Schlagwort: Kredit-Ratgeber

  • Bafög, Bildungskredit & Studienkredite

    Auf ein Studium oder eine gute Ausbildung muss heute niemand mehr verzichten. Hilfen vom Staat oder privaten Einrichtungen springen ein, wenn das Geld für die Studienfinanzierung oder eine qualifizierte Ausbildung nicht reicht. Durch einen Finanzierungs-Mix aus den verschiedenen Möglichkeiten lässt sich auch mit geringen Eigenmitteln oder ganz ohne eigenes Vermögen der gewünschte Studiengang oder die gewünschte Ausbildung finanzieren.

    BAföG und Studiendarlehen durch die KfW stocken Fehlbeträge auf. In den Zeiten, in denen ein Nebenjob aus zeitlichen Gründen nicht ausgeübt werden kann, weil eine wichtige Klausur oder ein Examen bevorsteht, helfen Studentenkredit, Ausbildungskredit und andere Studiendarlehen dabei, finanzielle Engpässe zu überbrücken. Einer guten Ausbildung oder einem Studium steht damit aus finanzieller Hinsicht nichts im Wege.

    BAföG

    Der Begriff BAföG ist die in den Sprachgebrauch eingegangene Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz, in dem die Sozialleistungen für Schüler, Studenten und Auszubildende geregelt werden. Nach § 68 SGB ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz Bestandteil des Sozialgesetzbuches. Hintergrund des Gesetzes ist, dass auch Menschen aus finanzschwachen Haushalten die Möglichkeit bekommen sollen, eine gute Ausbildung zu absolvieren. Durch die Gewährung von BAföG ist der Besuch einer Universität oder einer weiterführenden Fachschule nicht nur Kindern reicher Eltern vorbehalten, wie dieses früher der Fall war. Durch einen staatlichen Studentenkredit oder Ausbildungskredit wird es Studenten auch ohne finanzkräftige Familie im Hintergrund ermöglicht, ein Studium zu finanzieren. Neben dem BAföG für Studenten gibt es außerdem das Schüler-BAföG, das bis auf einige Ausnahmen als Vollzuschuss gezahlt wird. Um BAföG beziehen zu können, muss der Empfänger über ein Konto verfügen, auf dass die monatlichen Zuschüsse überwiesen werden können. Viele Banken bieten für Studenten und Auszubildende Girokonten ohne Kontoführungsgebühren an. Als Alternative kann ein Konto auch bei einer Direktbank eingerichtet werden. Für diese Konten werden meistens keine Kontoführungsgebühren in Rechnung gestellt oder ein Mindestgeldeingang pro Monat verlangt.

    Leistungen nach dem BAföG können dann gezahlt werden, wenn ein Student, Schüler, Auszubildender oder auch Meisterschüler für seinen Unterhalt allein oder überwiegend allein aufkommen muss. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn Eltern oder Ehegatten die Ausbildung nicht oder nicht zur Gänze finanzieren können. Haben Eltern oder Ehegatten ein Einkommen, das über den Sätzen des BAföG liegt, müssen sie die Ausgaben für die Erstausbildung ihres Kinder oder des Ehepartners ganz oder teilweise übernehmen. In diesen Fällen wird ein Antrag auf Förderung durch den Staat abgelegt. Unterhaltspflichtige Eltern müssen ihre Einkommensverhältnisse bei der Antragstellung offenlegen, anderenfalls wird der Antrag nicht bearbeitet.

    BAföG wird bei Studenten zur einen Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als unverzinsliches Studiendarlehen gezahlt, das nach Beendigung des Studiums zurückgezahlt werden muss. Das Schüler-BAföG wird in den meisten Fällen als Vollzuschuss gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden. Ob ein Anspruch auf BAföG besteht, richtet sich nach den Bestimmungen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Auch wenn der Antrag auf BAföG sehr umfangreich ist, lohnt es sich immer, ihn bei den zuständigen Stellen einzureichen. Nachteile entstehen dadurch nicht, im schlimmsten Fall wird der Bildungszuschuss verweigert. Gegen die Ablehnung eines Antrags auf BAföG kann Widerspruch eingelegt werden. Im Gesetz sind sehr viele Sonderregelungen festgelegt, sodass sich ein Widerspruch durchaus lohnen kann und die Sozialleistungen trotz der Ablehnung in erster Instanz gezahlt werden. So haben Studierende oder Auszubildende, die eigene Kinder versorgen müssen, zusätzliche Ansprüche auf Beihilfen.

    Bekomme ich BAföG?

    Die Frage, ob einem Studenten oder Schüler die Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz zustehen, lässt sich nicht einfach beantworten. Die Bestimmungen sind sehr umfangreich und müssen genau überprüft werden. Zahlreiche Sonderregelungen machen es nicht einfacher, herauszufinden, ob eine Berechtigung zum Bezug von BAföG vorliegt. Zum einen ist Art der Ausbildung entscheidend. Ein Grundstudium wird in der Regel bezuschusst, bei Schülern müssen mehrere Kriterien vorliegen, damit BAföG gewährt wird. Dazu gehören unter anderem die Schulform und die Dauer der Ausbildung. Weiter ist die Staatsangehörigkeit von Bedeutung. Anspruch auf BAföG haben nur deutsche Staatsangehörige, ausländische Studenten oder Schüler werden allerdings in ganz bestimmten Ausnahmefällen ebenfalls gefördert. Das Alter des Antragstellers spielt außerdem eine Rolle. Wer bei Studienantritt über 30 Jahre alt ist, beziehungsweise bei Master-Studiengängen über 35, erhält in aller Regel keine Studiendarlehen durch das BAföG und muss selbst für seine Studienfinanzierung sorgen.

    Problematisch wird es beim Wechsel des Studienfachs. Verzögert sich der Abschluss dadurch um mehr als drei Monate, kann die Zahlung von BAföG verweigert werden. Auch wenn der Wechsel nicht hinreichend begründet werden kann, wird der Antrag abgelehnt. Für eine Zweitausbildung kann im Regelfall kein BAföG bezogen werden. Natürlich sind Ausnahmeregelungen fast immer möglich. In begründeten Fällen lohnt es deshalb, sich mit der BAföG-Stelle in Verbindung zu setzen, um zu prüfen, ob eine Sonderregelung zutrifft.

    Keinen Anspruch auf Leistungen aus dem Berufsausbildungsförderungsgesetz haben Schüler oder Studenten, die über eigenes Vermögen verfügen. Auch wenn die Eltern finanziell in der Lage sind, die Kosten für Ausbildung oder Studium und die Lebenshaltungskosten sowie eine Wohnung an einem anderen Ort zu finanzieren, wird kein BAföG gewährt. Das trifft auch für verheiratete Studenten zu, wenn der Ehepartner so viel Geld verdient, dass es ihm zumutbar ist, die Kosten für Ausbildung und Lebensunterhalt zu tragen. Wie hoch die Bemessungsgrenzen sind, ist festgeschrieben. Da Eltern verpflichtet sind, ihrem Kind mindestens eine Erstausbildung zu ermöglichen, kann in Ausnahmefällen der Unterhalt sogar eingeklagt werden, wenn diese sich weigern, ihre Vermögensverhältnisse offenzulegen.

    Wird ein Antrag auf BAföG vom Amt abgelehnt, sollte das Rechtsmittel des Widerspruchs eingelegt werden. Es muss dann vom BAföG-Amt geprüft werden, ob die Ablehnung zu Recht erfolgte. Manchmal lässt sich auf diesem Weg die Studienfinanzierung über das BAföG nachträglich doch noch erstreiten. Die Bearbeitung des Antrags kann je nach BAföG-Amt einige Wochen dauern. Für besondere Notfälle kann eine einmalige Sonderzahlung beantragt werden. So lassen sich prekäre finanzielle Notsituationen wenigstens für eine kurze Zeit überbrücken.

    Antragsverfahren

    Für das Antragsverfahren sollten Antragsteller viel Zeit einplanen. Zahllose Formulare und Vordrucke sind je nach persönlicher Situation auszufüllen. Damit keine Fristen verloren gehen, kann vor Abgabe des eigentlichen Antrags ein formloses Schreiben mit einem vorläufigen Antrag an die zuständige BAföG-Stelle geschickt werden. Da jedes BAföG-Amt an das Studentenwerk der jeweiligen Hochschule angegliedert ist, kann der Antrag erst gestellt werden, wenn die Einschreibung an der Hochschule erfolgt ist und die Bescheinigung vorliegt. Die Förderung beginnt frühestens mit dem Monat, in dem der Antrag gestellt wird. Deshalb sollte die Antragstellung so früh wie möglich in Angriff genommen werden, damit das Geld gleich ab Beginn der Ausbildung fließt. Wichtig kann der Tag der Antragstellung sein, um die aktuellen Vermögensverhältnisse für einen bestimmten Tag festzulegen. Ändern sich diese im Nachhinein, haben sie auf die laufenden BAföG-Zahlungen keinen Einfluss, sondern werden erst bei einem Folgeantrag berücksichtigt.

    Der BAföG-Zuschuss muss immer schriftlich beantragt werden und mit einer handschriftlichen Unterschrift versehen sein. Bei der zuständigen BAföG-Stelle sind Antragsformulare in Papierform erhältlich, sie können jedoch auch als PDF online heruntergeladen werden. Einige Bundesländer ermöglichen mittlerweile sogar eine Online-Ausfüllung des Antrags, der dann nur noch ausgedruckt und verschickt werden muss. Für einige spezielle Lebenssituationen, die einer besonderen Erklärung bedürfen, gibt es keine Vordrucke, hier reicht ein formloses Schreiben. Auf einigen Hilfsseiten von BAföG-Stellen oder studentischen Hilfsvereinen werden für solche Fälle Vordrucke bereitgehalten, die der Antragsteller ausdrucken kann. Wer schon bei der Vielzahl der auszufüllenden Vordrucke den Überblick verliert, findet bei den studentischen Hilfsorganisationen Unterstützung bei der Antragstellung.

    Grundsätzlich ausgefüllt und abgegeben werden müssen das Formblatt 1, das den eigentlichen Antrag enthält, und das Formblatt 2, das die Bescheinigung der Hochschule enthält. Häufig übersenden die Universitäten eine entsprechende Bescheinigung, die anstelle von Formblatt 2 beigefügt werden kann. Formblatt 3 ist ebenfalls beizufügen. Es enthält die Erklärung der Eltern beziehungsweise des Ehegatten über deren Unterhaltsleistungen. Alle weiteren Formblätter dienen der Klärung der individuellen Situation. Welche davon für den Antrag relevant sind, hängt vom Einzelfall ab. Solche Einzelfälle können darin bestehen, dass der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt, ein Kind zu versorgen ist, oder dass der Antragsteller und seine Eltern eine andere Nationalität haben. Besonderer Klärungsbedarf besteht, wenn der Antragsteller schwerbehindert ist, oder wenn er über ein Haus oder Grundbesitz verfügt.

    Anrechnung von Vermögen

    Hat der Schüler oder Student eigenes Vermögen, so muss er dieses bei der Antragstellung angeben. Ein Grundbetrag wird nicht angerechnet, die aktuelle Bemessungsgrenze ist auf den Seiten der BAföG-Stellen einzusehen. Zum Vermögen gehören Gelder auf Sparkonten, Grundstücke, Häuser, Bausparverträge und weitere Vermögenswerte. Sogar der eigene PKW oder das Motorrad werden als Vermögen gewertet. Nicht angerechnet werden Riester-Renten oder Mietkautionen. Manchmal besitzen Schüler oder Studenten Vermögen, von dem sie gar nichts wissen. Das Sparbuch, auf dem die Oma seit Jahren Geld anspart, um es irgendwann als Geschenk zu erreichen, gehört dazu, wenn es auf den Namen des BAföG-Antragstellers angelegt wurde. Vor der Abgabe des Antrags sollte deshalb bei Eltern und Anverwandten nachgefragt werden, ob solche Werte vorhanden sind. Stellt sich später heraus, dass Vermögen nicht angegeben wurde, wird dieses als Betrugsversuch gewertet.

    Der Stichtag für die Anrechnung von Vermögen ist der Tag der Antragstellung. Das Vermögen der Eltern oder des Ehepartners wird nicht berücksichtigt. Auf keinen Fall allerdings sollte der Antragsteller auf die Idee kommen, etwaige eigene Vermögenswerte auf die Eltern oder andere Personen zu übertragen. Auch solche Aktionen werden als Betrugsversuch gesehen und geahndet. In jedem Fall ist es ratsam, alle Vermögenswerte korrekt und vollständig anzugeben, um Nachteile zu vermeiden. Die BAföG-Ämter erfahren über den Datenabgleich mit Banken oder Versicherungen von Zinsen und anderen Einkünften und kommen solchen Schwindeleien schnell auf die Schliche. Überhaupt müssen alle Angaben auf den Formularen wahrheitsgemäß und so vollständig wie möglich sein.

    Wie viel BAföG erhalte ich?

    Die Höhe der BAföG-Zahlungen richtet sich nach dem Bedarf, dem Einkommen der Eltern und des Schülers oder Studenten. Besteht kein Anspruch auf Leistungen durch die Eltern, ist kein eigenes Vermögen vorhanden und wird auch kein Einkommen durch einen Job erzielt, kann der monatliche Höchstsatz gezahlt werden. Je nach zusätzlicher Unterstützung von der Familie oder einen Nebenverdienst verringert sich der durch das BAföG gezahlte Betrag entsprechend. Für die Auszahlung sind die tatsächlichen Kosten, die ein Auszubildender oder Studierender hat, unerheblich. Den Zahlungen wird ein fiktiver Betrag zugrunde gelegt, von dem ein normaler Student seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Der Zuschuss ist für alle Studenten gleich, es sei denn, er hat Kinder zu versorgen. In dem Studiendarlehen sind Miete, wenn der Studierende nicht mehr bei den Eltern wohnt, Lebensmittel, Fahrkosten, Fachbücher und Bekleidung enthalten. Zahlt der Student zum Beispiel eine sehr hohe Miete, hat das auf die BAföG-Zahlungen keinerlei Einfluss. Wer Anspruch auf BAföG hat, kann anhand von Tabellen oder BAföG-Rechnern, die auf den Hilfsseiten von Studentenverbänden zu finden sind, den genauen Betrag ausrechnen, den er voraussichtlich erhalten wird.

    Fachrichtungswechsel oder Studienabbruch

    Anspruch auf BAföG-Leistungen haben Studierende auch dann, wenn sie die Fachrichtung wechseln. Allerdings müssen bestimmte Bedingungen vorliegen, damit die Studienfinanzierung weiterhin gezahlt wird. Der Wechsel muss rechtzeitig erfolgen und ist nur bis zum dritten Fachsemester möglich. Dafür muss ein wichtiger Grund vorliegen, dazu gehören beispielsweise eine mangelnde Eignung oder eine körperliche Behinderung, die die Ausübung des einst gewählten Fachs unmöglich macht. Auch weltanschauliche Gründe werden anerkannt, wenn eine andere Religion angenommen wird oder sich die allgemeine Einstellung ändert. Als Fachrichtungswechsel gilt nicht, wenn im neuen Studiengang die alten Semester anerkennt werden oder das gleiche Grundstudium vorausgesetzt wird. Liegen wichtige Gründe für den Wechsel vor, kann sich die Bezugsdauer des BAföG verlängern. Im Zweifelsfall soll vor dem Wechsel Kontakt zur BAföG-Stelle gesucht werden, um die aktuellen gesetzlichen Vorgaben in Erfahrung zu bringen.

    Ein Studienabbruch liegt dann vor, wenn das Studium endgültig, also nicht nur vorübergehend, abgebrochen wird. Selbstverständlich werden dann auch die BAföG-Zahlungen eingestellt. Sollte sich der Studienabbrecher zu einem späteren Zeitpunkt nach einer praktischen Berufsausbildung und mehreren Arbeitsjahren zu dafür entscheiden, doch wieder ein Studium aufzunehmen, besteht unter Umständen ein Anspruch auf sogenanntes elternunabhängiges BAföG. Dieses wird ohne die Berücksichtigung des Einkommens der Eltern gewährt, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Natürlich gibt es bei Fachrichtungswechseln oder Studienabbrüchen immer auch Ausnahmeregelungen. In solchen Fällen sollten sich Studierende an die zuständigen Stellen wenden, um ihr Anliegen zu klären. Häufig ist der Bezug von BAföG unter diesen Umständen doch möglich.

    Auslandssemester

    Auch bei einem Auslandssemester kann ein Anspruch auf eine Studienfinanzierung durch das BAföG bestehen. Wer in Deutschland BAföG bezogen hat, wird meist auch im Ausland gefördert. Dabei unterscheiden sich die Leistungen danach, ob in einem EU-Land oder in einem Land, das nicht der EU angehört studiert wird. In EU-Ländern ist die Länge des Auslandsaufenthalts nicht geregelt, während das Studium in einem nicht EU-Land nur für zwei Semester unterstützt wird. Hierfür gelten besondere Regelungen, vor allem muss das Studium berufsförderlich sein.

    Selbst wenn ein Student in Deutschland keinen BAföG-Anspruch hat, weil das Elterneinkommen zu hoch ist, lohnt ein Antrag für ein oder mehrere Auslandssemester. Die Förderbeiträge sind hier höher, weil Fahrtkosten und zusätzliche Studiengebühren berücksichtigt werden. Der Antrag muss spätestens ein halbes Jahr vor dem Auslandssemester gestellt werden. Die Bedingungen entsprechen denen eines Inlandsstudiums, das BAföG wird je zur Hälfte als Zuschuss und Studentendarlehen gezahlt.

    Zinsen & Rückzahlung

    Studenten müssen einen Teil, nämlich die Hälfte, der während des Studiums erhaltenen BAföG-Leistungen nach Abschluss des Studiums zurückzahlen. Für Schüler gilt dies nicht, sie erhalten die Unterstützung gänzlich als Zuschuss. Studenten haben dagegen eine Hälfte der Leistungen lediglich als Studentendarlehen vom Staat erhalten. Bis zu einer vorgegebenen Höhe müssen diese an die Staatskasse zurückfließen. Die ersten Raten der Rückzahlung werden fünf Jahre nach Beendigung des Studiums fällig. Das Bundesverwaltungsamt schreibt die Zahlungspflichtigen ein halbes Jahr vorher an und informiert über das Verfahren der Rückzahlung. Im Allgemeinen werden die Raten jeweils für drei Monate in einem Betrag fällig. Ist das Einkommen sehr niedrig, kann ein Antrag auf Aufschiebung gestellt werden, die Rückzahlung kann dann ein Jahr später einsetzen. Die Höhe monatlichen Raten ist gesetzlich vorgegeben. Da die Zuschüsse als Staatsdarlehen ausgezahlt werden, fallen für diese Form der Studienfinanzierung keine Zinsen an.

    Für die Rückzahlung haben Studenten 20 Jahre lang Zeit. Wer also gleich nach dem Studium keinen Job findet oder sich der Erziehung seines Kindes widmet, kann einen Antrag stellen, dass die Rückzahlung ausgesetzt wird. Auf diese Weise lässt sie sich maximal zehn Jahre lang aufschieben. Allerdings erhöhen sich dann die Raten entsprechend. Sind die 20 Jahre verstrichen, muss die Restsumme auf einmal zurückgezahlt werden. Wer das mangels Einkommens nicht kann, muss sein Vermögen offenlegen. Ist während des Studiums auch ein Studentendarlehen bei einer Bank in Anspruch genommen worden, so ist dieses vorrangig zurückzuzahlen. Um das Studiendarlehen von einer Bank zurückzuzahlen, hat der Empfänger 22 Jahre Zeit.

    Wer sich einen Überblick über die Rückzahlung verschaffen möchte, für den kann der BAföG-Rückzahlungsrechner eine gute Hilfe sein. Er ist auf den Seiten der studentischen Hilfsvereine integriert. Wenn die notwendigen Angaben wie Förderungsdauer und die Höhe der monatlichen Zahlungen eingegeben werden, errechnet er die Rückzahlungsdauer. Die persönlichen Daten können dabei aus Datenschutzgründen verschlüsselt eingegeben werden.

    Teilerlass

    Bis Ende 2012 wird für Studenten, die ihr Studium sehr schnell abschließen oder überdurchschnittlich gute Leistungen erbringen, ein Teil der BAföG-Rückzahlung erlassen. Dafür muss rechtzeitig ein Antrag gestellt werden. Auch wer ein Kind erzieht, kann diesen Teilerlass bis Ende 2012 noch beantragen. Der Teilerlass wird aber nur noch gewährt, wenn das Studium bis Ende 2012 abgeschlossen wird. Danach entfällt die Möglichkeit, einen Teil der Schulden erlassen zu bekommen.

    Bildungskredit der KfW

    Die KfW ist eine staatliche Bank, die die verschiedensten Projekte im In- und Ausland durch Kredite fördert. Speziell für Schüler und Studenten bietet die KfW in Zusammenarbeit mit dem Bundesversorgungsamt den Bildungskredit an. Dabei handelt es sich um ein Darlehen, für welches das Bundesverwaltungsamt eine Bürgschaft übernimmt. Fünf Jahre nach Beendigung der Ausbildung muss der Kredit zurückgezahlt werden. Die Zinsen für den Bildungskredit sind durch die Bürgschaft durch den Bund sehr viel günstiger als die Zinsen für einen Studentenkredit oder Ausbildungskredit bei einer privaten, nicht staatlichen Bank. Der Bildungskredit der KfW kann nur unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden. Ohne einen Bewilligungsbescheid des Bundesversorgungsamtes ist ein Bildungskredit der KfW nicht möglich.

    Bei einer Bewilligung wird dem Antragsteller über einen vereinbarten Zeitraum von maximal zwei Jahren ein monatlicher Betrag für besondere Ausgaben im Zusammenhang mit dem Studium oder der Ausbildung überwiesen. Die Zahlungen erfolgen über eine Bank, die mit der KfW zusammenarbeitet, und muss nach Beendigung der Ausbildung auch an die kreditgebende Bank zurückgezahlt werden.

    Was ist der Bildungskredit?

    Der Bildungskredit der KfW wurde ins Leben gerufen, um Schülern und Studenten eine Hilfestellung bei der Finanzierung ihrer Ausbildung zu geben. Er kann zusätzlich zum BAföG beantragt werden und wird unabhängig vom Einkommen des Empfängers oder seiner Eltern gewährt. Das Studiendarlehen soll dabei helfen, außergewöhnliche Ausgaben wie teure Bücher, Exkursionen oder Studiengebühren, die vom BAföG nicht abgedeckt werden, zu finanzieren. Der Kreditvertrag kann bis zu einer festgesetzten Gesamthöhe, die nicht überschritten werden darf, und für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten abgeschlossen werden.

    Der Student oder Schüler erhält über einen festgelegten Zeitraum eine monatliche Summe ausgezahlt, die er zur Finanzierung seiner Ausgaben nutzen kann. In Ausnahmefällen kann bis zur Hälfte des Darlehens in einer Summe ausgezahlt werden. Die Gewährung des Bildungskredits setzt allerdings besondere Bedingungen voraus. Studenten im Grundstudium haben in der Regel keinen Anspruch auf einen Bildungskredit der KfW.

    Wer bekommt ihn und ab wann?

    Der Bildungskredit kann beantragt werden, wenn die Zwischenprüfung des Studiums erfolgreich abgelegt oder der erste Teil des konsekutiven Studiengangs abgeschlossen ist. Der konsekutive Studiengang besteht aus einem Bachelor- und dem darauf aufbauenden Master-Studium. Auch wer bereits einen Abschluss in einem Grundstudiengang vorweisen kann, kann in den Genuss dieser Studienfinanzierung gelangen. Bei einer Ausbildung kann die Ausbildungsstätte außerdem eine schriftliche Erklärung über die erfolgreich erbrachten Leistungen während der ersten beiden Ausbildungsjahre ausstellen.

    Der Bildungskredit wird im Normalfall nur bis zum Ende des 12. Studiensemesters gewährt, wenn der Student nicht älter als 36 Jahre ist. Eigenes Vermögen oder das Einkommen der Eltern wird nicht berücksichtigt. Im Übrigen gelten viele der Bestimmungen für den Bezug von BAföG auch für den Bildungskredit.

    Auslandssemester

    Auch wenn der Student ein oder mehrere Semester im Ausland studiert, kann er den Bildungskredit der KfW beantragen. In welchem Land die Auslandssemester absolviert werden, ist dabei unerheblich, also auch außerhalb der EU kann ein Anspruch auf den Bildungskredit bestehen. Wichtig ist nur, dass die besuchte Auslandsuniversität gleichwertig zur deutschen Universität ist. Der Antragsteller muss in Deutschland gemeldet sein. Bei einem dauerhaften Auslandsaufenthalt ist ein Bildungskredit zwar möglich, doch müssen dafür ganz bestimmte Gründe vorliegen, wie sie in § 6 des BAföG-Gesetzes festgeschrieben sind. Im Normalfall darf sich der Student nur vorübergehend zu Studienzwecken im Ausland aufhalten.

    Förderungsdauer

    Die normale Förderungsdauer für einen Bildungskredit beträgt zwei Jahre. Es kann aber auch eine kürzere Zeit vereinbart werden, die Mindestdauer liegt bei drei Monaten. Wird der Bildungskredit nur für einen kurzen Zeitraum beantragt, kann der Student später für die restliche Zeit, die bis zur Höchstgrenze von 24 Monaten noch fehlt, einen weiteren Kredit beantragen. Das Studiendarlehen wird dann natürlich nur dann gewährt, wenn die Voraussetzungen sich nicht verändert haben.

    Abschlagszahlung

    Im Normalfall wird dem Studenten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten bis maximal zwei Jahren eine bestimmte Summe auf sein Konto überwiesen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Abschlagszahlung über die Hälfte des Gesamtkreditbetrages beantragt werden. Gerade, wenn der Kredit für die Finanzierung der Studiengebühren, Arbeitsmaterialien oder die Anschaffung wichtiger Arbeitsgeräte wie Computer oder anderer teurer Hilfsmittel benötigt wird, ist eine höhere Summe als Abschlag sinnvoll. Um einen höheren Betrag auf einmal ausgezahlt zu bekommen, reicht in den meisten Fällen die schriftliche Begründung, wofür genau das Geld gebraucht wird, solange es für die Finanzierung des Studiums verwendet wird.

    Förderung parallel zum BAföG

    Der Bildungskredit ist unabhängig vom Bezug von BAföG, das heißt, dass auch BAföG Empfänger die Studienfinanzierung in Anspruch nehmen können. Die Auszahlung erfolgt parallel zu den BAföG-Zahlungen. Im Unterschied zum BAföG, das in erster Linie den Lebensunterhalt sichert, wird der Bildungskredit für besondere Ausgaben wie Studiengebühren und Anschaffungen gewährt. Er ist eine zusätzliche Leistung, die unerwartete, nicht ständig anfallende Kosten auffangen soll.

    Antragstellung

    Wer einen Bildungskredit beantragen möchte, muss sich an das Bundesverwaltungsamt wenden und dort einen Antrag stellen. Das ist online möglich und sinnvoll, die Unterlagen können innerhalb von zwei Wochen nachgereicht werden. Zu früh darf der Antrag nicht gestellt werden, da der zeitliche Zusammenhang zwischen den Zahlungen und dem Zahlungszweck ersichtlich sein muss. Mehr als vier Wochen vorher sollte der Bildungskredit nicht beantragt werden. Bei Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Antrags helfen die Studentenvertretungen. Auch über eine Hotline können Fragen im Zusammenhang mit dem Bildungskredit geklärt werden. Das Bundesverwaltungsamt prüft den Antrag und verschickt einen Bewilligungsbescheid an den Antragsteller. Es dauert in der Regel mehrere Wochen, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Sobald der Bescheid vorliegt, kann der Student den Studentenkredit bei einer Bank oder Sparkasse beantragen, die den KfW Bildungskredit anbietet.

    Zinsen & Rückzahlung

    Da die KfW bei der Kreditvergabe eng mit dem Bundesversorgungsamt zusammenarbeitet, sind die Zinsen für einen Bildungskredit sehr niedrig. Sie liegen weit unter den für normale Kredite anfallenden Prozentsätzen. Zweimal im Jahr, im April und im Oktober, wird eine Aktualisierung der Zinshöhe vorgenommen. Die derzeit gültigen Zinssätze können auf der Seite der KfW eingesehen werden, dort ist auch die Zinsentwicklung der letzten Jahre dargestellt.

    Die Rückzahlung des Bildungskredits beginnt ab dem fünften Jahr nach der ersten Auszahlung. Sie erfolgt in monatlichen Raten, deren Höhe unabhängig vom Gesamtkredit festgelegt wird, an die Bank, bei der der Kreditvertrag abgeschlossen wurde. Der ganze Betrag oder größere Teilbeträge können jederzeit in einer Summe zurückgezahlt werden. Zusätzliche Gebühren werden durch eine vorzeitige Rückzahlung nicht fällig, wie das bei normalen Bankkrediten häufig der Fall ist.

    Falls der Kreditnehmer in Zahlungsverzug gerät, weil er seine Raten nicht oder nur teilweise begleicht, so wendet sich die KfW direkt an das Bundesversorgungsamt. Im Rahmen der Bürgschaft wird der Bildungskredit dann vom Bundesversorgungsamt an die KfW zurückgezahlt. Anschließend versucht das Bundesversorgungsamt, sich das Geld vom Kreditnehmer zurückzuholen. Es ist deshalb sehr ratsam, sich mit der Bank oder der KfW direkt in Verbindung zu setzen, falls sich die Rückzahlung aus irgendwelchen Gründen verzögert.

    Studienkredite von Banken

    Eine Möglichkeit, die monatlichen Lebenshaltungskosten während des Studiums zu finanzieren ist der Studienkredit. Dabei wird mit einer Bank ein Kreditvertrag abgeschlossen, der später in Raten zurückgezahlt werden muss. Die Zinssätze sind regelmäßig höher als zum Beispiel beim KfW Bildungskredit. Das ganze Studium über einen Studentenkredit zu finanzieren, kann sich später als problematisch erweisen, da die Kosten durch die Veränderungen des Zinssatzes nicht genau kalkuliert werden können. Für bestimmte Engpässe kann sich ein Studienkredit lohnen, zum Beispiel dann, wenn die Examensprüfungen anstehen und für den Nebenjob überhaupt keine Zeit mehr vorhanden ist. Schüler können für ihre Ausbildung keinen Ausbildungskredit erhalten.

    Einen Studienkredit können Studenten bei einer Sparkasse oder einer Bank beantragen, die regional oder überregional arbeitet. Eine Reihe von Banken arbeitet mit dem KfW Bildungskredit. Es gibt jedoch auch Banken und Sparkassen, die eine eigene Studienfinanzierung entwickelt haben. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten voneinander, nicht zuletzt aber durch den Zinssatz und die Rückzahlungsvereinbarungen. Ein Vergleich zwischen den verschiedenen Anbietern ist deshalb sehr wichtig. Die Aufnahme eines Studienkredits erfolgt wie jeder andere Darlehensvertrag auch. In der Regel wird der Studentenkredit nur für das Erststudium gewährt, und der Student darf eine Altersgrenze nicht überschreiten. Die Banken verzichten zwar auf Sicherheiten, doch verlangen sie vor der Bewilligung einen genauen Studienplan und holen sich eine Auskunft bei der Schufa ein, um die Kreditwürdigkeit des Studenten zu überprüfen. Bei manchen Banken sind regelmäßige Gespräche mit dem zuständigen Kundenberater verpflichtend.

    Ein Studentenkredit kann nur bis zu einer vom Gesetzgeber festgelegten Höhe beantragt werden. Das Einkommen der Eltern wird nicht berücksichtigt. Das Geld kann auch zusätzlich zum BAföG aufgenommen werden. Je nach Modell wird die vereinbarte Kreditsumme in monatlichen Raten auf das Konto des Studenten überwiesen. Es gibt auch Angebote, in denen höhere Summen auf einmal gezahlt werden. Dies kann sich bei größeren Anschaffungen als sinnvoll erweisen. Eine Finanzierung von Auslandsstudien oder Fernstudien ist durch einen Studienkredit in der Regel nicht möglich, auch von ausländischen Studenten kann ein Studienkredit in den meisten Fällen nicht in Anspruch genommen werden. Es kann sich in speziellen Fällen jedoch lohnen, die Konditionen verschiedener Banken zu vergleichen, um herauszufinden, ob Ausnahmen möglich sind.

    Der Nachteil des Studienkredits liegt darin, dass die geliehene Summe ab dem vereinbarten Zeitpunkt, meist nach Abschluss des Studiums, zurückzuzahlen ist. Dabei ist es für die Bank unerheblich, ob der Kreditnehmer einen Job hat und genug Geld verdient, um die monatlichen Raten abzutragen. Die Rückzahlung kann den Hochschulabsolventen später in große finanzielle Schwierigkeiten bringen, vor allem, wenn neben dem Studienkredit der Bank auch noch die Raten für BAföG oder den Bildungskredit fällig werden. Bei schlechter Joblage, einem niedrigen Verdienst oder anderen unvorhersehbaren Problemen befindet sich der Student dann schnell in der Schuldenfalle, aus der er sich so schnell nicht wieder befreien kann. Die Banken werden bei Zahlungsverzug genau wie bei jedem anderen Kreditnehmer sehr schnell ein Mahnverfahren einleiten, um an ihr Geld zu kommen. Ein Studienkredit sollte also nur dann in Anspruch genommen werden, wenn andere Finanzierungsmöglichkeiten ausfallen oder für eine begrenzte Zeit Kosten anfallen, die durch die BAföG-Finanzierung oder den Bildungskredit nicht abgedeckt werden können.

    Studienbeitragsdarlehen

    Die in einigen Ländern erhobenen Studiengebühren führten in der Vergangenheit häufig dazu, dass finanzschwache Abiturienten kein Studium aufnehmen konnten, weil sie die Studiengebühren nicht finanzieren konnten. Aus diesem Grunde wurde das Studienbeitragsdarlehen ins Leben gerufen. Sinn dieses Darlehens ist es, den Studenten das notwendige Geld für die Studiengebühren vorzustrecken. Bei Studienbeginn wird ein Antrag bei der zuständigen Bank gestellt und zusammen mit den Immatrikulationsunterlagen eingereicht. Die Studiengebühren werden dann für ein Semester vorgestreckt.

    Studiengebühren sind Ländersache. Jedes Bundesland hat die Möglichkeit, Studiengebühren für den Besuch seiner Hochschulen einzuführen. Es gibt mittlerweile nur noch sehr wenige Bundesländer, in denen Studiengebühren gezahlt werden müssen. Das allerdings kann sich auch wieder ändern, wenn die Finanznot die Länder dazu zwingt, neue Einnahmequellen zu erschließen. Für Studenten bedeutet die derzeitige Regelung, dass sie sich im besten Fall bei einer Hochschule anmelden sollten, die in einem Bundesland liegt, das keine Gebühren erhebt.

    Sind die Studiengebühren nicht zu umgehen, bietet das Studiendarlehen finanzschwachen Studenten die Möglichkeit, diese Kosten zu finanzieren. Allerdings sollte bedacht werden, dass nach Abschluss des Studiums die Rückzahlung erfolgen muss. Zu den möglicherweise bereits angehäuften Schulden durch BAföG und Studienkredite kommen dann weitere Belastungen hinzu. Wer nach dem Studium nicht vor einem Berg von Raten stehen möchte, sollte genau überlegen, ob ein Studienbeitragsdarlehen wirklich notwendig ist. Unter besonderen Umständen, zum Beispiel, wenn der Student ein Kind erzieht oder andere Härtefälle vorliegen, kann sich der Student von den Studiengebühren befreien lassen. Damit lässt sich die Kreditaufnahme umgehen und das Studium trotzdem durchführen.

    Kosten

    Wie ein Studienbeitragsdarlehen abgewickelt wird, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Die Kosten, die Art der Auszahlung und der Zinssatz variieren von Bundesland zu Bundesland. Allgemeine gültige Angaben, die für alle Länder gleichermaßen gelten, lassen sich nicht machen. Studierende, die ein Studienbeitragsdarlehen in Anspruch nehmen möchten, sollten sich mit der zuständigen Stelle in Verbindung setzen und klären, wie die Auszahlung geregelt ist. Dabei kann dann auch gleich geklärt werden, wie hoch die monatliche Rate und der Zinssatz sind und wie lange Anspruch auf das Darlehen besteht.

    Antragstellung & Voraussetzungen

    Der Antrag auf ein Studienbeitragsdarlehen wird je nach Bundesland bei einer Bank oder Sparkasse gestellt. Häufig erfolgt die Abwicklung über die KfW. Erstsemester haben in der Regel Anspruch auf das Darlehen, wenn die finanziellen Voraussetzungen vorliegen. Für das Studienbeitragsdarlehen gelten die gleichen Grundregeln wie für den Bezug von BAföG.

    Fälligkeit & Rückzahlungsmodalitäten

    Auch bei der Fälligkeit und den Rückzahlungsmodalitäten gibt es keine einheitlichen Regelungen. Da die Erhebung der Studiengebühren ganz von dem jeweiligen Bundesland selbst bestimmt wird, richten sich Fälligkeit und Rückzahlungsbedingungen nach den dort geltenden Bestimmungen. Als sicher gilt, dass die Rückzahlung dann erfolgen muss, wenn das Studium beendet ist und das Arbeitsgehalt des fertigen Studenten den Mindestlohn übersteigt. Studenten können sich hierbei ebenfalls an den Bestimmungen für die BAföG-Rückzahlungen orientieren.

    Vorüberlegungen

    Eine gute Berufsausbildung ist teuer. Früher waren es fast ausschließlich Kinder aus begüterten Familien, die sich ein Studium oder eine qualifizierte Ausbildung leisten konnten. Manche Hochbegabung blieb auf der Strecke, weil kein Geld vorhanden war, um den Lebensunterhalt während der Zeit an der Universität oder Lehre abzusichern. Wenn dann noch die in einigen Bundesländern und von einigen Schulen erhobenen teilweise sehr hohen Schul- und Studiengebühren zusätzlich zu finanzieren sind, scheint es ohne Vermögen kaum möglich, ein Studium aufzunehmen oder eine gute Ausbildung zu absolvieren. Bei einer Ausbildung in einem Lehrbetrieb kann wenigstens ein Teil der Kosten durch die Ausbildungsvergütung aufgefangen werden, bei einem Studium oder einer schulischen Ausbildung fällt diese Möglichkeit weg. Um nicht nur reichen Menschen die Chance auf eine gute Berufsausbildung zu geben, wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, damit auch junge Menschen aus Arbeiterfamilien oder anderen weniger reichen Umfeldern ein Studium oder eine Ausbildung absolvieren können.

    Während eines Studiums oder einer Ausbildung fallen neben den Lebensunterhaltungskosten wie Essen, Miete und Versicherungen häufig Studiengebühren und hohe Kosten für die notwendige Fachliteratur an. Fahrten nach Hause und notwendige Erholungsphasen müssen ebenfalls eingeplant werden. Schließlich kann ein Studium oder eine Ausbildung meist nicht dort absolviert werden, wo die Eltern leben und der Student oder Auszubildende im Elternhaus versorgt werden können. Nur in den seltensten Fällen werden die Eltern in der Lage sein, ihren Kindern genügend Geld für das Studium oder die Ausbildung zur Verfügung zu stellen. Die Frage, wie die Berufsausbildung finanziert werden kann, ist deshalb neben der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf oder ein Studium die wichtigste Vorüberlegung, bevor ein Lehrvertrag abgeschlossen werden kann oder eine Einschreibung bei einer Universität erfolgt.

    Mit den Vorbereitungen für ein Studium oder eine Ausbildung sollte so früh wie möglich begonnen werden. Schon im Schuljahr vor dem Schulabschluss sollten das Studienfach oder der Ausbildungsberuf feststehen. Je eher die Lehrstelle gefunden oder der Antrag bei der gewünschten Universität gestellt wird, desto eher können die notwendigen finanziellen Hilfen beantragt werden. Gerade BAföG-Anträge haben eine lange Bearbeitungsdauer, sodass der Antrag unbedingt eingereicht werden sollte, sobald die Bescheinigung einer Universität oder Ausbildungsplatzes vorliegt. Mögliche Engpässe lassen sich so vermeiden. Sobald die Entscheidung für ein Studienfach feststeht, und damit klar ist, wie lange das Studium voraussichtlich dauern wird, können auch Hilfen wie Studienkredit und Studiendarlehen beantragt werden. Allerdings sollte sich jeder darüber klar sein, dass ein Teil des BAföG sowie der Studienkredit, der Bildungskredit oder der Ausbildungskredit nach Beendigung des Studiums oder der Ausbildung zurückgezahlt werden müssen.

    Mit einer guten Vorabplanung steht einer erfolgreichen Ausbildung an der Universität oder im Lehrbetrieb nichts mehr im Wege. Wenn die Finanzierung abgesichert ist, kann es an die Wohnungssuche gehen. Eine gute Finanzplanung hält den Kopf für das Studium frei. Wer sich nicht dauernd Sorgen machen muss, ob das Geld bis zum Ende des Monats reichen wird, kann sich den neuen Herausforderungen unbelastet widmen und das Studentenleben auch ein wenig genießen.

    Wie viel Geld brauche ich?

    Wenn ein Student oder Auszubildender zu Hause auszieht oder ausziehen muss, weil die Ausbildungsstätte oder Universität in einer anderen Stadt oder gar einem anderen Bundesland ist, stellt sich die Frage nach den Lebenshaltungskosten. In den meisten Fällen wird das Geld gerade so reichen, um Miete, Lebensmittel und andere wichtige Dinge zu bezahlen. Vor allem, wenn jemand allein in eine Wohnung zieht, kommen schnell Summen zusammen, die sich gar nicht so einfach finanzieren lassen. Wer die Möglichkeit hat, im Studentenheim unterzukommen, kann wenigstens bei der Miete einiges sparen. Die Kosten für eine Wohnung mit anderen Auszubildenden oder Freunden zu teilen, ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, die monatlichen Lebenshaltungskosten zu senken. Für die Finanzierung einer Ausbildung oder eines Studiums ist eine gute Planung der Kosten die Voraussetzung.

    Egal, ob jemand im Wohnheim, einer Wohngemeinschaft oder in einer eigenen Wohnung wohnt, die Miete macht häufig den Löwenanteil der monatlichen Kosten aus. Sie berechnet sich nach der Größe der Wohnung, der Lage und Ausstattung und der Stadt, in der sie sich befindet. Wohnungen in der Innenstadt sind häufig viel teurer als Wohnung im Umland. Allerdings fallen dann höhere Fahrkosten an, wenn die Ausbildungsstätte oder die Universität nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist. Die Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr gehört ebenfalls zu den monatlichen Ausgaben. Außer der Miete schlagen auch die Nebenkosten nicht unerheblich zu Buche. Abschläge für Heizung, Wasser und Hausumlagen müssen Mieter monatlich an den Eigentümer zahlen und bekommen im folgenden Jahr eine Abrechnung darüber. Häufig werden dann Nachzahlungen fällig, wenn der Verbrauch höher gewesen ist, als veranschlagt. Strom wird von einem Stromversorger bezogen, der ebenfalls monatliche Abschläge verlangt. Ausbildende und Studenten sind am besten mit einer Wohnung bedient, für die eine Warmmiete berechnet wird. In dieser sind Heiz- und Wasserkosten und häufig auch die Stromkosten bereits enthalten. Nicht vergessen werden dürfen die Kosten, die für den Telefonanschluss und das Internet anfallen. Hier sollte nach preisgünstigen Alternativen Ausschau gehalten werden. Teilen sich mehrere Studenten oder Freunde die Wohnung, werden Miete und Nebenkosten gleichmäßig auf alle verteilt, sodass die Kosten für den Einzelnen niedriger sind. Der gemeinsame Einkauf von Lebensmitteln kann sich ebenfalls günstig auf die Lebenshaltungskosten auswirken, denn Großpackungen sind häufig preiswerter als Singlepackungen.

    Eine Alternative zur eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft sind möblierte Zimmer, die gerade in Universitätsstädten häufig zu finden sind. Der Nachteil dabei ist, dass oftmals Bad und Küche mit den anderen Hausbewohnern geteilt werden müssen und dass die Regeln strenger sind als in einer eigenen Wohnung. Dafür sind die Kosten für ein möbliertes Zimmer gemessen an den Kosten für eine Wohnung um einiges niedriger. Der monatliche Betrag, der an den Wohnungseigentümer zu zahlen ist, enthält meistens die Kosten für Heizung, Wasser und Strom. Wohnheime werden von Ausbildungsbetrieben oder den Universitäten zur Verfügung gestellt. Hierfür ist monatlich ein Gesamtbetrag zu entrichten, der alle Nebenkosten enthält. Allerdings sind die Plätze im Wohnheim meist schnell vergeben, sodass Interessierte sich rechtzeitig darum kümmern müssen.

    Ein weiterer großer Anteil der monatlichen Kosten entfällt auf Nahrungsmittel. Die Kosten dafür sollten nicht zu knapp kalkuliert werden. Auch wenn sich die meisten Lebensmittel beim Discounter preiswert besorgen lassen, sollten gelegentlich auch einmal Extrawünsche möglich sein. Eine abwechslungsreiche Kost mit Vitaminen und Mineralstoffen hält gesund und fit. Leider sind gerade frisches Obst und Gemüse häufig recht teuer. Genügend zu trinken ist ebenfalls wichtig, an den Ausgaben für Wasser, Saft und Tee sollte nicht gespart werden. Beim Einkaufen auf Sonderangebote zu achten, kann den wöchentlichen Einkauf erheblich preiswerter machen.

    Auch die Hygiene darf nicht zu kurz kommen. Bei der Einteilung des zur Verfügung stehenden Geldes müssen Kosten für Körperpflegemittel ebenso berücksichtigt werden wie Reinigungsmittel für die Wohnung und die Wäsche. Ein weiterer Betrag sollte monatlich für die Anschaffung von Kleidung zur Verfügung stehen. Eine neue Hose, Schuhe, Strümpfe oder Unterwäsche müssen von Zeit zu Zeit einfach sein, wenn die alten Sachen kaputtgehen oder völlig aus der Mode gekommen sind. Damit das Vergnügen während der Ausbildungszeit nicht ganz auf der Strecke bleibt, sollte jeden Monat ein kleiner Betrag für Unternehmungen, den Kaffee mit Freunden oder ein Kinobesuch eingeplant werden. Sogar ein Urlaub lässt sich finanzieren, wenn monatlich eine kleine Summe zurückgelegt wird, die nur für eine Reise oder ein Freizeitvergnügen bestimmt ist.

    Bei Studenten fallen in der Regel hohe Kosten für die Beschaffung von Fachbüchern an. Manche Bücher sind neu nahezu unerschwinglich teuer, wer Glück hat, findet gute gebrauchte Bücher auf Studentenflohmärkten oder am Schwarzen Brett der Universität. Ein großer Teil der Fachliteratur lässt sich in der Universitätsbibliothek beschaffen, doch sind begehrte Werke häufig vergriffen und die Wartelisten zu lang, um darauf zu warten. In einigen, wenigen Bundesländern müssen zu Semesterbeginn Studiengebühren gezahlt werden. Auch dieser Kostenfaktor muss bei der Planung berücksichtigt werden. Diese Kosten lassen sich durch die Wahl des Studienortes vermeiden, wenn die Universität in einem Bundesland liegt, das keine Studiengebühren erhebt.

    Zusätzliche Probleme bereiten nicht vorhersehbare Unkosten. Leider passiert es immer mal wieder, dass ein wichtiges Gerät kaputtgeht, dass jemand krank wird und Medikamente benötigt, Nachzahlungen für Strom oder Heizung fällig sind oder sonst eine unvorhergesehene Ausgabe notwendig wird. Wer für solche Fälle jeden Monat ein paar Euro zurücklegt, wird auch solche Krisen gut meistern können.

    Um eine gute Übersicht über die monatlichen Ausgaben zu haben, empfiehlt es sich, einen Budgetplan anzufertigen. In diesen Plan werden die Summen eingetragen, die für bestimmte Ausgaben zur Verfügung stehen. Für die folgenden Posten sollte jeweils ein fester Betrag bestimmt werden: Miete einschließlich Nebenkosten, Telefon und Internet, Fahrkosten, Krankenversicherung, Lebensmittel, Pflege und Reinigung, Kleidung, Freizeit und Lernmittel sowie eine Summe für unerwartete Ausgaben. Beträge, die am Ende des Monats nicht verbraucht wurden, werden beiseitegelegt, um mögliche notwendige Mehrausgaben in den nächsten Monaten aufzufangen. Besonders sinnvoll kann es sein, ein spezielles Konto einzurichten, auf dem solche Gelder geparkt werden können. Es gibt mittlerweile viele Direktbanken, die Konten ohne Kontoführungsgebühren oder einen festen monatlichen Eingang für jedermann zur Verfügung stellen.

    Welche Einnahmen habe ich?

    Um die Finanzierung für ein Studium oder eine Ausbildung zu planen, ist zunächst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen, wie viel Geld jeden Monat zur Verfügung steht. Am besten ist es, alle möglichen Einnahmen in einer Liste zusammenzustellen und auch die Länge des Bezugs einzuplanen. Größere Beträge sollten dabei auf mehrere Monate verteilt werden, damit sich die Höhe der durchschnittlichen Einnahmen bestimmen lässt.

    Für die Ermittlung der Einnahmen sind folgende Fragen wichtig. Wie hoch ist eine eventuelle Ausbildungsvergütung? Welchen Kostenanteil können und werden die Eltern übernehmen, wenn sie dazu finanziell in der Lage sind? Treten sie das Kindergeld beim Auszug an das Kind ab oder werden sie es zur Abdeckung der für das Kind anfallenden Ausgaben selbst behalten? Sind Einnahmen aus Vermögen vorhanden, wie zum Beispiel Zinsen oder Mieteinkünfte? Haben die Eltern eine Ausbildungsversicherung oder Sparpläne abgeschlossen, die zu Studienanfang abgerufen werden können? Bestehen Ansprüche auf Unterhaltszahlungen durch geschiedene Elternteile oder auf eine Waisenrente? Wie lange werden die verschiedenen Einnahmen gezahlt? Die Summe aus diesen verschiedenen Einnahmequellen zeigt, ob genügend Geld für die Zeit des Studiums zur Verfügung stehen wird.

    Wenn absehbar ist, dass die Einkünfte nicht für das tägliche Leben, Miete, Studiengebühren, Fachliteratur und andere Ausgaben reichen werden, zeigt eine Prüfung der BAföG-Voraussetzungen, ob ein Teil der Ausgaben das BAföG gedeckt werden können. Auch über einen Studienkredit des KfW oder privater Banken und Sparkassen sowie verschiedene Darlehen wie Ausbildungskredit, Studentenkredit oder Studiendarlehen lässt sich der Lebensunterhalt während des Studiums oder der Ausbildung für eine bestimmte Zeit finanzieren.

    Kann ich nebenbei arbeiten?

    Für die meisten Studenten wird es notwendig sein, neben dem Studium Geld zu verdienen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei muss bedacht werden, dass die Studiendauer sich möglicherweise in die Länge ziehen wird, wenn die Zahl der Arbeitsstunden zu hoch ist. Es bleibt dann nicht genügend Zeit für das Lernen, die Klausurvorbereitungen und die Prüfungen. Bei der Vorbereitung auf wichtige Examina oder während der Doktorarbeit ist es den meisten Studenten nicht möglich, auch noch einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Prüfung nicht bestanden wird oder die Noten so schlecht ausfallen, dass sich das auf die spätere Jobsuche negativ auswirkt.

    Wer mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, riskiert, dass Sozialabgaben gezahlt werden müssen, weil der Verdienst die Nebenverdienstgrenze übersteigt. Das kann sich auf die Zahlung des Kindergeldes auswirken. Wenn auch BAföG bezogen wird, müssen die Höchstgrenzen für Zusatzverdienste genauestens beachtet werden. Schon ein Euro darüber kann dazu führen, dass kein BAföG mehr gezahlt wird.

    Bei der Auswahl des Nebenjobs müssen die Arbeitszeiten berücksichtigt werden. Kein Mensch kann jeden Abend kellnern und tagsüber Vorlesungen besuchen und lernen. Gegen ein oder zwei Abende pro Woche ist sicher nichts einzuwenden, häufiger sollten solche Jobs besser nicht ausgeübt werden. Studentische Hilfsvereine bieten manchmal Tätigkeiten für Studenten an, sie beraten andere Studenten bei Anträgen und anderen Problemen. Solche Jobs sind allerdings rar.

    Während der vorlesungsfreien Zeit und während der Semesterferien bieten viele Unternehmen Aushilfsjobs für Studenten an. Sie dauern meist nur ein paar Wochen, doch lässt sich hier häufig genügend Geld verdienen, sodass finanzielle Reserven für die übrige Zeit des Jahres angelegt werden können. Aber Vorsicht: Auch hier müssen die Obergrenzen beachtet werden, wenn jemand Sozialleistungen wie Kindergeld oder BAföG bekommt. Solche für Studenten gut geeignete Jobs sind oft schnell vergriffen, eine rechtzeitige Bewerbung kann sehr hilfreich sein. In fast allen Universitäten hängen Stellenangebote am Schwarzen Brett aus. Vom Babysitterdienst über die Betreuung von Haustieren bis zur Arbeit an der Garderobe bei Abendveranstaltungen gibt es hier ein breit gefächertes Angebot für die unterschiedlichsten Nebenjobs. Je nach Höhe und Länge der monatlichen Verdienste fallen zusätzliche Kosten für die Krankenkasse an. Ab welcher Einnahmenhöhe Krankenkassenbeiträge notwendig werden, ist bei der zuständigen Krankenkasse zu erfahren. Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, sollten arbeitswillige Studenten vorab anfragen und spezielle Studententarife in Anspruch nehmen.

    Wie lange dauert die Ausbildung?

    Studiendarlehen, zu denen Studentenkredit oder Ausbildungskredit gehören, werden nur für eine bestimmte Anzahl an Semestern gewährt. Bei der Wahl des Studienfaches sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Studienzeit nicht zu lange in Anspruch nehmen wird. Natürlich kann es immer wieder einmal vorkommen, dass das Studium oder die Ausbildung unterbrochen werden muss. Krankheiten, die Geburt eines Kindes oder andere persönliche Probleme können dazu führen, dass eine Auszeit nötig wird.

    Der Wiedereinstieg ist nicht immer problemlos möglich. Wer sich für eine Zeit von der Universität exmatrikulieren lässt, hat je nach Dauer möglicherweise keinen Anspruch mehr auf seinen Studienplatz oder den Bezug von BAföG oder Studiendarlehen. Eine Unterbrechung der Ausbildung oder des Studiums sollte deshalb nur in wirklich unvermeidbaren Fällen erwogen werden. Ein Studienkredit oder Ausbildungskredit kann je nach Vertrag für eine bestimmte Zeit unterbrochen werden, das allerdings hängt von den Vereinbarungen mit dem jeweiligen Kreditinstitut ab.

    Verlängert sich die Studiendauer, weil das Fach gewechselt wird oder Prüfungen nicht bestanden werden, kann sich das negativ auf die Leistungen von BAföG oder KfW auswirken. Um sicherzugehen, dass die Studienfinanzierung während des gesamten Studiums oder der gesamten Ausbildung gesichert ist, sollten Unterbrechungen möglichst vermieden werden. Wird ein Zweitstudium aufgenommen, wird es ungleich schwieriger, einen Studienkredit oder Bildungskredit zu bekommen. Vor der Festlegung des Studienfachs sollte deshalb genau geprüft werden, ob das Interesse so groß ist, dass das Studium auch zum Abschluss gebracht werden kann.

    Will ich ein Auslandssemester absolvieren?

    Ein oder zwei Auslandssemester lohnen sich grundsätzlich für alle Studiengänge. In einem anderen Land andere Kulturen kennenzulernen, erweitert den Horizont, vertieft die Fremdsprachenkenntnisse und vermittelt Kontakte zu Studierenden anderer Länder. An einer ausländischen Universität haben Studenten eine freiere Auswahl der Fächer, die sie belegen möchten. In vielen Berufen ist heute eine Karriere ohne Auslandskontakte kaum mehr denkbar. Gründe für ein Auslandssemester gibt es also genügend, die Frage ist allerdings, ob ein Aufenthalt im Ausland zeitlich möglich ist und wie er sich finanzieren lässt.

    Bei einem sehr eng gesteckten Studienplan fehlt häufig die Zeit für ein oder mehrere Auslandssemester. Viel problematischer ist jedoch die Studienfinanzierung. Ein Aufenthalt im Ausland ist meist teurer als im Inland, zumal auch unter Umständen eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden muss, weil die gesetzlichen Kassen Auslandskosten nicht immer übernehmen. Mangels Sprachkenntnissen fehlt häufig die Gelegenheit, nebenher zu jobben, um etwas Geld hinzu zu verdienen. Hier können Stipendien hilfreich sein, die Studenten mit guten Leistungen gewährt werden. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird das BAföG auch für die Zeit im Ausland gezahlt. Eine weitere Studienfinanzierung sind Studiendarlehen, die von Banken und dem KfW vergeben werden. Mit der Planung eines Auslandssemesters sollten Studienanfänger gleich zu Anfang des Studiums beginnen. Studienberater und Studienorganisationen helfen dabei, den besten Zeitpunkt und eine geeignete Auslandsuniversität auszuwählen. Auch bei der Finanzierung stehen diese Berater zur Seite. Sie unterstützen beim Ausfüllen von Formularen für das Auslands-BAföG und der Anträge für einen Studentenkredit oder Bildungskredit bei der KfW oder den Banken.

    Wie viel Geld verdiene ich später?

    Nimmt ein Student oder Schüler unterstützende Finanzierungshilfen durch BAföG oder Studiendarlehen in Anspruch, muss er davon ausgehen, dass er die erhaltenen Zahlungen durch BAföG, Studentenkredit oder Ausbildungskredit nach Abschluss des Studiums oder der Ausbildung ganz oder teilweise zurückzahlen muss. Bei BAföG-Bezug hängt eine Rückzahlung davon ab, ob ein Vollzuschuss gezahlt wurde, das ist in Regel bei Schülern der Fall, oder ob ein Teil des BAföG als Staatsdarlehen gewährt wurde. Im letzteren Fall ist dieser Teil der finanziellen Unterstützung nach Beendigung der Berufsausbildung ebenfalls zurückzuzahlen.

    Bei der Wahl des zukünftigen Berufes oder des Studienganges muss deshalb abgewogen werden, wie die späteren Berufsaussichten sind. Nicht immer verdienen Hochschulabsolventen in ihrem späteren Job genug, um ihren während der Studienzeit angehäuften Zahlungspflichten nachkommen zu können. Längst nicht alle Studenten bekommen gleich nach dem Studium einen Job. Der Jurist, der nach dem Examen Taxi fahren muss, ist leider kein übertriebenes Beispiel, sondern nur allzu oft die Realität. Damit niemand nach der abgeschlossenen Ausbildung vor einem hohen Schuldberg steht, den er kaum bezwingen kann, sollte die Aufnahme von Studiendarlehen sorgfältig überlegt werden. Ist der Verdienst später nur gering oder der Absolvent sogar überhaupt keinen Job finden, kann es leicht passieren, dass die fälligen monatlichen Raten nicht abgetragen werden können.

    Auf der sicheren Seite sind die Studenten oder Schüler, die einen Beruf mit guten Zukunftsaussichten gewählt haben. Gute Noten und Examen sind bei der Jobsuche ebenfalls von Vorteil. Schwierig kann die Rückzahlung bei Berufen im künstlerischen Bereich werden, hier sind feste, regelmäßige Einnahmen nicht immer zu erwarten. Das Absolvieren überlaufener Studiengänge wie Jura oder Betriebswirtschaft kann ebenfalls dazu führen, dass die Jobsuche sich schwieriger gestaltet als erwartet. Eine gute Berufsberatung und Praktika in verschiedenen Arbeitsbereichen können dabei helfen, den richtigen Job zu finden, mit dem sich anschließend auch genügend Geld verdienen lässt.

    Stipendien

    Eine Möglichkeit, die Kosten für ein Studium zu senken, sind Stipendien, die von zahlreichen staatlichen und privaten Organisationen oder Stiftungen vergeben werden. Sowohl Bund und Länder als auch gemeinnützige Organisationen bieten im Rahmen der Hochbegabtenförderung Stipendien für besonders talentierte Schüler und Studenten an. Doch nicht nur für Hochbegabte werden Stipendien bereitgestellt. Manche Stiftungen bewerten soziales oder politisches Engagement hoch und fördern Studenten mit entsprechenden Interessen. Die meisten Stipendien werden in der Höhe von BAföG-Leistungen gewährt, mit dem Unterschied, dass das erhaltene Geld nach dem Studium nicht zurückgezahlt werden muss. Es gibt auch Organisationen, die Teilstipendien vergeben, das heißt, dass nur ein Teil der Kosten übernommen wird. Bücherstipendien und Stipendien für Examen sind weitere Möglichkeiten einer Unterstützung.

    Welche Organisationen und Stiftungen Stipendien vergeben, können Interessierte bei ihrer zuständigen Hochschule erfragen. Dort ist bekannt, ob das elterliche Einkommen oder eigenes Vermögen eine Rolle bei der Vergabe spielen. Auch ob die Förderung bereits zu Anfang des Studiums erfolgt oder ob das Studium erst begonnen werden muss, bevor das Geld fließt, kann hier erfragt werden. Die Zahlungen für Vollstipendien erfolgen in monatlichen Beträgen, die den Sätzen des BAföG angepasst sind, bei Teilstipendien sind die Beträge natürlich niedriger und reichen nicht allein für den Lebensunterhalt während des Studiums. In jedem Fall kann es sich für einen Studenten lohnen, einen Antrag auf ein Stipendium zu stellen, da sich bei einer Bewilligung einiges an Geld sparen lässt.

    Staatliche Hilfen

    Um auch Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, die zu wenig Geld haben, um einen Hochschulbesuch zu finanzieren, haben Staat, Banken und private Organisationen Möglichkeiten geschaffen, finanzielle Hilfen bereitzustellen. Die bekannteste Unterstützung ist das BAföG, das Zuschüsse zahlt, mit denen der Lebensunterhalt ganz oder teilweise finanziert werden kann. Banken wie die KfW, private Banken oder Sparkassen bieten verschiedene Finanzierungsmodelle an. Hier können Studenten oder Auszubildende einen Studienkredit, einen Bildungskredit oder andere Studiendarlehen erhalten. Im Gegensatz zu Verbraucher- oder Anschaffungskrediten werden von den Banken keine Sicherheiten verlangt, es reichen hier die Immatrikulationsbescheinigung und in den meisten Fällen eine Schufa-Bescheinigung aus. Ein Bildungskredit oder Studienkredit wird unabhängig vom eigenen Vermögen gewährt und kann dabei helfen, ein Studium finanzierbar zu machen. Studenten und Auszubildende sollten sich vor der Ausbildung genau informieren, welche Hilfen infrage kommen, und welche am besten für den individuellen Fall geeignet sind.

    Fazit

    In den normalen Ausbildungs- und Studienzeiten kann ein Teil des Lebensunterhalts durch Nebenjobs gesichert werden. Wenn studentische Aushilfsjobs nicht verfügbar sind und auch keine Unterstützung durch die Eltern oder den Ehepartner möglich ist, springen staatliche Hilfen, die im Berufsausbildungsförderungsgesetz festgelegt sind, ein.

    Ein Studium oder eine qualifizierte Ausbildung sind damit nicht länger ein Privileg reicher Familien. Kindern aus Arbeiterfamilien oder sozialschwachem Umfeld wird es durch zahlreiche Hilfen ermöglicht, ihren Lebensunterhalt während des Studiums oder der Ausbildung zu sichern. Auf Behinderte, Eltern kleiner Kinder und andere individuelle Lebenslagen nehmen die Vorschriften und Bestimmungen Rücksicht und ermöglichen durch Sondervorschriften auch diesen Personengruppen die Studienfinanzierung. Vorsicht geboten ist nur, wenn zu viele Studiendarlehen in Anspruch genommen werden. Wenn der Schuldenberg nach dem Studium oder der Ausbildung zu hoch angewachsen ist, kann es schwierig werden, später finanziell Fuß zu fassen. Deshalb sollten Studiendarlehen wie Studentenkredit oder Ausbildungskredit nur soweit in Anspruch genommen werden, wie es unbedingt notwendig ist.

    Auch wenn kein normaler Student oder Schüler während des Studiums oder der Ausbildung ein Leben in Saus und Braus führen kann, so steht ihm doch ausreichend Geld zur Verfügung, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nie war es eine gute Ausbildung so wichtig wie heute. Mit den staatlichen Unterstützungen hat es jeder junge Mensch selbst in der Hand, sich eine gute berufliche Grundlage für sein späteres Leben zu schaffen.

  • Autofinanzierung im Vergleich

    Die am meisten verbreitete Variante der Fahrzeugfinanzierung ist der Kredit beim Autohändler, der über die Autobank des Herstellers abgewickelt wird. Gerade bei Modellwechseln kann der Kunde hier sogar eine Nullprozent-Finanzierung ergattern. Trotzdem ist ein Kredit bei einer Bank oft günstiger. Denn bei der Händlerfinanzierung werden meist hohe Bearbeitungskosten und Gebühren erhoben. Gleichzeitig verzichtet man als Kunde bei dieser Variante auf einen Rabatt, den man nur dann erhält, wenn man das Geld bar auf den Tisch legt. Außerdem verlangen die meisten Autobanken eine Restschuldversicherung, die man ebenfalls mit einkalkulieren muss.

    Egal welche Variante der Fahrzeugfinanzierung man schließlich auswählt, je besser man die verschiedenen Angebote vergleicht und je mehr unterschiedliche Angebote man einholt, desto mehr spart man auch. Sogar Vertragshändler von ein und demselben Hersteller bieten teilweise unterschiedliche Konditionen für den Autokredit an. Ein kleiner Punkt, der häufig übersehen wird, ist aber die Sympathie. Mit der Fahrzeugfinanzierung bindet man sich für einige Jahre an einen Autohändler. Dieser führt alle Reparaturen aus und erledigt Inspektion und Wartung für das Auto. Daher sollte einem der Händler schon ein wenig sympathisch sein und ein gewisses Vertrauen muss ebenfalls vorhanden sein. Wer später schon mit einem unguten Gefühl zum Ölwechsel fährt und sich stets schlecht bedient fühlt, hat nichts gewonnen.

    Bankkredit und Barzahlung beim Händler

    Bei fast allen Händlern ist es immer noch die Regel, dass ein Kunde, der bar sein Auto bezahlen kann, höhere Rabatte eingeräumt bekommt. Vor allem Händler, die an keinen Hersteller gebunden sind und auch kleinere Händler eines Herstellers bevorzugen weiterhin eher Bargeld gegenüber einer Fahrzeugfinanzierung. Diese Händler haben häufig nicht selbst die Möglichkeit, überhaupt eine Fahrzeugfinanzierung anzubieten oder müssen wohlmöglich sogar beim Hersteller schlechtere Bedingungen in Kauf nehmen, wenn sie dem Kunden eine Fahrzeugfinanzierung ermöglichen wollen. Um die günstigen Konditionen dieser meist sehr kulanten und entgegenkommenden Händler zu nutzen, muss der Kunde entweder über die entsprechenden Summen an Bargeld verfügen oder selbst einen Bankkredit bei einem Geldinstitut abschließen.

    Je nachdem über wie viele Sicherheiten der Bankkunde verfügt, kann die Bank den Fahrzeugbrief als Sicherheit während der Laufzeit verwahren oder eine zusätzliche Restschuldversicherung von dem Kunden verlangen. Auch die Höhe der Zinsen wird entsprechend der Sicherheiten angepasst. Viele Kreditinstitute verlangen von ihren Kunden den Abschluss einer Vollkaskoversicherung für das KFZ. Die eigene Hausbank ist nicht zwangsläufig die günstigste Bank für den Kreditnehmer, daher sollte auch hier stets ein guter Vergleich der unterschiedlichen Angebote von verschiedenen Kreditinstituten stattfinden. Dabei müssen die eventuell anfallenden Kosten für zusätzliche Versicherungen, die eine Bank verlangt, mit einberechnet werden.

    Ratenkauf/Händlerkredit

    Auf den ersten Blick ist der Kredit beim Autohändler die günstigste Variante. Es werden in der Regel vergünstigte Zinssätze angeboten. Je nachdem, wie dringend der Händler oder Autohersteller das ausgewählte Modell verkaufen möchte, können die Vergünstigungen erheblich ausfallen. Oft wird von den Händlerbanken keine Anzahlung für das Fahrzeug verlangt, oder ein in Zahlung gegebenes älteres Fahrzeug kann als Anzahlung gelten. Meist wird für die älteren KFZ, die der Kunde in Zahlung gibt von den Händlern sehr viel mehr angerechnet, als wenn sie dieses auf dem freien Markt verkaufen würden. Der Kunde sollte aber in jedem Fall informiert in das Gespräch gehen und selbst wissen, wie viel er in etwa für den Wagen erzielen könnte.

    Die Gestaltung von Gebühren und Schlussraten kann allerdings recht unübersichtlich sein, so dass die Finanzierung am Ende teurer als gedacht ausfällt. Die Händlerbanken verlangen zudem häufig genauso wie eine herkömmliche Bank eine Restschuldversicherung und eine Vollkaskoversicherung für den Wagen, wenn man ihn finanzieren möchte. Wichtig ist jedoch, dass man einen Händlerkredit nur bei einem Händler abschließt, zu dem ein gewisses Vertrauen vorhanden ist. Schließlich hat man einige Jahre immer wieder mit dem Händler zu tun, da dieser auch die Wartung und die Inspektion des KFZ durchführt. Finanzieren muss Vertrauenssache sein und ein Vergleich von verschiedenen Händlern lohnt sich für den Kunden immer.

    Leasing

    Das Leasing eines Fahrzeugs ist bis zu einem gewissen Grad dem Mieten eines Autos sehr ähnlich. Allerdings sehen heute die meisten Autokäufer das Leasing eher als eine Finanzierungsvariante. Anders als bei einem Mietvertrag für ein Fahrzeug muss beim Leasing der Fahrzeugnutzer alle Wartungsarbeiten in regelmäßigen Abständen durchführen lassen und er muss diese, ebenso wie eventuell anfallende Instandsetzungsarbeiten, zahlen. Je nach Vertragsgestaltung muss er ebenfalls für eine Vollkaskoversicherung sorgen und natürlich genauso für diese zahlen. Dafür wird eine monatliche Pauschale an den eigentlichen Besitzer des Wagens gezahlt, die sogenannte Leasingrate.

    Obwohl auch bei einem Leasingvertrag vom Leasinggeber eine Auskunft bei der Schufa über die Bonität des Kunden eingeholt wird und der Leasingvertrag in vielerlei Hinsicht einer Fahrzeugfinanzierung ähnelt, tun viele Kunden sich doch mit einem Leasingvertrag weniger schwer als mit einem Kredit. Offenbar ist es gesellschaftlich angesehener ein Leasingfahrzeug zu fahren als ein Auto zu finanzieren. In einzelnen Fällen kommen aber auch steuerliche Vorteile durch die Nutzung eines Leasingfahrzeugs für den Leasingnehmer zum Tragen. Unternehmen profitieren zudem häufig von bilanztechnischen Vorteilen beim Fahrzeugleasing. Die Leasingraten können sofort als Betriebsausgaben von einem Unternehmen geltend gemacht werden, während beim Kauf eines Fahrzeugs die Anschaffungskosten erst über einen längeren Zeitraum hinweg geltend gemacht werden können.

    Gegenüber dem Kauf eines neuen Wagens stellt das Leasing eine gute Alternative dar. Der Leasingnehmer sucht sich genau aus, welchen Fahrzeugtyp und welche Ausstattung er wünscht und bekommt dann vom Leasinggeber exakt dieses Fahrzeug zur Verfügung gestellt gegen eine monatliche Leasingrate. Der Zeitraum, über den der Leasingvertrag lauten soll, wird ebenfalls vorab exakt festgelegt. In der Regel handelt es sich bei den Leasinggebern um Banken, die mit den Autohändlern zusammenarbeiten. Auch hier lohnt aber ein Vergleich vor dem Abschluss eines Leasingvertrages für ein Fahrzeug, denn die monatlichen Raten können durchaus variieren und auch die Schlussrate, die zu zahlen ist, wenn man das Fahrzeug nach Ablauf der Leasingdauer kaufen möchte, kann stark abweichen.

    4.1 Einige Punkte sollte man beim Leasing nicht übersehen

    Die Leasingrate, die monatlich zu zahlen ist, sollte genauso wie eine Kreditrate auch dann noch aufzubringen sein, wenn man einmal über einen längeren Zeitraum krank ist oder den Arbeitsplatz verliert. Außerdem muss man zu der monatlichen Leasingrate noch die laufenden Kosten für das Fahrzeug hinzurechnen. Eine Vollkaskoversicherung ist in jedem Fall ratsam, die meisten Leasinggeber verlangen sie aber ohnehin in ihren Leasingverträgen bereits vom Kunden. Der Leasingnehmer ist in jeder Hinsicht, also auch bei Raub, Feuer oder einem Unfall für das Fahrzeug verantwortlich. Jede Schramme oder Beule muss er instand setzen lassen, daher ist das finanzielle Risiko nur mit einer Vollkaskoversicherung einigermaßen überschaubar. Die Beiträge der Vollkaskoversicherung können vom Leasingnehmer immerhin noch etwas nach unten hin beeinflusst werden, wenn er eine etwas höhere Selbstbeteiligung wählt. Dabei muss man jedoch abwägen, inwieweit sich die Prämie der Versicherung tatsächlich reduziert mit einem höheren Selbstbehalt. Also heißt es auch bei der Vollkaskoversicherung stets erst vergleichen, dann einen Vertrag abschließen.

    Das Fahrzeug muss nach Ablauf der Vertragslaufzeit in einem verkehrs- und betriebssicheren Zustand wieder zurückgegeben werden. Doch diese Regelung ist natürlich schwammig und weitreichend. Bei hochwertigen Fahrzeugen kann es durchaus finanziell lohnend sein, das Auto vor der Rückgabe von einer professionellen Firma aufbereiten zu lassen. Dabei wird der Wagen nicht nur gereinigt und gewartet, sondern es werden auch kleinere Lackschäden behoben, eventuelle kleine Dellen oder Beulen werden wieder herausgezogen und insgesamt wird das Fahrzeug optisch sehr überzeugend verjüngt. Besonders bei hohen Restwertfixierungen im Leasingvertrag bekommt man diese Ausgabe normalerweise bei der Rückgabe des Fahrzeugs mehrfach wieder herein.

    Laufzeit und Restwert beim Leasing beachten

    Beim Leasing existieren verschiedene Modelle. Beim Leasing mit Restwertfixierung wird bereits bei Vertragsabschluss die Höhe des Fahrzeugrestwertes festgelegt und im Leasingvertrag aufgeführt. Mit Ablauf des Vertrages wird der vorher festgelegte Restwert mit dem wirklichen aktuellen Verkehrswert verrechnet. Auf diesen aktuellen Wert hat der Leasingnehmer zwar einen gewissen Einfluss, indem er das Auto gepflegt und in gutem Zustand wieder übergibt, doch die dann herrschende Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt hat darauf ebenfalls einen ganz erheblichen Einfluss. Liegt dann der aktuelle Wert des Wagens unter dem im Vertrag festgelegten Restwert, muss der Leasingnehmer diese Differenz tragen. In seltenen Fällen verhält es sich auch umgekehrt und der Leasingnehmer wird an einem Mehrerlös beteiligt. Diese Fälle sind allerdings tatsächlich leider recht selten, da die Unternehmen sich sehr gut absichern und den fixierten Restwert eher optimistisch festlegen.

    Leasing mit Kilometerabrechnung

    Bei einer anderen Variante des Leasings ist die Kilometeranzahl entscheidend, die vermutlich während der Laufzeit des Vertrags gefahren wird. Dabei wird die Kilometerzahl im Leasingvertrag genau festgelegt. Wird die vereinbarte Kilometerzahl überschritten, muss der Leasingnehmer jeden zu viel gefahrenen Kilometer nachzahlen. Die Pauschalen, die pro Kilometer von den Leasinggebern verlangt werden, sind in der Regel recht hoch. Je nach Vertragsgestaltung kann der Leasingnehmer aber auch mit einer Rückzahlung rechnen, wenn er unter der vereinbarten Kilometeranzahl bleibt. Einige Leasinggeber schließen allerdings eine Rückzahlung von vornherein aus. Einen Vertrag mit einer festen Kilometerabrechnung sollten nur Leasingnehmer abschließen, die vollkommen sicher sind, dass sie die Kilometerbegrenzung nicht überschreiten werden.

    Mobilitätspakete

    Immer mehr Hersteller besonders von hochpreisigen Wagen bieten Mobilitätspakete für die Kunden an. Diese Pakete sollen den Kunden von allen Sorgen befreien und es ihm ermöglichen, jederzeit mobil zu bleiben. Die Hersteller schnüren daher ganz unterschiedliche Pakete für ihre Kunden, die beispielsweise Leasingrate und Versicherungsprämie in einer Summe zusammenfassen. Dazu gibt es häufig eine Versicherungsgarantie, die besagt, dass die Versicherungsprämie auch nach einem Schadensfall nicht ansteigt. Viele dieser Fahrzeuge verfügen über eine serienmäßige Sicherheitsausstattung und eine radargestützte Kollisionswarnanlage, mit der beispielsweise Kollisionen beim Einparken verhindert werden.

    Verschiedene Hersteller bieten weitere unterschiedliche Bestandteile für ihre Mobilitätspakete an. In ein Mobilitätspaket verpackt gibt es kaum etwas rund um das Auto, das es nicht gibt. Da besteht die Möglichkeit, für eine Zusatzgebühr alle Wartungsarbeiten und sogar Verschleißreparaturen in das Paket zu integrieren. Meist sind diese Mobilitätspakete aber nur für hochpreisige KFZ in Verbindung mit einem Leasingvertrag möglich oder sinnvoll. Der Kunde bekommt je nach Vertrag sofort einen Ersatzwagen, der ihm sogar, wenn das vereinbart ist, direkt nach Hause geliefert wird.

    Ein Nachteil der Mobilitätspakete ist natürlich ihr recht hoher Preis. Im Grunde lohnt sich dieses Angebot nur für Manager und Geschäftsführer. Zudem wird das Mobilitätspaket von Kunden und auch sogar von Händlern oft mit der üblichen Mobilitätsgarantie verwechselt. So kommt es häufig vor, dass Vertragswerkstätten den Ersatzwagen oder die neuen Scheibenwischer beispielsweise dem Kunden in Rechnung stellen. Dann haben die Kunden den teuren Mobilitätsservice völlig umsonst gezahlt. Außerdem wird oft nicht das passende Ersatzfahrzeug für den Kunden zur Verfügung gestellt. Denn anders als bei der einfachen Mobilitätsgarantie muss der Ersatzwagen gleichwertig oder hochwertiger sein als der eigene Wagen. Bei der einfachen Mobilitätsgarantie muss das Auto, das zur Verfügung gestellt wird nicht in der gleichen Klasse angesiedelt sein.

    Drei-Wege-Finanzierung

    Auch Kreditinstitute und Autobanken entwickeln eine gewisse Kreativität, wenn es darum geht, Kunden zu gewinnen. So erfinden sie auch immer wieder einmal eine neue Fahrzeugfinanzierung, die es den Kunden erleichtern soll, einen Wagen anzuschaffen. Eine der neuen Varianten ist die Dreiwegefinanzierung, die in der Hauptsache von Autohäusern und deren Autobanken angeboten wird. Hier wird dem Kunden eine Finanzierung aus drei Komponenten angeboten. Außerdem kann der Kreditkunde am Ende der Finanzierung wählen, welche der ebenfalls drei Möglichkeiten er nun wählen will. Die drei Komponenten Anzahlung, monatliche Rate und Schlussrate unterscheiden sich zunächst auf den ersten Blick nicht von der Ballonfinanzierung, die ebenfalls genau diese Einzelheiten ausweist. Doch am Ende der Finanzierung bietet die Dreiwegefinanzierung drei sehr variable Möglichkeiten für den Kunden.

    Ein Kunde, der die Dreiwegefinanzierung ausgewählt hat, kann sich am Ende der Vertragslaufzeit seiner Finanzierung entscheiden, ob er die Schlussrate ganz einfach begleichen möchte und damit das Fahrzeug behält. Er kann aber auch das Fahrzeug, ähnlich wie bei einem Leasing, einfach an den Händler zurückgeben. Sei es nun, weil er die Schlussrate vielleicht nicht aufbringen kann oder weil ihm das Fahrzeug nicht mehr zusagt. Dann wird ebenfalls wie bei einem Leasingfahrzeug der aktuelle Wert des Wagens festgestellt. Ist der Wagen stark herabgewirtschaftet worden von dem Kunden muss er eventuell auch bei dieser Form der Finanzierung draufzahlen. Doch bei dieser Art der Finanzierung kann er noch eine dritte Form wählen. Die Schlussrate wird dann durch einen erneuten Kredit gezahlt und der Kunde behält das Auto. Dazu wird die Schlussrate durch die Autobank umfinanziert. Jedoch sind die Konditionen dafür in vielen Fällen schlechter, als die ursprüngliche Autofinanzierung und man sollte sich vorsichtshalber doch umschauen, ob man diese Schlussrate wenn nötig, nicht bei einer herkömmlichen Bank günstiger finanzieren kann.

    Auf den ersten Blick wirkt eine Dreiwegefinanzierung für die meisten Autokäufer sehr attraktiv mit all ihren Möglichkeiten. Auch mit einem der üblichen Finanzierungsrechner ist diese Form der Finanzierung mit dem in der Regel recht günstigen Zinssatzes noch nicht beizukommen. Doch sie wird letzten Endes schnell teurer als eine normale Autofinanzierung, die lediglich eine Anzahlung und laufende monatliche Raten beinhaltet. Dieser Nachteil ergibt sich aus den Zinsen für die Schlussrate, die über die gesamte Laufzeit hin mit gezahlt werden müssen. Darin ähnelt die Dreiwegefinanzierung der Ballonfinanzierung, die ebenfalls deutlich zu teuer gegenüber einer herkömmlichen Finanzierung ist. Der Vorteil der höheren Flexibilität wird bei dieser Form der Finanzierung verhältnismäßig teuer bezahlt.

    Ballonfinanzierung

    Als Ballonfinanzierung bezeichnet man einen Ratenkredit zur Fahrzeugfinanzierung, der in gewisser Weise dem Leasing eher ähnelt als einem herkömmlichen Kredit. Während der Laufzeit des Kredits werden nur kleine Raten für das KFZ gezahlt, die meist nur die Zinszahlungen abdecken. Am Ende der Kreditlaufzeit muss der Käufer des Fahrzeugs dann eine große Restzahlung aufbringen. So werden die monatlichen Raten für einen Kredit zwar sehr gering ausfallen, doch viele Käufer unterschätzen die hohe Schlussrate des Kredits. Die Ballonfinanzierung ist für den Käufer daher auf den ersten Blick vielleicht sehr günstig, doch bei genauerem Hinsehen hat sie einige Haken und ist kein wahres Schnäppchen.

    Der vermutete Restwert des Autos zum Ende der Kreditlaufzeit wird als Schlussrate angesetzt. Diese Summe wird daher während der Laufzeit überhaupt nicht getilgt. Allerdings muss der Kreditkunde dennoch für diesen Restwert während der gesamten Laufzeit Zinsen zahlen. Viele Kunden lassen sich von den geringen monatlichen Kosten täuschen, während sie in Wahrheit fast nur Zinsen zahlen und kaum Abtrag leisten für das KFZ. Fachleute haben ermittelt, dass in der Regel ein Kunde bei einer Ballonfinanzierung für ein KFZ etwa zwei Drittel mehr an Zinsen zahlt, als ein Kreditkunde, der einen ganz herkömmlichen Finanzierungsvertrag abschließt.

    Der Zahlungsaufschub des Restwertes für das Fahrzeug macht es natürlich vielen Käufern möglich, sich überhaupt ein Fahrzeug mit dieser Form der Fahrzeugfinanzierung anzuschaffen. Wer sich allerdings die monatlichen Raten der Ballonfinanzierung nur mit Mühe leisten kann, wird am Ende der Laufzeit ganz sicher nicht die große Restsumme für die Abschlussrate der Autofinanzierung aufbringen können. Diese Art der Finanzierung sollte daher nur gewählt werden, wenn es dem Kreditnehmer möglich ist, über die Laufzeit selbst noch Geld zurückzulegen für die Abschlussrate. Allerdings ist dann in Wahrheit ein ganz normaler Fahrzeugkredit deutlich günstiger in der Zinssumme, die während der Laufzeit gezahlt wird.

    Autofinanzierungsmodelle vergleichen

    So unterschiedlich wie die einzelnen Kunden und die verschiedenen Automodelle, so unterschiedlich sind inzwischen auch die einzelnen Formen der Autofinanzierung. Verhältnismäßig kleine monatliche Raten zeichnen die Ballanonfinanzierung und auch die Dreiwegefinanzierung aus. Doch sie bieten außer diesen kleinen Raten auch erhebliche Nachteile, denn die hohe Schlussrate muss über die gesamte Laufzeit hinweg mit verzinst werden. Dadurch werden diese beiden Varianten im Vergleich bis zu zwei Drittel teurer als ein normaler Autokredit. Außerdem werden diese beiden Autofinanzierungsmodelle fast ausschließlich von den Autobanken angeboten und sind immer an den Hersteller gebunden. Die Preisverhandlungen für das KFZ werden eingeschränkt, wenn der Kunden mit diesen Varianten finanzieren möchte. Wer dennoch eine dieser Möglichkeiten wählen möchte oder muss, sollte zunächst beim Autohaus als Barzahler nach dem entsprechenden Autopreis fragen und erst anschließend in die Verhandlungen um das Auto einsteigen.

    Die beiden besseren Varianten für den Kunden sind die Autokredite bei einer Autobank des Fahrzeugherstellers oder bei einer herkömmlichen Bank. Bei beiden Varianten wird meist der Fahrzeugbrief während der Laufzeit des Kredits einbehalten werden. Die die Autobanken untrennbar mit dem jeweiligen Fahrzeughersteller verbunden sind, können sie als Anreiz für den Kauf häufig sehr günstige effektive Jahreszinsen anbieten. Gerade wenn ein Modellwechsel ansteht oder um ein hochpreisiges neues Modell auf dem Markt einzuführen werden dann vielfach sogar Null-Prozent Finanzierungen angeboten. Meistens wird für diese Fahrzeugkredite auch keine Anzahlung vom Autohaus verlangt. Bei einer Null-Prozent Finanzierung sollte man natürlich nicht darauf dringen, dass man eine Anzahlung leisten kann. Im Gegenteil sollte man versuchen ein vorhandenes Fahrzeug nicht in Zahlung zu geben, sondern vielleicht auf dem freien Markt verkaufen.

    Die Autohändler haben jedoch oft Nachteile gegenüber dem Hersteller oder der Autobank, wenn ein Fahrzeug finanziert wird. Sie bekommen in der Regel eine deutlich geringere Provision vom Hersteller oder müssen einen Teil der Provision an die Autobank abtreten, um deren Kosten aufzufangen. Daher ist auch hier angeraten, erst einmal als Barzahler die Verhandlungen über das Fahrzeug mit dem Autohaus zu führen und erst nach dieser Besprechung das Gespräch auf die Finanzierung zu bringen. Vielfach wird der Händler dann nicht mehr zurückrudern und zähneknirschend auf das Geschäft eingehen. Rückt man früher mit dem Kreditwunsch heraus, wird einem meistens der hohe Rabatt auf den Listenpreis verwehrt.

    Wer über eine gute Bonität verfügt, bekommt jedoch oft ein Darlehen bei einem Geldinstitut günstiger als bei der Autobank. Das liegt an den Restschuldversicherungen, die von den Autobanken verlangt werden. Außerdem ist es häufig möglich, durch die Position als Barzahler beim Autohändler noch einige kleine aber kostenintensive Vergünstigungen herauszuschlagen. Dies können im günstigsten Fall zusätzliche Winterreifen oder eine kostenlose Erstinspektion sein. Auch wenn das neueste Modell des Autos noch so sehr reizt, es ist nicht nur aus Kostengründen nicht sinnvoll ein ganz neues Modell direkt nach der Markteinführung zu kaufen. Neue Modelle haben vielfach noch kleine Kinderkrankheiten, sei es ein Quietschen, das nicht gefunden werden kann oder auch größere Macken, wie eine Start-Stopp-Automatik, die den Wagen lahmlegt. Man sollte ruhig anderen das Ausmerzen dieser kleinen Tücken überlassen und das deutlich günstigere Vorgängermodell wählen.

    Anzahlung

    Je höher die mögliche Anzahlung, die der Kunde für sein neues Auto aufbringen kann, desto geringer wird natürlich zwangsläufig die monatliche Rate oder desto kürzer kann die Laufzeit der Autofinanzierung ausfallen. Was natürlich bedeutet, dass auch die Kosten für den Gesamtkredit erheblich nach unten korrigiert werden können. Denn für den Anteil, der bereits in der Anzahlung bezahlt wurde, werden schließlich keinerlei Zinsen mehr berechnet.

    Als Anzahlung wird sehr häufig das bisherige Fahrzeug des Kunden verwertet. So manches Mal kann dieses aber auf dem freien Markt mehr wert sein. Zusätzlich ist ohne ein Auto, das in Zahlung gegeben werden soll, der Verhandlungsspielraum beim Preis deutlich größer und zusätzlich besser erkennbar. Daher ist es nur eine sehr kleine Mühe sich einmal umzuhören, was der eigene Wagen auf einem Gebrauchtfahrzeugportal beispielsweise im Internet tatsächlich einbringen würde. Auf jeden Fall sollte man sich vor der Verhandlung mit einem Autohaus in der Schwackeliste informieren, wie viel ein Fahrzeug dieses Typs, Alters und Fahrleistung zurzeit wert ist.

    Monatliche Rate

    Besonders kleine monatliche Raten erzielt man mit der Ballonfinanzierung oder der Dreiwegefinanzierung. Allerdings gehen diese günstigen monatlichen Raten Hand in Hand mit zu teuren Gesamtkosten beim Autokredit. Empfehlenswert sind höhere monatliche Raten, wenn es irgend möglich ist. Da die Gesamtkosten dadurch gering gehalten werden. Der Kunde sollte deshalb genau rechnen und planen, wie hoch seine monatliche Belastung sein darf. Doch bei allem Sparwillen sollte man die Unterhaltskosten nicht vergessen und auch keine zu optimistischen Berechnungen anstellen. Die Kosten für Treibstoff werden eher weiter steigen und die Versicherung für den Wagen wird auch nicht günstiger in den nächsten Jahren, das muss der Kreditnehmer unbedingt berücksichtigen bei seiner Kalkulation.

    Schlussrate

    Fast jeder Autokredit, der die Zahlung einer Schlussrate beinhaltet, ist von der Gesamtbelastung her teurer als ein herkömmlicher Autokredit. Die Schlussrate wird über die gesamte Laufzeit hin mit dem Kredit verzinst. Dadurch kommt der höhere Kostenfaktor dieser Finanzierungsarten zustande. Natürlich kann sich nicht jeder eine Autofinanzierung leisten, die ohne eine Schlussrate auskommt. Doch man sollte wenigstens einen Vergleich anstellen und nicht das erstbeste Angebot für einen Ballonkredit oder eine Dreiwegefinanzierung annehmen. Bei diesen zwei Varianten ist die Dreiwegefinanzierung die flexiblere, da der Kunde sich am Schluss entscheiden kann, ob er das Fahrzeug behalten will und die Schlussrate zahlt oder ob er die Schlussrate neu finanzieren lassen will. Er kann das Fahrzeug aber auch zurückgeben.

    Bei der erneuten Finanzierung der Schlussrate werden die Konditionen gänzlich neu bestimmt durch die Autobank. Diese neuen Konditionen sind zu Vertragsbeginn im Regelfall nicht bekannt. Grundsätzlich entfällt für die Autobank natürlich der Anreiz dem Kunden einen besonders günstigen Zinssatz zu bieten und dementsprechend fallen meist die Konditionen für die Finanzierung für den Kunden eher nachteilig aus. Allerdings hat der Kunde die Möglichkeit die Schlussrate auch bei einem anderen Geldinstitut zu finanzieren. So könnte er die Endzahlung in einer Summe zahlen und bei seiner Bank eventuelle günstigere Konditionen erhalten. Diese wird allerdings in vielen Fällen den Fahrzeugbrief verlangen, den der Kunde meistens noch nicht hat, da der noch bei der Autobank liegt. Da ist einiges an Verhandlungsgeschick notwendig damit der Kunde also bei beiden Banken am Ende die für ihn besten Ergebnisse erzielt.

    Wer das Fahrzeug zurückgeben will, sollte sich wiederum informieren, was das Auto vielleicht zurzeit auf dem freien Markt wert ist. Sollte diese Summe höher sein als die Schlussrate könnte sich der Eigenverkauf lohnen, wenn man die Möglichkeit hat, die Schlussrate für die Zwischenzeit zu finanzieren. Meist ist das Fahrzeug aber sicher nicht mehr wert als diese Rate und dann gilt es, das Auto in einem bestmöglichen Zustand zurückzugeben. Professionelle Fahrzeugaufbereiter säubern den Wagen nicht nur sehr viel besser als man selbst dies könnte, sie ziehen auch kleine Beulen und Dellen aus der Karosserie. Schrammen und Lackschäden werden mit speziellen Polituren beseitigt und der Wagen wirkt nach der Behandlung nahezu wie neu. Diese Fahrzeugaufbereitung ist natürlich nicht ganz billig, rechnet sich aber bei der Rückgabe von Fahrzeugen aus der Dreiwegefinanzierung oder dem Leasing.

    Effektive Gesamtbelastung

    Die effektive Gesamtbelastung wird nicht nur durch einen niedrigen Zinssatz erzielt. Eine hohe Anzahlung mit wenigen Raten verringert die Kosten für eine Finanzierung erheblich. Zusätzliche Gebühren müssen von dem Geldinstitut ebenso wie von der Autobank offengelegt werden. Die eventuell notwendige Kreditrisikoversicherung muss in die Gesamtbelastung ebenso eingerechnet werden wie Kosten für eine Fahrzeugaufbereitung. Wer unter anderen Umständen keine Vollkaskoversicherung abschließen würde, muss in seine Gesamtbelastung ebenfalls die dafür anfallenden Mehrkosten einbeziehen. Im Internet gibt es zahlreiche Vergleichsrechner, die den günstigsten Fahrzeugkredit ermitteln wollen. Kaum einer bezieht aber wirklich alle Variablen, die es in der Vertragsgestaltung beim Autokredit gibt mit ein. Man sollte sich also die Mühe machen und mehrere Angebote einholen. Dann muss man sich tatsächlich hinsetzen und alle Kosten für jeden der Autokredite mit den folgenden Unterhaltskosten aufrechnen. Nur so kann man wirklich sichergehen, den günstigsten Kredit zu erhalten. Doch auch wenn es auf den ersten Blick sehr mühsam erscheint, der Stundenlohn für diese Arbeit ist sehr gut, wenn man das eingesparte Geld einmal gegenrechnet.

    Vorüberlegungen beim Autokauf

    Wenn man sich erst einmal entschieden hat, dass ein neues Auto angeschafft werden soll oder vielleicht muss, geht es heute meist nicht mehr nur darum, welchen Typ und welches Modell man kaufen möchte, es steht auch die Frage der Finanzierung für das KFZ im Raum. Doch dazu muss erst einmal das passende Fahrzeug ausgewählt werden. Erst wenn man alle Spezifikationen für das betreffende Fahrzeug ausgesucht hat, kann man die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Finanzierung oder zum Leasing des Autos wirklich miteinander vergleichen. Solange noch einige Punkte variabel bleiben, ist ein ehrlicher Vergleich eher schwer. Allerdings sollte man dennoch ebenfalls einen parallelen Vergleich zu einem etwas neueren oder effizienteren Modell wagen, da es durch die mögliche Benzineinsparung durchaus sein kann, dass dieses letzten Endes sogar günstiger ist. Besonders für Vielfahrer ist das Hochrechnen des Benzinverbrauchs sehr wichtig.

    Bevorzugt man einen bestimmten Hersteller für das neue Auto, bleibt nun noch die Wahl des Modells, dann der Motorisierung und die Auswahl der sonstigen Ausstattung des Fahrzeugs. Dabei muss nicht notwendigerweise das größere Modell oder der größere Motor teurer sein. Man sollte sich immer auch nach passenden Sondermodellen umsehen, die über erheblich mehr Ausstattungsmerkmale und Komfort für einen meist niedrigeren Preis verfügen. Manch ein Händler schlägt diese Sondermodelle seinen Kunden nicht von sich aus vor, weil bei diesen Modellen häufig kaum Spielraum für den Ankauf der gebrauchten Fahrzeuge des Kunden bleibt und sein eigener Gewinn ebenfalls vom Hersteller klein gehalten wird. Diese Sondermodelle verfügen aber häufig über kostenlose Klimaanlagen, Lederlenkräder und besondere Audiosysteme oder Lackierungen, die ansonsten mit bis zu mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen würden. Oft ist dieses besser ausgestattete Auto sogar günstiger als das gleiche Modell in der Grundausstattung. Daher sollte man gezielt danach fragen, wenn man ein neues KFZ kaufen und finanzieren möchte. Teilweise werden Sondermodelle sogar mit einer Null-Prozent Finanzierung von der angeschlossenen Autobank ausgestattet, die eine Auswahl zusätzlich erleichtert.

    Eine weitere Vorüberlegung muss schließlich die Finanzierung des Wagens sein. In Zeiten sehr niedriger Zinsen kann es sogar sinnvoll sein, das Fahrzeug zu finanzieren, statt es gleich bar zu bezahlen. Wer vielleicht das Geld gewinnbringend zu guten Zinsen angelegt hat, kann unter Umständen mit einem Kredit günstiger das Fahrzeug abzahlen als mit dem eigenen festangelegten Vermögen. Vor allem, da eine Autofinanzierung häufig vom Hersteller bezuschusst und damit durch die hauseigene Autobank stark verbilligt wird. Je nach Dringlichkeit, die der Hersteller sieht, um seine Modelle an den Kunden zu bringen, kann die Fahrzeugfinanzierung sogar völlig kostenlos angeboten werden. Der Kunde muss allerdings dennoch meist entsprechende Sicherheiten, wie eine feste Beschäftigung und eine makellose Schufa-Auskunft vorweisen können, um an eine Finanzierung zu kommen.

    Wie sicher ist mein aktuelles Einkommen?

    Die Frage nach der Sicherheit des eigenen Einkommens kann heute kaum noch jemand mit garantiert sicher beantworten. Selbst als Beamter gibt es leichte Unwägbarkeiten, die natürlich aber deutlich geringer ausfallen, als bei anderen Arbeitnehmern. Wer als Angestellter tätig ist, hat häufig über viele Jahre erst einmal nur befristete Verträge, bevor er, wenn überhaupt, einen unbefristeten Arbeitsplatz ergattert. Arbeitnehmer, die in der Zeitarbeitsbranche eingesetzt sind, trifft es noch härter, denn wer nicht mindestens ein halbes Jahr beim gleichen Arbeitgeber mit einem sicheren Einkommen nachweisen kann, wird bei der Kreditvergabe kaum berücksichtigt durch Banken und Geldinstitute.

    Für einen Autokredit durch eine Autobank gelten jedoch häufig nicht ganz so starre Regeln wie für einen anderen Kredit, da die Hersteller gerade Auslaufmodelle und unbeliebte Fahrzeugtypen dringend an den Kunden bringen möchten. Außerdem wird bei einem Autokredit ohnehin in der Regel der Fahrzeugbrief vom Kreditgeber einbehalten. Zusätzliche Sicherheit bietet für die Autobank dann die Verpflichtung zu einer Vollkaskoversicherung, die vielfach bei einem Autokredit verlangt wird. Daneben kann die mangelnde Kreditwürdigkeit des Kunden mit einer Kreditversicherung ausgeglichen werden. Es ist nicht immer sinnvoll, diese Versicherung gleichzeitig mit dem Autokredit abzuschließen, da die Banken und Kreditgeber natürlich nicht daran interessiert sind, eine besonders günstige Versicherung an ihre Kreditnehmer zu vermitteln. Wichtig ist aber selbst bei einem noch so guten Angebot immer ein Vergleich der unterschiedlichen Konditionen.

    Wer arbeitslos ist oder Sozialleistungen wie Hartz IV bezieht kann sich auf den ersten Blick gesehen natürlich kein Auto anschaffen. Doch die Jobcenter und auch die Arbeitsagenturen haben Möglichkeiten ihren Kunden bei der Anschaffung eines Wagens zu helfen, wenn bestimmte Voraussetzungen zutreffen. Diese Hilfe kann ein Zuschuss in Form von Bargeld sein oder ein kostenloses Darlehen. In der Regel ist die Voraussetzung, dass der Arbeitslose nur mit dem Auto eine neue Stelle erreichen kann, die ihm gerade angeboten wurde. Die Höhe des Zuschusses und die Bedingungen variieren etwas, je nach Sachbearbeiter und Bundesland. Doch wenn damit ein fester Arbeitsplatz für den Autokäufer erzielt werden kann, sind die meisten Sachbearbeiter sehr hilfsbereit.

    9.2 Welche monatliche Belastung kann ich mir leisten?

    Die Rate, die man monatlich abzahlen möchte für das neue Auto, sollte auch dann noch bezahlbar sein, wenn man einmal arbeitslos oder länger krank wird. Verschiedene Umstände können leicht die Finanzen aus dem Gleichgewicht bringen, sei es eine größere Reparatur am Haus oder auch Kurzarbeit, die weniger Geld in die Haushaltskasse bringt. Es gibt zwar sogenannte Kreditversicherungen, die das Risiko bis zu einem gewissen Grad abfedern können. Wer sich also bezüglich seines Arbeitsplatzes oder der Sicherheit der Zahlungen absichern möchte, kann mit dieser Versicherung zumindest einige Ratenzahlungen überbrücken.

    Vielfach wird aber bereits von den Banken und Kreditgebern eine derartige Versicherung für den Kredit verlangt, besonders dann, wenn der Arbeitsplatz nicht sicher ist. Auch wenn der Kreditrahmen schon relativ ausgeschöpft ist, vielleicht weil man noch eine Hypothek für das eigene Heim abzahlen muss, wird in der Regel eine derartige Versicherung verlangt. Diese sollte aber nicht zwangsläufig mit dem Kredit für das Auto zusammen abgeschlossen werden. Der Kreditnehmer darf sich hierbei nicht von seiner Bank oder dem Händler überfahren lassen, denn oft sind die gemeinsam mit dem Autokredit angebotenen Kreditversicherungen recht überteuert. Ein Vergleich von Leistungen und Prämien ist immer angebracht, bevor man diese Versicherung abschließt.

    Die monatliche Belastung, die man sich wirklich leisten kann, sollte auch die Unterhaltskosten für das neue Fahrzeug berücksichtigen. Kraftfahrzeugsteuer und Versicherung sind häufig höher, je älter der Wagen ist und müssen unbedingt ebenso wie der vermutliche Spritverbrauch des ausgewählten Autos in die monatliche Belastung eingerechnet werden. Wer weite Wege zur Arbeit pendeln muss, sollte ganz genau die Benzinkosten im Auge behalten. Verbraucht der neue Wagen vielleicht weniger, sollte man auch diese Ersparnis in die Berechnungen einbeziehen. Denn dadurch kann man sich vielleicht sogar bei der Finanzierung für ein ganz neues Fahrzeug entscheiden, dass man sich sonst gar nicht geleistet hätte. Dennoch kommt man unter Einbeziehung der Folgekosten günstiger, als wenn man vielleicht ein älteres KFZ gekauft hätte.

    9.3 Wie lange will ich das Fahrzeug behalten?

    Wer sich nicht sicher ist, wie lange er das Auto überhaupt fahren möchte, muss natürlich eine möglichst kurze Laufzeit der Finanzierung wählen oder ein Leasingfahrzeug nehmen. Will man das Auto jedoch nur einige Monate fahren und möchte allen weiteren Formalitäten aus dem Wege gehen, dann gibt es inzwischen auch die Möglichkeit der Langzeitmiete. Viele Autovermietungen bieten diese Variante seit einiger Zeit zu einem gegenüber der normalen Fahrzeugmiete recht günstigen Preis an. Darin sind dann in der Regel natürlich auch die Versicherung und die Steuer für das KFZ enthalten. Der Mieter des Wagens muss allerdings meist sehr starre Kilometerbegrenzungen einhalten, die nur zu hohen Zusatzkosten überschritten werden können.

    Ähnlich wie bei einem Leasingfahrzeug wird der Wagen bei der Rückgabe sehr genau auf eventuelle Beschädigungen geprüft. Daher ist es zu empfehlen, derartige Langzeitmieten nur bei einem seriösen Anbieter abzuschließen. Bei der Langzeitmiete kann allerdings normalerweise der Kunde nicht selbst wählen welche Ausstattung oder welche Farbe das Auto haben soll. Es steht zur Langzeitmiete nur eine recht begrenzte Auswahl an Modellen zur Verfügung. Außerdem wird das Fahrzeug, das man mietet, nicht unbedingt neu sein bei der Übergabe an den Kunden.

    Winterfahrzeug gut auswählen

    Wer plant ein Fahrzeug lediglich über einen Winter zu fahren, sollte dennoch nicht das billigste auf dem Markt auswählen. Die Ersparnis, die durch den sehr niedrigen Anschaffungspreis eintritt, wird durch hohe Benzinkosten und meist enorme Versicherungsbeiträge schnell wieder aufgebraucht. Auch hier muss man genau berechnen, wie viele Kilometer man monatlich mit dem Wagen fährt. Rechnet man dann die Benzinkosten dagegen, hat sich ein sehr altes Auto, das vielleicht nur einige Hundert Euro kostet, schnell zu einem finanziellen Desaster gewandelt. Kommt dann noch eine Reparatur dazu, sind die Ersatzteile für ältere Modelle schwer zu bekommen und ebenfalls noch einmal teurer.

    9.3.2 Langes Leben für eine junge Liebe

    Möchte man hingegen seinen Wagen für zehn oder mehr Jahre fahren, darf dieser natürlich zwangsläufig nicht bereits mehrere Jahre auf dem Buckel haben. Allerdings sollte ein Auto, das einen über diesen langen Zeitraum durchs Leben begleiten soll, nicht nur jung sein, sondern auch besonders hochwertig und auf dem neuesten Stand der Technik. Denn das Modell, das im Moment schon nicht ganz mit den modernen Wagen anderer Modelle mithalten kann, wird in einigen Jahren erst recht als finanzielles Risiko gelten. Der Autokäufer darf in diesem Fall ruhig an die Obergrenze seines Budgets gehen, um für die Zukunft wirklich gerüstet zu sein. Leider ist auch nicht unbedingt das schönste Modell das für die Zukunft günstigste. Wer wirklich plant den Wagen über einen sehr langen Zeitraum zu fahren muss leider extrem vernünftig seine neue Liebe aussuchen.

    9.4 Soll es ein Neuwagen oder ein Gebrauchter sein?

    Durch die bereits erwähnten Sondermodelle kann sich unter Umständen ein Neuwagen preislich kaum von einem jungen gebrauchten Auto unterscheiden. Ein älterer Gebrauchtwagen sollte nach Möglichkeit nicht von einem Privatverkäufer erworben werden, da es dann keinerlei Gewährleistung für den Kunden gibt. Kauft man aber einen Gebrauchtwagen bei einem Händler, muss dieser einem eine Garantie von mindestens einem Jahr gewähren. So kann man sich wenigstens einigermaßen sicher sein, dass der Wagen nicht nach wenigen Metern bereits auseinanderfällt und wenn doch, ist der Händler immerhin verpflichtet, den Wagen wieder instand zu setzen. Außerdem kann man bei einem Händler häufig auch einen kostspieligen gebrauchten Wagen mit einer Autofinanzierung bekommen. Ein weiterer Punkt, auf den man achten sollte, bei einem älteren Auto ist der TÜV. Auch wenn dieser vielleicht noch nicht fällig ist, sollte man vom Verkäufer verlangen, dass die TÜV-Plakette erneuert wird, bevor man das Fahrzeug erwirbt.

    Durch die höheren Kosten für Treibstoff und Versicherung kann es vor allem für Pendler sinnlos sein, einen gebrauchten Wagen zu kaufen. Je neuer ein Auto ist, desto weniger Treibstoff benötigt es in der Regel. Ebenfalls geringer sind meistens die Versicherungsbeiträge und die Kraftfahrzeugsteuer. Aber auch Dinge, die man auf den ersten Blick nicht bedenkt, kommen bei einem neuen KFZ häufig günstiger als bei einem gebrauchten Wagen. Dazu zählen Ersatzteile und Zubehör. Will man nachträglich noch eine Anhängerkupplung beispielsweise anbringen, kann es sein, dass diese für ein älteres Modell gar nicht mehr erhältlich ist oder nur zu hohen Kosten. Mit einer günstigen Autofinanzierung kann daher gerade für einen Pendler vielfach der neue Wagen letzten Endes sogar billiger sein, als der gebrauchte Spritschlucker. Daher muss man bei der Auswahl des Fahrzeugs wirklich das komplette Bild betrachten und nicht nur den Anschaffungspreis des Wagens sehen.

    Ein weiterer Nachteil bei einem gebrauchten Wagen kann die Ersatzteilbeschaffung sein. Wenn dann wirklich einmal eine größere Reparatur ansteht, ist es durchaus möglich das der Wagen erst einmal einige Wochen nicht fahrbereit ist, weil die Werkstatt auf die Teile warten muss oder diese gar nicht zu bekommen sind. Häufig muss man dann die Suche auf Schrottplätze ausdehnen, um die entsprechenden Teile zu erhalten oder sie müssen sogar extra angefertigt werden. Dies übersteigt natürlich meist den eigentlichen Wert des Wagens bei Weitem und lohnt sich nicht mehr.

    Unterhaltskosten für das Fahrzeug einkalkulieren

    Auch wenn man bei der Frage, ob man einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen möchte, ursprünglich bereits aus Kostengründen für den Gebrauchtwagen entschieden hat, sollte man diese Antwort nun noch einmal überarbeiten. Denn der billige Gebrauchtwagen kann sehr schnell zu einem finanziellen Bumerang werden. Verursacht das Auto dann Tag für Tag enorme Folgekosten, hätte man in vielen Fällen auch mit einem günstigen Autokredit recht leicht ein neues Fahrzeug finanzieren können. Die Händler sind außerdem deutlich entgegenkommender mit Rabatten, wenn ein neues Auto gekauft werden soll, und nehmen dann auch den alten noch vorhandenen Wagen in Zahlung.

    Gerade bei sehr günstigen Gebrauchtwagen gibt es häufig einen Haken und der lautet meist Unterhaltskosten. Bevor man einen Wagen kauft, sollte man daher die Kosten für Versicherung und KFZ-Steuer prüfen. Dies ist allerdings nur der leichte Teil der Arbeit, wenn man einen etwas älteren Wagen überprüfen möchte. Je nach Herkunft können die kleinsten Ersatzteile für einen Wagen ungeheuer kostspielig sein. Bei manch einem Koreaner oder Franzosen ist ein ganz simpler Ölfilter nur nach wochenlanger Bestellung zu sehr hohen Kosten verfügbar. Für den Preis bekommt man bei vielen anderen Fahrzeugen bereits den ganzen Ölwechsel in der Werkstatt. Daher sollte man auch über die Kleinteile einmal eine Recherche durchlaufen lassen auf den Suchmaschinen im Internet. Zahlreiche Foren beschäftigen sich schon längst mit dem Thema und bieten daher gute Informationen zu den speziellen Fahrzeugtypen.

    9.5.1 Benzin und Diesel schlagen mit hohen Kosten zu Buche

    Ein Gebrauchtwagen ist schnell gekauft, wenn die Preise nur niedrig genug sind. Doch die Folgekosten für Benzin oder Diesel fressen die Freude am günstigen Kauf sehr schnell wieder auf. Auch hierüber sollte man sich im Internet informieren. Denn die Angaben, die der Händler einem macht, sind allenfalls die ursprünglichen Angaben des Herstellers, die vielleicht Gültigkeit hatten, als der Wagen noch neu war. Nun, nach vielen Kilometern und Jahren ist das gute Stück aber inzwischen sehr viel durstiger. Einige Fahrzeugtypen sind auch dafür berüchtigt mehr Öl als Benzin zu verbrauchen, diese Mängel muss man kennen, um Folgekosten zu vermeiden. Daher ist es wichtig, sich eine objektive Einschätzung im Internet von anderen Besitzern dieses Typs einzuholen. Der Preis für einen Liter Benzin wird in den nächsten Jahren sicher nicht sinken, sondern im Gegenteil noch weiter steigen. Diese Entwicklung kann man zwar nicht ganz genau vorhersehen, man sollte jedoch versuchen, sie in seine Überlegungen einzukalkulieren. Wenn ein Neuwagen angeschafft wird, ist für einen Pendler vielleicht sogar ein mit Gas betriebenes Fahrzeug günstiger.

    9.5.2 Lohnt sich Autogas oder ein Dieselfahrzeug?

    Grundsätzlich kann man heute sagen, je neuer der Wagen, desto weniger Unterschied liegt beim Verbrauch zwischen Benzinern und Dieselfahrzeugen. Wer sich also gern ein älteres Modell kaufen möchte und viele Kilometer zurücklegt, ist immer noch mit einem Dieselfahrzeug besser bedient als mit einem Benziner. Gebrauchte Fahrzeuge, die mit Gas betrieben werden, sind recht selten auf dem Markt. Doch auch sie sind je nach Kilometerzahl, die der Halter im Jahr zurücklegt, meistens günstiger im Unterhalt. Die neueren Modelle der verschiedenen Hersteller bieten heute aber kaum noch Vorteile als Dieselfahrzeuge. Dazu müsste der Halter schon eine enorme Kilometerleistung erzielen, vor allem da sich auch der Preis für den Liter Diesel immer stärker an den Benzinpreis angenähert hat.

  • Kredite bei Privatpersonen aufnehmen

    Privatdarlehen können aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis stammen oder über eine Online-Kreditplattform zwischen völlig fremden Menschen vermittelt werden. Wer die Kosten des Privatkredites nicht aus den Augen verliert, findet dort teils günstigere Möglichkeiten als in der Bankfiliale. Insbesondere Selbständige und Menschen mit geringerer Bonität, die bei Banken schlechte Karten für die Kreditierung haben, finden bei Online-Kreditbörsen gute Offerten.

    In jedem Fall sollten Darlehen von Privat an Privat schriftlich geregelt werden. Klare Vereinbarungen tragen dazu bei, Streit zu vermeiden, wenn es einmal zu Zahlungsschwierigkeiten kommt. Die Grundlagen der gewerblichen Kreditgewährung gelten auch in diesem Bereich.

    Vorteile eines Privatkredites

    Die Vorteile eines Privatkredites liegen auf der Hand. Die Bonitätsprüfung erfolgt bei Krediten von Privat für Privat weniger streng als durch Kreditinstitute. Der größte Vorteil für manchen Darlehensnehmer liegt darin, dass für Privatkredite keine Schufa-Eintragung erfolgt. Privatleute können frei über die Kreditbedingungen bestimmen und müssen nicht streng nach Buchstabe und Gesetz urteilen. Solange sich beide Parteien einig sind, kann das Darlehen flexibel gehandhabt werden. Wenn Privatkreditnehmer den Kredit tilgen wollen, können sie das jederzeit tun. Bei Banken finden dagegen nicht alle tragfähigen Finanzierungsvorhaben Gehör. Wenn Banken das Vorhaben nicht vollständig beurteilen können, nehmen sie lieber Abstand von einer Kreditierung. Das lässt mitunter Existenzgründungsabsichten gar keine Chance auf Verwirklichung. Diese haben durch private Mittel eher eine Aussicht auf geschäftlichen Erfolg. Auch Sicherheiten werden bei Privatkrediten seltener verlangt.

    Weniger strenge Bonitätsprüfung

    Vor jeder Kreditvergabe erfolgt eine Prüfung der Bonität des Kreditnehmers, bei der dessen Kreditwürdigkeit geprüft wird. Dieser Vorgang unterscheidet sich abhängig davon, ob der Kreditgeber eine Bank oder eine Privatperson ist.

    Bonitätsprüfung bei Banken

    Die Bonitätsprüfung in Banken umfasst die Person des Kreditsuchenden, seine Einkommens- und Vermögenslage, eine Haushaltsrechnung, weitere Persönlichkeitsmerkmale, die Schufa-Auskunft und die Prüfung des Finanzierungsvorhabens hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit. In einer Selbstauskunft müssen vielfältige Details zur finanziellen Lage des Kreditinteressenten offen gelegt werden. Bei der Haushaltsrechnung gehen Banken größtenteils standardisiert vor, indem sie Pauschalen für den Lebensunterhalt und die KfZ-Nutzung verwenden. Bei einer Unterdeckung der Ausgaben durch die monatlichen Einnahmen wird der Kredit abgelehnt. Ablehnungsgründe können ebenso vorhandene Negativmerkmale in der Schufa oder die Arbeitslosigkeit eines Antragstellers sein. Eine Kreditgenehmigung erfolgt nur aufgrund regelmäßiger Einkünfte und anhand schriftlicher Nachweise. Außerdem verlangen Banken überwiegend eine teilweise oder volle Besicherung des auszureichenden Darlehens. Banken müssen ihr geschäftliches Risiko, den Ausfall von Krediten, so gering wie möglich halten, um nicht selbst in wirtschaftliche Bedrängnis zu geraten.

    Bonitätsprüfung für Privatkredite

    Private Geldgeber sind teilweise auch auf die Rückzahlung ihrer verliehenen Beträge angewiesen, die Kriterien ihrer Bonitätsprüfung sind aber weniger streng als bei Finanzierungsinstituten. Die Intensität der Bonitätsprüfung bei Privatdarlehen hängt davon ab, in welchem persönlichen Verhältnis Kreditgeber und Kreditnehmer stehen. Die Bank hat den Vorteil, dass sie, wenn sie Hausbank des Kunden ist, alle seine Kontobewegungen, die Höhe seiner Geldanlagen sowie sein Zahlungsverhalten kennt. Der private Geldgeber muss sich auf das gegenseitige Vertrauensverhältnis bzw. die Aussagen des Darlehensnehmers verlassen. Dadurch kommt es zu einer viel unbürokratischeren Abwicklung des Kreditprozesses als bei Geldinstituten. Auf Kreditplattformen, die zwischen Privatleuten Kredite vermitteln, erfolgt nur teilweise eine unabhängige Bonitätsprüfung. Der Kreditnehmer muss Mindestanforderungen bei der Kreditwürdigkeit erfüllen und mit seinem Einverständnis wird bei Auskunfteien nach seiner Zahlungsdisziplin gefragt. Es hängt aber vom Privatmann ab, wie stark er diese Merkmale bei seiner Geldausleihung berücksichtigt.

    Flexible Modalitäten

    Banken sind bei der Bereitstellung von Darlehen an gesetzliche Vorgaben gebunden. Privatpersonen hingegen können die vertraglichen Konditionen frei festlegen.

    Kreditvereinbarungen bei Banken

    Banken müssen sich bei ihrer Kreditvergabe für Privatkunden an die EU-Verbraucherkreditrichtlinie halten. Diese regelt exakt, was im Darlehensvertrag zu stehen hat und welche Anforderungen dabei einzuhalten sind. So ist festgeschrieben, wann, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Konsequenzen der Kunde den Kredit zurückzahlen kann. Die Kündigungsmöglichkeiten für Verbraucher wurden 2010 erleichtert. Sie können jetzt jederzeit den Kredit an die Bank teilweise oder ganz zurückführen. Allerdings müssen sie dafür eine Art Strafe zahlen, die Vorfälligkeitsentschädigung für die Bank.

    Vereinbarungen sind Privatsache

    An dieses Gesetz sind private Kreditgeber nicht gebunden. Sie können frei ihre Bedingungen aushandeln. Die Rückzahlung kann auch in unregelmäßigen Abständen erfolgen. Eine jederzeitige Kündigungsmöglichkeit ist bei Privatdarlehen an Privat selbstverständlich. Wenn Einvernehmlichkeit besteht, kann die Kreditvereinbarung laufend geändert werden, was bei Bankverträgen nicht ohne weiteres möglich ist.

    Kostenlose Sonderzahlungen

    Bankkredite sind zum Großteil von vornherein mit festen Ratenzahlungen verbunden, was für Privatkredite nicht gilt. Räumt das Geldinstitut ihrem Kunden die Gelegenheit zur Sondertilgung ein, muss der Kreditnehmer diese Flexibilität stets bezahlen, entweder über höhere Zinsen oder eine Extra-Gebühr.

    Sondertilgung bei Banken

    Ratenkredite bei Banken dürfen ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Tilgt der Vertragsinhaber außerplanmäßig Beträge, erhält die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung. Der Gedanke der Entschädigung beruht darauf, dass Banken das vorfristig erhaltene Kapital entweder anlegen oder neu verleihen und ihnen durch die vorzeitige Kreditablösung Erträge entgehen können. Diese Entschädigung wurde mit der Verbraucherkreditrichtlinie begrenzt. Sie beträgt bei Krediten, die noch länger als 1 Jahr laufen, maximal 1 Prozent, bei kürzeren Restlaufzeiten höchstens 0,5 Prozent der vorzeitig zu tilgenden Summe.

    Keine Gebühren

    Privatkredite können ständig getilgt werden. Privatpersonen verlangen dafür keinen Ausgleich, sondern sind meistens froh darüber, ihr Geld bereits vorzeitig wiederzusehen. Sie betreiben kein kommerzielles Kreditgeschäft wie Banken und erheben für Kreditausreichungen auch keine Bearbeitungsgebühren. Die Kreditplattformen sind nur Vermittler von Privatdarlehen, nicht die eigentlichen Kreditgeber. Sie treten als Makler auf dem Kreditmarkt auf.

    Geeignet für außergewöhnliche Finanzierungsvorhaben

    Wenn Banken Privatpersonen Kredite ablehnen, kann das mehrere Gründe haben. Entweder ist die Bonität des Antragstellers nicht ausreichend oder die Investition, die der Selbständige mit dem Privatdarlehen tätigen will, rechnet sich nicht.

    Konservative Banken

    Das zu beurteilen ist für die Geldinstitute regelmäßig sehr schwierig. So besteht die Gefahr, dass das wirtschaftliche Potenzial von Innovationen nicht erkannt wird, weil der Kreditsachbearbeiter über keine zur Beurteilung des Vorhabens notwendigen Fachkenntnisse verfügt.

    Zweite Chance

    Außergewöhnliche Finanzierungsvorhaben, speziell im Kleingewerbe- oder Freiberuflermarkt, sind deshalb meist dem P2P vorbehalten. Mit P2P werden reine Privatkredite, Peer-to-Peer-Kredite, bezeichnet. Hier hat der potentielle Darlehensnehmer sogar mehrere Male Gelegenheit, Vorhaben darzulegen und nach geeigneten Finanziers zu suchen, die sein neues Produkt oder seinen ausgefallenen Plan wohlwollend begleiten. Privatpersonen sind leichter als Kreditinstitute für frische Ideen und extravagante Einfälle zu begeistern.

    Nachteile eines Privatkredits

    Die Nachteile eines Privatkredits liegen in der einseitigen Abhängigkeit des Kreditnehmers vom Kreditgeber. Es gibt keine formellen Anforderungen ähnlich der Verbraucherschutzvorschriften bei Banken, ebenso keine Vorschriften, wie sich Privatpersonen gegen willkürliche Kündigungen des Darlehensgebers wehren können.

    Gefahr für Kreditnehmer

    So hat der Kreditgeber das Recht, zu jeder Zeit sein Darlehen zurückzufordern. Eine allgemein akzeptierte Kennziffer für das Zinsniveau, an dem sich alle Privatkreditgeber und -nehmer orientieren können, gibt es nicht. Im P2P-Bereich kann es passieren, dass der Kreditsuchende völlig überhöhte Zinsen zahlen muss, um überhaupt an ein Darlehen zu kommen. Vorsicht ist also beim Geld leihen geboten.

    Wegfall des Verbraucherschutzes

    Ein Kreditnehmer muss laut Verbraucherkreditrichtlinie eindeutig nachvollziehen können, wie viel ihn sein Darlehen insgesamt kostet. Deshalb ist nicht nur der Sollzinssatz, sondern auch der Effektivzins, der die tatsächlichen Kosten widerspiegelt, auszuweisen.

    EU-Verbraucherkreditrichtlinie

    Aus den Unterlagen muss eindeutig hervorgehen, wann Kredit und Raten fällig sind, welche Kündigungsmöglichkeiten bestehen und was die Sicherheiten kosten. Jeder Kreditnehmer hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Ein Hinweis auf die Folgen nicht fristgerechter Tilgung darf nicht fehlen. Gleichzeitig erteilt der Kreditnehmer eine Einzugsermächtigung zum Einzug der Raten von seinem Girokonto durch die Bank. Darüber hinaus kann sich der Kunde, wenn er sich übervorteilt fühlt oder etwas nicht wie gewünscht läuft, an Verbraucherschutzorganisationen oder den Ombudsmann der Privatbanken und Sparkassen wenden.

    Fehlende Formvorschriften

    Das alles gilt nicht, wenn man versucht, sich privat Geld zu leihen. Die Verbraucherkreditrichtlinie gilt nur für Kreditverhältnisse von Unternehmen zu Privatpersonen. Der fehlende Verbraucherschutz ist der größte Nachteil, wenn man Kredite von Privat in Anspruch nimmt. Für Kreditgeschäfte auf privater Ebene ist nicht einmal die Schriftform vorgeschrieben, geschweige denn Mindeststandards in Form von bestimmten Angaben und Klauseln. Ist beispielsweise die Laufzeit nicht ausdrücklich geregelt, läuft der Kredit unbefristet. Hat der private Kreditgeber kein Schriftstück in der Hand, aus dem eindeutig hervorgeht, dass er an Person XY ein Darlehen vergeben hat, wird es schwer, den Betrag juristisch einzuklagen, wenn der Kreditnehmer nicht zahlt und sich auf ein Geldgeschenk beruft.

    Möglichkeit der Gesamtfälligstellung durch den Kreditgeber

    Eine Kündigung bei Privatdarlehen ist jederzeit sowohl durch den Darlehensnehmer als auch den Darlehensgeber möglich, falls nichts anderes vertraglich geregelt wurde. Kündigt der Kreditgeber den Privatkredit, bedeutet das die Gesamtfälligstellung des Betrages. Der Kreditnehmer muss den Kredit dann sofort mit einer Frist von 3 Monaten zurückzahlen. Ist er dazu nicht in der Lage, werden ihm Mahn- oder sogar Inkassogebühren in Rechnung gestellt. Dies muss nicht immer auf Konflikten zwischen den beteiligten Personen beruhen. Es kann ganz einfach sein, dass der Privatkreditgeber aufgrund veränderter Lebensumstände sein Geld plötzlich selbst benötigt. Eine derartige Handlungsweise des Kreditgebers wirkt sich natürlich sehr nachteilig auf das finanzierte Vorhaben und die Liquidität des Kreditnehmers aus.

    Möglichkeit überhöhter Zinsen

    Sowohl bei Darlehen von Verwandten oder Bekannten als auch auf Online-Kreditplattformen für Privatkredite besteht die Möglichkeit, dass derjenige, der sich Geld leihen möchte, zu viel an Zinsen zahlt.

    Zinssatz schwierig einzuschätzen

    Da es keine präzise Definition von Höchstzinssätzen in Gesetzesform gibt und Privatpersonen ihre eigene Bonität oft nicht realistisch einschätzen können, sind sie bereit, mehr Zinsen zu zahlen als nötig. Die Hauptsache besteht oft darin, allein das Geld zu erhalten. Die wenigsten rechnen genau nach und informieren sich über die bonitätsabhängigen Zinsen, die Banken im Vergleich dazu verlangen.

    Vorteil Bankkredite

    Auf P2P-Plattformen muss ein maximaler Zinssatz für den Privatkredit eingegeben werden. Dadurch entstehen Zinssätze für Kredite, die bei einer Bank günstiger zu haben wären. Wer kann als Privatperson schon den eigenen Status und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage so gut einschätzen, dass er genau nur den Marktzins zahlt. Vieles ist im Privatbereich auch Verhandlungssache. Wer weniger geschickt verhandelt oder die eigenen bonitätsabhängigen Zinsen nicht kennt, zahlt am Ende mehr Zinsen als nötig.

    Nachteile für den Kreditgeber

    Ein Privatkredit kann natürlich auch für den Kreditgeber Nachteile mit sich bringen.

    Höheres Ausfallrisiko

    Dieser trägt unter Umständen ein höheres Ausfallrisiko, weil er weder eine professionelle Bonitätsprüfung noch eine fachgerechte Beurteilung des Vorhabens oder der Werthaltigkeit von Sicherheiten durchführen kann. Erfahrungsgemäß fallen im Privatbereich mehr Kredite aus als im Bankbereich.

    Folgen von Zahlungsausfällen

    Bei nicht zurückgezahlten Krediten ist es aufgrund familiärer Bindungen oder fehlender vertraglicher Regelungen für den Kreditgeber oft schwer, auf juristischem Wege gegen säumige Zahler vorzugehen. Private Kreditgeber können bei vorzeitigen Kreditrückzahlungen auch keine Vorfälligkeitsentschädigungen berechnen. Da Privatdarlehen meist blanko, das heißt ohne Sicherheiten, gewährt werden, besteht für den Kreditgeber sogar die Möglichkeit des Totalverlustes seines Geldes. Das ist auch dadurch bedingt, dass Privatleute im Verwandten- und Bekanntenkreis weder zu einer professionellen Bonitätsprüfung in der Lage sind, noch diese überhaupt wollen.

    Für welche Finanzierungen eignet sich ein Privatkredit?

    Kredite von Privat eignen sich für alle Finanzierungszwecke. Das reicht von der kurzfristigen Hilfe zur Liquiditätsbeschaffung bis zur Anschubfinanzierung für ein Gründungsvorhaben. Je höher die Kreditbeträge sind, desto weniger geeignet ist eine private Finanzierung. Das betrifft beispielsweise Hausfinanzierungen.

    Lösung kurzfristiger Liquiditätsprobleme

    Zur Lösung vorübergehender, kurzfristiger Geldprobleme ist eine private Finanzierung sehr gut geeignet. Wer schnell und unkompliziert Geld benötigt, kann bei Verwandten und Bekannten nachfragen, ob diese einen Kredit gewähren.

    Die Zusage geht auf jeden Fall schneller als bei einem Bankkredit. Für Selbständige, Kleingewerbetreibende und Freiberufler, kann die kurzfristige Beseitigung von Liquiditätslücken eine noch größere Bedeutung haben. Ihre geschäftliche Existenz steht auf dem Spiel, falls kein privater Kreditgeber einspringen kann, um ihnen Geld zu leihen.

    Ablösung eines anderen Kredits

    Die Ablösung anderer Kredite mit Hilfe eines Kredites von Privat macht Sinn, wenn die Konditionen des Privatkredites günstiger sind als die des bisherigen Darlehens.

    Ablösung teurer Kredite

    Privatkredite werden in vielen Fällen zu sehr niedrigen Zinsen oder sogar zinslos bereitgestellt. So kann es sich beispielsweise rechnen, einen teuren Dispokredit auf dem Girokonto durch ein Privatdarlehen abzulösen. Auch Kreditkarten mit Kreditrahmen können einen hohen Zinssatz aufweisen und zu überhöhten Zinszahlungen führen, da der Rahmenkredit flexibel nach eigener Entscheidung getilgt werden kann. Wenn das volkswirtschaftliche Zinsniveau seit Inanspruchnahme eines Ratendarlehens gesunken ist, kann es sehr sinnvoll sein, sich nach einer kostengünstigeren privaten Alternative umzusehen.

    Kein Selbstzweck

    Der Kreditnehmer sollte jedoch genau vergleichen, welche Einsparungen tatsächlich möglich sind. Wird die Ablösung nur deshalb vorgenommen, weil ein Kredit bei der Bank ausläuft und der Kunde nicht in der Lage ist, diesen fristgerecht zurückzuzahlen, dann löst der Privatkredit das Liquiditätsproblem nicht. Wer ständig einen Kredit durch den nächsten ersetzt, ist entweder überschuldet oder hat den Überblick über seine Finanzen verloren und sollte dieser Tatsache durch eine unabhängige Schuldnerberatung Rechnung tragen.

    Finanzierung kurzfristiger Urlaubsreisen

    Den Privatkredit für eine Urlaubsreise zu verwenden, ist eine gute Idee. Braucht man den Kredit nur sehr kurzfristig, lohnt sich die Aufnahme eines langfristigen Bankdarlehens nicht. Der Urlaub ist schneller vorbei als man denkt. Freunde und Familienangehörige helfen sicher gern, wenn es darum geht, jemandem eine schöne oder weite Reise zu ermöglichen. Wer sich jedoch generell keine Urlaubsreise leisten kann, sollte diese auch nicht mit einem kurzfristigen Privatkredit finanzieren.

    Finanzierung von Konsumgütern

    Für den neuen Fernseher, Computer oder das Smart-Phone sind Privatkredite ebenfalls sehr gut geeignet. Es besteht sogar die Möglichkeit, zum Beispiel innerhalb der Familie einen Kredit ohne Verzinsung für solche Anschaffungen zu erhalten. Im Gegensatz zur Finanzierung langlebigerer Gebrauchsgüter sind die Beträge hierfür relativ schnell abgezahlt.

    Autokauf

    Auch beim Autokauf können Privatdarlehen eine Rolle spielen, jedoch seltener als für kurzfristige Konsumgüter. Das liegt an den höheren Kreditsummen. Die geringere Bedeutung resultiert auch daraus, dass bei P2P-Geschäften nur Kleinbeträge eingeworben werden können, was bei mancher Neuwagenfinanzierung kaum zum Ziel führt. So werden vorwiegend Gebrauchtwagen privat finanziert. Außerdem konkurrieren hohe Rabatte der Autohäuser und niedrigste Konditionen der Finanzierer mit dem Wunsch der Privatkreditgeber nach einer möglichst hohen Rendite ihres Darlehens.

    Startkapital für eigenes Unternehmen

    Eine Sonderstellung unter den Privatdarlehen nehmen die Finanzierungen von Existenzgründungen oder Jungunternehmern, die ihre Kapazitäten erweitern wollen, ein.

    Hohes Risiko

    Dabei geht es meist um größere Beträge und Finanzierungen langfristiger Natur. Dementsprechend hoch ist bei diesen Darlehen das Ausfallrisiko. Sowohl Kreditgeber als auch Kreditnehmer müssen sich der erhöhten Gefahr eines Zahlungsverzuges bewusst sein.

    Alternative zu Bankkrediten

    Trotzdem ist in diesem Bereich die Bedeutung von Privatdarlehen hoch. Das liegt daran, dass Banken äußerst strenge Maßstäbe an die Finanzierung von jungen, neuen Unternehmen anlegen. Oftmals sind Banken weder fachlich noch risikoadäquat in der Lage, die Zukunftsträchtigkeit von Startups einzuschätzen. Sie sind deshalb sehr zögerlich mit der Finanzierung von Existenzgründungen. Banken sind keine Wagnisfinanzierer. Existenzgründern fehlt das entscheidende Bonitätsmerkmal, um sich Geld zu leihen. Sie verfügen über keinen Nachweis eines festen Einkommens. Die Richtlinien der Banken im Gewerbekreditgeschäft sind außerordentlich standardisiert und branchenbezogen. Verzeichnet eine Branche besonders viele Kreditausfälle, kann es passieren, dass Existenzgründungsdarlehen in diesem Segment von der Bank generell abgelehnt werden. Und das erfolgt oft unabhängig vom persönlichen und unternehmerischen Potenzial des jeweiligen Antragstellers.

    Kreditbörsen für Startkapital

    Hauptsächlich werden Existenzgründungen über Online-Kreditplattformen finanziert. Für kleine Unternehmen haben aber auch Darlehen von Verwandten eine Bedeutung. Privatkreditgeber sind oft risikofreudiger und ordnen der persönlich hohen Anlagerendite vieles unter. Eine Ablehnung des Kreditwunsches durch Banken sollte für den Gründer kein Anlass sein, sein Vorhaben aufzugeben. Mit Hilfe von P2P können auch für gewagte Vorhaben schnell Geldgeber gefunden werden, solange das Vorhaben wirtschaftliche Substanz hat und der potentielle Unternehmer seine Pläne und Ziele vorteilhaft darlegen kann.

    Unregelmäßige Finanzierungsvorhaben

    Zu den unregelmäßigen Vorhaben gehören ungeplante oder seltene bzw. einmalige Projekte, Wünsche und Pläne. Das kann eine Autoreparatur genauso wie eine Wohnungsrenovierung oder der Ausbau eines kleinen Gartenhäuschens sein. Hier ist der Faktor Zeit ausschlaggebend dafür, ob eine private oder Bankfinanzierung infrage kommt. Auch die Höhe der geplanten Aufwendungen und die Tilgungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Kreditarten spielen eine Rolle. Finden sich private Geldgeber, ist die Finanzierung von Privat meist günstig.

    Hauskauf und Hausbau

    Für die Finanzierung eines Hausbaues oder des Kaufes einer Eigentumswohnung ist ein Privatkredit nicht zu empfehlen.

    Ungeeignet für Baufinanzierungen

    Die Finanzierung eines Bauvorhabens über ein Annuitätendarlehen ist aufgrund ihres Umfangs und ihrer Dauer ein so komplexer Vorgang, dass er über Privatdarlehen schlecht zu handhaben ist. Die rechtlichen Besonderheiten vollständig zu regeln, würde die Flexibilität des Privatdarlehens in Frage stellen. Kreditvolumina von mehr als 100.000 Euro sind im Baufinanzierungsbereich gang und gäbe. Das überfordert außerdem die Möglichkeiten der meisten privaten Geldgeber, Kapital zur Verfügung zu stellen.

    Nicht praktikabel

    Außerdem ist der Verbraucherschutz in diesen Fällen besonders wichtig. So zum Beispiel, wenn das Darlehen vorzeitig abgelöst werden soll. Kündigungsmöglichkeiten unter strikten Bedingungen sind nur für Banken als professionelle Kreditgeber geregelt, nicht aber für Privatkreditinvestoren. Für Privatleute ist die Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung überdies besonders schwierig. Annuitätendarlehen als Baufinanzierungen laufen nicht selten über 30 bis 40 Jahre. Dazu sind die Perspektiven zur Kreditrückzahlung zu unsicher. Außerdem möchte wohl kaum ein Privatmann sein Haus zur Sicherheit an einen anderen Privatmann verpfänden bzw. Grundbucheintragungen zugunsten des Finanziers zulassen. Diese Art der Finanzierung ist für Privatkredite also äußerst selten praktikabel.

    Privatkredite aus dem persönlichen Umfeld

    Jeder, der gern ein Darlehen aus seinem persönlichen Umfeld aufnehmen möchte, sollte vorher gründlich darüber nachdenken. Verläuft irgendetwas bei der Kreditrückzahlung nicht wie geplant, können sich daraus persönliche Dramen entwickeln. Streitfragen um das Borgen von Geld können Freundschaften beenden und zu familiären Zerwürfnissen führen. Deshalb sollten alle rund um den Kredit getroffenen Absprachen rechtssicher und nachprüfbar festgehalten werden.

    Freunde und Verwandtschaft

    Besonders schwierig ist ein rechtsgültiger Kreditvertrag bei Darlehen unter Verwandten oder Freunden aufzusetzen. Manch privater Kreditgeber vertraut einzig und allein dem guten persönlichen Verhältnis und hält es für selbstverständlich, sein Geld zurückzubekommen. Auf Rendite wird in diesen Fällen fast nie geachtet. Die Kreditgewährung bleibt eine reine Gefälligkeitssache. Bei kleineren Beträgen halten sich die Probleme auch meist in Grenzen. Größere Kreditsummen führen dagegen oft zu Konflikten. Trotz allem persönlichen Vertrauen müssen deshalb wenigstens Betrag, Zinssatz, Zahlungsmodus und Laufzeit des Kredites schriftlich festgehalten werden. Bei hohen Summen kann eine notarielle Beurkundung der Vertragsmodalitäten von Vorteil sein.

    Kredit vom Arbeitgeber

    Von einem Kredit des Arbeitgebers profitieren beide Seiten. Der Arbeitnehmer weiß, dass er einen vertrauenswürdigen und bei Problemen verständnisvollen Ansprechpartner hat.

    Vertrauensverhältnis

    Der Arbeitgeber kennt seinen Mitarbeiter ebenso, meist längerfristig, und hat mit der Besicherung des Darlehens keine Schwierigkeiten. Der Arbeitnehmer schuldet ihm eine Leistung. Falls der Kreditnehmer nicht pünktlich zahlt, kann der Arbeitgeber seinen Lohn bzw. sein Gehalt pfänden.

    Vorteile

    Für den Arbeitnehmer hat ein Kredit vom Arbeitgeber ausdrückliche Vorteile. Dazu zählen sehr flexible Bedingungen und günstige Zinsen. Arbeitgeber räumen ihren Angestellten meistens Sonderkonditionen ein. Der Zinssatz dieser Darlehen liegt in der Mehrzahl der Fälle ein beträchtliches Stück unter den marktüblichen Zinssätzen. Arbeitgeberkredite können auch zum Hausbau genutzt werden oder um beispielsweise eine drohende Finanzierungslücke abzuwenden. Die preiswerten Konditionen eröffnen dem Arbeitnehmer finanzielle Spielräume, um das Darlehen schneller und kostengünstiger abzuzahlen.

    Schrifterfordernisse

    Mit der schriftlichen Vereinbarung sollte es ebenso keine Probleme geben. Arbeitgeberdarlehen sind wie Verbraucherkredite zu behandeln, sofern sie zu marktüblichen Konditionen gewährt werden. Klare Festlegungen zu Rückzahlungsmodalitäten, Zinsen, Laufzeit und wie der Kredit lohnsteuerrechtlich zu behandeln ist, ist notwendig. Am wichtigsten ist jedoch die Vereinbarung, was geschieht, wenn das Arbeitsverhältnis vor Ablauf des Kredites endet. Erfolgt keine Regelung für diesen Fall, ist das Mitarbeiterdarlehen nicht ohne weiteres zurückzuzahlen. Gegebenenfalls ist diese Frage juristisch zu klären. Beendet der Arbeitnehmer selbst seinen Arbeitsvertrag oder wird er verhaltensbedingt gekündigt, muss er seinen Kredit sofort zurückzahlen. Entlässt die Firma den Mitarbeiter jedoch aus betrieblichen oder persönlichen Gründen, wird das Darlehen nicht sofort fällig gestellt. Gut beraten ist derjenige, der für diesen Fall eine Zinsanpassungsklausel vereinbart hat, die eine schrittweise Anpassung an den Marktzins garantiert und weitere Zinsaufschläge ausschließt.

    Private Ratenzahlung an Verkäufer

    Am häufigsten genutzt wird die private Ratenzahlung an den Verkäufer beim Gebrauchtwagenkauf über einen Autohändler. Auch zwischen zwei Privatpersonen kann ein Gebrauchtwagenkauf als private Ratenzahlung abgewickelt werden. Das kommt bei geringen Summen unter 5.000 Euro vor. In diesen Fällen wäre für den Autohändler die Abwicklung des Kredites über eine Bank zu umständlich und zu teuer. Die Vertragsklauseln sind ebenfalls schriftlich zu vereinbaren. Als Sicherheit wird der Verkäufer immer den Fahrzeugbrief behalten, da er ein nicht unerhebliches Risiko eingeht, dass die Ratenzahlung nicht pünktlich erfolgt.

    Privatkredite online erhalten

    Auch Privatkredite sind längst im Internet zu haben. Es existieren Kreditplattformen, die außerhalb des Bankbereichs Kredite von Privat zu Privat vermitteln, als P2P bezeichnet. Die Vermittlung von Privatkrediten beruht auf dem Prinzip der vielen kleinen Schritte bzw. Beträge, die zum Ziel führen. Viele Anleger stellen ihr Geld für eine Investition, ein Projekt, einen Kauf oder die Gründung eines eigenen Unternehmens zur Verfügung. Das ist bereits ab 50 Euro möglich. Trotzdem diese Entwicklung in Deutschland noch am Anfang steht, erfreut sie sich doch bereits steigender Beliebtheit. Eine Bank ist aufgrund gesetzlicher Vorschriften dennoch beteiligt. Diese wickelt die Kreditbereitstellung ab. Sie zahlt den Kreditbetrag aus und kümmert sich um die Durchführung der Rückzahlung des Darlehens sowie das Mahn- und Inkassowesen. In Deutschland haben sich vor allem zwei Online-Kreditbörsen etabliert.

    Auxmoney

    In Zeiten, wo Zinsen niedrig sind, steigen sowohl die Kreditnachfragen als auch die Angebote zum Geldverleihen an. Kein Wunder, können Kreditnehmer doch Zinsen sparen und Kreditgeber suchen mangels Anlagealternativen nach lukrativen Renditen für ihr Geld. Die beiden Partner zusammenzuführen, haben sich Online-Plattformen zum Geschäftsmodell gemacht. Der führende Anbieter in Deutschland heißt Auxmoney.

    Gratis und anonym

    Auxmoney vergibt Bar- und Autokredite. Die Kreditsuchenden können sich dort gratis registrieren lassen und anonym ihr Kreditprojekt veröffentlichen. Je mehr Informationen die Antragsteller über ihr Vorhaben und ihren Kreditwunsch veröffentlichen, desto größer sind die Chancen, das gewünschte Geld zu erhalten. Entscheidend für die Finanzierung ist jedoch die Bekanntgabe des Höchstzinssatzes, den der Kunde bereit ist, für den Kredit zu zahlen. Auxmoney schließt jedoch durch Begrenzungen Wucherzinsen aus.

    Verfahrensweise

    Zuerst registriert man sich auf der Plattform und stellt online seine Kreditanfrage. Kreditbetrag und Laufzeit bestimmt der Darlehenssuchende. Danach kommt die wichtigste Phase für den Antragsteller. Er veröffentlicht eine Beschreibung des Anlasses, wofür das Geld benötigt wird, und wie es zurückfließen soll. Nach der Kreditprüfung erfolgt die Freischaltung für die Plattform. Außerdem nennt er den Höchstzinssatz, zu dem er sich das Geld leihen möchte. Wollen mehr Anleger Geld bereitstellen als notwendig, wird der Zinssatz in kleinen Schritten ermäßigt. Erkennen private Anleger darin eine Chance auf eine gute Rendite, erhält der Kreditnehmer die Zusage und den Betrag nach maximal 10 Tagen auf sein Konto überwiesen.

    Sicherheitszertifikate

    Auch die Anzahl und die Aussagen von Sicherheitszertifikaten erhöhen die Kreditchancen. Diese Zertifikate können erworben werden, um das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Interessenten zu stärken. Ihr Erwerb ist kostenfrei. Solche Zertifikate betreffen beispielsweise die Bestätigung der monatlichen Haushaltsrechnung über alle Einnahmen und Ausgaben durch eine Bank sowie die Einräumung einer anonymen Nachfrage beim Arbeitgeber über das tatsächliche Bestehen des Angestelltenverhältnisses. Als Basis-Zertifikat wird ein Identitäts-Check angeboten, mit dem bestätigt wird, dass der Kreditsuchende eindeutig legitimiert ist. Wichtig sind vor allem die Bonitätszertifikate. An erster Stelle ist die Abfrage des Schufa-Scores zu nennen. Ebenso kann ein Score-Wert von Creditreform über die Kreditausfallwahrscheinlichkeit oder der Arvato-Infoscore, der ebenfalls die Erfüllungswahrscheinlichkeit der Zahlungsverpflichtungen des Kreditnehmers einschätzt, angefordert werden. Mit dem Kfz-Wert-Zertifikat kann der Antragsteller den Restwert seines als Sicherheit angebotenen PKW professionell einschätzen lassen. Zusätzlich kann bei Auxmoney eine Restschuldversicherung zur Absicherung der Familie im Krankheitsfall, bei nicht selbst verschuldeter Arbeitslosigkeit und Tod abgeschlossen werden.

    Bedingungen

    Die Kreditlaufzeiten liegen bei Auxmoney zwischen 12 und 60 Monaten. Für längere Laufzeiten ist dieses Portal nicht geeignet. Die Kreditbeträge können zwischen 1.000 und 25.000 Euro liegen. Diese Form der Kreditgewährung ist also ausschließlich für Kleinkreditnehmer gedacht. Eine Kreditanfrage bleibt höchstens 20 Tage eingestellt. Im Erfolgsfall zahlt der Schuldner an Auxmoney eine Provision. Auch der Anleger muss eine einmalige Gebühr an Auxmoney entrichten.

    Ausschlüsse

    Der Kreditnehmer darf nur zwischen 18 und 70 Jahren alt sein. Ablehnungsgründe bei Auxmoney sind Negativ-Merkmale in der Schufa, die dem Antragsteller eine ungenügende Zahlungsdisziplin bescheinigen, wie eine Eidesstattliche Versicherung, eine Insolvenz oder titulierte nicht bezahlte Forderungen. Sollte sich für normale Kreditierungswünsche kein Finanzier finden, wird die Anfrage automatisch gelöscht.

    Smava

    Im Unterschied zu Auxmoney ist Smava nicht nur auf den P2P-Bereich fokussiert. Über Smava kann man die günstigsten Kreditangebote abfragen. Darunter sind sowohl Angebote von Kreditbanken als auch von Anlegern. Eine schnelle Antwort mit den besten Konditionen ist garantiert. Es gibt sogar eine Best-Preis-Garantie für ausgewählte Darlehen. Außerdem bietet Smava Kreditkunden auf Wunsch auch eine telefonische Beratung an. Bei Smava sind Kreditanfragen von Anfang an kostenlos. Das Kreditvolumen bei Smava darf zwischen 1.000 und 75.000 Euro liegen, bei einer Laufzeit zwischen 12 und 120 Monaten. Der Verwendungszweck der Kreditmittel ist völlig frei, vom Möbelkauf über Umschuldungen bis zu Investitionen für Gewerbetreibende ist alles möglich. Für Kredite von privaten Geldgebern gelten besondere Bedingungen. Anleger können ab 250 Euro Gebote abgeben. Die Laufzeiten für diese Kredite erstrecken sich auf 36, 60 und 84 Monate, die Kreditsummen liegen zwischen 1.000 und 50.000 Euro. Gebote bleiben 14 Tage im Netz.

    Ablauf

    Nach Eingabe der persönlichen Daten, der Selbstauskunft über Einkommens- und Vermögenslage sowie des Kreditwunsches, erhält der Interessent passende Angebote mit den günstigsten Konditionen von Online-Banken und Privatanlegern. Smava überprüft, anders als Auxmoney, ob ein Kunde kreditwürdig ist. Die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit beruht auf einer gemeinsam mit der Schufa erstellten Scorecard. Dort werden die Antragsteller entsprechend des eingeschätzten Ausfallrisikos in Bonitätsklassen eingruppiert. Smava vermittelt nur Kredite an Interessenten der Bonitätsklassen A – H. Aus dieser Einstufung resultiert eine Besonderheit, das Smava-Anleger-Portfolio. Ein Anleger stellt hier also nicht nur einem einzelnen Kreditnehmer sein Geld zur Verfügung, sondern kann auch in einen Anleger-Pool für Kredite investieren. In diesem Anleger-Pool werden Kredite verschiedener Bonitätsstufen zusammengefasst. Das erhöht die Sicherheit für den einzelnen Kreditgeber. Denn die Tilgungen aller Kreditnehmer werden ebenfalls zusammengefasst und der Anleger erhält entsprechend seines Kreditanteils die Zahlungen. Somit werden die versäumten Zahlungen einzelner Kreditnehmer von den pünktlichen Überweisungen der großen Masse der Kreditnehmer aufgefangen. Risiken und Nutzen werden auf viele Schultern verteilt. Die Zinszahlung jedoch ist nicht davon abhängig, sondern immer an den jeweiligen Kredit gebunden. Die Kreditsummen jedes einzelnen Anlegers werden entsprechend einer Vorgabe auf die unterschiedlichen Bonitätsklassen aufgeteilt, daraus ergibt sich das Portfolio des Anlegers. Jede Bonitätsstufe ist außerdem mit einer erwarteten Mindestrendite versehen. Auch wenn dieses Prozedere durch den einzelnen nicht beeinflusst werden kann, so dient es doch der Sicherheit der Geldanleger und eröffnet damit Spielraum für weitere Kreditanfragen.

    Zusätzliche Sicherheit

    Die Bonitätsklassen bilden die Grundlage für die Ermittlung des Zinssatzes. Jede schlechtere Bonitätseinstufung führt zu einem Risikoaufschlag auf den Zinssatz. Durch den Vergleich der unterschiedlichsten Konditionen auch mit dem Bankensektor ist die Kreditvermittlung bei Smava fairer. Denn der Kunde kann sich selbst die für ihn günstigsten Konditionen heraussuchen und muss nicht aus Unkenntnis überteuerte Zinsen zahlen. Smava arbeitet mit der Schufa zusammen und stellt bei Kreditwunsch eine Schufa-Anfrage. Diese beeinflusst den persönlichen Schufa-Score-Wert jedoch nicht, da keine Meldung erfolgt, sondern nur eine Kreditanfrage gestellt wird. Dadurch ist Smava eher ein Marktplatz für bonitätsmäßig gute Kunden. Prinzipiell wird eine Sofort-Zusage gegeben. Als Sicherheit kann optional eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden.

    Lendico

    Unter dem Motto „Geld braucht keine Bank“ vermittelt die Online-Plattform Lendico Kredite an Privatleute und Unternehmen. Für Kreditsuchende ist der P2P-Marktplatz (Englisch: Peer-to-Peer, zwischen gleichrangigen Nutzern) eine Alternative zur Haus- oder Direktbank. Als Vermittler übernimmt Lendico die Vernetzung von Kreditnehmern und potenziellen Anlegern. Unterstützt wird das seit Dezember 2013 am Markt präsente Fintech Start-up vom Inkubator Rocket Internet, bekannt durch Zalando und eDarling. Da Lendico selbst keine Banklizenz innehat, kooperiert das Unternehmen mit der Münchner Wirecard Bank AG.

    Neben besseren Kreditchancen für Kreditnehmer versprechen P2P-Kredite hohe Renditen für Investoren. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen bieten direkte Investments Chancen für Anleger. Zur Verminderung des Ausfallrisikos einzelner Kredite, empfiehlt sich die Streuung der Anlagesumme über mehrere Projekte. Vereinfacht wird diese Diversifikation durch geringe Mindestanlagebeträge: Bereits ab 25 Euro kann in Privatkredite investiert werden, ab 100 Euro in Firmenkredite.

    Renditechancen und Zinshöhe variieren mit der Risikoklasse. Entscheidend für die Höhe des Risikoaufschlags ist, wie bei klassischen Finanzierungsinstrumenten, die Bonität des Schuldners. Für die Einteilung der fünf Risikoklassen berücksichtigt Lendico unter anderem den SCHUFA-Score und fordert aktuelle Gehaltsbescheinigungen bzw. Einnahmeüberschussrechnungen an.

    Lendico vermittelt als einziger Onlinemarktplatz für P2P-Kredite in Deutschland sowohl Privat- als auch Geschäftskredite. Für Anleger stellt dies eine zusätzliche Möglichkeit zur Diversifikation dar. Ebenfalls unter der Dachmarke „Deutsche Kreditmarktplätze“ der Rocket Internet agiert die auf Unternehmensfinanzierung im Mittelstand spezialisierte Funding Circle (früher zencap).

    Andere Anbieter

    Auf dem deutschen Markt gibt es neben den o. g. Marktführern noch einige kleinere Kreditmarktplätze für Kredite von Privat, die alle nach ähnlichen Prinzipien funktionieren. Diese Internetmarktplätze sind aber im Vergleich zu Auxmoney, Smava und Lendico Nischenanbieter.

    Vor- und Nachteile von Online-Kreditbörsen

    Einen Versuch, seinen Kredit über Kreditbörsen zu beantragen, ist es wert. Für Selbständige, Antragsteller mit geringerer Bonität oder komplizierte Finanzierungswünsche lohnt sich eine Anfrage.

    Konkurrenz für Bank

    Zu empfehlen sind Kreditnachfragen vor allem, um hohe Überziehungszinsen zu vermeiden oder Gründungsvorhaben nicht bereits in der Einführungsphase an fehlenden Mitteln scheitern zu lassen. Selbständige bekommen bei Banken, erst recht am Anfang ihrer selbständigen Tätigkeit, schwer Kredit, da sie über kein regelmäßiges Einkommen und meist eine unsichere Auftragslage verfügen. Unter Umständen können Kredite von Privat preiswerter sein als Bankdarlehen und unkomplizierter bereitgestellt werden. Das trifft vor allem gegenüber Krediten zu, die von Banken über das Filialnetz verkauft werden.

    Schnelle Darlehensgewährung

    Besonders wenn es um Sofortkreditbedarf geht, haben Kreditplattformen ihre Stärken, weil unbürokratische Entscheidungen zugrunde liegen. Wird für den Kredit eine Sicherheit in Form der Hinterlegung des Kfz-Briefes gestellt, geht es mit der Kreditgewährung fast immer sehr schnell. Um den Vorgang der Geldeinwerbung zu beschleunigen, können noch andere Sicherheiten angeboten werden. Diese erhöhen die Tragfähigkeit des Anlegerrisikos, das Geld fristgerecht wiederzubekommen.

    Kein standardisierter Prozess

    Die Anmeldung und die Einstellung des Kreditwunsches sind auf diesen Portalen kostenfrei möglich. Potentielle Kreditgeber und Darlehensnehmer begegnen sich als gleichberechtigte Partner, die einen für beide Seiten vorteilhaften Kontrakt aushandeln. Individuelle Interessen und Besonderheiten werden durch die Möglichkeiten der Internetkommunikation berücksichtigt und gewahrt. Der gesamte Kreditbeantragungsprozess ist weniger bürokratisch und standardisiert als in Geldinstituten. So haben bei den Plattformen auch Kreditnehmer eine Chance, die aufgrund starrer Vorschriften automatisch eine Ablehnung ihres Kreditwunsches erhalten. Sowohl Betrag als auch Laufzeit wählt der Beantragende aus, den Zinssatz kann er selbst vorgeben oder er wird in der Eingabemaske des Portals als Vorschlag eingestellt.

    Zinsrisiko

    Eine Problematik von Kreditplattformen liegt darin, dass sowohl die meisten Anleger wie auch viele Interessenten nicht zwischen bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Zinsen differenzieren. Zinssätze aus der Werbung von Banken oder Kreditplattformen sind kein allgemeiner Maßstab für die Beurteilung des angemessenen Risikos einer Kreditgewährung. Es sind immer die individuellen Gegebenheiten in Rechnung zu stellen. Bereits unterschiedliche Konsumgewohnheiten oder ein abweichendes Kartennutzungsverhalten können zu einer völlig anderen Bonitätseinschätzung von zwei Kreditnehmern führen. Die Plattform Smava kommt der Lösung dieses Problems am nächsten, da hier objektive Vergleiche mit anderen Kreditarten angeboten werden.

    Kosten beachten

    Der nicht vorhandene Verbraucherschutz wirkt sich bei P2P-Kredit-Plattformen insofern ungünstig aus, da zum Teil kein vollständiger Überblick über alle anfallenden Kosten im Kreditantragsprozess gegeben wird. Der ermittelte Zinssatz für den Kredit wird isoliert aufgeführt, ohne dass die Kosten, die für die Kreditvermittlung von den Plattformbetreibern berechnet werden, berücksichtigt sind. Im Entscheidungsprozess fehlt den Antragstellern so der Überblick, wie sich die Kosten der Anbieter auf den Gesamtzahlungsbetrag auswirken. Man sollte die Höhe der einmaligen Gebühren und deren Einfluss auf die Gesamtauszahlung nicht unterschätzen. Die Auszahlungssumme des Darlehens wird um die Provision der Onlinevermittler vermindert, so dass gegebenenfalls die Darlehenssumme erhöht werden muss. Kreditnehmer sind oft nicht in der Lage, diese Auswirkungen in Euro und Cent auf die Gesamtbelastung zu berechnen.

    7 Worauf Sie bei der Annahme eines Privatkredits achten sollten

    Es ist zu empfehlen, alle Details des Privatkredits schriftlich festzuhalten. Dazu gehören Rückzahlungsrate, Zahlungstermin, Zinsen, Laufzeit, Sondertilgungen, Sicherheiten usw. Um späteren Streitigkeiten vorzubeugen, ist eine klare Benennung der Kredithöhe als Darlehen notwendig. Im Einzelnen kommt es darauf an, möglichst viele Punkte im Vertrag unmissverständlich zu regeln.

    Ratendarlehen oder Endfälligkeitsdarlehen

    Im Kreditvertragspapier muss vereinbart werden, wann und in welchem Rhythmus der Kredit zurückgezahlt werden soll, ob die Summe am Ende insgesamt zurückfließt oder in monatlichen Raten.

    Schriftliche Vereinbarung

    Bei einer Ratenzahlung muss der Ratenzahlungsrhythmus, monatlich, viertel- oder halbjährlich, angegeben werden. Dieser Rhythmus wirkt sich auf den Zinssatz aus. Darüber hinaus ist zu erwähnen, ob die Ratenzahlung bar oder über ein Konto erfolgen soll. Bei Barzahlung von Kreditraten muss unbedingt mit Quittungen gearbeitet werden.

    Rückzahlung bestimmt Zinssatz

    Wird der Kreditbetrag am Ende in einer Summe zurückgeführt, ist zu bedenken, dass das Risiko eines Kreditausfalls besonders hoch ist. Während der Laufzeit des Kredits können vielfältige Veränderungen eintreten, die zu einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners führen. Deswegen ist ein endfälliges Darlehen immer teurer als ein Ratendarlehen. Darüber muss sich der Schuldner im Klaren sein, wenn er seinen Liquiditätszufluss plant.

    Laufzeit

    Je länger die Laufzeit eines Kredites, desto höher ist der Zinssatz in der Regel und desto mehr Zinsen zahlt der Kreditnehmer insgesamt. Die Laufzeit sollte sich in überschaubarem Rahmen bewegen und nach der Lebensdauer des zu finanzierenden Gutes oder der Werthaltigkeit der Maßnahme richten. Die Zahlungsbereitschaft bzw. Fähigkeit des Schuldners zur Tilgung ist gleichfalls dafür ausschlaggebend. Die Ratenhöhe, der Zinssatz und der Zeitpunkt, zu dem der Kreditnehmer über eine Erbschaft oder Geldanlage verfügen kann, bestimmen die Dauer des Kreditverhältnisses.

    Zinsen

    Die geschuldeten Zinsen sind ein wichtiges Instrument der Kreditvereinbarung. Die Zinsen für ein Privatdarlehen sind Verhandlungssache. Sie sollten sich wenigstens an den bonitätsunabhängigen Zinsen für Bankkredite und dem volkswirtschaftlichen Leitzinsniveau orientieren, wenn der Schuldner nicht viel zu viel bezahlen möchte. Es muss festgehalten sein, ob der Zinssatz während der ganzen Kreditdauer gilt oder welchen Veränderungen er unterliegen soll. Wichtig ist, die Zinsen insgesamt und die monatliche Belastung korrekt auszurechnen.

    Höhe der monatlichen Rate

    Es gilt, zu vereinbaren, in welcher Höhe der Kredit jeden Monat zurückgezahlt werden soll. Die absolute Ratenhöhe ergibt sich aus den vereinbarten Zinsen und der Laufzeit des Kredites. Die Rate muss für den Schuldner auch bei Privatkrediten tragbar sein. Sie darf sein Budget nicht dauerhaft überfordern.

    Möglichkeit von Sonderzahlungen und vorzeitiger Ablösung

    Falls der Kreditnehmer außerplanmäßig zu Geld kommt, müssen Sonderzahlungen bzw. die Rückzahlung des gesamten Darlehensbetrages möglich sein. Der Kreditsuchende sollte also darauf achten, dass in der Vereinbarung mit dem privaten Kreditgeber keine Formulierung enthalten ist, dass er bei vorzeitiger Kreditablösung einen Ausgleich oder eine Gebühr zu bezahlen hat. Jede zusätzliche Kredittilgung erspart ihm Zinsaufwand. Er kann beispielsweise, falls er das Darlehen komplett ablöst, die frei gewordene monatliche Ratenzahlung für ein anderes Finanzierungsobjekt oder zum Sparen für die Altersvorsorge nutzen.

    Schutz des Kreditnehmers bei Zahlungsschwierigkeiten

    Das Auftreten von Zahlungsschwierigkeiten ist dann am geringsten, wenn verantwortungsvoll mit der Kreditvergabe umgegangen wurde. Das heißt, dass trotz Ratenzahlung im Nettoeinkommen noch genügend Spielraum für den Lebensunterhalt verbleibt.

    Sicherungsmechanismen

    Nutzt man statt persönlicher Beziehungen die Vermittlungstätigkeit von Online-Kreditbörsen, ist durch die unterschiedlichen Bonitätsprüfungen ein gewisser Schutz vor Zahlungsproblemen schon vorhanden. Erhält der potentielle Darlehensnehmer das Geld nur gegen eine außerplanmäßige Besicherung sollte der künftige Kreditnehmer das als Achtungszeichen für seine Zahlungsdisziplin und zusätzliche Schutzmaßnahme für den Geldgeber betrachten.

    Restschuldversicherung

    Bei sich abzeichnenden Zahlungsschwierigkeiten sollte der Kreditnehmer frühzeitig Kontakt mit seinem Kreditgeber oder Vermittler aufnehmen. Einen Zahlungsaufschub zu erreichen, ist allemal klüger als die hohen Mahn- und Inkassogebühren in Kauf zu nehmen. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt es sich, bereits bei Vertragsabschluss Vorsorge zu treffen. Das kann beispielsweise durch den Abschluss einer Restschuldversicherung geschehen. Diese sichert den Kreditnehmer selbst bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Unfall ab, außerdem seine Familienangehörigen, falls der Darlehensnehmer frühzeitig verstirbt. Die Versicherung zahlt dann bei Eintritt des Ereignisses unter bestimmten Bedingungen den ausstehenden Kreditbetrag zurück. Dafür sind Beiträge an die Versicherung zu entrichten. Es reicht aus, wenn Darlehensnehmer Versicherungstarife mit fallender Versicherungssumme wählen. Diese passen sich der vorhandenen Restschuld an. Die Restschuldversicherung ist eine reine Risikoversicherung und wird sowohl von Banken als auch von Online-Kreditbörsen angeboten. Es empfiehlt sich jedoch, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen und zu wissen, unter welchen Voraussetzungen die Versicherungen leisten.

    Schutz vor Zahlungsunfähigkeit

    Leiht man sich das Geld, das man braucht, von Verwandten und Bekannten, sollte man zumindest überhaupt erst einmal darüber sprechen, welche Konsequenzen eine Zahlungsstörung haben könnte. Wenn keine Restschuldversicherung abgeschlossen werden soll, können andere Möglichkeiten der Besicherung des Darlehens genutzt werden, zum Beispiel die Verpfändung wertvoller Sachen, die Einbehaltung des Kfz-Briefes oder die Vereinbarung einer Bürgschaft. Das trifft auch auf die anderen Privatkreditarten zu.

    Kreditrechner richtig nutzen

    Sucht jemand ein Kreditangebot, so stehen ihm heutzutage viele Wege offen. Er ist nicht mehr gezwungen, nur zur Bank zu gehen. Das Vergleichen mehrerer Kreditanbieter ist das A und O.

    Vielfalt der Kreditrechner

    Im Internet stellt jeder Anbieter dazu einen Kreditrechner bereit. Diese sind unterschiedlich gestaltet. Es gibt unverbindliche Berechnungsmodelle, die auch ohne persönliche Angaben die monatliche Belastung ausrechnen und personalisierte Varianten, bei denen nur eine verbindliche Kreditanfrage mit allen Daten möglich ist.

    Rechner mit Effektivzinssatz

    Bei P2P-Plattformen sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur die Kreditkosten an sich in den Vergleich einbezogen, sondern die Gebühren, die der Kreditvermittler für sich in Rechnung stellt, mit berücksichtigt werden. Sonst erscheint der Privatkredit gegenüber Bankkrediten günstiger, als er ist. Der Rechner sollte also sowohl den Nominal- und Auszahlungsbetrag als auch die nominalen und die Effektivzinsen ausweisen. Die Monatsrate und der gesamte Rückzahlungsbetrag gehören zu einem objektiven Kreditrechner. Auf jeden Fall sollten nicht nur Angebote von Kreditinstituten eingeholt, sondern Vergleiche aller Privatdarlehensanbieter im Internet genutzt werden.

    Fazit: Gute Alternative mit Einschränkungen

    Häufig bietet es sich an, einen Kredit von Privat statt von einer Geschäftsbank oder Sparkasse aufzunehmen. Kredite von Privatpersonen sind grundsätzlich in Bezug auf Höhe und Laufzeit unbeschränkt. Die meisten Vermittlungsplattformen grenzen die Kredithöhe jedoch auf bestimmte Größenordnungen, beispielsweise 20000 oder 50000 Euro, ein. Auch wird ein privates Darlehen meist auf Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten beschränkt. Teilweise wird ein Darlehen von Privatpersonen als allgemein verwendbarer Ratenkredit oder zweckgebunden angeboten. Es existieren jedoch auch Anbieter bzw. Vermittler, die private Kredite zur Immobilienfinanzierung zur Verfügung stellen. Darlehen von Privat werden häufig nur an Privatpersonen vergeben. Manche Plattformen bieten jedoch auch die Möglichkeit einer Kreditvergabe an Selbständige an. Auch hier gelten allerdings in der Regel bestimmte Restriktionen hinsichtlich der Höhe der Kreditsumme.

    Voraussetzungen und Grenzen

    Wer einen Kredit von einer Privatperson über eine der Vermittlungsportale in Anspruch nehmen möchte, muss grundsätzlich dieselben Voraussetzungen erfüllen wie bei der Beantragung eines Ratenkredits bei einer Bank oder Sparkasse. Die Vermittlungsportale arbeiten mit langjährig in der Kreditvergabe an Private erfahrenen Banken zusammen, die auch die Bonität des Kreditsuchenden nach den Kriterien prüfen, die für ihr eigenes Kreditgeschäft gelten. Ein über ein Portal beantragter Kredit von Privat stellt also keine Möglichkeit dar, der strengen Bonitätsprüfung deutscher Banken zu entgehen. Insbesondere die Schufa-Anfrage wird auch hier praktiziert. Fällt der Punktwert beim Schufa-Scoring zu schlecht aus oder werden von dort Negativmerkmale mitgeteilt, stehen auch privat Kredite nicht zur Verfügung.

    Grundsätzlich ist auch von Privat ein Darlehen nur zu bekommen, wenn die Bonitätsprüfung der hinter der Vermittlungsplattform stehenden Bank positiv ausfällt. Dazu gehört, dass der Kreditantragsteller ein Einkommen hat, das die vertragsgemäße Rückzahlung des Darlehens ermöglicht. Im allgemeinen wird hier ein frei verfügbares Nettoeinkommen von mindestens 1200 Euro monatlich vorausgesetzt. Ein Kredit von einem Privatmann ist daher meist nur dann erhältlich, wenn der Antragsteller ein entsprechendes laufendes Einkommen aus einem Arbeits- oder Anstellungsverhältnis bzw. aus sonstigen gesicherten Quellen (Zinsen, Mieten u.a.) nachweisen kann. In der Regel sind dazu die Lohnabrechnungen der letzten drei oder sechs Monate vorzulegen. Auch Kredite von Privatleuten werden meist nicht ohne Schufa-Auskunft vergeben.

    Kredit trotz mangelnder Bonität ?

    Kredite von Privat unterliegen also grundsätzlich denselben Voraussetzungen, die auch bei Ratenkrediten gelten, die bei Banken oder Sparkassen beantragt werden. Fehlt es an der nötigen Bonität, wie dies häufig bei Geringverdienern, Sozialleistungsempfängern wie Hartz-IV-Beziehern, Auszubildenden und Studenten der Fall ist, kommt oft auch ein Kredit von einem Privatmann nicht zustande. Insoweit gilt, dass auch private Investoren ohne gesicherte Rückzahlung Darlehen nicht vergeben. Wer imstande ist, einen Bürgen oder Mitschuldner zu benennen, der in seiner Person die Bonitätsvoraussetzungen erfüllt, kann manchmal dennoch ein Darlehen von einer Privatperson erhalten. Ein Kredit ohne Bürge ist jedoch zumeist ausgeschlossen.

    Bei geringer Darlehenshöhe und zweckgebundenen Darlehen gelten für die Kreditvergabe manchmal besondere Regeln. So sind manchmal Micro Darlehen, etwa bis zu 500 oder 1000 Euro, zu reduzierten Bonitätsbedingungen erhältlich. Auch bei Krediten für die Autoanschaffung werden manchmal Abstriche bei der Bonität gemacht, da hier das anzuschaffende Fahrzeug an den Darlehensgeber zur Sicherung übereignet wird. Ähnliches gilt auch, wenn der Kredit für Renovierung, Erweiterung oder Umbau einer im Eigentum des Darlehensnehmers stehenden Immobilie verwendet wird. Hier dient die Immobilie als Sicherheit für den Kredit. Es wird daher zugunsten des privaten Kreditgebers eine Hypothek oder Grundschuld auf dem Grundstück des Darlehensnehmers eingetragen, die bei vollständiger Abtragung der Darlehensschuld wieder gelöscht wird.

    Vergleichen und beantragen

    Der Vorteil eines Privatkredits liegt meist in der einfachen Abwicklung des Antragsverfahrens und in der schnellen Auszahlung der Kreditvaluta. Manchmal, besonders bei guter Bonität des Antragstellers, ist auch die Verhandlung eines Zinssatzes möglich, der unterhalb des Marktzinses auf dem allgemeinen Kreditmarkt liegt. Es lohnt sich daher, die Angebote unterschiedlicher Vermittlungsportale zu vergleichen. Da es mehrere Plattformen gibt, können deren Angebote parallel eingeholt werden. Ein Vergleich ist nur dann möglich, wenn bei den Anfragen Darlehenshöhe und Laufzeit identisch gewählt werden. Zumeist ist das Angebot mit dem niedrigsten effektiven Jahreszins auch die günstigste Offerte.

    Wer einen Kredit von Privat über ein Vermittlungsportal beantragen möchte, richtet seine Online-Anfrage an die von ihm ausgewählte Plattform, die diese an die hinter ihr stehende Bank zur Prüfung weitergibt. Oft liegt schon nach wenigen Stunden eine Antwort vor, aus der sich ergibt, ob und zu welchen Bedingungen eine Kreditvergabe erfolgen kann. Anschließend erhält man per E-Mail oder Post die Vertragsunterlagen, die man unterzeichnet zurücksenden muss. Meist erfolgt dann kurzfristig die Auszahlung der Kreditsumme.

  • Kontokorrentkredit & Dispositionskredit

    Ein Kontokorrentkredit eignet sich zur schnellen, unbürokratischen Inanspruchnahme. Privatkunden erhalten ihn meist als Dispositionskredit oder Verfügungskredit auf ihrem laufenden Girokonto eingeräumt, auf dem auch Lohn- und Gehaltszahlungen eingehen und das für Überweisungen und Lastschriften verwendet wird. Dieses meist als Dispokredit bezeichnete Darlehen wird teilweise bereits bei Kontoeröffnung vereinbart, in vielen Fällen jedoch erst später unaufgefordert oder auf Antrag eingeräumt, nachdem das Kreditinstitut sich einen Überblick über die Höhe der regelmäßig wiederkehrenden Geldeingänge des potentiellen Kreditkunden verschafft hat.

    Bei Unternehmen verlangen Banken und Sparkassen in einigen Fällen die Einrichtung eines zusätzlichen Kontos, über das sowohl die Auszahlung der Kreditvaluta als auch die meist in Raten erfolgende Rückzahlung des Kredits erfolgt, ähnlich wie bei einem Abruf- oder Rahmenkredit/Betriebsmittelkredit, der an Selbständige ausgereicht wird.

    Was Sie über Dispokredite wissen sollten

    Für Kontokorrentkredite gelten Besonderheiten, über die man Bescheid wissen sollte. Das gilt insbesondere dann, wenn man als Privatkunde einen Dispositionskredit auf dem Girokonto eingeräumt bekommt, ohne dass vorher ausführliche Kreditverhandlungen stattgefunden haben. Da für den Kontokorrentkredit nicht die Formerfordernisse eines Verbraucherdarlehens gelten, obliegt es dem Kunden, sich über die Bedingungen eines solchen Dispokredits zu informieren. Weil alle Banken und Sparkassen diesbezüglich Allgemeine Geschäftsbedingungen verwenden, sollten sich Kreditinteressenten diese aushändigen oder ausdrucken lassen, wenn diese im Internet verfügbar sind. Die genaue Kenntnis der für Kontokorrentkredite geltenden Bedingungen ist auch für Geschäftskunden wertvoll, da davon oft die Entscheidung abhängt, ob sich die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits lohnt oder ob es sich eher empfiehlt, auf einen klassischen Geschäftskredit zurückzugreifen.

    Hohe Flexibilität

    Zu den Vorzügen eines Kontokorrentkredits gehört es, dass man diesen nach einmal erfolgter Einräumung flexibel ganz oder teilweise bis zum vereinbarten Limit in Anspruch nehmen kann, ohne hierzu verpflichtet zu sein. Es gibt daher keine Bereitstellungszinsen. Auch eine Vorfälligkeitsentschädigung bei Rückzahlung des Darlehens vor dem vereinbartem Termin fällt nicht an. Das hohe Maß an Flexibilität sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die freie Verfügbarkeit der Darlehenssumme nicht selten zu unbedachten Anschaffungen verführt. Außerdem ist die Flexibilität auch beim Kontokorrentkredit nicht unbegrenzt, da sich der Kunde im Rahmen des eingeräumten Limit halten muss, wenn er sich nicht dem Risiko einer Kündigung aussetzen will.

    Vergleichsweise hohe Zinsen

    Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist meist mit Zinsen verbunden, die deutlich über der marktüblichen Verzinsung für vergleichbare Ratenkredite und ratierlich rückzahlbare Geschäftsdarlehen liegen. Das gilt besonders für Dispokredite, die Privatpersonen auf deren Girokonten eingeräumt bekommen. Hier liegt bei vielen Banken und Sparkassen die Verzinsung doppelt so hoch wie für klassische Raten- und Anschaffungskredite. Manche Kreditinstitute verlangen sogar noch höhere Dispozinsen. Dies gilt besonders für sogenannte geduldete Überziehungen. Eine solche liegt dann vor, wenn ein Kunde Verfügungen über das ihm eingeräumte Dispolimit hinaus trifft, ohne hierzu eine ausdrückliche Vereinbarung mit seiner Bank oder Sparkasse getroffen zu haben. In solchen Fällen ist das Kreditinstitut nicht zur Ausführung entsprechender Verfügungen verpflichtet. Führt die Bank die Verfügung des Kunden dennoch aus, lässt sie sich dieses Entgegenkommen mit einem deutlich höheren Zins über den sonst geltenden Dispozins hinaus vergelten. Auch für Geschäftskunden ist die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits mit relativ hohen Zinsen verbunden. Zwar ist hier die Zinsdifferenz zwischen einem als Kontokorrentkredit gewährten Rahmenkredit und einem herkömmlichen Geschäftskredit meist deutlich geringer als beim Dispokredit an Privatpersonen im Verhältnis zum klassischen Ratenkredit. Es verbleibt jedoch auch hier ein nicht unerheblich höherer Zinsaufwand gegenüber dem herkömmlichen Geschäftskredit. Oft liegt die Verzinsung beim Kontokorrentkredit mindesten 30 bis 50 % höher als diejenige bei einem befristeten Geschäftsdarlehen, auf das ratierliche Rückzahlungen zu leisten sind. Wer die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits plant oder eine solche längerfristig zumindest nicht ausschließt, sollte im Internet einen sorgfältigen Konditionenvergleich vornehmen, bevor eine Entscheidung über die Eröffnung eines privaten oder geschäftlichen Girokontos fällt, über das ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden könnte. Die Zinskonditionen variieren erheblich, sodass die Auswahl einer günstigen Bank zu erheblichen Zinsersparnissen führen kann.

    Monatliche Mindestrückzahlung

    Für viele Kontokorrentkredite gilt die Regel, dass diese in monatlichen Raten zurückgezahlt werden müssen. Damit soll erreicht werden, dass sich derartige Darlehen, insbesondere Kontokorrentkredite, nicht verewigen, sondern in einem überschaubaren Zeitraum zurückgezahlt werden. Bei vielen Kontokorrentkrediten ist es allerdings möglich, den durch die Rückzahlungen entstandenen Spielraum durch erneute Verfügungen wieder auszuschöpfen. Die Rückzahlungsvereinbarungen sind unbedingt einzuhalten, da bei Zahlungsverzug die Kündigung des Kontokorrentkredits und die Fälligstellung des gesamten Schuldsaldos erwartet werden muss. Manche Kontokorrentkredite, insbesondere unbefristete Geschäftsdarlehen, sehen keine festen Rückzahlungstermine vor. In solchen Fällen muss der Kreditnehmer jedoch darauf achten, dass er durch die meist monatlich oder vierteljährlich fälligen Zinsbelastungen das Kreditlimit nicht überschreitet. Ansonsten ist eine Rückzahlung des Darlehens erst bei Beendigung der Geschäftsbeziehung oder dann erforderlich, wenn eine Kündigung stattgefunden hat. Dabei kann die Kündigung sich auf das Girokonto insgesamt oder nur auf die Krediteinräumung beziehen.

    Unabhängig vom Verwendungszweck

    Die meisten Formen des Kontokorrentkredits zeichnen sich durch den Vorteil aus, dass die Kreditvaluta nicht zweckgebunden vergeben wird. Damit hebt sich beispielsweise ein Dispositionskredit vorteilhaft von einem Anschaffungskredit ab, der typischerweise zur Finanzierung des Kaufs eines Fahrzeugs oder eines anderen langlebigen Gebrauchsguts dient und unmittelbar an den Verkäufer ausgezahlt wird. Derartige Zweckbindungen gibt es beim klassischen Dispokredit nicht. Das gilt in der Regel auch für Kontokorrentkredite an Geschäftskunden. die als Rahmenkredite vergeben werden. Es bestehen im gewerblichen Bereich jedoch Ausnahmen. So dürfen Betriebsmittelkredite in der Regel nur zur Finanzierung von unternehmensbezogenen Investitionen, manchmal auch zur Bezahlung von Löhnen und Geschäftsraummieten, eingesetzt werden. Ähnliches gilt für Saisonkredite, die im Regelfall nur zur Bezahlung betriebsbedingter Aufwendungen verwendet werden dürfen. Auch Zwischenkredite werden zweckbezogen vergeben, da sie nur zur vorläufigen Finanzierung eines bestimmten Vorhabens gewährt werden, für das bereits eine langfristige Finanzierung in Vorbereitung ist. Zweck eines Zwischenkredits ist daher stets die Vorbereitung eines langfristigen Darlehens, mit dessen Valuta der Zwischenkredit getilgt wird.

    Wovon die Höhe der Kreditlinie abhängt

    Der auf dem Girokonto eines Privatkunden eingeräumte Dispositionskredit wird häufig ohne spezielle Bonitätsprüfung vergeben. Die Höhe eines solchen Darlehens richtet sich meist pauschalisiert nach der Höhe der durchschnittlichen regelmäßigen Geldeinänge auf diesem Konto. In der Regel handelt es sich dabei um Lohn- bzw. Gehaltszahlungen, Rentenzahlungen und andere periodisch wiederkehrende Gutschriften wie Miet- und Pachteinnahmen sowie Zins- und Dividendeneingänge. Meist beträgt das Dispolimit das Zwei- bis Viefache der durchschnittlichen monatlichen Geldeingänge auf diesem Konto. Will ein Kunde einen höheren Dispositionskredit eingeräumt bekommen, wird in der Regel eine gesonderte Bonitätsprüfung mit Abfrage der Schufadaten vorgenommen. Eine vergleichbare Bonitätsprüfung findet auch statt, wenn ein Geschäftskunde einen Kontokorrentkredit beantragt. Besonders bei Rahmenkrediten ist das Schufa-Scoring des Kunden ein entscheidendes Vergabekriterium sowohl in bezug auf die Kreditvergabe als solche als auch auf die Höhe des zur Verfügung gestellten Kreditrahmens. Daneben spielt bei Unternehmenskrediten der Umfang und die Verfügbarkeit beleihbarer Sicherheiten eine zusätzliche Rolle. Firmen und Selbständige, die einen Kontokorrentkredit beantragen, müssen häufig Sicherheiten stellen. Häufig wird die Belastung von Haus- und Grundbesitz aus dem Eigentum des Unternehmens bzw. seines Inhabers mit einem Grundpfandrecht, meist einer Hypothek oder Grundschuld, gefordert. Daneben wird die Stellung seriöser und solventer Bürgen als taugliche Sicherheit anerkannt. Auch die Sicherungsübereignung werthaltiger Investitionsgüter, oft von Fahrzeugen oder Maschinen, spielt als Sicherungsmittel eine bedeutende Rolle. Soll der Kontokorrentkredit an ein Unternehmen mit beschränkter Haftung, etwa an eine GmbH, ausgereicht werden, wird in der Regel bankseitig die gesamtschuldnerische Mithaftung oder die Verbürgung der hinter der Gesellschaft stehenden Personen, namentlich der Gesellschafter und Geschäftsführer, für die Kreditschuld verlangt.

    Laufzeit und Verlängerung

    Für einen Kontokorrentkredit wird häufig eine bestimmte Laufzeit vereinbart. Dabei ist es für ein solches Darlehen charakteristisch, dass es zum Ende der Laufzeit vollständig zurückgezahlt sein muss, auch wenn es häufig bis zuletzt im Rahmen des Limits ausgeschöpft werden kann, sofern der Kreditrahmen nicht automatisch in zeitlichen Abständen planmäßig reduziert werden muss. Ist eine Laufzeit vereinbart, tritt mit deren Ablauf automatisch die Fälligkeit der gesamten dann noch offenen Kreditschuld ein. Ist keine feste Laufzeit vorgesehen, können beide Vertragsparteien fristgemäß kündigen, wobei die Länge der Kündigungsfrist individuell oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kreditinstituts geregelt ist. Die Einhaltung einer Kündigungsfrist ist nicht erforderlich, wenn ein Grund zur außerordentlichen Kündigung vorliegt. Ein solcher ist insbesondere dann gegeben, wenn der Kreditschuldner in Vermögensverfall gerät oder seinen Verpflichtungen zur Erbringung von Zins- und/oder Tilgungsleistungen trotz Mahnung nicht nachkommt. Vermögensverfall des Bankkunden wird insbesondere dann angenommen, wenn dieser im Rahmen der Zwangsvollstreckung die Vermögensauskunft erteilen musste oder wenn über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde bzw. wenn die Verfahrenseröffnung mangels Deckung der Kosten des Verfahrens abgelehnt wurde. Eine Verlängerung eines Kontokorrentkredits erfolgt entweder ausdrücklich durch Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung, die als Prolongation bezeichnet wird, oder durch stillschweigende Duldung der weiteren Inanspruchnahme der Kreditlinie über das Ende der ursprünglichen Laufzeit hinaus. Meist geht der Verlängerung der Darlehenslaufzeit eine erneute Bonitätsprüfung voraus. Nicht selten wird auch das Kreditlimit und die Zinshöhe neu festgesetzt.

    Restschuldversicherung meist nicht nötig

    Während bei zahlreichen Darlehensformen das Kreditinstitut den Abschluss einer Restschuldversicherung fordert, ist dies beim Kontokorrentkredit in der Regel nicht der Fall. Dies gilt insbesondere für den herkömmlichen Dispokredit, der wegen seiner überschaubaren Höhe ein relativ geringes Ausfallrisiko birgt. Anders ist die Situation, wenn ein Kontokorrentkredit an einen gewerblich tätigen Schuldner ausgereicht wird. Hier wird häufig der Abschluss einer Restschuldversicherung gefordert, die meist der Höhe nach variabel auf das jeweils offene Kreditrisiko abgestimmt ist. Bei der Entscheidung, ob ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden soll, muss daher in solchen Fällen die Prämie der Restschuldversicherung in die Berechnung der Kostenbelastung einkalkuliert werden.

    Kontoführungsgebühren

    Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist in der Regel nicht mit Kontoführungsgebühren verbunden. Da ein derartiger Kredit meist auf einem bereits bestehenden Girokonto eingerichtet und auch über dieses abgewickelt wird, fallen zusätzliche Gebühren durch die Einrichtung eines Kontokorrentkredits nicht an. Werden Auszahlungen aus der Darlehensvaluta über dieses Konto vorgenommen oder werden Rückzahlungen auf diesem Konto gutgeschrieben, fallen allenfalls bei vielen Banken und Sparkassen Postengebühren für Ein- und Auszahlungen in geringem Umfang an. Auch wenn für die Abwicklung eines Kontokorrentkredits auf Veranlassung der Bank ein separates laufendes Konto eingerichtet wird, entstehen keine zusätzlichen Kontoführungsgebühren, da ein solches Abwicklungskonto ausschließlich im Interesse der Bank geführt wird und daher nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes eine Belastung des Kunden mit damit verbundenen Gebühren nicht erfolgen darf.

    Vergleich zu Ratenkrediten

    In vielen Fällen kann sich ein Kreditinteressent zwischen der Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits und dem Abschluss eines konventionellen Ratenkredits entscheiden. Für den Kontokorrentkredit spricht, dass dieser flexibel, schnell und unbürokratisch zu erhalten ist. Dagegen spricht, dass er jedenfalls als Dispokredit für Privatkunden nur in relativ geringer Höhe gewährt wird. Das wichtigste Argument gegen einen Kontokorrentkredit ist jedoch, dass er besonders für Privatpersonen oft nur mit unverhältnismäßig hohem Zinsaufwand erhältlich ist. Ein Ratenkredit klassischer Art ist in der Regel deutlich zinsgünstiger zu bekommen, verpflichtet jedoch zur Rückzahlung in regelmäßigen Raten. Ratenkredite sind zudem in wesentlich größerer Höhe erhältlich als ein herkömmlicher Dispositionskredit, wobei allerdings meist vor Bewilligung eine wesentlich intensivere Bonitätsprüfung stattfindet. Für den Kontokorrentkredit spricht wiederum, dass dieser meist als Blankokredit gewährt wird, während beim Ratenkredit oft zusätzliche Sicherheiten erforderlich sind. Welche Form des Kredits vorzugswürdig ist, lässt sich oft nur aus der konkreten Situation des Schuldners heraus beantworten. Tendenziell ist die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits umso mehr erwägenswert, je kleiner die benötigte Darlehenssumme und je kürzer die angestrebte Laufzeit des Kredits ist.

    So funktioniert ein Kontokorrentkredit

    Ein Kontokorrentkredit zeichnet sich dadurch aus, dass dieser von einer Bank oder Sparkasse aufgrund einer ausdrücklichen oder durch schlüssiges Verhalten zustande kommenden Vereinbarung dem Inhaber eines in laufender Rechnung geführten Kontos eingeräumt wird. Dabei handelt es sich meist um einen Dispositionskredit, der es dem Kunden erlaubt, innerhalb vereinbarter Grenzen über die Darlehenssumme ganz oder teilweise zu verfügen. Während sich das Kreditlimit beim klassischen Dispositionskredit für Privatkunden meist anhand der Höhe der regelmäßigen Geldeingänge auf dem Girokonto bemisst, gibt es für Geschäftskunden Rahmen- und Betriebsmittelkredite, deren Höhe sich an der Bonität des Kunden und der Qualität eventuell zu stellender Sicherheiten orientiert. Gemeinsam ist allen Kontokorrentkrediten, dass diese zumeist auf einem bereits bestehenden, manchmal auch auf einem speziell zu diesem Zweck eingerichteten laufenden Konto bereitgestellt wird und auch die Abrechnungen hierüber erfolgen. Dabei wird der Kredit meist als Überziehungsrahmen auf dem laufenden Konto zur Verfügung des Kunden bereitgestellt. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt ebenfalls über dieses Konto, indem der Kunde den durch die Kreditinanspruchnahme entstehenden Sollsaldo vereinbarungsgemäß durch Einzahlungen oder durch anderweitige auf dem Konto stattfindende Gutschriften zurückführt.

    Klassischer Dispokredit

    Den klassischen Dispokredit erhält der Kunde einer Bank oder Sparkasse, wenn er bei diesem Kreditinstitut ein laufendes Konto, meist ein typisches Girokonto, unterhält, auf dem regelmäßige Gutschriften, in der Regel Lohn-, Gehalts- oder Rentenzahlungen, eingehen. Das Girokonto wird als Kontokorrent geführt, auf das die Regeln des § 355 des Handelsgesetzbuchs (HGB) Anwendung finden. Meist ist der Dispokredit ein unbefristeter Kontokorrentkredit. Das Kreditinstitut räumt dem Kunden diesen Kredit entweder bereits bei der Kontoeröffnung ein oder gewährt diesem im Laufe der bestehenden Geschäftsverbindung ein solches limitiertes Darlehen. Die Bezeichnung Dispositionskredit beruht darauf, dass das Kreditinstitut seinem Kunden das Darlehen als Verfügungsrahmen auf einem laufenden Konto zur Verfügung stellt. Das Darlehen steht also zur Verfügung und kann vom Kunden nach seiner eigenen Entscheidung gar nicht, ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden. In der Regel bietet der Dispokredit einem Bankkunden die Möglichkeit, auf seinem Girokonto in vertraglich begrenztem Umfang eine Überziehungsmöglichkeit zu nutzen, von der er meist im Rahmen des unbaren Zahlungsverkehrs, seltener durch Barabhebungen, Gebrauch macht.

    rechtliche Einordnung

    Ein Dispokredit ist ein Darlehen gemäß § 488 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), auf das die Regeln über den Verbraucherkredit (§ 492 ff. BGB) keine Anwendung finden. Dies ist in § 493 BGB ausdrücklich geregelt. Damit muss die Krediteinräumung auch nicht mit einer Widerrufsbelehrung gemäß § 495 BGB versehen sein. Auch das Schriftformerfordernis des § 492 Abs. 1 BGB und die weiteren inhaltlichen Anforderungen dieser Norm finden keine Anwendung. Es gilt jedoch gemäß § 6 Abs. 1 der Preisangabenverordnung die Pflicht zur Angabe des anfänglichen effektiven Jahreszinses und zur Mitteilung von Änderungen des Zinsniveaus. Dies geschieht entweder mit einem gesonderten Anschreiben oder durch schlichte Mitteilung auf dem aktuellen Kontoauszug.

    Zustandekommen der Kreditvereinbarung

    Im Regelfall beruht ein Dispositionskredit auf einer Vereinbarung zwischen Kreditinstitut und Kontoinhaber. Die Abwicklung erfolgt in der Regel über ein bereits bestehendes Girokonto. Entweder wird ein Kontokorrentkredit bereits bei Kontoeröffnung eingeräumt oder aber erst während der schon bestehenden Kontoverbindungnachträglich eingerichtet. Nicht selten gewährt eine Bank oder Sparkasse einen Kontokorrentkredit ohne ausdrücklichen Antrag des Kunden. In diesem Falle erhält der Kunde eine schriftliche Benachrichtigung in einem gesonderten Anschreiben oder auf dem Kontoauszug. Diese Benachrichtigungen enthalten meist eine Mitteilung über das verfügbare Kreditlimit und über den aktuell geltenden anfänglichen effektiven Jahreszins. Wird nicht ausdrücklich eine schriftliche Vereinbarung über die Einräumung eines Dispositionskredits getroffen, kann ein Vertrag auch durch schlüssiges Verhalten zustande kommen. Dabei geht das Angebot vom Kreditinstitut aus, indem dieses den Kontoinhaber über die Einräumung eines bestimmten Verfügungsrahmens informiert. Der Kunde nimmt dieses Angebot dadurch an, dass er durch eine Barabhebung oder durch die Erteilung eines Überweisungs- oder Lastschriftauftrages den Kreditrahmen ganz oder teilweise ausschöpft. Ein Dispositionskredit setzt stets die Volljährigkeit des Darlehenskunden voraus, da Minderjährige als beschränkt Geschäftsfähige keine wirksamen Kreditverbindlichkeiten begründen können und selbst nur Inhaber eines auf Guthabenbasis geführten laufenden Kontos sein dürfen.

    Geduldete Überziehungen

    Im Regelfall bildet die vereinbarte Kreditlinie die vertragliche Obergrenze für die Inanspruchnahme eines Dispo- oder Rahmenkredits. Reicht dieses Limit nicht aus, muss ein Kunde mit höherem Kreditbedarf eine weitergehende Kontoüberziehung mit dem Kreditinstitut abstimmen. Geschieht dies nicht, ist die Bank oder Sparkasse nicht zur Duldung nicht abgesprochener Überziehungen verpflichtet. Toleriert das Kreditinstitut dennoch stillschweigend nicht abgestimmte Überziehungen, spricht man von einer geduldeten Überziehung, die grundsätzlich jederzeit widerrufen werden kann. Eine derartige Überschreitung des vereinbarten Kreditlimits ist regelmäßig mit einer deutlich höheren Zinsbelastung als beim vereinbarten Dispokredit verbunden. Daher ist es im Interesse des Kunden ratsam, längerfristig bestehende geduldete Überziehungen in den Disporahmen einzubinden oder die auf dem Girokonto aufgelaufene Schuld in einen regulären Ratenkredit umzuwandeln. Dies führt häufig zu einer spürbaren Reduzierung der Zinsbelastung.

    Inhalt der Kreditvereinbarung

    In der förmlichen oder durch konkludentes Verhalten zustande kommenden Kreditvereinbarung ist zu regeln, bis zu welchem Betrag dem Kunden ein Kredit eingeräumt wird. Mit diesem Kreditlimit wird festgelegt, in welchem Umfang der Inhaber eines Girokontos berechtigt ist, über sein Konto im Sollbereich zu verfügen. Damit ist gleichzeitig vereinbart, bis zu welchem Betrag das Kreditinstitut eine Überziehung erlaubt, indem der Kunde Barabhebungen tätigt oder Verfügungen per Überweisungsauftrag bzw. durch Erteilung einer Lastschriftermächtigung trifft. Außerdem werden die anfängliche Höhe des zu zahlenden Darlehenszinses und die Bedingungen einer künftigen Zinsänderung geregelt. Spätere Änderungen des Zinssatzes teilt das Kreditinstitut dem Kunden schriftlich per Brief oder auf dem aktuellen Kontoauszug, in einigen Fällen auch online mit. In aller Regel sind die Zinskonditionen variabel und passen sich der Marktentwicklung an. In seltenen Fällen wird eine Zinsbindungsfrist vereinbart, die dann ausdrücklich im Vertrag niederzulegen ist. In einigen Fällen, insbesondere bei höheren Kontokorrentkrediten an Unternehmen, gewähren Banken und Sparkassen das Darlehen nur gegen Stellung geeigneter Sicherheiten. Diese sind im Darlehensvertrag genau zu bezeichnen. Dient eine Immobilie als Sicherheit, ist die formgerechte notarielle Bestellung eines Grundpfandrechts erforderlich. Während beim klassischen Dispositionskredit eine Zweckbindung für das eingeräumte Darlehen meist nicht besteht, wird bei großvolumigen Kontokorrentkrediten an Selbständige und Unternehmen regelmäßig eine Vereinbarung über die Verwendung der Darlehensvaluta zu bestimmten unternehmensbezogenen Zwecken getroffen. Beim normalen Dispokredit für Privatkunden erfolgt die Krediteinräumung meist unbefristet, gilt also auf unbestimmte Zeit bzw. bis auf Widerruf. In diesem Falle wird meist eine Kündigungsfrist vereinbart, die das Kreditinstitut einzuhalten hat, wenn es die Kreditbeziehung beenden will. Bei Kontokorrentkrediten an Geschäftskunden sind Vereinbarungen über Rückzahlungsfristen und über die Höhe der Tilgungsraten die Regel. Innerhalb der vertraglich vorgesehenen Laufzeit bzw. während des Bestands eines ungekündigten Dispositionskredits lebt ein bereits ganz oder teilweise zurückgeführtes Darlehen durch erneute Inanspruchnahme des Kreditrahmens automatisch wieder auf, selbst wenn zwischenzeitlich bereits ein Guthaben auf dem Kontokorrentkonto entstanden war.

    Wechselseitige Verpflichtungen

    Durch den Abschluss einer Vereinbarung über einen Dispositionskredit verpflichtet sich das Kreditinstitut dazu, seinem Kunden während der vorgesehenen Laufzeit eine bestimmte Kreditlinie mit der Maßgabe offenzuhalten, dass der Kunde innerhalb dieses Limits jeweils erneut disponieren kann, auch wenn er das Darlehen bereits teilweise zurückgeführt hat. Insoweit ist meist ein erneutes Wiederaufleben des ungekündigten Kredites innerhalb der Laufzeit des Darlehens vorgesehen. Der Kreditnehmer muss den für die Inanspruchnahme des Kredits fälligen Zins zahlen und spätestens bei Fälligkeit die Inanspruchnahme des Kontos gemäß § 488 Abs. 2 BGB zurückführen. Der Zins wird entsprechend dem jeweiligen Saldo tagesweise ermittelt und zum Soll gestellt. Die Zinsentwicklung ist variabel und folgt in der Regel unmittelbar der Entwicklung des Marktzinses. Hält sich der Kunde nicht an Vereinbarungen über die Rückführung des Kredites, muss er mit einer Kündigung des Dispokredit oder sogar des Kontos insgesamt rechnen. Bei geschäftlichen Kontokorrentkrediten wird in solchen Fällen von einer Streichung oder Kürzung der Kreditlinie eines Unternehmens gesprochen. Grund für eine außerordentliche Kündigung eines Dispokredits oder eines einem Unternehmen eingeräumten Rahmenkredits ist neben der Nichterfüllung vertraglich übernommener Verpflichtungen der Vermögensverfall des Kunden. Dieser ist dann anzunehmen, wenn der Kunde im Rahmen der Zwangsvollstreckung die Vermögensauskunft nach § 802 c der Zivilprozessordnung (ZPO), vormals als eidesstattliche Versicherung oder als Offenbarungseid bekannt, abgeben musste. Ein Vermögensverfall des Kunden ist auch anzunehmen, wenn über sein Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt, eröffnet oder mangels kostendeckender Masse abgewiesen worden ist. In vielen Fällen verlangt das Kreditinstitut, dass sich der Kredit innerhalb eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise innerhalb eines Jahres umschlägt. Dies bedeutet, dass der Saldo innerhalb dieser Periode in den Habenbereich zurückkehrt. Danach kann der Kredit wieder im Rahmen des vereinbarten Limits in Anspruch genommen werden, wenn keine Kreditkündigung erfolgt ist. Sinn dieser Regelung ist es, ein sogenanntes Einfrieren des Dispokredits zu verhindern. Damit ist gemeint, dass eine unerwünschte langfristige Inanspruchnahme des Kredits vermieden werden soll.

    Beendigung des Kreditverhältnisses

    Ein an ein bestehendes Girokonto gebundener Dispokredit wird in der Regel unbefristet eingeräumt und kann nach periodischer Rückführung stets erneut ausgeschöpft werden. Bei einem solchen Kredit ist der Darlehensgeber berechtigt, die Krediteinräumung durch Kündigung der Darlehensabrede zu beenden. In diesem Zusammenhang räumt die Bank oder Sparkasse ihrem Kunden eine angemessene Frist zur Ausgleichung des Sollsaldos ein und lässt danach erneute Verfügungen nicht mehr zu. Aus wichtigem Grund kann auch eine fristlose Kündigung des Dispositionskredits erfolgen. Eine solcher Kündigungsgrund liegt insbesondere bei vertragswidrigen Verfügungen des Kunden und bei Nichteinhaltung von Rückzahlungsvereinbarungen sowie dann vor, wenn der Kunde in Vermögensverfall geraten ist. Viele Kreditinstitute überprüfen periodisch wiederkehrend die Bonität ihrer Kunden, denen sie einen Dispositionskredit eingeräumt haben und reagieren auf das Ergebnis ihrer Recherche, indem sie den Verfügungsrahmen des Kunden ausdehnen, beibehalten oder einschränken. Ergibt die Überprüfung der Bonität Anhaltspunkte für den Eintritt einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kunden, macht das Kreditinstitut meist von seinem Recht zur fristlosen Kündigung Gebrauch. Existiert für den Dispokredit von vornherein eine Befristung, so endet die Befugnis des Kunden zur Inanspruchnahme des Kreditrahmens automatisch mit dem Ende der Frist, ohne dass es einer gesonderten Kündigung bedarf. Der Kunde muss in diesem Falle innerhalb dieser Frist für einen Kontoausgleich sorgen. Erfolgt eine Kündigung, so ist diese regelmäßig mit einer Fälligstellung der offenen Kreditschuld und mit der Setzung einer Frist zum Kontoausgleich verbunden. In einigen Fällen räumt das Kreditinstitut dem Kunden stillschweigend die Möglichkeit ein, trotz Ablaufs der Kreditlaufzeit den einmal eingeräumten Kreditrahmen ganz oder teilweise weiter zu nutzen. Dann ist der Rückzahlungsanspruch nicht mehr fällig und der Kunde darf den Verfügungsrahmen bis zu einer eventuellen erneuten Kündigung weiter nutzen. Zumeist fordern Kreditinstitute nach Ablauf der Frist für die Kreditinanspruchnahme eine vollständige Rückführung des Kreditsaldos, wenn es nicht zu einer ausdrücklichen Verlängerung der Kreditlaufzeit kommt, die als Prolongation bezeichnet wird.

    Verlängerung der Kreditlaufzeit

    Ist absehbar, dass der Inhaber eines Kontos, auf dem ihm ein Dispositionskredit eingeräumt wurde, dieses Darlehen nicht zum Ende der vereinbarten Kreditlaufzeit zurückführen kann, bietet sich die Möglichkeit an, eine Verlängerung der Laufzeit des Darlehens auszuhandeln. Eine solche Prolongation stellt die auf einer Vereinbarung zwischen den Kreditparteien beruhende Verlängerung der Kreditlaufzeit dar, die unbefristet oder unter Setzung einer neuen Zahlungsfrist abgeschlossen werden kann. Die Prolongation stellt eine Vertragsänderung dar, die durch Angebot und Annahme zustande kommt. Dabei geht das Angebot von der Vertragspartei auf, die die Verlängerung der Kreditlaufzeit wünscht oder von sich aus einräumt. Mit der Änderung der Kreditlaufzeit ist meist zugleich eine Änderung der Zinskonditionen verbunden. Wenn der ursprüngliche Kredit schriftlich vereinbart wurde, bedarf meist auch die Verlängerung des Darlehens derselben Form. Ist für das Ausgangsdarlehen eine Zinsbindungsfrist vereinbart, wird diese im Rahmen der Prolongation meist erneuert.

    Bemessung des Dispokredits

    Ein Dispokredit versteht sich als auf einem Girokonto eingeräumte Überziehungsmöglichkeit für Privatkunden, der im Wesentlichen im Rahmen des unbaren Zahlungsverkehrs genutzt wird. Die Höhe des eingeräumten Kreditrahmens bestimmt sich zum einen nach der persönlichen Bonität des Bankkunden, die sich wiederum aus dem Scoringwert ergibt, den das Kreditinstitut im Rahmen der Schufaanfrage erfährt, die häufig der Gewährung eines Dispokredits vorausgeht. Zum anderen orientiert sich die Höhe des Verfügungsrahmens beim Dispositionskredit an den regelmäßigen Geldeingängen, die auf dem Girokonto des Kunden zu verzeichnen sind. Meist wird der Kreditrahmen auf das Zwei- oder Dreifache des durchschnittlichen monatlichen Geldeingangs festgesetzt. Einige Kreditinstitute sind auch bereit, das Vierfache der regelmäßigen monatlichen Geldeingänge als Dispokredit einzuräumen. In der Regel setzen Banken und Sparkassen das Kreditlimit einseitig fest. Wünscht ein Kunde einen höheren Dispositionskredit, kann er mit dem Kreditinstitut hierüber verhandeln. Eine Erhöhung des Dispokredits wird in der Regel von einer aktuellen Bonitätsauskunft abhängig gemacht, wenn nicht eine deutliche Erhöhung der regelmäßigen Geldeingänge nachhaltig festgestellt werden kann.

    Verwaltung und Abrechnung

    Der Dispokredit wird auf einem bestehenden oder neu eingerichteten Girokonto eingerichtet. Über dieses Kreditrahmen kann der Kunde im Wege von Barabhebungen, Überweisungsaufträgen und Lastschriften verfügen. Die Verbuchung der Verfügungen erfolgt auf dem Girokonto. Auch Einzahlungen und Gutschriften, die zur Rückführung des Kreditsaldos dienen, werden über dieses Girokonto verrechnet. Damit entfällt zusätzlicher Kosten- und Verwaltungsaufwand. Über die den Dispositionskredit betreffenden Buchungsvorgänge wird periodisch, meist monatlich oder vierteljährlich, abgerechnet. Dabei werden dem Girokonto auch die aufgelaufenen Dispozinsen für den abgerechneten Zeitraum belastet.

    Pfändbarkeit

    In manchen Fällen versuchen Gläubiger des Kreditschuldners, dessen Anspruch auf Auszahlung der verfügbaren Kreditsumme bis zum Erreichen des Limits zu pfänden. Eine solche Pfändung erfasst nur den noch nicht in Anspruch genommenen Teils der im Rahmen der Krediteinräumung bereitgestellten Summe. Die Pfändung greift in der Regel nur, wenn der Kunde diese freien Teile der Darlehenssumme abruft, also eine Barabhebung oder eine Überweisung zu Lasten des Verfügungsrahmens vornimmt. Trifft der Kunde keine eigene Verfügung, so wird der Anspruch auf Auszahlung der verfügbaren Darlehenssumme nicht fällig. Der Gläubiger, der einen entsprechenden Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirkt hat, erwirbt mit diesem auch einen Anspruch auf Auskehrung der freien Darlehensvaluta, sodass eine Abrufhandlung des Kreditnehmers nicht mehr erforderlich ist. In vielen Fällen scheitert die Auszahlung der verfügbaren Darlehenssumme an den pfändenden Gläubiger daran, dass das Kreditinstitut bei Kenntnis von Vollstreckungshandlungen gegen den Schuldner des Dispokredits von seinem Recht zur außerordentlichen Kreditkündigung Gebrauch macht, das ihm nach seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zusteht.

    Abrufkredit

    Unter einem Abrufkredit wird die Einräumung eines Kreditrahmens verstanden, den eine Bank oder Sparkasse einem Privat- oder Geschäftskunden auf einem meist schon bestehenden Konto einräumt. Dabei handelt es sich in der Regel um ein in laufender Rechnung geführtes Privat- oder Geschäftskonto. Ein solcher Abrufkredit, den Kreditinstitute häufig als Alternative zum Ratenkredit anbieten, wird dergestalt vereinbart, dass eine Bank oder Sparkasse ihrem Kunden einen Verfügungsrahmen bereitstellt, innerhalb dessen dieser über ein etwaiges Guthaben hinaus sein Konto belasten kann. Dabei kann die zur Verfügung gestellte Kreditvaluta ganz oder teilweise, meist in beliebigen, manchmal auch in festgelegten Tranchen abgerufen werden. Kennzeichnend für den Abrufkredit ist es, dass dieser in der Regel in monatlichen oder vierteljährlichen Raten zurückgeführt werden muss, sodass am Ende der vereinbarten Laufzeit eine volle Tilgung stattgefunden hat. Innerhalb der Laufzeit ist jedoch meist eine erneute Inanspruchnahme der freien Kreditvaluta möglich. Der Abruf des Kredits findet meist mittels besonderer Vordrucke statt, die oft Bezeichnungen wie „Abrufscheck“ oder „Anforderungsscheck“ tragen. Das Formular wird vom Kunden beim Kreditinstitut eingereicht. Daraufhin wird die angeforderte Summe von der jeweiligen Bank oder Sparkasse auf einem laufenden Konto des Kunden, meist dem auch sonst von diesem genutzten Girokonto, verbucht. Der Kunde kann auf diese Weise meist innerhalb eines Tages über den angeforderten Betrag verfügen. Für Abrufkredite gibt es meist eine feste Laufzeit. Es existieren jedoch auch Vertragsgestaltungen, die eine unbefristete Kreditgewährung vorsehen. In solchen Fällen gibt es meist Kündigungsregeln für den Fall einer Vertragsbeendigung. Dabei gelten gleiche Fristen für beide Vertragsparteien bei fristgemäßen Kündigungen, während bei fristlosen Kreditkündigungen von Seiten der Bank oder Sparkasse die für den Kontokorrentkredit geltenden Regeln über das Vorliegen eines wichtigen Grundes Anwendung finden. Der Vorteil eines Abrufs liegt in seiner schnellen, unbürokratisch organisierten Verfügbarkeit und in der flexiblen Verhandelbarkeit der Konditionen. Die Zinsbelastung ist zumeist etwas oberhalb des klassischen Ratenkredits anzusetzen, liegt jedoch oft deutlich niedriger als beim herkömmlichen Dispositionskredit. Zinsänderungen finden in der Regel entsprechend der Entwicklung des Marktzinses statt, wobei die Abrechnung monatlich oder vierteljährlich über das Girokonto des Kunden stattfindet. Nur in seltenen Fällen wird parallel zum Girokonto ein separates Kreditkonto für den Abrufkredit geführt, über das die Aus- und Rückzahlung der Darlehensvaluta und die Belastung der aufgelaufenen Zinsen stattfinden. Vor Einräumung eines Abrufkredits erfolgt regelmäßig eines Bonitätsprüfung mit Schufaabfrage. Meist ist ein Abrufkredit ein Blankokredit, sodass eine gesonderte Besicherung meist nicht stattfindet.

    Rahmenkredit

    Ein Rahmenkredit ist ein Darlehen, das eine Bank oder Sparkasse einem Kunden unbefristet oder für einen bestimmten Zeitraum mit einer festen Obergrenze einräumt. In der Regel wird ein Rahmenkredit an Unternehmen oder Freiberufler vergeben, die laufend Kredit in unterschiedlicher Höhe in Anspruch nehmen. Der Sinn eines Rahmenkredits liegt darin, dass eine Bonitätsprüfung meist nur bei Begründung des Darlehensverhältnisses stattfindet, sodass während der laufenden Geschäftsbedienung nicht stets erneut ein zeitaufwändiges Bewilligungsverfahren stattfinden muss. Der Kunde profitiert von kurzen Bearbeitungszeiten und unbürokratischen Abwicklungsprozessen, da der Rahmenkredit meist unmittelbar auf einem ohnehin bestehenden oder zu diesem Zweck eingerichteten Girokonto eingerichtet wird. Häufig wird ein Rahmenkredit unbefristet gewährt. In der Regel kann der ungekündigte Rahmenkredit stets erneut bis zum vereinbarten Limit in Anspruch genommen werden, auch wenn zwischenzeitlich aufgrund einer Ratenzahlungsvereinbarung bereits Teilrückzahlungen stattgefunden haben. Ein Rahmenkredit ist immer dann von Vorteil, wenn feststeht, dass ein Kreditkunde über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder einen Finanzierungsbedarf in absehbarer Höhe haben wird. In der Regel spricht die flexible, schnelle und unbürokratische Handhabung der Darlehensauszahlung für einen Rahmenkredit, wenn der Kunde bereit ist, den meist oberhalb des Zinssatzes für klassische Ratenkredite liegenden Darlehenszins zu akzeptieren und das Risiko der variablen Verzinsung zu tragen.

    Betriebsmittelkredit

    Als Betriebsmittelkredit wird ein Dispokredit für Unternehmer bezeichnet, der meist zur Überbrückung kurz- oder mittelfristiger Liquiditätsengpässe dient. Betriebsmittelkredite werden meist aufgrund eines gesonderten Darlehensvertrages gewährt, der Regeln über die Kredithöhe, die Zinsberechnung, eine bestimmte Laufzeit und die Rückzahlungsmodalitäten enthält. Der Betriebsmittelkredit wird meist zweckgebunden vergeben, sodass die Darlehensvaluta nur für Belange des Unternehmens, etwa für den Kauf von Rohstoffen, Handelswaren oder Investitionsgütern, verwendet werden darf. Bestimmte Betriebsmittelkredite werden zu besonders günstigen Konditionen als Förderkredite vergeben. Wer ein solches Darlehen in Anspruch nehmen möchte, unterliegt meist einer erweiterten Bonitätsprüfung. In der Regel können nur Unternehmen, die bereits mehrere Jahre lang erfolgreich aktiv sind und nachhaltig einen bestimmten Mindestumsatz erzielen, auf einen geförderten Betriebsmittelkredit zurückgreifen. Ansonsten unterliegen Betriebsmittelkredite einer marktüblichen Verzinsung, deren Höhe sich an der Bonität des Kreditnehmers und der Qualität verfügbarer Sicherheiten orientiert.

    Zwischenkredit

    Als Zwischenkredit wird ein Darlehen bezeichnet, das als kurzfristiger Überbrückungskredit eingesetzt wird, bis ein bereits beantragter längerfristiger endgültiger Kredit ausgezahlt wird, bei dem noch nicht alle Bewilligungsvoraussetzungen vorliegen. Diese Form des Darlehens eignet sich daher zur Vorfinanzierung, wenn eine Verbindlichkeit kurzfristig abgedeckt werden muss, die aus der Valuta eines erwarteten langfristigen Darlehens oder aus Eigenmitteln noch nicht bedient werden kann. Häufig wird ein Zwischenkredit bei der Immobilienfinanzierung genutzt, wenn künftig eine langfristige Finanzierung aus einem Bauspardarlehen oder einem anderen Kredit stattfinden soll, bei dem jedoch die Voraussetzungen für eine Auszahlung noch nicht vorliegen. Das kann dann der Fall sein, wenn ein Bauspardarlehen noch nicht zuteilungsreif ist. Ein Zwischenkredit bietet sich auch an, wenn ein langfristiger Kredit noch nicht ausgezahlt werden kann, weil ein Grundstück noch nicht auf den künftigen Darlehensnehmer umgeschrieben worden ist. In solchen Fällen scheitert die Auszahlung des langfristigen Kredits vorläufig noch daran, dass dessen Besicherung mit einem Grundpfandrecht noch nicht erfolgen kann, weil dieses noch nicht eintragungsfähig ist. In anderen Fällen wird ein Zwischenkredit erforderlich, weil noch eine Einwertung des zu erwerbenden Grundstücks fehlt, da noch kein Gutachten über die Höhe des Beleihungswerts vorliegt. Ein Zwischenkredit ist in der Regel zweckgebunden und wird meist nur für wenige Monate ausgereicht. Die Höhe der Verzinsung folgt meist den Regeln, die auch für das künftige langfristige Darlehen gelten. Eine Ablösung des oft auf einem laufenden Kontokorrentkonto bereitgestellten Darlehens erfolgt meist automatisch durch die Valuta aus dem in Aussicht stehenden Darlehen. Der Vorteil eines Zwischenkredits liegt darin, dass er tilgungsfrei ist und Zinsen nur für die Zwischenraten anfallen, die bis zur Ablösung durch den langfristigen Kredit gezahlt werden müssen. Allerdings werden Zinsen bei der Vorfinanzierung eines Bauspardarlehens auch für den bereits angesparten Teil des Bauspardarlehens fällig.

    Saisonkredit

    Ein Saisonkredit ist eine besondere Form des kurzfristigen, häufig zweckgebundenen Darlehens, das Unternehmern und anderen Selbständigen zur Überbrückung eines jahreszeitlich bedingten erhöhten Geldbedarfs gewährt wird. In der Regel wird ein Saisonkredit im Rahmen einer laufenden Geschäftsbeziehung als Kreditlinie auf einem Kontokorrentkonto eingeräumt. Ein Saisonkredit wird meist dann benötigt, wenn ein Unternehmen starken Schwankungen bei seinem Geldbedarf und seinen Zahlungseingängen unterliegt. Eine wichtige Rolle spielt der Saisonkredit in der Landwirtschaft, wo er für die Beschaffung von Saatgut und zur Bezahlung von Erntehelfern benötigt wird, bevor er meist im selben Jahr aus den Erlösen der Ernte getilgt wird. Der Saisonkredit wird meist für drei bis neun Monate von Unternehmen mit stark schwankender Erlösstruktur benötigt. Die Rückzahlung erfolgt aus den planmäßig zu einem voraussehbaren späteren Zeitraum anfallenden Erlösen aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Eine Vereinbarung über einen Saisonkredit enthält stets Regeln über die Höhe der Kreditsumme, die Laufzeit, die Zinshöhe und die Rückzahlungsmodalitäten. Vielfach sind besondere Sicherheiten, etwa in Form der Abtretung künftiger Erlösansprüche oder der Sicherungsübereignung werthaltiger Maschinen oder Fahrzeuge, zu stellen. Außerdem wird ein Saisonkredit meist nur Geschäftskunden mit geprüft guter Bonität im Rahmen einer bereits bestehenden Geschäftsbeziehung gewährt.

    Wozu sich Kontokorrentkredite eignen

    Je nachdem, ob er von einem Privat- oder Geschäftskunden in Anspruch genommen wird, eignet sich ein Kontokorrentkredit für unterschiedliche Bedürfnisse. Beim Privatkunden steht der klassische Dispokredit im Vordergrund, der eine kurzfristige Erweiterung des Liquiditätsspielraums bietet. Unternehmen, Selbständige und Freiberufler setzen den Kontokorrentkredit meist in Form eines Rahmen- oder Saisonkredits ein, um einen vorübergehend erhöhten Geldbedarf unbürokratisch und schnell abdecken zu können, ohne sich stets erneut auf langwierige Kreditprüfungen einlassen zu müssen. Während der Dispokredit bei Privatpersonen meist zur Finanzierung konsumtiver Ausgaben dient, setzen Selbständige und Freiberufler einen Kontokorrentkredit häufig im Rahmen einer langfristigen Finanzierungsstrategie ein, um sich ein flexibles Element im Rahmen ihrer Verbindlichkeiten zu erhalten.

    Privatpersonen

    Für Privatkunden bietet der Kontokorrentkredit meist in Form des Dispositionskredits oder Abrufkredits den Vorteil einer flexiblen Kreditschöpfung für einen überschaubaren Zeitraum. Meist lässt sich ein Dispokredit einsetzen, wenn kurzfristige Zahlungen anstehen, die anderweitig nicht zu leisten sind. Oft spielen hier Sondersituationen wie die Abdeckung der Betriebskostenschuld eines Mieters oder die Finanzierung einer kostspieligen Autoreparatur eine Rolle. In manchen Fällen kann ein Kontokorrentkredit auch eingesetzt werden, wenn eine günstige Kaufgelegenheit ausgenutzt werden soll. Aufgrund der relativ hohen Zinsbelastung lohnt sich die Inanspruchnahme eines Dispositionskredits meist nicht auf längere Zeit. Hier ist es häufig sinnvoll, eine Umwandlung des Kontokorrentkredits in einen regulären Ratenkredit anzustreben. wenn absehbar ist, dass eine kurzfristige Rückführung des Dispos nicht möglich ist.

    Selbstständige und Freiberufler

    Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen einen Kontokorrentkredit meist zur flexiblen Gestaltung ihrer Kreditverbindlichkeiten. Meist tritt hier der Kontokorrentkredit neben andere, bereits bestehende mittel- und langfristige Darlehensverbindlichkeiten und wird zum Ausgleich von im Jahresverlauf stattfindenden Erlösschwankungen eingesetzt. Viele Geschäftskunden lassen sich einen Rahmen- oder Abrufkredit einräumen, ohne diesen ganz oder auch nur teilweise in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall dient dieser Kredit lediglich der Absicherung des Unternehmens gegen plötzlich entstehende Zahlungsnotwendigkeiten. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wird der Reduzierung der Zinslast meist Priorität eingeräumt, sodass die meisten Firmenkunden bemüht sind, die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits auf ein Minimum zu beschränken und eingehende Zahlungen zur sofortigen Rückführung dieses Darlehens einzusetzen. In vielen Fällen dient der Kontokorrentkredit primär der Absicherung eines Unternehmens, um im Bedarfsfall flexibel und unbürokratisch auf einen kurzfristig entstehenden Geldbedarf schnell reagieren zu können. Insoweit lässt sich ein Kontokorrentkredit als ein flexibles Element in eine längerfristige Finanzierungsstrategie integrieren.

    Überbrückung von saisonalen Unregelmäßigkeiten

    Kontokorrentkredite eignen sich für juristische Personen wie Aktiengesellschaften und GmbHs, aber auch für Handelsgesellschaften, eingetragene Kaufleute und andere Unternehmen, sowie für Freiberufler, Landwirte und Weinbauern insbesondere dann, wenn sie Zeiten überbrücken müssen, in denen ein relativ hohem Investitionsbedarf verhältnismäßig geringen Einnahmen gegenübersteht. In solchen Fällen lässt sich ein rechtzeitig vereinbarter Kontokorrentkredit einsetzen, um diesen Zeitraum eines saisonal aufkommenden Geldbedarfs zu überbrücken. Lohnend ist ein solcher Kredit deshalb, weil im Regelfall kein langwieriges Bewilligungsverfahren mit einer entsprechend umfassenden Bonitätsprüfung erforderlich ist. Da diese Form des Kredits auf einen beschränkten Zeithorizont ausgerichtet ist, wird er meist nur mit kurzen Rückzahlungsfristen gewährt, sodass er oft wenige Monate nach erfolgter Rückzahlung erneut beantragt werden muss. Daher werden Saisonkredite oft durch langfristig eingeräumte oder sogar unbefristete Rahmenkredite ersetzt. Dies ist allerdings häufig mit regelmäßig wiederkehrenden Bonitätsprüfungen im Rahmen der Kreditüberwachung und oft auch mit einer höheren Verzinsung verbunden. Außerdem legen viele Kreditinstitute besonderen Wert auf verstärkte Sicherheiten, sodass die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit des Darlehensnehmers oft nicht unerheblich eingeschränkt wird.

    Kurzfristige Inanspruchnahme

    Ein Kontokorrentkredit wird vorwiegend in Anspruch genommen, um einen oft unvorhergesehenen oder periodisch wiederkehrenden kurzfristigen Geldbedarf abzudecken. Insbesondere der für Privatkunden eingeräumte Dispositionskredit wird üblicherweise in Anspruch genommen, um einen plötzlich auftretenden, vorübergehenden Geldbedarf zu befriedigen, den der Kunde nicht aus seinem laufenden Einkommen abdecken kann. Ein Dispositionskredit kann daher beispielsweise dann eingesetzt werden, wenn es um die Reparatur oder den Ersatz eines dringend benötigten Fahrzeugs bzw. eines unverzichtbaren Haushaltsgeräts geht. Auch unaufschiebbare Reparaturen am Haus oder Zahlungen für Betriebskostenabrechnungen und Jahresabrechnungen für Strom, Gas und Wasser werden oft über einen Dispositionskredit finanziert. Die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits ist dann sinnvoll, wenn absehbar ist, dass der Kredit nur kurzfristig benötigt wird. Dies ist in der Regel zu bejahen, wenn das Darlehen aus anderweitigen Einnahmen innerhalb von maximal einem Jahr zurückgezahlt werden kann. In diesem Falle ist die Inanspruchnahme eines Dispokredits trotz der damit verbundenen erheblichen Zinsbelastung vertretbar. Ist zu erkennen, dass eine kurzfristige Inanspruchnahme des Darlehens nicht ausreicht, ist statt eines Kontokorrentkredits ein Ratenkredit die bessere Alternative. Dies gilt besonders dann, wenn es um die Anschaffung eines hochwertigen und langlebigen Konsumguts wie eines Fahrzeugs oder einer Wohnungseinrichtung geht. Bei Selbstständigen, die im Rahmen ihres laufenden Geschäftsbetriebs ständig Kredit in Anspruch nehmen, eignet sich ein Kontokorrentkredit vor allem zum kurzfristigen Ausgleich erheblicher Schwankungen bei den Erlösen aus der Geschäftstätigkeit. In der Regel lohnt es sich für Unternehmen und Selbstständige, sich einen Kontokorrentkredit zumindest einräumen zu lassen, auch wenn dieser aktuell nicht benötigt wird. Viele Unternehmen nutzen ein solches Darlehen als sogenannten Kreditpuffer, der nur bei akutem Geldbedarf tatsächlich in Anspruch genommen wird. Insoweit ist ein solcher kurzfristig verfügbarer Kontokorrentkredit betriebswirtschaftlich sinnvoll, da damit eine flexible Reaktion auf einen akuten Geldbedarf möglich ist, ohne sich auf ein langwieriges Kreditbewilligungsverfahren mit ungewissem Ausgang einlassen zu müssen.

    Langfristige Inanspruchnahme

    Dagegen lohnt es sich in der Regel nicht, einen Kontokorrentkredit langfristig in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere für Privatpersonen, aber auch für Firmenkunden, die längerfristig eine Kreditlinie auf einem laufenden Konto eingeräumt bekommen haben. Die Zinsen für einen Dispokredit liegen zumeist rund doppelt so hoch wie der Marktzins für einen klassischen Ratenkredit, sodass insbesondere die Finanzierung von Anschaffungen über einen Dispositionskredit nicht empfehlenswert ist. Stattdessen sollte in solchen Fällen ein Ratenkredit vereinbart werden, auch wenn dazu eine neue Bonitätsprüfung und eventuell auch die Stellung zusätzlicher Sicherheiten erforderlich sind. Vielfach scheuen Privatkunden eine solche Bonitätsprüfung und meinen, sich eine solche zu ersparen zu können, indem sie ihren Dispokredit ausschöpfen. Dies ist jedoch im Ergebnis nachteilig, da die langfristige Inanspruchnahme eines solchen Kontokorrentkredits wegen der hohen Zinslast oft zu einer deutlichen Verschlechterung der finanziellen Gesamtsituation führt. Auch für Firmenkunden ist die langfristige Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits meist wenig attraktiv. Auch wenn hier derartige Rahmenkredite oft deutlich günstiger als Dispositionskredite für Privatkunden sind, ist die Zinsbelastung noch immer erheblich höher als bei klassischen Geschäftsdarlehen, die ratierlich zurückgeführt werden. Der mit einem Kontokorrentkredit verbundene Vorteil, flexibel, schnell und unbürokratisch auf das Darlehen zugreifen zu können, wird auch bei Geschäftskunden mehr als aufgewogen durch den Nachteil der höheren Zinslast. Auch Unternehmen und Selbständige sind daher meist gut beraten. längerfristige Finanzierungen über einen klassischen Geschäftskredit vorzunehmen.

    Fazit

    Es handelt sich bei einem Dispo um ein variables Darlehen, für welche der Kreditgeber je nach Höhe und Dauer der Nutzung Zinsen verlangt. Grundsätzlich verlangen Banken für einen Dispositionskredit immer höhere Zinsen als für fest vereinbarte Finanzierungen. Doch die unterschiedlichen Zinssätze können täuschen. Schließt jemand zum Beispiel einen 2500 Euro Kredit über eine bestimmte Laufzeit ab, bindet er sich daran. Diese Person muss die Zinsen über die gesamte Laufzeit stemmen. Bei einem Dispokredit kann ein Kunde dagegen den Betrag von seinem Konto abheben, der Minusstand wird nicht dauerhaft diese Summe betragen. Nach dem Gehaltseingang dürfte sie deutlich niedriger ausfallen und erst im Laufe des Monats wieder steigen. Da die Zinsen bei einem Verfügungskredit immer tagesaktuell abgerechnet werden, muss ein Verbraucher damit nicht ständig den angegebenen Zinssatz auf die gesamte Kreditsumme zahlen. Das kann dazu führen, dass sich die Konditionen bei einem Dispokredit als vorteilhafter gegenüber anderen Finanzierungsarten herausstellen.

    Flexible und unkomplizierte Rückzahlung

    Es kommt hinzu, dass Kreditnehmer bei der Rückzahlung keinerlei Einschränkungen unterliegen. Verfügen sie über mehr Geld als geplant auf ihrem Konto, sinkt die Kreditsumme automatisch. Bei Festkrediten müssen Verbraucher dagegen Sondertilgungsrechte nutzen oder aber bei einer kompletten Auflösung die Kündigungsfrist abwarten. Die Flexibilität spricht in vielen Fällen für einen Dispokredit, allerdings nur bis zu bestimmten Kreditsummen. Erstens begrenzen Banken solche Kreditlinien auf einen gewissen Betrag, zweitens benötigen Verbraucher bei größeren Investitionen Planungssicherheit hinsichtlich des Zinssatzes. Bei einem Dispo profitieren Kunden zwar zeitnah von einer Zinssenkung, andererseits können sie sich auch ohne Vorlaufzeit mit höheren Zinsen konfrontiert sehen.

    Höhe des gewährten Disposrahmens

    Verbraucher müssen aber zuerst eine Bank finden, die ihnen überhaupt einen Dispo gewährt. Beschäftigte mit regelmäßigem Einkommen dürften bei jedem Bankinstitut nach einer positiv abgeschlossenen Prüfung ihrer Bonität einen Kredit erhalten. Die Höhe variiert von Bank zu Bank, im Durchschnitt beträgt sie zwei bis drei Monatsgehälter. Schwerer an einen solchen Kredit kommen nur teilweise Arbeitende mit Niedriglohn, freiberuflich Tätige, Auszubildende und Studierende. Bei diesen Gruppen legen Banken höchst unterschiedliche Maßstäbe an. Manche richten problemlos eine Kreditlinie ein, auch wenn es sich um einen Kredit ohne Sicherheiten handelt. Andere Häuser verweigern in diesen Fällen einen Dispokredit. Deshalb sollten Interessierte bei einem Vergleich von Girokonten dieses Kriterium genau beachten.

    Zinssatz als Vergleichskriterium

    Haben sich Verbraucher grundsätzlich für einen Dispokredit entschieden, sollten sie die Bereitstellungszinsen für das Darlehen zwischen verschiedenen Banken vergleichen. Die Zinssätze differieren um mehrere Prozentsätze, was bei der Nutzung einer höheren Kreditlinie einen beträchtlichen Unterschied bedeutet. Ein Blick lohnt sich auch auf die Häufigkeit der Zinsabrechnung: Je öfter eine Bank Zinsen einfordert, desto mehr müssen Kunden aufgrund des Zinseszinseffekts zahlen.

    Grundsätzlich empfehlen sich Banken, die offen ihre Zinsen darlegen und diese am besten an einen Referenzwert wie die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank anlehnen. Zudem müssen Kunden aufpassen, dass sie ihren Kreditrahmen nicht überziehen. Manche Häuser tolerieren dies zwar, verlangen dann aber einen sogenannten Überziehungszinssatz, der häufig das Doppelte des Dispozinses beträgt.

  • Günstige Ratenkredite im Vergleich

    Mit einem Ratenkredit lassen sich auch Vorhaben umsetzen, die andernfalls nicht durchführbar wären. Schließlich verdient kaum ein Berufstätiger genug, um von seinen regelmäßigen Einkünften einen teuren Neuwagen oder gar eine Eigentumswohnung ohne die Hilfe einer Bank oder eines anderen Kreditgebers zu finanzieren. Mit einem Darlehen verteilt sich die Gesamtsumme auf überschaubare Raten, die auch Personen mit mittlerem oder sogar geringem Einkommen begleichen können, ohne an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit zu gelangen.

    Wie günstig die Konditionen für den Wunschkredit tatsächlich ausfallen oder ob es nicht bessere Alternativen zur Kreditaufnahme gäbe, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Allen voran der persönlichen und wirtschaftlichen Lebenssituation des Kreditnehmers sowie dem Verwendungszweck des Darlehens. Auch die konkrete Vertragsgestaltung beispielsweise in puncto Vorfälligkeitsentschädigung oder Restschuldversicherung, spielt hierbei eine wichtige Rolle und sollte beim Vergleich der unterschiedlichen Kreditangebote eingehend geprüft werden.

    Wie funktioniert ein Ratenkredit?

    Bei dieser Kreditart wird die aufgenommene Summe in einem Betrag an den Kreditnehmer ausgezahlt, wobei die Rückzahlung der Leihsumme plus der anfallenden Zinsen gemäß der vertraglich vereinbarten Konditionen in monatlichen oder vierteljährlichen Raten erfolgt. Die Höhe der Raten ist hierbei ebenfalls von Beginn an festgelegt und bleibt über die gesamte Laufzeit des Vertrages gleich. Damit gehören die klassischen Ratenkredite zu den sogenannten Annuitätendarlehen und unterscheiden sich von Tilgungsdarlehen, bei denen Leihsumme und Zinsen jeweils getrennt voneinander zurückgezahlt werden.

    Praxisbeispiel: Ein Bankkunde nimmt ein Darlehen über 10.000 Euro auf. Der effektive Jahreszins beträgt 5,5 Prozent und die Laufzeit ist mit einer monatlichen Rate von rund 232 Euro auf vier Jahre festgelegt. Die Gesamtkosten des Darlehens belaufen sich auf knapp 11.134 Euro. Neben dem eigentlichen Darlehensbetrag muss der Kreditnehmer also Zinsen in Höhe von 1.134 Euro bezahlen. Am Ende des ersten Monats beträgt die Restschuld rund 9813 Euro. Mit der ersten Rate hat er daher rund 187 Euro getilgt und knapp 45 Euro Zinsen bezahlt. Die verbleibenden 9813 Euro werden wiederum zu 5,5 Prozent verzinst. Daher kann der Kreditnehmer mit seiner zweiten Monatsrate bereits 188 Euro tilgen und zahlt noch 44 Euro Zinsen. Dieser Prozess setzt sich über die gesamte Laufzeit fort, bis der Bankkunde mit seiner finalen Rate die letzten 231 Euro tilgt, nur noch 1 Euro Zinsen bezahlt und das Darlehen vollständig abgelöst hat.

    Ratenkredite vergleichen

    Jeder Ratenkredit geht mit bestimmten Rahmenbedingungen einher, die von der Bank im Vorfeld festgelegt werden. Dazu gehört beispielsweise die Höhe der möglichen Leihsumme oder die maximale Vertragslaufzeit. Diese Faktoren kann der Kunde im vorgegebenen Rahmen mitbestimmen. Optional ist auch der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung für den Todesfall oder die Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers. Den endgültigen Zinssatz hingegen bestimmt die Bank. Je höher sie ihr Ausfallrisiko in Bezug auf das Einkommen, die Zahlungshistorie und vorhandene Sicherheiten des Kunden einschätzt, desto höher fällt er aus. Fix hingegen sind die Rückzahlungs- und Auszahlungsmodalitäten.

    Darlehenssumme

    Viele Banken verleihen ihr Geld erst ab einer Darlehenssumme von 2000 Euro aufwärts, weil Risiko und verwaltungstechnischer Aufwand andernfalls in keinem rentablen Verhältnis zum Gewinn stünden. Bei Beträgen, die unterhalb dieser Summe liegen, spricht man von Mikro- oder Minikrediten, für die entsprechend kurze Laufzeiten von wenigen Tagen bis hin zu einem Jahr vorgesehen sind. Eine Obergrenze für Ratenkredite gibt es in diesem Sinne nicht. Erfolgreiche Unternehmen können beispielsweise Darlehen im Umfang von mehreren Millionen Euro aufnehmen, um neue Maschinen zu beschaffen oder ganze Industrieanlagen zu bauen. Privatpersonen nehmen die größten Beträge typischerweise im Rahmen einer Baufinanzierung oder beim Kauf einer Eigentumswohnung auf.

    Minikredite, deren Darlehenssumme weniger als 1000 Euro beträgt, werden nur selten vom klassischen Geldinstitut vergeben. Es gibt allerdings verschiedene Anbieter, die sich auf sogenannte Blitzkredite ab einer Darlehenssumme von etwa 200 Euro, spezialisiert haben. Auch wenn es sich dabei um besonders kleine Beträge handelt, sind Minikredite nicht zwangsläufig günstiger als große Darlehen. In der Praxis ist sogar häufig das Gegenteil der Fall. Alternativen dazu wären beispielsweise der Dispokredit, ein Rahmenkredit oder je nach Verwendungszweck eine Händlerfinanzierung.

    Zinsen

    Für die Bereitstellung des Darlehens verlangt die Bank einen Zins, den der Kreditnehmer zusätzlich zur Leihsumme zurückzahlen muss. Je nach Kreditart kann der Zins über die gesamte Laufzeit derselbe sein oder aber den üblichen Marktschwankungen entsprechend variieren. Ratenkredite, für die ein bestimmter Zinssatz festgeschrieben wird, sind sogenannte Festzinsdarlehen, die in Form gleichbleibend hoher Raten zurückgezahlt werden. Nichtsdestotrotz setzt sich die Monatsrate aus zwei verschiedenen Komponenenten zusammen: dem Tilgungsanteil, mit dem nur die tatsächliche Leihsumme zurückgezahlt wird und dem Zinsanteil, mit dem die anfallenden Gebühren beglichen werden. Auch wenn die Rate selbst immer gleich hoch bleibt, verändert sich das Verhältnis beider Komponenten zueinander. Schließlich wird der Zinsanteil stets auf die noch verbleibende Restschuld bezahlt. Nimmt diese ab, sinkt auch der Zins.

    Verfügbarkeit

    Ein Ratenkredit wird dem Bankkunden normalerweise ausbezahlt, sobald der Kreditantrag bewilligt wurde. Soll die Auszahlung zu einem späteren, vertraglich vereinbarten Zeitpunkt erfolgen, spricht man von Forward Darlehen, mit denen sich beispielsweise Bauherren aktuell günstige Zinsen für die Zukunft sichern können. Im Unterschied zu Abrufdarlehen oder Dispositionskrediten, bei denen der Bankkunde einen Verfügungsrahmen erhält, innerhalb dessen er größere oder kleinere Beträge ganz nach seinem eigenen Ermessen abheben kann, erfolgt die Auszahlung eines Ratenkredites immer in einem Betrag. Eine gestaffelte Auszahlung mehrerer Teilbeträge ist nicht vorgesehen.

    Sonderkosten

    Neben den vereinbarten Sollzinsen auf die Leihsumme muss der Kreditnehmer auch zusätzliche Kosten tragen, die von Bank zu Bank und abhängig von der jeweiligen Vertragsgestaltung unterschiedlich hoch ausfallen können. Dazu gehören typischerweise Bearbeitungskosten und andere Gebühren oder Provisionen, die das Kreditinstitut für die Einrichtung und Verwaltung des Darlehens berechnet. Wenn der Kreditvertrag zusammen mit einer Restschuldversicherung unterzeichnet wird, gehört auch die Versicherungsprämie zu den Kosten, die im Sollzins nicht enthalten sind. Derartige Sonderkosten können auch vermeintlich günstige Ratenkredite immens verteuern, wie es beispielsweise bei Null-Prozent-Finanzierungen manchmal der Fall ist.

    Effektiver Jahreszins

    Damit der Bankkunde bei alledem nicht den Überblick verliert, sind Banken gesetzlich verpflichtet sämtliche Faktoren, die den endgültigen Preis des Darlehens bestimmen, mit dem sogenannten effektiven Jahreszins anzugeben. Beim Vergleich unterschiedlicher Kreditangebote sollten Sie daher stets überprüfen, wie hoch dieser ausfällt. Je nach Anbieter ist der Effektivzins an nur wenig prominenter Stelle beispielsweise unter dem Nominalzinssatz angegeben. Vergleichsportale im Internet hingegen stellen die infrage kommenden Kredite vereinheitlicht dar. Sie sortieren ihre Ergebnisse nicht nach dem Sollzins, sondern danach, wie hoch der effektive Jahreszins ausfällt.

    Vorfälligkeitsentschädigung

    Wenn ein Kreditinstitut Geld verleiht, möchte es damit einen Gewinn erzielen, der durch die festgelegten Zinsen genau berechenbar ist und dementsprechend für die zukünftige wirtschaftliche Tätigkeit eingeplant wird. Durch die vertragsgemäße Rückzahlung des Darlehens ergibt sich daraus im besten Fall eine Win-win-Situation für Kunde und Bank. Möchte der Kunde das geliehene Geld jedoch früher zurückzahlen als vereinbart, etwa weil er eine Erbschaft in entsprechender Höhe oder einen günstigen Umschuldungskredit erhalten hat, mag das für ihn eine positive Situation sein. Der Bank hingegen gehen die Zinsen aus der verbleibenden Laufzeit des Darlehens verloren. Daher enthalten die meisten Kreditverträge eine Klausel zur sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung.

    Kosten der Vorfälligkeit

    Soll der Ratenkredit vorzeitig abgelöst werden, muss der Kunde die Bank für diesen sogenannten Margen- oder Refinanzierungsschaden entschädigen. Die Höhe der Ausgleichszahlung ist abhängig von dem Verwendungszweck des Darlehens und dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Für Ratenkredite, die nicht zum Zweck einer Baufinanzierung aufgenommen und vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, gilt einzig das, was im jeweiligen Vertrag festgehalten wurde. Bei später unterzeichneten Darlehen hingegen darf die Vorfälligkeitsentschädigung maximal 1 Prozent der Leihsumme betragen, wenn sich die Restlaufzeit des Vertrages auf 12 Monate oder mehr beläuft. Bei einer verbleibenden Laufzeit von weniger als 12 Monaten darf die Bank maximal 0,5 Prozent der Kreditsumme als Ausgleichszahlung verlangen.

    Sonderfall Baufinanzierung

    Komplizierter verhält es sich bei der vorzeitigen Rückzahlung eines Baudarlehens. In diesem Bereich gibt es nämlich keine verbindlichen Vorgaben vonseiten des Gesetzgebers, was die Höhe der Entschädigung betrifft. Zudem berechnen Geldinstitute die Ausgleichszahlung anhand so vieler Faktoren, beispielsweise der fiktiven Wiederanlage oder des genauen Datums der Rückzahlung, dass das endgültige Ergebnis für Laien kaum nachvollziehbar ist. Ein Umstand, den vor allem Verbraucherschutzverbände immer wieder kritisieren. Wer ein Baudarlehen vor Ende der Sollzinsbindung ablösen will, sollte daher rechtzeitig einen Fachmann zurate ziehen und genau prüfen, ob eine Kündigung für ihn tatsächlich günstiger als die vertragsgemäße Fortführung des Darlehens ist.

    Restschuldversicherung

    An der Frage, ob und in welchen Fällen der Abschluss einer Restschuldversicherung sinnvoll ist oder nicht, scheiden sich die Geister. Grundsätzlich ist sie dazu gedacht, den Kreditnehmer und dessen Angehörige abzusichern, wenn er aufgrund eines Unfalles arbeitsunfähig wird, seinen Job verliert oder vor der endgültigen Rückzahlung des Darlehens verstirbt. In diesem Fall sollen die ausstehenden Raten von der Restschuldversicherung übernommen werden. Tatsächlich sind die Fälle, in denen die Versicherung einspringt, bei vielen Policen jedoch genau definiert. So werden beispielsweise die Schulden von Kreditnehmern, die an bestimmten Vorerkrankungen litten oder nur befristet beschäftigt waren, von der Versicherung häufig nicht übernommen. Darüber hinaus kann eine Restschuldversicherung den Ratenkredit unverhältnismäßig verteuern.

    Besonders teuer wird die Risikoversicherung, wenn sie als Einmalbetrag fällig wird. Dieser wird nämlich der Leihsumme hinzuaddiert und dementsprechend verzinst. Verbraucher sollten in jedem Fall darauf achten, dass Kosten und Nutzen der Restschuldversicherung miteinander im Verhältnis stehen. Einen Kredit für wenige Tausend Euro mit einer Police abzusichern, die unverzinst gut und gerne die Hälfte der Leihsumme beträgt, ist Experten zufolgen wenig sinnvoll. Grundsätzlich jedoch ist das Kreditinstitut dazu verpflichtet, die Versicherungsprämie bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses zu berücksichtigen. Kunden sollten den vorgelegten Vertrag sorgfältig studieren. Gegebenenfalls ist eine separate Police besser geeignet, um die vertragsgemäße Rückzahlung des Darlehens zu gewährleisten.

    Vorsicht bei Ratenkrediten ohne Bonitätsprüfung

    Die Anbieter von Ratenkrediten ohne Bonitätsprüfung wenden sich an Kunden, die bei ihrer Hausbank keinen Kredit mehr erhalten. Etwa, weil ihre Schufa-Auskunft negativ ausfällt oder sie keine festen, ausreichend hohen Einkünfte nachweisen können. Bei den Anbietern Schufa-freier Darlehen handelt es sich meist um Kreditvermittler, die den potenziellen Kreditnehmer zur Unterzeichnung diverser anderer Verträge bewegen wollen. Gängig sind beispielsweise Sparprodukte wie Lebensversicherungen, mit deren Abschluss der Kunde seine Kreditwürdigkeit angeblich verbessern könne. Tatsächlich aber kassiert der Vermittler für jede Unterschrift eine Provision. Interessenten sollten also gut abwägen, ob sich sich in ihrer ohnehin schwierigen Situation mit zusätzlichen Beitragszahlungen belasten wollen.

    Die wenigsten Banken, die bereit sind Kunden mit schlechter Bonität ein Darlehen zu gewähren, verzichten nicht auf die Bonitätsprüfung. Vor allem, wenn es sich bei ihnen um in Deutschland ansässige Kreditinstitute handelt, wird die Schufa-Auskunft des Bewerbers dennoch eingeholt. Entsprechende Werbung ist also häufig irreführend und meint vielmehr, dass schlechte Bonität kein Ausschlusskriterium bei der Kreditvergabe ist. Bereits vorliegende Schulden oder andere in der Wirtschaftsauskunft vermerkten Abweichungen vom vereinbarten Zahlungsverhalten stellen für das Geldinstitut ein hohes Ausfallrisiko dar. Kredite, die ohne Überprüfung der Bonität vergeben werden, sind daher oft unverhältnismäßig teuer. Seriöse und günstige Ratenkredite ohne entsprechende Überprüfung gibt es nicht.

    Direkter Kreditvergleich auf Internetportalen

    Das Angebot an Ratenkrediten ist riesig. Da es neben den klassischen Filialbanken auch immer mehr Direktbanken gibt, die ihre Produktpalette ausschließlich über ihre Website anbieten, fällt es Kunden oft schwer, den Überblick zu behalten. Eine manuelle Auslese der geeigneten Kredite ist zudem umständlich und kostet unverhältnismäßig viel Zeit. Als Einstieg empfehlen sich daher Internetportale, die sich auf die Auswahl und den Vergleich günstiger Darlehen spezialisiert haben. Der Nutzer legt zunächst die Eckdaten seines Wunschkredites fest. Beispielsweise die genaue Leihsumme, die gewünschte Laufzeit oder auch die Höhe der einzelnen Monatsraten. Je nach Portal kann auch ein bestimmter Verwendungszweck angegeben werden. Beispielsweise der Autokauf, die Anschaffung neuer Möbel oder die Umschuldung anderer Darlehen.

    Daraufhin wird ihm eine Liste passender Produkte präsentiert, über die er sich im Anschluss genauer informieren kann. Für gewöhnlich wird das Ergebnis des Kreditvergleichs aufsteigend nach Zinshöhe der einzelnen Posten sortiert. Ganz oben in der Liste erscheint also das günstigste Angebot. Entsprechende Internetportale fragen jedoch nicht nach der Einkommenssituation oder gar der Zahlungshistorie des Nutzers. Bonitätsrelevante Faktoren, die entscheidend mitbeeinflussen, wie günstig ein Produkt letztlich ausfällt, werden beim Kreditvergleich nicht berücksichtigt. Den prominent hervorgehobenen Zinssatz erhalten schließlich nur Kunden mit ausgezeichneter Kreditwürdigkeit.

    Vorteile von Ratenkrediten

    Ratenkredite erweitern den eigenen finanziellen Spielraum um ein Vielfaches und ermöglichen die Anschaffung kostspieliger Konsumgüter, für die Verbraucher sonst über Monate oder gar Jahre hinweg sparen müssten. Kunden mit guter Bonität dürfen darüber hinaus mit guten Konditionen in Form günstiger Zinsen und dementsprechend geringen Mehrkosten rechnen. Dank zahlreicher, für sie infrage kommender Angebote haben sie die sprichwörtliche Qual der Wahl. Auch Unternehmer und Selbstständige profitieren von der schnell verfügbaren Finanzspritze. Ermöglicht sie ihnen doch die zeitgemäße und wettbewerbsorientierte Ausstattung ihres Betriebes. Wenn es sich bei dem Ratenkredit um ein nicht zweckgebundenes Darlehen handelt, kann der Kreditnehmer nach Auszahlung der Leihsumme außerdem selbst entscheiden, wofür er sie letztlich verwenden möchte.

    Schnell verfügbares Geld

    Für Verbraucher, deren Bonität durch etwaige Schulden nicht eingeschränkt wird, ist die Kreditaufnahme eine vergleichsweise unkomplizierte Angelegenheit, die je nach Kreditinstitut innerhalb weniger Tage oder gar Stunden abgewickelt wird. Vorausgesetzt natürlich, der Kunde hat den Kreditauftrag sorgfältig vorbereitet und die benötigten Unterlagen zur Hand. Dazu gehören in erster Linie Belege, die das eigene Einkommen über einen bestimmten Zeitraum hinweg dokumentieren. Die Bonitätsprüfung mittels Schufa-Abfrage nimmt das Kreditinstitut selbst vor. Bei Direktbanken ist außerdem ein Identitätsnachweis in Form einer Ausweiskopie nötig. Etwas Zeit sollten Kunden jedoch in die Vorauswahl und den Vergleich passender Kreditangebote investieren. Außerdem sind größere Projekte wie Baufinanzierungen generell beratungsintensiver als die Aufnahme eines Konsumkredits in Höhe von wenigen Tausend Euro.

    Besonders schnell erfolgt die Auszahlung bei Direktbanken, die sich auf die Vergabe von Sofortkrediten spezialisiert haben. Dank genormter Bewertungsverfahren können sie die Bonitätsprüfung innerhalb weniger Minuten abwickeln. Je nachdem, wie viel Zeit die Einreichung der geforderten Unterlagen und die notwendige Identitätsprüfung in Anspruch nimmt, vergehen zwischen der vorläufigen Kreditzusage und der Auszahlung des Wunschbetrages nur einige Werktage. Eine kürzere Bearbeitungszeit haben nur Kredite mit Blitzüberweisung, die innerhalb von 24 Stunden oder weniger ausgezahlt werden. Bei ihnen handelt es sich allerdings um sogenannte Minidarlehen, deren Höchstsumme normalerweise auf einige Hundert Euro beschränkt ist.

    Mehr Flexibilität für Investitionen

    Für Selbstständige sind Ratenkredite oft die einzige Möglichkeit, um ihr Unternehmen überhaupt in Gang zu bringen. Die Anschaffung geeigneter Maschinen, Büromöbel oder Computer kostet schließlich weit mehr, als ein Jungunternehmer aus eigener Tasche bezahlen kann. Selbstständige haben bei Kreditinstituten aufgrund ihrer unsicheren wirtschaftlichen Situation oft schlechte Karten. Zumindest was Darlehen für den privaten Gebrauch betrifft. Einen Kredit für Existenzgründer können sie hingegen auch beantragen, wenn sie noch ganz am Anfang ihrer Tätigkeit stehen. Auch Unternehmer, die sich längst auf dem Markt etabliert haben, nehmen immer wieder sogenannte Investitionsdarlehen auf, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben und zugleich die Liquidität ihrer Firma zu erhalten.

    Günstige Konditionen bei guter Bonität

    Kreditnehmer, die ein angemessen hohes Einkommen beziehen, seit vielen Jahren beim selben Unternehmen angestellt oder verbeamtet sind und über die in Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa keine negativen Vermerke vorliegen, haben die besten Chancen auf günstige Konditionen für ihren Wunschkredit. Umso mehr, wenn sie beispielsweise die anstehende Baufinanzierung mit einem ordentlichen Anteil Eigenkapital unterfüttern oder anderweitige Sicherheiten einbringen können. Kreditinstitute prüfen die Bonität ihrer Kunden genau. Je besser es um diese bestellt ist, desto geringer schätzt die Bank ihr Risiko ein, das verliehene Geld zu verlieren. Daher werden solventen Kunden in jedem Fall günstigere Zinssätze angeboten als solchen, die finanziell weniger gut aufgestellt sind.

    Teure Anschaffungen werden ermöglicht

    Den Bau eines Eigenheims mit einem Griff in die Portokasse bezahlen zu können, bleibt für die meisten ein lebenslanger Wunschtraum. Mit einem Ratenkredit aber lassen sich Projekte realisieren, die das eigene Einkommen eigentlich übersteigen. Privatpersonen können sich mittels monatlicher Ratenzahlungen einen kostspieligen Neuwagen leisten oder ihre Wohnung neu einrichten. Unternehmern ermöglichen Ratenkredite beispielsweise die Finanzierung teurer Computertechnik oder neuer Betriebsanlagen, von denen der wirtschaftliche Erfolg der Firma maßgeblich abhängt. In Phasen niedriger Markzinsen profitieren Kreditnehmer sogar doppelt, da die Gesamtkosten des Darlehens durch die geringe Zinsbelastung in einem überschaubaren Rahmen bleiben.

    Nachteile von Ratenkrediten

    Ratenkredite sind in vielen Lebenslagen praktisch, bringen jedoch auch Nachteile mit sich. Insbesondere wenn es sich um Darlehen mit mehrjähriger Laufzeit handelt. Kann doch niemand mit Sicherheit sagen, wie seine finanzielle Situation in drei, fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Neben der Gefahr sich zu verschulden, zieht ein Ratenkredit allmonatliche finanzielle Belastungen nach sich, die häufig unterschätzt werden. Beispielsweise wenn die eigene Einnahmen- und Ausgabensituation nicht korrekt berechnet wurde. Dann muss sich der Kreditnehmer in seinem gewohnten Konsumverhalten plötzlich stark einschränken, um die Rate am Monatsende überhaupt begleichen zu können.

    Lange Laufzeiten bei unsicherer Zukunft

    Das Risiko sich mit einem Ratenkredit zu verschulden, steigt mit zunehmender Laufzeit und Darlehenssumme. Während der Mikrokredit über 3000 Euro innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden kann, läuft ein Baudarlehen zehn oder fünfzehn Jahre lang, ohne dass es danach vollständig getilgt wäre. Für die verbleibende Schuld muss also ein Folgekredit aufgenommen werden. Wie sich die Marktzinsen in diesem verhältnismäßig langen Zeitraum entwickeln, ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor, den Verbraucher im Vorfeld bedenken sollten. Ein Ratenkredit ist daher immer auch eine hoffnungsvolle Wette auf die Zukunft. Ob diese aufgeht, hängt jedoch von vielen Faktoren wie der persönlichen Gesundheit, der Stabilität des Arbeitsplatzes oder der Weltwirtschaftslage ab, auf die der Einzelne unter Umständen nur wenig Einfluss hat.

    Monatliche Belastung durch Zinsen

    Der Antrag auf einen Ratenkredit ist innerhalb weniger Minuten gestellt. Umso länger jedoch währt die finanzielle Belastung, die sich daraus ergibt. Denn die vereinbarten Raten müssen Monat für Monat abgezahlt werden, bei entsprechend großem Leihbetrag über Jahre hinweg. Anfallende Zinsen steigern Laufzeit und Gesamtkosten des Darlehens weiterhin. Wer auch ohne zusätzliche Belastungen kaum Geld zurücklegen kann, sollte von einer Kreditaufnahme eher Abstand nehmen. Selbst wenn die Monatsrate in den eigenen Haushaltsplan passt, kann doch immer noch die Waschmaschine kaputt gehen oder eine Rechnung ins Haus flattern, die man völlig vergessen hat. Als Verbraucher sollten Sie Ihr monatliches Budget für etwaige Ratenzahlungen daher lieber etwas zu knapp berechnen, sich um genügend Spielraum für unerwartete Ausgaben zu bewahren.

    Ratenkredite sind nicht kostenlos

    So praktisch Ratenkredite auch sind, umsonst gibt es nicht. Schließlich sind sie eine wichtige Einkommensquelle der Bankhäuser. Zwar werben Geldinstitute mit niedrigen Zinsen, doch zu diesen haben nicht alle Kunden in selbem Maße Zugang. Aufgrund der positiven Risikobewertung bei guter Bonität kommen nur zahlungskräftige Personen in den Genuss niedrig verzinster Kredite. Ob der endgültige Zinssatz für das angefragte Produkt wirklich so günstig ausfällt, wie geplant oder von der Werbung versprochen, sieht der Antragsteller daher erst nach Abschluss der Bonitätsprüfung.

    So oder so entstehen dem Kreditnehmer durch die Verzinsung des Darlehens Mehrkosten, die sich nicht in jedem Fall rentieren. Umso wichtiger ist es, den Kredit nicht überstürzt aufzunehmen, sondern die möglichen Optionen einem sorgfältigen Vergleich zu unterziehen und Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Das gilt vor allem bei reinen Konsumkrediten. Der Hausbau lässt sich ohne die finanzkräftige Unterstützung einer Bank vielleicht nicht realisieren, den Kaufpreis eines neuen Tablet-PCs oder eines Kleiderschrankes aber können auch Verbraucher ansparen, die nur wenig verdienen.

    Gefahr der Überschuldung

    Ratenkredite sind stark beworbene Produkte, mit denen Banken viel Geld verdienen. Das mag den einen oder anderen dazu verführen, dauerhaft über seine Verhältnisse zu leben. Doch nicht nur Verbraucher mit geringem Einkommen laufen Gefahr, die monatlichen Ratenzahlungen irgendwann nicht mehr begleichen zu können. Auch finanziell gut gestellten Personen droht die Überschuldung. Umso mehr, da sie zunächst gern gesehene Bankkunden sind, denen auch ein zweites oder drittes Darlehen bei entsprechender Einkommenshöhe relativ problemlos bewilligt wird. Treten dann jedoch unvorhergesehene Ereignisse ein, sind die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit schnell überschritten. Häufig sind es Scheidungen oder Schicksalsschläge wie der Tod eines nahen Angehörigen, eine schwere Erkrankung oder der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes, die die Schuldenspirale in Gang setzen.

    Schlechte Konditionen bei schlechter Bonität

    Verbraucher, die keine regelmäßigen Einkünfte aus einer beruflichen Tätigkeit beziehen oder deren bisheriges Zahlungsverhalten negativ in der Schufa-Auskunft vermerkt wurde, haben bei der Kreditvergabe kaum Chancen auf günstige Konditionen. Schließlich ist es im Bankwesen gang und gäbe, ein riskantes Kreditgeschäft mit entsprechend hohen Zinsen abzusichern. Kunden mit herabgesetzter Bonität zahlen also weitaus höhere Gesamtkosten als Personen mit hoher Kreditwürdigkeit. Allerdings bleibt auch hier ein gewisser Verhandlungsspielraum. Wenn der Antragsteller nämlich einen solventen Bürgen findet, an den sich die Bank im Falle unbeglichener Forderungen wenden kann.

    Manche Finanzdienstleister, bei denen es sich oft genug um unseriös wirtschaftende Kreditvermittler handelt, stellen Kunden trotz schlechter Bonität ein Darlehen in Aussicht, verlangen dafür aber den Abschluss einer sogenannten Kreditausfallversicherung bzw. Restschuldversicherung. Solche Policen kosten jedoch ihrerseits wieder Geld. Entweder in Form monatlicher Beitragszahlungen oder indem sie der Kreditsumme zugerechnet und dementsprechend verzinst werden, wodurch sich die Gesamtkosten abermals erhöhen. Wer ohnehin nur noch wenig finanziellen Spielraum hat, sollte von derartigen Angeboten daher lieber Abstand nehmen.

    Besonderheiten nach Verwendungszweck

    Die Aufnahme eines Ratenkredits kann aus ganz unterschiedlichen Gründen erfolgen. Zu den klassischen Verwendungszwecken zählen die Baufinanzierung, die Gründung eines Unternehmens und der Fahrzeugkauf auf Raten. Stark zugenommen haben jedoch auch die sogenannten Konsumkredite, mit denen sich Fernsehgeräte, Möbel oder Urlaubsreisen finanzieren lassen. Unter Umständen kann eine erneute Kreditaufnahme auch dann sinnvoll sein, wenn bereits laufende Darlehen zu hohen Zinsen abgeschlossen wurden oder der Dispo auf dem Girokonto restlos ausgereizt ist. Je nachdem, wofür Sie das geliehene Geld verwenden wollen, sollten Sie gewisse Besonderheiten in puncto Verfügbarkeit und Absicherung des Darlehens beachten.

    Kurzfristige Engpässe

    Ein kurzfristiger finanzieller Engpass kann entstehen, wenn beispielsweise eine teure Handwerkerrechnung bezahlt werden muss oder andere unerwartete Ausgaben anstehen, die das persönliche Budget sprengen. In solchen Situationen nutzen viele Verbraucher zunächst den Verfügungsrahmen auf ihrem Konto, um die zusätzlichen Forderungen fristgerecht ausgleichen zu können. Dabei ist der Dispokredit nur bedingt zur Überwindung finanzieller Durststrecken geeignet. Fallen für ihn doch teure Zinsen an. Verbraucher mit festem Gehalt und guter Bonität fahren oft günstiger, wenn sie zu diesem Zweck einen frei verfügbaren Ratenkredit aufnehmen, der mit ungleich niedrigeren Zinsen belastet ist als der Überziehungskredit auf dem Girokonto. Ist die missliche Finanzlage aufgrund negativer Schufa-Einträge bereits ersichtlich, lässt sich die Bank meist nur noch durch zusätzliche Sicherheiten wie eine Bürgschaft zur Kreditvergabe bewegen.

    Autofinanzierung

    Beim Autokredit handelt es sich um ein zweckgebundenes Darlehen, das entweder über die Bank des Händlers oder aber bei einem unabhängigen Kreditinstitut aufgenommen werden kann. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Barzahler erhalten beispielsweise Preisnachlässe, während Händlerbanken oft besonders günstige und flexible Kreditprodukte wie die 3-Wege-Finanzierung anbieten können. Im Unterschied zum frei verfügbaren Darlehen kann der Autokredit jedoch über das Anschaffungsobjekt selbst abgesichert werden. Sollte der Käufer also nicht mehr in der Lage sein, die monatlichen Raten zu begleichen, kann die Autobank das Fahrzeug wieder einziehen. Der Fahrzeugbrief wird dem Kreditnehmer daher erst ausgehändigt, wenn er seine Schuld vollständig beglichen hat. Bis dahin muss er sich mit einer Kopie der Besitzurkunde begnügen.

    Hausfinanzierung

    Darlehen im Rahmen einer Baufinanzierung sind der Klassiker unter den Ratenkrediten und gehen aufgrund ihres Umfangs und ihrer langen Laufzeit mit einigen Besonderheiten einher. Anders als beim Konsumkredit müssen Bauherren nämlich einen Teil der benötigten Summe als Eigenkapital einbringen. Finanzierungen ohne Eigenkapital sind zwar grundsätzlich möglich, gelten jedoch als besonders riskant. Prinzipiell sind die Anforderungen an den Kreditnehmer, was das Einkommen sowie die Stabilität des Arbeitsverhältnisses und der allgemeinen Lebenssituation betrifft, bei derart umfangreichen Krediten ungleich höher als bei niedrig dotierten Darlehen.

    Außerdem behält sich die Bank ein Grundpfandrecht vor, das bis zur vollständigen Ablösung des Darlehens ins Grundbuch eingetragen wird. Sollte der Kreditnehmer zahlungsunfähig werden, kann die Bank die betreffende Immobilie zwangsverwalten oder aber im Rahmen einer Zwangsversteigerung weiterverkaufen. Darüber hinaus sind Baudarlehen mit Ablauf der Sollzinsbindung meist nicht abgeschlossen. Der Kreditnehmer muss sich nach zehn, maximal fünfzehn Jahren um eine Anschlussfinanzierung kümmern, gegebenenfalls zu ungleich höheren Zinsen.

    Existenzgründung

    Existenzgründer und Jungunternehmer, deren Firma nicht länger als drei Jahre existiert, können zum Aufbau ihrer Selbstständigkeit spezielle Darlehen bei Förderbanken und Einrichtungen des Bundes und der Länder aufnehmen. Gründerdarlehen werden vom Staat subventioniert, weshalb sie mit besonders günstigen Zinsen einhergehen. Je nach Produkt und Anbieter ist zu Beginn der Laufzeit eine tilgungsfreie Periode vorgesehen, innerhalb derer nur die anfallenden Zinsen bezahlt werden müssen. Erst danach wird die aufgenommene Schuld in gleichbleibenden Raten getilgt. Außerdem ist ein Gründerkredit immer zweckgebunden. Dabei gibt der Kreditgeber vor, wie viel der aufgenommenen Summe beispielsweise für Betriebsmittel verwendet werden darf. Die Einbringung von Eigenkapital ist übrigens nicht in jedem Fall erforderlich und auch Personen, die bisher nur im Nebenerwerb selbstständig sind, können sich um einen Gründerkredit bewerben.

    Ratenkauf von Konsumgütern

    Zunehmender Beliebtheit unter Verbrauchern erfreuen sich sogenannte Konsumkredite. Dafür stehen zwei Varianten zur Auswahl. Entweder schließt der Kreditnehmer einen Vertrag mit der Händlerbank eines Versandhauses, Elektronikmarktes oder anderen Anbieters über die Finanzierung bestimmter Waren. Oder er erhält von einer Bank den gewünschten Betrag zur freien Verwendung, beispielsweise zur Anschaffung neuer Möbel oder Haushaltsgeräte. Konsumkredite sind ausschließlich privaten Verbrauchern vorbehalten. Je nach Anbieter und Bonität des Kunden liegt die mögliche Leihsumme zwischen 1000 und 50.000 Euro oder mehr. Frei verfügbare Darlehen im mittleren Bereich werden von allen Filialbanken und Direktanbietern vergeben. Ein Vergleich der unterschiedlichen Konditionen ist daher unerlässlich.

    Umschuldung teurer Kredite

    Einem ganz anderen Zweck hingegen dient die Aufnahme eines Kredites zur Umschuldung bereits bestehender Zahlungsverpflichtungen. Hierfür stehen dem Kreditnehmer zwei Wege offen. Entweder er nimmt ein frei verwendbares Darlehen auf, mit dem er beispielsweise den Verfügungsrahmen auf seinem Konto ausgleicht oder aber die Bank kümmert sich um die Ablösung der anderen Kredite. Eine Umschuldung lohnt sich beispielsweise bei teuren Überziehungskrediten oder wenn aktuell besonders günstige Angebote mit niedriger Zinsbelastung verfügbar sind. Dadurch vermindert sich nicht nur die Gesamtschuld. Auch der psychologische Effekt einer Umschuldung ist beachtlich, da der Kreditnehmer am Monatsende nur noch eine statt mehrerer Raten bedienen muss.

    Sonstige Verwendungszwecke

    Neben diesen häufig angeführten Gründen für eine Kreditaufnahme gibt es noch zahlreiche andere Vorhaben, die sich mit dem geliehenen Geld realisieren lassen. Ausbildungen und weiterbildende Seminare beispielsweise können mehrere Tausend Euro kosten, wenn sie von privaten Trägern angeboten und daher nicht staatlich gefördert werden. Auch Urlaubsreisen, insbesondere luxuriöse Kreuzfahrten oder Fernreisen, wie man sie vielleicht nur einmal im Leben unternimmt, lassen sich über die Händlerbank des Reiseanbieters finanzieren. Aufwendige Hochzeitsfeiern mit langer Gästeliste, die womöglich an einem besonderen Ort stattfinden sollen, sind für so manches Paar ebenfalls Anlass einen Ratenkredit aufzunehmen. Darüber hinaus gibt es im medizinisch-chirurgischen Bereich zahlreiche Eingriffe, die von den Kassen nicht übernommen werden, obwohl der Patient sie dringend wünscht. Dazu gehören beispielsweise Brust- oder Zahnkorrekturen, die für viele Verbraucher erst mit einem Darlehen finanzierbar werden.

    Alternativen zum Ratenkredit

    Ratenkredite gehen mit einer langfristigen finanziellen Verpflichtung einher. Bei entsprechend hoher Leihsumme bindet sich der Kreditnehmer über einen Zeitraum von mehreren Jahren an das jeweilige Geldinstitut. Verbraucher, deren berufliche Zukunft nicht gesichert ist, etwa weil sie noch in Ausbildung oder freiberuflich sind oder ganz einfach flexibel bleiben wollen, sollten sich daher nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen, die vielleicht besser zum eigenen Lebensentwurf und dem geplanten Vorhaben passen. Flexible Kredite sind beispielsweise der Dispositionskredit oder das Abrufdarlehen. Existenzgründer können staatliche Fördermittel beantragen und wer auf Nummer sicher gehen will, findet vielleicht am klassischen Sparen Gefallen.

    Klassisches Sparen

    Die Kosten für ein Traumhaus im Wert von mehreren Hunderttausend Euro lassen sich mit einem normalen Gehalt kaum ansparen. Oder aber verlangen vom Sparer sehr viel Geduld, da er seinen Wohntraum möglicherweise erst im Alter realisieren kann. Weniger kostspielige Wünsche hingegen, wie ein gut erhaltener Gebrauchtwagen oder ein hochwertiges Smartphone, können mit der regelmäßigen Rücklage eines kleinen Gehaltanteils durchaus realisiert werden. Vorausgesetzt natürlich, der Sparer hat ausreichend Disziplin und verdient mehr, als seine monatlichen Lebenshaltungskosten betragen. Idealerweise richten sich Sparer für ihre Rücklagen ein extra Konto ein, da beim stets verfügbaren Girokonto die Versuchung einmal mehr auszugeben als geplant, groß ist. Auch Tagesgeldkonten oder Sparpläne eignen sich zum schrittweisen Aufbau der beabsichtigen Summe.

    Geld im privaten Umfeld leihen

    Für Personen, die auf klassischem Weg keinen Ratenkredit erhalten, etwa weil sie zu wenig verdienen oder bereits negativ in der Schufa vermerkt sind, ist ein Privatdarlehen im Verwandten- oder Bekanntenkreis eine weitere Möglichkeit der Kreditaufnahme. Bei der es jedoch sowohl zwischenmenschliche als auch steuerrechtliche Aspekte zu beachten gilt. Vor allem, wenn Kreditnehmer und Geldgeber nicht miteinander verwandt sind und es sich um ein niedrig verzinstes oder gar zinsloses Darlehen handelt. Finanzämter interpretieren zinslose Kredite im privaten Umfeld nämlich gern als Schenkungen, für die im schlimmsten Fall hohe Steuernachzahlungen fällig werden.

    Wer plant sich von einer wohlhabenden Tante oder einem guten Freund eine Summe von 20.000 Euro oder mehr zu leihen, sollte sich daher frühzeitig mit den für das jeweilige Verwandtschaftsverhältnis geltenden Freibeträgen vertraut machen. Außerdem sei es jedem Kreditnehmer angeraten, die Rahmenbedingungen der privaten Geldleihe schriftlich zu fixieren. Ein ausführlicher Vertrag, der alle nötigen Informationen zur Höhe der Leihsumme, den vereinbarten Rückzahlungsmodalitäten, etwaigen Zinsen und der Laufzeit des Darlehens enthält, ist die einzige Möglichkeit um unangenehmen Missverständnisse und späteren Vorwürfen vorzubeugen.

    Mögliche Förderprogrammen nutzen

    Je nachdem, wofür die Leihsumme verwendet werden soll, lässt sich der Wunschkredit vielleicht auch über ein staatliches Förderprogramm realisieren. Existenzgründer beispielsweise können bei der Agentur für Arbeit einen Gründungszuschuss für die ersten neun Monate ihrer Selbstständigkeit beantragen. Auch die Förderbanken der Länder und die EU bezuschussen unter Umständen den Start in die Selbstständigkeit. Hausbesitzer und Wohnungseigentümer kommen ebenfalls in den Genuss staatlicher Unterstützung, vor allem im Zuge von Sanierungsmaßnahmen.

    Für Immobilienbesitzer, die das Geld für die energetische Sanierung ihres Ein- oder Mehrfamilienhauses benötigen, kommt beispielsweise ein Darlehen der Kfw-Bank infrage. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gebäude komplett saniert werden soll oder nur Einzelmaßnahmen vorgesehen sind. Voraussetzung ist jedoch, dass der Bauantrag für das betreffende Objekt bis 1995 oder früher gestellt wurde. Auch Umbauten, durch die eine Immobilie barrierefrei wird, können über die Kfw oder die Landesbanken der einzelnen Bundesländer finanziert werden, müssen dafür jedoch den aktuell geltenden Baunormen genügen.

    Dispositionskredit

    Mit einem Dispositionskredit hat der Kontoinhaber jederzeit Zugriff auf einen von der Bank festgelegten Verfügungsrahmen, den er bei Bedarf ausschöpfen kann. Anders als beim Ratenkredit gelten für den Dispo keine definierten Rückzahlungskonditionen. Es handelt sich bei ihm also um ein laufendes Darlehen ohne Zahlungsziel. Die Einrichtung eines Überziehungskredites kann der Bankkunde normalerweise mit dem ersten Gehaltseingang beantragen. An dessen Höhe bemisst sich auch der Verfügungsrahmen, wobei langjährige Kunden, die ihr Konto immer wieder ausgleichen, durchaus das Zwei- oder Dreifache ihres Monatseinkommens in Anspruch nehmen können.

    Die unbürokratische Bereitstellung dieses Kleindarlehens lässt sich das Kreditinstitut mit entsprechend hohen Zinsen vergüten. Der Dispo gehört also ohnehin nicht zu den günstigen Krediten, richtig teuer wird es allerdings, wenn der vereinbarte Verfügungsrahmen weiter überschritten wird. Für diese Überziehung müssen Kontoinhaber mit zusätzlichen Gebühren in Höhe von 17 Prozent oder mehr rechnen. Dispositionskredite eignen sich also kaum für langfristige Finanzierungen. Sie sind eher dazu gedacht, eine kurzfristige Durststrecke am Monatsende zu überbrücken oder eine unvorhergesehene Rechnung fristgerecht zu begleichen.

    Rahmenkredit

    Ähnlich wie beim Dispositionskredit handelt es sich beim Rahmenkredit um ein Darlehen, auf das der Kunde immer dann zugreifen kann, wenn er es braucht. Es wird daher auch häufig als Abrufkredit bezeichnet. Die Auszahlung der jeweils benötigten Summe erfolgt dabei über das Girokonto des Kunden. Je nach Bank und Bonität des Kunden kann der Verfügungsrahmen bis zu 25.000 Euro betragen. Die Mindestsumme für einen Rahmenkredit liegt bei den meisten Anbietern bei rund 2500 Euro aufwärts. Im Unterschied zum Ratenkredit gibt es für das Abrufdarlehen keine vertraglich vereinbarte Laufzeit und keine Zinsbindungsperiode. Die Zinsen sind variabel und richten sich nach dem allgemeinen Zinsniveau. Daher ist auch die Rückzahlung anders geregelt.

    Die meisten Banken erwarten von ihren Kunden eine monatliche Rückzahlung zwischen 2 und 5 Prozent der in Anspruch genommenen Summe. Beim Ratenkredit sind Sondertilgungen strengen Regeln unterworfen, was Höhe und Zeitpunkt der Zahlung betrifft. Beim Abrufkredit hingegen sind sie jederzeit möglich. Ob und wann der Kunde den Verfügungsrahmen vollständig ausgleicht, ist ihm selbst überlassen. Außerdem werden die Zinsen nur auf den Betrag fällig, den der Kunde tatsächlich abhebt. Er eignet sich also besonders für Kunden, die Flexibilität schätzen und das Geld nicht zu einem bestimmten Zweck benötigen. Was die Zinsen betrifft, sind Abrufdarlehen meist nicht ganz so günstig wie Ratenkredite, günstiger als viele Dispokredite allemal.

    Endfälliges Darlehen

    Endfällige Darlehen sind Kredite, bei denen die eigentliche Leihsumme am Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit in einem einzigen Betrag zurückgezahlt wird. Anders als beim Ratenkredit findet zuvor keine Tilgung der aufgenommenen Schuld statt, einzig die anfallenden Zinsen werden in monatlichen, zumeist gleichbleibend hohen Raten beglichen. Daher bezeichnet man sie auch als tilgungsfreie Darlehen. Besonders häufig werden sie im Rahmen einer Baufinanzierung abgeschlossen und eignen sich für Personen, die in absehbarer Zeit eine größere Summe etwa aus einer Erbschaft oder Versicherung erhalten, mit der sie die offene Forderung am Ende der Laufzeit begleichen können.

    In der Praxis wird das endfällige Darlehen daher gerne in Kombination mit einer Lebensversicherung oder einem anderen fondsbasierten Sparprodukt angeboten. Der Kreditnehmer zahlt also neben dem Zinsanteil seines Darlehens eine monatliche Prämie in den Sparvertrag seiner Wahl. Am Ende der Laufzeit soll die offene Leihsumme mit dem in der Lebensversicherung angesparten Vermögen beglichen werden. Damit geht jedoch ein gewisses Risiko einher. Wenn die Zinsen für den Kredit beispielsweise höher ausfallen als die vom Anlageprodukt erzielte Rendite. Reicht das Sparguthaben nicht aus, um das Darlehen bei Fälligkeit zu begleichen, muss der Kreditnehmer den fehlenden Betrag aus eigener Tasche bezahlen.

    Null-Prozent-Finanzierung

    Null-Prozent-Finanzierungen werden vor allem von Elektronikhändlern, Möbelhäusern oder Baumärkten angeboten, die sich davon die Steigerung ihrer Umsätze erhoffen. Werden mit dieser Form des Finanzkaufs doch auch Kunden angesprochen, die beispielsweise für ein ohnehin teures Fernsehgerät nicht auch noch zusätzliche Kosten in Form von Zinsen bezahlen wollen. Für Null-Prozent-Finanzierungen erhebt die mit dem Händler kooperierende Bank während der vertraglich festgelegten Laufzeit keine Zinsen. Kunden sollten sich vor Vertragsschluss jedoch vergewissern, dass die Darlehenssumme zum Ende der Laufzeit auch wirklich abbezahlt ist. Schließlich wurden schon Fälle bekannt, in denen kleinere Raten als vereinbart abgebucht wurden, sodass der Kunde auf die verbleibende Schuld schließlich doch Zinsen zahlen musste.

    Eine im Prinzip günstige Null-Prozent-Finanzierung kann sich durch den zusätzlichen Abschluss einer Restschuldversicherung stark verteuern. Zudem ist der Abschluss einer solchen Police bei Beträgen von weniger als 8000 Euro meist unnötig. Vor allem, wenn der Kreditnehmer jung, gesund und fest angestellt ist. Bei zinsfreien Finanzierungen gilt darüber hinaus kein Widerrufsrecht, wie es bei verzinsten Darlehen der Fall ist. Nur wenn Bearbeitungsgebühren erhoben oder eine Restschuldversicherung abgeschlossen wurde, kann der Kunde innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist vom Kaufvertrag zurücktreten.

    Fazit

    Mit einem Ratenkredit können sich Verbraucher Wünsche erfüllen, auf die sie andernfalls lange sparen müssten oder die im Falle von Hausbau oder Immobilienkäufen sogar gänzlich außerhalb ihrer finanziellen Reichweite lägen. Wird ein ursprünglich hoher Kaufpreis doch auf viele, vergleichsweise kleine Raten heruntergebrochen, die sich ein Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen bequem leisten kann, ohne dass er seinen Lebensstandard dafür gravierend einschränken müsste. Das gilt insbesondere in Niedrigzinsphasen, bei denen die anfallenden Gebühren den eigentlichen Kaufpreis in einem nur relativ geringem Maße erhöhen. Banken wiederum erzielen einen Großteil ihres Gewinnes über die von ihnen erhobenen Kreditzinsen. Kunden mit guter Bonität werden von ihnen daher mit offenen Armen empfangen und können aus einer breiten Palette günstiger Kreditangebote wählen.

    Da es sich bei Ratenkrediten meist um langfristige Projekte handelt, deren Rückzahlung mehrere Jahre in Anspruch nimmt, besteht auch für solvente Verbraucher ein Restrisiko, die Raten irgendwann nicht mehr bedienen zu können. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder kostspielige Scheidungen können die finanzielle Leistungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit drastisch verringern. Kreditnehmer sollten die unterschiedlichen Kreditarten und Angebote daher einem sorgfältigen Vergleich unterziehen und sowohl Darlehenssumme als auch Ratenhöhe so wählen, dass sie sich bequem mit ihren anderen Zahlungsverpflichtungen vereinbaren lässt.

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    Bevor ein Kredit aufgenommen wird, sind einige grundlegende Dinge zu beachten. Entscheidend ist, ob das eigene Einkommen ausreichend hoch und ausreichend sicher ist. Nur dann wird es dem Kreditnehmer gelingen, ein günstiges Darlehen zu erhalten und es auch innerhalb der vorgesehenen Frist zu tilgen. Eine Haushaltsrechnung steht deshalb immer am Anfang aller Überlegungen. Darüber hinaus ist es unerlässlich, die Kreditangebote möglichst vieler Banken und Sparkassen miteinander zu vergleichen und sich keinesfalls auf die Hausbank zu verlassen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil sich das Kreditangebot in den letzten Jahren deutlich erweitert hat und sich nicht nur die Zinsen, sondern auch die sonstigen Konditionen erheblich voneinander unterscheiden. Ein Kreditvergleich kann bequem im Internet durchgeführt werden. Solch ein Vergleich dauert nur wenige Minuten und benötigt nur sehr wenige persönliche Angaben. Oftmals ist auf den Vergleichsseiten im Internet ein Kreditrechner integriert. Er liefert sofort ein passgenaues Ergebnis. So kann der Kreditinteressent sicher gehen, dass er nicht nur genaue Informationen über den monatlichen Tilgungsbetrag, die Länge der Laufzeit und den Gesamtbetrag, sondern auch über die Höhe des effektiven Jahreszinses erhält. Die Zinsen sind ein ganz wesentlicher Faktor bei der Kreditaufnahme. Leider werden sie oftmals nur ungenügend berücksichtigt. So wundern sich nicht wenige Kreditnehmer, dass sie letzten Endes deutlich mehr Geld an die Kredit gebende Bank oder Sparkasse zurückzahlen müssen, als sie ursprünglich eingeplant hatten.

    Was will ich?

    Eine Entscheidung für einen Kredit oder ein Darlehen sollte niemals leichtfertig, sondern erst nach reiflicher Überlegung getroffen werden. Dies hat verschiedene Gründe. In erster Linie dürfte dabei eine Rolle spielen, dass die Laufzeit für die meisten Kredite sehr lang ist und nicht selten mehrere Jahre beträgt. Außerdem sollte die aufgenommene Kreditsumme immer in einer gesunden Relation zu dem Finanzierungswunsch stehen und weder zu hoch, noch zu niedrig sein.

    Für ein Einfamilienhaus wird es zum Beispiel kaum ausreichen, wenn der Kreditnehmer nur wenige tausend Euro von der Bank erhält. Andererseits gibt es aber auch einige Konsumwünsche, die sich schon mit mehreren hundert oder wenigen tausend Euro erfüllen lassen. In einigen Fällen könnte es sich sogar lohnen, ernsthaft darüber nachzudenken, ob der Kredit überhaupt notwendig ist oder ob das geplante Vorhaben nicht doch anders finanziert werden kann. Hier ist zum Beispiel an einen Urlaub zu denken, bei dem es in der Regel besser ist, das Geld vor der Reise zu sparen und gänzlich auf einen Kredit zu verzichten. Wer nach Abwägung aller Vor- und Nachteile zu dem Entschluss kommt, dass er einen Kredit für den Urlaub aufnehmen möchte, sollten sich immer darüber im Klaren sein, dass er auch dann noch Raten zahlen muss, wenn der Urlaub längst vorbei ist und allenfalls noch ein paar Urlaubsfotos daran erinnern.

    Warum will ich das?

    Ist eine Entscheidung für einen Kredit gefallen, sollte sich der Kreditnehmer keinesfalls darauf beschränken, günstige Darlehen im Internet oder bei den verschiedene Filialbanken vor Ort zu suchen, sondern sich ganz konkret fragen, warum er überhaupt einen Kredit aufnehmen möchte und warum es ihm so wichtig ist, dass sich seine Wünsche sofort erfüllen. Manchmal könnte auch ein Aufschub sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn die momentane finanzielle Situation sehr ungünstig ist und nur wenig Spielraum für die Zahlung der monatlichen Kreditraten lässt.

    Der Erwerb von Wohneigentum oder die Gründung einer neuen beruflichen Existenz sind aber oftmals sinnvoll und rechtfertigen fast immer die Aufnahme eines Kredites oder eines passenden Darlehens.

    In welchem Zeitraum möchte ich den Kredit tilgen?

    Die Laufzeiten vieler Kredite unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Neben den Standardlaufzeiten von 12 und 84 Monaten, welche von den meisten Banken angeboten werden, gibt es noch zahlreiche günstige Kredite mit einer wesentlich kürzeren oder wesentlich längeren Laufzeit. Bei den Krediten mit einer sehr kurzen Laufzeit wird es sich in der Regel um Kleinkredite von wenigen hundert bis zu einigen tausend Euro handeln. Ist die Kreditsumme deutlich höher, müsste der Kreditnehmer auch mit einer höheren monatlichen Tilgungsrate rechnen. Die Zinsen sind in diesem Falle relativ gering.

    Bei allen Krediten mit einer Laufzeit von 120 bis 180 Monaten ist das Gegenteil der Fall. Hier sind die monatlichen Tilgungsraten meist sehr gering, weisen jedoch im Vergleich zu vielen anderen Krediten einen hohen Zinsanteil auf. Hier möchte sich die Bank gegen das Kreditausfallrisiko absichern, welches bei einem Kredit mit langer Laufzeit erheblich höher ist als bei einem Kredit mit einer kürzeren Laufzeit. Niemand weiß, ob er in 5 oder 10 Jahren noch Arbeit hat. Wenn er dann trotz gesunkenem oder gänzlich fehlendem Einkommen noch immer mit der Abzahlung des Kredites beschäftigt ist, könnte dies nicht nur für ihn, sondern auch für die Bank zu ernsthaften Problemen führen.

    Aus diesem Grunde sollte jede Person, die einen Kredit aufnehmen möchte, einen Tilgungszeitraum wählen, der für sie gut überschaubar ist. Außerdem gilt immer der Grundsatz: Je eher ein Kredit getilgt wird, umso besser.

    Welche Sicherheiten kann ich anbieten?

    Keine Bank oder Sparkasse wird einen Kredit an eine Person vergeben, die keine oder keine ausreichenden Sicherheiten vorzuweisen hat. Auf diese Weise möchte die Bank sicher gehen, dass sie ihr Geld ordnungsgemäß, pünktlich und im vereinbarten Rahmen zurückerhält. Bestehen hier auch nur irgendwelche Zweifel, kann dies bereits dazu führen, dass ein Kredit oder ein Darlehen abgelehnt wird.

    Die wichtigste Kreditsicherheit ist ein festes monatliches Einkommen. Dies geht so weit, dass viele Banken ihre Kredite nur an Personen vergeben, die eine Tätigkeit als Arbeitnehmer oder Beamter ausüben und darüber hinaus auch noch ein unbefristetes und ungekündigtes Arbeitsverhältnis nachweisen können. Selbstständige, Angehörige der Freien Berufe oder Personen, die aus irgendeinem Grunde nicht berufstätig sind, haben es deshalb meist sehr schwer, einen Kredit zu bekommen. Wenn überhaupt, haben sie in der Regel nur dann eine Chance, wenn sie weitere Sicherheiten stellen können. Dies gilt selbst dann, wenn Selbstständige oder Freiberufler ein Einkommen erzielen, welches deutlich höher ist als das Einkommen, welches die meisten Arbeitnehmer erzielen.

    Auch wenn das feste monatliche Einkommen ein wichtiges Kreditvergabekriterium ist, so ist es doch keinesfalls allein ausschlaggebend. Das Einkommen könnte durchaus so niedrig sein, dass es deutlich unter der gesetzlich festgelegten Pfändungsfreigrenze liegt und deshalb nicht als Kreditsicherheit dienen kann, wodurch eine Kreditvergabe letzten Endes unmöglich wird. In diesem Falle hätte die Bank bei anhaltenden Zahlungsrückständen keine Möglichkeit, auf das Einkommen des Kreditnehmers zurückzugreifen und es ganz oder teilweise zu pfänden.

    Neben einem regelmäßigen und ausreichend hohen Einkommen ist es unbedingt erforderlich, dass die Schufaauskunft in Ordnung ist. Sind hier auch nur geringfügige Negativeinträge vorhanden, kann dies bereits dazu führen, dass ein Kreditantrag abgelehnt wird.

    Unter bestimmten Umständen könnte es sinnvoll sein, einen Bürgen oder einen zweiten Antragsteller zu finden. Diese Person müsste allerdings über eine gute bis sehr gute Bonität verfügen, dürfte keinerlei negative Schufaeinträge haben und müsste auch ein festes Einkommen nachweisen. Bei Ehe- oder Lebenspartnern empfiehlt es sich, einen Kreditantrag immer gemeinsam zu stellen. Die Chancen auf eine Kreditvergabe könnten jedoch nur dann verbessert werden, wenn die Bonität des zweiten Antragstellers deutlich besser beurteilt wird als die Bonität des ersten Antragstellers. Zumindest sollte sie gleich sein. Andernfalls würde ein zweiter Antragsteller die Kreditchancen nicht verbessern, sondern eher verschlechtern.

    Ist weder ein ausreichend hohes Einkommen, noch ein Bürge oder ein Mitantragsteller vorhanden, könnte eine beleihbare Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie als Kreditsicherheit dienen.

    Kredite nach Verwendungszweck

    Die Kredite der meisten Banken und Sparkassen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Höhe und ihrer Laufzeit, sondern auch hinsichtlich ihres Verwendungszweckes. So macht es einen großen Unterschied, ob eine Person nur einen kurzen Überbrückungskredit von wenigen hundert Euro benötigt, um eine neue Waschmaschine oder einen neuen Fernseher zu finanzieren, oder ob sie eine fünf- oder gar sechsstellige Kreditsumme für einen Haus- oder Wohnungsbau benötigt.

    Verfügungskredit/Dispokredit

    Fast alle Personen, die über ein Girokonto bei einer deutschen Bank oder Sparkasse verfügen und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, erhalten einen Verfügungskredit oder einen Dispokredit. Solch ein Kredit zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er direkt an das Girokonto gekoppelt ist, sondern auch, dass er jederzeit in Anspruch genommen und flexibel wieder zurückgezahlt werden kann. Eine Verfügung ist sowohl durch Bargeldabhebungen am Automaten oder am Schalter als auch durch Überweisungen, Daueraufträge oder Lastschriften möglich.

    Für die Höhe des Dispokredites gibt es keine allgemeingültigen Regeln. In den allermeisten Fällen wird er individuell zwischen dem Kunden und der Bank vereinbart und in etwa das Zwei- bis Dreifach der regelmäßigen monatlichen Einkünfte des Bankkunden betragen. Die Tilgung einmal in Anspruch genommener Beträge ist sehr einfach und unkompliziert möglich und bedarf keiner gesonderten Ankündigung. Geldbeträge, die der Kunde ganz oder teilweise zurückgezahlt hat, stehen ihm sofort wieder zur Verfügung. Die Zinsen für einen Dispokredit sind zwar relativ hoch, müssen jedoch nur für diejenigen Geldbeträge gezahlt werden, über die der Kunden auch tatsächlich verfügt hat.

    Der Dispokredit ist hervorragend geeignet, um kleinere Anschaffungen zu tätigen oder kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Er sollte jedoch keinesfalls ständig in Anspruch genommen werden, sondern kurz- oder mittelfristig wieder zurückgezahlt werden. Ansonsten bestünde nicht nur die Gefahr, dass der Kunde sehr hohe Zinsen zahlen muss, sondern auch, dass etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt, wodurch die Rückzahlung des Dispokredites ernsthaft gefährdet werden könnte. Insbesondere dann, wenn die monatlichen Einkünfte deutlich sinken oder infolge von Arbeitslosigkeit ganz ausbleiben, ist die Bank jederzeit berechtigt, den Dispokredit zu kürzen oder vollständig zu kündigen. Dies hieße dann ganz konkret, dass der Kunde alle Geldbeträge, mit denen er sich aktuell im Soll befinden, sofort zurückzahlen muss. Kann er dies nicht, führt dies nicht selten zu ernsthaften Konsequenzen, die von einer Kreditkündigung über verschiedene Pfändungsmaßnahmen bis hin zu einer Kündigung des Girokontos reichen können. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden. Deshalb sollte jeder Bankkunde, der in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gerät und Probleme bei der Rückzahlung des Dispokredites hat, rechtzeitig das Gespräch mit seiner Bank suchen und nach Möglichkeit eine einvernehmliche Lösung anstreben. Das Dispolimit könnte zum Beispiel in monatlichen Raten abgezahlt werden, wodurch der Kontostand Schritt für Schritt wieder auf null zurückgeführt wird.

    Anschaffungskredit/Konsumkredit

    Im Gegensatz zu einem Dispokredit handelt es sich bei einem Anschaffungskredit um einen Kredit, dessen Gesamtsumme bereits von vornherein feststeht und dann in einem Betrag ausgezahlt wird. Anschließend muss der Kredit in mehreren monatlichen Teilbeträgen über eine genau festgelegte Laufzeit zurückgezahlt werden. Sofern der Kunde die Voraussetzungen erfüllt, könnte er bei einem Anschaffungs- oder Konsumentenkredit auch deutlich höhere Kreditbeträge als bei einem Verfügungs- oder Dispokredit üblich, in Anspruch nehmen. Dabei sollte jedoch immer der Grundsatz gelten, dass die aufgenommene Kreditsumme in Relation zum monatlich verfügbaren Einkommen stehen sollte.

    Sofern nichts anderes vereinbart wurde, steht der Anschaffungs- oder Konsumentenkredit immer zur freien Verfügung. Dies heißt dann ganz konkret, dass der Kunde mit diesem Kredit zum Beispiel ein Auto, eine neue Wohnungseinrichtung oder einen Urlaub finanzieren könnte. Die Bank fragt grundsätzlich nicht nach dem Verwendungszweck. Aus diesem Grunde hängt die Bewilligung oder Ablehnung eines Bankkredites niemals vom Verwendungszweck, sondern ausschließlich von der persönlichen Bonität des Kunden ab. Neben einem ausreichend hohen und hinreichend gesicherten Einkommen gehört dazu auch eine positive Schufaauskunft.

    Vor der Entscheidung für einen Anschaffungs- oder Konsumentenkredit sollte nicht nur ein ausführlicher Vergleich durchgeführt, sondern auch ein Kreditrechner im Internet genutzt werden. Solch ein Kreditrechner ist leicht zu bedienen und liefert innerhalb von wenigen Minuten ein zuverlässiges Ergebnis über die Höhe der monatlichen Kreditrate, über die Länge der Laufzeit und die Höhe des Nominal- und/oder effektiven Jahreszinses.

    Baukredit

    Obwohl ein ausführlicher Kreditvergleich bei jeder Kreditform zu empfehlen ist, ist er bei einem Baukredit von elementarer Bedeutung. Dies hat verschiedene Gründe. In erster Linie dürfte dabei eine Rolle spielen, dass schon geringfügige Zinsunterschiede, die bei anderen Krediten nur wenig ins Gewicht fallen, bei einem Baukredit gravierende Folgen haben können. In den allermeisten Fällen wird es sich bei einem Baukredit um eine Summe handeln, die deutlich im sechsstelligen Bereich liegt. Die Höhe der Zinsen könnte deshalb mit darüber entscheiden, ob ein Kunde einige tausend Euro mehr oder weniger für den Kredit zahlen müsste.

    Bevor konkrete Schritte zur Aufnahme eines Baukredites unternommen werden, sollte der künftige Bauherr einen ausführlichen Kassensturz machen und dabei die Höhe des vorhandenen Eigenkapitals ermitteln. Ist dies geschehen, sollte ein ausführliches Gespräch mit der Bank oder der Bausparkasse geführt werden. Nur in den allerseltensten Fällen empfiehlt es sich, einen Baukredit direkt online zu beantragen.

    Ähnlich wie bei jedem anderen Kredit wird die Bank auch bei einem Baukredit sehr genau prüfen, ob und in welchem Umfang der Kunde die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe erfüllt. Um den Kredit zusätzlich abzusichern, müsste er ins Grundbuch eingetragen werden. Das Haus oder das Grundstück dient dann als zusätzliche Sicherheit für den Fall, dass der Kunde mit der Zahlung der monatlichen Kreditraten ganz oder teilweise in den Rückstand gerät.

    Zwischenkredit

    Ein Zwischenkredit ist eine besondere Finanzierungsform, die ebenfalls im Zusammenhang mit dem Erwerb von Wohneigentum steht. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Bauherr einen anderen Kredit in Aussicht hat, dieser Kredit jedoch zum Zeitpunkt des Baubeginns noch nicht zuteilungsreif ist.

    Oftmals ist dies bei einem Bausparvertrag der Fall. Sobald der eigentliche Baukredit zur Verfügung steht, kann der Zwischenkredit getilgt werden. Dazu wird auch die vorhandene Kreditsumme herangezogen.

    Avalkredit/Bankaval

    Bei einem Avalkredit oder einem Bankaval handelt es sich um keinen Kredit im eigentlichen Sinne. Die Bank übernimmt hier lediglich eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber einem Dritten, in der sie glaubhaft versichert, dass der Kunde zahlungsfähig ist. Im Gegenzug dazu müsste der Kunde eine geringe Avalprovision an die Bank entrichten. Auf die Zahlung einer größeren Menge von Bargeld könnte durch ein Bankaval oder einen Avalkredit verzichtet werden.

    Im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Kunden springt die Bank gegenüber dem Gläubiger ein und gleicht die offene Summe aus.

    Obwohl das Bankaval in erster Linie im Geschäftsverkehr seine Anwendung findet, könnte es unter Umständen auch für Privatpersonen interessant sein. Dies ist insbesondere bei einem Neubezug einer Wohnung der Fall. Hierbei verlangt der Vermieter in der Regel die Hinterlegung einer Mietkaution in Höhe von zwei bis drei Monatsmieten. Alternativ dazu könnte der neue Mieter versuchen, eine Bank zu finden, die ihm ein Mietaval gewährt. Solch ein Mietaval wird von den allermeisten Vermietern gern gesehen und deshalb problemlos akzeptiert. Die Tatsache, dass sich eine Bank bereiterklärt, für die Zahlung der Mietkaution zu bürgen, weist auf eine gute bis sehr gute Bonität des Kunden hin. Der Vermieter kann sich dadurch die Einholung einer Schufauskunft über seinen zukünftigen Mieter ersparen und viel Zeit gewinnen.

    Darlehensarten

    Viele Darlehen unterschieden sich nicht nur hinsichtlich ihres Verwendungszweckes und ihrer Tilgungsdauer, sondern auch hinsichtlich ihrer Form. Dabei könnte es durchaus einige Darlehen geben, bei denen während der gesamten Laufzeit nur die Zinsen fällig werden und der eigentliche Darlehensbetrag am Ende der Laufzeit in einem Betrag getilgt werden muss. Die meisten Darlehen werden jedoch in gleichmäßiger Form getilgt, wobei sich die monatliche Rate sowohl aus dem Tilgungsbetrag als auch aus den Zinsen und eventuell anfallenden Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren zusammensetzt.

    Endfälliges Darlehen/Fälligkeitsdarlehen/Festdarlehen

    Ein endfälliges Darlehen muss grundsätzlich erst am Ende der Laufzeit, die unter Umständen auch 10 oder 20 Jahre betragen kann, zurückgezahlt werden. In diese Kategorie fallen die meisten Beamtendarlehen, die sich durch besonders günstige Konditionen auszeichnen. Sie werden grundsätzlich nur an Personen vergeben, die entweder Beamte auf Lebenszeit sind oder eine ähnlich gesicherte Tätigkeit im öffentlichen Dienst nachweisen können. Ein Beamtendarlehen zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass zusätzlich zu dem Darlehensvertrag noch ein Vertrag über eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen werden muss. Während der gesamten Laufzeit sind nur die monatlichen Beiträge zur Kapital-Lebensversicherung zu entrichten. Die im Laufe der Jahre angesammelten Beiträge werden am Ende zur Tilgung des Beamtendarlehens herangezogen. Eigene Tilgungsbeiträge muss der Beamte nicht leisten.

    Auch dann, wenn es sich bei einem endfälligen Darlehen nicht um ein Beamtendarlehen handelt, setzen die Kreditgeber oftmals voraus, dass der Kreditnehmer zeitgleich zum Darlehensvertrag eine Kapital-Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag abschließt.

    Annuitätendarlehen/Ratenkredit

    Bei dem Annuitätendarlehen oder dem Ratenkredit handelt es sich um die häufigste Kredit- oder Darlehensform. Sie kommt sowohl bei einem Bau- oder Immobilienkredit als auch bei einem normalen Konsumentenkredit zur Anwendung. Ein ganz wesentliches Merkmal des Annuitätendarlehens ist es, dass jeden Monat eine gleichmäßig hohe Rate zu zahlen ist, die sich sowohl aus dem Tilgungsbetrag als auch den Zinsen zusammensetzt. Obwohl sich der Tilgungs- und Zinsanteil bei den einzelnen Raten ständig ändern kann, ändert sich die Gesamthöhe der monatlichen Tilgungsraten für den Kunden grundsätzlich nicht.

    Tilgungsdarlehen/Tilgungskredit/Abzahlungsdarlehen

    Ein Tilgungsdarlehen unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von einem Annuitätendarlehen.

    Dabei ist insbesondere die Tatsache zu nennen, dass bei einem Tilgungsdarlehen lediglich die Tilgungssumme von vornherein feststeht. Die Zinsen errechnen sich aus der Summe der jeweils verbleibenden Restschuld. Da sich diese Restschuld jeden Monat um einen bestimmten Betrag verringert, verringert sich auch die Höhe der Zinsen. Dies heißt dann ganz konkret, dass nicht nur die monatliche Tilgungsrate tendenziell sinkt, sondern auch, dass sich die Zinsen ständig verringern. Die Höhe der Zinsen hat jedoch keine direkten Auswirkungen auf die Länge der Laufzeit des Tilgungsdarlehens.

    Laufzeitzinsdarlehen

    Das Laufzeitzinsdarlehen ist die häufigste Form des Darlehens. Hier werden die Zinsen bereits im Voraus ermittelt und gleichmäßig auf die monatlichen Raten während der gesamten Laufzeit verteilt.

    Bauspardarlehen/Bausparkredit

    Jeder Bausparvertrag wird nach einer bestimmten Zeit zuteilungsreif. Dies heißt dann ganz konkret, dass der Sparer erst eine bestimmte Summe ansparen muss, bevor er ein Bauspardarlehen erhalten kann. Dieses Darlehen kann niemals höher sein als die gesamte Bausparsumme abzüglich der Summe, die bereits angespart wurde. Obwohl der Kunde über das Bauspardarlehen grundsätzlich frei verfügen kann, solle er es zweckgerichtet einsetzen und zum Beispiel zum Bau oder zur Renovierung einer von ihm selbst bewohnten Wohnung oder eines Hauses nutzen. Ein entsprechender Verwendungsnachweis ist der Bausparkasse auf Anforderung vorzulegen. Wer einen Bausparvertrag abschließt, kann zahlreiche Vergünstigungen in Anspruch nehmen, die von der Zahlung einer Arbeitnehmer-Sparzulage, über eine Wohnungsbauprämie bis hin zur Nutzung der vermögenswirksamen Leistungen reichen können.

    Abrufdarlehen/Abrufkredit

    Obwohl ein Abrufdarlehen oder ein Abrufkredit auf den ersten Blick einige Gemeinsamkeiten mit einem Dispokredit aufweist, unterscheidet er sich doch in einigen wesentlichen Punkten. So ist der Abrufkredit weder an ein Girokonto, noch an die Hausbank gekoppelt.

    Ähnlich wie bei einem Dispokredit erhält der Kunde bei einem Abrufkredit einen Überziehungsrahmen in individueller Höhe, über den er jederzeit ganz oder teilweise verfügen kann und den er ebenso flexibel wie einen Dispokredit zurückzahlen kann. Ein Abrufkredit eignet sich hervorragend als Alternative zu einem Raten- oder Konsumentenkredit. Insbesondere dann, wenn ein Kunde nur wenige hundert oder einige tausend Euro benötigt, hat er jederzeit die Gewähr, dass er schnell und unbürokratisch über das Geld verfügen kann. Viele Banken, die einen Abrufkredit vergeben, verlangen keine monatliche Mindestrate für die Tilgung, einige andere Banken bestehen jedoch darauf. Hier sollte in jedem Falle ein ausführlicher Vergleich durchgeführt werden. Dabei empfiehlt es sich auch, auf die Höhe der Sollzinsen zu achten, die sich bei den einzelnen Kreditangeboten zum Teil deutlich voneinander unterscheiden können. Ein Abrufkredit kann sowohl von Filial- als auch von Direkt- oder Internetbanken angeboten werden. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die meisten Direkt- oder Internetbanken auf ein teures Filialnetz verzichten und ihre Bankgeschäfte ausschließlich online anbieten, können sie erhebliche Kosten sparen und halten deshalb oftmals besonders günstige Konditionen für einen Abrufkredit bereit.

    Selbstauskunft und Schufa

    Bei der Schufa handelt es sich um die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

    Sie hat nicht nur die Daten aller Verbraucher gespeichert, sondern kann auch detailgenaue Angaben zu deren Zahlungs- und Kreditverhalten machen. Viele Menschen fürchten die Schufa zu Unrecht, denn es kann in aller Regel davon ausgegangen werden, dass die Schufa ausschließlich positive Merkmale über einen Verbraucher gespeichert hat. Nur dann, wenn es berechtigte Gründe gibt, wird die Schufa auch geringfügige, mittlere oder stärkere Negativmerkmale führen. Die Schufa dient lediglich als Verwalterin der Daten, die ihr von den Banken, aber auch von anderen Institutionen, die ein berechtigtes Interesse daran haben, übermittelt werden. Ebenso können die Daten der Schufa von all diesen Institutionen eingesehen werden. Jeder Verbraucher, der dies wünscht, kann bei Bedarf eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordern. Dies ist jederzeit gegen eine geringe Gebühr möglich. Der Gesetzgeber hat außerdem festgelegt, dass jeder Verbraucher, dessen Daten bei der Schufa gespeichert sind, einmal pro Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft hat. Wie das im Detail funktioniert, können Sie im E-Book zum Thema „Schufa“ auf http://www.kreditzentrale.com/thema/schufa nachlesen.

    Alle Personen, über die ausschließlich positive Merkmale gespeichert sind, brauchen bei einer Kreditvergabe nichts zu befürchten. Im Gegensatz dazu können bereits geringfügige Negativmerkmale dazu führen, dass ein Kreditantrag bei der Bank abgelehnt wird. Bei solchen Negativmerkmalen könnte es sich zum Beispiel um unbezahlte Handyrechnungen, geringfügige Zahlungszielüberschreitungen oder Mahnungen handeln. Existieren bereits Mahn- oder Vollstreckungsbescheide, ist es mit einem geringfügigen Negativeintrag nicht mehr getan. Dies sind bereits gravierende Faktoren, die in jedem Falle dazu führen, dass ein Kreditantrag sofort abgelehnt wird. Dies gilt selbst dann, wenn ansonsten alle Voraussetzungen gegeben sind und ein regelmäßiges und ausreichend hohes Einkommen vorhanden ist.

    In besonderen Einzelfällen könnte es auch passieren, dass negative Schufaeinträge zu Unrecht existieren. Hier sollte der betreffende Verbraucher sofort aktiv werden und die Löschung der Daten beantragen. Ansonsten kann es sehr schnell passierend, dass er bei der Kreditvergabe benachteiligt wird, obwohl es überhaupt keinen triftigen Grund dafür gibt.

    Besonders gravierende Negativmerkmale sind die Eidesstattliche Versicherung und die Privat- oder Regelinsolvenz. Sie machen eine Kreditvergabe gänzlich unmöglich. Selbst dann, wenn die Gründe dafür entfallen, ist der betreffende Verbraucher nicht sofort wieder kreditwürdig. Er müsste dann noch mindestens drei Jahre warten, bis die Negativmerkmale aus seiner Schufaauskunft gestrichen werden.

    Sicherheiten und Bürgschaften

    Grundsätzlich wird eine Bank nur dann einen Kredit vergeben, wenn der Kunde über die nötigen Sicherheiten verfügt. Um hier keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte sich jeder künftige Kreditnehmer genau informieren, ob die Sicherheiten, die er ganz konkret anzubieten hat, für eine Kreditvergabe ausreichend sind. Bei einem normalen Raten-, Konsumenten-, Dispo- oder Abrufkredit wird es in aller Regel ausreichend sein, wenn ein regelmäßiges Einkommen vorhanden und die Schufa in Ordnung ist. Bei einem Bau- oder Immobilienkredit sind hingegen noch zusätzliche Sicherheiten erforderlich. Welche dies sind, teilt die Bank auf Anfrage mit.

    Insbesondere dann, wenn die negativen Schufaeinträge nur geringfügig sind, könnte die Bank unter bestimmten Umständen auch eine Ausnahme machen und den Kredit dennoch bewilligen. Dann müssten allerdings weitere Sicherheiten wie zum Beispiel ein Bürge, ein Mitantragsteller, eine Kapital-Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie vorhanden sein.

    Restschuldversicherung

    Oftmals kann es sinnvoll sein, nicht nur an den Abschluss eines Kredit- oder Darlehensvertrages, sondern auch an eine Restschuldversicherung zu denken. Viele Banken sind inzwischen dazu übergegangen, solch eine Versicherung gleich mit anzubieten. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass ihr Abschluss in jedem Falle freiwillig ist und die Entscheidung über eine Kreditbewilligung oder -ablehnung in keinster Weise beeinflussen darf.

    Die meisten Restkreditversicherungen sichern den Kredit gegen die Risiken der Arbeitsunfähigkeit, der Arbeitslosigkeit und den Todesfall ab. Es gibt jedoch auch zahlreiche Versicherungen, welche die Arbeitslosigkeit und/oder die Arbeitsunfähigkeit aussparen und sich lediglich auf den Todesfall beschränken. Oftmals kann der Kreditnehmer auch selbst entscheiden, welche persönlichen Risiken er absichern möchte und welche nicht. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Restkreditversicherung umso teurer ist, je mehr Risiken sie absichert und umso preiswerter, je weniger Risiken sie absichert.

    Im Falle einer unvorhergesehenen Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit könnte die Restkreditversicherung anstelle des Kunden die Zahlung der monatlichen Kreditraten übernehmen und dies so lange beibehalten, bis der Kreditnehmer wieder in der Lage ist, die monatlichen Tilgungsraten selbst zu entrichten. Stirbt der Kreditnehmer vor dem Ablauf des Kreditvertrages, gleicht die Restkreditversicherung die zu diesem Zeitpunkt noch offene Kreditsumme aus. Dies hat den großen Vorteil, dass die Hinterbliebenen nicht für die Kreditraten aufkommen müssen.

    In bestimmten Einzelfällen könnte es durchaus passieren, dass der Abschluss einer Restkreditversicherung an ein bestimmtes Höchstalter gebunden ist. Ob dies im konkreten Einzelfall zutrifft, sollte vor der Kreditaufnahme unbedingt in Erfahrung gebracht werden. Der Hauptgrund für diese Vorgehensweise ist, dass vielen Banken ab einem bestimmten Alter das Risiko eines vorzeitigen Ablebens zu groß erscheint und dass sie deshalb den Abschluss einer Restkreditversicherung ablehnen. Ein Kredit könnte jedoch trotzdem vergeben werden. Es gibt aber durchaus einige Banken, die auch bei der Kreditvergabe ein bestimmtes Höchstalter festgesetzt haben. Die betreffenden Personen könnten grundsätzlich nur dann einen Kredit erhalten, wenn eine andere Person bereit ist, für sie zu bürgen. Diese Aufgabe könnten zum Beispiel die Kinder oder die Enkel übernehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie selbst über eine gute Bonität verfügen und keine negativen Schufaeinträge haben.

    Effektivzins

    Günstige Kredite zeichnen sich nicht nur durch einen niedrigen Nominal-, sondern auch durch einen niedrigen Effektivzins aus. Der Effektivzins ist ein ganz wesentliches Merkmal eines jeden Ratenkredits und muss von den Banken immer angegeben werden. Im Gegensatz zum Nominalzins schließt er auch eventuelle Kontoführungs- oder Bearbeitungsgebühren mit ein. Aus diesem Grunde sollte jede Person, die Interesse an einem Kredit oder einem Darlehen hat, immer den Effektivzins und nicht nur den Nominalzins vergleichen. Nur dann könnte sie genau erkennen, welchen Betrag sie konkret an die Bank zurückzahlen muss. Sofern der Kunde eine Restschuldversicherung abgeschlossen hat, müsste er die Kosten dafür nicht extra zahlen. Sie sind in den effektiven Jahreszins eingeschlossen.

    Der effektive Jahreszins könnte sowohl bonitätsabhängig als auch bonitätsunabhängig sein. Ein Kredit mit einem bonitätsabhängigen Jahreszins ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Angabe des effektiven Jahreszinses mit dem Zusatz „ab…%“ versehen ist. Fehlt diese Angabe, handelt es sich in aller Regel um einen bonitätsunabhängigen Kredit. Letzterer zeichnet sich vor allem durch einen feststehenden Zinssatz aus, der für alle Kunden uneingeschränkte Gültigkeit hat. Die persönliche Bonität spielt dafür grundsätzlich keine Rolle. Ganz anders sieht es bei einem bonitätsabhängigen Kredit aus. Hier können alle Personen, die eine sehr gute oder ausgezeichnet Bonität nachweisen, fast immer damit rechnen, dass sie einen sehr niedrigen effektiven Jahreszins für ihren persönlichen Kredit erhalten, während alle Personen mit einer mittelmäßigen oder gerade noch ausreichenden Bonität mit deutlich schlechteren Konditionen rechnen müssten. Hier empfiehlt es sich fast immer, auf einen bonitätsunabhängigen Kredit auszuweichen.

    Der anfangs vereinbarte effektive Jahreszins ist in der Regel über die gesamte Laufzeit gültig. Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn die Zinsbindung nach einiger Zeit aufgehoben wird. Diese Verfahrensweise ist jedoch nur bedingt praktizierbar und erfordert in jedem Falle eine gesonderte Mitteilung an den Kreditnehmer. Der effektive Jahreszins wird nicht in einem Betrag fällig, sondern anteilig auf die monatlichen Tilgungsraten umgelegt.

    Häufige Fragen

    Da die Laufzeit eines Kredites in der Regel sehr lang ist und nicht selten mehrere Jahre beträgt, sollte die Entscheidung für oder gegen einen Kredit immer mit Bedacht getroffen werden. Unabhängig davon, wie diese Entscheidung letzten Endes ausfällt, können sich sowohl vor als auch während der Kreditlaufzeit verschiedene Fragen ergeben, die einer mehr oder weniger dringenden Beantwortung bedürfen. Jeder Kreditnehmer sollte zum Beispiel wissen, ob und in welchem Umfang er ein Darlehen vorzeitig zurückzahlen kann oder ob die Bank unter bestimmten Bedingungen auch die Möglichkeit hätte, einen Raten-, Konsumenten- oder Dispokredit vorzeitig zu kündigen.

    Kann ich den Kredit früher als vereinbart zurückzahlen?

    Sofern die Vertragsbedingungen nichts anderes festlegen, ist es in vielen Fällen durchaus möglich, einen Kredit vorzeitig zurückzuzahlen. Dabei ist es allerdings wichtig, auch das Kleingedruckte zu lesen und dabei genau auf die Kündigungsfristen zu achten. Außerdem sollte sich jeder Kreditnehmer, der mit dem Gedanken spielt, einen Kredit vorzeitig abzulösen, genau darüber informieren, ob die Bank in diesem Falle berechtigt ist, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen.

    Gar nicht so selten kommt es vor, dass das allgemeine Zinsniveau deutlich gesunken ist und dass demzufolge auch die Zinsen für die aktuellen Kredite deutlich niedriger sind als die Zinsen für die älteren Kredite. Hier entsteht oftmals der Wunsch, einen oder mehrere Kredite durch einen neuen Kredit abzulösen und dabei nicht nur Kosten zu sparen, sondern nur noch eine Rate an eine einzige Stelle zu zahlen. Bevor jedoch konkrete Schritte zu einer Kreditablösung unternommen werden, ist es nicht nur wichtig, einen Vergleich der Konditionen der einzelnen Anbieter durchzuführen, sondern auch darauf zu achten, dass die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem alten Kredit nicht so hoch ist, dass sie die Zinsersparnis durch den oder die neuen Kredite wieder zunichtemachen würde.

    Dispo- oder Abrufkredite können in der Regel problemlos und ohne zusätzliche Kosten abgelöst werden. Auch hier empfiehlt es sich, vorher genaue Erkundigungen einzuholen. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Abrufkredit abgelöst werden soll.

    Unter welchen Umständen kann die Bank ein Darlehen kündigen?

    Sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen, hätte die Bank durchaus die Möglichkeit, einen Kredit oder ein Darlehen vor dem Ablauf der regulären Laufzeit zu kündigen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtungen grob vernachlässigt und mit mindestens zwei vollständigen monatlichen Tilgungsraten in den Rückstand geraten ist. Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, ist es jedoch zwingend erforderlich, dass der offene Betrag angemahnt wird und dass dem Kunden ausreichend Zeit gegeben wird, die Zahlung ordnungsgemäß nachzuholen. Erst dann, wenn der Kunde keinerlei Reaktion zeigt und darüber hinaus auch kein Gespräch mit der Bank sucht, hätte die Bank die Möglichkeit, den Kredit fristlos zu kündigen, mit der Konsequenz, dass der zum Kündigungszeitpunkt noch offene Kreditsaldo in einem Betrag fällig würde. Eine Kreditkündigung ist immer ein schwerwiegendes Ereignis, welches in jedem Falle einen gravierenden Negativeintrag bei der Schufa nach sich ziehen würde. Aus diesem Grunde sollte jede Person, die aus irgendeinem Grunde in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, möglichst frühzeitig das Gespräch mit der Bank suchen und eine einvernehmliche Lösung anstreben. Oftmals kann auf diese Weise noch eine Kündigung vermieden werden. Insbesondere bei einer unvorhergesehenen Arbeitslosigkeit oder einer deutlichen Verringerung des monatlichen Einkommens ist es möglich, die monatlichen Tilgungsraten zu verkleinern oder zeitweise auszusetzen und diese Verfahrensweis so lange beizubehalten, bis sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers wieder deutlich gebessert hat.

    Ein Dispokredit könnte grundsätzlich immer dann gekündigt werden, wenn sich das Einkommen des Kontoinhabers erheblich verringert hat. Bevor es jedoch so weit kommt, wird die Bank erst einmal genauer nachfragen und versuchen, mit dem Kunden eine gemeinsame Lösung zu finden.

    Besonders gravierende Folgen könnte die Kündigung eines Bau- oder Immobilienkredites haben. Da die Immobilie der Bank in den allermeisten Fällen als Sicherheit überlassen worden ist, hätte sie bei anhaltenden Zahlungsrückständen direkten Zugriff auf das Objekt und könnte es sofort zur Versteigerung ausschreiben.

    Wie lange ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit für einen Kredit?

    In den allermeisten Fällen wird eine Entscheidung für oder gegen einen Kredit von der Bank sehr schnell getroffen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Kunde den Kredit online beantragt hat. Hierfür müsste er nur ein entsprechendes Antragsformular im Internet ausfüllen und anschließend an die Bank senden. Diese wird sofort eine Schufauskunft einholen. Unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ ausfällt, wird der Kunde umgehend benachrichtigt und einen Zwischenbescheid über die Kreditbewilligung oder -ablehnung erhalten. Für eine endgültige Zu- oder Absage ist es jedoch zu diesem Zeitpunkt noch zu früh. Erst dann, wenn der Kredit gebenden Bank alle geforderte Antragsunterlagen im Original vorliegen, könnte sie eine abschließende Entscheidung treffen. Wie lange diese Entscheidung dauert, hängt nicht zuletzt auch vom Kunden ab. Nach der vorläufigen Kreditbewilligung erhält er eine genaue Information darüber, welche Unterlagen die Bank ganz konkret benötigt. In den allermeisten Fällen werden dies der aktuelle Arbeitsvertrag und der Nachweis darüber sein, dass sich der Kreditnehmer in ungekündigter Stellung befindet. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass alle Kreditunterlagen per PostIdent-Verfahren versendet werden müssen. Dieses Verfahren ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und muss von den Banken immer dann angewendet werden, wenn ihnen der Kunde nicht direkt gegenüber getreten ist, wie dies zum Beispiel in einer Bankfiliale der Fall ist.

    Für das PostIdent-Verfahren müsste sich der Kunde mit seinen Original-Kreditunterlagen an einen Postschalter seiner Wahl begeben und dort entweder seinen Personalausweis oder seinen Reisepass vorlegen. Der Schalterbeamte wird anschließend die Identität des Kunden eindeutig feststellen und die Bank entsprechend benachrichtigen. Sobald ihr alle Unterlagen vollständig vorliegen, steht einer endgültigen Kreditentscheidung nichts mehr im Wege. Sollte sie positiv ausfallen, wird der gesamte Kreditbetrag umgehend zur Auszahlung gebracht und in den allermeisten auf das Girokonto des Kunden überwiesen. Innerhalb von nur wenigen Tagen könnte er dann über sein Geld verfügen.

    Die Rückzahlung müsste zu dem Zeitpunkt beginnen, der zwischen dem Kunden und der Bank vereinbart worden ist. Viele Banken bieten ihren Kunden eine Zahlungspausche nach der Auszahlung an, die unterschiedlich lang sein kann und nicht selten mehrere Wochen oder Monate beträgt. Die monatlichen Kreditraten werden in der Regel vom selben Konto eingezogen, auf welches auch der gesamte Kreditbetrag überwiesen worden ist. Sofern es abweichende Regelungen gibt, müssen diese gesondert vereinbart werden. Nur in den allerseltensten Fällen kann ein Bankkredit auch bar ausgezahlt werden.

    Wer sich direkt in eine Bankfiliale begibt und dort einen Raten- oder Konsumentenkredit beantragt, könnte ebenfalls damit rechnen, dass die Kreditentscheidung innerhalb von wenigen Stunden getroffen wird. Insbesondere dann, wenn sich der Kunde auf das Bankgespräch vorbereitet hat und alle Unterlagen griffbereit hält, steht einer sehr schnellen Entscheidung nichts im Wege. Eine Schufaauskunft könnte innerhalb von wenigen Sekunden eingeholt werden und liefert der Bank eine zuverlässige Information darüber, ob und in welchem Umfang der betreffende Kunde kreditwürdig ist.

    Wird ein Kreditantrag abgelehnt, lohnt es sich immer, nach den genauen Gründen zu fragen. Die entsprechenden Informationen könnten dem Kunden wertvolle Informationen darüber geben, ob es eventuell sinnvoll ist, bei einer anderen Bank nach einem Kredit zu fragen, oder ob die Bonität so schlecht ist, dass dieses Unternehmen von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Hier bestünde dann nur noch die Möglichkeit, andere Alternativen in Erwägung zu ziehen und sich zum Beispiel nach einem Privatkredit im Freundes- oder Bekanntenkreis beziehungsweise im Internet umzusehen. Hier gelten gesonderte Konditionen, die von den einzelnen Vertragspartnern individuell vereinbart werden können und sich zum Teil ganz erheblich von den Vergabekriterien für einen Bankkredit unterscheiden.

    Bankgespräch vorbereiten /Tipps zur Kreditverhandlung

    Nahezu jede Person, die den Wunsch hat, größere Konsumgüter zu finanzieren, wird dabei günstige Kredite oder günstige Darlehen suchen. Damit dieser Wunsch von Erfolg gekrönt ist und nicht bereits von vornherein scheitert, ist es wichtig, sich gut auf das Bankgespräch mit dem Kundenberater vorzubereiten. Dies gilt unabhängig davon, ob das Kundengespräch bei der eigenen Hausbank oder einer anderen Bank oder Sparkasse stattfinden soll. So sollte der Kunde in jedem Falle eine genaue Haushaltsrechnung anstellen, die er dem Bankberater im Gespräch präsentieren kann.

    Darüber hinaus ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Sicherheiten ganz konkret infrage kommen. Gibt es zum Beispiel eine Kapital-Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie, die der Bank als Kreditsicherheit dienen könnte? Sollte dies der Fall sein, würde dies die Chance auf einen Kredit oder andere günstige Darlehen deutlich erhöhen. Eine Garantie könnte es aber auch in diesem Falle nicht geben. Eine andere Frage könnte lauten: Gibt es eine Person in meinem Verwandten- oder Bekanntenkreis, die als Bürge oder als Mitantragsteller infrage kommen würde? Wie ist es mit meinem Ehe- oder Lebenspartner?

    Immer dann, wenn die Bank zu dem Schluss kommt, dass eine Kreditvergabe ein zu großes Risiko darstellt, wird sie den Kreditantrag ablehnen. Gar nicht so selten kommt es jedoch vor, dass eine Kreditvergabe zwar möglich ist, die gewünschte Kreditsumme jedoch deutlich zu hoch veranschlagt worden ist. Hier müsste der Kunde genau überlegen, ob die Kreditaufnahme überhaupt sinnvoll ist oder ob eine verringerte Kreditsumme das ganze Finanzierungsvorhaben gefährden könnte. Unter bestimmten Umständen könnte es durchaus sinnvoll sein, das Vorhaben noch einmal zu überdenken oder vorübergehend auszusetzen, um dann gezielt nach alternativen Wegen zur Finanzierung zu suchen. Manchmal ist es durchaus besser, erst eine bestimmte Summe anzusparen und diese Summe nach einiger Zeit als zusätzliche Sicherheit für einen Kredit zu präsentieren. In diesem Falle lässt die Bank oft mit sich reden und bewilligt das Darlehen.

    Ein anderes Phänomen, welches sehr oft im Zusammenhang mit einer Kreditvergabe beobachtet werden kann ist die Tatsache, dass viele Personen, die lediglich eine mittelmäßige oder gerade noch ausreichende Bonität vorweisen können, zwar Kredite bewilligt bekommen, es sich jedoch bei diesen Krediten nicht um günstige, sondern um deutlich überteuerte Kredite handelt. Auch hier ist es dringend angeraten, über mögliche Alternativen nachzudenken. Sollte die Bonität des Ehe- oder Lebenspartner deutlich besser als die eigene Bonität sein, empfiehlt es sich in jedem Falle, den Kreditantrag gemeinsam zu stellen. Es könnte aber auch der umgekehrte Fall eintreten. Hier nützt ein gemeinsamer Kreditantrag wenig, sondern würde die Kreditaussichten sogar noch deutlich verschlechtern. Sollte ein zu geringes monatliches Einkommen die Ursache für eine Kreditablehnung sein, ist es eventuell zu überlegen, ob ein Nebenjob aufgenommen werden könnte, durch den sich das monatliche Einkommen deutlich erhöhen würde. Diese Vorgehensweise macht jedoch nur für Arbeitnehmer oder Selbstständige Sinn. Arbeitslose haben in der Regel keine Chance, einen Kredit zu bekommen. Dies gilt selbst dann, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen oder mehrere Nebenjobs ausüben.