gestaffelten Monatsraten beträgt 270 Euro. Das ist die rechnerische Ersparnis durch den niedrigeren Einstiegspreis, wenn man nur die Monatsraten betrachtet. Sie ist nicht mit den Gesamtkosten des Anschlusses gleichzusetzen. Grundlage der Rechnung sind die auf der Angebotsseite genannten Preisphasen.
Worauf Sie beim DSL-Vergleich achten
Verwechseln Sie den Einstiegspreis nicht mit dem Durchschnittspreis. Ein niedriger Preis für einige Monate kann über die volle Mindestlaufzeit weniger ins Gewicht fallen, als die Werbung zunächst nahelegt. Einmalige Gebühren verändern den effektiven Monatspreis, auch wenn sie nicht als monatlicher Tarifpreis erscheinen.
Routervarianten sollten Sie getrennt rechnen. Mit eigenem, kompatiblem Router fällt keine Routermiete an. Bei einem Mietgerät müssen Sie dessen Preis und mögliche Versandkosten ergänzen. Die Bundesnetzagentur bestätigt die freie Routerwahl, sofern das Gerät geeignet ist.
Gutschriften sollten Sie nicht automatisch als Rabatt verbuchen. Prüfen Sie zuerst, ob Sie die Bedingungen erfüllen und wie die Gutschrift verrechnet wird. Eine Rechnungs-Gutschrift ist nicht dasselbe wie ein dauerhaft niedrigerer Monatspreis.
Den Zeitraum nach der Mindestlaufzeit sollten Sie nicht mit der Werbeaktion vermischen. Nach Ende der Mindestlaufzeit verlängert sich ein Vertrag grundsätzlich auf unbestimmte Zeit; nach den Hinweisen der Bundesnetzagentur können Sie ihn dann mit einer Frist von einem Monat kündigen. Wer den Anschluss behalten will, sollte dafür eine eigene Weiterrechnung anstellen.
Zusätzlich sollten Sie Verfügbarkeit und Leistung mitprüfen. Die auf der Tarifseite angezeigte Geschwindigkeit ist nicht automatisch an jeder Adresse verfügbar. Vergleichen Sie deshalb nur Angebote mit vergleichbarer Technik, verfügbarer Geschwindigkeit und ähnlichen enthaltenen Leistungen.
