Kategorie: Kredite

  • Kredit aufnehmen Voraussetzungen

    Wer erhält einen Kredit?

    Um einen Kredit aufnehmen zu können, sind Voraussetzungen zu erfüllen. Banken prüfen eingehend, was für ein Ausfallrisiko besteht. Sie wollen die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass Kreditnehmer ein Darlehen nicht mehr zurückzahlen können. Dafür nehmen sie eine Bonitätsprüfung vor, die meist die Kontrolle der Schufa-Datei und von Einkommensnachweisen umfasst.

    Die Bonitätsprüfung

    Die Schufa-Auskunft speichert erstens Zahlungsverfehlungen von Verbrauchern ab. Zweitens hält sie relevante bestehende Verträge wie Kreditverträge fest. Drittens berechnet sie aus zahlreichen statistischen Merkmalen, welche sie nicht veröffentlicht, den sogenannten Schufa-Score. Alle diese Daten können darüber entscheiden, ob eine Bank einen Kredit vergibt. Vor allem Zahlungsverfehlungen führen meist zu einem negativen Bescheid. Zusätzlich kommt der Art der Beschäftigung und der Gehaltshöhe Bedeutung zu. Insbesondere bei höheren Kreditsummen bestehen die meisten Institute auf einem sicheren Beschäftigungsverhältnis sowie auf einem ausreichend hohen Lohn. Speziell bei Privatdarlehen für Selbstständige wollen sie die Einkommensverhältnisse der letzten ein oder zwei Jahre einsehen, um das Risiko abschätzen zu können.

    Wer einen Kredit aufnehmen kann und was für Voraussetzungen existieren, hängt aber auch von zwei weiteren Kriterien ab. So fragt sich, welche Summe jemand für welchen Verwendungszweck finanzieren will. Bei einem Kleinkredit zeigen sich Banken liberaler als bei einem Darlehen über 12.000 Euro. Eventuell verzichten sie sogar auf Einkommensnachweise oder vergeben ein Darlehen auch bei einer prekären Beschäftigung, zum Beispiel trotz Probezeit. Sie bejahen auch eher einen Kreditwunsch, wenn ihnen der Verwendungszweck Sicherheit bietet. Das gilt beispielsweise bei einem Kfz-Kredit, bei welchem das Fahrzeug der Bank als Sicherheit dient. Als zweiter Faktor spielt die Vergabepolitik der Institute eine wichtige Rolle. Die einen agieren weniger streng, die anderen legen strikte Maßstäbe an. Interessierte sollten sich darüber informieren, etwa über ein gefordertes Mindesteinkommen. Die Geldhäuser geben aber nicht sämtliche relevanten Kriterien öffentlich preis. Wer über keine gute Bonität verfügt, sollte deshalb am besten bei mehreren Instituten mit ansprechenden Konditionen Anfragen stellen.

    Alternativen zum Bankkredit

    Bei einer schlechten Bonität, welche vor allem bei einem negativen Schufa-Eintrag oder einem sehr geringen Einkommen vorliegt, sollten sich Verbraucher sofort nach Alternativen umsehen. Sie verfügen bei Banken über kaum eine Chance auf einen Kredit. Sie können sich stattdessen an Kreditvermittler wenden, die Darlehen ohne intensive Bonitätsprüfung offerieren. Manche prüfen zum Beispiel die Schufa-Datei nicht, sie verlangen nur Einkommensnachweise. Da sie ein größeres Risiko eingehen, fordern sie aber Zinsen deutlich über dem Marktniveau. Verbraucher sollten diese Darlehen deswegen nur abschließen, wenn sie das Geld dringend benötigen.

  • Trotz Leiharbeit zum Kleinkredit

    Klassische Bankhäuser scheuen sich oft davor, einen Kredit für Zeitarbeiter zu vergeben, unabhängig davon, ob der jeweilige Antragsteller als Hilfsarbeiter im Lager oder als Fachkraft beschäftigt ist. Da der Markt der Leiharbeit nach wie vor wächst, gibt es aber auch Kreditinstitute, die sich auf Beschäftigte in flexiblen Arbeitsverhältnissen eingestellt haben. Je nachdem, wie viel Geld sie benötigen, können Kreditsuchende sich vielleicht um einen Minikredit bewerben, bei dem die Vergabehürden erfahrungsgemäß niedriger sind als beim gewöhnlichen Ratenkredit. Auch Crowdfundingplattformen sind eine beliebte Anlaufstelle für Leiharbeiter.

    Kleindarlehen bei Onlinebanken

    Für die konventionelle Filialbank ist die Leiharbeit ein unkalkulierbares Risiko. Denn wer weiß, ob der befristet Beschäftigte nächstes Jahr noch ein festes Einkommen hat und seine Kreditraten bedienen kann? Daher lehnen sie Kreditanträge von Zeitarbeitern häufig ab. Im Bereich der Onlinebanken, die ihre Produkte ausschließlich im Internet vertreiben, gibt es allerdings Anbieter, deren Vergabepolitik nicht ganz so streng ausfällt. Eine positive Schufa-Auskunft und ein angemessen hohes Einkommen müssen Bewerber dennoch vorweisen.

    Außerdem müssen sie wegen ihrer unsicheren Arbeitssituation mit höheren Zinsen rechnen als Kunden in Festanstellung. Wie groß die Chancen auf einen Kredit für Zeitarbeiter sind, hängt aber auch von der gewünschten Darlehenssumme ab. Ungelernte Leiharbeiter in Zeitverträgen werden auch bei Onlinebanken kein Baudarlehen in sechsstelliger Höhe bekommen. Ein Kleinkredit über 3000 Euro oder mehr ist aber durchaus realisierbar. Grundsätzlich lassen sich niedrigere Beträge auch per Dispo finanzieren, wegen der hohen Gebühren ist das allerdings nur bedingt empfehlenswert. Beispielsweise, wenn die Rückzahlung innerhalb weniger Wochen gewährleistet ist.

    Minikredite und Privatdarlehen

    Bei sehr kleinen Leihsummen zwischen 200 und 600 Euro lohnt es sich außerdem, nach sogenannten Minikrediten zu suchen. Sie werden von Onlineanbietern vertrieben, die sich auf Kleinstbeträge spezialisiert haben, deren Vergabe normale Banken mit ihren ungleich höheren Verwaltungs- und Vergabestandards scheuen. Negativeinträge in der Schufa sind übrigens kein Ausschlusskriterium für einen Minikredit. Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich dabei nicht um einen Vollstreckungsbescheid oder ähnlich schwere Mängel im bisherigen Zahlverhalten. Ein regelmäßiges Einkommen sollten Kreditsuchende aber in jedem Fall vorweisen.

    Für größere Summen ab 1000 Euro bietet sich auch die Bewerbung auf einer Crowdfundingplattform an. Hier entscheiden die privaten Anleger allein, welche Projekte sie finanzieren wollen und welche ihnen zu riskant erscheinen. An Kreditbörsen werden daher auch Darlehen vergeben, die auf konventionellem Weg keine Chance auf Bewilligung hätten. Gravierende Negativmerkmale bei Schufa und Co. sind aber auch hier ein zwingendes Ausschlusskriterium. Auch die Zinshöhe hängt von der Bonitätseinschätzung und der Einkommenssituation des Bewerbers ab.

  • Niedrigzinsen clever nutzen

    Wer für größere Anschaffungen jetzt einen Kredit oder ein Darlehen für den Traum vom eigenen Haus benötigt, kann sich freuen. Die lange anhaltende Phase extrem niedriger Zinsen ärgert Sparer und bringt so manche Planungen für eine Altersvorsorge durcheinander, ist aber eine sehr günstige Zeit für alle, die Finanzierungsbedarf haben.

    Raten bezahlbar halten

    Trotz niedriger Zinsen sollte man aber nicht übermütig werden, was den Einsatz von fremdem Geld angeht. Planen Sie Finanzierungen stets so, dass Sie die Raten aus dem frei verfügbaren Einkommen jederzeit problemlos bezahlen können. Und rechnen Sie dabei nicht zu knapp. Wenn Nebenkosten der Wohnung wie Strom, Öl oder Gas wieder teurer werden, muss es immer noch reichen. Strecken Sie den Kredit oder das Darlehen lieber über eine längere Laufzeit, selbst wenn die Zinsen dann höher sind.

    Bei Immobilienfinanzierungen mit langjährigen Tilgungsphasen ist der Blick auf die Laufzeit doppelt wichtig. Anders als bei Konsumentenkrediten sind die Zinsen hier nicht für die gesamte Dauer der Rückzahlung festgelegt. Ein Beispiel: Sie planen, Ihr Eigenheim innerhalb von dreißig Jahren schuldenfrei zu haben. Die Hypothekenzinsen sind Ihnen aber nur für zehn Jahre garantiert. Nach dieser Zeit ist ein großer Teil der Schulden noch offen. Steigen die Zinsen deutlich an, wird Sie eine Anschlussfinanzierung vor große finanzielle Herausforderungen stellen. Im schlimmsten Fall, wenn Sie sich den neuen Kredit nicht leisten können, droht die Zwangsversteigerung. Eine längere Zinsbindung gibt länger Sicherheit, auch wenn der Zinssatz höher ist. Vor allem ist die Restschuld nach zum Beispiel zwanzig Jahren klein genug, so dass auch höhere Kosten eines neuen Kredits Sie nicht in den Ruin treiben.

    Kreditzinsen sind am Risiko orientiert

    Der Zins ist das Entgelt der Bank, das auch das Risiko eines Kreditausfalls abdecken muss. Je sicherer ein Kredit ist, desto geringer ist das Risiko. Wer viele Unterlagen zu seinen persönlichen Verhältnissen einreicht, etwa ein positives Scoring der SCHUFA, Nachweise eines regelmäßigen Einkommens usw., kann auf seine Kreditanfrage mit einer Sofortzusage zu günstigen Zinsen rechnen. Das gleiche gilt, wenn Sicherheiten gestellt werden. Auch beim Autokredit ist eine Sofortzusage möglich, wenn das Fahrzeug sicherungsübereignet wird und vollkaskoversichert ist.

    Andere Wünsche sind nicht so einfach zu finanzieren. Hat man eh schon Schulden und will seine Hochzeit ausgiebig feiern, tun sich Banken schwer mit einer Kreditzusage. Eine Alternative sind Privatkredite von Privatleuten, die über verschiedene Plattformen im Internet angeboten werden. Wer aber glaubt, das sei eine soziale Angelegenheit, der irrt. Auch hier werden Zinsen für einen Kredit oder ein Darlehen nach Risiko bezahlt, und das bedeutet für unsichere Schuldner Zinssätze oft deutlich über 10 %. Und wer nicht zahlt, wird genauso Bekanntschaft mit einem Inkassobüro machen, wie es auch beim Bankkredit der Fall wäre.

  • Kredit bei schlechter Bonität: Mit Sicherheiten punkten

    Bei einem Wunsch nach einem Kredit ist schlechte Bonität eine sehr ungünstige Voraussetzung, wenn es darum geht, gute Konditionen zu erhalten. Schlimmstenfalls gibt es von der Bank überhaupt kein Geld. Dennoch gibt es eine Reihe von Alternativen.

    Zahlungswille und Zahlungsfähigkeit gehören zusammen

    Bonität beschreibt ganz allgemein die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens. Neben der objektiven Möglichkeit, Schulden zu begleichen, gehört zu einer vollständigen Bonitätsbeurteilung auch die subjektive Seite, also die Zahlungswilligkeit. Beides fällt nicht immer zusammen. Eine junge Familie, die sich eine Existenz aufbauen möchte, ist vermutlich zahlungswillig. Wird sie aber von unerwarteter Arbeitslosigkeit des Hauptverdieners oder Krankheit betroffen, sieht es mit der Zahlungsfähigkeit eher düster aus.

    Um die Bonität von verschiedenen Seiten zu beleuchten, wird nicht nur die Sicherheit des Einkommens betrachtet, sondern auch das Zahlungsverhalten der Vergangenheit. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag mit langjähriger Beschäftigung beim selben Arbeitgeber ist ein wichtiger Indikator. In der Regel wird bei der Bonitätsprüfung auch die Ausgabenseite abgefragt, zum Beispiel Miete und andere Lebenshaltungskosten. Aus Einnahmen und fixen Kosten lässt sich das verfügbare Einkommen berechnen, aus dem Kreditverpflichtungen bezahlt werden müssten. Wirtschaftsauskunftsdienste wie die bekannte Schufa speichern zudem zugelieferte Daten wie bestehende Konten, eingeräumte Kredite und insbesondere Hinweise auf Zahlungsschwierigkeiten, die die Schufa Partner zuliefern. Wenn Sie ein Girokonto mit hohem Dispo beantragen und die Bank Ihnen diese Überziehungsmöglichkeit einräumt, kann das gut sein für Ihren Bonitätsindex, denn die Bank scheint Ihnen zu vertrauen. Viele Girokonten mit geringem Dispo bei verschiedenen Banken sind dagegen verdächtig und bedeuten für den Wunsch nach einem Kredit schlechte Bonität.

    Kreditsicherung verbessert die Konditionen

    Ist die Bonitätsprüfung negativ ausgefallen, können Sie sich nach einem Kredit von privat oder bei einer ausländischen Bank umsehen. Hinsichtlich der Konditionen wird Ihnen das nicht viel bringen. Kreditgeschäfte unter Privatleuten mögen flexibler sein, billiger sind sie ziemlich sicher nicht. Denn wenn schon die Bank abwinkt, werden private Anleger nicht leichtfertig mit geringen Zinsen bei hohem Ausfallrisiko locken. Ausländische Banken sind möglicherweise nicht der Schufa angeschlossen, bedienen sich aber vergleichbarer Auskunftsdienste, die wiederum international zusammenarbeiten.

    Eine echte Alternative zur persönlichen Bonität ist die Sicherung des Kredits durch Sach- oder Vermögenswerte. Immobilienkredite sind sehr günstig, obwohl hohe Summen im Spiel sind. Der Grund ist außerordentlich einfach. Die Bank lässt eine Grundschuld oder Hypothek ins Grundbuch eintragen. Zahlt der Kreditnehmer nicht, wird die Immobilie notfalls versteigert. Eine schlimme Situation für den verhinderten Häuslebauer, aber die Bank kommt ohne großen Schaden davon. Aus demselben Grund sind Autokredite billig, denn das Auto wird dem Kreditgeber sicherungsübereignet. Benötigen Sie Geld zur freien Verwendung, könnten Sie ein Wertpapierdepot verpfänden. Oder fragen Sie Ihre Versicherung. Das Beleihen einer Lebensversicherung mit entsprechend hohem Rückkaufswert sichert Ihnen dort einen Kredit, auch wenn schlechte Bonität bei der Bank zum Hindernis geworden ist.

  • Kontokorrentkredit & Dispositionskredit

    Ein Kontokorrentkredit eignet sich zur schnellen, unbürokratischen Inanspruchnahme. Privatkunden erhalten ihn meist als Dispositionskredit oder Verfügungskredit auf ihrem laufenden Girokonto eingeräumt, auf dem auch Lohn- und Gehaltszahlungen eingehen und das für Überweisungen und Lastschriften verwendet wird. Dieses meist als Dispokredit bezeichnete Darlehen wird teilweise bereits bei Kontoeröffnung vereinbart, in vielen Fällen jedoch erst später unaufgefordert oder auf Antrag eingeräumt, nachdem das Kreditinstitut sich einen Überblick über die Höhe der regelmäßig wiederkehrenden Geldeingänge des potentiellen Kreditkunden verschafft hat.

    Bei Unternehmen verlangen Banken und Sparkassen in einigen Fällen die Einrichtung eines zusätzlichen Kontos, über das sowohl die Auszahlung der Kreditvaluta als auch die meist in Raten erfolgende Rückzahlung des Kredits erfolgt, ähnlich wie bei einem Abruf- oder Rahmenkredit/Betriebsmittelkredit, der an Selbständige ausgereicht wird.

    Was Sie über Dispokredite wissen sollten

    Für Kontokorrentkredite gelten Besonderheiten, über die man Bescheid wissen sollte. Das gilt insbesondere dann, wenn man als Privatkunde einen Dispositionskredit auf dem Girokonto eingeräumt bekommt, ohne dass vorher ausführliche Kreditverhandlungen stattgefunden haben. Da für den Kontokorrentkredit nicht die Formerfordernisse eines Verbraucherdarlehens gelten, obliegt es dem Kunden, sich über die Bedingungen eines solchen Dispokredits zu informieren. Weil alle Banken und Sparkassen diesbezüglich Allgemeine Geschäftsbedingungen verwenden, sollten sich Kreditinteressenten diese aushändigen oder ausdrucken lassen, wenn diese im Internet verfügbar sind. Die genaue Kenntnis der für Kontokorrentkredite geltenden Bedingungen ist auch für Geschäftskunden wertvoll, da davon oft die Entscheidung abhängt, ob sich die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits lohnt oder ob es sich eher empfiehlt, auf einen klassischen Geschäftskredit zurückzugreifen.

    Hohe Flexibilität

    Zu den Vorzügen eines Kontokorrentkredits gehört es, dass man diesen nach einmal erfolgter Einräumung flexibel ganz oder teilweise bis zum vereinbarten Limit in Anspruch nehmen kann, ohne hierzu verpflichtet zu sein. Es gibt daher keine Bereitstellungszinsen. Auch eine Vorfälligkeitsentschädigung bei Rückzahlung des Darlehens vor dem vereinbartem Termin fällt nicht an. Das hohe Maß an Flexibilität sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die freie Verfügbarkeit der Darlehenssumme nicht selten zu unbedachten Anschaffungen verführt. Außerdem ist die Flexibilität auch beim Kontokorrentkredit nicht unbegrenzt, da sich der Kunde im Rahmen des eingeräumten Limit halten muss, wenn er sich nicht dem Risiko einer Kündigung aussetzen will.

    Vergleichsweise hohe Zinsen

    Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist meist mit Zinsen verbunden, die deutlich über der marktüblichen Verzinsung für vergleichbare Ratenkredite und ratierlich rückzahlbare Geschäftsdarlehen liegen. Das gilt besonders für Dispokredite, die Privatpersonen auf deren Girokonten eingeräumt bekommen. Hier liegt bei vielen Banken und Sparkassen die Verzinsung doppelt so hoch wie für klassische Raten- und Anschaffungskredite. Manche Kreditinstitute verlangen sogar noch höhere Dispozinsen. Dies gilt besonders für sogenannte geduldete Überziehungen. Eine solche liegt dann vor, wenn ein Kunde Verfügungen über das ihm eingeräumte Dispolimit hinaus trifft, ohne hierzu eine ausdrückliche Vereinbarung mit seiner Bank oder Sparkasse getroffen zu haben. In solchen Fällen ist das Kreditinstitut nicht zur Ausführung entsprechender Verfügungen verpflichtet. Führt die Bank die Verfügung des Kunden dennoch aus, lässt sie sich dieses Entgegenkommen mit einem deutlich höheren Zins über den sonst geltenden Dispozins hinaus vergelten. Auch für Geschäftskunden ist die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits mit relativ hohen Zinsen verbunden. Zwar ist hier die Zinsdifferenz zwischen einem als Kontokorrentkredit gewährten Rahmenkredit und einem herkömmlichen Geschäftskredit meist deutlich geringer als beim Dispokredit an Privatpersonen im Verhältnis zum klassischen Ratenkredit. Es verbleibt jedoch auch hier ein nicht unerheblich höherer Zinsaufwand gegenüber dem herkömmlichen Geschäftskredit. Oft liegt die Verzinsung beim Kontokorrentkredit mindesten 30 bis 50 % höher als diejenige bei einem befristeten Geschäftsdarlehen, auf das ratierliche Rückzahlungen zu leisten sind. Wer die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits plant oder eine solche längerfristig zumindest nicht ausschließt, sollte im Internet einen sorgfältigen Konditionenvergleich vornehmen, bevor eine Entscheidung über die Eröffnung eines privaten oder geschäftlichen Girokontos fällt, über das ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden könnte. Die Zinskonditionen variieren erheblich, sodass die Auswahl einer günstigen Bank zu erheblichen Zinsersparnissen führen kann.

    Monatliche Mindestrückzahlung

    Für viele Kontokorrentkredite gilt die Regel, dass diese in monatlichen Raten zurückgezahlt werden müssen. Damit soll erreicht werden, dass sich derartige Darlehen, insbesondere Kontokorrentkredite, nicht verewigen, sondern in einem überschaubaren Zeitraum zurückgezahlt werden. Bei vielen Kontokorrentkrediten ist es allerdings möglich, den durch die Rückzahlungen entstandenen Spielraum durch erneute Verfügungen wieder auszuschöpfen. Die Rückzahlungsvereinbarungen sind unbedingt einzuhalten, da bei Zahlungsverzug die Kündigung des Kontokorrentkredits und die Fälligstellung des gesamten Schuldsaldos erwartet werden muss. Manche Kontokorrentkredite, insbesondere unbefristete Geschäftsdarlehen, sehen keine festen Rückzahlungstermine vor. In solchen Fällen muss der Kreditnehmer jedoch darauf achten, dass er durch die meist monatlich oder vierteljährlich fälligen Zinsbelastungen das Kreditlimit nicht überschreitet. Ansonsten ist eine Rückzahlung des Darlehens erst bei Beendigung der Geschäftsbeziehung oder dann erforderlich, wenn eine Kündigung stattgefunden hat. Dabei kann die Kündigung sich auf das Girokonto insgesamt oder nur auf die Krediteinräumung beziehen.

    Unabhängig vom Verwendungszweck

    Die meisten Formen des Kontokorrentkredits zeichnen sich durch den Vorteil aus, dass die Kreditvaluta nicht zweckgebunden vergeben wird. Damit hebt sich beispielsweise ein Dispositionskredit vorteilhaft von einem Anschaffungskredit ab, der typischerweise zur Finanzierung des Kaufs eines Fahrzeugs oder eines anderen langlebigen Gebrauchsguts dient und unmittelbar an den Verkäufer ausgezahlt wird. Derartige Zweckbindungen gibt es beim klassischen Dispokredit nicht. Das gilt in der Regel auch für Kontokorrentkredite an Geschäftskunden. die als Rahmenkredite vergeben werden. Es bestehen im gewerblichen Bereich jedoch Ausnahmen. So dürfen Betriebsmittelkredite in der Regel nur zur Finanzierung von unternehmensbezogenen Investitionen, manchmal auch zur Bezahlung von Löhnen und Geschäftsraummieten, eingesetzt werden. Ähnliches gilt für Saisonkredite, die im Regelfall nur zur Bezahlung betriebsbedingter Aufwendungen verwendet werden dürfen. Auch Zwischenkredite werden zweckbezogen vergeben, da sie nur zur vorläufigen Finanzierung eines bestimmten Vorhabens gewährt werden, für das bereits eine langfristige Finanzierung in Vorbereitung ist. Zweck eines Zwischenkredits ist daher stets die Vorbereitung eines langfristigen Darlehens, mit dessen Valuta der Zwischenkredit getilgt wird.

    Wovon die Höhe der Kreditlinie abhängt

    Der auf dem Girokonto eines Privatkunden eingeräumte Dispositionskredit wird häufig ohne spezielle Bonitätsprüfung vergeben. Die Höhe eines solchen Darlehens richtet sich meist pauschalisiert nach der Höhe der durchschnittlichen regelmäßigen Geldeinänge auf diesem Konto. In der Regel handelt es sich dabei um Lohn- bzw. Gehaltszahlungen, Rentenzahlungen und andere periodisch wiederkehrende Gutschriften wie Miet- und Pachteinnahmen sowie Zins- und Dividendeneingänge. Meist beträgt das Dispolimit das Zwei- bis Viefache der durchschnittlichen monatlichen Geldeingänge auf diesem Konto. Will ein Kunde einen höheren Dispositionskredit eingeräumt bekommen, wird in der Regel eine gesonderte Bonitätsprüfung mit Abfrage der Schufadaten vorgenommen. Eine vergleichbare Bonitätsprüfung findet auch statt, wenn ein Geschäftskunde einen Kontokorrentkredit beantragt. Besonders bei Rahmenkrediten ist das Schufa-Scoring des Kunden ein entscheidendes Vergabekriterium sowohl in bezug auf die Kreditvergabe als solche als auch auf die Höhe des zur Verfügung gestellten Kreditrahmens. Daneben spielt bei Unternehmenskrediten der Umfang und die Verfügbarkeit beleihbarer Sicherheiten eine zusätzliche Rolle. Firmen und Selbständige, die einen Kontokorrentkredit beantragen, müssen häufig Sicherheiten stellen. Häufig wird die Belastung von Haus- und Grundbesitz aus dem Eigentum des Unternehmens bzw. seines Inhabers mit einem Grundpfandrecht, meist einer Hypothek oder Grundschuld, gefordert. Daneben wird die Stellung seriöser und solventer Bürgen als taugliche Sicherheit anerkannt. Auch die Sicherungsübereignung werthaltiger Investitionsgüter, oft von Fahrzeugen oder Maschinen, spielt als Sicherungsmittel eine bedeutende Rolle. Soll der Kontokorrentkredit an ein Unternehmen mit beschränkter Haftung, etwa an eine GmbH, ausgereicht werden, wird in der Regel bankseitig die gesamtschuldnerische Mithaftung oder die Verbürgung der hinter der Gesellschaft stehenden Personen, namentlich der Gesellschafter und Geschäftsführer, für die Kreditschuld verlangt.

    Laufzeit und Verlängerung

    Für einen Kontokorrentkredit wird häufig eine bestimmte Laufzeit vereinbart. Dabei ist es für ein solches Darlehen charakteristisch, dass es zum Ende der Laufzeit vollständig zurückgezahlt sein muss, auch wenn es häufig bis zuletzt im Rahmen des Limits ausgeschöpft werden kann, sofern der Kreditrahmen nicht automatisch in zeitlichen Abständen planmäßig reduziert werden muss. Ist eine Laufzeit vereinbart, tritt mit deren Ablauf automatisch die Fälligkeit der gesamten dann noch offenen Kreditschuld ein. Ist keine feste Laufzeit vorgesehen, können beide Vertragsparteien fristgemäß kündigen, wobei die Länge der Kündigungsfrist individuell oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kreditinstituts geregelt ist. Die Einhaltung einer Kündigungsfrist ist nicht erforderlich, wenn ein Grund zur außerordentlichen Kündigung vorliegt. Ein solcher ist insbesondere dann gegeben, wenn der Kreditschuldner in Vermögensverfall gerät oder seinen Verpflichtungen zur Erbringung von Zins- und/oder Tilgungsleistungen trotz Mahnung nicht nachkommt. Vermögensverfall des Bankkunden wird insbesondere dann angenommen, wenn dieser im Rahmen der Zwangsvollstreckung die Vermögensauskunft erteilen musste oder wenn über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde bzw. wenn die Verfahrenseröffnung mangels Deckung der Kosten des Verfahrens abgelehnt wurde. Eine Verlängerung eines Kontokorrentkredits erfolgt entweder ausdrücklich durch Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung, die als Prolongation bezeichnet wird, oder durch stillschweigende Duldung der weiteren Inanspruchnahme der Kreditlinie über das Ende der ursprünglichen Laufzeit hinaus. Meist geht der Verlängerung der Darlehenslaufzeit eine erneute Bonitätsprüfung voraus. Nicht selten wird auch das Kreditlimit und die Zinshöhe neu festgesetzt.

    Restschuldversicherung meist nicht nötig

    Während bei zahlreichen Darlehensformen das Kreditinstitut den Abschluss einer Restschuldversicherung fordert, ist dies beim Kontokorrentkredit in der Regel nicht der Fall. Dies gilt insbesondere für den herkömmlichen Dispokredit, der wegen seiner überschaubaren Höhe ein relativ geringes Ausfallrisiko birgt. Anders ist die Situation, wenn ein Kontokorrentkredit an einen gewerblich tätigen Schuldner ausgereicht wird. Hier wird häufig der Abschluss einer Restschuldversicherung gefordert, die meist der Höhe nach variabel auf das jeweils offene Kreditrisiko abgestimmt ist. Bei der Entscheidung, ob ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden soll, muss daher in solchen Fällen die Prämie der Restschuldversicherung in die Berechnung der Kostenbelastung einkalkuliert werden.

    Kontoführungsgebühren

    Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist in der Regel nicht mit Kontoführungsgebühren verbunden. Da ein derartiger Kredit meist auf einem bereits bestehenden Girokonto eingerichtet und auch über dieses abgewickelt wird, fallen zusätzliche Gebühren durch die Einrichtung eines Kontokorrentkredits nicht an. Werden Auszahlungen aus der Darlehensvaluta über dieses Konto vorgenommen oder werden Rückzahlungen auf diesem Konto gutgeschrieben, fallen allenfalls bei vielen Banken und Sparkassen Postengebühren für Ein- und Auszahlungen in geringem Umfang an. Auch wenn für die Abwicklung eines Kontokorrentkredits auf Veranlassung der Bank ein separates laufendes Konto eingerichtet wird, entstehen keine zusätzlichen Kontoführungsgebühren, da ein solches Abwicklungskonto ausschließlich im Interesse der Bank geführt wird und daher nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes eine Belastung des Kunden mit damit verbundenen Gebühren nicht erfolgen darf.

    Vergleich zu Ratenkrediten

    In vielen Fällen kann sich ein Kreditinteressent zwischen der Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits und dem Abschluss eines konventionellen Ratenkredits entscheiden. Für den Kontokorrentkredit spricht, dass dieser flexibel, schnell und unbürokratisch zu erhalten ist. Dagegen spricht, dass er jedenfalls als Dispokredit für Privatkunden nur in relativ geringer Höhe gewährt wird. Das wichtigste Argument gegen einen Kontokorrentkredit ist jedoch, dass er besonders für Privatpersonen oft nur mit unverhältnismäßig hohem Zinsaufwand erhältlich ist. Ein Ratenkredit klassischer Art ist in der Regel deutlich zinsgünstiger zu bekommen, verpflichtet jedoch zur Rückzahlung in regelmäßigen Raten. Ratenkredite sind zudem in wesentlich größerer Höhe erhältlich als ein herkömmlicher Dispositionskredit, wobei allerdings meist vor Bewilligung eine wesentlich intensivere Bonitätsprüfung stattfindet. Für den Kontokorrentkredit spricht wiederum, dass dieser meist als Blankokredit gewährt wird, während beim Ratenkredit oft zusätzliche Sicherheiten erforderlich sind. Welche Form des Kredits vorzugswürdig ist, lässt sich oft nur aus der konkreten Situation des Schuldners heraus beantworten. Tendenziell ist die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits umso mehr erwägenswert, je kleiner die benötigte Darlehenssumme und je kürzer die angestrebte Laufzeit des Kredits ist.

    So funktioniert ein Kontokorrentkredit

    Ein Kontokorrentkredit zeichnet sich dadurch aus, dass dieser von einer Bank oder Sparkasse aufgrund einer ausdrücklichen oder durch schlüssiges Verhalten zustande kommenden Vereinbarung dem Inhaber eines in laufender Rechnung geführten Kontos eingeräumt wird. Dabei handelt es sich meist um einen Dispositionskredit, der es dem Kunden erlaubt, innerhalb vereinbarter Grenzen über die Darlehenssumme ganz oder teilweise zu verfügen. Während sich das Kreditlimit beim klassischen Dispositionskredit für Privatkunden meist anhand der Höhe der regelmäßigen Geldeingänge auf dem Girokonto bemisst, gibt es für Geschäftskunden Rahmen- und Betriebsmittelkredite, deren Höhe sich an der Bonität des Kunden und der Qualität eventuell zu stellender Sicherheiten orientiert. Gemeinsam ist allen Kontokorrentkrediten, dass diese zumeist auf einem bereits bestehenden, manchmal auch auf einem speziell zu diesem Zweck eingerichteten laufenden Konto bereitgestellt wird und auch die Abrechnungen hierüber erfolgen. Dabei wird der Kredit meist als Überziehungsrahmen auf dem laufenden Konto zur Verfügung des Kunden bereitgestellt. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt ebenfalls über dieses Konto, indem der Kunde den durch die Kreditinanspruchnahme entstehenden Sollsaldo vereinbarungsgemäß durch Einzahlungen oder durch anderweitige auf dem Konto stattfindende Gutschriften zurückführt.

    Klassischer Dispokredit

    Den klassischen Dispokredit erhält der Kunde einer Bank oder Sparkasse, wenn er bei diesem Kreditinstitut ein laufendes Konto, meist ein typisches Girokonto, unterhält, auf dem regelmäßige Gutschriften, in der Regel Lohn-, Gehalts- oder Rentenzahlungen, eingehen. Das Girokonto wird als Kontokorrent geführt, auf das die Regeln des § 355 des Handelsgesetzbuchs (HGB) Anwendung finden. Meist ist der Dispokredit ein unbefristeter Kontokorrentkredit. Das Kreditinstitut räumt dem Kunden diesen Kredit entweder bereits bei der Kontoeröffnung ein oder gewährt diesem im Laufe der bestehenden Geschäftsverbindung ein solches limitiertes Darlehen. Die Bezeichnung Dispositionskredit beruht darauf, dass das Kreditinstitut seinem Kunden das Darlehen als Verfügungsrahmen auf einem laufenden Konto zur Verfügung stellt. Das Darlehen steht also zur Verfügung und kann vom Kunden nach seiner eigenen Entscheidung gar nicht, ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden. In der Regel bietet der Dispokredit einem Bankkunden die Möglichkeit, auf seinem Girokonto in vertraglich begrenztem Umfang eine Überziehungsmöglichkeit zu nutzen, von der er meist im Rahmen des unbaren Zahlungsverkehrs, seltener durch Barabhebungen, Gebrauch macht.

    rechtliche Einordnung

    Ein Dispokredit ist ein Darlehen gemäß § 488 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), auf das die Regeln über den Verbraucherkredit (§ 492 ff. BGB) keine Anwendung finden. Dies ist in § 493 BGB ausdrücklich geregelt. Damit muss die Krediteinräumung auch nicht mit einer Widerrufsbelehrung gemäß § 495 BGB versehen sein. Auch das Schriftformerfordernis des § 492 Abs. 1 BGB und die weiteren inhaltlichen Anforderungen dieser Norm finden keine Anwendung. Es gilt jedoch gemäß § 6 Abs. 1 der Preisangabenverordnung die Pflicht zur Angabe des anfänglichen effektiven Jahreszinses und zur Mitteilung von Änderungen des Zinsniveaus. Dies geschieht entweder mit einem gesonderten Anschreiben oder durch schlichte Mitteilung auf dem aktuellen Kontoauszug.

    Zustandekommen der Kreditvereinbarung

    Im Regelfall beruht ein Dispositionskredit auf einer Vereinbarung zwischen Kreditinstitut und Kontoinhaber. Die Abwicklung erfolgt in der Regel über ein bereits bestehendes Girokonto. Entweder wird ein Kontokorrentkredit bereits bei Kontoeröffnung eingeräumt oder aber erst während der schon bestehenden Kontoverbindungnachträglich eingerichtet. Nicht selten gewährt eine Bank oder Sparkasse einen Kontokorrentkredit ohne ausdrücklichen Antrag des Kunden. In diesem Falle erhält der Kunde eine schriftliche Benachrichtigung in einem gesonderten Anschreiben oder auf dem Kontoauszug. Diese Benachrichtigungen enthalten meist eine Mitteilung über das verfügbare Kreditlimit und über den aktuell geltenden anfänglichen effektiven Jahreszins. Wird nicht ausdrücklich eine schriftliche Vereinbarung über die Einräumung eines Dispositionskredits getroffen, kann ein Vertrag auch durch schlüssiges Verhalten zustande kommen. Dabei geht das Angebot vom Kreditinstitut aus, indem dieses den Kontoinhaber über die Einräumung eines bestimmten Verfügungsrahmens informiert. Der Kunde nimmt dieses Angebot dadurch an, dass er durch eine Barabhebung oder durch die Erteilung eines Überweisungs- oder Lastschriftauftrages den Kreditrahmen ganz oder teilweise ausschöpft. Ein Dispositionskredit setzt stets die Volljährigkeit des Darlehenskunden voraus, da Minderjährige als beschränkt Geschäftsfähige keine wirksamen Kreditverbindlichkeiten begründen können und selbst nur Inhaber eines auf Guthabenbasis geführten laufenden Kontos sein dürfen.

    Geduldete Überziehungen

    Im Regelfall bildet die vereinbarte Kreditlinie die vertragliche Obergrenze für die Inanspruchnahme eines Dispo- oder Rahmenkredits. Reicht dieses Limit nicht aus, muss ein Kunde mit höherem Kreditbedarf eine weitergehende Kontoüberziehung mit dem Kreditinstitut abstimmen. Geschieht dies nicht, ist die Bank oder Sparkasse nicht zur Duldung nicht abgesprochener Überziehungen verpflichtet. Toleriert das Kreditinstitut dennoch stillschweigend nicht abgestimmte Überziehungen, spricht man von einer geduldeten Überziehung, die grundsätzlich jederzeit widerrufen werden kann. Eine derartige Überschreitung des vereinbarten Kreditlimits ist regelmäßig mit einer deutlich höheren Zinsbelastung als beim vereinbarten Dispokredit verbunden. Daher ist es im Interesse des Kunden ratsam, längerfristig bestehende geduldete Überziehungen in den Disporahmen einzubinden oder die auf dem Girokonto aufgelaufene Schuld in einen regulären Ratenkredit umzuwandeln. Dies führt häufig zu einer spürbaren Reduzierung der Zinsbelastung.

    Inhalt der Kreditvereinbarung

    In der förmlichen oder durch konkludentes Verhalten zustande kommenden Kreditvereinbarung ist zu regeln, bis zu welchem Betrag dem Kunden ein Kredit eingeräumt wird. Mit diesem Kreditlimit wird festgelegt, in welchem Umfang der Inhaber eines Girokontos berechtigt ist, über sein Konto im Sollbereich zu verfügen. Damit ist gleichzeitig vereinbart, bis zu welchem Betrag das Kreditinstitut eine Überziehung erlaubt, indem der Kunde Barabhebungen tätigt oder Verfügungen per Überweisungsauftrag bzw. durch Erteilung einer Lastschriftermächtigung trifft. Außerdem werden die anfängliche Höhe des zu zahlenden Darlehenszinses und die Bedingungen einer künftigen Zinsänderung geregelt. Spätere Änderungen des Zinssatzes teilt das Kreditinstitut dem Kunden schriftlich per Brief oder auf dem aktuellen Kontoauszug, in einigen Fällen auch online mit. In aller Regel sind die Zinskonditionen variabel und passen sich der Marktentwicklung an. In seltenen Fällen wird eine Zinsbindungsfrist vereinbart, die dann ausdrücklich im Vertrag niederzulegen ist. In einigen Fällen, insbesondere bei höheren Kontokorrentkrediten an Unternehmen, gewähren Banken und Sparkassen das Darlehen nur gegen Stellung geeigneter Sicherheiten. Diese sind im Darlehensvertrag genau zu bezeichnen. Dient eine Immobilie als Sicherheit, ist die formgerechte notarielle Bestellung eines Grundpfandrechts erforderlich. Während beim klassischen Dispositionskredit eine Zweckbindung für das eingeräumte Darlehen meist nicht besteht, wird bei großvolumigen Kontokorrentkrediten an Selbständige und Unternehmen regelmäßig eine Vereinbarung über die Verwendung der Darlehensvaluta zu bestimmten unternehmensbezogenen Zwecken getroffen. Beim normalen Dispokredit für Privatkunden erfolgt die Krediteinräumung meist unbefristet, gilt also auf unbestimmte Zeit bzw. bis auf Widerruf. In diesem Falle wird meist eine Kündigungsfrist vereinbart, die das Kreditinstitut einzuhalten hat, wenn es die Kreditbeziehung beenden will. Bei Kontokorrentkrediten an Geschäftskunden sind Vereinbarungen über Rückzahlungsfristen und über die Höhe der Tilgungsraten die Regel. Innerhalb der vertraglich vorgesehenen Laufzeit bzw. während des Bestands eines ungekündigten Dispositionskredits lebt ein bereits ganz oder teilweise zurückgeführtes Darlehen durch erneute Inanspruchnahme des Kreditrahmens automatisch wieder auf, selbst wenn zwischenzeitlich bereits ein Guthaben auf dem Kontokorrentkonto entstanden war.

    Wechselseitige Verpflichtungen

    Durch den Abschluss einer Vereinbarung über einen Dispositionskredit verpflichtet sich das Kreditinstitut dazu, seinem Kunden während der vorgesehenen Laufzeit eine bestimmte Kreditlinie mit der Maßgabe offenzuhalten, dass der Kunde innerhalb dieses Limits jeweils erneut disponieren kann, auch wenn er das Darlehen bereits teilweise zurückgeführt hat. Insoweit ist meist ein erneutes Wiederaufleben des ungekündigten Kredites innerhalb der Laufzeit des Darlehens vorgesehen. Der Kreditnehmer muss den für die Inanspruchnahme des Kredits fälligen Zins zahlen und spätestens bei Fälligkeit die Inanspruchnahme des Kontos gemäß § 488 Abs. 2 BGB zurückführen. Der Zins wird entsprechend dem jeweiligen Saldo tagesweise ermittelt und zum Soll gestellt. Die Zinsentwicklung ist variabel und folgt in der Regel unmittelbar der Entwicklung des Marktzinses. Hält sich der Kunde nicht an Vereinbarungen über die Rückführung des Kredites, muss er mit einer Kündigung des Dispokredit oder sogar des Kontos insgesamt rechnen. Bei geschäftlichen Kontokorrentkrediten wird in solchen Fällen von einer Streichung oder Kürzung der Kreditlinie eines Unternehmens gesprochen. Grund für eine außerordentliche Kündigung eines Dispokredits oder eines einem Unternehmen eingeräumten Rahmenkredits ist neben der Nichterfüllung vertraglich übernommener Verpflichtungen der Vermögensverfall des Kunden. Dieser ist dann anzunehmen, wenn der Kunde im Rahmen der Zwangsvollstreckung die Vermögensauskunft nach § 802 c der Zivilprozessordnung (ZPO), vormals als eidesstattliche Versicherung oder als Offenbarungseid bekannt, abgeben musste. Ein Vermögensverfall des Kunden ist auch anzunehmen, wenn über sein Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt, eröffnet oder mangels kostendeckender Masse abgewiesen worden ist. In vielen Fällen verlangt das Kreditinstitut, dass sich der Kredit innerhalb eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise innerhalb eines Jahres umschlägt. Dies bedeutet, dass der Saldo innerhalb dieser Periode in den Habenbereich zurückkehrt. Danach kann der Kredit wieder im Rahmen des vereinbarten Limits in Anspruch genommen werden, wenn keine Kreditkündigung erfolgt ist. Sinn dieser Regelung ist es, ein sogenanntes Einfrieren des Dispokredits zu verhindern. Damit ist gemeint, dass eine unerwünschte langfristige Inanspruchnahme des Kredits vermieden werden soll.

    Beendigung des Kreditverhältnisses

    Ein an ein bestehendes Girokonto gebundener Dispokredit wird in der Regel unbefristet eingeräumt und kann nach periodischer Rückführung stets erneut ausgeschöpft werden. Bei einem solchen Kredit ist der Darlehensgeber berechtigt, die Krediteinräumung durch Kündigung der Darlehensabrede zu beenden. In diesem Zusammenhang räumt die Bank oder Sparkasse ihrem Kunden eine angemessene Frist zur Ausgleichung des Sollsaldos ein und lässt danach erneute Verfügungen nicht mehr zu. Aus wichtigem Grund kann auch eine fristlose Kündigung des Dispositionskredits erfolgen. Eine solcher Kündigungsgrund liegt insbesondere bei vertragswidrigen Verfügungen des Kunden und bei Nichteinhaltung von Rückzahlungsvereinbarungen sowie dann vor, wenn der Kunde in Vermögensverfall geraten ist. Viele Kreditinstitute überprüfen periodisch wiederkehrend die Bonität ihrer Kunden, denen sie einen Dispositionskredit eingeräumt haben und reagieren auf das Ergebnis ihrer Recherche, indem sie den Verfügungsrahmen des Kunden ausdehnen, beibehalten oder einschränken. Ergibt die Überprüfung der Bonität Anhaltspunkte für den Eintritt einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kunden, macht das Kreditinstitut meist von seinem Recht zur fristlosen Kündigung Gebrauch. Existiert für den Dispokredit von vornherein eine Befristung, so endet die Befugnis des Kunden zur Inanspruchnahme des Kreditrahmens automatisch mit dem Ende der Frist, ohne dass es einer gesonderten Kündigung bedarf. Der Kunde muss in diesem Falle innerhalb dieser Frist für einen Kontoausgleich sorgen. Erfolgt eine Kündigung, so ist diese regelmäßig mit einer Fälligstellung der offenen Kreditschuld und mit der Setzung einer Frist zum Kontoausgleich verbunden. In einigen Fällen räumt das Kreditinstitut dem Kunden stillschweigend die Möglichkeit ein, trotz Ablaufs der Kreditlaufzeit den einmal eingeräumten Kreditrahmen ganz oder teilweise weiter zu nutzen. Dann ist der Rückzahlungsanspruch nicht mehr fällig und der Kunde darf den Verfügungsrahmen bis zu einer eventuellen erneuten Kündigung weiter nutzen. Zumeist fordern Kreditinstitute nach Ablauf der Frist für die Kreditinanspruchnahme eine vollständige Rückführung des Kreditsaldos, wenn es nicht zu einer ausdrücklichen Verlängerung der Kreditlaufzeit kommt, die als Prolongation bezeichnet wird.

    Verlängerung der Kreditlaufzeit

    Ist absehbar, dass der Inhaber eines Kontos, auf dem ihm ein Dispositionskredit eingeräumt wurde, dieses Darlehen nicht zum Ende der vereinbarten Kreditlaufzeit zurückführen kann, bietet sich die Möglichkeit an, eine Verlängerung der Laufzeit des Darlehens auszuhandeln. Eine solche Prolongation stellt die auf einer Vereinbarung zwischen den Kreditparteien beruhende Verlängerung der Kreditlaufzeit dar, die unbefristet oder unter Setzung einer neuen Zahlungsfrist abgeschlossen werden kann. Die Prolongation stellt eine Vertragsänderung dar, die durch Angebot und Annahme zustande kommt. Dabei geht das Angebot von der Vertragspartei auf, die die Verlängerung der Kreditlaufzeit wünscht oder von sich aus einräumt. Mit der Änderung der Kreditlaufzeit ist meist zugleich eine Änderung der Zinskonditionen verbunden. Wenn der ursprüngliche Kredit schriftlich vereinbart wurde, bedarf meist auch die Verlängerung des Darlehens derselben Form. Ist für das Ausgangsdarlehen eine Zinsbindungsfrist vereinbart, wird diese im Rahmen der Prolongation meist erneuert.

    Bemessung des Dispokredits

    Ein Dispokredit versteht sich als auf einem Girokonto eingeräumte Überziehungsmöglichkeit für Privatkunden, der im Wesentlichen im Rahmen des unbaren Zahlungsverkehrs genutzt wird. Die Höhe des eingeräumten Kreditrahmens bestimmt sich zum einen nach der persönlichen Bonität des Bankkunden, die sich wiederum aus dem Scoringwert ergibt, den das Kreditinstitut im Rahmen der Schufaanfrage erfährt, die häufig der Gewährung eines Dispokredits vorausgeht. Zum anderen orientiert sich die Höhe des Verfügungsrahmens beim Dispositionskredit an den regelmäßigen Geldeingängen, die auf dem Girokonto des Kunden zu verzeichnen sind. Meist wird der Kreditrahmen auf das Zwei- oder Dreifache des durchschnittlichen monatlichen Geldeingangs festgesetzt. Einige Kreditinstitute sind auch bereit, das Vierfache der regelmäßigen monatlichen Geldeingänge als Dispokredit einzuräumen. In der Regel setzen Banken und Sparkassen das Kreditlimit einseitig fest. Wünscht ein Kunde einen höheren Dispositionskredit, kann er mit dem Kreditinstitut hierüber verhandeln. Eine Erhöhung des Dispokredits wird in der Regel von einer aktuellen Bonitätsauskunft abhängig gemacht, wenn nicht eine deutliche Erhöhung der regelmäßigen Geldeingänge nachhaltig festgestellt werden kann.

    Verwaltung und Abrechnung

    Der Dispokredit wird auf einem bestehenden oder neu eingerichteten Girokonto eingerichtet. Über dieses Kreditrahmen kann der Kunde im Wege von Barabhebungen, Überweisungsaufträgen und Lastschriften verfügen. Die Verbuchung der Verfügungen erfolgt auf dem Girokonto. Auch Einzahlungen und Gutschriften, die zur Rückführung des Kreditsaldos dienen, werden über dieses Girokonto verrechnet. Damit entfällt zusätzlicher Kosten- und Verwaltungsaufwand. Über die den Dispositionskredit betreffenden Buchungsvorgänge wird periodisch, meist monatlich oder vierteljährlich, abgerechnet. Dabei werden dem Girokonto auch die aufgelaufenen Dispozinsen für den abgerechneten Zeitraum belastet.

    Pfändbarkeit

    In manchen Fällen versuchen Gläubiger des Kreditschuldners, dessen Anspruch auf Auszahlung der verfügbaren Kreditsumme bis zum Erreichen des Limits zu pfänden. Eine solche Pfändung erfasst nur den noch nicht in Anspruch genommenen Teils der im Rahmen der Krediteinräumung bereitgestellten Summe. Die Pfändung greift in der Regel nur, wenn der Kunde diese freien Teile der Darlehenssumme abruft, also eine Barabhebung oder eine Überweisung zu Lasten des Verfügungsrahmens vornimmt. Trifft der Kunde keine eigene Verfügung, so wird der Anspruch auf Auszahlung der verfügbaren Darlehenssumme nicht fällig. Der Gläubiger, der einen entsprechenden Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirkt hat, erwirbt mit diesem auch einen Anspruch auf Auskehrung der freien Darlehensvaluta, sodass eine Abrufhandlung des Kreditnehmers nicht mehr erforderlich ist. In vielen Fällen scheitert die Auszahlung der verfügbaren Darlehenssumme an den pfändenden Gläubiger daran, dass das Kreditinstitut bei Kenntnis von Vollstreckungshandlungen gegen den Schuldner des Dispokredits von seinem Recht zur außerordentlichen Kreditkündigung Gebrauch macht, das ihm nach seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zusteht.

    Abrufkredit

    Unter einem Abrufkredit wird die Einräumung eines Kreditrahmens verstanden, den eine Bank oder Sparkasse einem Privat- oder Geschäftskunden auf einem meist schon bestehenden Konto einräumt. Dabei handelt es sich in der Regel um ein in laufender Rechnung geführtes Privat- oder Geschäftskonto. Ein solcher Abrufkredit, den Kreditinstitute häufig als Alternative zum Ratenkredit anbieten, wird dergestalt vereinbart, dass eine Bank oder Sparkasse ihrem Kunden einen Verfügungsrahmen bereitstellt, innerhalb dessen dieser über ein etwaiges Guthaben hinaus sein Konto belasten kann. Dabei kann die zur Verfügung gestellte Kreditvaluta ganz oder teilweise, meist in beliebigen, manchmal auch in festgelegten Tranchen abgerufen werden. Kennzeichnend für den Abrufkredit ist es, dass dieser in der Regel in monatlichen oder vierteljährlichen Raten zurückgeführt werden muss, sodass am Ende der vereinbarten Laufzeit eine volle Tilgung stattgefunden hat. Innerhalb der Laufzeit ist jedoch meist eine erneute Inanspruchnahme der freien Kreditvaluta möglich. Der Abruf des Kredits findet meist mittels besonderer Vordrucke statt, die oft Bezeichnungen wie „Abrufscheck“ oder „Anforderungsscheck“ tragen. Das Formular wird vom Kunden beim Kreditinstitut eingereicht. Daraufhin wird die angeforderte Summe von der jeweiligen Bank oder Sparkasse auf einem laufenden Konto des Kunden, meist dem auch sonst von diesem genutzten Girokonto, verbucht. Der Kunde kann auf diese Weise meist innerhalb eines Tages über den angeforderten Betrag verfügen. Für Abrufkredite gibt es meist eine feste Laufzeit. Es existieren jedoch auch Vertragsgestaltungen, die eine unbefristete Kreditgewährung vorsehen. In solchen Fällen gibt es meist Kündigungsregeln für den Fall einer Vertragsbeendigung. Dabei gelten gleiche Fristen für beide Vertragsparteien bei fristgemäßen Kündigungen, während bei fristlosen Kreditkündigungen von Seiten der Bank oder Sparkasse die für den Kontokorrentkredit geltenden Regeln über das Vorliegen eines wichtigen Grundes Anwendung finden. Der Vorteil eines Abrufs liegt in seiner schnellen, unbürokratisch organisierten Verfügbarkeit und in der flexiblen Verhandelbarkeit der Konditionen. Die Zinsbelastung ist zumeist etwas oberhalb des klassischen Ratenkredits anzusetzen, liegt jedoch oft deutlich niedriger als beim herkömmlichen Dispositionskredit. Zinsänderungen finden in der Regel entsprechend der Entwicklung des Marktzinses statt, wobei die Abrechnung monatlich oder vierteljährlich über das Girokonto des Kunden stattfindet. Nur in seltenen Fällen wird parallel zum Girokonto ein separates Kreditkonto für den Abrufkredit geführt, über das die Aus- und Rückzahlung der Darlehensvaluta und die Belastung der aufgelaufenen Zinsen stattfinden. Vor Einräumung eines Abrufkredits erfolgt regelmäßig eines Bonitätsprüfung mit Schufaabfrage. Meist ist ein Abrufkredit ein Blankokredit, sodass eine gesonderte Besicherung meist nicht stattfindet.

    Rahmenkredit

    Ein Rahmenkredit ist ein Darlehen, das eine Bank oder Sparkasse einem Kunden unbefristet oder für einen bestimmten Zeitraum mit einer festen Obergrenze einräumt. In der Regel wird ein Rahmenkredit an Unternehmen oder Freiberufler vergeben, die laufend Kredit in unterschiedlicher Höhe in Anspruch nehmen. Der Sinn eines Rahmenkredits liegt darin, dass eine Bonitätsprüfung meist nur bei Begründung des Darlehensverhältnisses stattfindet, sodass während der laufenden Geschäftsbedienung nicht stets erneut ein zeitaufwändiges Bewilligungsverfahren stattfinden muss. Der Kunde profitiert von kurzen Bearbeitungszeiten und unbürokratischen Abwicklungsprozessen, da der Rahmenkredit meist unmittelbar auf einem ohnehin bestehenden oder zu diesem Zweck eingerichteten Girokonto eingerichtet wird. Häufig wird ein Rahmenkredit unbefristet gewährt. In der Regel kann der ungekündigte Rahmenkredit stets erneut bis zum vereinbarten Limit in Anspruch genommen werden, auch wenn zwischenzeitlich aufgrund einer Ratenzahlungsvereinbarung bereits Teilrückzahlungen stattgefunden haben. Ein Rahmenkredit ist immer dann von Vorteil, wenn feststeht, dass ein Kreditkunde über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder einen Finanzierungsbedarf in absehbarer Höhe haben wird. In der Regel spricht die flexible, schnelle und unbürokratische Handhabung der Darlehensauszahlung für einen Rahmenkredit, wenn der Kunde bereit ist, den meist oberhalb des Zinssatzes für klassische Ratenkredite liegenden Darlehenszins zu akzeptieren und das Risiko der variablen Verzinsung zu tragen.

    Betriebsmittelkredit

    Als Betriebsmittelkredit wird ein Dispokredit für Unternehmer bezeichnet, der meist zur Überbrückung kurz- oder mittelfristiger Liquiditätsengpässe dient. Betriebsmittelkredite werden meist aufgrund eines gesonderten Darlehensvertrages gewährt, der Regeln über die Kredithöhe, die Zinsberechnung, eine bestimmte Laufzeit und die Rückzahlungsmodalitäten enthält. Der Betriebsmittelkredit wird meist zweckgebunden vergeben, sodass die Darlehensvaluta nur für Belange des Unternehmens, etwa für den Kauf von Rohstoffen, Handelswaren oder Investitionsgütern, verwendet werden darf. Bestimmte Betriebsmittelkredite werden zu besonders günstigen Konditionen als Förderkredite vergeben. Wer ein solches Darlehen in Anspruch nehmen möchte, unterliegt meist einer erweiterten Bonitätsprüfung. In der Regel können nur Unternehmen, die bereits mehrere Jahre lang erfolgreich aktiv sind und nachhaltig einen bestimmten Mindestumsatz erzielen, auf einen geförderten Betriebsmittelkredit zurückgreifen. Ansonsten unterliegen Betriebsmittelkredite einer marktüblichen Verzinsung, deren Höhe sich an der Bonität des Kreditnehmers und der Qualität verfügbarer Sicherheiten orientiert.

    Zwischenkredit

    Als Zwischenkredit wird ein Darlehen bezeichnet, das als kurzfristiger Überbrückungskredit eingesetzt wird, bis ein bereits beantragter längerfristiger endgültiger Kredit ausgezahlt wird, bei dem noch nicht alle Bewilligungsvoraussetzungen vorliegen. Diese Form des Darlehens eignet sich daher zur Vorfinanzierung, wenn eine Verbindlichkeit kurzfristig abgedeckt werden muss, die aus der Valuta eines erwarteten langfristigen Darlehens oder aus Eigenmitteln noch nicht bedient werden kann. Häufig wird ein Zwischenkredit bei der Immobilienfinanzierung genutzt, wenn künftig eine langfristige Finanzierung aus einem Bauspardarlehen oder einem anderen Kredit stattfinden soll, bei dem jedoch die Voraussetzungen für eine Auszahlung noch nicht vorliegen. Das kann dann der Fall sein, wenn ein Bauspardarlehen noch nicht zuteilungsreif ist. Ein Zwischenkredit bietet sich auch an, wenn ein langfristiger Kredit noch nicht ausgezahlt werden kann, weil ein Grundstück noch nicht auf den künftigen Darlehensnehmer umgeschrieben worden ist. In solchen Fällen scheitert die Auszahlung des langfristigen Kredits vorläufig noch daran, dass dessen Besicherung mit einem Grundpfandrecht noch nicht erfolgen kann, weil dieses noch nicht eintragungsfähig ist. In anderen Fällen wird ein Zwischenkredit erforderlich, weil noch eine Einwertung des zu erwerbenden Grundstücks fehlt, da noch kein Gutachten über die Höhe des Beleihungswerts vorliegt. Ein Zwischenkredit ist in der Regel zweckgebunden und wird meist nur für wenige Monate ausgereicht. Die Höhe der Verzinsung folgt meist den Regeln, die auch für das künftige langfristige Darlehen gelten. Eine Ablösung des oft auf einem laufenden Kontokorrentkonto bereitgestellten Darlehens erfolgt meist automatisch durch die Valuta aus dem in Aussicht stehenden Darlehen. Der Vorteil eines Zwischenkredits liegt darin, dass er tilgungsfrei ist und Zinsen nur für die Zwischenraten anfallen, die bis zur Ablösung durch den langfristigen Kredit gezahlt werden müssen. Allerdings werden Zinsen bei der Vorfinanzierung eines Bauspardarlehens auch für den bereits angesparten Teil des Bauspardarlehens fällig.

    Saisonkredit

    Ein Saisonkredit ist eine besondere Form des kurzfristigen, häufig zweckgebundenen Darlehens, das Unternehmern und anderen Selbständigen zur Überbrückung eines jahreszeitlich bedingten erhöhten Geldbedarfs gewährt wird. In der Regel wird ein Saisonkredit im Rahmen einer laufenden Geschäftsbeziehung als Kreditlinie auf einem Kontokorrentkonto eingeräumt. Ein Saisonkredit wird meist dann benötigt, wenn ein Unternehmen starken Schwankungen bei seinem Geldbedarf und seinen Zahlungseingängen unterliegt. Eine wichtige Rolle spielt der Saisonkredit in der Landwirtschaft, wo er für die Beschaffung von Saatgut und zur Bezahlung von Erntehelfern benötigt wird, bevor er meist im selben Jahr aus den Erlösen der Ernte getilgt wird. Der Saisonkredit wird meist für drei bis neun Monate von Unternehmen mit stark schwankender Erlösstruktur benötigt. Die Rückzahlung erfolgt aus den planmäßig zu einem voraussehbaren späteren Zeitraum anfallenden Erlösen aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Eine Vereinbarung über einen Saisonkredit enthält stets Regeln über die Höhe der Kreditsumme, die Laufzeit, die Zinshöhe und die Rückzahlungsmodalitäten. Vielfach sind besondere Sicherheiten, etwa in Form der Abtretung künftiger Erlösansprüche oder der Sicherungsübereignung werthaltiger Maschinen oder Fahrzeuge, zu stellen. Außerdem wird ein Saisonkredit meist nur Geschäftskunden mit geprüft guter Bonität im Rahmen einer bereits bestehenden Geschäftsbeziehung gewährt.

    Wozu sich Kontokorrentkredite eignen

    Je nachdem, ob er von einem Privat- oder Geschäftskunden in Anspruch genommen wird, eignet sich ein Kontokorrentkredit für unterschiedliche Bedürfnisse. Beim Privatkunden steht der klassische Dispokredit im Vordergrund, der eine kurzfristige Erweiterung des Liquiditätsspielraums bietet. Unternehmen, Selbständige und Freiberufler setzen den Kontokorrentkredit meist in Form eines Rahmen- oder Saisonkredits ein, um einen vorübergehend erhöhten Geldbedarf unbürokratisch und schnell abdecken zu können, ohne sich stets erneut auf langwierige Kreditprüfungen einlassen zu müssen. Während der Dispokredit bei Privatpersonen meist zur Finanzierung konsumtiver Ausgaben dient, setzen Selbständige und Freiberufler einen Kontokorrentkredit häufig im Rahmen einer langfristigen Finanzierungsstrategie ein, um sich ein flexibles Element im Rahmen ihrer Verbindlichkeiten zu erhalten.

    Privatpersonen

    Für Privatkunden bietet der Kontokorrentkredit meist in Form des Dispositionskredits oder Abrufkredits den Vorteil einer flexiblen Kreditschöpfung für einen überschaubaren Zeitraum. Meist lässt sich ein Dispokredit einsetzen, wenn kurzfristige Zahlungen anstehen, die anderweitig nicht zu leisten sind. Oft spielen hier Sondersituationen wie die Abdeckung der Betriebskostenschuld eines Mieters oder die Finanzierung einer kostspieligen Autoreparatur eine Rolle. In manchen Fällen kann ein Kontokorrentkredit auch eingesetzt werden, wenn eine günstige Kaufgelegenheit ausgenutzt werden soll. Aufgrund der relativ hohen Zinsbelastung lohnt sich die Inanspruchnahme eines Dispositionskredits meist nicht auf längere Zeit. Hier ist es häufig sinnvoll, eine Umwandlung des Kontokorrentkredits in einen regulären Ratenkredit anzustreben. wenn absehbar ist, dass eine kurzfristige Rückführung des Dispos nicht möglich ist.

    Selbstständige und Freiberufler

    Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen einen Kontokorrentkredit meist zur flexiblen Gestaltung ihrer Kreditverbindlichkeiten. Meist tritt hier der Kontokorrentkredit neben andere, bereits bestehende mittel- und langfristige Darlehensverbindlichkeiten und wird zum Ausgleich von im Jahresverlauf stattfindenden Erlösschwankungen eingesetzt. Viele Geschäftskunden lassen sich einen Rahmen- oder Abrufkredit einräumen, ohne diesen ganz oder auch nur teilweise in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall dient dieser Kredit lediglich der Absicherung des Unternehmens gegen plötzlich entstehende Zahlungsnotwendigkeiten. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wird der Reduzierung der Zinslast meist Priorität eingeräumt, sodass die meisten Firmenkunden bemüht sind, die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits auf ein Minimum zu beschränken und eingehende Zahlungen zur sofortigen Rückführung dieses Darlehens einzusetzen. In vielen Fällen dient der Kontokorrentkredit primär der Absicherung eines Unternehmens, um im Bedarfsfall flexibel und unbürokratisch auf einen kurzfristig entstehenden Geldbedarf schnell reagieren zu können. Insoweit lässt sich ein Kontokorrentkredit als ein flexibles Element in eine längerfristige Finanzierungsstrategie integrieren.

    Überbrückung von saisonalen Unregelmäßigkeiten

    Kontokorrentkredite eignen sich für juristische Personen wie Aktiengesellschaften und GmbHs, aber auch für Handelsgesellschaften, eingetragene Kaufleute und andere Unternehmen, sowie für Freiberufler, Landwirte und Weinbauern insbesondere dann, wenn sie Zeiten überbrücken müssen, in denen ein relativ hohem Investitionsbedarf verhältnismäßig geringen Einnahmen gegenübersteht. In solchen Fällen lässt sich ein rechtzeitig vereinbarter Kontokorrentkredit einsetzen, um diesen Zeitraum eines saisonal aufkommenden Geldbedarfs zu überbrücken. Lohnend ist ein solcher Kredit deshalb, weil im Regelfall kein langwieriges Bewilligungsverfahren mit einer entsprechend umfassenden Bonitätsprüfung erforderlich ist. Da diese Form des Kredits auf einen beschränkten Zeithorizont ausgerichtet ist, wird er meist nur mit kurzen Rückzahlungsfristen gewährt, sodass er oft wenige Monate nach erfolgter Rückzahlung erneut beantragt werden muss. Daher werden Saisonkredite oft durch langfristig eingeräumte oder sogar unbefristete Rahmenkredite ersetzt. Dies ist allerdings häufig mit regelmäßig wiederkehrenden Bonitätsprüfungen im Rahmen der Kreditüberwachung und oft auch mit einer höheren Verzinsung verbunden. Außerdem legen viele Kreditinstitute besonderen Wert auf verstärkte Sicherheiten, sodass die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit des Darlehensnehmers oft nicht unerheblich eingeschränkt wird.

    Kurzfristige Inanspruchnahme

    Ein Kontokorrentkredit wird vorwiegend in Anspruch genommen, um einen oft unvorhergesehenen oder periodisch wiederkehrenden kurzfristigen Geldbedarf abzudecken. Insbesondere der für Privatkunden eingeräumte Dispositionskredit wird üblicherweise in Anspruch genommen, um einen plötzlich auftretenden, vorübergehenden Geldbedarf zu befriedigen, den der Kunde nicht aus seinem laufenden Einkommen abdecken kann. Ein Dispositionskredit kann daher beispielsweise dann eingesetzt werden, wenn es um die Reparatur oder den Ersatz eines dringend benötigten Fahrzeugs bzw. eines unverzichtbaren Haushaltsgeräts geht. Auch unaufschiebbare Reparaturen am Haus oder Zahlungen für Betriebskostenabrechnungen und Jahresabrechnungen für Strom, Gas und Wasser werden oft über einen Dispositionskredit finanziert. Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist dann sinnvoll, wenn absehbar ist, dass der Kredit nur kurzfristig benötigt wird. Dies ist in der Regel zu bejahen, wenn das Darlehen aus anderweitigen Einnahmen innerhalb von maximal einem Jahr zurückgezahlt werden kann. In diesem Falle ist die Inanspruchnahme eines Dispokredits trotz der damit verbundenen erheblichen Zinsbelastung vertretbar. Ist zu erkennen, dass eine kurzfristige Inanspruchnahme des Darlehens nicht ausreicht, ist statt eines Kontokorrentkredits ein Ratenkredit die bessere Alternative. Dies gilt besonders dann, wenn es um die Anschaffung eines hochwertigen und langlebigen Konsumguts wie eines Fahrzeugs oder einer Wohnungseinrichtung geht. Bei Selbstständigen, die im Rahmen ihres laufenden Geschäftsbetriebs ständig Kredit in Anspruch nehmen, eignet sich ein Kontokorrentkredit vor allem zum kurzfristigen Ausgleich erheblicher Schwankungen bei den Erlösen aus der Geschäftstätigkeit. In der Regel lohnt es sich für Unternehmen und Selbstständige, sich einen Kontokorrentkredit zumindest einräumen zu lassen, auch wenn dieser aktuell nicht benötigt wird. Viele Unternehmen nutzen ein solches Darlehen als sogenannten Kreditpuffer, der nur bei akutem Geldbedarf tatsächlich in Anspruch genommen wird. Insoweit ist ein solcher kurzfristig verfügbarer Kontokorrentkredit betriebswirtschaftlich sinnvoll, da damit eine flexible Reaktion auf einen akuten Geldbedarf möglich ist, ohne sich auf ein langwieriges Kreditbewilligungsverfahren mit ungewissem Ausgang einlassen zu müssen.

    Langfristige Inanspruchnahme

    Dagegen lohnt es sich in der Regel nicht, einen Kontokorrentkredit langfristig in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere für Privatpersonen, aber auch für Firmenkunden, die längerfristig eine Kreditlinie auf einem laufenden Konto eingeräumt bekommen haben. Die Zinsen für einen Dispokredit liegen zumeist rund doppelt so hoch wie der Marktzins für einen klassischen Ratenkredit, sodass insbesondere die Finanzierung von Anschaffungen über einen Dispositionskredit nicht empfehlenswert ist. Stattdessen sollte in solchen Fällen ein Ratenkredit vereinbart werden, auch wenn dazu eine neue Bonitätsprüfung und eventuell auch die Stellung zusätzlicher Sicherheiten erforderlich sind. Vielfach scheuen Privatkunden eine solche Bonitätsprüfung und meinen, sich eine solche zu ersparen zu können, indem sie ihren Dispokredit ausschöpfen. Dies ist jedoch im Ergebnis nachteilig, da die langfristige Inanspruchnahme eines solchen Kontokorrentkredits wegen der hohen Zinslast oft zu einer deutlichen Verschlechterung der finanziellen Gesamtsituation führt. Auch für Firmenkunden ist die langfristige Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits meist wenig attraktiv. Auch wenn hier derartige Rahmenkredite oft deutlich günstiger als Dispositionskredite für Privatkunden sind, ist die Zinsbelastung noch immer erheblich höher als bei klassischen Geschäftsdarlehen, die ratierlich zurückgeführt werden. Der mit einem Kontokorrentkredit verbundene Vorteil, flexibel, schnell und unbürokratisch auf das Darlehen zugreifen zu können, wird auch bei Geschäftskunden mehr als aufgewogen durch den Nachteil der höheren Zinslast. Auch Unternehmen und Selbständige sind daher meist gut beraten. längerfristige Finanzierungen über einen klassischen Geschäftskredit vorzunehmen.

    Fazit

    Es handelt sich bei einem Dispo um ein variables Darlehen, für welche der Kreditgeber je nach Höhe und Dauer der Nutzung Zinsen verlangt. Grundsätzlich verlangen Banken für einen Dispositionskredit immer höhere Zinsen als für fest vereinbarte Finanzierungen. Doch die unterschiedlichen Zinssätze können täuschen. Schließt jemand zum Beispiel einen 2500 Euro Kredit über eine bestimmte Laufzeit ab, bindet er sich daran. Diese Person muss die Zinsen über die gesamte Laufzeit stemmen. Bei einem Dispokredit kann ein Kunde dagegen den Betrag von seinem Konto abheben, der Minusstand wird nicht dauerhaft diese Summe betragen. Nach dem Gehaltseingang dürfte sie deutlich niedriger ausfallen und erst im Laufe des Monats wieder steigen. Da die Zinsen bei einem Verfügungskredit immer tagesaktuell abgerechnet werden, muss ein Verbraucher damit nicht ständig den angegebenen Zinssatz auf die gesamte Kreditsumme zahlen. Das kann dazu führen, dass sich die Konditionen bei einem Dispokredit als vorteilhafter gegenüber anderen Finanzierungsarten herausstellen.

    Flexible und unkomplizierte Rückzahlung

    Es kommt hinzu, dass Kreditnehmer bei der Rückzahlung keinerlei Einschränkungen unterliegen. Verfügen sie über mehr Geld als geplant auf ihrem Konto, sinkt die Kreditsumme automatisch. Bei Festkrediten müssen Verbraucher dagegen Sondertilgungsrechte nutzen oder aber bei einer kompletten Auflösung die Kündigungsfrist abwarten. Die Flexibilität spricht in vielen Fällen für einen Dispokredit, allerdings nur bis zu bestimmten Kreditsummen. Erstens begrenzen Banken solche Kreditlinien auf einen gewissen Betrag, zweitens benötigen Verbraucher bei größeren Investitionen Planungssicherheit hinsichtlich des Zinssatzes. Bei einem Dispo profitieren Kunden zwar zeitnah von einer Zinssenkung, andererseits können sie sich auch ohne Vorlaufzeit mit höheren Zinsen konfrontiert sehen.

    Höhe des gewährten Disposrahmens

    Verbraucher müssen aber zuerst eine Bank finden, die ihnen überhaupt einen Dispo gewährt. Beschäftigte mit regelmäßigem Einkommen dürften bei jedem Bankinstitut nach einer positiv abgeschlossenen Prüfung ihrer Bonität einen Kredit erhalten. Die Höhe variiert von Bank zu Bank, im Durchschnitt beträgt sie zwei bis drei Monatsgehälter. Schwerer an einen solchen Kredit kommen nur teilweise Arbeitende mit Niedriglohn, freiberuflich Tätige, Auszubildende und Studierende. Bei diesen Gruppen legen Banken höchst unterschiedliche Maßstäbe an. Manche richten problemlos eine Kreditlinie ein, auch wenn es sich um einen Kredit ohne Sicherheiten handelt. Andere Häuser verweigern in diesen Fällen einen Dispokredit. Deshalb sollten Interessierte bei einem Vergleich von Girokonten dieses Kriterium genau beachten.

    Zinssatz als Vergleichskriterium

    Haben sich Verbraucher grundsätzlich für einen Dispokredit entschieden, sollten sie die Bereitstellungszinsen für das Darlehen zwischen verschiedenen Banken vergleichen. Die Zinssätze differieren um mehrere Prozentsätze, was bei der Nutzung einer höheren Kreditlinie einen beträchtlichen Unterschied bedeutet. Ein Blick lohnt sich auch auf die Häufigkeit der Zinsabrechnung: Je öfter eine Bank Zinsen einfordert, desto mehr müssen Kunden aufgrund des Zinseszinseffekts zahlen.

    Grundsätzlich empfehlen sich Banken, die offen ihre Zinsen darlegen und diese am besten an einen Referenzwert wie die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank anlehnen. Zudem müssen Kunden aufpassen, dass sie ihren Kreditrahmen nicht überziehen. Manche Häuser tolerieren dies zwar, verlangen dann aber einen sogenannten Überziehungszinssatz, der häufig das Doppelte des Dispozinses beträgt.

  • Ein Konsumkredit als Wünscheerfüller

    Ein Anschaffungskredit wird von fast allen Banken und Sparkassen angeboten. In der Regel ist bei solchen Finanzierungen eine Laufzeit von bis zu 6 Jahren möglich. Zurückgezahlt wird diese Art des Darlehens durch monatliche Raten. Die Rate setzt sich zusammen aus einem Tilgungsanteil und einem Zinsanteil. Zusätzlich verlangen viele Kreditgeber auch eine einmalige Bearbeitungsgebühr. Neben der monatlichen Rückzahlung ist auch eine Einmalzahlung möglich und denkbar. Hier muss aber auf eventuelle Kündigungsfristen geachtet werden. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung wird zudem oft ein sogenanntes Vorfälligkeitsentgelt fällig. Die Konditionen im Allgemeinen können von Anbieter zu Anbieter variieren.

    Ein Anschaffungskredit ist ein Geld Kredit, der dann entweder bar oder aber in den meisten Fällen auf ein Konto ausgezahlt wird. Der Kreditnehmer kann dann frei über die Summe verfügen und sich seine Wünsche und Traume verwirklichen. Oft gibt es bei solchen Finanzierungen Maximalbeträge. Diese können jedoch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch sein. Der Vorteil von einem Anschaffungskredit, der Zinssatz ist meist niedrig und die Prüfung und Bereitstellung in der Regel unkompliziert.

    Die Überprüfung der Kreditwürdigkeit

    In der Regel überprüft ein Kreditinstitut vor jeder Kreditvergabe die Kreditwürdigkeit des potenziellen Kreditnehmers. Das bedeutet, der Geldgeber will sicher gehen, dass der eventuelle Kreditnehmer auch in der Lage sein wird, die Schuld regelmäßig und fristgerecht zu begleichen. Besteht Kontoverbindung zum Kreditgeber, so kann eine Überprüfung anhand der Kontoumsätze erfolgen. Oft werden dann auch die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, um festzustellen, welche monatliche Rate ohne Probleme tragbar wäre. Wird das reguläre Girokonto bei einer anderen Bank unterhalten, so gibt es dann u.a. die Möglichkeit einer Bank-an-Bank-Auskunft. Hierüber erfährt der mögliche Kreditgeber dann, wie es um die finanzielle Situation des Kunden steht.

    Eine weitere Möglichkeit der finanziellen Überprüfung ist die sogenannte Schufa. Schufa steht für die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherheit. Die Schufa beinhaltet sowohl positive als auch negative Merkmale, die Auskunft über die finanzielle Situation und auch über mögliche Probleme eines Kunden geben. Viele Kreditgeber sehen, nach Zustimmung des Kunden, die Schufa ein, um hier eventuelle Probleme zu vermeiden. Negative Einträge wie z.B. Rückstände bei anderen Darlehen, Mahnverfahren etc. können auch zu einer Ablehnung des Kredits führen. Ein Blick in die Schufa ist meist eine gute und sinnvolle Absicherung für jeden Kreditgeber.

    Immer mehr Kreditgeber jedoch, vor Allem im Internet, locken mit einem Kredit ohne Schufa. Ein solcher schufafreier Kredit bedeutet, dass hier kein Einblick genommen wird und somit auch Menschen mit einer negativen Schufa eine Chance auf einen Anschaffungskredit haben. Oft aber sind diese Kredite dann teurer, sei es vom Zinssatz her oder aber auch von den Gebühren. Ein zweiter Blick sollte in solchen Fällen daher immer auf die einzelnen Konditionen des Kreditvertrages fallen. Auch ein Vergleich kann hier dann sinnvoll sein.

    Die Sicherheiten bei Anschaffungskrediten

    Kreditinstitute verleihen ihr Geld und verlangen dafür neben der regulären Rückzahlung Zinsen und Gebühren. Zusätzlich wird oft eine Sicherheit verlangt. Kann ein Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen, so kann der Kreditgeber dann durch die zur Verfügung gestellte Sicherheit an sein Geld kommen. Bei Anschaffungskrediten werden dann oft, falls möglich, die gekauften Sachen oder Gegenstände sicherungsübereignet. Das bedeutet, zahlt der Kreditnehmer nicht, kann die übereignete Sache durch das Kreditinstitut verwertet werden. Eine weitere Möglichkeit der Absicherung eines Anschaffungskredites ist die sogenannte Restschuldversicherung. Die Restschuldversicherung ist eine Art Lebensversicherung. Diese muss monatlich vom Kreditnehmer bespart werden. Kommt es dazu, dass dieser dann nicht mehr zahlen kann, zahlt die Restschuldversicherung die restliche Kreditsumme an den Kreditgeber direkt. Hierbei handelt es sich um eine Risikoversicherung. Tritt der Fall der Fälle nicht ein und wird die Schuld vollständig beglichen, so verfällt die Restschuldversicherung und mit ihr auch das eingezahlte Kapital.

    Fazit

    Es gibt viele Anbieter für Anschaffungskredite. Wenn auch Sie sich einen Wunsch oder einen lang gehegten Traum erfüllen möchten, so kann diese Art der Konsumfinanzierung auch für Sie eine gute Möglichkeit sein. Vergleichen Sie in jedem Fall mehrere Angebote, sowohl von Anbietern vor Ort als auch seriöse Online Kredite. Nehmen Sie die einzelnen Vertragskonditionen immer genau unter die Lupe und vergleichen Sie die einzelnen Vertragselemente miteinander. Und sind Sie immer ehrlich zu sich selbst. Leider müssen manche Träume auch Träume bleiben. Denn eine Finanzierung, die das Leben erschwert und jeden Monat zu einem finanziellen Spießroutenlauf werden lässt, kann aus einem Traum schnell auch mal einen Alptraum werden lassen. Eine gute und fachmännische Beratung kann Ihnen hier helfen.

  • Der Zwischenkredit – mehr als eine Notlösung

    Ein Zwischenkredit wird immer dann benötigt, wenn bei einem Vorhaben die Eigenmittel oder der bewilligte Kredit zum benötigten Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung stehen. Am häufigsten ist das bei einer Baufinanzierung der Fall, Finanzierungslücken können aber auch bei Investitions- und Projektkrediten auftreten. Eine Zwischenfinanzierung ist lediglich für einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum vorgesehen, während der abzulösende Kredit immer langfristiger Natur ist. Zwischenkredite sind Tilgungskredite. Sie werden im Bereich der Baufinanzierung grundbuchrechtlich abgesichert. Es gibt generell zwei Arten, den Bankkredit und das Bauspardarlehen.

    Der Bankkredit als eine Variante des Zwischenkredites

    Stehen für eine Finanzierung die einzusetzenden Eigenmittel erst in ein paar Monaten oder einem Jahr zur Verfügung, stellt die Bank einen Zwischenkredit zur Überbrückung dieses Zeitraumes zur Verfügung. Eigenmittel sind Festgelder, Termingelder, Sparbriefe, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds oder Lebensversicherungen. Können die Einlagen oder Wertpapiere nicht sofort oder nur unter Verlusten in liquide Mittel umgewandelt werden, empfiehlt sich die kurzfristige Zwischenfinanzierung durch ein Bankdarlehen. Unproblematisch ist diese Finanzierung, wenn es sich um Guthaben handelt, deren Höhe von vornherein feststeht. Der Zwischenkredit wird bis zu deren Fälligkeit und in gleicher Höhe, wie die Einlagen vorhanden sind, befristet.

    Problematischer ist die Zwischenfinanzierung von Anlagen mit variablem Ergebnis wie beispielsweise Fonds-Depots oder Kapitallebensversicherungen. Weicht der Kurs oder die Ablaufleistung bei Tilgung von der eingerechneten Höhe ab, muss unter Umständen eine größere Finanzierungslücke überbrückt werden. Das kann eine Baufinanzierung beträchtlich verteuern, denn der Kreditnehmer muss dann ein weiteres Darlehen aufnehmen, um die Differenz auszugleichen. Benötigt ein Kunde die Zwischenfinanzierung aufgrund später fälliger Geldanlagen ausschließlich für die Anschaffung von Konsumgütern, so kann er seinen Kreditgeber frei wählen. Ein Vorteil dieser Kredite ist ihre relativ kurze Bearbeitungszeit.

    Einige Banken bieten auch eine Zwischenfinanzierung des Kaufpreises für eine neue Immobilie an. Will oder muss der Kreditnehmer eine andere Immobilie erwerben, wird der Verkaufserlös der Bestandsimmobilie in die neue Baufinanzierung einbezogen. Hat der Darlehensnehmer bisher zum Beispiel in einer Eigentumswohnung gelebt und kauft jetzt ein Einfamilienhaus, so kann der Verkaufspreis der Wohnung als Eigenkapital eingesetzt werden und dazu beitragen, dass der Hauskauf preiswerter finanziert wird. Am günstigsten ist es für den Bauherrn, wenn er bereits einen Käufer auf vertraglicher Basis oder einer notariellen Vormerkung nachweisen kann. Da das Risiko für beide Vertragspartner bei dieser Art Zwischenfinanzierung sehr hoch ist, verlangen Banken gern zusätzliche Gebühren und Sicherheiten vom Kreditnehmer, beispielsweise die Abtretung der Kaufvertragsansprüche.

    Welche Nachteile kann ein Zwischenkredit haben?

    Der Bankkredit wird als variables Darlehen ausgereicht, das heißt, die Konditionen werden fortlaufend dem aktuellen Zinsniveau angepasst. Es erfolgt während der Laufzeit des Zwischenkredites keine Tilgungsleistung. Der Kredit ist ein endfälliges Darlehen, das mit dem Eigenkapital oder dem erzielten Verkaufserlös der Altimmobilie getilgt wird. Damit sind nur Zinszahlungen zu leisten, die Zinskonditionen enthalten einen Aufschlag gegenüber Baufinanzierungsdarlehen. Dieser ist umso höher, je unsicherer die Erlöse der Geldanlagen beziehungsweise des Immobilienverkaufs sind.

    Generell sind die Zinsen der Banken bei Bauzwischenkrediten etwas höher als die Zinsen für Hypotheken Darlehen, so dass man darauf achten sollte, dass die Zwischenfinanzierung nicht zu lange in Anspruch genommen wird. Ein Zwischenkredit, der länger als zwei Jahre läuft, rechnet sich meistens nicht. Bei steigenden Zinsen kann es durch die variablen Konditionen zu außerplanmäßigen Mehrausgaben kommen. Banken erheben darüber hinaus Bearbeitungsgebühren für diese Darlehen. Der Zwischenkreditbedarf sollte nicht zu knapp kalkuliert werden, um Nachfinanzierungen zu vermeiden. Beachtet werden muss ebenfalls, dass Banken in der Regel keine reinen Zwischenkredite anbieten. Das langfristige Folgedarlehen muss bei der gleichen Bank, die die Zwischenfinanzierung bereitgestellt hat, beantragt werden.

    Der Bausparvertrag als Grundlage für einen Zwischenkredit

    Eine spezielle Form des Zwischenkredites reichen Bausparkassen aus. Sie finanzieren damit einen noch nicht zugeteilten Bausparvertrag vor. Auf den Bausparvertrag müssen allerdings schon Spar- oder Einmalzahlungen erfolgt und das Mindestsparguthaben, das tariflich vorgesehen ist, erreicht sein. Das sind meist 40 bis 50 Prozent der abgeschlossenen Bausparsumme. Die restlichen 50 bis 60 Prozent der Bausparsumme werden dem Bausparer als Darlehensanspruch gewährt. Voraussetzung für die Zwischenfinanzierung ist, dass eine bestimmte von der Bausparkasse vorgegebene Mindestbewertungszahl erreicht wurde. Die Laufzeit des Zwischenkredites kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen.

    Das Zwischendarlehen der Bausparkasse ist wie ein Hypothekendarlehen ausgestaltet. Das bedeutet, dass eine Sollzinsbindung bis zum Ende der Darlehenslaufzeit vereinbart wird und eine vorzeitige Ablösung des Zwischenkredites ohne Vorfälligkeitsentschädigung nicht möglich ist. Dafür sind die Konditionen günstiger als bei einem Ratenkredit oder der Inanspruchnahme des Dispokredites. Sie richten sich nach den aktuellen Baufinanzierungskonditionen, für die die Pfandbriefrenditen ausschlaggebend sind und beinhalten nur einen geringen Zuschlag gegenüber den marktüblichen Konditionen. Die Zwischenfinanzierung hat keinerlei Auswirkungen auf den Erhalt der staatlichen Förderungen.

    Welche Besonderheiten hat ein Bausparzwischenkredit?

    Unbedingt beachten sollte man, dass die Zwischenfinanzierung für die gesamte Bausparsumme erfolgt, so dass die monatliche Belastung von vornherein höher ist. Das angesparte Bausparguthaben wird weiterhin mit den Guthabenzinsen des Bausparvertrages verzinst, die jedoch relativ niedrig sind. Der Bausparvertrag muss in der Zwischenzeit weiter bespart werden, so dass hohe Belastungen für den Kreditnehmer die Regel sind. Ist der Bausparvertrag regulär zuteilungsreif, erfolgt die Tilgung des Zwischenkredites mit dem Bausparguthaben und dem normalen Bauspardarlehen.

    Ein Zwischenkredit bei einer Bausparkasse wird auch dann notwendig, wenn der Zeitpunkt des Finanzbedarfes und der Zuteilungsreife des Bausparvertrages nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind und das Guthaben bereits vor der tatsächlichen Auszahlung benötigt wird. Die Zuteilung eines Bausparvertrages hängt von sehr vielen Faktoren ab, deshalb ist es sehr schwierig, diese auf den Monat genau zu prognostizieren. Erst wenn eine ausreichend hohe Bewertungszahl im Vergleich zu anderen Bausparern erreicht ist, kommt der Vertrag zur Zuteilung.

    Wann lohnt sich ein Zwischenkredit?

    Wird das Geld für eine Immobilie schneller benötigt als geplant oder stehen vorhandene Mittel und Kreditlinien erst später zur Verfügung, kommt eine Zwischenfinanzierung des Vorhabens infrage. Auch wenn diese Finanzierung nur kurzfristiger Natur ist, lohnen sich Konditionsvergleiche verschiedener Anbieter. Eine Zwischenfinanzierung sollte zwar ausreichend, aber wegen der zusätzlichen und teuren Zinskosten auch nicht zu üppig ausfallen. Es kommt auf eine gute Kalkulation an. Objektive Beratung und ein fundierter Vergleich im Vorfeld helfen, dass man einen Kredit mit günstigen Zinsen findet. Bei der Zwischenfinanzierung eines Bausparvertrages ist man an seine Bausparkasse und deren Tarife gebunden.

    Zwischenkredite sind Darlehen Ohne Tilgung, es sind nur Zinsen an das Kreditinstitut zu zahlen. Besonders günstig sind Zwischenfinanzierungen in einer Niedrigzinsphase. Man sollte genau nachrechnen, ob der Kostenaufwand für den Zwischenkredit höher ist als die Zinsnachteile beim vorfristigen Auflösen einer Geldanlage oder der Inanspruchnahme eines Alternativkredites. In diesem Fall lohnt sich eine Zwischenfinanzierung nicht. Ist das allgemeine Marktzinsniveau während der Laufzeit des Zwischenfinanzierungsdarlehens gesunken, profitiert der Darlehensnehmer von einer geringeren Zinsbelastung beim folgenden Baufinanzierungsdarlehen.

  • Bankaval: Wenn die Bank bürgt

    Ein Avalkredit, auch Bankaval genannt, ist kein normaler Kredit. Es handelt sich dabei um eine Bürgschaft und damit um eine sogenannte Kreditleihe. Der Bürge ist aber kein Familienmitglied oder Bekannter, sondern eine Bank. Anstatt Geld zu verleihen, stellt die Bank ihren Namen und damit eine Garantie für Kreditwürdigkeit zur Verfügung. Genutzt werden solche Bürgschaften durch Kreditinstitute in erster Linie von Behörden, Selbstständigen und Unternehmen. Es handelt sich beim Avalkredit also nicht um einen privaten Darlehens Vertrag, einen Kredit für Auszubildende, Studenten, den Führerschein, den Hausbau oder um ein Hartz 4 Darlehen.

    Vertrauen in Banken größer in Unternehmen

    Eine Bank verbürgt sich dafür, dass eine bestimmte Leistung, zum Beispiel die Bezahlung von Maschinen, auch erbracht werden kann. Schließlich wird eine solche Bürgschaft von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Auftraggebern weltweit als Sicherheit anerkannt und ist häufig ausschlaggebend dafür, ob ein Vertrag abgeschlossen wird. Steht eine Bank im Hintergrund ist das Vertrauen in einer Erfüllung des Vertrags, zum Beispiel die Lieferung von Geräten oder anderen Waren, eben deutlich größer. Zudem erspart es dem Geschäftspartner einen zeitraubenden Arbeitsschritt, nämlich die Prüfung der Bonität des anderen Vertragspartners. So kann der abzuschließende Vertrag schnell, unkompliziert und kurzfristig abgesichert werden.

    Bankbürgschaften können auch genutzt werden, um vorübergehend für Leistungen einzustehen, die erbracht werden müssen, bevor ein Auftragnehmer dafür eine Gegenleistung in finanzieller Form erhält. Das können zum Beispiel Steuern und Zölle sein, die Unternehmen für den Export oder Import von Waren zahlen müssen. Aber auch Vertragsstrafen, die in der Baubranche fällig werden, wenn Straßen, Brücken oder Gebäude nicht rechtzeitig fertig werden, können über eine Bürgschaft abgemildert werden. Auch als Mietkautionen werden Avalkredite genutzt. Besonders für den Einzelhandel sind diese Mietavale eine Option, da dann keine Geldmittel über die Kaution gebunden sind.

    Keine Leistung ohne Gegenleistung

    Für den Kreditnehmer bietet ein Avalkredit einen erheblichen Vorteil, denn er muss bei der Bank keine Sicherheit hinterlegen. Schließlich würde eine Sicherheit in Form einer Immobilie oder eines größeren Geldbetrages die Liquidität des Kreditnehmers erheblich belasten. Des Weiteren wird die Kreditbelastung bei der Hausbank gesenkt, da kein zusätzliches Geld geliehen werden muss. Damit fällt auch die regelmäßige Zahlung von Zinsen und Kreditraten weg.

    Dennoch lassen sich Kreditinstitute nicht selbstlos darauf ein. Sie verlangen für eine Bürgschaft als Gegenleistung eine Avalprovision. Diese orientiert sich am eingegangenen Risiko und der Laufzeit der Bürgschaft und beläuft sich in der Regel auf 0,25 bis drei Prozent der Bürgschaftssumme pro Jahr. Damit ist eine Avalprovision immer noch deutlich niedriger als der entsprechende Kreditzins beim Leihen der Geldsumme bei der Bank. Außerdem wird wie bei einem herkömmlichen Kredit auch die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers geprüft. Dadurch soll das finanzielle Risiko für die Bank gesenkt werden. Schließlich geht das Kreditinstitut auch beim Avalkredit eine Verbindlichkeit ein und muss im Ernstfall für einen Zahlungsausfall des Kreditnehmers haften und finanziell einspringen. Denn eine Bürgschaft ist immer ein Zahlungsversprechen gegenüber einem Dritten.

  • Endfälliges Darlehen sinnvoll?

    Ein endfälliges Darlehen ist dadurch gekennzeichnet, dass während der Laufzeit keine Kredittilgung stattfindet. Erst am Ende wird der Kredit in einer Summe zurückgezahlt. Vor Fälligkeit des Darlehens fallen daher nur Zinszahlungen an. Der Zahlungsstrom eines endfälligen Darlehens unterscheidet sich damit signifikant von Annuitäten- und Tilgungsdarlehen. Während der Laufzeit ist die Liquiditätsbelastung für den Kreditnehmer deutlich geringer als bei den beiden anderen Darlehensformen, dem steht die bei Fälligkeit zu leistende hohe Einmalzahlung gegenüber.

    Die Herausforderung für den Kreditnehmer besteht daher darin, zum Fälligkeitszeitpunkt das erforderliche Kapital verfügbar zu haben, um die Rückzahlung leisten zu können. Dies kann entweder dadurch erfolgen, dass bereits vorhandene Kapitalanlagen frei und zur Tilgung eingesetzt werden, oder während der Kreditlaufzeit das benötigte Kapital angespart und bei Fälligkeit zur Rückzahlung verwandt wird.

    Typische Darlehenskonditionen

    Endfällige Darlehen sind meist langfristig angelegt. Am Markt kommen Laufzeiten bis zu 20 Jahren vor. Im Übrigen unterscheiden sie sich kaum von anderen Baudarlehen. Wenn sie unter die Vorschriften des BGB für Verbraucherdarlehen fallen, gelten hier die gleichen Form-, Inhalts- und Gestaltungsvorschriften wie bei anderen Krediten auch. In der Regel findet eine dingliche Besicherung über eine Grundschuld statt. Ergänzend werden oft Forderungen aus Kapitalanlagen, die der Kredittilgung dienen sollen, als zusätzliche Sicherheit an den Kreditgeber abgetreten. Bei den Zinsen sind sowohl Festzinsvereinbarungen als auch variable Zinsen möglich. Manchmal werden auch Kombinationsmodelle angeboten, zum Beispiel anfänglich eine variable Verzinsung, die später in eine Festzinsvereinbarung umgewandelt werden kann.

    Zweckmäßig zur Zwischenfinanzierung

    In der Praxis werden endfällige Darlehen oft vereinbart, wenn noch nicht zuteilungsreife Bausparverträge oder noch nicht fällige Kapitallebensversicherungen bestehen. Der Kreditnehmer verfügt hier bereits über einen Kapitalstock, den er allerdings zum Finanzierungszeitpunkt noch nicht oder nur mit Verlusten nutzen kann. Ein endfälliges Darlehen dient in diesem Fall der Überbrückung bzw. Zwischenfinanzierung. Solche Darlehen sind meist zweckmäßig, wenn die Überbrückungszeiträume überschaubar sind. Würde der Kreditnehmer zum Beispiel eine Lebensversicherung vorzeitig beenden, müsste er beim Rückkauf durch die Versicherung mit erheblichen Abschlägen rechnen. Diese ungünstige Situation kann er mit einem endfälligen Darlehen vermeiden.

    Differenzierte Beurteilung als Finanzierungsmodell

    Anders sieht die Kalkulation aus, wenn das benötigte Kapital erst während der Kreditlaufzeit angespart werden muss. Dies kommt ebenfalls häufig vor. Gängige Anlageformen sind hier ebenfalls Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge, aber auch Fondssparpläne, zum Beispiel auf Basis von Aktienfonds. Ein solches Finanzierungsmodell rechnet sich im Allgemeinen nur, wenn die Kreditkosten, insbesondere die Kreditzinsen, niedriger sind als die mit den Kapitalanlagen erzielten Erträge. Im Normalfall ist das bei den meisten Kapitalanlagen nicht der Fall. Die Kreditzinsen liegen in der Regel höher. In dieser typischen Konstellation ist die beste Strategie die schnellstmögliche Kredittilgung, denn damit wird die vergleichsweise teure Zinsbelastung schneller abgebaut. Gerade das bietet ein endfälliges Darlehen aber nicht. Wird der Kredit als variables Darlehen gestaltet, trägt der Kreditnehmer zusätzlich noch ein Zinsänderungsrisiko.

    Eine Ausnahme bieten ggf. Fondssparpläne auf der Basis von Aktien. Aktienrenditen liegen in der langfristigen Betrachtung über den Renditen verzinslicher Anlagen und manchmal auch höher als die Kreditzinsen. Ein aktienfondsbasiertes Sparmodell kann sich also rechnen. Allerdings nimmt der Kreditnehmer hier erhebliche spekulative Risiken in Kauf. Wird die notwendige Rendite nicht erreicht, ist dieses Modell nicht nur teuer, häufig wird auch das Ansparziel verfehlt, das heißt am Ende steht nicht genug Kapital für die Kredittilgung zur Verfügung. Der Kreditnehmer muss die Kapitaldifferenz dann anderweitig beschaffen.

    Steuerliche Effekte bei vermieteten Immobilien

    Wenn das endfällige Darlehen zur Finanzierung einer vermieteten Immobilie eingesetzt wird, ergibt sich nochmal eine andere Rechnung. Hier spielen nämlich steuerliche Effekte bei der Kalkulation eine Rolle. Finanzierungskosten, wie Zinsen, sind bei vermieteten Immobilien im Gegensatz zur Eigennutzung bei der Einkommensteuer als Werbungskosten absetzbar. Die tatsächliche Zinsbelastung für den Kreditnehmer ist durch diesen steuerlichen Absetzungseffekt geringer. Dann rechnen sie unter Umständen auch niedriger rentierliche Anlagen zur Finanzierung der Tilgung bei Endfälligkeit. Allerdings unterliegen auch Kapitalanlagen der Besteuerung. Letztlich kann nur eine detaillierte, auf den Einzelfall bezogene Rechnung zeigen, ob sich ein endfälliges Darlehen lohnt.

    Notwendig: Sicherheiten und Bonität

    Endfällige Darlehen kommen vorwiegend in der Immobilienfinanzierung vor. Sie sind im Normalfall erstklassig besichert und setzen eine ausreichende Bonität des Schuldners voraus. Als Lösungen für Notfinanzierungen wie Kredit trotz Insolvenz und Kredit trotz Lohnpfändung oder als Kredit für Geringverdiener kommen sie daher nicht in Betracht.

  • Günstige Ratenkredite im Vergleich

    Mit einem Ratenkredit lassen sich auch Vorhaben umsetzen, die andernfalls nicht durchführbar wären. Schließlich verdient kaum ein Berufstätiger genug, um von seinen regelmäßigen Einkünften einen teuren Neuwagen oder gar eine Eigentumswohnung ohne die Hilfe einer Bank oder eines anderen Kreditgebers zu finanzieren. Mit einem Darlehen verteilt sich die Gesamtsumme auf überschaubare Raten, die auch Personen mit mittlerem oder sogar geringem Einkommen begleichen können, ohne an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit zu gelangen.

    Wie günstig die Konditionen für den Wunschkredit tatsächlich ausfallen oder ob es nicht bessere Alternativen zur Kreditaufnahme gäbe, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Allen voran der persönlichen und wirtschaftlichen Lebenssituation des Kreditnehmers sowie dem Verwendungszweck des Darlehens. Auch die konkrete Vertragsgestaltung beispielsweise in puncto Vorfälligkeitsentschädigung oder Restschuldversicherung, spielt hierbei eine wichtige Rolle und sollte beim Vergleich der unterschiedlichen Kreditangebote eingehend geprüft werden.

    Wie funktioniert ein Ratenkredit?

    Bei dieser Kreditart wird die aufgenommene Summe in einem Betrag an den Kreditnehmer ausgezahlt, wobei die Rückzahlung der Leihsumme plus der anfallenden Zinsen gemäß der vertraglich vereinbarten Konditionen in monatlichen oder vierteljährlichen Raten erfolgt. Die Höhe der Raten ist hierbei ebenfalls von Beginn an festgelegt und bleibt über die gesamte Laufzeit des Vertrages gleich. Damit gehören die klassischen Ratenkredite zu den sogenannten Annuitätendarlehen und unterscheiden sich von Tilgungsdarlehen, bei denen Leihsumme und Zinsen jeweils getrennt voneinander zurückgezahlt werden.

    Praxisbeispiel: Ein Bankkunde nimmt ein Darlehen über 10.000 Euro auf. Der effektive Jahreszins beträgt 5,5 Prozent und die Laufzeit ist mit einer monatlichen Rate von rund 232 Euro auf vier Jahre festgelegt. Die Gesamtkosten des Darlehens belaufen sich auf knapp 11.134 Euro. Neben dem eigentlichen Darlehensbetrag muss der Kreditnehmer also Zinsen in Höhe von 1.134 Euro bezahlen. Am Ende des ersten Monats beträgt die Restschuld rund 9813 Euro. Mit der ersten Rate hat er daher rund 187 Euro getilgt und knapp 45 Euro Zinsen bezahlt. Die verbleibenden 9813 Euro werden wiederum zu 5,5 Prozent verzinst. Daher kann der Kreditnehmer mit seiner zweiten Monatsrate bereits 188 Euro tilgen und zahlt noch 44 Euro Zinsen. Dieser Prozess setzt sich über die gesamte Laufzeit fort, bis der Bankkunde mit seiner finalen Rate die letzten 231 Euro tilgt, nur noch 1 Euro Zinsen bezahlt und das Darlehen vollständig abgelöst hat.

    Ratenkredite vergleichen

    Jeder Ratenkredit geht mit bestimmten Rahmenbedingungen einher, die von der Bank im Vorfeld festgelegt werden. Dazu gehört beispielsweise die Höhe der möglichen Leihsumme oder die maximale Vertragslaufzeit. Diese Faktoren kann der Kunde im vorgegebenen Rahmen mitbestimmen. Optional ist auch der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung für den Todesfall oder die Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers. Den endgültigen Zinssatz hingegen bestimmt die Bank. Je höher sie ihr Ausfallrisiko in Bezug auf das Einkommen, die Zahlungshistorie und vorhandene Sicherheiten des Kunden einschätzt, desto höher fällt er aus. Fix hingegen sind die Rückzahlungs- und Auszahlungsmodalitäten.

    Darlehenssumme

    Viele Banken verleihen ihr Geld erst ab einer Darlehenssumme von 2000 Euro aufwärts, weil Risiko und verwaltungstechnischer Aufwand andernfalls in keinem rentablen Verhältnis zum Gewinn stünden. Bei Beträgen, die unterhalb dieser Summe liegen, spricht man von Mikro- oder Minikrediten, für die entsprechend kurze Laufzeiten von wenigen Tagen bis hin zu einem Jahr vorgesehen sind. Eine Obergrenze für Ratenkredite gibt es in diesem Sinne nicht. Erfolgreiche Unternehmen können beispielsweise Darlehen im Umfang von mehreren Millionen Euro aufnehmen, um neue Maschinen zu beschaffen oder ganze Industrieanlagen zu bauen. Privatpersonen nehmen die größten Beträge typischerweise im Rahmen einer Baufinanzierung oder beim Kauf einer Eigentumswohnung auf.

    Minikredite, deren Darlehenssumme weniger als 1000 Euro beträgt, werden nur selten vom klassischen Geldinstitut vergeben. Es gibt allerdings verschiedene Anbieter, die sich auf sogenannte Blitzkredite ab einer Darlehenssumme von etwa 200 Euro, spezialisiert haben. Auch wenn es sich dabei um besonders kleine Beträge handelt, sind Minikredite nicht zwangsläufig günstiger als große Darlehen. In der Praxis ist sogar häufig das Gegenteil der Fall. Alternativen dazu wären beispielsweise der Dispokredit, ein Rahmenkredit oder je nach Verwendungszweck eine Händlerfinanzierung.

    Zinsen

    Für die Bereitstellung des Darlehens verlangt die Bank einen Zins, den der Kreditnehmer zusätzlich zur Leihsumme zurückzahlen muss. Je nach Kreditart kann der Zins über die gesamte Laufzeit derselbe sein oder aber den üblichen Marktschwankungen entsprechend variieren. Ratenkredite, für die ein bestimmter Zinssatz festgeschrieben wird, sind sogenannte Festzinsdarlehen, die in Form gleichbleibend hoher Raten zurückgezahlt werden. Nichtsdestotrotz setzt sich die Monatsrate aus zwei verschiedenen Komponenenten zusammen: dem Tilgungsanteil, mit dem nur die tatsächliche Leihsumme zurückgezahlt wird und dem Zinsanteil, mit dem die anfallenden Gebühren beglichen werden. Auch wenn die Rate selbst immer gleich hoch bleibt, verändert sich das Verhältnis beider Komponenten zueinander. Schließlich wird der Zinsanteil stets auf die noch verbleibende Restschuld bezahlt. Nimmt diese ab, sinkt auch der Zins.

    Verfügbarkeit

    Ein Ratenkredit wird dem Bankkunden normalerweise ausbezahlt, sobald der Kreditantrag bewilligt wurde. Soll die Auszahlung zu einem späteren, vertraglich vereinbarten Zeitpunkt erfolgen, spricht man von Forward Darlehen, mit denen sich beispielsweise Bauherren aktuell günstige Zinsen für die Zukunft sichern können. Im Unterschied zu Abrufdarlehen oder Dispositionskrediten, bei denen der Bankkunde einen Verfügungsrahmen erhält, innerhalb dessen er größere oder kleinere Beträge ganz nach seinem eigenen Ermessen abheben kann, erfolgt die Auszahlung eines Ratenkredites immer in einem Betrag. Eine gestaffelte Auszahlung mehrerer Teilbeträge ist nicht vorgesehen.

    Sonderkosten

    Neben den vereinbarten Sollzinsen auf die Leihsumme muss der Kreditnehmer auch zusätzliche Kosten tragen, die von Bank zu Bank und abhängig von der jeweiligen Vertragsgestaltung unterschiedlich hoch ausfallen können. Dazu gehören typischerweise Bearbeitungskosten und andere Gebühren oder Provisionen, die das Kreditinstitut für die Einrichtung und Verwaltung des Darlehens berechnet. Wenn der Kreditvertrag zusammen mit einer Restschuldversicherung unterzeichnet wird, gehört auch die Versicherungsprämie zu den Kosten, die im Sollzins nicht enthalten sind. Derartige Sonderkosten können auch vermeintlich günstige Ratenkredite immens verteuern, wie es beispielsweise bei Null-Prozent-Finanzierungen manchmal der Fall ist.

    Effektiver Jahreszins

    Damit der Bankkunde bei alledem nicht den Überblick verliert, sind Banken gesetzlich verpflichtet sämtliche Faktoren, die den endgültigen Preis des Darlehens bestimmen, mit dem sogenannten effektiven Jahreszins anzugeben. Beim Vergleich unterschiedlicher Kreditangebote sollten Sie daher stets überprüfen, wie hoch dieser ausfällt. Je nach Anbieter ist der Effektivzins an nur wenig prominenter Stelle beispielsweise unter dem Nominalzinssatz angegeben. Vergleichsportale im Internet hingegen stellen die infrage kommenden Kredite vereinheitlicht dar. Sie sortieren ihre Ergebnisse nicht nach dem Sollzins, sondern danach, wie hoch der effektive Jahreszins ausfällt.

    Vorfälligkeitsentschädigung

    Wenn ein Kreditinstitut Geld verleiht, möchte es damit einen Gewinn erzielen, der durch die festgelegten Zinsen genau berechenbar ist und dementsprechend für die zukünftige wirtschaftliche Tätigkeit eingeplant wird. Durch die vertragsgemäße Rückzahlung des Darlehens ergibt sich daraus im besten Fall eine Win-win-Situation für Kunde und Bank. Möchte der Kunde das geliehene Geld jedoch früher zurückzahlen als vereinbart, etwa weil er eine Erbschaft in entsprechender Höhe oder einen günstigen Umschuldungskredit erhalten hat, mag das für ihn eine positive Situation sein. Der Bank hingegen gehen die Zinsen aus der verbleibenden Laufzeit des Darlehens verloren. Daher enthalten die meisten Kreditverträge eine Klausel zur sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung.

    Kosten der Vorfälligkeit

    Soll der Ratenkredit vorzeitig abgelöst werden, muss der Kunde die Bank für diesen sogenannten Margen- oder Refinanzierungsschaden entschädigen. Die Höhe der Ausgleichszahlung ist abhängig von dem Verwendungszweck des Darlehens und dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Für Ratenkredite, die nicht zum Zweck einer Baufinanzierung aufgenommen und vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, gilt einzig das, was im jeweiligen Vertrag festgehalten wurde. Bei später unterzeichneten Darlehen hingegen darf die Vorfälligkeitsentschädigung maximal 1 Prozent der Leihsumme betragen, wenn sich die Restlaufzeit des Vertrages auf 12 Monate oder mehr beläuft. Bei einer verbleibenden Laufzeit von weniger als 12 Monaten darf die Bank maximal 0,5 Prozent der Kreditsumme als Ausgleichszahlung verlangen.

    Sonderfall Baufinanzierung

    Komplizierter verhält es sich bei der vorzeitigen Rückzahlung eines Baudarlehens. In diesem Bereich gibt es nämlich keine verbindlichen Vorgaben vonseiten des Gesetzgebers, was die Höhe der Entschädigung betrifft. Zudem berechnen Geldinstitute die Ausgleichszahlung anhand so vieler Faktoren, beispielsweise der fiktiven Wiederanlage oder des genauen Datums der Rückzahlung, dass das endgültige Ergebnis für Laien kaum nachvollziehbar ist. Ein Umstand, den vor allem Verbraucherschutzverbände immer wieder kritisieren. Wer ein Baudarlehen vor Ende der Sollzinsbindung ablösen will, sollte daher rechtzeitig einen Fachmann zurate ziehen und genau prüfen, ob eine Kündigung für ihn tatsächlich günstiger als die vertragsgemäße Fortführung des Darlehens ist.

    Restschuldversicherung

    An der Frage, ob und in welchen Fällen der Abschluss einer Restschuldversicherung sinnvoll ist oder nicht, scheiden sich die Geister. Grundsätzlich ist sie dazu gedacht, den Kreditnehmer und dessen Angehörige abzusichern, wenn er aufgrund eines Unfalles arbeitsunfähig wird, seinen Job verliert oder vor der endgültigen Rückzahlung des Darlehens verstirbt. In diesem Fall sollen die ausstehenden Raten von der Restschuldversicherung übernommen werden. Tatsächlich sind die Fälle, in denen die Versicherung einspringt, bei vielen Policen jedoch genau definiert. So werden beispielsweise die Schulden von Kreditnehmern, die an bestimmten Vorerkrankungen litten oder nur befristet beschäftigt waren, von der Versicherung häufig nicht übernommen. Darüber hinaus kann eine Restschuldversicherung den Ratenkredit unverhältnismäßig verteuern.

    Besonders teuer wird die Risikoversicherung, wenn sie als Einmalbetrag fällig wird. Dieser wird nämlich der Leihsumme hinzuaddiert und dementsprechend verzinst. Verbraucher sollten in jedem Fall darauf achten, dass Kosten und Nutzen der Restschuldversicherung miteinander im Verhältnis stehen. Einen Kredit für wenige Tausend Euro mit einer Police abzusichern, die unverzinst gut und gerne die Hälfte der Leihsumme beträgt, ist Experten zufolgen wenig sinnvoll. Grundsätzlich jedoch ist das Kreditinstitut dazu verpflichtet, die Versicherungsprämie bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses zu berücksichtigen. Kunden sollten den vorgelegten Vertrag sorgfältig studieren. Gegebenenfalls ist eine separate Police besser geeignet, um die vertragsgemäße Rückzahlung des Darlehens zu gewährleisten.

    Vorsicht bei Ratenkrediten ohne Bonitätsprüfung

    Die Anbieter von Ratenkrediten ohne Bonitätsprüfung wenden sich an Kunden, die bei ihrer Hausbank keinen Kredit mehr erhalten. Etwa, weil ihre Schufa-Auskunft negativ ausfällt oder sie keine festen, ausreichend hohen Einkünfte nachweisen können. Bei den Anbietern Schufa-freier Darlehen handelt es sich meist um Kreditvermittler, die den potenziellen Kreditnehmer zur Unterzeichnung diverser anderer Verträge bewegen wollen. Gängig sind beispielsweise Sparprodukte wie Lebensversicherungen, mit deren Abschluss der Kunde seine Kreditwürdigkeit angeblich verbessern könne. Tatsächlich aber kassiert der Vermittler für jede Unterschrift eine Provision. Interessenten sollten also gut abwägen, ob sich sich in ihrer ohnehin schwierigen Situation mit zusätzlichen Beitragszahlungen belasten wollen.

    Die wenigsten Banken, die bereit sind Kunden mit schlechter Bonität ein Darlehen zu gewähren, verzichten nicht auf die Bonitätsprüfung. Vor allem, wenn es sich bei ihnen um in Deutschland ansässige Kreditinstitute handelt, wird die Schufa-Auskunft des Bewerbers dennoch eingeholt. Entsprechende Werbung ist also häufig irreführend und meint vielmehr, dass schlechte Bonität kein Ausschlusskriterium bei der Kreditvergabe ist. Bereits vorliegende Schulden oder andere in der Wirtschaftsauskunft vermerkten Abweichungen vom vereinbarten Zahlungsverhalten stellen für das Geldinstitut ein hohes Ausfallrisiko dar. Kredite, die ohne Überprüfung der Bonität vergeben werden, sind daher oft unverhältnismäßig teuer. Seriöse und günstige Ratenkredite ohne entsprechende Überprüfung gibt es nicht.

    Direkter Kreditvergleich auf Internetportalen

    Das Angebot an Ratenkrediten ist riesig. Da es neben den klassischen Filialbanken auch immer mehr Direktbanken gibt, die ihre Produktpalette ausschließlich über ihre Website anbieten, fällt es Kunden oft schwer, den Überblick zu behalten. Eine manuelle Auslese der geeigneten Kredite ist zudem umständlich und kostet unverhältnismäßig viel Zeit. Als Einstieg empfehlen sich daher Internetportale, die sich auf die Auswahl und den Vergleich günstiger Darlehen spezialisiert haben. Der Nutzer legt zunächst die Eckdaten seines Wunschkredites fest. Beispielsweise die genaue Leihsumme, die gewünschte Laufzeit oder auch die Höhe der einzelnen Monatsraten. Je nach Portal kann auch ein bestimmter Verwendungszweck angegeben werden. Beispielsweise der Autokauf, die Anschaffung neuer Möbel oder die Umschuldung anderer Darlehen.

    Daraufhin wird ihm eine Liste passender Produkte präsentiert, über die er sich im Anschluss genauer informieren kann. Für gewöhnlich wird das Ergebnis des Kreditvergleichs aufsteigend nach Zinshöhe der einzelnen Posten sortiert. Ganz oben in der Liste erscheint also das günstigste Angebot. Entsprechende Internetportale fragen jedoch nicht nach der Einkommenssituation oder gar der Zahlungshistorie des Nutzers. Bonitätsrelevante Faktoren, die entscheidend mitbeeinflussen, wie günstig ein Produkt letztlich ausfällt, werden beim Kreditvergleich nicht berücksichtigt. Den prominent hervorgehobenen Zinssatz erhalten schließlich nur Kunden mit ausgezeichneter Kreditwürdigkeit.

    Vorteile von Ratenkrediten

    Ratenkredite erweitern den eigenen finanziellen Spielraum um ein Vielfaches und ermöglichen die Anschaffung kostspieliger Konsumgüter, für die Verbraucher sonst über Monate oder gar Jahre hinweg sparen müssten. Kunden mit guter Bonität dürfen darüber hinaus mit guten Konditionen in Form günstiger Zinsen und dementsprechend geringen Mehrkosten rechnen. Dank zahlreicher, für sie infrage kommender Angebote haben sie die sprichwörtliche Qual der Wahl. Auch Unternehmer und Selbstständige profitieren von der schnell verfügbaren Finanzspritze. Ermöglicht sie ihnen doch die zeitgemäße und wettbewerbsorientierte Ausstattung ihres Betriebes. Wenn es sich bei dem Ratenkredit um ein nicht zweckgebundenes Darlehen handelt, kann der Kreditnehmer nach Auszahlung der Leihsumme außerdem selbst entscheiden, wofür er sie letztlich verwenden möchte.

    Schnell verfügbares Geld

    Für Verbraucher, deren Bonität durch etwaige Schulden nicht eingeschränkt wird, ist die Kreditaufnahme eine vergleichsweise unkomplizierte Angelegenheit, die je nach Kreditinstitut innerhalb weniger Tage oder gar Stunden abgewickelt wird. Vorausgesetzt natürlich, der Kunde hat den Kreditauftrag sorgfältig vorbereitet und die benötigten Unterlagen zur Hand. Dazu gehören in erster Linie Belege, die das eigene Einkommen über einen bestimmten Zeitraum hinweg dokumentieren. Die Bonitätsprüfung mittels Schufa-Abfrage nimmt das Kreditinstitut selbst vor. Bei Direktbanken ist außerdem ein Identitätsnachweis in Form einer Ausweiskopie nötig. Etwas Zeit sollten Kunden jedoch in die Vorauswahl und den Vergleich passender Kreditangebote investieren. Außerdem sind größere Projekte wie Baufinanzierungen generell beratungsintensiver als die Aufnahme eines Konsumkredits in Höhe von wenigen Tausend Euro.

    Besonders schnell erfolgt die Auszahlung bei Direktbanken, die sich auf die Vergabe von Sofortkrediten spezialisiert haben. Dank genormter Bewertungsverfahren können sie die Bonitätsprüfung innerhalb weniger Minuten abwickeln. Je nachdem, wie viel Zeit die Einreichung der geforderten Unterlagen und die notwendige Identitätsprüfung in Anspruch nimmt, vergehen zwischen der vorläufigen Kreditzusage und der Auszahlung des Wunschbetrages nur einige Werktage. Eine kürzere Bearbeitungszeit haben nur Kredite mit Blitzüberweisung, die innerhalb von 24 Stunden oder weniger ausgezahlt werden. Bei ihnen handelt es sich allerdings um sogenannte Minidarlehen, deren Höchstsumme normalerweise auf einige Hundert Euro beschränkt ist.

    Mehr Flexibilität für Investitionen

    Für Selbstständige sind Ratenkredite oft die einzige Möglichkeit, um ihr Unternehmen überhaupt in Gang zu bringen. Die Anschaffung geeigneter Maschinen, Büromöbel oder Computer kostet schließlich weit mehr, als ein Jungunternehmer aus eigener Tasche bezahlen kann. Selbstständige haben bei Kreditinstituten aufgrund ihrer unsicheren wirtschaftlichen Situation oft schlechte Karten. Zumindest was Darlehen für den privaten Gebrauch betrifft. Einen Kredit für Existenzgründer können sie hingegen auch beantragen, wenn sie noch ganz am Anfang ihrer Tätigkeit stehen. Auch Unternehmer, die sich längst auf dem Markt etabliert haben, nehmen immer wieder sogenannte Investitionsdarlehen auf, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben und zugleich die Liquidität ihrer Firma zu erhalten.

    Günstige Konditionen bei guter Bonität

    Kreditnehmer, die ein angemessen hohes Einkommen beziehen, seit vielen Jahren beim selben Unternehmen angestellt oder verbeamtet sind und über die in Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa keine negativen Vermerke vorliegen, haben die besten Chancen auf günstige Konditionen für ihren Wunschkredit. Umso mehr, wenn sie beispielsweise die anstehende Baufinanzierung mit einem ordentlichen Anteil Eigenkapital unterfüttern oder anderweitige Sicherheiten einbringen können. Kreditinstitute prüfen die Bonität ihrer Kunden genau. Je besser es um diese bestellt ist, desto geringer schätzt die Bank ihr Risiko ein, das verliehene Geld zu verlieren. Daher werden solventen Kunden in jedem Fall günstigere Zinssätze angeboten als solchen, die finanziell weniger gut aufgestellt sind.

    Teure Anschaffungen werden ermöglicht

    Den Bau eines Eigenheims mit einem Griff in die Portokasse bezahlen zu können, bleibt für die meisten ein lebenslanger Wunschtraum. Mit einem Ratenkredit aber lassen sich Projekte realisieren, die das eigene Einkommen eigentlich übersteigen. Privatpersonen können sich mittels monatlicher Ratenzahlungen einen kostspieligen Neuwagen leisten oder ihre Wohnung neu einrichten. Unternehmern ermöglichen Ratenkredite beispielsweise die Finanzierung teurer Computertechnik oder neuer Betriebsanlagen, von denen der wirtschaftliche Erfolg der Firma maßgeblich abhängt. In Phasen niedriger Markzinsen profitieren Kreditnehmer sogar doppelt, da die Gesamtkosten des Darlehens durch die geringe Zinsbelastung in einem überschaubaren Rahmen bleiben.

    Nachteile von Ratenkrediten

    Ratenkredite sind in vielen Lebenslagen praktisch, bringen jedoch auch Nachteile mit sich. Insbesondere wenn es sich um Darlehen mit mehrjähriger Laufzeit handelt. Kann doch niemand mit Sicherheit sagen, wie seine finanzielle Situation in drei, fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Neben der Gefahr sich zu verschulden, zieht ein Ratenkredit allmonatliche finanzielle Belastungen nach sich, die häufig unterschätzt werden. Beispielsweise wenn die eigene Einnahmen- und Ausgabensituation nicht korrekt berechnet wurde. Dann muss sich der Kreditnehmer in seinem gewohnten Konsumverhalten plötzlich stark einschränken, um die Rate am Monatsende überhaupt begleichen zu können.

    Lange Laufzeiten bei unsicherer Zukunft

    Das Risiko sich mit einem Ratenkredit zu verschulden, steigt mit zunehmender Laufzeit und Darlehenssumme. Während der Mikrokredit über 3000 Euro innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden kann, läuft ein Baudarlehen zehn oder fünfzehn Jahre lang, ohne dass es danach vollständig getilgt wäre. Für die verbleibende Schuld muss also ein Folgekredit aufgenommen werden. Wie sich die Marktzinsen in diesem verhältnismäßig langen Zeitraum entwickeln, ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor, den Verbraucher im Vorfeld bedenken sollten. Ein Ratenkredit ist daher immer auch eine hoffnungsvolle Wette auf die Zukunft. Ob diese aufgeht, hängt jedoch von vielen Faktoren wie der persönlichen Gesundheit, der Stabilität des Arbeitsplatzes oder der Weltwirtschaftslage ab, auf die der Einzelne unter Umständen nur wenig Einfluss hat.

    Monatliche Belastung durch Zinsen

    Der Antrag auf einen Ratenkredit ist innerhalb weniger Minuten gestellt. Umso länger jedoch währt die finanzielle Belastung, die sich daraus ergibt. Denn die vereinbarten Raten müssen Monat für Monat abgezahlt werden, bei entsprechend großem Leihbetrag über Jahre hinweg. Anfallende Zinsen steigern Laufzeit und Gesamtkosten des Darlehens weiterhin. Wer auch ohne zusätzliche Belastungen kaum Geld zurücklegen kann, sollte von einer Kreditaufnahme eher Abstand nehmen. Selbst wenn die Monatsrate in den eigenen Haushaltsplan passt, kann doch immer noch die Waschmaschine kaputt gehen oder eine Rechnung ins Haus flattern, die man völlig vergessen hat. Als Verbraucher sollten Sie Ihr monatliches Budget für etwaige Ratenzahlungen daher lieber etwas zu knapp berechnen, sich um genügend Spielraum für unerwartete Ausgaben zu bewahren.

    Ratenkredite sind nicht kostenlos

    So praktisch Ratenkredite auch sind, umsonst gibt es nicht. Schließlich sind sie eine wichtige Einkommensquelle der Bankhäuser. Zwar werben Geldinstitute mit niedrigen Zinsen, doch zu diesen haben nicht alle Kunden in selbem Maße Zugang. Aufgrund der positiven Risikobewertung bei guter Bonität kommen nur zahlungskräftige Personen in den Genuss niedrig verzinster Kredite. Ob der endgültige Zinssatz für das angefragte Produkt wirklich so günstig ausfällt, wie geplant oder von der Werbung versprochen, sieht der Antragsteller daher erst nach Abschluss der Bonitätsprüfung.

    So oder so entstehen dem Kreditnehmer durch die Verzinsung des Darlehens Mehrkosten, die sich nicht in jedem Fall rentieren. Umso wichtiger ist es, den Kredit nicht überstürzt aufzunehmen, sondern die möglichen Optionen einem sorgfältigen Vergleich zu unterziehen und Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Das gilt vor allem bei reinen Konsumkrediten. Der Hausbau lässt sich ohne die finanzkräftige Unterstützung einer Bank vielleicht nicht realisieren, den Kaufpreis eines neuen Tablet-PCs oder eines Kleiderschrankes aber können auch Verbraucher ansparen, die nur wenig verdienen.

    Gefahr der Überschuldung

    Ratenkredite sind stark beworbene Produkte, mit denen Banken viel Geld verdienen. Das mag den einen oder anderen dazu verführen, dauerhaft über seine Verhältnisse zu leben. Doch nicht nur Verbraucher mit geringem Einkommen laufen Gefahr, die monatlichen Ratenzahlungen irgendwann nicht mehr begleichen zu können. Auch finanziell gut gestellten Personen droht die Überschuldung. Umso mehr, da sie zunächst gern gesehene Bankkunden sind, denen auch ein zweites oder drittes Darlehen bei entsprechender Einkommenshöhe relativ problemlos bewilligt wird. Treten dann jedoch unvorhergesehene Ereignisse ein, sind die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit schnell überschritten. Häufig sind es Scheidungen oder Schicksalsschläge wie der Tod eines nahen Angehörigen, eine schwere Erkrankung oder der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes, die die Schuldenspirale in Gang setzen.

    Schlechte Konditionen bei schlechter Bonität

    Verbraucher, die keine regelmäßigen Einkünfte aus einer beruflichen Tätigkeit beziehen oder deren bisheriges Zahlungsverhalten negativ in der Schufa-Auskunft vermerkt wurde, haben bei der Kreditvergabe kaum Chancen auf günstige Konditionen. Schließlich ist es im Bankwesen gang und gäbe, ein riskantes Kreditgeschäft mit entsprechend hohen Zinsen abzusichern. Kunden mit herabgesetzter Bonität zahlen also weitaus höhere Gesamtkosten als Personen mit hoher Kreditwürdigkeit. Allerdings bleibt auch hier ein gewisser Verhandlungsspielraum. Wenn der Antragsteller nämlich einen solventen Bürgen findet, an den sich die Bank im Falle unbeglichener Forderungen wenden kann.

    Manche Finanzdienstleister, bei denen es sich oft genug um unseriös wirtschaftende Kreditvermittler handelt, stellen Kunden trotz schlechter Bonität ein Darlehen in Aussicht, verlangen dafür aber den Abschluss einer sogenannten Kreditausfallversicherung bzw. Restschuldversicherung. Solche Policen kosten jedoch ihrerseits wieder Geld. Entweder in Form monatlicher Beitragszahlungen oder indem sie der Kreditsumme zugerechnet und dementsprechend verzinst werden, wodurch sich die Gesamtkosten abermals erhöhen. Wer ohnehin nur noch wenig finanziellen Spielraum hat, sollte von derartigen Angeboten daher lieber Abstand nehmen.

    Besonderheiten nach Verwendungszweck

    Die Aufnahme eines Ratenkredits kann aus ganz unterschiedlichen Gründen erfolgen. Zu den klassischen Verwendungszwecken zählen die Baufinanzierung, die Gründung eines Unternehmens und der Fahrzeugkauf auf Raten. Stark zugenommen haben jedoch auch die sogenannten Konsumkredite, mit denen sich Fernsehgeräte, Möbel oder Urlaubsreisen finanzieren lassen. Unter Umständen kann eine erneute Kreditaufnahme auch dann sinnvoll sein, wenn bereits laufende Darlehen zu hohen Zinsen abgeschlossen wurden oder der Dispo auf dem Girokonto restlos ausgereizt ist. Je nachdem, wofür Sie das geliehene Geld verwenden wollen, sollten Sie gewisse Besonderheiten in puncto Verfügbarkeit und Absicherung des Darlehens beachten.

    Kurzfristige Engpässe

    Ein kurzfristiger finanzieller Engpass kann entstehen, wenn beispielsweise eine teure Handwerkerrechnung bezahlt werden muss oder andere unerwartete Ausgaben anstehen, die das persönliche Budget sprengen. In solchen Situationen nutzen viele Verbraucher zunächst den Verfügungsrahmen auf ihrem Konto, um die zusätzlichen Forderungen fristgerecht ausgleichen zu können. Dabei ist der Dispokredit nur bedingt zur Überwindung finanzieller Durststrecken geeignet. Fallen für ihn doch teure Zinsen an. Verbraucher mit festem Gehalt und guter Bonität fahren oft günstiger, wenn sie zu diesem Zweck einen frei verfügbaren Ratenkredit aufnehmen, der mit ungleich niedrigeren Zinsen belastet ist als der Überziehungskredit auf dem Girokonto. Ist die missliche Finanzlage aufgrund negativer Schufa-Einträge bereits ersichtlich, lässt sich die Bank meist nur noch durch zusätzliche Sicherheiten wie eine Bürgschaft zur Kreditvergabe bewegen.

    Autofinanzierung

    Beim Autokredit handelt es sich um ein zweckgebundenes Darlehen, das entweder über die Bank des Händlers oder aber bei einem unabhängigen Kreditinstitut aufgenommen werden kann. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Barzahler erhalten beispielsweise Preisnachlässe, während Händlerbanken oft besonders günstige und flexible Kreditprodukte wie die 3-Wege-Finanzierung anbieten können. Im Unterschied zum frei verfügbaren Darlehen kann der Autokredit jedoch über das Anschaffungsobjekt selbst abgesichert werden. Sollte der Käufer also nicht mehr in der Lage sein, die monatlichen Raten zu begleichen, kann die Autobank das Fahrzeug wieder einziehen. Der Fahrzeugbrief wird dem Kreditnehmer daher erst ausgehändigt, wenn er seine Schuld vollständig beglichen hat. Bis dahin muss er sich mit einer Kopie der Besitzurkunde begnügen.

    Hausfinanzierung

    Darlehen im Rahmen einer Baufinanzierung sind der Klassiker unter den Ratenkrediten und gehen aufgrund ihres Umfangs und ihrer langen Laufzeit mit einigen Besonderheiten einher. Anders als beim Konsumkredit müssen Bauherren nämlich einen Teil der benötigten Summe als Eigenkapital einbringen. Finanzierungen ohne Eigenkapital sind zwar grundsätzlich möglich, gelten jedoch als besonders riskant. Prinzipiell sind die Anforderungen an den Kreditnehmer, was das Einkommen sowie die Stabilität des Arbeitsverhältnisses und der allgemeinen Lebenssituation betrifft, bei derart umfangreichen Krediten ungleich höher als bei niedrig dotierten Darlehen.

    Außerdem behält sich die Bank ein Grundpfandrecht vor, das bis zur vollständigen Ablösung des Darlehens ins Grundbuch eingetragen wird. Sollte der Kreditnehmer zahlungsunfähig werden, kann die Bank die betreffende Immobilie zwangsverwalten oder aber im Rahmen einer Zwangsversteigerung weiterverkaufen. Darüber hinaus sind Baudarlehen mit Ablauf der Sollzinsbindung meist nicht abgeschlossen. Der Kreditnehmer muss sich nach zehn, maximal fünfzehn Jahren um eine Anschlussfinanzierung kümmern, gegebenenfalls zu ungleich höheren Zinsen.

    Existenzgründung

    Existenzgründer und Jungunternehmer, deren Firma nicht länger als drei Jahre existiert, können zum Aufbau ihrer Selbstständigkeit spezielle Darlehen bei Förderbanken und Einrichtungen des Bundes und der Länder aufnehmen. Gründerdarlehen werden vom Staat subventioniert, weshalb sie mit besonders günstigen Zinsen einhergehen. Je nach Produkt und Anbieter ist zu Beginn der Laufzeit eine tilgungsfreie Periode vorgesehen, innerhalb derer nur die anfallenden Zinsen bezahlt werden müssen. Erst danach wird die aufgenommene Schuld in gleichbleibenden Raten getilgt. Außerdem ist ein Gründerkredit immer zweckgebunden. Dabei gibt der Kreditgeber vor, wie viel der aufgenommenen Summe beispielsweise für Betriebsmittel verwendet werden darf. Die Einbringung von Eigenkapital ist übrigens nicht in jedem Fall erforderlich und auch Personen, die bisher nur im Nebenerwerb selbstständig sind, können sich um einen Gründerkredit bewerben.

    Ratenkauf von Konsumgütern

    Zunehmender Beliebtheit unter Verbrauchern erfreuen sich sogenannte Konsumkredite. Dafür stehen zwei Varianten zur Auswahl. Entweder schließt der Kreditnehmer einen Vertrag mit der Händlerbank eines Versandhauses, Elektronikmarktes oder anderen Anbieters über die Finanzierung bestimmter Waren. Oder er erhält von einer Bank den gewünschten Betrag zur freien Verwendung, beispielsweise zur Anschaffung neuer Möbel oder Haushaltsgeräte. Konsumkredite sind ausschließlich privaten Verbrauchern vorbehalten. Je nach Anbieter und Bonität des Kunden liegt die mögliche Leihsumme zwischen 1000 und 50.000 Euro oder mehr. Frei verfügbare Darlehen im mittleren Bereich werden von allen Filialbanken und Direktanbietern vergeben. Ein Vergleich der unterschiedlichen Konditionen ist daher unerlässlich.

    Umschuldung teurer Kredite

    Einem ganz anderen Zweck hingegen dient die Aufnahme eines Kredites zur Umschuldung bereits bestehender Zahlungsverpflichtungen. Hierfür stehen dem Kreditnehmer zwei Wege offen. Entweder er nimmt ein frei verwendbares Darlehen auf, mit dem er beispielsweise den Verfügungsrahmen auf seinem Konto ausgleicht oder aber die Bank kümmert sich um die Ablösung der anderen Kredite. Eine Umschuldung lohnt sich beispielsweise bei teuren Überziehungskrediten oder wenn aktuell besonders günstige Angebote mit niedriger Zinsbelastung verfügbar sind. Dadurch vermindert sich nicht nur die Gesamtschuld. Auch der psychologische Effekt einer Umschuldung ist beachtlich, da der Kreditnehmer am Monatsende nur noch eine statt mehrerer Raten bedienen muss.

    Sonstige Verwendungszwecke

    Neben diesen häufig angeführten Gründen für eine Kreditaufnahme gibt es noch zahlreiche andere Vorhaben, die sich mit dem geliehenen Geld realisieren lassen. Ausbildungen und weiterbildende Seminare beispielsweise können mehrere Tausend Euro kosten, wenn sie von privaten Trägern angeboten und daher nicht staatlich gefördert werden. Auch Urlaubsreisen, insbesondere luxuriöse Kreuzfahrten oder Fernreisen, wie man sie vielleicht nur einmal im Leben unternimmt, lassen sich über die Händlerbank des Reiseanbieters finanzieren. Aufwendige Hochzeitsfeiern mit langer Gästeliste, die womöglich an einem besonderen Ort stattfinden sollen, sind für so manches Paar ebenfalls Anlass einen Ratenkredit aufzunehmen. Darüber hinaus gibt es im medizinisch-chirurgischen Bereich zahlreiche Eingriffe, die von den Kassen nicht übernommen werden, obwohl der Patient sie dringend wünscht. Dazu gehören beispielsweise Brust- oder Zahnkorrekturen, die für viele Verbraucher erst mit einem Darlehen finanzierbar werden.

    Alternativen zum Ratenkredit

    Ratenkredite gehen mit einer langfristigen finanziellen Verpflichtung einher. Bei entsprechend hoher Leihsumme bindet sich der Kreditnehmer über einen Zeitraum von mehreren Jahren an das jeweilige Geldinstitut. Verbraucher, deren berufliche Zukunft nicht gesichert ist, etwa weil sie noch in Ausbildung oder freiberuflich sind oder ganz einfach flexibel bleiben wollen, sollten sich daher nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen, die vielleicht besser zum eigenen Lebensentwurf und dem geplanten Vorhaben passen. Flexible Kredite sind beispielsweise der Dispositionskredit oder das Abrufdarlehen. Existenzgründer können staatliche Fördermittel beantragen und wer auf Nummer sicher gehen will, findet vielleicht am klassischen Sparen Gefallen.

    Klassisches Sparen

    Die Kosten für ein Traumhaus im Wert von mehreren Hunderttausend Euro lassen sich mit einem normalen Gehalt kaum ansparen. Oder aber verlangen vom Sparer sehr viel Geduld, da er seinen Wohntraum möglicherweise erst im Alter realisieren kann. Weniger kostspielige Wünsche hingegen, wie ein gut erhaltener Gebrauchtwagen oder ein hochwertiges Smartphone, können mit der regelmäßigen Rücklage eines kleinen Gehaltanteils durchaus realisiert werden. Vorausgesetzt natürlich, der Sparer hat ausreichend Disziplin und verdient mehr, als seine monatlichen Lebenshaltungskosten betragen. Idealerweise richten sich Sparer für ihre Rücklagen ein extra Konto ein, da beim stets verfügbaren Girokonto die Versuchung einmal mehr auszugeben als geplant, groß ist. Auch Tagesgeldkonten oder Sparpläne eignen sich zum schrittweisen Aufbau der beabsichtigen Summe.

    Geld im privaten Umfeld leihen

    Für Personen, die auf klassischem Weg keinen Ratenkredit erhalten, etwa weil sie zu wenig verdienen oder bereits negativ in der Schufa vermerkt sind, ist ein Privatdarlehen im Verwandten- oder Bekanntenkreis eine weitere Möglichkeit der Kreditaufnahme. Bei der es jedoch sowohl zwischenmenschliche als auch steuerrechtliche Aspekte zu beachten gilt. Vor allem, wenn Kreditnehmer und Geldgeber nicht miteinander verwandt sind und es sich um ein niedrig verzinstes oder gar zinsloses Darlehen handelt. Finanzämter interpretieren zinslose Kredite im privaten Umfeld nämlich gern als Schenkungen, für die im schlimmsten Fall hohe Steuernachzahlungen fällig werden.

    Wer plant sich von einer wohlhabenden Tante oder einem guten Freund eine Summe von 20.000 Euro oder mehr zu leihen, sollte sich daher frühzeitig mit den für das jeweilige Verwandtschaftsverhältnis geltenden Freibeträgen vertraut machen. Außerdem sei es jedem Kreditnehmer angeraten, die Rahmenbedingungen der privaten Geldleihe schriftlich zu fixieren. Ein ausführlicher Vertrag, der alle nötigen Informationen zur Höhe der Leihsumme, den vereinbarten Rückzahlungsmodalitäten, etwaigen Zinsen und der Laufzeit des Darlehens enthält, ist die einzige Möglichkeit um unangenehmen Missverständnisse und späteren Vorwürfen vorzubeugen.

    Mögliche Förderprogrammen nutzen

    Je nachdem, wofür die Leihsumme verwendet werden soll, lässt sich der Wunschkredit vielleicht auch über ein staatliches Förderprogramm realisieren. Existenzgründer beispielsweise können bei der Agentur für Arbeit einen Gründungszuschuss für die ersten neun Monate ihrer Selbstständigkeit beantragen. Auch die Förderbanken der Länder und die EU bezuschussen unter Umständen den Start in die Selbstständigkeit. Hausbesitzer und Wohnungseigentümer kommen ebenfalls in den Genuss staatlicher Unterstützung, vor allem im Zuge von Sanierungsmaßnahmen.

    Für Immobilienbesitzer, die das Geld für die energetische Sanierung ihres Ein- oder Mehrfamilienhauses benötigen, kommt beispielsweise ein Darlehen der Kfw-Bank infrage. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gebäude komplett saniert werden soll oder nur Einzelmaßnahmen vorgesehen sind. Voraussetzung ist jedoch, dass der Bauantrag für das betreffende Objekt bis 1995 oder früher gestellt wurde. Auch Umbauten, durch die eine Immobilie barrierefrei wird, können über die Kfw oder die Landesbanken der einzelnen Bundesländer finanziert werden, müssen dafür jedoch den aktuell geltenden Baunormen genügen.

    Dispositionskredit

    Mit einem Dispositionskredit hat der Kontoinhaber jederzeit Zugriff auf einen von der Bank festgelegten Verfügungsrahmen, den er bei Bedarf ausschöpfen kann. Anders als beim Ratenkredit gelten für den Dispo keine definierten Rückzahlungskonditionen. Es handelt sich bei ihm also um ein laufendes Darlehen ohne Zahlungsziel. Die Einrichtung eines Überziehungskredites kann der Bankkunde normalerweise mit dem ersten Gehaltseingang beantragen. An dessen Höhe bemisst sich auch der Verfügungsrahmen, wobei langjährige Kunden, die ihr Konto immer wieder ausgleichen, durchaus das Zwei- oder Dreifache ihres Monatseinkommens in Anspruch nehmen können.

    Die unbürokratische Bereitstellung dieses Kleindarlehens lässt sich das Kreditinstitut mit entsprechend hohen Zinsen vergüten. Der Dispo gehört also ohnehin nicht zu den günstigen Krediten, richtig teuer wird es allerdings, wenn der vereinbarte Verfügungsrahmen weiter überschritten wird. Für diese Überziehung müssen Kontoinhaber mit zusätzlichen Gebühren in Höhe von 17 Prozent oder mehr rechnen. Dispositionskredite eignen sich also kaum für langfristige Finanzierungen. Sie sind eher dazu gedacht, eine kurzfristige Durststrecke am Monatsende zu überbrücken oder eine unvorhergesehene Rechnung fristgerecht zu begleichen.

    Rahmenkredit

    Ähnlich wie beim Dispositionskredit handelt es sich beim Rahmenkredit um ein Darlehen, auf das der Kunde immer dann zugreifen kann, wenn er es braucht. Es wird daher auch häufig als Abrufkredit bezeichnet. Die Auszahlung der jeweils benötigten Summe erfolgt dabei über das Girokonto des Kunden. Je nach Bank und Bonität des Kunden kann der Verfügungsrahmen bis zu 25.000 Euro betragen. Die Mindestsumme für einen Rahmenkredit liegt bei den meisten Anbietern bei rund 2500 Euro aufwärts. Im Unterschied zum Ratenkredit gibt es für das Abrufdarlehen keine vertraglich vereinbarte Laufzeit und keine Zinsbindungsperiode. Die Zinsen sind variabel und richten sich nach dem allgemeinen Zinsniveau. Daher ist auch die Rückzahlung anders geregelt.

    Die meisten Banken erwarten von ihren Kunden eine monatliche Rückzahlung zwischen 2 und 5 Prozent der in Anspruch genommenen Summe. Beim Ratenkredit sind Sondertilgungen strengen Regeln unterworfen, was Höhe und Zeitpunkt der Zahlung betrifft. Beim Abrufkredit hingegen sind sie jederzeit möglich. Ob und wann der Kunde den Verfügungsrahmen vollständig ausgleicht, ist ihm selbst überlassen. Außerdem werden die Zinsen nur auf den Betrag fällig, den der Kunde tatsächlich abhebt. Er eignet sich also besonders für Kunden, die Flexibilität schätzen und das Geld nicht zu einem bestimmten Zweck benötigen. Was die Zinsen betrifft, sind Abrufdarlehen meist nicht ganz so günstig wie Ratenkredite, günstiger als viele Dispokredite allemal.

    Endfälliges Darlehen

    Endfällige Darlehen sind Kredite, bei denen die eigentliche Leihsumme am Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit in einem einzigen Betrag zurückgezahlt wird. Anders als beim Ratenkredit findet zuvor keine Tilgung der aufgenommenen Schuld statt, einzig die anfallenden Zinsen werden in monatlichen, zumeist gleichbleibend hohen Raten beglichen. Daher bezeichnet man sie auch als tilgungsfreie Darlehen. Besonders häufig werden sie im Rahmen einer Baufinanzierung abgeschlossen und eignen sich für Personen, die in absehbarer Zeit eine größere Summe etwa aus einer Erbschaft oder Versicherung erhalten, mit der sie die offene Forderung am Ende der Laufzeit begleichen können.

    In der Praxis wird das endfällige Darlehen daher gerne in Kombination mit einer Lebensversicherung oder einem anderen fondsbasierten Sparprodukt angeboten. Der Kreditnehmer zahlt also neben dem Zinsanteil seines Darlehens eine monatliche Prämie in den Sparvertrag seiner Wahl. Am Ende der Laufzeit soll die offene Leihsumme mit dem in der Lebensversicherung angesparten Vermögen beglichen werden. Damit geht jedoch ein gewisses Risiko einher. Wenn die Zinsen für den Kredit beispielsweise höher ausfallen als die vom Anlageprodukt erzielte Rendite. Reicht das Sparguthaben nicht aus, um das Darlehen bei Fälligkeit zu begleichen, muss der Kreditnehmer den fehlenden Betrag aus eigener Tasche bezahlen.

    Null-Prozent-Finanzierung

    Null-Prozent-Finanzierungen werden vor allem von Elektronikhändlern, Möbelhäusern oder Baumärkten angeboten, die sich davon die Steigerung ihrer Umsätze erhoffen. Werden mit dieser Form des Finanzkaufs doch auch Kunden angesprochen, die beispielsweise für ein ohnehin teures Fernsehgerät nicht auch noch zusätzliche Kosten in Form von Zinsen bezahlen wollen. Für Null-Prozent-Finanzierungen erhebt die mit dem Händler kooperierende Bank während der vertraglich festgelegten Laufzeit keine Zinsen. Kunden sollten sich vor Vertragsschluss jedoch vergewissern, dass die Darlehenssumme zum Ende der Laufzeit auch wirklich abbezahlt ist. Schließlich wurden schon Fälle bekannt, in denen kleinere Raten als vereinbart abgebucht wurden, sodass der Kunde auf die verbleibende Schuld schließlich doch Zinsen zahlen musste.

    Eine im Prinzip günstige Null-Prozent-Finanzierung kann sich durch den zusätzlichen Abschluss einer Restschuldversicherung stark verteuern. Zudem ist der Abschluss einer solchen Police bei Beträgen von weniger als 8000 Euro meist unnötig. Vor allem, wenn der Kreditnehmer jung, gesund und fest angestellt ist. Bei zinsfreien Finanzierungen gilt darüber hinaus kein Widerrufsrecht, wie es bei verzinsten Darlehen der Fall ist. Nur wenn Bearbeitungsgebühren erhoben oder eine Restschuldversicherung abgeschlossen wurde, kann der Kunde innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist vom Kaufvertrag zurücktreten.

    Fazit

    Mit einem Ratenkredit können sich Verbraucher Wünsche erfüllen, auf die sie andernfalls lange sparen müssten oder die im Falle von Hausbau oder Immobilienkäufen sogar gänzlich außerhalb ihrer finanziellen Reichweite lägen. Wird ein ursprünglich hoher Kaufpreis doch auf viele, vergleichsweise kleine Raten heruntergebrochen, die sich ein Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen bequem leisten kann, ohne dass er seinen Lebensstandard dafür gravierend einschränken müsste. Das gilt insbesondere in Niedrigzinsphasen, bei denen die anfallenden Gebühren den eigentlichen Kaufpreis in einem nur relativ geringem Maße erhöhen. Banken wiederum erzielen einen Großteil ihres Gewinnes über die von ihnen erhobenen Kreditzinsen. Kunden mit guter Bonität werden von ihnen daher mit offenen Armen empfangen und können aus einer breiten Palette günstiger Kreditangebote wählen.

    Da es sich bei Ratenkrediten meist um langfristige Projekte handelt, deren Rückzahlung mehrere Jahre in Anspruch nimmt, besteht auch für solvente Verbraucher ein Restrisiko, die Raten irgendwann nicht mehr bedienen zu können. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder kostspielige Scheidungen können die finanzielle Leistungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit drastisch verringern. Kreditnehmer sollten die unterschiedlichen Kreditarten und Angebote daher einem sorgfältigen Vergleich unterziehen und sowohl Darlehenssumme als auch Ratenhöhe so wählen, dass sie sich bequem mit ihren anderen Zahlungsverpflichtungen vereinbaren lässt.