Welcher ETF-Sparplan zu Ihnen passt, hängt davon ab, wann Sie das Geld brauchen, welche Verluste Sie finanziell verkraften und wie Sie auf Kursschwankungen reagieren. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der zum Beispiel viele Aktien bündelt. Auch ein weltweit gestreuter Aktien-ETF kann deutlich an Wert verlieren.
Brauchen Sie das Geld bald oder belasten Sie Verluste stark, halten Sie den Aktienanteil klein oder verzichten ganz darauf. Bei einem langen Anlagehorizont und ausreichenden Rücklagen kommt ein breit gestreuter Aktien-ETF eher infrage. Die passende monatliche Sparrate und der Aktienanteil hängen von Ihrer Situation ab.
Drei Anlegertypen im Vergleich
| Anlegertyp | Laufzeit und Sicherheitsbedürfnis | Mögliche Ausrichtung |
|---|---|---|
| Sicherheitsorientiert | Das Geld wird in wenigen Jahren gebraucht oder starke Verluste wären schwer verkraftbar. | Geld für ein nahes Ziel außerhalb von Aktien-ETFs halten. Für langfristiges Sparen höchstens einen begrenzten Aktienanteil erwägen. |
| Ausgewogen abwägend | Das Ziel liegt länger in der Zukunft, Schwankungen sollen aber nicht das ganze Vermögen betreffen. | Breit gestreuten Aktien-ETF mit einem sicherheitsorientierten Baustein kombinieren. |
| Langfristig und schwankungstolerant | Das Geld bleibt voraussichtlich mindestens 15 Jahre angelegt; zwischenzeitliche Verluste sind tragbar. | Einen breit gestreuten Aktien-ETF als langfristigen Vermögensbaustein nutzen. |
Die Einteilung dient nur zur Orientierung. Entscheidend ist, welche Verluste Sie finanziell verkraften und wie gut Sie Kursschwankungen aushalten. Richten Sie Ihre Anlage danach aus, ob Sie finanzielle Verluste oder Kursschwankungen schlechter aushalten.
Wenn Sie das Geld bald brauchen
Wenn Sie Ihr Geld in den nächsten Jahren für eine Anschaffung oder einen anderen festen Zweck benötigen, passt ein Aktien-ETF-Sparplan dafür schlecht. Ein Börsenrückgang kurz vor dem geplanten Verkauf kann den verfügbaren Betrag verringern. Halten Sie Geld für nahe Ausgaben deshalb getrennt von langfristigen Anlagen, zum Beispiel auf einem Tages- oder Festgeldkonto.
Auch beim langfristigen Sparen können Sie den Aktienanteil klein halten und so begrenzen, wie stark Börsenverluste Ihr Gesamtvermögen treffen. Laut Verbraucherzentrale verloren weltweite Aktien-ETFs in der Vergangenheit bis zu 50 Prozent an Wert. Verlustphasen dauerten bis zu 15 Jahre. Das beschreibt vergangene Entwicklungen und sagt nicht voraus, wann sich ein Markt künftig erholt.
Wenn Sie Aktienrisiken begrenzen möchten
Wer langfristig sparen möchte, aber größere Verluste nicht mit dem gesamten Vermögen tragen will, kann einen Aktien-ETF mit einem sicherheitsorientierten Baustein kombinieren. Dazu zählen etwa Tages- oder Festgeld. Die Aufteilung sollte sich daran orientieren, welchen Verlust Sie finanziell und emotional verkraften, nicht an einer pauschalen Quote.
Ein weltweiter Aktien-ETF, der einen Börsenindex wie MSCI ACWI oder FTSE All-World abbildet, verteilt Ihr Geld auf mehrere tausend Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Diese Streuung verringert die Abhängigkeit von einzelnen Firmen. Sie schützt jedoch nicht vor allgemeinen Börsenverlusten. Prüfen Sie daher vor dem Start, wie Sie reagieren würden, wenn der Aktienanteil deutlich an Wert verliert.
Wenn Ihr Anlagehorizont lang ist
Wenn Sie das Geld voraussichtlich mindestens 15 Jahre nicht brauchen und Rückgänge aushalten können, kommt ein breit gestreuter Aktien-ETF als langfristiger Baustein infrage. Finanztip nennt mindestens 15 Jahre als Orientierung für Aktienfonds. Auch eine Haltedauer von mindestens 15 Jahren sichert keinen Gewinn: Historische Auswertungen zeigen, dass Verluste selbst über lange Zeiträume möglich waren.
Ein einzelner weltweit gestreuter Aktien-ETF reicht für den langfristigen Vermögensaufbau aus. Mehrere Fonds bringen keinen zusätzlichen Vorteil, wenn sie ähnliche Märkte abdecken. Achten Sie auf die Streuung, die laufenden Kosten und darauf, ob der Fonds zu Ihrem Anlageziel passt.
Wie hoch sollte die Sparrate sein?
Setzen Sie die Rate so fest, dass sie nach Fixkosten und notwendigen Rücklagen dauerhaft tragbar bleibt. Wer unregelmäßige Ausgaben hat oder noch keine Rücklage für unerwartete Kosten besitzt, sollte diese zuerst einplanen. Eine zu hohe Rate erhöht das Risiko, den Sparplan in einer finanziell schwierigen Phase aussetzen oder bei fallenden Kursen verkaufen zu müssen.
Finanztip nennt 15 Prozent des Nettoeinkommens als Faustregel für die Altersvorsorge. Das ist kein Pflichtbetrag und passt nicht automatisch zu jedem Haushalt. Einkommen, Ausgaben, vorhandene Rücklagen, Anlageziel und Risikotoleranz bestimmen mit, wie viel Sie sparen können. Beginnen Sie lieber mit einer Rate, die auch bei schwankendem Einkommen tragbar bleibt. Viele Sparpläne lassen sich später anpassen oder aussetzen.
Prüfen Sie außerdem die Kosten: Neben den laufenden Fondskosten können Gebühren für die Ausführung des Sparplans anfallen. Bei einer festen Gebühr fällt der Kostenanteil bei kleinen Raten stärker ins Gewicht. Vergleichen Sie deshalb die Konditionen Ihres Anbieters und prüfen Sie, ob es günstiger ist, den Sparplan seltener oder häufiger ausführen zu lassen.
