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Kreditbedarf ist weder ehrenrührig noch ungewöhnlich. Darlehen sind fester Bestandteil der meisten Unternehmensfinanzierungen, und auch im privaten Haushalt sind große Anschaffungen wie eine Immobilie, eine Küche oder ein neues Auto oft nicht aus Erspartem oder laufendem Einkommen zu bezahlen. Selbst bei sorgfältiger Finanzplanung und Geld auf der hohen Kante kann es vorkommen, dass durch unvorhergesehene Ereignisse ein Liquiditätsengpass entsteht, ohne dass deswegen gleich eine Überschuldung vorliegt. In aller Regel hat es keinen Sinn, eine gute Altersversorgung anzugreifen oder aufzulösen, nur weil gerade der Kühlschrank streikt oder das Auto in die Werkstatt muss. Mit einem passenden Kredit lassen sich solche Lücken viel besser stopfen. Angesichts des aktuell niedrigen Zinsniveaus halten sich die Finanzierungskosten in Grenzen. Ein Online-Vergleich weist den Weg zur Bank mit dem besten Angebot.
Eine Frage der Bonität
Die wichtigste Messgröße für die Kreditkosten ist der Effektivzins. In seine Berechnung fließen Zinssatz, Laufzeit, Zahlungsmodalitäten und alle weiteren mit dem Darlehen zwingend verbundenen Kosten ein. Das Problem jedes Kreditvergleichs ist die Tatsache, dass die allermeisten Banken den Zinssatz abhängig machen vom Ergebnis einer Bonitätsprüfung. Zinsen sind nämlich nicht nur ein Entgelt für die Bereitstellung von Kapital, sondern mit ihnen wird auch das Risiko abgegolten, dass der Kreditgeber sein Geld nicht zurückbekommt. Je höher die Ausfallwahrscheinlichkeit, desto höher auch der geforderte Zins. Einige Daten zur Prüfung der Kreditwürdigkeit können anonymisiert zur Verfügung gestellt werden. So muss der Kreditinteressent Fragen nach seinem Arbeitsverhältnis, der Höhe des Einkommens und laufenden Zahlungsverpflichtungen zum Beispiel für Miete oder laufende Kredite beantworten. Die obligatorische Schufa-Auskunft zur Zahlungshistorie fehlt aber bei einer anonymen Konditionsabfrage. Deshalb ist leider oft nur die Angabe einer Untergrenze oder einer Zinsspanne möglich, zum Beispiel „ab 4,99 %“ oder „2,99 % bis 10,99 %“. Wie realistisch sind die niedrigen Zinsen? Kreditinstitute sind verpflichtet, bei der Werbung für Kredite ein sogenanntes repräsentatives Beispiel zu geben. Darin ist der Zinssatz zu nennen, zu dem zwei Drittel der Kunden, die sich für das beworbene Darlehen interessiert haben, auch tatsächlich einen Vertrag abschließen konnten. Liegt der Zins im repräsentativen Beispiel bei 9,50 %, wird klar, dass die jeweils besten Zinsen nur als Lockvogel dienen, denn sie gelten offenbar nur für einen sehr kleinen Kundenkreis.
Verwendungszweck und Sicherheiten angeben
Beim Recherchieren nach günstigen Zinsen wird meist abgefragt, zu welchem Zweck der Kredit benötigt wird. Diese Angabe hat Einfluss auf die Kreditkosten. Am teuersten sind Darlehen zur freien Verwendung, weil der Kreditgeber nicht weiß, ob Sie für das Geld bleibende Sachwerte schaffen oder in Urlaub fahren. Wird der Kredit für ein Auto genommen, kann das Fahrzeug der Bank sicherungsübereignet werden. Bei Zahlungsschwierigkeiten wird sie das Fahrzeug verkaufen und den Erlös mit den Schulden verrechnen. Das Ausfallrisiko sinkt und damit auch der Zins. Gleiches gilt bei einer werterhöhenden oder werterhaltenden Renovierung von Immobilien – Hypothek und Grundschuld sind aus Sicht der Bank perfekte Kreditsicherungen, die mit niedrigen Zinsen belohnt werden.
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