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  • Angebote vergleichen: Günstiger Kredit aus dem Internet

    Von günstigen Krediten profitieren Verbraucher im Idealfall gleich zweifach. Sie können sich nicht nur Anschaffungen leisten, die ihr monatliches Budget eigentlich übersteigen, sondern zahlen dank niedriger Zinsen auch nur wenig Mehrkosten. Ein Vergleich mit einem Online-Kreditrechner ist jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg zum günstigsten Kredit. Die aufgelisteten Zinssätze bilden stets die bestmögliche Variante eines Darlehens ab, die Kunden mit sehr guter Bonität vorbehalten ist. Verbindlich ist nur das auf eine konkrete Anfrage folgende, auf die finanzielle Situation des Einzelnen abgestimmte Angebot.

    Angebote vergleichen

    Potenziell günstige Kredite gibt es viele, die erste Herausforderung für den Verbraucher besteht also darin sich einen Überblick über die aktuelle Marktlage zu verschaffen. Am schnellsten gelingt das mittels der zahlreichen Vergleichsportale im Internet. Dabei sind die Kreditangebote der größten Filial- und Direktbanken auf nahezu allen Vergleichsseiten gelistet. Anders sieht es bei Volksbanken und Genossenschaftsbanken aus, die regional meist stark verwurzelt sind und ein anderes Selbstverständnis in puncto persönlicher Kundenbeziehung mitbringen als beispielsweise Online-Kreditinstitute. Ihre Produktpalette wird von den großen Vergleichsportalen nicht vollständig erfasst und muss gegebenenfalls bei der Filiale vor Ort angefragt werden.

    Für Anbieter Schufa-freier Kredite gibt es wiederum spezielle Vergleichsseiten, die ausschließlich Kreditinstitute oder Online-Plattformen listen, bei denen eine negative Bonitätsauskunft kein Grund für eine Kreditablehnung ist. Die meisten Kreditvergleichsrechner funktionieren nach demselben Prinzip. Der Nutzer gibt die gewünschte Kreditsumme, die Laufzeit oder die monatliche Wunschrate ein und der Rechner ermittelt die dazu passenden Angebote. Sie werden übersichtlich in Form einer Liste dargestellt, wobei an erster Stelle das Darlehen mit dem niedrigsten Zins erscheint. Mit einem Mausklick kann der Nutzer dann nähere Informationen zu dem gewählten Produkt einsehen oder wird auf die Seite des Anbieters weitergeleitet.

    Individuelles Angebot erstellen lassen

    Auch günstige Kredite sind bonitätsabhängig. Der endgültig erhobene Zins orientiert sich also an der persönlichen und wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit des Antragstellers. Grundsätzlich aber darf jedes Darlehen vom Anbieter mit dem bestmöglichen Zinssatz beworben werden, solange die Werbung zusätzlich ein Rechenbeispiel enthält, das für zwei Drittel der Verbraucher repräsentativ ist. In der Praxis wird diese Vorgabe häufig so umgesetzt, dass der mögliche Tiefstzins an prominenter Stelle platziert ist, während das repräsentative Beispiel im Kleingedruckten darunter steht. Gewissheit darüber, wie teuer oder günstig das ausgewählte Darlehen im Endeffekt ausfällt, haben Verbraucher erst, wenn sie sich ein individuelles Angebot erstellen lassen.

    Damit die Bank eine individuelle Offerte vorlegen kann, muss der Antragsteller sein regelmäßiges Einkommen anhand von Lohnabrechnungen oder Einkommenssteuerbescheiden nachweisen. Außerdem holt das Geldinstitut eine Schufa-Auskunft ein. Die meisten Banken fragen übrigens gleich mehrere der großen Wirtschaftsauskunfteien ab. Erst danach wird ein vorläufiger Kreditvertrag erstellt und dem Kunden zur Prüfung und Unterzeichnung vorgelegt. Im zugehörigen Schreiben bzw. den angehängten AGBs geben viele Banken auch an, bis zu welchem Stichtag das Angebot gültig ist.

    Schufa-Selbstauskunft einholen

    Ein wesentlicher Aspekt jeder Bonitätsprüfung ist die Abfrage der Schufa oder einer anderen Wirtschaftsauskunftei. Schließlich sammelt diese sämtliche Informationen, die sie von Banken, Versandhäusern oder Telefonanbietern über das Zahlungsverhalten des Verbrauchers erhält. Auf Grundlage der gesammelten Daten wird ein Bonitätsscore ermittelt, der die Kreditwürdigkeit der betreffenden Person meist in einer Prozentangabe darstellt. Niedrige Scorewerte führen bei fast allen Anbietern zu einer sofortigen Ablehnung des Kreditantrags. Bei akzeptablen, aber nicht idealen Werten bietet die Bank das gewünschte Darlehen zu höheren Gebühren an. Verbraucher sollten daher frühzeitig eine sogenannte Schufa-Selbstauskunft einholen und sich einen Überblick über die gespeicherten Vermerke verschaffen.

    Wer fehlerhafte oder bereits veraltete Vermerke in der Selbstauskunft findet, sollte unverzüglich einen Antrag auf Korrektur dieser Daten stellen. Dazu genügt ein formloses Schreiben. Wer mag, kann sich jedoch auch entsprechende Vordrucke aus dem Internet herunterladen. Sobald die Löschung oder Korrektur eines Vermerks beantragt wurde, muss die Schufa diesen sperren. Bevor die strittigen Vermerke geklärt sind, dürfen sie nicht an Banken weitergeleitet werden. Verbraucher müssen daher nicht bis zur endgültigen Klärung der Streitpunkte warten, eine begründete Beschwerde reicht oft schon aus, um strittige Vermerke zumindest für eine gewisse Zeit unwirksam zu machen und dadurch den eigenen Bonitätsscore zu erhöhen.

    Werbung richtig deuten

    Eine Null-Prozent-Finanzierung ist ein zinsfreies Darlehen. Ein Kredit also, auf den der Verbraucher keine Gebühren zahlt. Einzig die vereinbarten monatlichen Raten muss er überweisen, bis die Kaufsumme vollständig getilgt ist. Ein Modell, das zunächst verführerisch klingt und von Elektronikmärkten und anderen Händlern stark beworben wird. In der Praxis allerdings können vermeintlich günstige Null-Prozent-Finanzierungen schnell zur Kostenfalle werden. Verbraucher sollten die vorgelegten Verträge daher gründlich lesen. Vor allem zusätzlich abgeschlossene Restschuldversicherungen treiben die Gesamtkosten in die Höhe, werden den Kunden aber von nahezu allen Händlern empfohlen.

    Eine Restschuldversicherung soll Kreditnehmer und Geldgeber vor den Folgen etwaiger Zahlungsausfälle schützen. Kann der Käufer die offenen Forderungen nicht mehr begleichen, werden die ausstehenden Raten vom Versicherer übernommen. Bei umfangreichen Finanzierungen mag sich eine solche Absicherung lohnen, bei kleinen Beträgen in Höhe von wenigen Hundert Euro geht die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgrund der hohen Versicherungsprämien meist nicht auf. Wer hingegen auf die Restschuldversicherung verzichtet und auch sonst keine Gebühren für die Null-Prozent-Finanzierung bezahlt, verliert sein Widerrufsrecht. Der Käufer kann einen fehlerhaften Artikel zwar an den Händler zurückgeben, der Kreditvertrag, den er mit der Partnerbank des Händlers abgeschlossen hat, bleibt davon jedoch unberührt und muss vollständig erfüllt werden.

    Was Sie über ab-Preise wissen müssen

    Kredite gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen der Banken und wie auch in anderen Branchen üblich, verspricht die Werbung oft mehr, als das tatsächliche Produkt halten kann. Die Preise bzw. Zinsen, mit denen ein Geldinstitut für bonitätsabhängige Kredite wirbt, werden nicht garantiert und sind daher stets als ab-Preise zu verstehen. Dementsprechend gelten sie nur im Idealfall. Dann nämlich, wenn die Kreditwürdigkeit des Antragstellers sowohl im persönlichen als auch im wirtschaftlichen Bereich keine Wünsche offen lässt. Zusätzliche Verträge wie Kreditausfallversicherungen können günstige Kredite weiter verteuern.

    Manche Verbraucher sind daher enttäuscht, wenn sie aufgrund besonders günstiger Zinsen einen bestimmten Kredit angefragt haben, dann aber ein konkretes Angebot erhalten, bei dem der Zinssatz plötzlich viel höher liegt. Eventuell verdienen sie zu wenig, sind noch nicht lange genug bei ihrem Arbeitgeber angestellt oder wurden von der Schufa oder einer anderen Auskunftei nicht optimal bewertet. Allerdings sind sie damit in guter Gesellschaft, denn Verbraucherschützer geben an, dass nur etwa 5 Prozent aller Kreditnehmer den beworbenen Zins auch tatsächlich erhalten.

    Konditionen bei Ratenkrediten

    Bei Ratenkrediten gibt die Bank für gewöhnlich einen gewissen Spielraum vor, was mögliche Laufzeiten, die Höhe der Kreditsumme oder den veranschlagten Zins betrifft. Darüber hinaus kann der Kunde entscheiden, ob er etwaige Zahlungsausfälle gleich mitversichern oder neben der monatlichen Rate sogenannte Sonderzahlungen leisten will. Nur bei der Zinsgestaltung hat der Kreditnehmer kein Mitspracherecht. Diese bestimmt die Bank und orientiert sich dabei an der Bonität des jeweiligen Kunden. Vom Ergebnis der Bonitätsprüfung und dem Umfang sowie der Art des Darlehens hängt auch ab, ob der Kreditnehmer weitere Sicherheiten einbringen muss. Wichtige Vertragskonditionen finden sich außerdem in den Klauseln zur vorzeitigen Ablösung des Kredites und der eventuell anfallenden Vorfälligkeitsentschädigung.

    Darlehenssumme

    Je nach Verwendungszweck gibt es günstige Kredite in nahezu jeder Größenordnung. Für Privatpersonen liegt die Mindestsumme bei den meisten Filialbanken und Direktanbietern bei etwa 2000 Euro, selten auch darunter. Für kleinere Summen müssen sich Verbraucher an spezielle Kreditgeber wenden, die Minidarlehen zwischen 200 und rund 3000 Euro vergeben. Per Null-Prozent-Finanzierung oder Ratenkauf beim Händler lassen sich diese vergleichsweise geringen Beträge ebenfalls finanzieren. Regelmäßige Einkünfte und eine positive Zahlungshistorie sind jedoch bei den meisten Anbietern Grundvoraussetzung für einen Kredit, unabhängig davon ob der Kunde 1000 oder 10.000 Euro aufnehmen möchte. Umfangreiche Darlehen wie Baufinanzierungen oder Investitionskredite bedürfen gegebenenfalls zusätzlicher Absicherungen. Bei kleinen Kreditsummen wird der Nachweis solcher Sicherheiten meist nicht verlangt.

    Laufzeit

    Bei Ratenkrediten gibt die Bank stets einen Zeitrahmen vor, innerhalb dessen das Darlehen frühestens zurückgezahlt werden kann und spätestens zurückgezahlt werden muss. Der vereinbarte Zinssatz bleibt während dieser Periode gleich. Innerhalb dieser Vorgaben kann der Kunde nun die tatsächliche Laufzeit für seinen Vertrag weitestgehend selbst bestimmen, abhängig von seiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Wer sich für eine lange Vertragsbindung entscheidet, kann die Gesamtsumme auf vergleichsweise kleine Monatsraten verteilen und die zusätzliche Belastung dadurch gering halten.

    Kürzere Laufzeiten gehen dementsprechend mit höheren Monatsraten einher, sind für die Gesamtkosten des Darlehens jedoch günstiger. Schließlich wird die verbleibende Restschuld des Kredites Monat für Monat verzinst. Bei einer langen Laufzeit fallen also mehr Zinsen an. Allerdings können Sondertilgungen dieses Manko wieder wettmachen. Solche zusätzlichen Zahlungen erlauben die meisten Banken jedoch erst ab einer bestimmten Darlehenssumme beispielsweise bei Baufinanzierungen oder ähnlich umfangreichen Krediten. Auch die maximale Höhe der Sonderzahlung wird im Kreditvertrag geregelt.

    Nominalzinssatz und effektiver Jahreszins

    Ein Ratenkredit wird in gleichbleibend hohen monatlichen Teilzahlungen abgegolten. Mit einem Teil der Monatsrate tilgt der Kreditnehmer die eigentliche Kreditsumme, mit dem anderen Teil begleicht er die anfallenden Gebühren, den sogenannten Nominalzins. Im Nominalzins sind allerdings nicht alle Kosten enthalten, die dem Kunden vom Kreditinstitut in Rechnung gestellt werden. Weitere Gebühren werden beispielsweise für Bearbeitung oder Verwaltung des Darlehens verlangt. Banken sind gesetzlich verpflichtet, diese zusätzlichen, preisbestimmenden Faktoren im effektiven Jahreszins anzugeben.

    Er bildet die jährlichen Gesamtkosten ab, mit denen der Kunde rechnen muss, wenn er sich für ein bestimmtes Kreditprodukt entscheidet. Günstige Kredite mit gleicher Laufzeit und Zinsbindung lassen sich anhand des Effektivzinses leicht miteinander vergleichen. Verbraucher sollten jedoch bedenken, dass nicht zwangsläufig alle Kosten für einen Kredit im beworbenen effektiven Jahreszins enthalten sein müssen. Entscheidet sich der Kunde beispielsweise für den Abschluss einer Restschuldversicherung, kann sich die jährliche Gebühr weiter erhöhen.

    Kündigung und Vorfälligkeitsentschädigung

    Besonders bei umfangreichen Kreditvorhaben sollten Verbraucher die Vertragsklauseln zur Kündigung in Form vorzeitiger Rückzahlung des Darlehens, genau lesen. Die meisten Banken verlangen in diesem Fall nämlich eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Mit ihr soll der Zinsverlust, der bei der verfrühten Tilgung des Darlehens für die Bank entsteht, ausgeglichen werden. Wie hoch diese Schadensausgleichszahlung ausfällt, hängt davon ab, zu welchem Zweck und zu welchem Zeitpunkt das Darlehen aufgenommen wurde. Bei Ratenkrediten, die nach dem 10. Juni 2010 aufgenommen wurden, darf die Bank 0,5 bis 1 Prozent der Leihsumme einfordern, je nachdem ob die verbleibende Vertragslaufzeit weniger oder mehr als zwölf Monate beträgt.

    Für früher datierte Kredite gibt es keine gesetzliche Regelung oder Deckelung teurer Ausgleichszahlungen.Kunden müssen also besonders genau prüfen, was vertraglich vereinbart wurde. Selbiges gilt für Baufinanzierungen, wobei sich die Berechnung der Vorfälligkeit hier meist noch komplizierter gestaltet. Die vorzeitige Rückzahlung eines Baudarlehens sollten Verbraucher daher zunächst mit einem Fachmann besprechen. Eine Ausgleichszahlung wird allerdings nicht fällig, wenn die Sollzinsbindung abgelaufen ist oder seit dem Zeitpunkt der Auszahlung mehr als zehn Jahre vergangen sind.

    Versteckte Kosten

    Welche Faktoren die Preisgestaltung eines einzelnen Kreditprodukts bestimmen, ist für den Verbraucher auf den ersten Blick kaum ersichtlich. Neben dem vereinbarten Zins verlangt die Bank beispielsweise zusätzliche Gebühren in Form einer Provision für die Bereitstellung des Kredits oder für die Führung des Kundenkontos. Doch längst nicht jeder preisbestimmende Faktor ist auch im effektiven Jahreszins enthalten, mit dem die Bank wirbt. Wie teuer oder günstig ein Kredit ausfällt, hängt schließlich auch von der konkreten Vertragsgestaltung ab. Mehrkosten entstehen zum Beispiel beim Abschluss einer Restschuldversicherung oder bei der Aufstockung der Leihsumme. Wer Sondertilgungen leisten will, muss bei manchen Anbietern ebenfalls mit einer zusätzlichen Gebühr rechnen.

    Sicherheiten

    Die Bank geht mit jeder Kreditbewilligung ein Risiko ein. Erbringt sie doch eine Leistung im Voraus, die der Kreditnehmer unter Umständen nicht vollständig zurückzahlen kann. Je größer die Darlehenssumme, desto größer ist also der mögliche Verlust des Kreditinstituts. Die umfangreichsten Sicherheiten müssen Privatpersonen typischerweise vorlegen, wenn sie ein Baudarlehen beantragen. Dazu gehören beispielsweise Bürgschaften, Sachwerte in entsprechender Höhe und die Immobilie selbst. Bleiben die Ratenzahlungen aus, kann das Kreditinstitut den Bürgen zur Zahlung heranziehen, ihren Eigentumsvorbehalt geltend machen oder die finanzierte Immobilie verwalten oder verkaufen.

    Kleine Kredite in Höhe weniger Tausend Euro müssen manchmal ebenfalls abgesichert werden, wenn auch in geringerem Maße. Daher erhalten viele Kreditverträge eine Klausel zur Lohnpfändung. Bleiben die Ratenzahlungen aus, kann die Bank einen Teil des Gehalts zur Deckung der offenen Forderungen heranziehen. Dies gilt allerdings nur, wenn das monatliche Einkommen des Schuldners die Pfändungsfreigrenze übersteigt. Geringverdiener und Personen mit geminderter Bonität hingegen müssen sich im Freundes- und Verwandtenkreis um einen solventen Bürgen bemühen, auf den sich die Bank im Zweifelsfall berufen kann.

    Bonitätsprüfung

    Nahezu alle Banken nehmen vor der Kreditvergabe eine Bonitätsprüfung vor, um die Zuverlässigkeit und die finanzielle Gesamtsituation des Antragstellers einschätzen zu können und ihr eigenes Verlustrisiko zu ermitteln. Den Nachweis über seine regelmäßigen Einkünfte und Ausgaben muss der Antragsteller anhand geeigneter Unterlagen selbst erbringen. Dabei interessiert sich die Bank nicht nur für die Höhe des Einkommens, sondern auch für bereits bestehende Zahlungsverpflichtungen sowie die Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses. Zusätzlich holt das Geldinstitut eine Bonitätsauskunft bei der Schufa oder einer anderen Datensammelstelle ein, die die endgültige Kreditentscheidung maßgeblich beeinflusst. Negative Vermerke über Vollstreckungsbescheide oder andere Zwangsmaßnahmen können auch von einem guten Monatseinkommen nicht wettgemacht werden.

    Die Anbieter Schufa-freier Kredite verzichten auf die Bonitätsprüfung mittels Abfrage einer Wirtschaftsauskunftei oder sind bereit, ein Darlehen trotz negativem Ergebnis zu bewilligen. Einkünfte aus einer beruflichen Tätigkeit gehören jedoch auch bei ihnen zu den Grundvoraussetzungen für eine Kreditvergabe. Zumindest, wenn es sich bei ihnen um seriöse Unternehmen handelt. Firmen hingegen, die günstige Kredite ohne Bonitätsprüfung, Einkommensnachweis oder Bürgschaft in Aussicht stellen, gehören zu den schwarzen Schafen der Branche, die ihre Kunden meist noch tiefer in die Schuldenfalle treiben.

    Restschuldversicherung

    Restschuldversicherungen sind für Verbraucher und Banken eine weitere Möglichkeit, eventuelle Zahlungsausfälle abzusichern. Derartige Kreditausfallversicherungen kommen dann zum Zug, wenn der Kreditnehmer arbeitslos wird, aufgrund eines Unfalles oder einer Erkrankung aus dem Erwerbsleben ausscheidet oder gar verstirbt. Doch entsprechende Verträge enthalten oft sehr genaue Angaben darüber, in welchen Fällen die Versicherung haftet und in welchen nicht. Vorerkrankungen können beispielsweise ein Grund dafür sein, dass der Versicherer eine Übernahme der verbleibenden Kreditschuld ablehnt, obwohl die Prämien vollständig bezahlt wurden.

    Vermeintlich günstige Kredite können sich in Kombination mit einer Restschuldversicherung immens verteuern. Das geschieht vor allem dann, wenn die Gesamtkosten der Versicherungspolice zur Kreditsumme hinzugerechnet und dementsprechend verzinst werden. Daher sind separat abgeschlossene Verträge meist günstiger als kombinierte Produkte. Bei vielen Krediten, vom Baudarlehen bis zur Null-Prozent-Finanzierung, wird Verbrauchern fast immer zum Abschluss einer Restschuldversicherung geraten. Sie ist aber nur bei umfangreichen Projekten sinnvoll. Bei kleinen und mittleren Leihsummen unter 8000 Euro raten Experten von dieser teuren Zusatzversicherung eher ab.

    Wer vergibt günstige Kredite?

    Einen günstigen Kredit können Verbraucher nicht nur bei Banken beantragen. Unter Umständen kann ein alternativer Geldgeber sogar die bessere Variante sein. Arbeitgeberdarlehen können beispielsweise besonders unbürokratisch abgewickelt werden, während ein Privatkredit im Bekanntenkreis gerade für Personen mit herabgesetzter Kreditwürdigkeit oft die einzige Möglichkeit ist, überhaupt ein Darlehen aufzunehmen. Bei der Auswahl geeigneter Geldgeber spielt es natürlich auch eine Rolle, wofür der Kreditbetrag verwendet werden soll. Wenn das vorgegebene Zahlungsziel eingehalten wird, lassen sich kleine Summen je nach Anbieter sogar zinsfrei per Kreditkarte finanzieren. Selbstständige und Freiberufler hingegen, die ein Darlehen für ihre geschäftliche Tätigkeit benötigen können sich um staatliche Förderung bemühen oder ihr Projekt auf einer Kreditbörse vorstellen.

    Darlehen von Familie und Freunden

    Wohlhabende Familienmitglieder und Freunde helfen oft gern, wenn die Leihsumme überschaubar bleibt und das gegenseitige Vertrauensverhältnis stabil ist. Nichtsdestotrotz sollten die beiden Vertragspartner die Konditionen ihres privaten Darlehens unbedingt schriftlich fixieren. Der Kreditvertrag muss hierbei nicht von einem Anwalt verfasst werden. Geeignete Vordrucke und Musterverträge sind auch im Internet zahlreich vorhanden und können kopiert oder gegen eine geringe Gebühr heruntergeladen werden. Zu den wichtigsten Eckdaten, die Sie schriftlich festhalten sollten, gehören die exakte Leihsumme und die genauen Rückzahlungsmodalitäten in puncto Höhe und Fälligkeit der Raten. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, auch einen angemessenen Zinssatz zu vereinbaren. Zumindest, wenn Sie sich das Geld nicht von ihren nächsten Verwandten leihen.

    Kredite innerhalb des Bekanntenkreises sind oft günstiger als entsprechende Produkte bei der Bank. Können beide Vertragspartner doch frei entscheiden, wie hoch die Zinsen ausfallen. Handelt es bei Geldgeber und Kreditnehmer beispielsweise um Vater und Sohn, ist sogar ein zinsloses Darlehen steuerrechtlich meist kein Problem. Schwieriger wird es, sobald die beiden Vertragspartner nicht miteinander verwandt sind und die Leihsumme mehr als 20.000 Euro beträgt. Für Summen oberhalb der sogenannten Schenkungsfreibeträge erwartet der Fiskus nämlich einen angemessenen, sprich marktüblichen Zins. Andernfalls kann das Finanzamt eine Schenkungssteuer nachfordern. Wer auf Nummer sicher gehen will, vereinbart daher für umfangreiche Darlehen im Freundeskreis einen Zinssatz von circa 5 Prozent.

    Arbeitgeberkredite

    Auch der Arbeitgeberkredit ist oft günstiger als ein Bankdarlehen, da sich die anfallenden Zinsen normalerweise nach den Zinssätzen für Hypothekenpfandbriefe richten und somit unter dem durchschnittlichen Marktzins liegen. In den meisten Fällen muss der Kreditnehmer auch keine zusätzlichen Sicherheiten vorweisen. Das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ersetzt oft die umfangreichen Bonitätsprüfungen, die eine Bank vornimmt. Im Gegenzug kann das Unternehmen bei ausbleibenden Ratenzahlungen auf den Arbeitslohn des Mitarbeiters zurückgreifen, vorausgesetzt natürlich, dieser liegt oberhalb der Pfändungsfreigrenze. Angestellte, die ein solches Darlehen aufnehmen wollen, wenden sich hierfür an die Personalabteilung oder den Betriebsrat ihrer Firma. Lohnvorschüsse oder die Vorstreckung von Reisekosten oder anderen Auslagen zählen übrigens nicht zu den Arbeitgeberkrediten.

    Zinsvorteil und Steuern

    Auch günstige Kredite vom Arbeitgeber bedürfen einer vertraglichen Regelung. Fehlen schriftliche Angaben zu Zinssatz, Rückzahlung und Leihsumme, wird das Darlehen vom Finanzamt als Lohnzahlung ausgelegt und muss voll versteuert werden. Selbiges gilt, wenn der Arbeitgeber bereit ist, auf die Rückzahlung des Kredites zu verzichten. Auch umfangreiche Zinsvorteile können Steuerforderungen nach sich ziehen. Insbesondere dann, wenn die vereinbarten Gebühren weit unterhalb der gängigen Marktzinsen liegen. Dies gilt allerdings nicht, wenn die Leihsumme unterhalb von 2600 Euro liegt und der betreffende Vertrag nach dem 1.Januar 2008 datiert ist. Da Steuerfreibeträge jedoch immer wieder angepasst werden können, sollten sich Verbraucher im Zweifelsfall von einem Anwalt oder Steuerfachmann beraten lassen.

    Kündigung

    Reicht der Arbeitnehmer seine Kündigung ein, bevor er das Darlehen vollständig zurückgezahlt hat, muss er die verbleibende Schuld normalerweise sofort begleichen. Anders sieht es bei betriebsbedingten Kündigungen aus, hier haben deutsche Gerichte auch schon zugunsten des Kreditnehmers entschieden und sich für eine Entkoppelung zwischen Arbeitsverhältnis und Arbeitgeberkredit ausgesprochen. Wer ein Darlehen beim eigenen Chef beantragen will, sollte sich also schon im Vorfeld mit der Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses und der eigenen Zukunftsplanung auseinandersetzen.

    Staatliche Förderkredite

    Der Staat fördert ganz unterschiedliche Projekte und Personengruppen. Unternehmer können ebenso einen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Förderkredit beantragen wie Immobilienbesitzer, die ihr Wohneigentum altersgerecht umbauen oder energetisch sanieren wollen. Für Studenten, die keine Unterstützung von ihrer Familie erhalten, kommt außer dem BAföG ein Studienkredit der KfW-Bank infrage. Staatlich subventionierte Darlehen werden von speziellen Förderbanken vergeben, aber auch von Einrichtungen des Bundes und der Länder. Hierfür können sich Existenzgründer beispielsweise direkt an die für sie zuständige Agentur für Arbeit wenden.

    Allen Förderkrediten ist gemein, dass sie ungleich günstiger sind als vergleichbare Darlehen von einem klassischen Geldinstitut. Das gilt vor allem für Personengruppen, die bei ihrer Hausbank nur dann einen Kredit erhalten, wenn sie zahlreiche Sicherheiten vorweisen können und wesentlich höhere Zinsen in Kauf nehmen, so zum Beispiel Jungunternehmer oder Studierende. Bei Förderkrediten sind meist auch die Rückzahlungsmodalitäten anders geregelt als beim Bankdarlehen. Studienkredite müssen beispielsweise erst dann zurückgezahlt werden, wenn der Kreditnehmer das Studium beendet hat und ins Berufsleben gestartet ist. Auch bei Gründerkrediten beginnt die Rückzahlungsperiode häufig nicht zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, sondern um einige Monate zeitversetzt.

    Banken und Sparkassen

    Günstige Kredite werden natürlich auch von sämtlichen Filialbanken und Sparkassen angeboten. Dabei nehmen diese klassischen Geldinstitute tendenziell die umfangreichsten und zeitintensivsten Bonitätsprüfungen vor. Wirklich niedrige Zinsen werden jedoch nur Kunden mit unbescholtener Zahlungshistorie und stabilen Einkommensverhältnissen gewährt. Verbraucher, über die zwar keine negativen Schufa-Vermerke vorliegen, die jedoch wenig verdienen oder in einem unsicheren Arbeitsverhältnis stehen, können ihre Chancen auf ein günstigeres Angebot beispielsweise durch eine Bürgschaft verbessern. Besonders bei regional verwurzelten Geldhäusern mit langer Geschichte wie Volksbanken und Sparkassen spielt auch die persönliche Beziehung zum Kunden eine wichtige Rolle. Langjährige Kontoinhaber haben daher oft mehr Verhandlungsspielraum, was die Zinshöhe und somit die Gesamtkosten des Darlehens betrifft, als Neukunden.

    Kreditkartenunternehmen

    Mit einer Kreditkarte lassen sich größere und kleinere Käufe abwickeln, wobei das Kreditkartenunternehmen zunächst den Händler bezahlt. Bei manchen Karten wird der betreffende Betrag sofort vom hinterlegten Girokonto abgebucht. Viele Karten sind jedoch mit einem Zahlungsziel versehen, das erst nach zwei bis acht Wochen einen Ausgleich der bis dato angesammelten Forderungen verlangt. Innerhalb dieses Zeitraumes fallen für ihn keine Zinsen auf den Saldo an. Mit den meisten Karten können Verbraucher außerdem am EC-Automaten Bargeld abheben, wofür jedoch von viele Anbietern zusätzliche Gebühren berechnen.

    Aufgrund der mehrwöchigen zinsfreien Periode ist eine Kreditkarte mit Zahlungsziel zur Finanzierung kleinerer Anschaffungen weit günstiger als ein Dispositionskredit, für den die Bank vom ersten Tag an Zinsen berechnet. Begleicht der Karteninhaber seine Sammelrechnung innerhalb der angegebenen Frist, fallen für ihn überhaupt keine Mehrkosten an. Ob eine Kreditkarte vergeben wird und wie hoch der jeweilige Verfügungsrahmen ausfällt, hängt von der Bonität des einzelnen Kunden ab. Eine oder zwei bereits ausgegebene Kreditkarten sind für entsprechende Unternehmen normalerweise kein Grund, einen weiteren Antrag abzulehnen, solange die Schufa-Auskunft positiv ausfällt.

    Online-Banken

    Onlinebanken können ihren Kunden oft besonders günstige Kredite anbieten. Schließlich sind sie aufgrund ihrer schlanken Strukturen flexibler in der Preisgestaltung als Filialbanken, die weitaus mehr Mitarbeiter und Niederlassungen unterhalten und diese Kosten erst erwirtschaften müssen. Über entsprechende Vergleichsrechner im Internet lassen sich die zahlreichen Angebote an Direktkrediten schnell und übersichtlich ermitteln. Auch die Bonitätsprüfung nimmt bei Onlinebanken oft weniger Zeit in Anspruch als beim Kreditinstitut vor Ort. Hierfür gibt der Verbraucher sämtliche bonitätsrelevante Informationen in das Antragsformular ein. Dieses wird online übermittelt und nach einem bankinternen Algorithmus ausgewertet, der auch etwaige Einträge im Schufa-Register oder einer anderen Auskunftei berücksichtigt.

    Peer-to-Peer-Kredite im Internet

    Kreditbörsen im Internet sind eine beliebte Anlaufstelle für Personen, die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten haben, auf klassischem Weg ein Darlehen zu bekommen. Beispielsweise Selbstständige, die von Kreditinstituten aufgrund der unsicheren Zukunftsprognose oft abgelehnt werden, obwohl sie ein gutes Einkommen erzielen. Sogenannte Peer-to-Peer-Kredite werden nämlich nicht von Banken, sondern von Privatpersonen vergeben, die ihr eigenes Vermögen gegen Zinsen an vertrauenswürdige Bewerber verleihen. Dabei sind die Rahmenbedingungen dieser Privatdarlehen genauso präzise geregelt wie bei einem normalen Kreditvertrag.

    Auch bei P2P-Krediten ist die Höhe der veranschlagten Zinsen abhängig von der Bonität der Bewerber. Kreditbörsen nehmen zu diesem Zweck Abfragen bei verschiedenen Auskunfteien wie der Schufa oder Creditreform vor. Außerdem kann der Kreditsuchende seinen potenziellen Geldgebern weitere Sicherheiten beispielsweise in Form eines Fahrzeugbriefes anbieten. Anders als beim Bankdarlehen, bei dem das Geldinstitut den geforderten Zinssatz genau bestimmt, gibt es beim P2P-Kredit einen gewissen Spielraum, was die Zinshöhe betrifft. Je nach Ergebnis der Bonitätsprüfung steht dem Kreditsuchenden ein Zinsrahmen zur Verfügung, innerhalb dessen er die Gebühren für sein Vorhaben festlegen kann.

    Besonderheiten nach Zweck

    Mit einem günstigen Kredit lassen sich zahlreiche Vorhaben unterschiedlicher Größenordnungen finanzieren. Privatpersonen nutzen die niedrig verzinsten Darlehen typischerweise um eine Immobilie zu erwerben, ein Auto zu kaufen oder sich den Traum von einer luxuriösen Fernreise zu erfüllen. Auch zeitlich begrenzte, außerordentliche Belastungen wie Umzüge oder finanzielle Durststrecken lassen sich mit dem geliehenen Geld leichter überwinden. Die meisten Jungunternehmer sind beim Start in die Selbstständigkeit ebenfalls auf die Unterstützung eines Geldgebers angewiesen. Je nach Umfang und Verwendungszweck des Darlehens sollten Verbraucher bei der Ausgestaltung des Kreditvertrages daher unterschiedliche Aspekte beachten.

    Überbrückung von finanziellen Engpässen

    Auch Personen mit gutem Einkommen erleben dann und wann eine finanzielle Durststrecke. Besonders am Jahresende, wenn Weihnachten vorbei ist und zahlreiche Versicherer ihre Jahresbeiträge per Lastschriftverfahren einziehen, herrscht bei vielen Verbrauchern Ebbe auf dem Konto. Günstige Kredite können über solche Engpässe hinweghelfen, ohne gravierende Mehrkosten zu verursachen. Außerdem lässt sich eine Monatsrate in überschaubarer Höhe leichter begleichen als umfangreiche Rechnungen, die alle innerhalb weniger Wochen fällig werden. Schwieriger wird es hingegen für Verbraucher, deren Zahlungsschwierigkeiten bereits negativ in der Wirtschaftsauskunftei vermerkt sind. Für sie sind alternative Darlehen im Familienkreis oder an einer Kreditbörse häufig günstiger und Erfolg versprechender als der Kreditantrag bei der Bank.

    Umzug

    Ein Umzug geht ins Geld, vor allem, wenn der Hausstand entsprechend umfangreich ist und für den Transport der Möbel eine Umzugsfirma beauftragt wird. Außerdem müssen Mieter vor dem Einzug meist eine Kautionszahlung leisten, die dem Wohnungseigentümer als Sicherheit und Rücklage für eventuelle Zahlungsausfälle oder vom Mieter verursachte Schäden dient. Sie beträgt normalerweise zwei bis drei Kaltmieten und muss, wenn nicht anders vereinbart, in einem Betrag überwiesen werden. Soll dann noch eine Einbauküche abgelöst oder neues Mobiliar gekauft werden, muss der neue Mieter eine Menge Kosten auf einmal tragen, die sich mit einem günstig verzinsten Kredit jedoch leicht auf übersichtliche Monatsraten verteilen lassen.

    Avalkredit für Mietkaution

    Für Mietkautionszahlungen kann außerdem ein sogenannter Avalkredit abgeschlossen werden. Dabei erhält der Vermieter nicht die Kautionssumme ausgezahlt, sondern eine Bürgschaft von einer Bank. Entsprechende Darlehen werden daher auch Eventualkredite genannt. Erst wenn der Haftungsfall eintritt und der Vermieter die Kaution tatsächlich zur Deckung von Zahlungsausfällen oder Handwerkerrechnungen benötigt, wird ihm der vereinbarte Betrag von der bürgenden Bank überwiesen. Im Gegenzug bezahlt der Mieter eine jährliche Gebühr. Je nach Dauer des Mietverhältnisses kann die Bankbürgschaft also teurer werden als die ursprünglich vereinbarte Mietkaution.

    Existenzgründung

    Freiberufler und Selbstständige gehören nicht unbedingt zum bevorzugten Kundenkreis der klassischen Kreditinstitute. Das gilt umso mehr, wenn sie ihr Unternehmen gerade erst gegründet haben und noch keine Gewinne erzielen konnten. Dennoch benötigen die meisten Existenzgründer ein gewisses Startkapital, um ihre Geschäftstätigkeit überhaupt aufnehmen zu können. Handwerker beispielsweise müssen die entsprechenden Werkzeuge und Maschinen anschaffen, Online-Händler ihr Warensortiment einkaufen und junge Gastronomen müssen gegebenenfalls erst professionelle Küchengeräte erwerben. Günstige Kredite erhalten sie daher bei sogenannten Förderbanken, deren Darlehen vom Staat subventioniert werden. Auch Arbeitsämter und regionale Förderprogramme unterstützen den Start in die Selbstständigkeit.

    Im Gegensatz zum privaten Konsumkredit, der frei nach eigenem Belieben verwendet werden darf, sind Gründerkredite immer an einen bestimmten Zweck gebunden. Kreditnehmer und Geldgeber einigen sich hierbei darauf, wie viel Geld jeweils für etwaige Baukosten, Betriebsmittel oder Markterschließungskosten verwendet werden soll. Dank staatlicher Subventionierung sind solche Darlehen ungleich günstiger als vergleichbare Kredite auf dem freien Markt. Außerdem muss der Kredit nicht sofort zurückgezahlt werden. In den meisten Fällen können Existenzgründer zunächst einen tilgungsfreien Zeitraum in Anspruch nehmen, während dessen sie nur die anfallenden Zinsen bezahlen. Wer sich um einen Gründerkredit bewerben will, sollte viel Zeit in die Ausarbeitung seines Business-Planes investieren. Auch Bürgschaften oder ein gewisser Grundstock an Eigenkapital erhöhen die Chancen auf Kreditbewilligung.

    Urlaub

    Auch eine Urlaubsreise lässt sich per Darlehen finanzieren. Reiselustige können hierbei zwischen zwei Kreditgebern wählen. Beispielsweise können sie bei der Bank ihrer Wahl einen frei verfügbaren Konsumkredit aufnehmen und das geliehene Geld für den geplanten Urlaub verwenden. Verbraucher sollten hierbei jedoch bedenken, dass die Mindestsumme für ein Darlehen bei den meisten Banken bei rund 2000 Euro liegt. Alternativ dazu lassen sich mittlerweile viele Reisen, auch preisgünstige Pauschalreisen oder Kreuzfahrten, direkt über den Anbieter finanzieren.

    In diesem Fall wird ein sogenannter Händlerkredit aufgenommen, der von der mit dem Reiseveranstalter kooperierenden Bank abgewickelt wird. Typisch für derartige Kleinkredite sind Laufzeiten von 6 bis 12 Monaten. Allerdings liegen die Zinsen für Urlaubskredite oft höher als die Gebühren für ein gleichwertiges Darlehen von der Bank. Für Kunden mit guter Bonität ist die erste Variante der Reisefinanzierung daher meist günstiger. Darüber hinaus liegt die Bearbeitungszeit der Händlerbanken bei etwa zwei Wochen. Eine Zeitspanne, die Sie bei Ihrer Urlaubsplanung ebenfalls berücksichtigen sollten.

    Größere Anschaffungen

    Neben der Baufinanzierung gehört der Autokauf zu den häufigsten Gründen für die Aufnahme eines Darlehens. Günstige Kredite ermöglichen überdies die Anschaffung teurer Einrichtungsgegenstände oder Haushaltelektronik wie beispielsweise Einbauküchen, Geschirrspüler oder Heimkinoanlagen. Verbraucher können sich hierfür an ihre Bank wenden oder sich vom Anbieter der betreffenden Waren über etwaige Finanzierungsmöglichkeiten beraten lassen. Mittlerweile bieten zahlreiche große Bau- und Elektronikmärkte, Möbelhäuser und Küchenstudios ihren Kunden den Kauf auf Raten an. Solche Händlerkredite werden übrigens nie vom Verkäufer selbst vergeben. Den eigentlichen Kreditvertrag schließt der Kunde immer mit einer Partnerbank. Sicherheiten muss der Kreditnehmer keine erbringen. Vorausgesetzt werden jedoch ein regelmäßiges Einkommen und ein positives Ergebnis der Schufa-Abfrage.

    Autokredit

    Barkäufern werden beim Autohändler oft beträchtliche Preisnachlässe eingeräumt, weshalb viele Verbraucher zu diesem Zweck ein Bankdarlehen aufnehmen und im Autohaus selbst bar bezahlen. Optional kann das neue Fahrzeug auch über die Partnerbank des Autohändlers finanziert werden. Anders als der frei verfügbare Konsumentenkredit kann das Darlehen in beiden Fällen über das Fahrzeug selbst abgesichert werden. Solange das Kaufobjekt nicht vollständig abbezahlt ist, bleibt der Fahrzeugbrief im Besitz der Bank. Bleiben Ratenzahlungen aus oder wird der Vertrag gar vonseiten der Bank gekündigt, muss der Kreditnehmer das Fahrzeug wieder zurückgeben.

    Immobilienfinanzierungen

    Privatpersonen nehmen die umfangreichsten Kredite oft im Zuge einer Baufinanzierung auf. Im Unterschied zum Kleinkredit, der nach ein oder zwei Jahren vollständig getilgt ist, sind Baudarlehen langfristige Zahlungsverpflichtungen, die einer besonders sorgfältigen Vorbereitung und Beratung bedürfen. Außerdem gibt es auch bei den Voraussetzungen einige Besonderheiten zu beachten. Bei den meisten Banken müssen Kunden beispielsweise eine gewisse Summe an Eigenkapital mitbringen, die mindestens 10 Prozent der Kreditsumme betragen sollte und die Zinsgestaltung entscheidend beeinflusst. Je mehr Eigenkapital der Bauherr einbringen kann, desto günstiger wird das Darlehen für ihn.

    Der Durchschnittsverdiener ist meist nicht in der Lage eine Baufinanzierung im Wert von 300.000 Euro oder mehr innerhalb der vertraglich vereinbarten Zinsbindungsfrist abzulösen. Daher müssen sich die meisten Immobilienbesitzer früher oder später um eine Anschlussfinanzierung bemühen, je nachdem ob die Zinsen für 5, 10 oder 15 Jahre festgeschrieben wurden. Bis zur endgültigen Tilgung des Darlehens bleibt das Pfandrecht der Bank übrigens im Grundbuch vermerkt. Wird der Kreditnehmer zahlungsunfähig, wird die Immobilie von der Bank verwaltet oder im Rahmen einer Auktion verkauft.

    Geschäftskredite durch Investoren

    Selbst erfolgreiche Unternehmer sind oftmals auf die finanzstarke Unterstützung von Investoren angewiesen, wenn die eigene Firma langfristig konkurrenzfähig bleiben soll. Erste Anlaufstelle für Selbstständige sind daher Förderbanken und Geldinstitute, deren Produktpalette umfangreiche Investitionsdarlehen umfasst. Solche Geschäftskredite werden beispielsweise benötigt, um den firmeneigenen Fuhrpark aufzustocken, Produktionsmaschinen zu kaufen oder neue Firmengebäude zu errichten. Bei umfangreichen Darlehen wird die Einbringung von Eigenkapital meist vorausgesetzt.

    Außerdem dienen Geschäftsautos, Werkstatteinrichtungen und Co. zugleich als Kreditsicherung und können von der Bank bei Zahlungsausfällen wieder eingefordert werden. Das gilt auch bei Krediten, die von privaten Investoren vergeben werden. Neben den Kreditbörsen, auf denen sich Privatpersonen um ein Darlehen bewerben können, gibt es auch Plattformen, auf denen Privatleute oder Unternehmer die Projekte anderer Unternehmer finanzieren. Hier lassen sich vor allem Firmenkredite kleinen und mittleren Umfangs realisieren, wobei die Zinssätze natürlich anders bemessen sind als bei staatlich subventionierten Förderkrediten.

    Umschuldung bestehender Kredite

    Darüber hinaus sind günstige Kredite besonders für solche Bankkunden von Vorteil, die bereits anderweitige, teure Darlehen abgeschlossen haben. Vor allem ältere Verträge gehen oft mit vergleichsweise hohen Gebühren einher und können mit einem Umschuldungskredit preisgünstig abgelöst werden. Das gilt zumindest dann, wenn der Vertrag schon länger als zehn Jahre läuft oder die Periode der Sollzinsbindung bereits abgelaufen ist. Andernfalls kann die Bank unter Umständen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, von deren Höhe abhängt, ob sich eine Umschuldung lohnt oder ob es günstiger wäre, den bestehenden Vertrag einfach weiterlaufen zu lassen.

    Mit einem Umschuldungskredit können außerdem mehrere kleine Verbraucherkredite mit unterschiedlichen Zinssätzen zu einer überschaubaren Zahlungsverpflichtung zusammengefasst werden. Etwaige Vorfälligkeitsentscheidungen fallen hierbei oft kaum ins Gewicht. In jedem Fall lohnt sich eine Umschuldung bei teuren Dispositionskrediten. Auch Verbraucher, die nicht den bestmöglichen Zinssatz erhalten, können hierbei viel Geld sparen. Selbiges gilt natürlich auch für den Kreditkartensaldo, wenn er nicht innerhalb des zinsfreien Zahlungsziels ausgeglichen werden kann. Schließlich gehören Überziehungskredite zu den teuersten Darlehen überhaupt.

    Fazit

    Wie andere Unternehmen auch investieren Banken viel Geld in die Werbung für ihre Kreditprodukte und stellen diese oft günstiger dar, als sie für den Einzelnen letztendlich sind. Zudem kann heute nahezu alles vom Auto über die nächste Fernreise bis hin zum neuen Outfit aus dem Onlineshop per Ratenzahlung finanziert werden. Kreditverträge abzuschließen, ist für viele Verbraucher daher ganz alltäglich geworden. Dennoch lohnt es sich, bei den jeweiligen Konditionen genauer hinzuschauen, Alternativen abzuwägen und sich mit grundlegenden Begriffen der Kreditwirtschaft vertraut zu machen.

    Dann nämlich können sich Verbraucher selbst ausrechnen, welche Bedingungen ein Kredit erfüllen muss, um sich optimal in ihr monatliches Budget einzufügen und welche zusätzlichen Vertragsoptionen den Kredit nur unnötig verteuern würden. Wer darüber hinaus seine eigene Bonität erhöhen kann, indem er seine Scorewerte bei Schufa und Co. verbessert und seine Rechnungen vertragsgemäß begleicht, hat gute Chancen das eigene Wunschdarlehen bei Kreditinstituten, Förderbanken oder auf P2P-Börsen zu einem wirklich günstigen und fairen Zinssatz zu bekommen.

  • Bonität und Kreditwürdigkeit

    Eine Bonitätsprüfung erfolgt immer dann, wenn man einen Kredit bei einer Bank in Anspruch nehmen will. Die Bank geht mit der Kreditvergabe das Risiko ein, dass der Kunde seine Raten nicht mehr bezahlen kann. Sie wird daher versuchen, das Ausfallrisiko klein zu halten und die Kreditwürdigkeit des Kunden, die so genannte Bonität, bereits im Vorfeld zu bestimmen. Die Bonität ist also die Fähigkeit und die Bereitschaft des Kreditnehmers, ausstehende Forderungen pünktlich und vollständig zu bedienen.

    Neben der Überprüfung der regelmäßigen Einkünfte ist die Abfrage einer Wirtschaftsauskunftei das Kernstück jedes Bonitätschecks. Das bekannteste, doch längst nicht einzige Unternehmen dieser Art ist hierzulande die Schufa. Sie speichert sämtliche Daten über Vertragsabschlüsse und Zahlungsausfälle, die ihr von ihren Partnern, also Kreditinstituten, Händlern und anderen Dienstleistern gemeldet werden. Nicht alle Vermerke werden bei der Kreditvergabe negativ bewertet. So kann beispielsweise die Bewilligung eines Baudarlehens auf eine besonders hohe Zahlungsfähigkeit hinweisen.

    Wonach bestimmt sich die Bonität?

    Ob ein Kunde als kreditwürdig eingestuft wird oder nicht, hängt von der Höhe seines regelmäßigen Einkommens, seinem bisherigen Zahlungsverhalten und den darüber in der angefragten Wirtschaftsauskunftei gespeicherten Daten ab. Bei Bankdarlehen spielen auch Sicherheiten wie belastbare Immobilien, Bürgschaften oder andere Sachwerte eine wichtige Rolle. Ein gutes Gehalt oder hohe monatliche Umsätze allein sind also nicht zwangsläufig Kennzeichen herausragender Zahlungsfähigkeit. Schließlich können große Teile dieses Geldes durch anderweitige Verpflichtungen gebunden sein. Beispielsweise in Form laufender Kredite oder Unterhaltszahlungen, die ein geschiedener Familienvater für seine minderjährigen Kinder leisten muss. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen persönlicher und wirtschaftlicher Kreditwürdigkeit.

    Persönliche Kreditwürdigkeit

    Sie richtet sich nach der anzunehmenden Leistungsbereitschaft des Kreditnehmers und ist eng mit dessen persönlichen Lebensumständen und seiner bisherigen Lebensführung verknüpft. Im Beratungsgespräch beurteilt der Bankmitarbeiter daher nicht nur die eingereichten Unterlagen, sondern auch die Stabilität der familiären Situation des Antragstellers, seinen beruflichen Werdegang oder die Anzahl seiner bisherigen Wohnungswechsel. Er versucht also, sich einen möglichst umfassenden einen Eindruck von der persönlichen Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Kunden zu verschaffen. Direktbanken, die ihren Kundenkontakt ausschließlich per Chat, Telefon oder Email abwickeln, müssen auf diese Form der Bonitätsprüfung natürlich verzichten.

    Wirtschaftliche Kreditwürdigkeit

    Hierbei sind die bisherige Zahlungshistorie und die sogenannte Kapitaldienstfähigkeit des Antragstellers entscheidend. Also das Potenzial, ein Darlehen im vereinbarten Zeitraum entsprechend der jeweiligen Vertragskonditionen vollständig zurückzuzahlen. Dazu bedarf es jedoch eines regelmäßigen Gehalts. Ohne festes Einkommen ist eine Kreditaufnahme bei seriösen Anbietern kaum möglich. Darüber hinaus wird auch die Beständigkeit des Beschäftigungsverhältnisses zur Bonitätsbewertung herangezogen. Personen, die nur einen befristeten Arbeitsvertrag vorweisen können oder sich noch in der Probezeit befinden, haben es bei der Kreditbewilligung ungleich schwerer als Arbeitnehmer, die seit vielen Jahren beim selben Unternehmen angestellt oder gar verbeamtet sind.

    Verfügbarkeit des Einkommens

    Neben der Stabilität des Arbeitsverhältnisses ist auch die Höhe der monatlichen Einkünfte maßgebend. Dabei zählt jedoch nicht nur die konkrete Summe, die Monat für Monat auf das Konto des Beschäftigten wandert. Ausschlaggebend ist viel mehr, inwieweit diese über dem jeweils gültigen Pfändungsfreibetrag liegt. Die Bemessungsgrenze der Pfändungsfreibeträge wird hierbei vom Staat festgelegt und in unregelmäßigen Abständen an die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten angepasst. Dabei gilt, je mehr unterhaltspflichtige Personen der Kreditnehmer mitfinanzieren muss, desto geringer ist der Gehaltsanteil, den Gläubiger im Zweifelsfall zur Deckung offener Forderungen heranziehen dürfen.

    Bonitätsscore

    Dass er feste Einkünfte hat, muss der Antragsteller selbst in Form von Gehaltsabrechnungen oder betriebswirtschaftlichen Auskünften nachweisen. Anders verhält es sich mit seiner bisherigen Zahlungsmoral. Diese wird vom Kreditgeber mithilfe eines Bonitätsscores beurteilt, den die Schufa und ähnliche Unternehmen herausgeben. Er stellt eine zusammenfassende Bewertung des bis dato vermerkten Zahlungsverhaltens dar. Eröffnete Girokonten und laufende Ratenkredite fließen ebenso in die Bonitätsbewertung mit ein, wie unbeglichene Forderungen, soweit sie der Wirtschaftsauskunftei vom jeweiligen Vertragspartner gemeldet wurden. Daher zieht nicht jede Mahnung eine Scoreminderung nach sich, amtliche Vollstreckungsbescheide und eidesstattliche Versicherungen jedoch führen immer zu einem negativen Ergebnis der Bonitätsprüfung.

    Sicherheiten

    Bei Darlehen wie Baufinanzierungen oder Konsumkrediten kann die finanzielle Vertrauenswürdigkeit mit der Vorlage angemessener Sicherheiten erhöht werden. Gängig sind beispielsweise Eigentumswohnungen, Sachwerte oder Lebensversicherungen und ähnliche Verträge. Diese müssen allerdings hoch genug dotiert sein, um die gewünschte Leihsumme abzudecken. Bei einem Autokredit werden Zahlungsausfälle klassischerweise über das Fahrzeug selbst abgesichert. Kunden mit herabgesetztem Schufa-Score können außerdem einen solventen Bürgen benennen, der den Kreditvertrag mit ihnen gemeinsam unterschreibt und dementsprechend bereit ist, mit seinem eigenen Vermögen für die vollständige Rückzahlung des Darlehens zu bürgen.

    Wann findet eine Bonitätsprüfung statt?

    Dass Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden umfassend prüfen, bevor sie ein Darlehen bewilligen, ist bekannt. Vor Abschluss eines Leasingvertrages oder Erhalt einer Kreditkarte müssen Kunden den Bonitätscheck ebenfalls bestehen. Darüber hinaus nehmen auch Telefonanbieter oder Versandhändler eine Bonitätsprüfung vor, wenn auch in abgemilderter Form. Gerade in Großstädten mit heiß umkämpften Wohnungsmarkt verlangt auch so mancher Vermieter eine Schufa-Auskunft von seinen Bewerbern. Kurzum, eine Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit findet immer dann statt, wenn eine geldwerte Leistung im Voraus erbracht werden soll. Vor Abschluss zahlreicher Verträge muss der der Kunde daher der sogenannten Schufa-Klausel zustimmen, mit der er seinem Vertragspartner erlaubt, die über ihn in der Wirtschaftsauskunftei gespeicherten Daten abzufragen.

    Kredite

    Ein Darlehen kann auf verschiedenen Wegen realisiert werden. Entweder über das klassische Kreditinstitut vor Ort, die Direktbank im Internet oder an einer der sogenannten Kreditbörsen, an denen Privatanleger Geld gegen Zinsen verleihen. In allen drei Fällen wird die Bonität des Antragstellers mal mehr, mal weniger eingehend kontrolliert. Die zeitintensivste Bonitätsprüfung nehmen Filialbanken vor, gleichgültig ob es sich um einen Kleinkredit in Höhe von wenigen Tausend Euro oder um eine Baufinanzierung im Wert von 300.000 Euro handelt.

    Filialbanken

    Bei der klassischen Filialbank vor Ort werden Antragsteller genau unter die Lupe genommen und sollten bereit sein, ihre finanzielle Situation vollständig offenzulegen. Als sogenannter A-Vertragspartner der Auskunfteien erhalten Banken außerdem eine entsprechend umfangreiche Bonitätsauskunft, die sowohl sämtliche positiven wie negativen Merkmale in der Zahlungshistorie ihres potenziellen Kreditnehmers auflistet. Dennoch muss diese umfangreiche Überprüfung nicht zum Nachteil des Kunden sein. Schließlich können im persönlichen Beratungsgespräch auch Alternativen zum Wunschdarlehen intensiv erörtert werden. Das gilt umso mehr, wenn es sich bei dem Antragsteller um einen langjährigen Kunden handelt, den die Bank auch weiterhin an sich binden will.

    Direktbanken

    Anders als Hausbanken, bei denen jeder Kreditantrag persönlich bearbeitet wird, verwenden Direktbanken ein standardisiertes Bewertungsverfahren, mit dem die Kreditwürdigkeit des Kunden innerhalb weniger Minuten eingeschätzt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger strenge Kriterien bei der Darlehensvergabe anlegen. Neben dem Bonitätsscore und der Einkommenshöhe werden auch der Familienstand und die Art des Arbeitsverhältnisses zur Beurteilung herangezogen. Persönliche Eindrücke des Sachbearbeiters, die das Gesamtbild aufwerten könnten, spielen bei der Bonitätsprüfung hingegen keine Rolle. Darüber hinaus müssen Bewerber die im Antragsformular gemachten Angaben belegen, bevor die Bank ein verbindliches Angebot vorlegt.

    Kreditbörsen

    An einer Kreditbörse haben auch Personen mit schlechter Bonität die Chance auf ein Darlehen. Einer Überprüfung ihrer Zahlungsfähigkeit müssen sie dennoch zustimmen. Schließlich werden die dort verhandelten Kredite von Privatpersonen vergeben, die keinen persönlichen Eindruck von dem Kreditsuchenden gewinnen können. Entsprechende Internet-Plattformen holen beispielsweise eine Schufa-Auskunft ein, deren Ergebnis für alle Anleger sichtbar ist. Außerdem können Bewerber ihre regelmäßigen Einkünfte öffentlich machen oder ein eigenes Fahrzeug als Sicherheit anbieten. Grundsätzlich kann sich also jeder, ungeachtet seiner gegenwärtigen Bonität, an einer Kreditbörse bewerben. Ob er die dortigen Geldgeber von seinem Vorhaben überzeugen kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Online-Shopping

    Beim Online-Shopping gibt es keinen persönlichen Kontakt zwischen dem Kunden und dem Händler. Einige Shopbesitzer handhaben die Vertrauensfrage daher so, dass sie zuerst eine Bonitätsprüfung vornehmen, bevor der Kunde auf Rechnung einkaufen kann. Versandhändler gehören hierbei zu den B-Vertragspartnern der Wirtschaftsinformationsdienste. Sie erhalten daher nur eine Auskunft über etwaige Abweichungen im bisherigen Zahlungsverhalten, beispielsweise über mehrfach gemahnte Rechnungen. Positive Merkmale wie pünktlich beglichene Raten werden darin nicht berücksichtigt. Manche Versandhäuser bieten Neukunden grundsätzlich nur das Lastschriftverfahren oder die Vorkasse als Zahlungsmöglichkeit an. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Zahlung hat der Kunde ausreichend Bonität bewiesen und wird für den Kauf auf Rechnung freigeschaltet.

    Vor allem große Online-Versandhäuser bieten solventen Kunden die Möglichkeit, ihre Käufe per Monatsrechnung oder Ratenzahlung zu begleichen. Während beim Kauf auf Monatsrechnung mehrere Bestellungen innerhalb eines Kalendermonats in einer Rechnung gebündelt werden, wird beim Finanzkauf ein Ratenvertrag abgeschlossen, den es innerhalb einer festgelegten Laufzeit zu erfüllen gilt. Je nach Anbieter können Kunden auch eine Zahlpause nutzen. Der Gesamtrechnungsbetrag wird dann erst nach Ablauf von 30, 60 oder 100 Tagen fällig. Für alle drei Modelle müssen sich Kunden im Zweifelsfall jedoch erst qualifizieren. Auch zu diesem Zweck überprüfen Online-Händler die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden mittels Bonitätsauskunft.

    Laufzeitverträge

    Laufzeitverträge wie sie von Mobilfunkunternehmen, Fitnessstudios oder Pay-TV-Sendern angeboten werden, haben meist eine Mindestdauer von 24 Monaten. Daher müssen Kunden vor Abschluss eines entsprechenden Tarifes nachweisen, dass sie innerhalb dieser Zeit mit größter Wahrscheinlichkeit in der Lage sein werden, die monatlichen Gebühren zu bezahlen. Je nach Vertragswert verlangen einige Anbieter daher die Einkommensbescheide der vergangenen drei bis sechs Monate. Außerdem informieren sie sich bei einer Wirtschaftsauskunftei über die bisherige Bonität des potenziellen Kunden. Personen, denen Mobilfunkverträge bereits vonseiten eines Anbieters gekündigt wurden, haben daher kaum Chancen auf einen erneuten Vertragsabschluss.

    Ratenkauf

    Wie beim Online-Händler auch können Kunden in großen Elektronikmärkten oder Möbelhäusern ihre Wunschartikel im Ratenkauf erwerben. Gleichgültig ob es sich dabei um ein preisgünstiges Notebook, ein Heimkinosystem oder die neue Einbauküche im Wert von mehreren Tausend Euro handelt. Für die Bewilligung des Ratenkaufes muss der Kunde je nach Warenwert und Händler mindestens 3 bis 6 Monate lang beim selben Arbeitgeber angestellt sein oder in freiberuflicher Tätigkeit ein angemessen hohes Einkommen erzielen. Zusätzlich fragt die Händlerbank den Bonitätsscore des Kunden ab. Wer sich für einen Ratenkauf entscheidet, geht daher keinen Kreditvertrag mit dem Kaufhaus selbst, sondern mit dem für ihn tätigen Geldinstitut ein. Bei manchen Händlern gilt für Finanzierungen außerdem ein Mindestbetrag. Er liegt meist zwischen 250 und 1000 Euro Einkaufswert.

    Miete und Leasing

    Sowohl Fahrzeuge als auch Maschinen oder ganze Produktionsanlagen können heute vom Kunden angemietet oder geleast werden. Dabei zahlt er dem Händler ein monatliches Entgelt für die Nutzung des Wirtschaftsgutes. Anders als bei einem klassischen Mietvertrag kann der Leasingnehmer am Ende der Vertragslaufzeit jedoch entscheiden, ob er das Leasingobjekt an den Besitzer zurückgeben, es käuflich erwerben oder den Vertrag erneuern will. Gängig sind hierbei Vertragslaufzeiten zwischen 12 Monaten und 3 Jahren. Da es sich somit um eine längerfristige finanzielle Verpflichtung handelt, nimmt die Händlerbank eine Bonitätsprüfung bei der für sie tätigen Wirtschaftsauskunftei vor. Darüber hinaus müssen Leasingnehmer über ein ausreichend hohes Einkommen verfügen.

    Vor allem in begehrten Wohnlagen und städtischen Ballungszentren verlangen viele Wohnungseigentümer und Immobilienmakler eine Schufa-Selbstauskunft von ihren Bewerbern, auch wenn diese Praxis von Datenschützern immer wieder kritisiert wird. Mietnomaden jedoch, die ihre Monatsmiete nicht begleichen und die Wohnung im schlimmsten Fall verwüsten, sind der Albtraum eines jeden Immobilienbesitzers, vor dem er sich zu schützen versucht. Bei der Schufa können Wohnungssuchende zu diesem Zweck eine sogenannte Verbraucherauskunft beantragen. Sie enthält keine persönlichen Details, sondern lediglich eine kurzgehaltene Bonitätsbewertung des Bewerbers.

    Sonstige

    Eine Bonitätsprüfung in Form der Schufa-Abfrage wird darüber hinaus bei der Neueröffnung eines Girokontos oder bei der Beantragung einer Kreditkarte vorgenommen. Auch vor der Aktivierung oder Erweiterung des Dispositionskredites fragt die Bank bei der Wirtschaftsauskunftei nach. Selbiges gilt für viele Versicherungsunternehmen. So wird die Kreditwürdigkeit des Kunden typischerweise vor Abschluss einer Kfz-Versicherung geprüft. Ebenso gibt es Zahnzusatzversicherer und Lebensversicherer, die eine Schufa-Auskunft einholen. Ferner nehmen Inkassounternehmen Bonitätsprüfungen vor, um beispielsweise Stundungen mit dem betroffenen Schuldner zu vereinbaren.

    Wer führt die Bonitätsprüfung durch?

    Eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit erfolgt bei Privatpersonen normalerweise über die Wirtschaftsauskunftei, mit der das jeweilige Kreditinstitut oder Dienstleistungsunternehmen zusammenarbeitet. Bei der Aufnahme eines Darlehens oder dem Finanzkauf im Elektronikmarkt werden meist auch Einkommensnachweise verlangt. Diese muss der Kunde selbst vorlegen. Auskunfteien haben keinen Einblick in die Gehälter und Einkommensquellen der Verbraucher. Auch Unternehmen, Banken und ganze Staaten werden in ihrer Kapitaldienstfähigkeit beurteilt. Hierfür sind die sogenannten Ratingagenturen zuständig. Die erste von ihnen, Moody’s, wurde in den 30er Jahren in den USA gegründet. Eine bekannte deutsche Ratingagentur ist beispielsweise die Creditreform Rating AG.

    Banken und Vertragspartner

    Nicht nur Banken prüfen die Bonität ihrer Kunden, bevor sie einen Kredit vergeben. Auch andere, nicht im Finanzbereich aktive Unternehmen wie Stromanbieter, Fernschulen, Mobilfunkunternehmen, Versandhäuser und Online-Shops wollen sichergehen, dass sie es mit zahlungsfähigen Partnern zu tun haben. In welchem Umfang sie die Bonitätsprüfung vornehmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für den Internethändler, der nur nachweislich solventen Kunden den Kauf auf Rechnung gestattet, genügt die Bonitätsbewertung der Auskunftei. Beim Finanzkauf im Möbelhaus ist eventuell ein Einkommensnachweis nötig. Und bei der Kreditaufnahme ist ein solcher zwingende Voraussetzung. Den Nachweis über seine regelmäßigen Einkünfte erbringt der Verbraucher hierbei selbst, da entsprechende Daten von Auskunfteien nicht gesammelt werden.

    Auskunfteien für Privatpersonen

    Anders als manchmal angenommen, sind Auskunfteien keine staatlichen Einrichtungen, sondern privatrechtliche Unternehmen. Ihr Kerngeschäft besteht in der Sammlung und Aufbereitung von Daten, die sie von Geldinstituten, Nicht-Banken und aus amtlichen Schuldnerregistern zum Zahlungsverhalten privater Verbraucher erhalten. Sie vermerken beispielsweise Kontoeröffnungen, die ihnen von Banken gemeldet werden oder gemahnte Rechnungen, über die sie Krankenkassen informieren. Auf Grundlage dieser Datensätze führen sie die Bonitätsprüfung anhand eines statistisch-mathematischen Scoringverfahrens durch.

    Das Ergebnis dieser Berechnung wird meist in einem Zahlenwert wiedergegeben, der die prozentuale Wahrscheinlichkeit abbildet, mit der ein Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann und will. Einen Einblick in die tatsächliche Vermögenssituation des Einzelnen haben die Auskunfteien jedoch nicht. Sie prüfen die Kreditwürdigkeit einzig anhand der Daten, die sie von jenen Partnern erhalten, denen der Verbraucher verpflichtet ist. Weitere bonitätsrelevante Faktoren wie die Höhe des Einkommens, etwaige Ersparnisse oder die berufliche Qualifikation und Laufbahn werden bei dieser Form der Bonitätsprüfung nicht berücksichtigt.

    Rating Agenturen

    Was die Auskunfteien für Privatpersonen sind, sind Ratingagenturen für Unternehmen, Geldinstitute und Staaten. Zur Bonitätsprüfung verwenden sie sowohl öffentlich zugängliche Informationen als auch firmeninterne Daten über Kundenstamm, Wettbewerber oder Lieferanten. Das Ergebnis ihrer Analysen drücken Ratingagenturen in Form einer Buchstabenkombination, dem sogenannten Ratingcode aus, wobei das dreifache A als Bestnote gilt und das D die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens oder Staates kennzeichnet. Im Unterschied zu Privatpersonen ist es Unternehmen jedoch möglich, ihre bonitätsrelevanten Daten zu beschönigen oder im schlimmsten Fall ganze Jahresabschlüsse zu fälschen, wodurch sie weiterhin als kreditwürdig gelten, obgleich sie kurz vor dem Konkurs stehen.

    Welche Daten werden bei der Bonitätsprüfung abgefragt?

    Die Daten, die bei der Bonitätsprüfung abgefragt werden, unterscheiden sich zunächst nach solchen, die der Kunde selbst nachweisen muss und jenen Informationen, die der potenzielle Kreditgeber von der Wirtschaftsauskunftei erhält. Dabei wird nicht jede Anfrage von Schufa und Co. im selben Umfang beantwortet. Auskunfteien unterscheiden hinsichtlich ihrer Mitglieder zwischen A-Vertragspartnern, zu denen Banken, Leasingunternehmen und Kreditkartengesellschaften gehören sowie Partnern der Kategorie B, bei denen es sich um Versicherungsunternehmen, Möbelhäuser oder Handytarifanbieter handelt.

    Letztere erhalten keinen detaillierten Einblick in die Finanzsituation ihrer Kunden, sondern werden nur über negative Merkmale informiert, soweit diese vorliegen. Anders als vielleicht angenommen ist das jedoch nicht immer zum Vorteil des Verbrauchers. Positive Merkmale, die eine Steigerung der Kreditwürdigkeit bewirken könnten, werden in der sogenannten B-Auskunft nämlich nicht berücksichtigt. Weitere Vertragspartner wie beispielsweise Internetauktionshäuser oder Inkassounternehmen können nur personenbezogene Informationen anfordern, um beispielsweise die Aktualität oder Korrektheit von Adressdaten zu überprüfen.

    Identifikationsdaten

    Im Bereich des Internethandels gibt es in der Regel keinen persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Verkäufern. Onlineshops und Direktbanken müssen die vom Kunden gemachten Angaben zur Person und zur Anschrift also verifizieren können, um Verwechslungen oder gar Identitätsmissbrauch vorzubeugen. Daher speichern Auskunfteien personenbezogene Daten wie den Namen, das Geburtsdatum, die aktuelle Adresse und gegebenenfalls auch frühere Anschriften des Verbrauchers, die der Vertragspartner im Bedarfsfall abfragen kann.

    Selbst wenn andere Einträge schon längst aus dem Register gelöscht wurden, werden diese Daten dauerhaft gespeichert. Wer also einmal in einer Auskunftei vermerkt wurde, bleibt dort zumindest namentlich stehen. Bei Direktbanken müssen Kunden ihre Identität zusätzlich über das sogenannte Postident-Verfahren eindeutig feststellen lassen, bevor sie ein Konto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen können. Für den Finanzkauf im Möbelhaus oder den Abschluss eines Handyvertrages vor Ort genügt hingegen die Vorlage des Personalausweises.

    Vorhandene Scorewerte von Auskunfteien

    Auskunfteien wie die Schufa errechnen auf Grundlage der ihr vorliegenden Daten für jeden Verbraucher einen Scorewert zwischen 0 und 100 Prozent, der angeben soll, mit welcher Wahrscheinlichkeit die betreffende Person einen Kredit zurückzahlen oder eine Rechnung begleichen wird. Dabei kann jeder Kreditgeber selbst entscheiden, von welcher Datensammelstelle er seine Auskünfte beziehen möchte. Außerdem tauschen Auskunfteien die ihnen vorliegenden Informationen auch untereinander aus. Für den Verbraucher gilt hierbei, je höher der Scorewert ausfällt, desto besser ist es um die eigene Bonität bestellt.

    Scoring und Kreditwürdigkeit

    Sobald ein Kunde eine Finanzierung abschließen, ein Auto auf Raten kaufen oder einen Kleinkredit aufnehmen möchte, muss er einer Bonitätsprüfung zustimmen. Der potenzielle Kreditgeber holt also eine Auskunft ein, die je nach Status des Vertragspartners mehr oder weniger detailliert ausfallen kann. Ausschlaggebend für die Kreditentscheidung ist jedoch der abschließende Scoringwert. Dabei richtet sich dieser auch nach dem Zweck der Anfrage. Beispielsweise kann das Zahlungsverhalten eines Verbrauchers einen hohen Wert für Versandhausbestellungen erzielen, wird aber bei Kreditverträgen kritisch eingeschätzt und mit einem entsprechend niedrigeren Score bedacht.

    Mögliche Konsequenzen

    Wer nur einen geringen Bonitätsscore erzielt, kann im Zweifelsfall weder einen Handyvertrag noch eine Autoversicherung abschließen. Ist der Scoringwert noch im akzeptablen Bereich gelten Verbraucher zwar nach wie vor als kreditwürdig, müssen für ihr Darlehen aber höhere Zinsen bezahlen, als Personen mit ausgezeichneter Bonität. Das gilt insbesondere für viele der sogenannten Schufa-freien Darlehen. Auch wenn die Anbieter mit einer Vergabe ohne Bonitätsprüfung werben, findet diese in den meisten Fällen dennoch statt. Entsprechende Kreditinstitute sind allenfalls bereit, auch einem Kunden Geld zu leihen, der bei anderen Banken längst kein Darlehen mehr erhalten würde. Zu entsprechend teuren Zinsen versteht sich.

    Einkommensnachweise

    Dass er einer regelmäßigen beruflichen Tätigkeit nachgeht und daraus ein entsprechendes Gehalt bezieht, muss der Verbraucher selbst beweisen. Denn weder sein Einkommen noch dessen Herkunft wird von Auskunfteien erfasst. Als Einkommensnachweise gelten beispielsweise Lohnzettel oder Gehaltsabrechnungen. Freiberufler und selbstständige Unternehmer können ihre Einkünfte beispielsweise in Form ihrer betriebswirtschaftlichen Auskünfte oder ihrer aktuellen Einkommenssteuererklärung belegen. Je nach Anliegen sind mehr oder weniger umfangreiche Nachweise nötig.

    Die umfangreichsten Nachweise müssen Bankkunden erbringen, die einen Kredit aufnehmen wollen. Das gilt umso mehr, wenn sie selbstständig tätig sind. Unternehmer, die sich eine große Summe leihen und ihre

    Bonität mittels ihrer betriebswirtschaftlichen Auskunft darlegen wollen, sollten die Unterlagen der vergangenen drei Jahre vorlegen. Je nach Kreditinstitut und Höhe des Darlehens müssen Bewerber jedoch mindestens ihre Einkünfte für einen Zeitraum von drei bis sechs Monate belegen können. Selbiges gilt auch für zahlreiche Finanzkäufe oder Mobilfunkverträge. Für den Kauf auf Rechnung beim Versandhändler oder Online-Shop bedarf es hingegen keiner derartigen Belege.

    Negativdaten und Positivdaten

    Namentlich in einer Wirtschaftsauskunftei vermerkt zu sein, ist etwas ganz Alltägliches. Handelt es sich bei Schufa und Co. doch nicht um Schuldenregister, sondern um Datensammelstellen, die ihren Vertragspartnern aufbereitete Informationen zur Verfügung stellen. Auf diese Weise können Kreditgeschäfte aller Art unkompliziert und zeitnah abgewickelt werden. Dementsprechend wird bei den gespeicherten Daten zwischen positiven und negativen Merkmalen unterschieden. Auch wenn die Scoreberechnung im Einzelnen nicht immer nachvollziehbar ist, wirkt sich also nicht jeder Schufa-Eintrag zum Nachteil des Verbrauchers aus. Manche steigern sogar dessen Kreditwürdigkeit.

    Positive Merkmale

    Wurde einem Verbraucher schon einmal ein Kredit bewilligt oder eine Kreditkarte ausgegeben, führt dieser Vermerk mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Verbesserung seines Bonitätsscores. Schließlich wurde er von dem betreffenden Kreditinstitut für zahlungsfähig und zuverlässig genug eingeschätzt, um das Darlehen zurückzuzahlen oder mit dem Verfügungsrahmen, den eine Kreditkarte mit sich bringt, verantwortungsvoll umzugehen. Dies gilt natürlich nur, solange die jeweiligen Zahlungsverpflichtungen pünktlich und vertragsgetreu erfüllt wurden. Auch Kontoeröffnungen und Kontokündigungen gelten als positive Merkmale, allerdings muss die Kontoauflösung dabei vom Verbraucher vorgenommen worden sein.

    Negative Merkmale

    Bonitätsmindernd hingegen wirken sämtliche Abweichungen vom vertraglich vereinbarten Zahlungsverhalten, sofern sie der Auskunftei von dem betroffenen Vertragspartner gemeldet wurden. Dazu gehören Kontokündigungen vonseiten der Bank, Kreditkartenmissbrauch oder Mahnbescheide über Forderungen, die nicht bestritten wurden. Auch Darlehen oder Laufzeitverträge, die wegen Zahlungsverzugs gekündigt wurden, Kontopfändungen und andere Zwangsvollstreckungsmaßnahmen führen zu einer Herabsetzung des Kreditscores. Telefonanbieter, Versandhäuser oder Versicherungen können bei der Bonitätsprüfung ihrer Kunden nur etwaige Negativdaten abfragen. Positive Merkmale, die einen bonitätsmindernden Eintrag relativieren könnten, bleiben ihnen verborgen.

    Anzahl von Bankkonten und Kreditkarten

    Informationen darüber, wie viele Bankkonten ein Verbraucher hat oder ob ihm bereits eine oder mehrere Kreditkarten bewilligt wurden, fließen zwar in die Scoreberechnung der Auskunfteien ein, sind aber nicht allen Vertragspartnern zugänglich. Nur Kreditinstitute und ähnliche Unternehmen wie beispielsweise Leasinggesellschaften erhalten eine Auskunft, in der die laufenden Konten und Karten aufgeführt sind. Dabei wirkt sich beispielsweise der Vermerk über die Bewilligung einer Kreditkarte tendenziell positiv auf die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers aus.

    Eine Vielzahl an Konten und Karten hingegen kann zu einer Herabsetzung der eigenen Bonität führen. Beispielsweise, wenn der Bankberater oder die Auskunftei den durch mehrere Dispokredite und Kreditkarten stark erweiterten Verfügungsrahmen als Risikofaktor interpretiert. Könnte der Verbraucher bei gleichzeitiger Ausreizung aller Konten und Karten doch innerhalb kürzester Zeit in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Inwieweit die einzelne Karte jedoch tatsächlich belastet ist oder ob sich die Konten im Plus oder Minus befinden, erfährt der potenzielle Kreditgeber nicht.

    Kontostände

    So wenig die Wirtschaftsauskunftei Daten über das Einkommen eines Verbrauchers hat, kennt sie dessen Kontostände. Lediglich Angaben zu laufenden Konten und aktiven Kreditkarten sind vermerkt. Diese können jedoch nur von Kreditinstituten eingesehen werden. Versandhändler oder Mobilfunkanbieter haben keinen Zugriff auf diese Informationen und fordern ihre Kunden auch nicht zur Offenlegung aktueller Kontostände auf. Wenn allerdings bereits Konten gesperrt wurden, ist dies negativ vermerkt und mindert die Kreditwürdigkeit des Kunden. Ein ausgereizter Dispokredit hingegen taucht in der Bonitätsauskunft nicht auf. Wenn Sie also einen neuen Handyvertrag abschließen wollen und keinen negativen Schufa-Eintrag haben, spielt es keine Rolle, ob Ihr Konto gerade im Minus ist oder nicht.

    Laufende Kredite

    Bereits abgeschlossene und noch nicht erfüllte Kredite sind in der Wirtschaftsauskunftei vermerkt. Bei einem erneuten Kreditantrag, der beispielsweise zu Zwecken der Umschuldung aufgenommen wird, erfährt die Bank also von den bestehenden Verpflichtungen, auch wenn sie bei einem anderen Kreditinstitut aufgenommen wurden. Dabei muss ein laufendes Darlehen keine Ablehnung des Kreditantrages zur Folge haben. Schließlich erhält die Bank auch Informationen darüber, ob die bisherigen Raten pünktlich bezahlt wurden. Liegen von dieser Seite keine Beanstandungen vor, kann das laufende Darlehen sogar auf eine erhöhte Kreditwürdigkeit hinweisen. Informationen über bereits getilgte Kredite bleiben drei Jahre lang in der Bonitätsauskunft gespeichert.

    Für die Bank ist das Wissen um laufende Kredite eine wichtige Information, um die aktuelle und zukünftige Belastbarkeit des Antragstellers einschätzen zu können. Vor allem, wenn das neue Darlehen nicht der Umschuldung dient, sondern zum Erwerb von Konsumgütern gedacht ist. Schließlich sollen die unterschiedlichen Ratenzahlungen die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kunden nicht übersteigen. Damit die Bank einen weiteren Kreditantrag bewilligt, müssen Gesamtbelastung, Einkommenshöhe und Stabilität des Arbeitsverhältnisses also in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Andere Vertragspartner der Auskunfteien wie beispielsweise Telekommunikationsunternehmen erhalten keine Auskunft über laufende Kredite und fragen diese vor Vertragsabschluss auch nicht ab.

    Gerüchte rund um die Bonitätsprüfung

    Über Bonitätsprüfungen und insbesondere das Scoringverfahren der Auskunfteien sind zahlreiche Gerüchte im Umlauf, die zu viel Halbwissen und manchmal auch unbegründeten Befürchtungen aufseiten der Verbraucher führen. Viele Konsumenten nehmen beispielsweise an, dass ein Schufa-Eintrag grundsätzlich etwas Negatives sein muss. Dabei werden in der Schufa auch Positivdaten vermerkt, die ihre Kreditwürdigkeit sogar steigern können. Kritik kommt vor allem von Datenschützern und Verbraucherschutzverbänden. Sie halten die Scoreermittlung für grundsätzlich fragwürdig, weil intransparent und unterstellen Auskunfteien gerne eine regelrechte Sammelwut, was die Daten von Endverbrauchern betrifft. Dabei sind Bürger den Informationsdiensten weit weniger ausgeliefert, als sie vielleicht denken.

    Auskunfteien speichern Kontostände und persönliche Daten

    Die Vorstellung, dass die eigenen Kontobewegungen für Außenstehende ohne das eigene Zutun einsehbar sein könnten, macht vielen Verbrauchern Angst. In Bezug auf Wirtschaftsauskunfteien ist diese Angst jedoch unbegründet. Sie speichern zwar Vermerke über Kontoeröffnungen oder aktive Kreditkarten, haben jedoch keinen Einblick in das jeweilige Guthaben oder Saldo. Dementsprechend liegen der Datensammelstelle auch keine Informationen über die Höhe der monatlichen Zahlungseingänge vor. Weder die Schufa noch irgendeine andere Auskunftei weiß also, was Sie verdienen, wofür Sie es ausgeben oder ob Sie Ihr Konto am Monatsende hin und wieder überziehen.

    Richtig hingegen ist, dass Auskunfteien personenbezogene Daten wie den Namen, das Geburtsdatum und die Anschrift des vermerkten Verbrauchers speichern. Wer häufiger den Wohnort wechselt, wird in der Schufa-Auskunft auch Angaben zu seinen früheren Adressen finden. Die Speicherung früherer Anschriften soll eine eindeutige Zuordnung der Person ermöglichen und eventuellen Verwechslungen vorbeugen. Diese Daten können beispielsweise von Inkassounternehmen abgefragt werden, um einen verzogenen Schuldner ausfindig zu machen. Weiterführende persönliche Daten beispielsweise darüber, ob Sie verheiratet oder ledig sind, welcher Nationalität Sie angehören oder welchen Beruf Sie ausüben, sind nicht vorhanden.

    Ostdeutsche haben eine schlechtere Bonität

    Ostdeutschen Bürgern wird hin und wieder eine schlechtere Bonität unterstellt als ihren westdeutschen Nachbarn. Liegen die Löhne in den neuen Bundesländern doch nach wie vor rund 30 Prozent unter dem westdeutschen Niveau. Zugleich haben die ostdeutschen Länder noch immer mit einer signifikant höheren Arbeitslosigkeit zu kämpfen als beispielsweise Bayern oder Baden-Württemberg. Ein tieferes Lohnniveau und höhere Arbeitslosenquoten allein sagen jedoch nichts über die Zahlungsmoral der ostdeutschen Bürger aus. Tatsächlich verteilen sich jene Verbraucher, über die mindestens ein negatives Merkmal in der Schufa gespeichert ist, gleichmäßig über alle Bundesländer. Ein Ost-West-Gefälle im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit existiert also nicht.

    Auskunfteien sind Datenkraken

    Spätestens seit Beginn des digitalen Zeitalters, in dem Millionen Verbraucher ihre Einkäufe online tätigen und auch intime Informationen oft nur spärlich geschützt im Netz preisgeben, geraten Wirtschaftsauskunfteien immer wieder ins Visier der Datenschützer. Einerseits sind die Mechanismen nach denen Auskunfteien die Bonität des Einzelnen berechnen, nicht einsehbar. Zum anderen steigt die Anzahl von online abgeschlossenen Kauf- oder Kreditverträgen, die eine Bonitätsprüfung voraussetzen und ihrerseits wieder in der Auskunftei vermerkt werden. So kommt eine enorme Masse an Daten zusammen, aus denen sich, so die Vermutung, ein detailliertes Persönlichkeitsprofil des einzelnen Konsumenten erstellen lässt, ohne dass dieser etwas davon mitbekommt oder Einfluss darauf nehmen kann.

    Sturm liefen Datenschützer beispielsweise, als bekannt wurde, dass die Schufa Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter für ihre Bonitätsbewertungen nutzen möchte. Das im Jahr 2012 ins Leben gerufene Projekt wurde aufgrund der massiven Kritik mittlerweile wieder eingestellt. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass Auskunfteien die gespeicherten Daten nach Ablauf bestimmter Fristen wieder löschen. Ratenkredite werden beispielsweise drei Jahre nach erfolgreicher Rückzahlung gelöscht, Kreditanfragen bleiben 12 Monate vermerkt und Angaben zu Girokonten verschwinden aus dem Register, sobald die Auskunftei von der Bank über die Auflösung des Kontos informiert wurde. Außerdem können Verbraucher die Löschung fehlerhafter Datensätze beantragen.

    Scores sind intransparent

    Kernstück einer jeden Kritik an der Arbeit von Auskunfteien ist die Behauptung, dass der bewertete Verbraucher keinerlei Möglichkeit hätte, die Art und Weise, wie der Bonitätsscore genau berechnet wird, nachzuvollziehen. Obwohl seine wirtschaftliche Kreditwürdigkeit von eben diesem Wert abhängt. Ein Streitpunkt, der schon öfter vor Gericht verhandelt wurde. Zuletzt entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2014, dass die Formel zur Scoreberechnung als Betriebsgeheimnis der Auskunfteien zu werten ist und daher nicht öffentlich gemacht werden muss. Nichtsdestotrotz hat jeder Verbraucher das Recht, seine eigenen Daten jederzeit einzusehen und gegebenenfalls Korrektur zu verlangen.

    Auch wenn die hochkomplexe Scoreermittlung für den Einzelnen nicht nachvollziehbar ist, haben Verbraucher zumindest ein gewisses Maß an Kontrolle über das Ergebnis ihrer Bonitätsprüfung. Anhand regelmäßiger Selbstauskünfte können sie die gespeicherten Informationen überprüfen. Vor allem den großen Auskunfteien liegen außerdem ausreichend Daten vor, um das Zahlungsverhalten des Einzelnen relativ gut zu bestimmen. Kleinere Unternehmen hingegen versuchen manchmal eine Bonitätsbewertung vorzunehmen, obwohl zu der angefragten Person keine Vermerke vorliegen. Inwieweit in diesem Fall aber der Stadtteil, in dem man lebt oder der eigene Name Auskunft über die persönliche Zahlungsmoral geben kann, sei dahingestellt.

    Bonitätsprüfungen schaden dem Verbraucher

    Falsche oder veraltete Vermerke in Auskunfteien können für Verbraucher weitreichende Konsequenzen haben. Wem aufgrund fehlerhafter Daten eine geringe Kreditwürdigkeit bescheinigt wird, kann im Zweifelsfall kein Baudarlehen aufnehmen, kein Fahrzeug finanzieren oder nicht einmal einen Mobilfunkvertrag abschließen, obwohl er sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Bonitätsprüfungen können dem Konsumenten im Einzelfall also durchaus schaden. Verbraucher können die Gefahr einer unberechtigten Scoreminderung jedoch eindämmen, wenn sie die zu ihrer Person vermerkten Daten regelmäßig kontrollieren und notfalls berichtigen lassen.

    Schutz vor Verschuldung

    Grundsätzlich jedoch ist die Bonitätsprüfung eine wichtige Sicherheitsmaßnahme für alle Verträge, bei denen eine Leistung beansprucht aber erst später bezahlt wird. Dabei schützt die Überprüfung der bisherigen Zahlungshistorie des Kunden nicht nur die Bank oder den Händler vor Verlustgeschäften. Kann die Ablehnung eines Kreditantrages doch auch den Kunden selbst davor bewahren, in eine Schuldenspirale zu geraten oder sich finanzielle Verpflichtungen aufzuhalsen, die seine Leistungsfähigkeit weit übersteigen. Außerdem werden selbst berechtigte negative Daten nach einer Weile wieder gelöscht. Eine geminderte Bonität muss den Verbraucher also nicht lebenslang begleiten.

    Schnelle Kreditentscheidung

    Durch den Rückgriff auf einen Kreditscore, der in Form von Prozentangaben die Bonität des Verbrauchers schnell und übersichtlich angibt, können sich Kreditgeber innerhalb weniger Minuten für oder gegen einen Vertragsabschluss entscheiden. Gäbe es diese Form der Bonitätsbewertung nicht, müsste jedes Kredit gebende Unternehmen von der international agierenden Bank bis hin zum kleinen Online-Händler, die Bonität seiner Kunden selbst prüfen. Zahlreiche Annehmlichkeiten des digitalen Zeitalters wie die Kreditaufnahme im Internet, Shopping beim Online-Händler oder ein mit wenigen Klicks abgeschlossener Mobilfunkvertrag wären in dieser Form also nicht möglich.

    Selbstauskunft anfordern und Daten korrigieren

    Das Scoringverfahren der Auskunfteien mag Verbrauchern manchmal zweifelhaft bis willkürlich erscheinen. Dennoch sind sie den Datensammelstellen nicht hilflos ausgeliefert. Mittels der sogenannten Selbstauskunft kann jeder Bürger die über ihn gespeicherten Vermerke abfragen und auf deren Richtigkeit und Aktualität hin überprüfen. Wer fehlerhafte oder veraltete Daten in seiner Bonitätsbewertung findet, kann deren Löschung beantragen. Als Verbraucher sollten Sie diese Möglichkeit regelmäßig nutzen. Nur so können Sie sich zumindest ein gewisses Maß an Kontrolle über jene Daten erhalten, von denen immerhin abhängt ob Banken, Autohäuser oder Versicherer Sie als kreditwürdigen Vertragspartner wahrnehmen oder nicht.

    Warum die Kontrolle der eigenen Daten wichtig ist

    Außer den personenbezogenen Daten wie Name, Wohnanschrift und Geburtsdatum sollten sämtliche Einträge nach Ablauf bestimmter Fristen automatisch gelöscht werden. Vorausgesetzt natürlich, die zugrundeliegende Schuld wurde beglichen. Erfahrungsgemäß finden sich jedoch immer wieder veraltete oder fehlerhafte Einträge in der Bonitätsauskunft, da Banken und andere Vertragspartner die aktualisierten Informationen nicht immer an die jeweilige Auskunftei weiterleiten oder Vermerke falsch kennzeichnen. Wer seine Rechnungen und Raten bisher immer pünktlich beglichen hat und vom Kreditgeber seiner Wahl dennoch abgelehnt wird, sollte also schnellstmöglich in Erfahrung bringen, welche Daten die unterschiedlichen Auskunfteien zu seinem Zahlverhalten gespeichert haben.

    Häufig führen Anfragen zu Kreditkonditionen zu fehlerhaften Einträgen. Wenn der Bankmitarbeiter bei der Datenweitergabe beispielsweise vergisst, die bloße Anfrage als solche zu kennzeichnen. Konditionsanfragen werden zwar auch in der Auskunftei vermerkt, stellen jedoch kein Negativmerkmal dar. Wird die Anfrage hingegen fälschlicherweise als Kreditantrag gemeldet, ohne dass dem eine weitere Meldung über die Kreditbewilligung folgt, nimmt die Auskunftei an, dass der Kredit abgelehnt wurde. Aufgrund mangelnder Bonität eines Bewerbers also, der tatsächlich niemals einen Antrag stellte, sondern die Konditionen nur zu Vergleichszwecken anfragen wollte. Darüber hinaus sind Fälle bekannt, in denen die Datensätze namensgleicher Personen verwechselt wurden, was die Kreditablehnung zahlungsfähiger und bisher zuverlässiger Verbraucher zur Folge hatte.

    Die kostenlose Selbstauskunft

    Im Bundesdatenschutzgesetz ist unter § 34 festgelegt, dass jeder Bürger einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft einholen darf. Wirtschaftsauskunfteien aktualisieren ihre Bonitätsbewertungen mehrmals jährlich. Die Schufa beispielsweise berechnet den aktuell gültigen Score für einen Zeitraum von jeweils drei Monaten. Daher sind auch häufigere Auskünfte möglich, allerdings schlagen diese mit rund 18 Euro pro Auskunft zu Buche. Zumindest bei der größten deutschen Auskunftei, der Schufa, können Sie neben der Selbstauskunft auch eine sogenannte Verbraucherauskunft beantragen, die Sie beispielsweise bei der Wohnungssuche einem potenziellen Vermieter vorlegen können. Dem Antrag müssen Sie lediglich eine gut lesbare Kopie Ihres Personalausweises beilegen.

    Die Verbraucherauskunft enthält keine Details über das Zahlungsverhalten des Konsumenten. Sie gibt nur Aufschluss darüber, ob aktuell negative Einträge vorhanden sind oder nicht. Im Gegensatz dazu ist die Selbstauskunft zur persönlichen Verwendung gedacht. Sie sollte daher alle gespeicherten Daten samt deren Quellen und Empfängern enthalten sowie den sich daraus ergebenden Scoringwert, der die Bonität entscheidend mitbestimmt. Seit 2007 darf der Antrag auf Selbstauskunft übrigens nicht mehr als Negativmerkmal geführt werden, wie es bis dato die Regel war. Wer die über ihn gesammelten bonitätsrelevanten Daten in regelmäßigen Abständen kontrolliert, riskiert also keine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Vielmehr trägt er damit aktiv zu deren Erhalt und Verbesserung bei.

    Rechte bei fehlerhaften Daten und Scores

    Verbraucher, deren Selbstauskunft veraltete, unvollständige oder auf andere Weise fehlerhafte Daten enthält, die ihre Kreditwürdigkeit fälschlicherweise herabsetzen, können deren Berichtigung verlangen. Dazu genügt ein formloses Schreiben, in dem die betreffenden Informationen benannt und ergänzend korrigiert werden. Verbraucherschutzverbände stellen hierfür auch Formulare zur Verfügung, die Betroffene auf der jeweiligen regionalen Website herunterladen können. Handelt es sich um veraltete Daten, die vom früheren Kreditgeber nicht aktualisiert wurden, können sich Verbraucher auch an die Bank oder das betreffende Unternehmen wenden und dieses zur Richtigstellung auffordern.

    Fehler nachweisen

    Wer kann, sollte seinem Schreiben die entsprechenden Nachweise beilegen. Beispielsweise in Form von Kündigungsschreiben, Zahlungsbelegen, Eingangsbestätigungen und Ähnlichem. Bei komplizierten Sachverhalten empfiehlt es sich außerdem, die Hilfe eines Juristen in Anspruch zu nehmen oder sich an eine Schlichtungsstelle zu wenden. Des Weiteren sind die Auskunfteien verpflichtet, strittige Einträge so lange zu sperren, bis der Sachverhalt abschließend geklärt ist. Innerhalb dieses Zeitraums darf der betreffende Vermerk also nicht an Vertragspartner weitergeleitet oder zur Scoreermittlung verwendet werden.

    Vorzeitige Löschung

    Grundsätzlich wird jeder Datensatz nach Ablauf der für ihn geltenden Frist gelöscht. Doch auch berechtigte Einträge, die vom Schuldner nicht bestritten wurden, können vorzeitig entfernt werden. Dazu müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So darf die betreffende Forderung beispielsweise nicht tituliert sein. Es darf sich dabei also nicht um einen Vollstreckungsbescheid, einen erfolgten Haftbefehl oder Ähnliches handeln. Außerdem darf die Forderung nicht mehr als 2000 Euro betragen und muss nicht nur innerhalb eines Zeitraumes von sechs Wochen beglichen, sondern der Auskunftei vom Gläubiger auch als erledigt gemeldet worden sein.

    Die wichtigsten Auskunfteien

    Von der Schufa hat fast jeder schon einmal gehört. Anders als häufig vermutet handelt es sich dabei jedoch nicht um eine staatliche Behörde, sondern um ein privates Unternehmen. Außerdem ist sie längst nicht die einzige Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Auch Creditreform, Bürgel oder Deltavista sind bekannte Namen. Da sie tendenziell weniger Vertragspartner haben als die Schufa, stehen ihnen bei der Bonitätsbewertung auch weniger Daten zur Verfügung. Manche Auskunfteien verzichten bei fehlenden Vermerken auf eine Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Andere errechnen dennoch einen Score. Außerdem sind einige Datensammelstellen auch im Bereich von Forderungsmanagement und Inkasso tätig.

    In jedem Fall jedoch trifft die Auskunftei selbst keine Kreditentscheidungen, sondern präsentiert dem Kreditgeber lediglich Informationen auf deren Grundlage er eine Entscheidung treffen kann. Dabei ist das Unternehmen natürlich auch auf die Rückmeldung seiner Vertragspartner angewiesen. Nur wenn Banken und Nicht-Banken Informationen zu erledigten Forderungen oder zurückgezahlten Darlehen zeitnah und fehlerfrei weiterleiten, kann die Auskunftei ihre Datensätze entsprechend aktualisieren. Außerdem verwenden Wirtschaftsinformationsdienste Daten, die in bundesweiten Schuldnerverzeichnissen oder von Amtsgerichten veröffentlicht werden.

    Zahlreiche Verbraucher sind daher in gleich mehreren Auskunfteien vermerkt, mit gegebenenfalls recht unterschiedlichem Ergebnis. Das Recht auf eine kostenfreie Selbstauskunft pro Jahr gilt daher für jede Datensammelstelle einzeln. Als Verbraucher können Sie schließlich nicht wissen, welcher Kreditgeber oder Onlineshop mit welcher Sammelstelle zusammenarbeitet. Wenn Sie also einsehen möchten, was andere Auskunfteien über sie gespeichert haben, finden Sie die entsprechenden Formulare und Informationen auf der Website des jeweiligen Unternehmens.

    Schufa Holding AG

    Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa genannt, ist die größte deutsche Wirtschaftsauskunftei. Ihre Ursprünge reichen bis in die 1920er Jahre zurück, rechnet man ihre Vorgängerunternehmen der Firmengeschichte hinzu. Im Jahr 2000 wurde der bis dato bestehende Verein in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Rund 75 Prozent aller deutschen Verbraucher sind mit mehr als 700 Millionen Daten in der Schufa erfasst. Zu ihren Vertragspartnern gehören nahezu alle Privatbanken, rund drei Viertel aller Genossenschaftsbanken und zahlreiche Nicht-Banken wie Telekommunikationsunternehmen und Versandhäuser. Die Schufa ist so bekannt, dass ihr Name zu einem Synonym für eine ganze Branche wurde.

    Accumio Finance Services

    Bei Accumio Finance Services handelte es sich ursprünglich um eine Unterabteilung des Inkassodienstleisters SAF Forderungsmanagment GmbH, der 1998 gegründet wurde. Im Jahr 2013 wurde die Tochterfirma der Deutschen Telekom von EOS übernommen und unterhält Niederlassungen in zahlreichen deutschen Städten, beispielsweise in Heidelberg, Hannover und Mannheim. Im Bereich Bonitätsprüfung erstellt Accumio Auskünfte zu Firmen und privaten Verbrauchern. Für Verbraucher, über die keine negativen Vermerke gespeichert sind, berechnet Accumio einen Bonitätsscore, der auf den jeweiligen soziodemografischen Daten wie beispielsweise dem Wohnumfeld beruht.

    Bürgel Wirtschaftsinformationen

    Auch Bürgel Wirtschaftsinformationen ist sowohl im Bereich der Bonitätsprüfung als auch im Forderungsmanagement tätig. Gegründet wurde die Auskunftei bereits im Jahr 1885 in Berlin. Mittlerweile ist neben der Allianz Group auch die EOS Holding GmbH der Otto Group Gesellschafter von Bürgel. Seinen Hauptsitz hat der Wirtschaftsinformationsdienst in Hamburg. Deutschlandweit sind rund 1000 Mitarbeiter an etwa 60 Standorten bei ihm beschäftigt. Zu den Geschäftsbereichen der Bürgel Gruppe gehört die Bonitätsprüfung von Privatpersonen und Unternehmen, die Adressermittlung zu Werbe- und Forderungsszwecken, Inkassodienstleistungen sowie Softwarelösungen für Firmenkunden.

    CEG Creditreform Consumer

    Die CEG Consumer Reporting ist eine Tochterfirma der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit Hauptsitz in Neuss bei Bonn, deren Firmengeschichte bis ins Jahr 1879 zurückgeht. Im Jahr 2012 wurde die CEG Consumer GmbH in Boniversum umbenannt. Während sich Creditreform als Ratingagentur etabliert hat und sich vorwiegend mit der Bonitätsbewertung von Unternehmen befasst, sammelt Boniversum Daten zum Zahlungsverhalten von Privatpersonen. Nach eigenen Angaben kann die Auskunftei bei ihren Bonitätsbewertungen auf rund 80 Millionen Einzeldaten von mehr als 60 Millionen Bürgern zurückgreifen.

    Deltavista

    Ursprünglich war Deltavista ein Schweizer Unternehmen, das nach seiner Gründung im Jahr 1994 schnell über Österreich und Polen nach Deutschland expandierte. Die in Karlsruhe ansässige Auskunftei sammelt Bonitätsinformationen über Privatpersonen und Firmen und bereitet diese für ihre Vertragspartner auf. Außerdem ermittelt sie Adressdaten und holt Informationen von anderen nationalen und europäischen Sammelstellen ein, die wiederum in ihre eigenen Bonitätsbewertungen einfließen. Darüber hinaus unterstützt sie Inkassofirmen und Mahnabteilungen, indem sie einen Scorewert errechnet, der angeben soll, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein säumiger Schuldner die offenen Forderungen begleichen wird.

    Infoscore Consumer Data

    Die Wirtschaftsauskunftei Infoscore Consumer Data gehört zum Finanzdienstleister Arvato, einem Tochterunternehmen der Bertelsmann AG. Neben dem Hauptsitz in Baden-Baden unterhält sie Niederlassungen in 22 Ländern und beschäftigt insgesamt rund 7000 Mitarbeiter. Die Sammelstelle kann bei ihren Bonitätsprüfungen auf Daten von knapp 8 Millionen Verbrauchern zurückgreifen und bearbeitet rund 100 Millionen Anfragen pro Jahr. Darüber hinaus ist sie auch im Bereich des Forderungsmanagements aktiv und verschickt eigenen Angaben nach jährlich mehr als 25 Millionen Inkassoschreiben.

    Fazit

    In einer Gesellschaft, in der nahezu jeder Konsumwunsch mit Laufzeitverträgen oder Ratenkrediten finanziert werden kann und immer mehr Waren und Dienstleistungen online verfügbar sind, ist die eigene Kreditwürdigkeit der Schlüssel zu den Annehmlichkeiten des modernen Wirtschaftslebens. Es lohnt sich daher, sie regelmäßig zu überprüfen und zumindest einmal jährlich das gesetzlich verankerte Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft wahrzunehmen. Umso mehr, weil die Auskunfteien immer größere Datensätze aufbewahren, sie auch über Ländergrenzen hinweg untereinander austauschen und an immer mehr Vertragspartner weiterleiten. Schließlich kann ein einziger fehlerhafter Eintrag im Zweifelsfall dazu führen, dass Sie von dem Telefonanbieter Ihrer Wahl abgelehnt werden oder keine Kreditkarte beantragen können.

    Konsum und Verantwortung

    Viele Verbraucher ärgern sich über das für sie undurchschaubare Scoringverfahren der Auskunfteien, insbesondere, wenn deren Bonitätsprüfung auf so wenig aussagekräftigen Faktoren wie dem Wohnsitz oder gar dem Namen beruht. Dennoch ist die die grundlegende Idee, nämlich die Zahlungsfähigkeit eines Kunden noch vor Vertragsabschluss einzuschätzen, ein wichtiger Sicherungsmechanismus in einem Wirtschaftssystem, in dem Waren, Geld und Dienstleistungen im Voraus zur Verfügung gestellt werden. Verbraucher, die bereits an den Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit laborieren, kann es zudem vor weiterer Verschuldung schützen. Auch wer aufgrund seiner Zahlungshistorie keinen Kredit mehr bekommt, kann seine Bonität durch pünktliche Zahlungen und ein insgesamt verantwortungsvolles Konsumverhalten wiederherstellen. Schließlich bleiben die Daten in Schufa und Co. nicht für immer bestehen.

  • Schnellkredit: Kredite mit Sofortzusage im Vergleich

    Das Alleinstellungsmerkmal eines Sofortkredits ist die kurzfristige Zusage. Die Zusage erfolgt nach Prüfung des Antrags sofort, spätestens jedoch nach 24 Stunden. Neben der zeitnahen Zusage ist hier die schnelle Auszahlung ein weiterer Vorteil. Je nach Institut steht das Geld sofort auf dem Girokonto zur Verfügung oder wird innerhalb eines Werktags auf dem Konto zur Verfügung gestellt.

    Günstige Konditionen bei Online Direktbanken

    Das Internet hat viele Institute hervorgebracht, die ausschließlich online arbeiten. Diese Banken werden Direktbanken genannt. Sie sind oft besonders günstig, weil sie kein kostenintensives Filialnetz unterhalten und auch keine aufwendigen Beratungsgespräche führen. Es gibt in vielen Fällen lediglich eine Telefonhotline, die zu den gängigen Produkten dieser Banken berät.

    Auch Sofortkredite gehören hier zu den Angeboten. Der Kreditnehmer gibt seinen Kreditwunsch in eine Abfragemaske ein und füllt die Felder mit den benötigten Informationen aus. Hierzu gehören meistens die Beschäftigungsart bzw. wie das Einkommen generiert wird, die Höhe des Einkommens und die bereits bestehenden Verpflichtungen. Das Programm rechnet dann aus, ob ein Darlehen in der gewünschten Höhe möglich ist. Bei vielen Banken muss vor der Abfrage bereits eine Schufa-Klausel genehmigt werden. In den allermeisten Fällen bedeutet dies, dass die Schufaabfrage bereits stattfindet. Da sich die Häufigkeit von Kreditanfragen negativ auf den Schufascore auswirken kann, sollte eine solche Anfrage nur dann gestellt werden, wenn sie wirklich notwendig ist.

    Die Direktbanken unterziehen ihre Kreditkunden einer strengen Prüfung um das Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten, dies ist aber auch ein weiterer Grund, warum die Konditionen bei diesen Instituten so niedrig gehalten werden können.

    Hohe Flexibilität durch kostenlose Sonderzahlungen

    Sonderzahlungen sind ein echter Pluspunkt, wenn sie in den Konditionen angeboten werden. Nicht alle Darlehensverträge sehen solche Zahlungen ohne einen Ausgleich vor. In der Vergangenheit werden immer häufiger kostenlose Sonderzahlungen als Werbeargument angeführt. Dieses Angebot bedeutet, dass man einen Teil des Darlehens nach Möglichkeit schneller zurückzahlen kann, ohne dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung vornehmen zu müssen. Diese Zahlung verlangen die Banken im Normalfall um sich für entgangene Zinszahlungen entschädigen zu lassen. Sind kostenlose Sonderzahlungen im Vertrag festgehalten spart man diese Ausgleichszahlung. Das macht ein Darlehen besonders flexibel und erleichtert die Rückzahlung für den Fall, dass dem Kreditnehmer höhere Geldsummen dafür zur Verfügung stehen. Die schnellere Rückzahlung spart bares Geld und sollte deswegen immer angestrebt werden.

    Unabhängigkeit vom Verwendungszweck

    Bei regulären Krediten muss oft ein Verwendungszweck angegeben werden, der mit in die Kreditentscheidung einfließt. Gelegentlich verlangen Banken auch einen Nachweis über die antragsgemäße Verwendung des Geldes. Bei vielen Sofortkrediten entfallen diese Angaben, besonders bei online beantragten Darlehen von reinen Direktbanken, da diese den Verwendungszweck ohnehin nicht kontrollieren.

    1.4 Niedrigere Zinsen als bei Überziehung des Kontos

    Die Zinsen für die Überziehung des Kontos zählen zu den höchsten Kreditzinsen die der Endverbraucher überhaupt zahlen kann. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen dass die Zinsen bei einem Sofortkredit niedriger sind als bei der Kontoüberziehung. Dies gilt sowohl für den Dispositionskredit als auch für die geduldete Kontoüberziehung. Da der Sofortkredit mit ein wenig Vorbereitung auch schnell und einfach zu beantragen ist, lohnt sich eine Kreditanfrage umso mehr, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht.

    Das müssen Sie beachten

    Natürlich gibt es auch hier Punkte, die es zu beachten gilt. Jeder Kredit bei jedem Institut hat andere Voraussetzungen und Konditionen. Hier muss man sehr genau hinsehen und auch genau nachrechnen. Verschiedene Vorteile wie die Möglichkeit zur kostenlosen Sonderzahlung erkauft man oft mit höheren Zinsen. Wie auch bei anderen Dienstleistungen gilt hier, dass sehr genau hingeschaut werden muss, was in einem Kreditvertrag für Möglichkeiten enthalten sind und was benötigt wird. Wenn man ohnehin weiß, dass kein Geld für Sonderzahlungen da sein wird, dann kann darauf verzichtet und ein günstigeres Darlehen beantragt werden.

    Effektiven Jahreszins beachten

    Der effektive Zinssatz ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören einmal die Laufzeit, die anfängliche Tilgung und die Dauer der Zinsfestschreibung. Aber auch die persönliche Kreditwürdigkeit spielt hierbei eine Rolle. Da sich die Beschwerden der Verbraucher in den letzten Jahren gehäuft haben, sind die seriösen Institute dazu übergegangen jeweils den effektiven Jahreszins anzugeben, den die meisten Kunden bekommen können. Bei online berechneten Angeboten, beispielsweise auf Vergleichsseiten, wird mitunter auch angegeben wie viel Prozent der Kreditkunden den angegebenen Zinssatz auch erhalten.

    Bei einigen Instituten werden aber immer noch die günstigsten möglichen Angebote beworben, hier muss man im Beratungsgespräch sehr genau hinschauen, warum ein höherer Zins als auf den Schauwerbetafeln angeboten wird.

    Neben den Angeboten mit variablen Zinsen gibt es auch Festzinsangebote. Diese sind häufig etwas teurer, lohnen sich aber für Kunden, die aufgrund ihres Scorewerts nur einen teureren Kredit abschließen könnten. Solche Angebote werden meistens von Direktbanken angeboten, oder von auf Krediten spezialisierten Instituten, die sonstige Geldverkehrsgeschäfte nicht anbieten. Solche Festzinsangebote werden besonders für einen Sofort- oder Schnellkredit gerne angeboten.

    Unterschiede in der Auszahlungsdauer

    Der Sofortkredit unterscheidet sich nicht nur bei der Bearbeitungsdauer und der sofortigen Zusage. Eigentlich sollte auch das Geld sehr schnell zur Verfügung stehen. Das ist nur bedingt so. Wie schnell man an den Auszahlungsbetrag gelangt, hängt vom gewählten Institut und der Auszahlungssumme ab.

    Hausbank und andere Filialbanken

    Bei der Hausbank wird das Geld oft sofort auf dem eigenen Girokonto zur Verfügung gestellt. Ist das eigene Konto überzogen und das Darlehen soll nicht für den Ausgleich verwendet werden, muss dies vorher mit dem Sachbearbeiter abgesprochen werden, der das Geld dann entweder entsprechend vordisponiert und zur Auszahlung bereitstellt, oder ein gesondertes Konto dafür eröffnet. Letztere Lösung empfiehlt sich vor allen Dingen wenn das Geld nicht sofort mitgenommen werden soll, was in den meisten Fällen wohl der Fall sein dürfte.

    Direktbank und Internetangebote

    Bei einer Direktbank erfolgt die Auszahlung oft ebenfalls auf das eigene Girokonto bei der Hausbank. Die Direktbanken verfügen über kein eigenes Filialnetz, das macht die Zinssätze günstiger, aber die Abwicklung nicht ganz so einfach wie bei einer Filialbank. Bei einer Bank mit Sitz in Deutschland darf ein Darlehen nur mit erfolgreicher Identifikation ausgegeben werden. Selbst wenn also eine Sofortzusage erteilt wird, müssen hier einige Tage bis zur Auszahlung gerechnet werden, denn diese Identifikation wird oft per Post-Ident-Verfahren geregelt. Nach der erfolgreichen Überprüfung muss dann das Konto angelegt werden. Da Zahlungen hier nur über Geldautomaten erfolgen können, kommen noch einige Tage bis zur Bereitstellung einer Kundenkarte dazu.

    Bei einigen Internetangeboten erfolgt die Auszahlung grundsätzlich auf ein Referenzkonto, von dem dann auch die monatlichen Raten gezahlt werden.

    Bearbeitungsgebühren und Vorfälligkeitsentschädigung

    Bearbeitungsgebühren für Darlehen sind seit einem Urteil des BGH vom Juli 2014 nicht mehr erlaubt. Trotzdem berechnen einige Banken solche Gebühren. Wenn es nicht sicher ist, ob man den Sofortkredit bekommt, dann sollte man einen Vertrag mit solchen Gebühren erst mal unterschreiben und die Gebühren später zurückfordern. In den meisten Fällen werden die Bearbeitungsgebühren damit begründet, dass es Kosten verursacht einen Kreditantrag zu prüfen und die Einhaltung der Kreditkonditionen zu überwachen. Das ist aber das übliche Geschäft der Bank und wird mit den Zinsen bereits abgegolten. Dies ist auch das Argument der Richter des BGH.

    Vorfälligkeitsentschädigung

    Diese wird fällig, wenn man ein Darlehen vorzeitig ablöst. Für die Zeit, in der man das Darlehen nicht in Anspruch genommen hat, fallen keine Zinsen an. Da die Zinsen aber mitunter nach der Laufzeit eines Darlehens berechnet werden, lassen sich die Banken mit der Vorfälligkeitsentschädigung die entgangenen Zinsen vergüten. Diese Entschädigung wird nach einer Tabelle berechnet und ist bei den in Deutschland sitzenden Instituten gleich hoch.

    Vorzeitige Kündigung durch die Bank

    Eine weitere Entschädigung dieser Art und in gleicher Höhe wird auch fällig, wenn der Kreditnehmer die Auflagen aus dem Vertrag verletzt, insbesondere mit der Rückzahlung nicht nachkommt. Dann kündigt die Bank das Darlehen und verlangt eine solche Entschädigung, die in der Höhe genau gleich ist, da sie nach einer identischen Formel berechnet wird.

    Restschuldversicherung meist überflüssig

    Viele Banken verkaufen mit der Gewährung des Darlehens eine Restschuldversicherung. Diese ist in vielen Fällen überflüssig. Eine solche Versicherung lohnt sich vor allen Dingen dann, wenn man eine langfristige Finanzierung benötigt. Sie sollte abgeschlossen werden, wenn die Laufzeit des Darlehens 6 Jahre übersteigt. Damit wird das Risiko von Krankheit und Arbeitslosigkeit abgesichert. In den meisten Policen ist eine maximale Leistungsdauer festgelegt. Während dieser Zeit bezahlt die Restschuldversicherung die anfallenden Raten. In den meisten Fällen gehören dazu Zins und Tilgung, es gibt aber auch günstige Versicherungsprodukte, die lediglich den Zins zahlen. Ob eine solche Police ausreichend wäre hängt im Wesentlichen vom Kreditvertrag ab.

    Da Sofortkredite in der Regel aber überschaubare Darlehen sind, und die maximale Laufzeit in den meisten Fällen 84 Monate nicht übersteigt, kann von einer Restschuldversicherung abgesehen werden. Einige Institute verlangen diese aber als Grundlage für den Abschluss eines Kreditvertrags. Dann besteht die Verpflichtung eine solche Versicherung abzuschließen, in der Regel wird das passende Produkt dann vom Bankberater angeboten.

    Haushaltsrechnung aufstellen

    Eine Haushaltsrechnung hilft, den Überblick über die eigenen Finanzen zu bewahren. Dabei stellt man in einer Tabelle die Ausgaben und die Einnahmen gegeneinander. Wichtig ist hierbei, dass die Haushaltsrechnung konsequent geführt wird, damit man auch die entsprechenden Rückschlüsse ziehen kann und Einsparpotentiale aufdeckt, sowie Löcher in der Finanzplanung entdecken kann.

    Ein Haushaltsbuch ist schnell angelegt, es gibt aber im Internet viele Muster nach denen ein solches Haushaltsbuch angelegt werden kann. Auch als Apps für mobile Endgeräte sind Lösungen auf den entsprechenden Plattformen verfügbar. Diese ermöglichen eine schnelle, zeitnahe und damit sehr genaue Aufnahme der Daten.

    Schufa-Selbstauskunft beantragen

    Kreditzusagen erfolgen in den meisten Fällen erst nach einer Prüfung durch die Schufa. Diese ermittelt einen sog. Score-Wert, der die Kreditwürdigkeit des Kunden angibt. Zusätzlich erhalten Banken noch die Meldung über negative Einträge, sofern sie noch nicht min. sechs Monate erledigt sind. Für die meisten Banken ist ein solcher Negativeintrag ein Grund, das Darlehen nicht zu vergeben. Da viele Schufameldungen falsch sind, sollte man immer vor der Beantragung eines Darlehens seine Selbstauskunft bei der Schufa beantragen und gegebenenfalls korrigieren lassen. Andernfalls könnte ein falscher Antrag zur Ablehnung eines solchen Darlehens führen. Da die erfolglose Kreditanfrage dann wiederum den Scorewert mindern kann ist dies auf jeden Fall zu vermeiden.

    Die Basis-Auskunft kann jeder Verbraucher einmal jährlich kostenlos von der Schufa postalisch zugestellt bekommen. Sie kann auch in einer der Niederlassungen abgeholt werden. Zusätzlich kann ein Online-Zugang gegen Gebühr beantragt werden, hier lassen sich dann auch zeitnah alle Eintragungen sehen die von der Schufa und den angeschlossenen Vertragspartnern vorgenommen werden. Gerade bei einer Suche nach einem größeren Darlehen z.B. für einen Hausbau kann dies von zentraler Bedeutung sein. Fehler in den Meldungen können und sollten gelöscht werden. Auf Antrag löscht die Schufa solche Anträge. Bei bereits erledigten Forderungen, die noch in der Schufa eingetragen sind, reicht ein Nachweis über den Ausgleich der Forderung aus. Bei unrechtmäßigen Eintragungen kann dies schwieriger werden. Für solche Fälle gibt es verschiedene Schiedsstellen, an die man sich wenden kann. Auch die Verbraucherzentrale kann hier hilfreich sein.

    Kreditrechner nutzen

    Zur Vorbereitung eines Antrags ist es wichtig, die Konditionen genau zu prüfen. Da sich diese mit den Anforderungen an ein Darlehen verändern können, sollte man vorher einen Vergleichsrechner zu Rate ziehen. Diese Vergleichsrechner gibt es in zwei Varianten. Bei der ersten Variante kann man ein Kreditangebot direkt über die Webseite beziehen und auch abschließen. Bei den Berechnungen dieser Vergleichsrechner ist Vorsicht geboten. Solche Seiten finanzieren sich über die Provision, die für den Abschluss eines Vertrags gezahlt wird. Aus diesem Grund ist ein solcher Vergleich über einen solchen Rechner oft nicht wirklich unabhängig.

    Für den Vergleich von Sofortkrediten steht noch eine weitere Möglichkeit offen, das sind die Vergleichsrechner, die von unabhängigen Instituten betrieben werden, beispielsweise von der Stiftung Warentest. Dies wäre die zweite Variante, auch von hier aus kann man normalerweise auf die Seite des Anbieters über einen Link gelangen. Die Seiten finanzieren sich über diese Verlinkung, und sind damit unabhängiger als die erste Variante.

    In den Vergleichsrechner müssen die erforderlichen Kreditwünsche eingegeben werden, damit ein Vergleich der entsprechenden Leistungen auch berechnet werden kann. Dazu gehören in der Regel die gewünschte Kreditsumme, die gewünschte Kreditlaufzeit. In einigen Kreditrechner kann zusätzlich angegeben werden ob man spezielle Vertragsextras wünscht wie beispielsweise die Möglichkeit zur kostenfreien vorzeitigen Ablösung oder das zeitweise Aussetzen von Ratenzahlungen. Als Ergebnis erhält man die möglichen Kreditanbieter übersichtlich grafisch aufbereitet und kann die Angebote ohne Anstrengung vergleichen. Schnell, effizient und zeitsparend.

    Sofortkredit ohne Schufa

    Mitunter werden auch Sofortkredite ohne Schufaabfrage angeboten. Es kann zwei Gründe haben, ein solches Darlehen abzuschließen. Entweder sind die Schufaeinträge ein Hemmnis für ein Darlehen bei einer marktüblichen Bank oder man möchte den Kredit nicht in die Schufa eintragen lassen, da dies ein Hemmnis für eine weitere Kreditvergabe bei einer anderen Bank sein könnte. Für Geschäftsleute und Freiberufler könnte dies ein Grund sein, ein solches Darlehen zu suchen.

    Preise

    Die Konditionen für diese Darlehen sind im Vergleich zu Krediten mit Schufa immer höher. Damit deckt der Kreditgeber sein höheres Ausfallrisiko ab, wenn er Kredite an Kunden vergibt, die laut Schufa keine besonders hohe Kreditwürdigkeit haben. Aus diesem Grund sollte man immer gut abwägen, ob es wirklich ein solches Darlehen sein muss. Kredite ohne Schufa werden häufig von Schweizer Banken vergeben, diese unterliegen nicht der deutschen Bankenaufsicht. Auch können bei nichtdeutschen Instituten Bearbeitungsgebühren anfallen, die unterschiedlich hoch sein können. Auch aus diesem Grund ist ein Vergleich Pflicht.

    Weitere Konditionen

    Auch die anderen Konditionen bedürfen einer genaueren Überprüfung. Extras wie kostenlose Sondertilgung oder Aussetzen von Kreditraten sind bei solchen Darlehen nur schwer zu bekommen. Kunden mit solchen Bedürfnissen kann man von einem derartigen Kredit nur abraten.

    Banken mit Online Sofortkrediten im Vergleich

    Barclays

    Die Barclaybank ist eine der bedeutendsten Banken der Welt. Sie hat ihren Hauptsitz in London und besteht seit 1690 und ist damit auch eine der ältesten Banken der Welt.

    Die Barclays Bank vergibt einen solchen Sofortkredit unter dem Produktnamen Privatkrediten. Die Zinshöhe ist hier von der Bonität abhängig und variiert um mehrere Prozentpunkte. Vergeben werden hier Kredite bis zu 35.000 Euro und 84 Monate Laufzeit. Das Institut steht in dem Ruf Kreditanfragen schnell und unbürokratisch abzuwickeln. Bei diesem Produkt kann man eine Online-Sofortzusage erhalten. Das Geld wird nach Eingang aller Unterlagen und nach Abschluss des Post-Ident-Verfahrens sofort zur Verfügung gestellt.

    SWK Bank

    Die Süd-West-Kreditbank Finanzierung GmbH ist eine Direktbank mit Sitz in Bingen am Rhein. Bei diesem Institut handelt es sich um eine Bank, die sich auf die Vergabe von Krediten über das Internet spezialisiert hat.

    Ein solcher wird hier unter dem Produktnamen Direktkredit vergeben. Die Spanne der möglichen Kreditsummen reicht von 2.500 bis 50.000 Euro. Die maximale Laufzeit sind hier 84 Monate. Die Zinssätze sind bonitätsabhängig. Bei diesem Produkt werden kostenlose Sondertilgungen angeboten ebenso wie Zahlungspausen zur Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten bei der Rückzahlung. Die Bearbeitung und die bindende Zusage erfolgt innerhalb von drei Werktagen nach Eingang aller benötigten Unterlagen. Kunden berichten häufiger davon, dass nach Eingang der Kreditanfrage nach massive Versuche seitens der Berater erfolgen, eine Restschuldversicherung zu verkaufen.

    Targobank

    Die Targobank (früher Citibank) ist eine klassische Filialbank mit Hauptsitz in Düsseldorf. Sie gehört einer französischen Bankengruppe an. Die Targobank verfügt über ein Netz mit 343 Filialen, verteilt über das gesamte Bundesgebiet. Sie wurde in der Vergangenheit häufiger von verschiedenen Stellen als kundenfreundliche Bank ausgezeichnet.

    Die Targobank vergibt Sofortkredite unter dem Produktnamen „Wie für mich gemacht-Kredit“. Dabei handelt es sich um einen Ratenkredit mit einer maximalen Höhe von 65.000 Euro, die in maximal 84 Raten zurückgezahlt werden. Es gibt hierbei nicht in allen Fällen eine Sofortentscheidung, in einigen Fällen muss hier eine erweiterte Prüfung durchgeführt werden, die weitere Zeit in Anspruch nehmen kann. Bei diesem Produkt kann einmal im Jahr eine Sondertilgung bis zu 80 % des Saldos vorgenommen werden. Ebenso kann einmal im Jahr mit der Ratenzahlung ausgesetzt werden, so lassen sich kleinere Zahlungsschwierigkeiten ohne weitere Schwierigkeiten überbrücken.

    Credit EuropeBank

    Hierbei handelt es sich um eine internationale Bank, die zu einer niederländischen Bankengruppe gehört. In Deutschland ist dieses Institut ein reines Online-Institut, für Privatkunden werden hier vor allen Tages- und Festgeldkonten neben Ratenkrediten angeboten.

    Einen Kredit mit Sofortzusage gibt es bei der Credit EuropeBank nicht, aber das Institut steht in dem Ruf Kreditzusagen sehr schnell auszugeben, meistens innerhalb von 24 Stunden. Das Produkt nennt sich hier Privatkredit. Die maximale Kredithöhe beträgt 50.000 Euro und die maximale Lauflänge beträgt 10 Jahre. Der Zinssatz ist auch hier bonitätsabhängig. Sondertilgungen und eine frühere sind hier nicht kostenlos möglich, auch ein Aussetzen der Ratenzahlung zum Überbrücken von Zahlungsschwierigkeiten bedarf hier einer gesonderten Absprache und ist nur gegen Gebühr möglich.

    Creditplus

    Das Institut mit Sitz in Stuttgart wurde 1950 gegründet und beschäftigt sich ausschließlich mit Verbraucherkrediten. Neben den klassischen Krediten gehört zum Geschäftsfeld des Instituts auch die Finanzierung über Ratenkauf für Autos, Möbel und andere Konsumgüter. Das Institut hat 16 Filialen in deutschen Großstädten. Der Service der Bank findet weitestgehend im Internet und über eine telefonische Hotline statt.

    Ein solcher wird auch unter dem Namen Sofortkredit ausgegeben. Die Sofortzusage erfolgt nach der Eingabe der notwendigen Daten in eine Abfragemaske auf der Homepage. Die Zusage erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die eingereichten Dokumente die Eingaben bestätigen. Sondertilgungen sind jederzeit kostenlos möglich. Die maximale Kreditsumme beträgt bei diesem Produkt 70.000 Euro und kann in maximal 144 Raten getilgt werden. Die Auszahlung erfolgt dann auf das Referenzkonto, von dem auch die Raten abgebucht werden.

    Postbank

    Diese Bank ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Bonn. Sie gehört zu den größten deutschen Bankinstituten und betreibt ein sehr weit verzweigtes Filialnetz. Alle Leistungen können hier beantragt werden, aber auch online und per Telefon bietet die Postbank einen weitreichenden Service.

    Unter dem Namen Privatkredit Direkt bietet die Postbank einen Sofortkredit mit Sofortzusage an. Hier sind Sondertilgungen bis zu 50% der aktuellen Schuldsumme einmal jährlich möglich. Der Kredit wird ausdrücklich auch zur Umschuldung oder als zusätzlicher Kredit zur Kreditaufstockung angeboten. Die maximale Kreditsumme beträgt hier 50.000 Euro und kann in 84 Monaten zurückgezahlt werden. Die Postbank wird in Umfragen von Finanzzeitschriften immer wieder zu einer der kundenfreundlichsten Banken gewählt. Sie steht in dem Ruf für alle Vorgänge rund um das Thema Kredit ein wenig mehr Zeit zu brauchen. So kann es auch bei diesem Sofortkredit schon mal 8 bis 10 Werktage dauern, bis das Geld auf dem Girokonto zur Verfügung steht. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Referenzkonto ein institutsfremdes Girokonto ist.

    IngDiBa

    Die IngDiba ist eine Direktbank mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, sie ist die Tochterfirma einer niederländischen Bankengruppe. Diese Bank betreibt kein Filialnetz für den Kundenverkehr, sondern bietet ihre Dienstleistungen ausschließlich online an. Es gibt Service auch per Telefon, dies ist aber nur eingeschränkt möglich.

    Diese Bank bietet ein solches Produkt nicht an, aber alle Kreditprodukte werden hier online beworben und die Verfügbarkeit kann online abgefragt werden. Das Ergebnis der Abfrage ist allerdings auch nicht unter Vorbehalt bindend. Über eine mehrstufige Analyse kann hier online das richtige Produkt gefunden werden. Das Angebot reicht von einem Abrufkredit bis hin zu einem Autokredit. Die Konditionen variieren dabei leicht. Alle Kreditarten haben aber gemeinsam, dass hier kostenlose Sondertilgungen angeboten werden sowie die Möglichkeit besteht das Darlehen sofort zu tilgen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Die maximale Kreditsumme beträgt hier 50.000 Euro, die für alle Kreditarten mit Ausnahme des Abrufkredits zur Verfügung stehen. Die maximale Laufzeit beträgt 84 Monate, außer beim Abrufkredit. Dieser ist flexibel wie ein Dispositionskredit verfügbar und hat damit keine feste Laufzeit. Die Besonderheit bei den Ratenkrediten ist dass es sich hier nicht um ein bonitätsabhängiges Produkt handelt, sondern die Zinsen für alle Kunden gleich hoch sind.

    Hypo Vereinsbank

    Diese Bank gehört zu den zehn größten deutschen Instituten. Sie hat ihren Hauptsitz in München und gehört einer italienischen Bankengruppe mit Hauptsitz in Mailand. Dieses Institut hat mehr als 900 Geschäftsstellen in Deutschland, die einen umfassenden Filialservice anbieten. Die HVB ist auch als Onlinebank aktiv und die meisten der Dienstleistungen können auch online und am Telefon abgeschlossen werden.

    Einen solchen bietet die HVB nicht explizit an. Der Ratenkredit wird allerdings nach der Beantragung ebenfalls sofort entschieden und steht innerhalb weniger Werktage zur Auszahlung bereit. Die maximalen Summen und Laufzeiten werden hier individuell mit dem Bankberater festgelegt. Dies gilt auch für die Konditionen wie Sondertilgungen und vorzeitige Ablösung. Eine Vorabfrage per Internet ist hier nicht möglich, der Abschluss wird ausschließlich über einen Berater in einer der Filialen vorgenommen.

    Onlinekredit.de

    Bei diesem Institut handelt es sich um eine deutsche Bank. Onlinekredit.de ist eine Tochtergesellschaft der SWK-Bank. Alle Kreditgeschäfte werden hier online abgewickelt, dadurch sind die Zinsen hier besonders günstig.

    Die Kreditprodukte der Onlinekredit.de erhalten werden zeitnah beschieden. Die Besonderheit hier ist, dass die Zusage dann bereits verbindlich ist. Kreditsummen für den Schnellkredit sind hier bis zu einer Höhe von bis zu 60.000 Euro vergeben. Sondertilgungen sind jederzeit möglich und auch die vorzeitige Ablösung wird hier kostenfrei angeboten. Die erste Rate kann nach Absprache erst nach 90 Tagen gezahlt werden. Auch eine zeitweise Aussetzung der Ratenzahlung zur Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten ist jederzeit möglich. Es handelt sich hierbei nicht um bonitätsabhängige Zinssätze, so dass alle Kunden die gleichen Konditionen erhalten.

    Ab einer Kreditsumme von 10.000 Euro wird ein zweiter Antragsteller erforderlich, der ebenfalls die Voraussetzungen für einen Kreditnehmer der Onlinekredit.de erfüllen muss. Auch er muss über ein entsprechendes festes Einkommen verfügen und über 18 Jahre alt sein.

    Easycredit

    EasyCredit ist ein Unternehmen der genossenschaftlichen Banken. Hierbei handelt es sich ausschließlich um ein Unternehmen zur Kreditvergabe. Dieses Institut steht für höchste Transparenz bei der Kreditvergabe und für faire Konditionen. Kredite können nicht nur online abgeschlossen werden, sondern auch in einer der Filialen der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Damit ist diese Bank mit einem relativ weitverzweigten Filialnetz ausgestattet. Service wird über das Telefon und das Internet angeboten, als Besonderheit gibt es hier einen Beratungs-Chat für die Kreditangebote.

    Alle Kreditprodukte der EasyCredit können online abgefragt und sofort abgeschlossen werden. Das Angebot eines speziellen Sofortkredits mit Onlinezusage entfällt dadurch. Trotzdem kann dieses Angebot als Schnellkredit bezeichnet werden. Die Produkte sind alle mit bonitätsabhängigen Zinsen ausgestattet. Trotzdem gibt es die Möglichkeit einer individuellen Beratung in der Filiale oder am Telefon. Der Ratenkredit ist mit vielen speziellen Eigenschaften ausgestattet. So kann man hier beim Abschluss frei wählen, ob man eine mögliche Sondertilgung im Jahr möchte oder die Option den Kredit so schnell wie möglich zurück zu zahlen. Auch die Möglichkeit Raten auszusetzen oder zu reduzieren wird hier auf Wunsch und nach dem eigenen Bedarf angeboten. Die Angebote umfassen einen maximalen Kreditbetrag von 75.000 Euro mit einer maximalen Laufzeit von 90 Monaten.

    Fazit

    Die richtige Vorbereitung ist das A und O bei einem Kreditantrag. Hier bedeutet dies vor allen Dingen dass man rechtzeitig die gewünschten Leistungen bei den unterschiedlichen Instituten vergleicht und vor allen Dingen die eigenen Bedürfnisse an ein Sofortdarlehen gut überlegt. Die Institute lassen sich zusätzliche Leistungen immer bezahlen, das bedeutet auch wenn eine kostenlose Sondertilgung möglich ist, dann bezahlt man diese oft über einen höheren Zinssatz. Auch die Laufzeit für einen Schnellkredit sollte gut überlegt sein, denn Verlängerungen der Laufzeit sind nicht immer möglich, und zu lange Laufzeiten kosten viel Geld. Sich vor einem Kreditantrag Gedanken zu machen ist also bares Geld wert.

  • Verbraucherinsolvenz: Insolvenzverfahren für Privatleute

    Viele Schuldner, die sich in finanzieller Bedrängnis befinden, sehen keine Möglichkeit, sich aus eigener Kraft aus ihrer Situation zu befreien. In einer solchen Lage bietet eine gut vorbereitete, fachkundig begleitete Privatinsolvenz die Möglichkeit, sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraums wieder wirtschaftliche Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Dabei soll nicht verkannt werden, dass die Länge der Wohlverhaltensphase, in der der Lebenszuschnitt auf Sozialhilfeniveau sinkt, zunächst abschreckend wirkt. Allerdings ist die Privatinsolvenz häufig alternativlos, wenn eine Besserung der finanziellen Situation in anderer Weise nicht zu erwarten ist. Für viele Schuldner bietet die Verbraucherinsolvenz die einzige realistische Perspektive für eine nachhaltige Sanierung der finanziellen Verhältnisse.

    Wer einen Ausweg aus seinen Schulden sucht und hierzu die Möglichkeit der Verbraucherinsolvenz in Betracht zieht, findet den normativen Rahmen in der Insolvenzordnung (InsO). Gemäß §1 dient das Insolvenzverfahren u.a. der gemeinsamen Befriedigung der Gläubiger durch die Verwertung und Verteilung des Schuldnervermögens, mit dem Ziel der Restschuldbefreiung des redlichen Schuldners.

    Für wen sich die Privatinsolvenz eignet

    Aus § 304 Abs. 1 InsO ist zu entnehmen, dass die Sonderregeln der Privatinsolvenz grundsätzlich für natürliche Personen gelten, die keine selbständige Tätigkeit ausüben oder ausgeübt haben. Im Falle einer früheren Selbständigkeit des Schuldners sind diese Regeln dann anzuwenden, wenn dessen Vermögensverhältnisse überschaubar sind und keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen gegen ihn bestehen. Dazu gehören auch Ansprüche der Sozialversicherungsträger, die ihre Ursache in der (früheren) Beschäftigung von Arbeitnehmern haben. Als überschaubar gelten die Vermögensverhältnisse eines Schuldners, wenn dieser im Zeitpunkt des Antrages auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens weniger als zwanzig Gläubiger hat (§ 304 Abs. 2 InsO).

    Dauer bis zur Schuldenfreiheit

    Regelmäßig ist für den Schuldner von besonderer Bedeutung, wann er mit einer Befreiung von seinen bestehenden restlichen Verbindlichkeiten rechnen kann. Dabei ist zwischen der Dauer des eigentlichen Insolvenzverfahrens und der anschließenden Wohlverhaltensphase zu unterscheiden.

    Das eigentliche Insolvenzverfahren beginnt mit der Einreichung des Antrags auf Eröffnung der Insolvenz und endet nach dem Schlusstermin und der etwaigen Verteilung des verfügbaren Schuldnervermögens mit der Ankündigung der Restschuldbefreiung und dem Beschluss über die Aufhebung des Verfahrens. Für dieses eigentliche Insolvenzverfahren ist ein Zeitraum von rund einem Jahr bis zu anderthalb Jahren anzusetzen, wobei im Einzelfall die Bearbeitungszeit erheblich schwanken kann, da sie von der Arbeitsbelastung des Insolvenzgerichts und des Insolvenzverwalters abhängt.

    Die anschließende Phase, die im Volksmund auch „Wohlverhaltensperiode“ genannt wird, beträgt regelmäßig sechs Jahre. Dies ergibt sich aus § 287 Abs. 2 InsO, in dem eine Abtretung der pfändbaren Forderungen aus einem laufenden Dienstverhältnis des Schuldners für die Dauer von sechs Jahren geregelt ist sowie aus § 300 Abs. 1 InsO, das eine Entscheidung des Insolvenzgerichts vorsieht, wenn diese Abtretungsfrist ohne vorzeitige Beendigung verstrichen ist und die Verfahrenskosten bezahlt sind. Die Wohlverhaltensperiode reduziert sich gemäß § 300 Abs. 1 Nr. 2 InsO auf drei Jahre, wenn dieser Zeitraum der Abtretungsfrist verstrichen ist und innerhalb dieser drei Jahre dem Insolvenzverwalter oder Treuhänder ein Betrag zugeflossen ist, der eine Befriedigung von wenigstens 35 % der geprüften und anerkannten Forderungen der Insolvenzgläubiger ermöglicht. Eine Reduzierung der Wohlverhaltensperiode auf fünf Jahre ist gemäß § 300 Abs. 1 Nr. 3 InsO vorgesehen, falls ein Schuldner zumindest die Kosten des Insolvenzverfahrens beglichen hat.

    Hiernach beträgt die Dauer der Wohlverhaltensperiode drei, fünf oder sechs Jahre. Die Dauer des vorgelagerten Insolvenzverfahrens und der Zeitraum des außergerichtlichen Einigungsversuchs, der mit rund sechs Monaten zu bemessen ist. Diese Zeiten werden nicht hinzuaddiert, sondern in die Wohlverhaltensphase von drei, fünf oder sechs Jahren mit eingerechnet.

    Anlaufstellen für die erste Beratung

    Wer sich über die Voraussetzungen und den Ablauf der Verbraucherinsolvenz beraten lassen möchte, sollte sich an eine Person oder Institution wenden, die auch im Rahmen des außergerichtlichen Einigungsversuchs tätig werden kann und im Bedarfsfall auch die erforderliche Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs ausstellen darf. Wer zu den geeigneten Personen oder Stellen gehört, ist in den jeweiligen Ausführungsgesetzen zur Insolvenzordnung geregelt, die alle Bundesländer jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich erlassen haben. Zu den geeigneten Personen gehören insbesondere Rechtsanwälte und Steuerberater sowie die diesen in § 6 des Steuerberatungsgesetzes gleichgestellten Berufsträger. Als geeignete Stellen anerkannt sind insbesondere die meisten Verbraucherzentralen sowie die Schuldnerberatungsstellen der Caritas, der Diakonie und der Arbeiterwohlfahrt. Wer einen Rechtsanwalt oder Steuerberater aufsuchen möchte, sollte das anfallende Honorar bedenken. Die Konsultation eines Rechtsanwalts wird von den meisten deutschen Gerichten nicht im Rahmen der Beratungshilfe vergütet, da diese die Antragsteller auf die unentgeltlichen Beratungsmöglichkeiten bei den Schuldnerberatungsstellen verweisen. Wer trotzdem Beratungshilfe beantragt, muss regelmäßig nachweisen, dass er bei keiner ortsansässigen Beratungsstelle in zumutbarer Zeit einen Beratungstermin erhalten kann.

    Informations- und Anzeigepflichten

    Im Vorfeld der Insolvenz bestehen zunächst noch keine unmittelbaren Informations- und Anzeigepflichten des künftigen Insolvenzschuldners, wenn sich solche nicht aus vertraglich übernommenen Verpflichtungen ergeben. Solche Pflichten folgen häufig aus Konto- und Depotverträgen, aber auch aus Verpfändungsabreden, Sicherungsverträgen und Regelungen über die Nutzung von unter Eigentumsvorbehalt erworbenen Gegenständen. Mit der Verfahrenseröffnung entstehen umfassende Informations- und Anzeigepflichten des Schuldners, die sich insbesondere aus § 295 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. Nr. 2 InsO ergeben. Hiernach hat der Schuldner jeden Wohnsitzwechsel und jeden Wechsel der Beschäftigungsstelle an das Insolvenzgericht und den Treuhänder zu melden. Zudem darf er keine von der Abtretung nach § 287 Abs. 2 InsO erfassten Bezüge und keinen Erwerb von Todes wegen oder aufgrund künftigen Erbrechts verschweigen. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs legt die Informationsobliegenheit des Schuldners weit aus, sodass sie grundsätzlich jeden Zuerwerb von Vermögen in der Wohlverhaltensphase erfasst und zudem unaufgefordert zu erfüllen ist. Zusätzlich hat der Schuldner dem Insolvenzgericht und dem Treuhänder auf Verlangen Auskunft über seine Erwerbstätigkeit bzw. über seine Erwerbsbemühungen sowie über seine Bezüge und sein Vermögen zu erteilen.

    Privatinsolvenz und Arbeitslosigkeit

    Ist ein Schuldner arbeitslos, sind seine Bezüge grundsätzlich im Verfahren zu berücksichtigen. Da sich die Abtretung von Arbeitsersatzeinkommen nach § 287 Abs. 2 InsO jedoch nur auf deren pfändbaren Teil erstreckt, wird Arbeitslosengeld I unter Berücksichtigung etwaiger Unterhaltspflichten nur selten und Einkommen aus Arbeitslosengeld II (Hartz IV) nie von der Abtretung erfasst. Wird der Schuldner im laufenden Insolvenzverfahren oder in der Wohlverhaltensphase arbeitslos, läuft das Verfahren weiter, auch wenn das Einkommen aus Arbeitslosengeld I oder II unter der Pfändungsfreigrenze liegt. Der Schuldner ist allerdings gemäß § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO verpflichtet, eine seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechende Erwerbstätigkeit auszuüben oder alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, um einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden. Dazu gehört, dass er keine zumutbare Beschäftigung ablehnt und ausreichende Anstrengungen zur Auffindung einer neuen Arbeitsstelle unternimmt. Auf Anforderung des Insolvenzgerichts bzw. des Treuhänders muss der Schuldner entsprechende Bewerbungsaktivitäten nachweisen. Ansonsten besteht auf entsprechenden Gläubigereinwand das Risiko der Versagung der Restschuldbefreiung. Grundsätzlich hindert der Bezug von Arbeitslosengeld einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzfahrens jedoch nicht.

    Erben in der Privatinsolvenz

    Während Schenkungen im vorgelagerten Insolvenzverfahren ganz der Masse zugerechnet werden, werden diese in der Wohlverhaltensphase nicht berücksichtigt und verbleiben daher dem Schuldner. Erbschaften fallen im Insolvenzverfahren ebenfalls komplett in die Masse. Während der Wohlverhaltensphase sind Erbschaften und Erwerbe aufgrund künftigen Erbrechts zur Hälfte ihres Wertes von an den Treuhänder herauszugeben. In der Praxis ist die Erbschaft an den Treuhänder zu übergeben, der hieraus zunächst noch offene Kosten berichtigt und sodann den auf den Schuldner entfallenden Anteil an diesen zurückreicht. Geldbeträge können unmittelbar geteilt werden. Gehören werthaltige Gegenstände zur Erbschaft, sind diese durch den Treuhänder zu verwerten und der Erlös nach Kostenabzug hälftig zu teilen. Die Regelung über Erbschaften im Insolvenzverfahren erfasst alle Berufungsgründe. Sie gilt daher für Erwerbe auf gesetzlicher, testamentarischer und erbvertraglicher Grundlage, aber auch für Pflichtteile und Vermächtnisse. Nicht erfasst werden Schenkungen von Todes wegen.

    Privatinsolvenz und Unterhaltsverpflichtung

    Hat der Schuldner in einer Insolvenz Unterhaltsverbindlichkeiten aus gesetzlicher Unterhaltspflicht gegenüber Kindern oder einem Ehegatte gehen diese in das Insolvenzverfahren ein, soweit sie bis zum Eröffnungsbeschluss entstanden sind. Grundsätzlich nehmen Unterhaltsschulden daher auch an der Restschuldbefreiung teil. Zu beachten ist jedoch, dass Gläubiger, die Forderungen auf gesetzlichen Unterhalt geltend machen, häufig ihren Anspruch als Forderung aus unerlaubter Handlung im Insolvenzverfahren anmelden. Dazu berufen sie sich auf eine Straftat gemäß § 170 des Strafgesetzbuchs (StGB), die als Unterhaltspflichtverletzung gewertet werden soll. Wird dieser Anmeldung nicht innerhalb der zweiwöchigen Widerspruchsfrist entgegengetreten, bleibt diese Verbindlichkeit auch nach einer im Übrigen erteilten Restschuldbefreiung bestehen. In diesem Falle kann diese Forderung wieder mit den Mitteln der Zwangsvollstreckung verfolgt werden. Wird der Anmeldung entgegengetreten, muss der Gläubiger, der sich auf die Forderung aus unerlaubter Handlung beruft, auf Feststellung dahingehend klagen, dass die Forderung aus einer unerlaubten Handlung stammt. Ein Indiz für eine solche Qualifikation ist gegeben, wenn es vor dem Insolvenzverfahren oder während seines Ablaufs zu einer Verurteilung des Schuldners wegen eines Vergehens nach § 170 StGB kommt. Laufende Unterhaltsschulden, die erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstehen, unterliegen nicht der Restschuldbefreiung. Dies hat zur Folge, dass die Zwangsvollstreckung insoweit uneingeschränkt möglich ist. Beim Kindesunterhalt ist aufgrund der gegebenen verschärften Haftung des Schuldners sogar eine Pfändbarkeit des Einkommens bis herunter zum Satz der Sozialhilfe, d.h. bis zum Regelsatz des Arbeitslosengelds II (Hartz IV), möglich.

    Auswirkungen auf die Bürgen

    Häufig kommt es im Rahmen einer Insolvenz vor, das sich für eine Schuld, die im Insolvenzverfahren als Forderung eines Gläubigers angemeldet wird, eine dritte Person als Bürge in die Haftung begeben hat. In diesem Falle kann der Bürge die Forderung, die er durch Befriedigung des Gläubigers gegen den Schuldner nur geltend machen, wenn und soweit der Gläubiger seine Forderung aufgrund der stattgefundenen Befriedigung durch den Bürgen nicht (mehr) geltend macht. Dies ergibt sich aus § 44 InsO. Greift der Gläubiger eines durch eine Bürgschaft gesicherten Darlehens auf den Bürgen zu, kann er gemäß § 44 a InsO seine Forderung in der Insolvenz des Darlehensschuldners nur geltend machen, wenn und soweit er bei der Inanspruchnahme des Bürgen ausgefallen ist.

    Auswirkungen auf die Schufa-Auskunft

    Mit der Eröffnung der Verbraucherinsolvenz erfolgt automatisch ein Eintrag in den den Schuldner betreffenden Dateien der Schufa. Die Schufa gibt die Verfahrenseröffnung wie auch deren Ablehnung als

    Negativmerkmal an ihre auskunftsberechtigten Kunden weiter. Später wird auch die Erteilung der Restschuldbefreiung oder deren Versagung bei der Schufa gespeichert. Da nahezu jede Geschäftsanbahnung auf Kredit mit einer Schufa-Abfrage verbunden ist, scheitern etwaige Versuche des Schuldners, einen Kredit zu erhalten oder einen Ratenkauf zu tätigen, meist an diesem eingetragenen Negativmerkmal. Da Banken und Sparkassen meist alle zwei Jahre eine Regelanfrage zur Bonität ihrer Kunden bei der Schufa durchführen, muss auch mit einer Kündigung von Konten oder bestehenden Krediten unter dem Aspekt der wesentlichen Verschlechterung der Vermögenslage des Kunden gerechnet werden. Hinderlich ist ein solcher Negativeintrag bei der Schufa auch, wenn der Schuldner den Strom- oder Gasanbieter wechseln möchte oder einen neuen Vertrag über Telekommunikationsdienstleistungen abschließen möchte. Da auch hier Schufa-Abfragen die Regel sind, lassen sich die meisten Anbieter auf Neugeschäfte mit einem solchen Schuldner nicht ein. Der Eintrag über das Insolvenzverfahren wird von der Schufa erst drei Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung, wobei die Dreijahresfrist erst drei Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres endet, in das der Beschluss über die Restschuldbefreiung fällt.

    Privatinsolvenz im Ausland anmelden

    Da das deutsche Insolvenzverfahren aufgrund der relativ langen Wohlverhaltensphase erst auf längere Sicht zu einer effektiven Entschuldung und damit zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit führt, erscheint es aus Sicht vieler Schuldner attraktiv, eine Verbraucherinsolvenz im Ausland zu beantragen und die dort erteilte Restschuldbefreiung später in Deutschland anerkennen zu lassen. Besonders favorisiert wird das Insolvenzverfahren nach dem Recht von England und Wales, das auf der Grundlage des Insolvency Act zu einer Restschuldbefreiung nach nur zwölf Monaten, der sogenannten Early Discharge, führen kann. Auch das im Code de la Consommation geregelte französische Insolvenzverfahren erscheint aufgrund der nur ein Jahr betragenden Wohlverhaltensphase attraktiv. Ähnliches gilt für eine Insolvenz nach spanischem Recht, das eine Verfahrensdauer von etwa einem bis anderthalb Jahren erlaubt. Das spanische Recht kennt allerdings eine fünfjährige faktische Wohlverhaltensperiode, da der dortige Insolvenzverwalter fünf Jahre lang prüft, ob der aus der Restschuldbefreiung begünstigte Schuldner keine neuen Schulden aufnimmt. In Betracht kommt auch eine Privatinsolvenz in Österreich, der Schweiz oder Tschechien, wobei die Anerkennung der Restschuldbefreiung nach schweizerischem Recht mit zusätzlichen Problemen behaftet ist, da die Schweiz kein EU-Land ist.

    Voraussetzungen einer Restschuldbefreiung im Ausland

    Wer als Schuldner eine Verbraucherinsolvenz im EU-Ausland oder in der Schweiz anstrebt, muss mindestens zwei bis drei Monate vor der Einreichung des Insolvenzantrages beim zuständigen Auslandsgericht seinen Erstwohnsitz und seinen faktischen Lebensmittelpunkt im jeweiligen Auslandsstaat begründen. Dies wird von der zuständigen Justizverwaltung regelmäßig überprüft und bedarf eines Nachweises, der durch einen angemessenen Mietvertrag, Telefon- und Stromrechnungen, Tankquittungen, Kontoauszüge und Einkaufsbelege geführt werden kann. Ferner ist ein Arbeitsverhältnis zu einem Unternehmen nachzuweisen, das im jeweiligen Auslandsstaat seinen Sitz hat. Dabei prüfen die Justizbehörden im Ausland häufig nach, ob auch die Arbeitstätigkeit tatsächlich im Ausland ausgeübt wird. Wenn dies gesichert ist, kann auf den von der jeweiligen Justizverwaltung eingeführten Formularen der Insolvenzantrag mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung beim zuständigen Gericht eingereicht werden. Die Justizbehörden aller in Betracht kommenden Länder verlangen dazu eine aktuelle Liste der Verbindlichkeiten, ein Verzeichnis der Gläubiger mit deren genauer Anschrift, eine Einkommens- und Vermögensübersicht sowie eine Übersicht über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Ferner ist der Pass bzw. Personalausweis in beglaubigter Kopie und ein Schuldentilgungsplan sowie ein Nachweis über einen erfolglosen Einigungsversuch vorzulegen. Hinzu kommen die erforderlichen Nachweise über den Hauptwohnsitz und den Arbeitsplatz im jeweiligen Auslandsstaat sowie der Restschuldbefreiungsantrag.

    Es ist sinnvoll, die Sprache des jeweiligen Landes möglichst gut zu sprechen, da die Justizverwaltungen nur in der Landessprache kommunizieren. Da die meisten Dokumente übersetzt und beglaubigt werden müssen, ist mit mindestens 1.000 bis 1.500 Euro Kostenaufwand für diese Zwecke zu rechnen. Hinzu kommen die Gerichtskosten und die Gebühren des eingesetzten Insolvenzverwalters bzw. Treuhänders. Wer einen vor Ort tätigen bzw. zugelassenen Rechtsanwalt beauftragt oder einen Makler zur Vermittlung passenden Wohnraums benötigt, muss mit erheblichem Zusatzaufwand rechnen.

    Anerkennung der Auslandsinsolvenz

    Liegt die Entscheidung des Auslandsgerichts über die Erteilung der Restschuldbefreiung vor, kann das Anerkennungsverfahren beim in Deutschland zuständigen Insolvenzgericht eingeleitet werden. Dazu muss der Beschluss des Auslandsgerichts übersetzt und amtlich beglaubigt werden. Danach kann der Antrag auf Anerkennung der im Ausland erteilten Restschuldbefreiung beim hierfür zuständigen deutschen Insolvenzgericht eingereicht werden. Dabei ist mit einer Prüfungsdauer von sechs bis zwölf Wochen zu rechnen. Gegebenenfalls muss damit gerechnet werden, dass der deutsche Rechtspfleger die Umstände des Auslandsaufenthalts überprüft. Dies gilt umso mehr, je kürzer ein Auslandsaufenthalt war. Es empfiehlt sich daher, jeden Beleg, aus dem sich der Auslandswohnsitz und der ausländische Arbeitsplatz ergeben, sorgfältig aufzubewahren.

    Welche Schulden nicht erlassen werden

    Die Restschuldbefreiung erfasst die meisten Verbindlichkeiten, die den Schuldner im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens betrafen. Ausgenommen sind jedoch Verbindlichkeiten des Schuldners aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen sowie aus rückständigem gesetzlichen Unterhalt, den der Schuldner vorsätzlich pflichtwidrig nicht leistete. Außerdem werden Steuerschulden nicht erlassen, wenn der Schuldner im Zusammenhang mit ihrer Entstehung rechtskräftig wegen einer Steuerstraftat gemäß §§ 370, 373 oder 374 Abgabenordnung (AO) verurteilt wurde. Der jeweilige Gläubiger, der sich auf einen dieser Ausschlussgründe berufen will, muss diese Forderung unter Angabe dieses Rechtsgrundes nach § 174 Abs. 2 InsO anmelden. Nicht unter die Restschuldbefreiung fallen außerdem Geldstrafen und die diesen nach § 39 Abs. 1 Nr. 3 InsO gleichgestellte Verbindlichkeiten. Dabei handelt es sich um Geldbußen aus Ordnungswidrigkeitsverfahren, Ordnungs- und Zwangsgelder sowie Nebenfolgen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit, die den Schuldner zu einer Geldzahlung verpflichten. Von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen sind auch Verbindlichkeiten aus zinslosen Darlehen, die dem Schuldner zur Begleichung der Kosten des Insolvenzverfahrens gewährt wurden.

    Abwendungsmöglichkeiten

    Nicht immer ist die Verbraucherinsolvenz die optimale Methode, um sich von bestehenden Verbindlichkeiten zu befreien. Gegen die Insolvenz spricht die lange Verfahrensdauer, aber auch die Tragung der oft nicht unerheblichen Verfahrenskosten und die massive Einschränkung der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit des Schuldners. Dieser muss über einen relativ langen Zeitraum am wirtschaftlichen Existenzminimum leben und kann in der Wohlverhaltensperiode keine neuen Kredite aufnehmen bzw. Ratenkäufe tätigen. Zudem wird durch die Insolvenz die missliche wirtschaftliche Lage des Schuldners publik. Damit sind oft ein Ansehensverlust und ein Abstieg in der Wertschätzung des sozialen Umfelds verbunden. Daher lohnt es sich häufig, über Alternativen zur Privatinsolvenz nachzudenken.

    Professionelle Schuldnerberatung

    Im Internet, aber auch in der einschlägigen Wirtschaftspresse finden sich häufig Angebote, die eine professionelle Schuldnerberatung zum Gegenstand haben. Dabei handelt es sich häufig um Offerten, die von Schuldnerberatern stammen, die häufig mit Rechtsanwälten kooperieren. Oft bieten Rechtsanwälte und Steuerberater, die sich auf dieses Tätigkeitsfeld spezialisiert haben, ihre Dienste auch unmittelbar an. Zur professionellen Schuldnerberatung gehören zum einen die systematische Aufarbeitung der bestehenden Verbindlichkeiten eines Schuldners und zum anderen die Verhandlung mit den Gläubigern. Diese Verhandlungen haben zum Ziel, von den Gläubigern einen völligen oder teilweisen Erlass der Schuld zu erwirken oder zumindest einen Ratenzahlungsvergleich oder eine Stundungsabrede abzuschließen. In einigen Fällen sind diese Verhandlungen durchaus zielführend, da viele Gläubiger erkennen, dass sie mit einer gütlichen Einigung zumindest einen Teil ihrer Forderung realisieren können, während sonst ein Totalausfall droht. Die Einschaltung eines Schuldnerberaters ist mit erheblichen Kosten verbunden, zumal freiberufliche Schuldnerberater, die nicht als Rechtsanwälte handeln, nicht an die Regeln des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) gebunden sind. Zu warnen ist allerdings vor sogenannten Schuldnerberatern, die ihre Dienste gegen Vorkasse anbieten und eine Ent- oder Umschuldung in Aussicht stellen, ohne tatsächlich im Interesse des Schuldners zu handeln.

    Private Verhandlungen mit Gläubigern

    Oft ist es lohnend, mit seinen Gläubigern persönlich in Kontakt zu treten. Dies erspart zum einen die Kosten, die bei einer professionellen Schuldnerberatung unweigerlich anfallen. Zum anderen ist die persönliche Ansprache oft geeignet, eine positive Verhandlungsatmosphäre zu schaffen, die oft zumindest zu einem teilweisen Forderungsverzicht oder aber zu einer Ratenzahlungs- oder Stundungsvereinbarung führt. Dabei ist es unerlässlich, seine finanzielle Situation ungeschminkt zu schildern und keine unrealistischen Versprechungen zu machen.

    Private Kredite und Bürgschaften

    Nicht selten bietet sich einem Schuldner die Möglichkeit, im Familien- oder Freundeskreis die Bereitschaft zu wecken, ihm durch Vergabe eines Darlehens oder durch eine Bürgschaft aus einer Geldverlegenheit zu helfen. Solche Darlehen, die auch vom Arbeitgeber ausgereicht werden können, sind manchmal unverzinslich, jedenfalls aber günstiger als Bankkredite. Häufig sind Gläubiger auch bereit, die Stellung eines seriösen und solventen Bürgen oder Mitschuldners zu akzeptieren und sich im Gegenzug auf eine Kreditverlängerung, Ratenzahlung oder Stundung einzulassen. Von der Möglichkeit eines Privatdarlehens oder der Stellung eines Bürgen sollte ein Schuldner allerdings nur Gebrauch machen, wenn seine finanzielle Situation die laufende Rückzahlung des Privatkredits zuverlässig ermöglicht bzw. wenn sichergestellt werden kann, dass es nicht zur Inanspruchnahme des Bürgen kommt. Private Kredite, die über eines der auf diesem Gebiet tätigen Kreditportale vermittelt werden, kommen für einen Schuldner nur bei positiver Bonität in Betracht, da diese Kreditportale in die Vermittlung meist nur nach Abfrage der Schufa-Daten eintreten und dabei ähnliche Anforderungen stellen, die auch von Banken und Sparkassen bekannt sind.

    Veräußerung von Wertgegenständen

    In manchen Fällen lässt sich eine Insolvenz auch dadurch vermeiden, dass ein Schuldner einen werthaltigen Gegenstand veräußert, verpfändet oder zur Sicherung übereignet. Hierzu eignet sich insbesondere Immobilieneigentum, das noch nicht anderweitig bis zur Wertgrenze belastet ist. Hier kommt die Bestellung eines Grundpfandrechts (Hypothek oder Grundschuld) oder auch die komplette Veräußerung in Betracht. Solche Überlegungen lohnen sich jedoch nur dann, wenn gesichert ist, dass der zu erzielende Verkaufserlös nach Abzug der auf der Immobilie ruhenden Belastungen ausreicht, den Liquiditätsengpass des Schuldners zu beseitigen. Gelegentlich ist eine Verbraucherinsolvenz auch durch die Veräußerung werthaltiger Gegenstände abzuwenden. Dazu gehören wertvolle Möbel, Kunstgegenstände und Antiquitäten, hochwertige Uhren und echter Schmuck sowie Sammlungen von Briefmarken und Münzen. Dabei ist zu beachten, dass das Risiko hoher Wertverluste einzukalkulieren ist, Das gilt besonders dann, wenn Kaufinteressenten erkennen, dass es sich um einen Notverkauf handelt. Zudem ist es unerlässlich, sich über die aktuelle Marktsituation zu informieren, um eine wertvernichtende Verschleuderung wertvollen Vermögens zu vermeiden.

    Grundsätzlicher Ablauf des Privatinsolvenzverfahrens

    Die Vorbereitung der Verbraucherinsolvenz beginnt mit dem stets notwendigen außergerichtlichen Einigungsversuch. Es empfiehlt sich, hierzu die Hilfe eines kompetenten Person oder Stelle im Sinne des § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO in Anspruch zu nehmen, die berechtigt ist, im Bedarfsfall eine Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs auszustellen. Geeignet sind hierzu Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie vereidigte Buchprüfer, aber auch die Schuldnerberatungsstellen der Verbraucherzentralen, der Caritas, der Diakonie und der Arbeiterwohlfahrt sowie anderer Institutionen, die nach dem jeweiligen Landesrecht hierzu befugt sind. Der Schuldner muss alle ihm bekannten Daten und Fakten zu seinen Verbindlichkeiten bereitstellen.

    Desweitern ist vom Schuldner eine Auflistung seiner laufenden Einkünfte und etwa vorhandenen verwertbaren Vermögens vorzulegen. Die von ihm beauftragte Person oder Stelle schreibt alle Gläubiger an und lässt sich von dort jeweils eine aktuelle Forderungsaufstellung übermitteln. Auf der Grundlage dieser Daten erfolgt die Erstellung eines Schuldenbereinigungsplans mit dem Ziel der Entschuldung. Aus diesem Plan geht hervor, ob und in welchem Umfang der Schuldner imstande ist, seine Verbindlichkeiten anteilig zurückzuführen. Die Gläubiger werden aufgefordert, sich binnen einer angemessenen Frist zu dem ihnen übermittelten Schuldenbereinigungsplan zu äußern. Dabei gilt der Plan als abgelehnt, wenn auch nur ein Gläubiger ihn ablehnt oder die Zwangsvollstreckung betreibt. Stimmen alle Gläubiger zu, kommt es auf dieser Grundlage zum Abschluss einer Vereinbarung mit allen Gläubigern, die den Charakter eines außergerichtlichen Vergleichs trägt.

    Meist lehnen ein oder mehrere Gläubiger den Schuldenbereinigungsplan ab. In diesem Fall ist der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert. Die vom Schuldner beauftragte geeignete Stelle stellt hierüber eine Bescheinigung aus, Diese ist Voraussetzung für das nun einzuleitende gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Dieses wird durch den Antrag des Schuldners auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens eingeleitet, der mit Hilfe der in allen Bundesländern eingeführten Formulare beim für den Schuldnerwohnsitz zuständigen Insolvenzgericht einzureichen ist. Gemäß § 311 InsO sind dazu die Bescheinigung über das Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung, der Antrag auf Restschuldbefreiung (§ 287 InsO), ein aktuelles Vermögensverzeichnis, eine Vermögensübersicht und ein Gläubigerverzeichnis sowie eine Liste der aktuellen Verbindlichkeiten vorzulegen.

    Ferner muss erneut ein Schuldenbereinigungsplan erstellt und vorgelegt werden. Dieser ist meist eine aktualisierte Fassung des Plans, der bereits im Rahmen des außergerichtlichen Einigungsversuchs erstellt wurde. Ratsam ist es, zeitgleich einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten zu stellen. Das Gericht prüft vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens, ob aus seiner Sicht die Voraussetzungen für einen von ihm initiierten Einigungsversuch gegeben sind. Wenn es dies bejaht, unterbreitet es allen Gläubigern auf der Grundlage des aktualisierten Schuldenbereinigungsplans einen eigenen Einigungsvorschlag.

    Wird der Plan nicht von mindesten 50 % der Gläubiger – bezogen auf deren Kopfzahl und die Höhe der offenen Forderungen – angenommen, gilt der Plan als gescheitert. Im anderen Falle kann das Gericht das Verfahren auch ohne Zustimmung der ablehnenden Gläubiger durchführen. Es kommt dann zu einer Verfahrensabwicklung außerhalb des eigentlichen Insolvenzverfahrens, das bis zu einer Entscheidung ruht und bei einer gerichtlichen Schuldenbereinigung aufgehoben wird. Stimmen nicht mindestens 50 % der Gläubiger nach Kopfzahlen und Forderungshöhen zu, wird die Verbraucherinsolvenz eröffnet. Dann erfolgt die Einsetzung eines Insolvenzverwalters, der das pfändbare Vermögen des Schuldners in Besitz nimmt und verwertet.

    Nach Abzug der Kosten wird der Verwertungserlös an die Gläubiger quotal nach Höhe ihrer Forderungen ausgekehrt. Sodann wird das Insolvenzverfahren aufgehoben. Es beginnt dann beim Vorliegen eines entsprechenden Antrages gemäß § 286 InsO das Restschuldbefreiungsverfahren, das zunächst mit einem Ankündigungsbeschluss eingeleitet wird. In diesem Verfahren kann der redliche Schuldner nach Ablauf einer regelmäßig sechs Jahre betragenden Wohlverhaltensphase die Befreiung von seinen dann noch bestehenden Schulden erwirken. Bis dahin hat der Schuldner sein pfändbares Einkommen sowie wertmäßig die Hälfte der in diesen Zeitraum fallenden Erbschaften an einen gerichtlich bestellten Treuhänder abzuführen, der diese Gelder bzw. Gegenstände verwertet und nach Ausgleichung der Verfahrenskosten und seiner Vergütung auf die Gläubiger verteilt.

    Erfüllt der Schuldner die ihn in der Wohlverhaltensphase treffenden Obliegenheiten, wird er nach Ende der Wohlverhaltensphase durch Beschluss des Insolvenzgerichts von seinen restlichen Verbindlichkeiten befreit, soweit diese der Restschuldbefreiung zugänglich sind. Erfüllt der Schuldner die ihn treffenden Pflichten nicht, kann ihm auf Antrag eines Gläubigers die Restschuldbefreiung versagt werden.

    Außergerichtlicher Einigungsversuch

    Unerlässliche Voraussetzung einer Privatinsolvenz und damit einer späteren Restschuldbefreiung ist das Stattfinden eines außergerichtlichen Einigungsversuchs. Im Regelfall nimmt der Schuldner schon in dieser Verfahrensphase die Hilfe einer geeigneten Person oder Stelle in Anspruch. In der Regel ist dies ein auf Privatinsolvenzen spezialisierter Rechtsanwalt, der oft zugleich als Fachanwalt für Insolvenzrecht tätig ist, oder eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle der nach Landesrecht zur Insolvenzberatung zugelassenen Institutionen. Wer einen Rechtsanwalt beauftragt, muss in vielen Gerichtsbezirken die damit verbundenen Kosten selbst tragen, da viele Gerichte Anträge auf Beratungshilfe mit der Begründung ablehnen, dass die Möglichkeit der kostenlosen Inanspruchnahme einer Schuldnerberatung besteht.

    Ermittlung von Gläubigern und Schuldenhöhe

    Voraussetzung einer späteren Restschuldbefreiung ist es, schon in diesem Verfahrensstadium eine vollständige Erfassung aller bestehenden Verbindlichkeiten des Schuldners vorzunehmen. Hierzu ist eine umfassende Auswertung der vorliegenden Mahnkorrespondenz sowie der bereits gerichtlich titulierten Forderungen erforderlich. Daraus ergeben sich die Namen und Anschriften der Gläubiger und deren etwaiger Verfahrensbevollmächtigten. Die aktuellen Verbindlichkeiten sind bei den jeweiligen Gläubigern zu erfragen. Diese trifft insoweit gemäß § 305 Abs. 2 Satz 2 InsO eine Mitwirkungspflicht. Üblich ist es, dass die vom Schuldner beauftragte Person oder Stelle alle Gläubiger anschreibt und eine aktuelle Forderungsaufstellung anfordert, die in aufgegliederter Form die Hauptforderung sowie die aufgelaufenen Zinsen und Kosten umfasst. Hierbei werden meist Fristen von zwei bis vier Wochen gesetzt. In aller Regel reagieren die meisten Gläubiger fristgemäß. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt sich eine dringliche Anmahnung und notfalls die Androhung der Erhebung eines entsprechenden Auskunftsklage.

    Erstellung eines Schuldenbereinigungsplans

    Nach Vorliegen der Forderungsaufstellungen aller Gläubiger sowie der Nachweise über die Höhe des laufenden Einkommens des Schuldners und seines etwa vorhandenen verwertbaren Vermögens erstellt die vom Schuldner beauftragte Person oder Stelle den Schuldenbereinigungsplan. Aus diesem ergibt sich, wie hoch das freie pfändbare Einkommen des Schuldners unter Berücksichtigung etwaiger gesetzlicher Unterhaltspflichten ist und mit welchen Verwertungserlösen mutmaßlich gerechnet werden kann. Auf dieser Grundlage wird ermittelt, ob und in welcher Höhe der jeweils entsprechend der Höhe seiner Forderung zu berücksichtigende Gläubiger mit einer Befriedigung rechnen kann. Dieser Schuldenbereinigungsplan wird den Gläubigern unter Setzung einer angemessenen Frist zur Stellungnahme übermittelt.

    Beratung durch geeignete Stellen

    In der Regel ist ein Schuldner mit dem Betreiben der Verbraucherinsolvenz überfordert. Es nutzt daher zumeist bereits in diesem Verfahrensstadium die Hilfe einer geeigneten Person oder Stelle im Sinne des § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO. Wer insoweit als geeignet gilt, ergibt sich nicht aus der InsO selbst, sondern aus den Ausführungsgesetzen zur InsO, die von allen Bundesländern mit ähnlichem Inhalt erlassen worden sind. Als geeignet anerkannt sind meist Berufsträger wie Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie öffentliche Schuldnerberatungsstellen, die meist zu Verbraucherzentralen oder Wohlfahrtsinstitutionen wie Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt gehören. Grundsätzlich hat der Schuldner das Recht der freien Auswahl. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei den öffentlichen Schuldnerberatungsstellen oft lange Wartelisten bestehen. Schuldner, die sich deshalb in die Beratung eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters begeben möchten, müssen das Kostenrisiko beachten, da Anträge auf Beratungshilfe in der Insolvenzberatung von vielen Gerichten unter Hinweis auf die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer kostenlosen Schuldnerberatung abgelehnt werden. In solchen Fällen sind viele Gerichte allerdings zur Bewilligung von Beratungshilfe bereit, wenn der Nachweis geführt werden kann, dass bei keiner dieser kostenlos tätigen Institutionen in angemessener Zeit kein Beratungstermin zu bekommen ist bzw. eine zeitnahe Bearbeitung des Verfahrens dort nicht erfolgen kann. Welche Wartezeiten zumutbar sind, entscheidet der Rechtspfleger im Beratungshilfe-Bewilligungsverfahren nach eigenem Ermessen. Meist werden Wartezeiten bis zu drei Monaten als zumutbar betrachtet.

    Annahme des Schuldenbereinigungsplans durch die Gläubiger

    Im allerdings eher seltenen Idealfall stimmen alle Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan zu. In diesem Falle kommt es zu einer Einigungsvereinbarung mit allen Gläubigern. Diese entspricht rechtlich einem außergerichtlichen Vergleich im Sinne des § 779 BGB. Inhaltlich wird damit im Wege des gegenseitigen Nachgebens ein neuer Schuldgrund geschaffen, aus dem bei Nichterfüllung geklagt werden kann. Meist wird im Rahmen dieser Einigungsvereinbarung auch geregelt, dass der Gläubiger keine Maßnahmen der Zwangsvollstreckung betreiben dürfen, wenn und solange der Schuldner seinen übernommenen Verpflichtungen nachkommt.

    Ablehnung des Schuldenbereinigungsplans

    In den meisten Fällen ist festzustellen, dass nicht alle Gläubiger dem außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan zustimmen. Der Plan gilt aus gescheitert, wenn mindesten ein Gläubiger ihn ablehnt oder gegen den Schuldner die Zwangsvollstreckung betreibt. Die vom Schuldner beauftragte geeignete Person oder Stelle im Sinne des § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO erteilt sodann die für das weitere Verfahren unverzichtbare Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs.

    Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

    Nach Vorliegen der Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs sind die Voraussetzungen für die Einleitung der Privatinsolvenz bei dem für den Wohnsitz des Schuldners zuständigen Insolvenzgericht gegeben. In diesem Verfahren hat das Gericht die Möglichkeit, selbst nochmals einen Einigungsversuch zu unternehmen und das Verfahren einstweilen ruhen zu lassen oder aber bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen unmittelbar das Verbraucherinsolvenzverfahren zu eröffnen.

    Antragstellung

    Die gerichtliche Verbraucherinsolvenz wird mit einem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingeleitet. Dieser Antrag ist bei dem für den Wohnsitz des Schuldners zuständigen Insolvenzgericht einzureichen. Dieses ist meist das Amtsgericht, das am Ort des übergeordneten Landgerichts seinen Sitz hat. Einige Bundesländer haben in Zuständigkeitsverordnungen Sonderregeln geschaffen, die eine Konzentration der Zuständigkeit für Insolvenzverfahren auf bestimmte Amtsgerichte vorsehen. Im Einzelfall lohnt sich insoweit ein Blick ins Internet oder eine Rückfrage beim nächsten Amtsgericht. Die Antragsformalien sind in § 311 InsO geregelt. Hiernach gehören zu einem vollständigen Insolvenzantrag die Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs, der Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung oder die Erklärung des Schuldners, dass eine Restschuldbefreiung nicht angestrebt wird.

    Ferner ist die Vorlage eines Vermögensverzeichnisses, einer Vermögensübersicht sowie eines Gläubigerverzeichnisses und eines Verzeichnisses der gegen den Schuldner bestehenden Forderungen notwendig. Hierzu haben alle Landesjustizverwaltungen entsprechende Formulare eingeführt, die meist auch online angefordert und heruntergeladen werden können. Desweiteren ist ein Schudenbereinigungsplan vorzulegen. Dabei wird meist auf den für den außergerichtlichen Einigungsversuch erstellten Plan zurückgegriffen, der mit etwa erforderlichen Aktualisierungen auch in diesem Verfahrensstadium verwendet werden kann.

    Wenn ein Schuldner nicht die Möglichkeit hat, die anfallenden Verfahrenskosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten, ist es empfehlenswert, gleichzeitig einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten zu stellen und die erforderlichen Einkommensnachweise beizufügen. Insoweit gelten dieselben Voraussetzungen wie im Prozesskostenhilfe-Bewilligungsverfahren. Entsprechend kann man sich an dem für dieses Antragsverfahren eingeführten Formular orientieren.

    Erfolgsaussichten der Schuldenbefreiung als Voraussetzung

    Das Insolvenzgericht prüft vor einer Entscheidung über die Verfahrenseröffnung, ob Erfolgsaussichten für die angestrebte Schuldenbefreiung bestehen. In diesem Zusammenhang untersucht das Gericht die Schlüssigkeit und Angemessenheit des vorgelegten Schuldenbereinigungsplans. Nach dieser Prüfung untersucht das Gericht, ob es einen eigenen Einigungsversuch für erfolgversprechend hält. Bejaht das Gericht diese Frage, stellt das Gericht den aktualisierten Schuldenbereinigungsplan und die Forderungsübersicht den Gläubigern zu und fordert diese unter Fristsetzung von vier Wochen zu einer Stellungnahme auf. Hält das Gericht einen solchen Einigungsversuch für aussichtslos, werden unmittelbar die weiteren Verfahrensschritte eingeleitet.

    Unternimmt das Gericht einen Einigungsversuch, wartet es die eingehenden Stellungnahmen der Gläubiger ab. Stellt sich dann heraus, dass nicht mindestens 50 % der beteiligten Gläubiger nach Kopfzahl und Forderungshöhe den Schuldenbefreiungsplan und damit den Einigungsvorschlag ablehnen, kann das Gericht auf Antrag des Schuldners die Zustimmung der ablehnenden Gläubiger durch Beschluss ersetzen. Lehnen mindestens 50 % der Gläubiger den Schuldenbefreiungsplan ab, ist der gerichtliche Einigungsversuch gescheitert. In diesem Falle wird das Verfahren mit einem Eröffnungsbeschluss fortgesetzt. Hat der gerichtliche Einigungsvorschlag Erfolg, gilt der den Gläubigern übermittelte, gerichtlich festgestellte Schuldenbefreiungsplan.

    Gerichtliche Durchsetzung des Schuldenbefreiungsplans

    Lehnen nicht mindestens 50 % der beteiligten Gläubiger nach Kopfzahl und/oder Forderungshöhe den gerichtlich festgestellten Schuldenbefreiungsplan ab, kann das Insolvenzgericht diesen auch gegen den Willen der ablehnenden Gläubiger durch Beschluss durchsetzen, wenn der Schuldner einen entsprechenden Antrag stellt. Gegen diesen die Zustimmung der ablehnenden Gläubiger ersetzenden Beschluss steht den betroffenen Gläubigern das Recht der sofortigen Beschwerde zu. In diesem Verfahrensstadium ruht das Insolvenzverfahren bis zur Rechtskraft des gerichtlichen Beschlusses. Nach Eintritt der Rechtskraft wird das Insolvenzverfahren durch Beschluss des Insolvenzgerichts aufgehoben.

    Ablehnung des Schuldenbefreiungsplans

    Falls mindestens 50 % der beteiligten Gläubiger bezogen auf deren Anzahl und auf die Höhe der vertretenen Forderungen den gerichtlichen Schuldenbefreiungsplan ablehnen, ist dieser gescheitert. Das Gericht setzt dann das in der Zwischenzeit ruhende Verfahren fort. Wenn alle übrigen Voraussetzungen gegeben, insbesondere die Kosten bezahlt sind bzw. einem Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stattgegeben wurde, erlässt das Gericht einen Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Erreicht die Zahl der ablehnenden Gläubiger das einleitend genannte Quorum nicht, führt das Gericht auf Antrag des Schuldners das Schuldenbefreiungsverfahren dennoch durch. Dabei wird die fehlende Zustimmung der ablehnenden Gläubiger durch rechtsmittelfähigen Gerichtsbeschluss ersetzt.

    Kosten des gerichtlichen Schuldenbefreiungsverfahrens

    Im gerichtlichen Schuldenbefreiungsverfahren bestimmen sich die Kosten nach dem Wert des pfändbaren Vermögens des Schuldners. Insoweit existiert eine Tabelle, aus der sich die Gerichtskosten ablesen lassen. Hinzu kommen die Auslagen für gerichtliche Zustellungen und eventuell erforderliche Kopien. Der gerichtlich eingesetzte Treuhänder erhält für seine Tätigkeit 15 % der Insolvenzmasse, mindestens aber nach derzeitigem Stand 800,- EUR. Zudem bekommt er einen Anteil an den von ihm vereinnahmten Zahlungen. Dabei liegt die Mindestgebühr bei 100,- EUR jährlich. Ansonsten existiert in der Insolvenzverwalter-Vergütungsverordnung eine Tabelle, in der die nach Höhe des eingehobenen Betrages gestaffelten Gebühren verzeichnet sind. Derzeit beläuft sich die Gebühr auf 5 % für die ersten 25.000,- EUR. Bei höheren Summen reduziert sich der prozentuale Anteil des Treuhänders entsprechend. Für die Verfahrenskosten bietet sich die Möglichkeit der Stundung gemäß § 4 a InsO an. Diese kann von allen natürlichen Personen beantragt werden, wenn auch ein Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt wird. Voraussetzung ist, dass der Schuldner die Verfahrenskosten nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann. Hier gelten die Regeln über die Beantragung von Prozesskostenhilfe entsprechend. Die Kostenstunden erfassen auch die Aufwendungen, die im Rahmen der Restschuldbefreiung anfallen. Gemäß § 4 b InsO ist eine Verlängerung des Stundungszeitraumes ebenso möglich wie die Festsetzung von Monatsraten. Das Gericht prüft vier Jahre lang nach Verfahrensbeendigung etwaige Änderungen in den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Schuldners im Hinblick auf seine Zahlungsfähigkeit.

    Vereinfachtes Insolvenzverfahren

    Scheitert der Versuch einer gerichtlichen Schuldenbefreiung am Widerstand der Gläubiger, kommt es zur Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens. Dies ist ein vereinfachtes Insolvenzverfahren, das im Wesentlichen schriftlich abgewickelt werden kann. Anders als beim Regelinsolvenzverfahren ist die Mitwirkung der Gläubiger hier auf ein Minimum reduziert. Insbesondere ist die Beteiligung der Gläubigerversammlung praktisch deutlich reduziert. Ein Gläubigerausschuss ist in der Regel nicht vorhanden. Die Verbraucherinsolvenz beginnt mit dem gerichtlichen Eröffnungsbeschluss, in dem das Datum und die Uhrzeit der Verfahrenseröffnung niedergelegt werden. Dieser Beschluss wird den beteiligten Gläubigern und dem Schuldner zugestellt. Das Datum des Eröffnungsbeschlusses ist wesentlich für die Berechnung zahlreicher Fristen. Insbesondere bestimmt sich hiernach die Berechnung des Beginns der für die Restschuldbefreiung maßgeblichen Wohlverhaltensphase.

    Zuordnung eines Treuhänders

    Zugleich mit dem Beschluss über die Eröffnung der Insolvenz setzt das Gericht einen Treuhänder ein, dessen Rechtsstellung sich aus § 292 InsO ergibt. Die Auswahl des Treuhänders geschieht nach pflichtgemäßem Ermessen durch das Insolvenzgericht. Meist wird ein auf das Insolvenzrecht spezialisierter Rechtsanwalt oder Steuerberater ausgewählt. Die meisten Insolvenzgerichte führen Listen solcher Berufsträger, die sich zur Übernahme derartiger Funktionen bereit erklärt haben.

    Der Treuhänder weist Drittschuldner, die Leistungen an den Schuldner zu erbringen haben, auf die erfolgte Abtretung in der Wohlverhaltensphase hin und zieht die ihm aus der Abtretung zustehenden Beträge ein. Gleiches gilt für ihm zufließende Leistungen des Schuldners und für Erlöse aus der Verwertung von Schuldnervermögen. Er ist dazu verpflichtet, eingehende Zahlungen von seinem Vermögen getrennt zu halten und einmal jährlich die eingegangenen Zahlungen nach Kostenabzug auf die Gläubiger zu verteilen. Sind die eingegangenen Summen gering, kann er sich auf eine Schlussverteilung am Ende des Verfahrens beschränken. Er muss jedoch in jedem Falle einmal jährlich an das Insolvenzgericht über vereinnahmte Zahlungen berichten. Wenn er von der Gläubigerversammlung dazu beauftragt wird, hat er die Erfüllung der Obliegenheiten des Schuldners zu überwachen und etwaige Verstöße an die Gläubiger zu melden. Eine solche Verpflichtung des Treuhänders besteht jedoch nur, wenn die hierfür fällige Zusatzvergütung gesichert ist.

    Bei Ende seines Amtes muss der Treuhänder abschließend gegenüber dem Insolvenzgericht Rechnung legen. Jeder Gläubiger hat die Möglichkeit, die Entlassung des Treuhänders zu beantragen. Das Gericht entscheidet über einen solchen Antrag nach Anhörung des Treuhänders durch rechtsmittelfähigen Beschluss.

    Verwaltung und Verteilung des pfändbaren Einkommens

    Zu den wichtigsten Aufgaben des Treuhänders in der Wohlverhaltensphase gehören der Einzug und die Verwaltung des pfändbaren Einkommens des Schuldners. Meist handelt es sich dabei um den Teil des Arbeitseinkommens, der unter Beachtung etwaiger Unterhaltspflichten des Schuldners die jeweilige Pfändungsfreigrenze überschreitet. Dazu zeigt der Treuhänder die mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung erfolgte Abtretung der pfändbaren Bezüge des Schuldners an und fordert den Arbeitgeber auf, den pfändbaren Lohnanteil an ihn zu überweisen. Der Treuhänder hält eingehende Zahlungen von seinem Vermögen getrennt. Dazu richtet er im Regelfall ein Fremdgeldkonto (Anderkonto) ein und kehrt die hierauf eingehenden Zahlungen meist einmal jährlich an die Gläubiger aus. Über die erlangten Beträge berichtet er mindestens einmal jährlich an das Insolvenzgericht.

    Sind die eingehenden Zahlungen gering, reicht auch eine einmalige Verteilung am Ende der Wohlverhaltensphase aus. An der Berichtspflicht gegenüber dem Insolvenzgericht ändert dies nichts. Die Tätigkeit des Treuhänders erfasst auch die Verwertung des der Zwangsvollstreckung unterliegenden Schuldnervermögens. Hierzu beauftragt er meist ein spezialisiertes Verwertungsunternehmen, das die Vermögensgegenstände des Schuldners nach gesetzlicher Vorgabe freihändig veräußert oder versteigert. Der erzielte Erlös wird nach Abzug der Verwertungskosten dem Fremdgeldkonto des Treuhänders zugeführt und im Rahmen der meist einmal jährlich stattfindenden Verteilung an die Gläubiger ausgekehrt.

    Pfändungsfreigrenzen und Pfändungstabelle

    Beim Einzug des Arbeitseinkommens des Schuldners hat der Treuhänder die Pfändungsfreigrenzen des § 850 c der Zivilprozessordnung (ZPO) zu beachten. Hierzu existiert eine Tabelle, die gemäß § 850 c Abs. 2a ZPO alle zwei Jahre fortgeschrieben wird. Diese Pfändungstabelle staffelt das pfändbare Einkommen nach der Zahl der unterhaltsberechtigten Personen. Dabei wird vom Nettoeinkommen ausgegangen, sodass Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ebenso bereits abgesetzt sind wie alle Sozialversicherungsbeiträge. Bei der Verwertung von Vermögensgegenständen muss der Treuhänder etwaige Pfändungsverbote beachten. Diese ergeben sich gemäß § 36 InsO aus den §§ 850, 850 a, 850 b, 850 c, 850 e, 850 f Abs. 1, 850 g bis k, 851 c und 851 d ZPO, auf die insoweit verwiesen wird.

    Wohlverhaltensperiode

    Unverzichtbare Voraussetzung einer erfolgreichen Restschuldbefreiung ist der störungsfreie Ablauf der meist sechs Jahre dauernden Wohlverhaltensperiode, die gegebenenfalls auf drei oder fünf Jahre verkürzt werden kann und deren Lauf mit dem Tag des Ergehens des Eröffnungsbeschluss beginnt. Innerhalb dieser Wohlverhaltensphase muss der Schuldner gemäß § 295 InsO eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben oder sich um eine solche bemühen. Er darf insbesondere keine zumutbare Beschäftigung ablehnen. Welche Tätigkeit angemessen und zumutbar ist, bestimmt sich individuell nach den Kenntnissen, Fähigkeiten und körperlichen Voraussetzungen des Schuldners. Das pfändbare Einkommen aus der Erwerbstätigkeit des Schuldners ist im Wege der Abtretung an den Treuhänder abzuführen.

    Desweiteren muss der Schuldner die Hälfte des Wertes einer in der Wohlverhaltensphase anfallenden Erbschaft an den Treuhänder auskehren. Dazu gehören auch Erbfälle aus allen Berufungsgründen sowie Pflichtteilsansprüche und Vermächtnisse. Zu den Obliegenheiten des Schuldners in der Wohlverhaltensphase gehört es auch, jeden Wechsel des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes unaufgefordert an den Treuhänder und das Insolvenzgericht zu melden, kein von der Abtretung erfasstes Vermögen zu verheimlichen und auf Anforderung des Treuhänders oder des Gerichts alle verfahrensrelevanten Auskünfte zu erteilen und Belege vorzulegen. Außerdem hat der Schuldner alle von der Abtretung erfassten Zahlungen an den Treuhänder zu leiten und keinem der beteiligten Gläubiger Sondervorteile zu gewähren.

    Das Insolvenzgericht sowie gegebenenfalls auch der Treuhänder überwachen die Erfüllung dieser Verhaltensanforderungen. Erlangt ein Gläubiger Kenntnis einer Obliegenheitsverletzung in der Wohlverhaltensphase, kann er dies als Argument für einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung verwenden.

    Restschuldbefreiung

    Hat der Schuldner alle ihn in der Wohlverhaltensperiode treffenden Verpflichtungen und Obliegenheiten beanstandungsfrei erfüllt, erhält er nach Maßgabe der §§ 287 ff. InsO entsprechend seinem Antrag die Restschuldbefreiung, die das Ziel der privaten Insolvenz ist. Gemäß § 286 InsO wird der Schuldner von seinen im Insolvenzverfahren nicht erfüllten Verbindlichkeiten gegenüber den beteiligten Insolvenzgläubigern befreit, sofern keine Ausschlusstatbestände nach § 302 InsO vorliegen. Die Restschuldbefreiung erfolgt durch Beschluss des Insolvenzgerichts. Voraussetzung ist, dass der Schuldner seinen Obliegenheiten nach § 295 InsO nachgekommen ist und keine Versagungsgründe gemäß §§ 290, 297 und 298 InsO vorliegen.

    Der Antrag auf Restschuldbefreiung ist nach § 287 a InsO unzulässig, wenn dem Schuldner innerhalb von zehn Jahren vor dem Eröffnungsantrag oder nach diesem bereits einmal eine Restschuldbefreiung erteilt oder innerhalb von fünf Jahren vor dem Eröffnungsantrag oder nach diesem einmal die Restschuldbefreiung nach § 287 InsO versagt wurde. Dies gilt auch, wenn innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Eröffnungsantrag dem Schuldner die Restschuldbefreiung nach § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 oder 7 InsO bzw. nach § 296 InsO verweigert wurde. Dies gilt auch für die nachträgliche Versagung nach § 297 a InsO, wenn diese auf einen Versagungsgrund nach § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 oder 7 InsO gestützt wurde.

    Gründe für das Versagen der Restschuldbefreiung

    Nicht selten scheitert die Restschuldbefreiung daran, dass in der Vergangenheit strafrechtlich relevante Verstöße des Schuldners gegen Bestimmungen des Insolvenzrechts vorgelegen haben oder der Schuldner in sonstiger Weise gegen Obliegenheiten im Verfahren verstoßen hat. Dazu gehören die Begründung unangemessener Verbindlichkeiten ebenso wie die Verletzung von Auskunfts- und Mitteilungspflichten und die Verletzung der Erwerbsobliegenheiten. Die meisten Versagungsgründe sind in § 290 Abs. 1 InsO normiert. Daneben gibt es den Versagungsgrund der Nichtzahlung der Treuhändervergütung gemäß § 298 InsO. In § 297 InsO ist der Fall des Bekanntwerdens von Versagungsgründen zwischen Schlusstermin und Aufhebung des Verfahrens bzw. zwischen Beendigung des Verfahrens und Ende der Abtretungsfrist geregelt. § 287 a InsO sieht die Unzulässigkeit eines Restschuldbefreiungsantrages für den Fall vor, dass innerhalb bestimmter Fristen in der Vergangenheit bereits Insolvenzverfahren stattgefunden haben.

    Verurteilung wegen Insolvenzstraftaten

    Eine Restschuldbefreiung ist gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 1 InsO auf Gläubigerantrag zu versagen, wenn der Schuldner innerhalb von fünf Jahren vor dem Eröffnungsantrag oder nach der Antragstellung wegen einer Insolvenzstraftat gemäß §§ 283 bis 283 c StGB rechtskräftig zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten verurteilt wurde. Dabei handelt es sich um die Straftatbestände des Bankrotts, der Bankrotts in einem besonders schweren Fall, der Verletzung der Buchführungspflicht und der Gläubigerbegünstigung.

    Vorherige Insolvenzverfahren

    Gemäß § 287 a Abs. 2 InsO ist ein Antrag auf Restschuldbefreiung im laufenden Verfahren unzulässig, wenn der Schuldner innerhalb von zehn Jahren vor dem Eröffnungsantrag oder nach diesem bereits in einem anderen Verfahren eine Restschuldbefreiung erhalten hat. Dies gilt auch, wenn dem Schuldner innerhalb von fünf Jahren vor dem Eröffnungsantrag oder nach diesem in einem anderen Verfahren bereits einmal die Restschuldbefreiung gemäß § 297 InsO versagt wurde, weil dem Schuldner eine Insolvenzstraftat nach §§ 283 bis 283 c StGB zur Last fiel und er deshalb zwischen dem Schlusstermin und der Aufhebung des Verfahrens oder zwischen Beendigung des Verfahrens und dem Ende der Abtretungsfrist rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten oder zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen verurteilt wurde.

    Ein Antrag auf Restschuldbefreiung ist auch dann unzulässig, wenn dem Schuldner in einem anderen Verfahren innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Eröffnungsantrag im laufenden Verfahren oder nachher bereits einmal die Restschuldbefreiung nach § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 oder 7 InsO oder nach § 296 InsO versagt wurde. Gleiches gilt unter den Voraussetzungen des § 297 a InsO, wenn die Versagung auf die Tatbestände des § 290 Abs. 1 Nr. 5, 6 oder 7 InsO gestützt wurde.

    Unrichtige Angaben

    Ein relevanter Grund für die Versagung der Restschuldbefreiung ist gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO dann gegeben, wenn der Schuldner innerhalb von drei Jahren vor oder nach dem Antrag auf Eröffnung des laufenden Insolvenzverfahrens in vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Weise schriftlich falsche oder nicht vollständige Angaben zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht hat, um ein Darlehen zu bekommen, Sozialleistungen zu erlangen oder um sich Zahlungen an Behörden und andere öffentliche Institutionen zu ersparen. Damit werden insbesondere Fälle des Kreditbetruges, aber auch solche des Betruges beim Bezug von Sozialleistungen und solche des Steuerbetruges erfasst.

    Verstoß gegen Auskunftspflichten

    Eine Restschuldbefreiung kann auch dadurch scheitern, dass der Schuldner vorsätzlich oder grob fahrlässig Auskunfts- oder Mitteilungspflichten verletzt hat (§ 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO). Solche Mitteilungspflichten betreffen beispielsweise einen Wechsel des Wohnsitzes oder des Arbeitsplatzes, aber auch den Anfall einer Erbschaft oder einen sonstigen Zuerwerb an Vermögen, der innerhalb der Abtretungsfrist zu berücksichtigen ist. Erfasst werden auch solche Fälle, in denen der Schuldner auf Anfragen des Gerichts oder des Treuhänders nicht oder unzureichend reagiert, obwohl verfahrensrelevante Fakten einer Mitteilung bedurft hätten.

    Auf Antrag eines Gläubigers

    Eine Versagung der Restschuldbefreiung erfolgt nur auf Antrag eines Gläubigers (§ 290 Abs. 1 Satz 1 InsO). Der Antrag ist bis zum Schlusstermin bzw. bis zum Beschluss über die Verfahrenseinstellung nach Anzeige der Masseunzulänglichkeit (§ 211 Abs. 1 InsO) schriftlich beim Insolvenzgericht einzureichen. Dabei sind die Tatsachen, die den Versagungsgrund begründen sollen, glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung kommen alle Beweismittel der ZPO (u.a. Zeugen und Urkunden) in Betracht. Außerdem ist es möglich, die Richtigkeit der Tatsachen, die die Versagung der Restschuldbefreiung rechtfertigen sollen, an Eides statt zu versichern. Das Insolvenzgericht entscheidet über den Versagungsgrund durch Beschluss, der mit der sofortigen Beschwerde angegriffen werden kann. Der Beschluss ist öffentlich bekanntzumachen.

    Häufige Ursachen für eine Privatinsolvenz

    Zu einer Verbraucherinsolvenz kommt es teilweise aus Gründen, die der Schuldner selbst zu vertreten hat. Dabei steht oft im Vordergrund, dass der Schuldner seine finanzielle Leistungsfähigkeit überschätzt oder seine Ausgaben nicht seinen Einkommensverhältnissen angepasst hat. Daneben gibt es auch vom Schuldner nicht zu vertretende Umstände, die zu einer oft drastischen Reduzierung seiner finanziellen Möglichkeiten führen. Dies gilt besonders für solche Schuldner, die ehemals selbständig oder freiberuflich tätig waren. Hier spielen Auftragsrückgänge infolge eines konjunkturellen Einbruchs ebenso eine wichtige Rolle wie der Ausfall eigener Forderungen infolge der Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit eigener Schuldner.

    Hohe Überschuldung

    Der wichtigste Grund für die Notwendigkeit eines Insolvenzverfahrens ist die Entstehung einer erheblichen Überschuldung. Diese ist dann anzunehmen, wenn ein Schuldner nicht imstande ist, die gegen ihn bestehenden fälligen Zahlungsforderungen fristgerecht auszugleichen. Oft hat sich ein Schuldner in solchen Fällen auf Zahlungspflichten eingelassen, die aus seinem laufenden Einkommen nicht zu erfüllen sind. Dabei kann es sich um Schulden handeln, die für die Finanzierung einer Immobilie aufgenommen wurden, aber auch um Ratenschulden aus Auto- und Möbelkäufen. Besonders bei jungen Leuten spielen auch Verbindlichkeiten aus Telekommunikationsverträgen eine wichtige Rolle. In vielen Fällen haben Schuldner die Übersicht über die Höhe ihrer Zahlungspflichten verloren, da sie sich oft nicht in der gebotenen Weise um eine Reaktion auf eingehende Mahnungen oder gerichtliche Zustellungen bemühen, sondern entsprechende Korrespondenz nicht selten ignorieren.

    Scheidung

    Auch eine Scheidung kann zu einer massiven Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation führen. Dabei geht es nur selten um die eigentlichen Scheidungskosten, die für die Tätigkeit von Rechtsanwälten und Gerichten anfallen. Meist sind die mittelbaren Scheidungsfolgen wesentlich gravierender. Dazu gehören insbesondere Barunterhaltspflichten gegenüber dem Ehegatten und den Kindern. Diese Unterhaltspflichten sind in der bestehenden Ehe weniger belastend, da hier regelmäßig Naturalunterhalt geleistet wird und das Leben in einem gemeinsamen Haushalt wesentlich günstiger als der Kostenaufwand nach der Trennung der Parteien ist. Belastend sind oft auch Forderungen auf Zugewinnausgleich, die den ausgleichspflichtigen Ehegatten nicht selten überfordern. Auch die Verwertung einer Immobilie aus dem gemeinschaftlichen Eigentum der Ehegatten ist oft nur mit erheblichen Verlusten möglich.

    Krankheit

    Eine der häufigsten schicksalhaften Ursachen für eine Privatinsolvenz ist eine längerfristige Erkrankung des Schuldners. Bei Arbeitnehmern entstehen erhebliche finanzielle Einbußen, wenn der sechswöchige Zeitraum der Lohnfortzahlung verstrichen ist. Eine wesentliche Verschärfung entsteht, wenn auch der Krankengeldbezug nach 78 Wochen innerhalb einer Blockfrist von drei Jahren endet und nur noch Sozialleistungen zur Verfügung stehen. Besonders negativ ist die Situation bei Freiberuflern und Selbständigen, die Einnahmen nur aus ihrer persönlichen Tätigkeit erzielen.

    Arbeitslosigkeit

    Eine Insolvenz tritt nicht selten dadurch ein, dass der Schuldner seinen Arbeitsplatz verliert und kurzfristig keine neue Anstellung findet. Da der Bezug von Arbeitslosengeld I altersabhängig nach maximal zwei Jahren endet, ist eine Beanspruchung von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oft unvermeidlich, sodass die Einnahmen auf Sozialhilfeniveau sinken. Spätestens dann sind die meisten Schuldner mit der Weiterzahlung von Raten aus einer Immobilienfinanzierung oder einem Anschaffungskredit überfordert, sodass die Verbraucherinsolvenz oft der einzige Ausweg aus einer hoffnungslosen finanziellen Verstrickung ist.

    Fazit

    Für Personen, die einen hohen Schuldenstand aufgebaut haben, stellt sich nicht selten das Problem, dass sie aus ihren regelmäßigen Einkünften die bestehenden Verbindlichkeiten nicht oder nur sehr langfristig zurückführen können. Häufig sind vorhandene Gläubiger nicht bereit, sich weiter vertrösten zu lassen oder sich auf eine Stundung oder einen (teilweisen) Forderungsverzicht einzulassen. Solche Gläubiger fordern meist im Wege von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen die sofortige Bezahlung der Zahlungsrückstände. In diesem Zusammenhang kommt es oft zu Besuchen des Gerichtsvollziehers sowie zu Lohn- oder Kontopfändungen. Manchmal betreiben Gläubiger nach fruchtlosen Pfändungen und Vorliegen der im Rahmen der Zwangsvollstreckung abzugebenden Vermögensauskunft unmittelbar das Insolvenzverfahren. Dies gilt insbesondere für solche Gläubiger wie Finanzämter oder Landeskassen, da diese angesichts ihrer Kostenbefreiung mit der Antragstellung kein eigenes Kostenrisiko eingehen. Diese unangenehmen Begleitumstände führen dazu, dass Privatpersonen den Weg in die Verbraucherinsolvenz suchen, die landläufig auch als Privatinsolvenz oder als vereinfachtes Insolvenzverfahren bezeichnet wird. Die private Insolvenz zielt regelmäßig auf den Erhalt der gerichtlichen Restschuldbefreiung ab, die nach Ablauf einer sogenannten Wohlverhaltenszeit von regelmäßig sechs Jahren zum Erlass der dann noch offenen Schulden führt. Dies ist für viele Schuldner die einzige Möglichkeit, innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes seine finanzielle Beweglichkeit zurückzugewinnen und wieder zu einer sinnvollen Zukunftsplanung zurückzufinden.

  • Günstige Online Kredite von Direktbanken & Kreditvermittlern

    Online-Direktbanken bieten ihre Leistungen ausschließlich online an. Dadurch verringern sie die Verwaltungskosten auf ein Minimum und geben diese Kostenvorteile an die Kunden weiter. Für Kredite bedeutet das, dass Verbraucher über eine Direktbank vielfach deutlich günstiger als bei Filialbanken finanzieren. Das kommt für alle Kunden infrage, die auf eine Vor-Ort-Beratung in einer Filiale verzichten können und stattdessen ihren Fokus auf die Zinssätze legen. Die Abwicklung eines Kredits erfolgt per Post beziehungsweise online. Nachweise wie Gehaltsabrechnungen und Arbeitsverträge senden Interessierte zum Beispiel per Post an die Bank. Die Verwaltung des Kredits erfolgt über eine Online-Plattform. Im Onlinebanking können Kunden jederzeit die aktuellen Restschulden einsehen oder eine Sondertilgung durchführen.

    1822 direkt

    Die 1996 gegründete Direktbank 1822 direkt gehört zu einhundert Prozent der Frankfurter Sparkasse und gilt als bekanntestes Online-Angebot des Sparkassenverbandes. 1822 direkt fungiert dabei nicht als eigenes Institut, sondern als Vertriebsgesellschaft. Das Kreditkonto führen Kunden bei der Frankfurter Sparkasse, über 1822 direkt erhalten sie aber besonders günstige Konditionen. So bestechen die Kreditangebote durch den Verzicht auf Bearbeitungsgebühren, günstige und bonitätsunabhängige Zinsen sowie der Möglichkeit, jederzeit Sondertilgungen vornehmen zu können. Zugleich überzeugt 1822 direkt mit einem breiten Angebot, das von Dispo-Krediten über Ratenkredite und Fotovoltaik-Finanzierungen bis zu Baudarlehen reicht.

    Bank of Scotland

    Die Bank of Scotland mit Sitz in Edinburgh blickt auf eine lange Geschichte zurück: Die Gründung datiert im Jahr 1695 mittlerweile gehört sie zur Lloyds Banking Group mit insgesamt 106.000 Mitarbeitern. Auf dem europäischen Kontinent hat sich die Bank besonders mit ihrem gleichnamigen Internetableger einen Namen gemacht. Seit 2009 engagiert sie sich mit der Bank of Scotland Deutschland auch hierzulande und hat vor allem mit gut verzinsten Tagesgeldkonten viele Kunden gewonnen. Zudem offeriert das Institut Autokredite, die durch günstige Zinsen, kostenlose Sondertilgungen und schnelle Auszahlungen positiv auffallen.

    comdirect

    Die comdirect Bank mit Sitz im norddeutschen Quickborn notiert als eigenständige Aktiengesellschaft an der Börse, gehört aber mehrheitlich der Filialbank Commerzbank. Die 1994 gegründete Online-Bank comdirect gilt als einer der Vorreiter der Branche. Sie hat früh damit begonnen, den Kunden umfangreiche Leistungen anzubieten. So können Interessierte beim Institut ein Girokonto und ein Depot führen, Aktien und andere Wertpapiere handeln, Fondssparpläne abschließen und Tagesgeld sowie Festgeld anlegen. Auch im Bereich der Kredite treffen Verbraucher auf ein breites Angebot. Auf ihrem gratis Girokonto können sie einen Dispo-Kredit einrichten lassen, auch Ratenkredite ab der niedrigen Summe von 1.000 Euro bietet die Bank. Zudem können Kunden einen Wertpapierkredit vereinbaren: Ab einem bestimmten Wert des Anlagedepots dürfen Kunden einen solchen Kredit mit besonders niedrigen Zinssätzen aufnehmen. Hierbei handelt es sich wie bei einem Dispo-Kredit um einen Darlehensrahmen. Zinsen fallen nur an, wenn Verbraucher diesen Rahmen nutzen. So bewahren sie ein Höchstmaß an Flexibilität und können insbesondere kurzfristigen Bedarf preiswert finanzieren. Bei Baufinanzierungen und KfW-Förderkrediten tritt comdirect als Vermittler auf. Interessierte können ihren Finanzierungswunsch äußern, das Institut vergleicht daraufhin die Konditionen zahlreicher Kreditanbieter und legt das günstigste Angebot vor. Zum Teil profitieren Kunden dabei von Sonderrabatten.

    DAB Bank

    Die DAB Bank hat sich wie comdirect im Jahr 1994 gegründet, wobei die DAB Bank als erstes Institut Deutschlands Online-Brokering anbot. Die mehrheitlich der Unicredit Bank gehörenden Aktiengesellschaft stellt ihren Kunden ein breites Spektrum an Leistungen zur Verfügung: kostenloses Girokonto, Tages- und Festgeld, der Kauf von Gold, Sparpläne und Kreditkarten. Dabei profitieren Verbraucher von zahlreichen Sonderaktionen, zum Beispiel von Startguthaben auf neu eröffneten Girokonten und rabattierten Fonds. Kunden können bei der DAB Bank auch günstige Ratenkredite abschließen, die sich durch eine Online-Sofortzusage innerhalb einer halben Minute auszeichnen. Erwähnung verdienen auch die Wertpapierkredite mit variablem Zinssatz, für die keine Gebühren anfallen und bei denen Kreditnehmer stets volle Flexibilität genießen. Bei Baufinanzierungen führt das Online-Institut einen Konditionenvergleich bei zahlreichen Kreditanbietern durch.

    DKB

    Die DKB gründete sich 1990 als erste private Bank der DDR, fünf Jahre später übernahm die Bayerische Landesbank das Institut als einhundertprozentige Tochtergesellschaft. Breite Aufmerksamkeit erreichte die DKB erst, als sie sich zur Direktbank wandelte. Dieser Schritt zahlte sich aus, seitdem verzeichnet die Bank mit Sitz in Berlin ein rasantes Wachstum an Privatkunden. Während das Institut 2000 nur über 20.000 Kunden verfügte, lag die Anzahl 2013 schon bei fast 2,5 Millionen. Dieser Erfolg erklärt sich mit den attraktiven Konditionen, welche die Bank für das breite Spektrum an Leistungen bietet. So können Interessierte ein kostenloses Girokonto mit gratis VISA-Card eröffnen, auf dem sie einen Sofort-Dispo von 1.000 Euro einrichten lassen können. Für den Dispo zahlen Kunden weit unterdurchschnittliche Zinsen. Auch die Konditionen für Privatdarlehen gestaltet die DKB ansprechend: Verbraucher profitieren von günstigen Zinsen, kostenfreien Sondertilgungen und einer schnellen Auszahlung. Zudem offeriert die Bank im Gegensatz zu vielen anderen Direktbanken eigene Baufinanzierungen. Neben den preiswerten Zinsen stellt die Möglichkeit, jährlich eine Sondertilgung von bis zu 10 % vorzunehmen, einen Pluspunkt dar. Studierende mit Finanzierungsbedarf können sich ebenfalls an die DKB wenden.

    Mit dem Studenten-Bildungsfonds bietet sie einen umfangreichen Kreditrahmen an, im Monat können Studierende bis zu 650 Euro abheben. Zinsen fallen nur für das tatsächlich genutzte Darlehen an. Der Festzins garantiert Planungssicherheit. Ein weiterer Vorteil: Studierende können den Kreditrahmen nicht nur innerhalb der Regelstudienzeit, sondern auch zwei Monate darüber hinaus ausschöpfen.

    ING Diba

    Die ING Diba gehört der niederländischen Bank ING Group und hat sich in Deutschland als mit Abstand größte Direktbank etabliert. Inzwischen zählt das Online-Institut über 8 Millionen Kunden. Das liegt nicht nur an den intensiven Werbekampagnen mit dem Basketballstar Dirk Nowitzki. Der Erfolg gründet sich vor allem auch in einem attraktiven und umfassenden Leistungsspektrum. So lockt die Bank mit einem kostenlosen Girokonto, niedrigen Dispo-Zinsen, gebührenfreien Bargeldabheben mit der Gratis VISA-Card an fast allen deutschen Geldautomaten und hohen Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten. Auch bei Finanzierungen fällt die ING Diba mit einem ansprechenden Angebot auf. Kunden können sich zum Beispiel als Alternative zum Dispo einen kostengünstigeren Abrufkredit mit umfangreichem Kreditrahmen sichern. Zusätzlich können Verbraucher preiswerte Autokredite, Wohnkredite für Renovierungsarbeiten und Ratenkredite zur freien Verwendung vereinbaren. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die bankeigenen Produkte im Bereich Baufinanzierung, zu denen Immobilienkredite, Anschlussfinanzierungen und Forward Darlehen zählen. Als praktisch erweist sich auch die Option, eine bestehende Finanzierung bei der ING Diba um bis zu 15 Jahre zu verlängern. Die Vorteile einer solchen Prolongation: Kreditnehmer müssen nicht erneut Unterlagen einreichen, zusätzliche Bearbeitungsgebühren fallen nicht. Zudem können sie die Verlängerung bis zu drei Jahre im Voraus beantragen und sich so bei einem aktuell niedrigen Zinsniveau günstige Konditionen sichern.

    Netbank

    1998 gründet sieben genossenschaftlich organisierte Sparda-Banken die Netbank, heute gehört die nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft mehrheitlich der Berliner Landesbank. Das in Hamburg ansässige Online-Institut bietet als Vollbank zahlreiche Leistungen, die Bandbreite reicht vom kostenlosen Gehaltskonto über ein Wertpapierdepot bis hin zu verschiedenen Krediten. So können Kunden günstige Kleinkredite und Ratenkredite abschließen, an Selbstständige und Freiberufler richtet das Institut spezielle Kreditangebote. Zudem vermittelt die Netbank Baufinanzierungen, vergleicht hierfür die Konditionen von über siebzig Anbietern und berät kostenlos. Für ihre Darlehen hat die Bank bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So bewertete die Stiftung Warentest die Ratenkredite mit der Top-Note 0,9. Diese Kredite überzeugen mit geringen Zinsen, dem Verzicht auf Bearbeitungsgebühren und einer raschen Online-Vorabzusage. Der Nachrichtensender n-tv sowie die Finanzberatung FMH verliehen dem Institut zudem den Titel „Beste Bank für Kleinkredite“.

    Norisbank

    Die Geschichte der Norisbank reicht bis in das Jahr 1954 zurück, lange Zeit gehörte sie dem Quelle-Konzern. Mittlerweile ist das Online-Institut eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. 2000 schrieb die Direktbank Geschichte: Als erste deutsche Internetbank führte sie Kredite mit einer Online-Sofort. Auch heute zeichnet sich die Norisbank durch innovative Kreditangebote aus. Die Bank wirbt zum Beispiel mit einer Niedrigzins-Garantie. Finden Verbraucher innerhalb von vier Wochen nach Kreditabschluss ein günstigeres Angebot, können sie das Darlehen kündigen und erhalten von der Bank einen Geldbetrag geschenkt. Die Darlehen der Norisbank zeichnen sich tatsächlich durch günstige Konditionen aus. Zudem verdienen die hohen und kostenfreien Sondertilgungen Erwähnung, pro Jahr können Kunden bis zur Hälfte der Restsumme zurückzahlen. Auch Autokredite bietet das Institut, bei diesen können Kunden im Gegensatz zu anderen Banken den Kfz-Brief behalten. Darüber hinaus können Interessierte bei der Norisbank ein kostenloses Girokonto beantragen und Tages- und Festgeldkonten eröffnen.

    RaboDirect

    RaboDirect gehört zur niederländischen Rabobank-Gruppe und bietet seit 2012 in Deutschland Online-Tagesgeld- und Festgeldkonten an. Kredite vertreibt das Institut nicht. Geschäftskunden können sich für Finanzierungen an die Rabobank in Frankfurt wenden, die in eine Vielzahl an Finanzdienstleistungen bietet. Privatkunden müssen sich zumindest momentan noch eine andere Bank für Kredite suchen.

    Die SKG Bank

    Die 1953 gegründete SKG Bank ist mittlerweile ein Tochterunternehmen der DKB und erwirtschaftet wie der Mutterkonzern als Direktbank Umsätze. Im Gegensatz zur DKB fungiert die SKG Bank aber nicht als Vollbank, sie konzentriert sich auf Sparprodukte und Kreditangebote. Kunden können zum Beispiel ein Privatdarlehen vereinbaren, sie sichern sich damit bonitätsunabhängige Zinsen, Gebührenfreiheit und unbegrenzte sowie kostenlose Sondertilgungen. Kreditbedarf können sie bis zu zehn Jahren finanzieren. Die Wohnkredite eignen sich, um mittels Renovierungen und Sanierungen den Wert einer Immobilie zu steigern. Ein Eintrag in das Grundbuch erfolgt nicht. Zudem vergibt die SKG Bank Baufinanzierungen, bei denen sie zwei Mal kostenfrei den Tilgungssatz wechseln können. Der Nachrichtensender n-tv und die Finanzberatung FMH haben die SGK Bank 2013 als „Besten Baufinanzierer bundesweit“ ausgezeichnet.

    VW Bank

    Der Volkswagen-Konzern hat 1949 eine eigene Bank gegründet, die als Finanzierungspartner für Kunden diente. Auch heute noch können Interessierte über die VW Bank günstig Volkswagen-Modelle finanzieren. Erstens können sie eine 3-Wege-Finanzierung wählen: Am Laufzeitende entscheiden sie sich, ob sie weiter finanzieren, den Wagen zurückgeben oder einen zuvor vereinbarten Betrag zahlen und das Auto übernehmen. Zweitens können sie einen klassischen und preiswerten Autokredit abschließen. Drittens bietet die VW Bank Privat- und Geschäftskunden Leasing an. Mittlerweile beschränkt sich das Institut aber nicht mehr auf Autofinanzierungen, es hat sich zu einer Direktbank mit umfangreichem Leistungsspektrum entwickelt. Kunden können zum Beispiel ein kostenloses Gehaltskonto nutzen, ein Depot eröffnen und Geld zu guten Konditionen auf Tages- und Festgeldkonten transferieren. Im Bereich der Kreditangebote können Interessierte günstige Ratenkredite und flexible Abrufkredite vereinbaren. Vielfach erhalten Neukunden besonders gute Konditionen. Bei Baufinanzierungen und Bausparverträgen vermittelt die VB Bank die besten Kreditangebote. Für diese Leistungen hat das Online-Institute bereits zahlreiche Auszeichnungen verbucht: Die Finanzzeitschrift Focus Money hat die Bank beispielsweise für den fairsten Kundenservice, die fairste Kundenberatung und für den Top-Ratenkredit ausgezeichnet, die Fachzeitschrift „Auto Bild“ hat sie zur besten Autobank gekürt. Insgesamt verfügt die Direktbank über 1,1 Millionen Kunden und gehört damit unter den Online-Instituten zu den führenden Anbietern Deutschlands.

    SWK Bank

    Die in Bingen am Rhein ansässige SWK Bank hat sich auf den Online-Vertrieb von Ratenkrediten, Solarkrediten, Autodarlehen, Festgeld und Bankbürgschaften für Mietkautionen spezialisiert. Die 1959 gegründete Bank macht immer wieder durch Auszeichnung auf sich aufmerksam: So hat die Stiftung Warentest die Kreditberatung 2012 mit einem „Sehr gut“ bewertet, der TÜV Saarland hat mehrfach für die Kundenzufriedengeit „Sehr gut“ vergeben, der TÜV Rheinland hat das Unternehmen beim Datenschutz und der Datensicherheit zertifiziert. Hervorzuheben sind die Solarkredite der SWK Bank. Als eine der wenigen Direktbanken offeriert das Inline-Institut die Förderkredite der KfW und wickelt diese unbürokratisch ab. Zugleich spricht das Institut Verkäufer von Photovoltaikanlagen an. Diese erhalten attraktive Provisionen, wenn sie ihren Kunden Kredite der SWK Bank vermitteln. Bei den Ratenkrediten zeichnet sich der Kreditanbieter durch eine Online-Sofortzusage und eine Auszahlung innerhalb von zwei Arbeitstagen aus.

    Bank11direkt

    Die Online-Bank Bank11direkt mit Sitz in Neuss bietet eine übersichtliche Auswahl an einfachen Spar- und Kreditprodukten an. Im Bereich der Finanzierungen bewirbt sie erstens Ratenkredite. Auf Wunsch müssen Kunden erst drei Monate nach der Auszahlung der Darlehenssumme mit der Begleichung der Raten beginnen, das verschafft finanzielle Luft. Positive Erwähnung verdient auch der Verzicht auf Bearbeitungsgebühren und versteckte Gebühren. Zweitens können Verbraucher bei der Bank einen Dispo-Kredit erhalten, der durch günstige Zinsen besticht. Regelmäßig lockt Bank11direct mit Sonderaktionen, bei denen Neukunden zum Beispiel im ersten Jahr eines Dispo-Kredits besonders niedrige Zinsen zahlen.

    Online Kredite von klassischen Bankinstituten

    Neben Direktbanken bieten auch fast alle Filialbanken Online Kredite an. Filialbanken zeichnet dabei aus, dass Kunden sich in den Geschäftsstellen persönlich beraten lassen können. Dabei sollten Interessierte aber beachten, dass sich die Dichte des Filialnetzes zwischen den Anbietern stark unterscheidet. Einige Banken wie die Sparkassen betreiben deutschlandweit und auch in ländlichen Regionen viele Geschäftsstellen. Andere Institute beschränken sich auf bestimmte Regionen oder auf Großstädte. Grundsätzlich gilt bei allen Filialbanken: Für die Kredite bezahlen Kunden meist mehr als bei Direktbanken. Nicht nur die Zinssätze liegen oftmals höher als bei Online-Banken, vielfach fallen auch höhere Bearbeitungsgebühren an. In letzter Zeit setzen aber auch einige klassische Filialbanken verstärkt auf die Online-Vermarktung und bieten in diesem Zusammenhang häufig ebenso gute Konditionen wie Direktbanken. Ein Vergleich lohnt sich daher in jedem Fall.

    Barclaycard

    Das britische Unternehmen Barclaycard als sich vor allem als Herausgeber von Kreditkarten einen Namen gemacht, seit 1991 engagiert sich die Bank mit einer Niederlassung in Hamburg auch in Deutschland. Barclaycard bietet Verbrauchern diverse Kreditkarten der Gesellschaften VISA und Mastercard an. Die Umsätze können sich Kunden von den Girokonten abbuchen lassen, alternativ steht ihnen ein Kreditrahmen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um das Revolving-Credit-Modell: Ähnlich wie beim Dispo können Verbraucher den individuellen Überziehungsrahmen ausschöpfen, sie müssen aber jeden Monat 2 % des Kreditvolumens und mindestens 15 Euro zurückzahlen. Zum Teil überzogen diese Kreditangebote durch Zinsfreiheit in den ersten zwei Monaten, danach fallen aber wie bei Dispo-Krediten vergleichsweise hohe Zinsen an. 2008 hat Barclaycard sein Engagement in Deutschland um Privatkredite ausgeweitet. Kreditangebote unter dem Label „Profi“ richten sich speziell an Selbstständige und Freiberufler, die bei vielen anderen Banken keine Kredite erhalten. Zudem finden sich Verbraucherkredite zur freien Verwendung und Autokredite im Produktsortiment. Besondere Offerten macht das Angebot an alle, die bereits eine Kreditkarte der Barclaycard besitzen: Bei sogenannten Fix-Krediten müssen sie keine Einkommensnachweise vorlegen, deswegen können sie sich über eine schnelle Auszahlung freuen. Mit Upgrade-Krediten können Kunden ein laufendes Darlehen aufstocken, das Restsaldo wird automatisch vom neuen Kredit abgelöst.

    Postbank

    Die Postbank, die mittlerweile mehrheitlich der Deutschen Bank gehört, zeichnet sich durch ein dichtes Filialnetz aus. So können Kunden auf vielen Geschäftsstellen der Post auch Angelegenheiten der Postbank erledigen. Insgesamt können Kunden deutschlandweit über 1.000 Filialen nutzen. Als Universalbank offeriert das Institut vielfältige Leistungen, dazu zählen Privatkredite, Autokredite und Kreditkarten. Für die Ratenkredite hat die Postbank von der Fachzeitschrift Focus Money die Bewertung „Bester Ratenkredit“ erhalten.

    Targo Bank

    Bis 2010 bot die Targo Bank ihre Dienste als Citibank an, seit dem gehört sie zu einer französischen Bankengruppe und firmiert unter dem neuen Namen. An dem Konzept hat sich nichts Wesentliches geändert. Weiterhin engagiert sich die Filialbank im Privatkundengeschäft und betreibt rund 350 Niederlassungen in circa 200 deutschen Städten. Insgesamt vertrauen mehr als drei Millionen Kunden auf die Leistungen des Instituts. Als Vollbank erhalten Verbraucher bei ihr alle wichtigen Produkte, vom Wertpapierdepot über ein Girokonto bis hin Krediten. Die Kreditangebote teilt die Bank in zwei Kategorien ein. Zum einen können Kunden online Raten-, Wohn- und Autokredite abschließen. Die Ratenkredite zeichnen sich bei kurzen Laufzeiten durch einen Festzins aus, bei längeren Laufzeiten ermittelt die Targo Bank bonitätsabhängige Zinssätze. Zum anderen offeriert das Institut Filialkredite mit umfassender Beratung. Auf Wunsch besuchen Bankmitarbeiter Interessierte auch zu Hause. Bei Baufinanzierungen arbeitet die Bank als Vermittler, bei diesem Anliegen können sich Verbraucher online und per Telefon an Mitarbeiter wenden oder eine Filiale aufsuchen.

    Creditplus Bank

    Die Creditplus Bank mit Hauptsitz in Stuttgart verfolgt eine Doppelstrategie: Zum einen vertreibt sie über das Internet günstige Online-Kredite. Dazu zählen Sofortkredite mit schneller Auszahlung, Autodarlehen sowie besonders preiswerte Finanzierungen für Beamte. Zum anderen betreibt die Bank in sechzehn deutschen Großstädten wie Berlin, München, Frankfurt am Main und Dresden Filialen. In diesen Niederlassungen können sich Interessierte ausgiebig beraten lassen. Zudem engagiert sich das Institut in der Angebots- und Händlerfinanzierung. Bei der Angebotsfinanzierung kooperiert das Geldhaus mit zahlreichen Händlern und organisiert für sie die Option des Ratenkaufs. Diese Kreditangebote umfassen Produktbereiche wie Möbel, elektrische Haushaltsgeräte und Unterhaltungsmedien. Bei der Händlerfinanzierung stellt die Creditplus Bank Geld für den Ankauf von Waren zur Verfügung. Der TÜV Saarland attestiert dem Institut gute Serviceleistungen, die Fachzeitschrift Euro am Sonntag hat der Bank für die Ratenkredite die Note „Sehr gut“ verliehen.

    Credit Europe Bank

    Das niederländische Institut Credit Europe Bank unterhält in mehreren europäischen Ländern rund 200 Filialen, in Deutschland ist sie aber vornehmlich durch ihr Online-Angebot bekannt. Neben Tages- und Festgeldkonten können Kunden zwei Typen an Finanzierungen vereinbaren. Erstens handelt es sich um Privatkredite zur freien Verfügung, die Laufzeit beträgt bis zu zehn Jahre. Zweitens offeriert die Bank Abrufkredite, bei denen sie nur für die tatsächliche Nutzung des Kreditrahmens Zinsens verlangt. Bei beiden Kreditarten verzichtet die Credit Europe Bank auf Bearbeitungsgebühren.

    Easycredit/TeamBank

    Die TeamBank als Mitglied der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken-Raiffeisenbanken offeriert Ratenkredite sowie Kreditkarten mit Ratenkredit-Funktion. Wesentliche Merkmale der Verbraucherkredite stellen günstige Zinsen und jederzeitige Sondertilgungen dar. Mit den easyCredit-Kreditkarten hat die TeamBank ein besonderes Produkt geschaffen: Die Karten lassen sich wie gewöhnliche Kreditkarten nutzen, zugleich steht Kunden ein individueller Kreditrahmen zur Verfügung. Dieser funktioniert bei Verwendung als Ratenkredit. Vor der Nutzung entscheiden Verbraucher, wie sie die jeweilige Summe zurückzahlen wollen. Die Bandbreite reicht von einer Einmalzahlung bis zu maximal sechzig Monatsraten. Ergibt sich ein mehrmaliger Finanzbedarf, fasst die TeamBank die einzelnen Kredite zusammen. Der Einmalbetrag beziehungsweise die Monatsraten erhöhen sich entsprechend. Diese beiden Produkttypen vertreibt die TeamBank auf drei Wegen. Erstens vermitteln viele Genossenschaftsbanken Kredite und Kreditkarten in ihren Filialen. Zweitens können sie Interessierte über das Internet abschließen. Drittens betreibt die Bank mit Hauptsitz in Nürnberg über fünfzig Niederlassungen, die sogenannten Fachgeschäfte für Ratenkredite. Für die Kundenbetreuung am Hauptsitz und in den Filialen zeichnen sich insgesamt über 1.000 Beschäftigte verantwortlich.

    Santander

    Die spanische Bankengruppe Santander zeigt mit einer hundertprozentigen Tochter auch in Deutschland breite Präsenz. Insgesamt verfügt die Vollbank hierzulande über mehr als 320 Filialen. Als Kreditanbieter erwirtschaftet das Institut vornehmlich mit Warenkauffinanzierungen und Fahrzeugkrediten Umsätze. Im Bereich der Ratenkäufe von Möbeln, Elektrogeräten und Co. arbeitet Santander mit über 27.000 Händlern zusammen. Bei Darlehen für Autos, Motorräder, Caravans und andere Fahrzeuge kooperiert das Unternehmen mit über 20.000 Händlern. Kunden können hierbei zwischen zahlreichen Finanzierungsangeboten wählen. So können sie klassische Autokredite, Budgetfinanzierungen mit niedrigen Raten und höherer Schlussrate sowie Leasing-Verträge abschließen. Zusätzlich bietet Santander unterschiedliche Versicherungspakete an. Mit einer Kaufpreisversicherung schützen sich Kreditnehmer zum Beispiel vor einem Diebstahl und einem Totalschaden. Auch Haftpflicht- und Kaskoversicherungen vertreibt die Bank. Darüber hinaus offeriert die deutsche Tochtergesellschaft einer der größten Banken der Welt Ratenkredite zur freien Verwendungen, Baufinanzierungen und ein Verfügungskonto. Beim Verfügungskonto handelt es sich um einen Revolving Credit: Bei entsprechender Bonität können Kunden einen großen Kreditrahmen nutzen, sie müssen aber im Monat mindestens 2,5 % der Darlehenssumme beziehungsweise mindestens 100 Euro monatlich zurückzahlen.

    Unicredit/HypoVereinsbank

    Die HypoVereinsbank als Teil der Unicredit-Gruppe betreibt in Deutschland fast 1.000 Geschäftsstellen und zählt mit über 19.000 Beschäftigten zu den größten Banken des Landes. Im Bereich der Kredite haben Kunden folgende Auswahl: Ratenkredite, Dispokredite sowie Baufinanzierungen. Bei den Baufinanzierungen vermittelt die HypoVereinsbank Darlehen, sie vergibt diese nicht selbst. Sie greift hierfür auf rund vierzig Kooperationspartner zurück.

    Oyak Anker Bank

    Die bereits 1958 gegründete Oyak Anker Bank gehört mittlerweile dem größten privaten Pensionsfonds der Türkei, Oyak. Aus dieser Übernahme resultiert der heutige Name, zuvor firmierte das Institut unter der Bezeichnung Anker Bank. Das Geldhaus mit Geschäftsstellen in Frankfurt am Main, Bonn und Koblenz konzentriert sich auf Sparanlegen wie Tagesgeldkonten sowie diverse Kreditangebote. Bei den Darlehen haben Interessierte die Auswahl zwischen Ratenkrediten, Rahmenkrediten, Wohnkrediten und Baufinanzierungen. Bei den Rahmenkrediten können Kunden einen getilgten Rahmen problemlos erneut in Anspruch nehmen. Mit den Wohnkrediten lassen sich vielfältige Investitionen rundum die Immobilie finanzieren. So können Verbraucher ein solches Darlehen aufnehmen, wenn die Baufinanzierung beim Hausbau nicht ausreicht. Sie können damit auch den Investitionsbedarf bei Renovierungen und Sanierungen stemmen.

    Ikano Bank

    Die Ikano Bank gehört mehrheitlich der Familie des schwedischen IKEA-Gründers Ingvar Kamprad. Sie ähnelt sich im Werbeauftritt stark den IKEA-Möbelhäusern, so offeriert das Institut Darlehen mit der Bezeichnung „Kash Borgen Kredite“ und duzt Interessierte und Kunden. Diese Raten- und Autokredite zeichnen sich durch beliebig häufige und hohe Sondertilgungen sowie durch die Möglichkeit aus, die Raten zwei Mal im Jahr kostenlos aussetzen. Zudem vergibt die Ikano Bank Kreditkarten, darunter die Ikea Family Bezahlkarte. Inhaber dieser Karten können einen bonitätsabhängigen Verfügungsrahmen ausschöpfen. Die abgerufenen Beträge können sie entweder auf einen Schlag oder in monatlichen Raten zurückzahlen.

    ABK

    Die Abkürzung ABK steht für Allgemeine Beamten Kasse und beschreibt damit das zielgruppenorientierte Konzept dieser Bank: Das Angebot des Instituts richtet sich an alle Beschäftigten des Öffentlichen Dienst sowie in vergleichbaren Unternehmen, dazu zählen die Sozialversicherungen, städtische Wohnungsbaugesellschaften, die Telekom und die Deutsche Post. Beamter müssen die Kunden nicht unbedingt sein, sie müssen aber in einer staatlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution beziehungsweise bei ehemaligen Staatsunternehmen arbeiten. Wer diese Voraussetzung erfüllt, kann auf ein vielfältiges Kreditangebot zugreifen. Zum Produktsortiment gehören spezielle Kredite für den Kauf von Autos, für einen Urlaub, für die Anschaffung von Musikinstrumenten durch professionelle Musiker zum Beispiel in Staatsorchestern und für Beamte in Pension. Auch Dispositionskredite können Interessierte beantragen, den Bau oder den Kauf von Immobilien finanziert die Bank ebenfalls. Der große Vorteil bei der ABK besteht darin, dass sie sich auf Kunden mit sicherem Einkommen konzentriert. Diese kommen deshalb in den Genuss großzügiger Kreditvergaben. Beim flexiblen AbrufPlus Kredit gewährt der Kreditanbieter beispielsweise einen Kreditrahmen von bis zu zehn Monatsgehältern. Wer sich persönlich vor Ort beraten lassen will, kann eine der Filialen in Berlin und Potsdam aufsuchen.

    Standard Chartered

    Beim englischen Institut Standard Chartered handelt es sich um eine Großbank, die weltweit rund 1.700 Niederlassungen betreibt und etwa 89.000 Menschen beschäftigt. In Deutschland kümmert sich eine Niederlassung mit Sitz in Frankfurt am Main um das Großkunden- und Privatkundengeschäft, wobei sie die Kreditangebote für Verbraucher vornehmlich online abwickelt. Um Privatkunden wirbt die Bank zum einen mit günstigen und flexiblen Dispokrediten, die eine Alternative zum Dispo bei der Hausbank darstellen. Zum anderen gewährt sie Ratenkredite. Dabei setzt sie einen Zinssatz für sämtliche Laufzeiten und Summen fest, ein Unterschied zu den meisten anderen Banken. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzen bietet sie zudem für Selbstständige und Freiberufler einen speziellen Dispokredit mit einem Kreditrahmen von bis zu 50.000 Euro an. Für keines der Produkte müssen Kunden Gebühren zahlen, also weder Bearbeitungsgebühren bei den Ratenkrediten noch Kontoführungsgebühren bei einem Dispo.

    DSL Bank

    Von 1850 bis 1999 fungierte die DSL Bank als Spezialbank des Staates, seitdem gehört sie zur Postbank. Diese betreibt unter dem Logo der DSL Bank einen eigenständigen Geschäftsbereich, der sich vornehmlich auf Baufinanzierungen konzentriert. Darüber hinaus vergibt der Kreditanbieter Ratenkredite. Für diese Kreditangebote hat das Institut mehrfach Auszeichnungen erhalten. Der Sender n-tv und die Finanzberatung FMH haben die Bank zum Beispiel als „Top Bank für KfW Darlehen“ sowie für „Top Volltilger-Darlehen“ gelobt. Für die persönliche Beratung vor Ort arbeitet die DSL Bank mit den beiden großen Finanzdienstleistern MLP und AWD zusammen.

    Sparkassen

    Bei den Sparkassen handelt es sich um öffentlich-rechtliche Institute, die sich in ganz Deutschland finden. Sie verfügen in sämtlichen Regionen des Landes über ein engmaschiges Netz an Filialen, das gilt auch für ländliche Regionen zu. Dabei verdient aber Beachtung, dass sich die Sparkassen regional eigenständig organisieren. Deswegen lässt sich keine generelle Aussage über die Kreditangebote treffen, über die Art an Darlehen und über die konkreten Konditionen entscheiden die regionalen Kassen.

    Volksbanken Raiffeisenbanken

    Wie die Sparkassen zeichnen sich auch die Volks- und Raiffeisenbanken durch ein dichtes Filialnetz in ganz Deutschland aus. Auch diese Banken organisieren sich mit ihren landesweit Millionen Mitgliedern regional. Deshalb sollten sich Interessierte stets vor Ort über Kreditangebote informieren.

    BB Bank

    Die genossenschaftlich organisierte BB Bank mit Sitz in Karlsruhe fungiert als Universalbank. Die 1921 als Institut für badische Beamte gegründete Bank richtet ihr Angebot mittlerweile an sämtliche interessierte Privatkunden deutschlandweit und zählt heute rund 400.000 Genossenschaftsmitglieder. Vor Ort zeigt der Anbieter in zehn Bundesländern mir mehr als einhundert Filialen Präsenz, wobei sie in ihrer badischen Heimat über ein besonders dichtes Netz an Geschäftsstellen verfügt. Wenn Verbraucher in ihrer Nähe keine Filiale finden, können sie alternativ das Onlinebanking nutzen. Als Vollbank offeriert die BB Bank umfangreiche Leistungen, das trifft auch auf den Kreditbereich zu. Sie räumt Kunden zum Beispiel auf dem Girokonto einen Überziehungsrahmen ein und gewährt Beamten und Mitarbeitern des öffentlichen Diensts einen besonders großzügigen und günstigen Abruf-Dispokredit. Auch bei Ratenkrediten erhalten Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst extra preiswerte Konditionen, alle anderen können den sogenannten WunschKredit abschließen. Bei Baufinanzierungen verspricht das Institut eine Kreditzusage innerhalb von 24 Stunden und eine professionelle Beratungen zu den Finanzierungsmöglichkeiten. Dazu zählen auch die KfW-Förderkredite, die Kunden bei der BB Bank ebenfalls vereinbaren können.

    BW Bank

    Die in Stuttgart ansässige BW Bank gehört der Landesbank Baden-Württemberg und damit dem Bundesland. Den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit bildet deshalb der Südwesten, dort betreibt das Institut die Mehrzahl der insgesamt rund 180 Filialen. Geschäftsstellen finden sich aber auch in anderen Bundesländern, meist in den Landeshauptstädten und in anderen Großstädten. Mit 4.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von über 45 Milliarden Euro zählt die BW Bank zwar nicht zu den größten, aber doch zu den größeren Banken Deutschlands. Ein Pluspunkt ihres Angebots besteht insbesondere in der persönlichen Beratung, davon profitieren Kunden auch bei einem möglichen Kreditabschluss. In diesem Produktbereich offeriert die Bank Ratenkredite sowie Baufinanzierungen, bei denen Bearbeitungsgebühren anfallen. Zur Sicherung aktuell günstiger Zinsen für ein Immobilienvorhaben oder eine Anschlussfinanzierung empfehlen sich die Forward Darlehen der baden-württembergischen Bank.

    Kreditvermittler

    Verbraucher können sich nicht nur direkt an Online-Institute und Filialbanken wenden. Sie können alternativ einen Kreditvermittler kontaktieren. Zahlreiche Vermittler bestechen durch den Vorzug, dass sie Kreditangebote vieler Banken miteinander vergleichen und für ihre Kunden das beste Darlehen aufspüren. Das gilt aber nicht für alle Dienstleister, manche vermitteln auch nur die Kredite weniger oder nur einer Bank. Was bei der Wahl eines Kreditvermittlers zudem eine Rolle spielt: die Art der angebotenen Darlehen. Manche beschränken sich auf wenige Darlehen wie Ratenkredite. Andere offerieren ein breites Spektrum inklusive Baufinanzierungen. Zusätzlich fragt sich, ob Vermittler ihre Dienste nur online anbieten oder ob sie auch über persönliche Berater vor Ort verfügen.

    Bon Kredit

    Der Kreditvermittler Bon Kredit hat sich auf Sofortkredite sowie Kredite ohne Schufa spezialisiert. Die mögliche Darlehenssumme beträgt bis zu 100.000 Euro. Kreditanfragen bearbeitet Bon Kredit stets unverbindlich und kostenlos. Sollte ein Kreditvertrag Zustandekommen, folgt daraus kein Eintrag in der Schufa-Datei. Eine weitere Besonderheit: An diesen Dienstleister können sich alle wenden, zum Beispiel auch Rentner. Eine Altersbeschränkung gibt es für Kredite nicht, damit unterscheidet sich Bon Kredit von vielen anderen Vermittlern.

    Maxda

    Der Dienstleister Maxda offeriert eine Vielzahl an Kredittypen: So können Interessierte Ratenkredite mit Sofortzusage, Eilkredite, Darlehen mit zeitnaher Barauszahlung, Beamtendarlehen und Kredite ohne Schufa beantragen. Die Anfrage kostet in allen Fällen nichts. Auch an Wochenenden können Verbraucher mit einer sofortigen Bearbeitung ihres Anliegens rechnen. Die Anfragen stellen Interessierte online, bei Fragen können sie sich an eine Hotline zum Festnetz-Tarif wenden.

    Maxxkredit

    Bei Maxxkredit können Privatpersonen und Selbstständige zahlreiche Finanzierungen abschließen. Der Anbieter vergleicht unter anderem die Konditionen bei Ratenkrediten, Krediten ohne Schufa, Sofortkrediten und Baufinanzierungen. Auch Rentner können über das Unternehmen solche Darlehen vereinbaren. Bei allen Typen fallen keinerlei Vorkosten. Erwähnung verdient, dass der Dienstleister bereits seit über zehn Jahren Kredite vermittelt. Er verfügt damit über eine langjährige Erfahrung auf diesem Markt.

    Onlinekredit.de

    Onlinekredit.de vermittelt günstige Finanzierungen an alle, die über eine gute Bonität verfügen. Dazu prüft der Anbieter die Schufa-Datei und verlangt Einkommensnachweise. Die Darlehen zeichnen sich durch preiswerte Zinsen, den Verzicht auf Bearbeitungskosten und ein Höchstmaß an Flexibilität aus. So können Kreditnehmer die Raten bis zu drei Monate lang aussetzen, sie können zudem jederzeit Sondertilgungen vornehmen. Das Angebot dieses Vermittlers hat unter anderem die Stiftung Warentest bereits mit einem „Sehr gut“ ausgezeichnet.

    Creditolo

    Bei Creditolo können Interessierte aus einer Vielzahl an Finanzierungen wählen, dazu gehören Kredite mit und ohne Schufa, Autokredite, Beamtendarlehen, Umschuldungsdarlehen und Sofortkredite mit Barauszahlung. Kreditnehmer erhalten Finanzierungen mit einer Summe bis zu 100.000 Euro und einer Laufzeit von maximal zehn Jahren. Für Kreditanfragen verlangt der Vermittler mit Sitz in Halle keine Gebühren.

    ADAC Kredit

    Der bekannte Automobilclub ADAC bietet seinen Mitgliedern die günstige Finanzierung von Fahrzeugen an. Dabei fungiert er nicht als klassischer Vermittler, der viele Angebote vergleicht. Stattdessen vermittelt der ADAC unter seinem Logo ausschließlich Kredite der Landesbank Berlin. Für den Abschluss sowie für Sondertilgungen verlangt er keine Gebühren. Diese Darlehen können alle beantragen, die zum einen über eine ADAC-Mitgliedschaft verfügen und zum anderen entweder als Beschäftigter außerhalb der Probezeit arbeiten oder Rentner sind.

    Carcredit

    Wie der ADAC vermittelt Carcredit ausschließlich die Finanzierung eines Anbieters, in diesem Fall der Santander Consumer Bank. Zudem hat sich der Dienstleister ebenfalls auf Autokredite spezialisiert. Mit den Produkten des Vermittlers lässt sich die Anschaffung aller Arten von Fahrzeugen finanzieren, auch den Finanzbedarf für Reparaturen können Kunden mit Darlehen decken. Die Mindestkreditsumme beträgt nur 500 Euro. Zudem können Interessierte Leasing-Verträge vereinbaren sowie einen sogenannten Auto-Dispo-Plus beantragen. Bei dem zweitgenannten Produkt handelt es sich um eine EC-Karte mit einem Verfügungsrahmen von maximal 5.000 Euro, entsprechende Bonität vorausgesetzt. Über 70.000 Menschen nutzen mittlerweile das Angebot von Carcredit, welches das Unternehmen online vertreibt.

    Dr. Klein

    Der Vermittler Dr. Klein fungiert als umfassender Dienstleister für Finanzprodukte: Hier erhalten Kunden nicht nur Kredite, sondern auch Sparprodukte und Versicherungen. Dabei greift das Unternehmen auf eine große Auswahl an Banken sowie Versicherer zurück und sucht daraus das individuell passendste und preiswerteste Angebot heraus. Dafür hat der Vermittler viele Auszeichnungen verbucht, unter anderem 2014 von der Zeitung Handelsblatt und der Finanzberatung FMH als „Bester Vermittler“ sowie von den Zeitschriften Öko-Test und Euro. Im Bereich der Finanzierungen vertreibt Dr. Klein unter anderem Autokredite, Beamtenkredite, Ratendarlehen, Wohnkredite, Baufinanzierungen und KfW-Förderkredite. Interessierte können sich vor Ort persönlich beraten lassen, das Unternehmen betreibt ein dichtes Netz an Geschäftsstellen.

    Kreditmarktplätze (P2P-Kredite)

    Im Internet hat sich eine neue Form der Finanzierung etabliert, sie gewinnt zunehmend an Beliebtheit: Kredite von Privatpersonen an Privatpersonen. Die Abwicklung dieser Kredite erfolgt auf Plattformen, deren grundsätzlichen Funktionsweisen sich gleichen. Im ersten Schritt wenden sich Interessierte an die Plattform. Auf der Grundlage einer Schufa-Auskunft und von Einkommensnachweisen führen die Dienstleister eine Bonitätsprüfung durch. Anhand der ermittelten Bonität weisen sie Usern einen individuellen Zinssatz zu, zu dem sie über die Seite finanzieren können. Im zweiten Schritt sprechen Nutzer die potenziellen Kreditgeber an: Sie stellen sich und ihr Anliegen vor. Innerhalb einer bestimmten Zeitspanne können andere User nun Teile des Kreditvolumens zeichnen. Erreichen diese Beiträge die gewünschte Kreditsumme, kommt der Darlehensvertrag zustande. Die Plattform zahlt den Darlehensbetrag über eine kooperierende Bank aus, an die Kreditnehmer künftig die Raten überweisen. Das Institut verteilt diese Raten dann an die Kreditgeber.

    Besonderheiten

    Ein Kreditwunsch lässt sich nur realisieren, wenn User genügend Kreditgeber überzeugen. Deswegen sollten sie sich bei der Formulierung des Vorstellungstexts große Mühe geben. Sie sollten ihren Finanzbedarf nachvollziehbar erläutern und darstellen, wie sie die Raten finanzieren wollen. Sie sollten sich zuvor selbstverständlich mit der Frage beschäftigen, ob sich ein Kredit über eine solche Plattform überhaupt empfiehlt. Prinzipiell arbeiten die Kreditanbieter seriös, Verbraucher können sich auf eine problemlose Abwicklung verlassen. Wer eine sehr gute Bonität verfügt, kann sich zudem über günstige Darlehen freuen. Bei mittlerer oder schlechter Bonität liegen die Zinssätze aber oftmals über dem Marktdurchschnitt. Dafür haben solche Plattformen einen gewaltigen Vorteil, der die Beliebtheit wesentlich begründet: Alle Kreditnehmer haben eine Chance auf eine Finanzierung, auch bei einer schlechten Kreditwürdigkeit. Sie müssen zwar hohe Zinsen stemmen, dafür erhalten sie im Gegensatz zu anderen Kreditanbietern auf einer solchen Plattform überhaupt ein Darlehen.

    Auxmoney

    Bei Auxmoney finanzieren mittlerweile über 40.000 Privatpersonen Kredite. Die Tendenz zeigt stetig nach oben. Angesichts dieser großen Anlegerzahl liegen die Chancen hoch, dass sich bei einer gut geschriebenen Vorstellung ausreichend Geldgeber finden. Die möglichen Summen reichen von 1.000 Euro bis 25.000 Euro. Für eine Kreditanfrage verlangt der Dienstleister kein Geld. Kosten entstehen erst bei einem zustande gekommenen Kreditvertrag.

    Lendico

    Das weltweit tätige Unternehmen Lendico betreut inzwischen über 100.000 Kunden. Registrierungskosten zahlen Verbraucher nicht, Gebühren berechnet Lendico nur bei einer erfolgreichen Vorstellung des Kreditanliegens. Als Voraussetzung fordert der Dienstleister Einkommensnachweise, er überprüft zudem die Schufa-Datei. Kreditanfragen haben aber keine negativen Auswirkungen auf die Schufa-Auskunft.

    Smava

    Bei Smava handelt es sich um einen Sonderfall. Der Dienstleister vermittelt Privatkredite, aber auch Bankdarlehen. Bei einer Kreditanfrage können sich Interessierte nicht zwischen diesen beiden Formen entscheiden, sie erhalten Angebote aus beiden Bereichen. Sie stellen sich entsprechend auch nicht auf einer Plattform vor und müssen auf die Zeichnung ihres Kreditbetrags hoffen. Smava hat Privatfinanziers separat in der Hinterhand und führt Kreditnehmer und Kreditgeber zusammen.

    Kreditangebote vergleichen

    Wer Kreditangebote professionell vergleichen möchte, sollte sich mit mehreren Aspekten grundlegend auseinandersetzen. Erstens sollten sich Verbraucher damit beschäftigen, was die Kosten eines Darlehens ausmacht. Zweitens sollten sie sich mit den Voraussetzungen bei Kreditvergaben auskennen, Banken legen unterschiedlicher Maßstäbe bei der Bonitätsprüfung an. Drittens gilt das Interesse der empfehlenswerten Art des Vergleichens. Was viele nicht wissen: Kreditanfragen können einen Schufa-Eintrag zur Folge haben und sich somit negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken.

    Dauer der Auszahlung

    Vom Kreditantrag bis zur Auszahlung der Darlehenssumme können einige Wochen vergehen. Das liegt am Verwaltungsaufwand: Viele Banken prüfen die Bonität eingehend, sowohl die Einkommensnachweise als auch die Schufa-Datei. Zudem kostet die Ausfertigung des Kreditantrags sowie die Unterzeichnung durch den Kreditnehmer Zeit. Schließlich müssen Institute noch die Auszahlung anweisen. Besteht bei einer Finanzierung kein Zeitdruck, braucht das Kunden nicht zu interessieren. Der Dauer der Auszahlung kann in manchen Fällen aber eine entscheidende Bedeutung zukommen. Das trifft unter anderem in einer finanziellen Notlage zu. Müssen Verbraucher schnellstmöglich Rechnungen begleichen, sollten sie Darlehen mit rascher Auszahlung vorziehen. Eventuell wollen Kreditnehmer auch ein zeitlich begrenztes Sonderangebot finanzieren. Wenn sie ein Auto innerhalb der nächsten sieben Tage günstig erwerben können, benötigen sie die Kreditsumme ebenfalls zeitnah.

    Verzichten Banken auf Angaben zur Auszahlungsdauer, sollten Verbraucher mit einer eher längeren Zeitspanne rechnen. Wer das Geld dringend benötigt, sollte explizit Anbietern suchen, die mit einer sofortigen Auszahlung werben. Dabei sollten Interessierte zwei Typen unterscheiden: Zum einen offerieren einige Dienstleister Sofortkredite, die sich speziell an Verbraucher in einer Notsituation richten. Zum Teil zahlen sie die Kreditsumme per Blitzüberweisung oder Barauszahlung am gleichen Tag aus. Für solche Darlehen verlangen sie aber weit überdurchschnittliche Zinsen. Zum anderen vergeben Banken gewöhnliche Kredite, die sie im Gegensatz zu anderen Darlehen aber besonders schnell bearbeiten. Die Auszahlung erfolgt bei guten Anbietern innerhalb weniger Werktage. Für diese Darlehen fordern sie die üblichen Zinsen, Verbraucher finanzieren im Vergleich zu Notfall-Krediten wesentlich günstiger.

    Höhe der Zinsen

    Bei einem Kreditvergleich kommt den Zinsen eine wesentliche Bedeutung zu, sie bestimmen die Kosten eines Darlehens entscheidend. Interessierte sollten aber nicht allein auf die angegebenen Sollzinssätze achten. Viele Banken berechnen die Zinsen bonitätsabhängig. Nur Verbraucher mit einer guten Bonität erhalten die beworbenen Tiefstzinsen, andere zahlen zum Teil deutlich mehr. Auch die angezeigten Beispielzinsen sollten Vergleichende mit Vorsicht betrachten. Diese Konditionen verzeichnen sie nur, wenn sie die gleiche Bonität wie die dargestellte, fiktive Person vorweisen können. Weichen sie negativ davon ab, müssen sie oftmals deutlich höhere Kosten stemmen. In vielen Fällen können Zinsvergleiche deshalb nur der groben Orientierung dienen. Ein fundiertes Urteil können Verbraucher erst fällen, wenn ihnen individuelle Kreditangebote vorliegen. Das gilt aber nicht für bonitätsunabhängige Darlehen. Hier fragt sich ausschließlich, ob Verbraucher die Bonitätskriterien zur Kreditvergabe erfüllen. Trifft das zu, zahlen sie den beworbenen, einheitlichen Zinssatz.

    Versteckte Gebühren

    Der Blick auf die Zinssätze allein genügt aber nicht, um die Kosten von Darlehen bewerten können. Einige Kreditanbieter verlangen diverse Gebühren. So erheben Banken Bearbeitungsgebühren, die einen Kredit massiv verteuern können. Diese Gebühren können bei kostspieligen Anbietern bis zu 3 oder gar 4 % der Darlehenssumme beantragen. Manche verlangen auch Pauschalgebühren, zum Beispiel 500 Euro beim Abschluss einer Baufinanzierung. Zudem können Sondertilgungen und die vorzeitige Ablösung eines Kredits finanziell ins Gewicht fallen. Bei Sondertilgungen können Institute beliebig Gebühren festsetzen. Bei vorzeitigen Ablösungen begrenzt der Gesetzgeber zumindest bei Ratenkrediten die sogenannten Vorfälligkeitsentschädigungen, dennoch verdienen sie Beachtung. So können sie bei Verbraucherdarlehen, deren Laufzeit noch mindestens 12 Monate dauert, immerhin 1 % der Restschulden betragen. Bei kürzeren Laufzeiten liegt die Obergrenze bei 0,5 % der restlichen Summe. Bestenfalls verzichten Kreditanbieter auf diese Gebühren und ermöglichen Sondertilgungen sowie die vorzeitige Ablösung kostenlos.

    Laufzeiten

    Bei einem Vergleich von Krediten spielen auch die möglichen Laufzeiten eine Rolle. Zum einen sollten Kreditnehmer bei entsprechender Finanzkraft ein Darlehen möglichst schnell tilgen können. Zum anderen sollten Kreditanbieter lange Laufzeiten anbieten, sodass weniger finanzstarke Verbraucher die Rückzahlung über eine längere Zeitspanne strecken können. Prinzipiell sollten Kreditnehmer aber immer eine eher kurze Laufzeit bevorzugen, sofern sie die damit verbundenen Raten problemlos stemmen können. Es gilt der Grundsatz: je kürzer, desto billiger. Einen Sonderfall bilden bei Laufzeiten Dispos und Abrufkredite. Diese laufen unbegrenzt. Ein weiterer Aspekt verdient Beachtung, der nicht unbedingt deckungsgleich mit den Laufzeiten ist: die Zinsbindung. Wer sich zum Beispiel für eine Baufinanzierung möglichst lange aktuell günstige Zinsen sichern will, darf nicht ausschließlich die Laufzeit begutachten. Oftmals bieten Banken nur für einen Teil der Laufzeit eine Zinsbindung an, danach passen sie die Konditionen an die aktuellen Marktbedingungen an.

    Geforderte Sicherheiten

    Banken wollen aus nachvollziehbaren Gründen möglichst geringe Risiken eingehen: Deswegen prüfen sie die Bonität von potenziellen Kunden. Die Kreditwürdigkeit bemisst sich an zwei Kriterien. Zum einen fordern Institute Einkommensnachweise. Wer aus einem sicheren Arbeitsverhältnis ein ausreichend hohes Gehalt bezieht, kann die Raten mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Vertragsende bezahlen. Zum anderen begutachten Banken die Schufa-Datei eines Antragsstellers. In dieser Datei befinden sich Einträge über Zahlungsversäumnisse in der Vergangenheit sowie aktuell ausstehende Forderungen. Meist führen Einträge in dieser Datei dazu, dass Geldhäuser einen Kredit verweigern.

    Nachweise

    Fast alle Banken verlangen einen Nachweis über die Einkünfte. Antragssteller müssen diese entweder in einer Filiale vorlegen oder per Post beziehungsweise eingescannt online einsenden. Welche Unterlagen dafür notwendig sind, hängt vom jeweiligen Institut ab. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte müssen der Bank zum Beispiel Einkommensnachweise oder eine vom Arbeitgeber ausgestellte Verdienstbescheinigung zukommen lassen. Bei Einkommensnachweisen fragt sich, ob der Nachweis über ein Monatsgehalt genügt oder ob es Nachweise über mehrere Monate bedarf. Zusätzlich fordern viele Geldhäuser eine Kopie des Arbeitsvertrags. Aus ihm ersehen sie, ob es sich um ein sicheres oder um ein prekäres Arbeitsverhältnis handelt. Beispiel: Ein Arbeitnehmer kann ein ausreichend hohes Gehalt nachweisen, er verfügt aber nur über einen befristeten Arbeitsvertrag von sechs Monaten. In diesem Fall lehnen einige Institute einen Kreditantrag ab. Sie befürchten, dass der Kreditnehmer nach dem Ende des Arbeitsvertrags nicht weiterbeschäftigt wird und dann die Raten nicht mehr zahlen kann. Bei Freiberuflern und Selbstständigen fordern Kreditanbieter selbstverständlich andere Unterlagen: In der Regel bestehen sie auf die Geschäftszahlen der letzten zwei Jahre. Bei Kleinunternehmern reichen meist einfache Einnahmeüberschussrechnungen sowie die Jahressteuerbescheinigungen. Unternehmer mit einem größeren Geschäft müssen neben den Steuerbescheiden umfängliche Bilanzen plus einen Lagebericht vorlegen.

    Schufa-Auskunft

    Banken begutachten zudem die individuelle Schufa-Datei. Das Unternehmen Schufa fungiert als zentrale Wirtschaftsauskunftei für Geldinstitute und andere Firmen. Die Schufa sammelt zahlreiche persönliche Finanzinformationen, die der Einschätzung der Kreditwürdigkeit dienen. Dazu zählen laufende Kredit- und Leasingverträge inklusive der exakten Beträge. Zudem listet die Schufa fällige und angemahnte Forderungen sowie gerichtliche Bescheide. Zusätzlich speichert sie die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung und Anträge auf ein Privatinsolvenzverfahren sowie Näheres zum Verlauf eines solchen Verfahrens ab. Auch Details zu bereits durchgeführten Kreditanfragen finden sich in der Datei. Es lässt sich leicht erkennen, dass diese Informationen bei einer Kreditvergabe eine entscheidende Rolle spielen. Jeder Eintrag verringert die Chance auf einen Kredit. Besonders negativ wirken sich alle Angaben zu juristischen Schritten wie gerichtliche Bescheide oder die Eröffnung eines Privatinsolvenzverfahrens auch. Bei einem geringen Einkommen sinken die Chancen auf ein Darlehen auch, wenn Antragssteller bereits weitere Kreditverträge abgeschlossen haben.

    Unterschiedliche Handhabung

    Kreditanbieter führen die Bonitätsprüfung unterschiedlich streng durch. Einige Banken legen strikte Maßstäbe an: Sie fordern eine einwandfreie Schufa-Datei, ein hohes Einkommen und ein sicheres Arbeitsverhältnis. Anderen genügt eine Schufa-Datei ohne Einträge, beim Einkommen genügt ihnen eine niedrigere Höhe und sie akzeptieren sogar prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Manche Kreditanbieter werben explizit mit Darlehen ohne Schufa, sie verzichten also auf die Schufa-Auskunft. Diese Kreditgeber prüfen nur das Einkommen, einige zeigen sich auch hier großzügig. Bei der Bonitätsprüfung kommt es aber nicht nur auf die Anbieter an, sondern auch auf die gewünschte Kreditsumme. Wollen Verbraucher eine Baufinanzierung abschließen, müssen sie mit einer peniblen Prüfung rechnen. Einen Ratenkredit mit überschaubarer Summe erhalten sie leichter. In allen Fällen gilt: Wer eine gute Bonität besitzt, kann diesen Punkt bei einem Kreditvergleich vernachlässigen. Verbraucher mit schlechter Bonität müssen ihn dagegen ernstnehmen. Erstens verringert sich die Auswahl an Kreditanbietern, bei denen sie auf einen positiven Bescheid hoffen können. Zweitens wirkt sich eine schlechte Bonität auch bei einem akzeptierten Kreditantrag aus, die Kreditanbieter fordern aufgrund des höheren Risikos einen Zinsaufschlag.

    Verbindung mit anderen Verträgen

    Viele Kreditanbieter offerieren nicht nur Darlehen, sondern Kombi-Pakete mit einer Versicherung. Besonders oft legen sie Kunden ein Angebot für eine Restschuldversicherung oder für eine andersartige Absicherung des Kredits vor. Verbraucherschützer warnen vor solchen Paketen, da die Kosten in der Regel in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen. Als vorteilhaft erweist sich dagegen häufig die Kombination eines Warenkaufs mit dem Abschluss eines Kredits. Vielfach kooperieren Händler mit einer Bank, zusammen bieten sie den Kauf per Ratenkredit an. Häufig nutzen Händler dieses Instrument zur Umsatzsteigerung, sie locken mit niedrigen Zinsen oder gar Nullfinanzierungen. Im Vergleich zu Ratenkrediten zur freien Verwendung schneiden diese Kreditangebote vielfach besser ab. Es finden sich aber auch sehr teure Finanzierungen, Interessierte sollten die Konditionen genau in den Blick nehmen.

    Kreditanfragen vermeiden

    Niemand sollte bedenkenlos konkrete Kreditanfragen stellen, diese wirken sich nämlich auf die wichtige Schufa-Datei aus. Banken leiten Kreditanfragen als Merkmal „Anfrage Kredit“ an die Schufa weiter. Zum einen können andere Institute diesen Eintrag zehn Tage lang sehen. Wer kurz danach eine weitere Kreditanfrage stellt, muss dann mit höherer Wahrscheinlichkeit mit einer Absage rechnen. Zum anderen fließt dieses Merkmal ein Jahr lang negativ in die Score-Bewertung ein, von der viele Kreditanbieter eine Darlehensvergabe abhängig machen. Dieser Aspekt braucht aber nur potenzielle Kreditnehmer interessieren, die aufgrund einer mittleren bis schlechten Bonität nicht bei jedem Institut einen Kredit erhalten. Wer dagegen über eine gute Bonität verfügt, kann sich mit großer Sicherheit bei der ersten Kreditanfrage über eine Zusage freuen. Negative Auswirkungen muss er nicht befürchten.

    Konditionsanfragen

    Auch Konditionsanfragen registriert die Schufa, sie haben für Verbraucher aber keinerlei negative Effekte. Andere Banken können diesen Eintrag in der Datei nicht sehen. Zudem berücksichtigt ihn die Schufa bei der Berechnung des Score-Werts nicht. Verbraucher mit mittlerer bis schlechter Bonität sollten deshalb immer Konditionsanfragen vorziehen, die zum Beispiel viele Kreditvermittler durchführen. Wenden sich Interessierte dagegen mit einer Anfrage an eine Bank, handelt es sich in der Regel um eine bei der Schufa relevante Kreditanfrage.

    Das sollten Sie wissen

    Interessierte an einer Finanzierung sollten sich auch grundsätzlichen Fragen widmen. Sie sollten zum Beispiel überlegen, was ein Kredit für die eigenen Finanzen bedeutet und wie sich eine Überschuldung verhindern lässt. Sie sollten sich ebenso mit dem Thema Laufzeiten beschäftigen und die möglichen Vor- und Nachteile einer Restschuldversicherung abwägen. Darüber hinaus sollten sie die Option Kredite ohne Schufa genauer begutachten und wissen, dass sie bei der Schufa eine kostenlose Selbstauskunft einholen können.

    So wenige Schulden wie möglich machen

    Auch wenn Verbraucher günstige Darlehen abschließen, kann die Gefahr der Überschuldung existieren. Dieses Risiko sollten sie unbedingt meiden. Können sie Raten nicht mehr bezahlen, droht massiver Ärger. Zuerst empfangen Kreditnehmer Mahnungen mit Mahngebühren. Können sie die Forderungen weiterhin nicht begleichen, leiten Kreditgeber juristische Schritte ein. Es folgen der Besuch des Gerichtsvollziehers, die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung und eventuell eine Privatinsolvenz.

    Finanzen analysieren

    Verbraucher sollten niemals bedenkenlos Kredite vereinbaren, viele tappen aufgrund eines solchen Verhaltens in die Schuldentappe. Sie erwerben Möbel, Kleider und anderes auf Kredit, finanzieren zusätzlich ein Auto und vielleicht ein Urlaub. Einzelne Raten könnten sie stemmen, in der Summe sehen sie sich irgendwann überfordert. Aber auch einzelne Darlehen können in die Überschuldung führen. So kaufen manche ein teures Fahrzeug auf Kredit oder erfüllen sich einen Immobilienwunsch, übernehmen sich dabei aber. Wer seine Finanzen vor einem möglichen Kreditabschluss gründlich durchcheckt, entgeht dieser Gefahr. Verbraucher sollten ihre Einnahmen und Ausgaben ins Verhältnis setzen und ermitteln, über welchen finanziellen Spielraum sie monatlich verfügen. Dieser muss ausreichen, um die Raten problemlos bezahlen zu können. Hierbei empfiehlt sich ein Sicherheitspuffer für einmalige Sonderausgaben, etwa für Reparaturen und Steuernachzahlungen. Auch Erhöhungen von dauerhaften Kosten wie für Miete oder für Versicherungen dürfen nicht sofort in Zahlungsschwierigkeiten führen. Nur wenn Verbraucher sicher sind, dass sie einen Kredit bis zum Vertragsende bedienen können, sollten sie ihn abschließen.

    Nur Notwendiges finanzieren

    Grundsätzlich sollten Verbraucher nur ein Darlehen aufnehmen, wenn sie es unbedingt benötigen. Es empfiehlt sich das Prinzip: je weniger Schulden, desto besser. Selbst wenn Kreditnehmer Zinsen und Tilgung stemmen können, Kredite gehen immer mit Kosten einher. Deswegen sollten sie nur für Notwendiges infrage kommen, welches sich momentan nicht sofort bezahlen lässt. Das kann zum Beispiel für ein dringend benötigtes Auto, für Möbel bei einem Einzug oder für eine neue Waschmaschine als Ersatz für ein kaputtes Gerät gelten. Verzichtbares wie einen Urlaub sollten Verbraucher dagegen nicht mittels eines Darlehens finanzieren.

    Sinnvolle Finanzierungen

    Von der Grundregel, Schulden möglichst zu meiden, gibt es aber auch Ausnahmen. Kreditbasierte Investitionen können sich als sinnvoll erweisen, wenn Verbraucher damit dauerhafte Werte schaffen oder Einnahmen erzielen. Bauen sie ein Haus, müssen sie ihr Leben lang keine Miete mehr zahlen. Wohneigentum eignet sich optimal als Altersvorsorge, dafür lohnt sich ein Kredit. Installieren sie mittels einer Finanzierung eine Fotovoltaik-Anlage, erzielen sie dank der gesetzlichen Einspeisevergütung eine attraktive Rendite. Existenzgründer können meist nur mit einem Kredit ihr Geschäftskonzept realisieren und damit Geld verdienen. Kreditnehmer sollten aber in allen Fällen vorsichtig planen und nicht unnötig viele Schulden aufnehmen. Bestenfalls reduzieren sie den Kreditbedarf mit Eigenkapital, bei einem Immobilienwunsch können sie zum Beispiel mit einem Bausparvertrag Kapital ansparen.

    6.2 Kurze Laufzeiten sind besser als lange Laufzeiten

    Banken berechnen die Zinsen auf die jeweils verbleibende Darlehenssumme. Entsprechend empfiehlt sich eine möglichst rasche Tilgung der Schulden. Je schneller Kreditnehmer ihre Schuldenlast reduzieren, desto weniger Zinsen müssen sie stemmen. Am besten haben sie die Schulden dank einer hohen Tilgungsquote bereits nach kurzer Zeit wieder zurückzahlt. Wie lange ein Kredit dauern sollte, hängt selbstverständlich von der Darlehenssumme ab. Bei einer Baufinanzierung müssen Verbraucher eine längere Laufzeit als bei einem Autokredit ins Auge fassen. Wichtig ist aber in jedem Fall: Kreditnehmer sollten ihre finanziellen Möglichkeiten ausschöpfen und eine hohe Tilgungsrate festlegen, um die Laufzeit geringzuhalten. Bei einem Baudarlehen können sie auf diese Weise vielleicht eine Anschlussfinanzierung mit zusätzlichen Zinskosten verhindern. Verbraucher dürfen die raten aber auch nicht zu hoch festsetzen. Ansonsten drohen finanzielle Schwierigkeiten.

    Kredite ohne Schufa sind teurer

    Für einige Verbraucher stellen Kredite, bei denen Kreditgeber auf eine Schufa-Auskunft verzichten, die einzige Möglichkeit dar. Das gilt für alle, in deren Schufa-Datei sich Einträge über Zahlungsversäumnisse, gerichtliche Bescheide, ein Pfändungskonto oder eine Privatinsolvenz befinden. Diese Personen haben kaum eine Chance, einen gewöhnlichen Kredit zu vereinbaren. Mit dem Verzicht auf eine Schufa-Auskunft gehen Kreditgeber ein erhöhtes Risiko ein, das lassen sie sich bezahlen. Für Kredite ohne Schufa zahlen Kunden überdurchschnittlich hohe Zinsen, teilweise weit über Marktniveau. Oftmals liegen die Zinssätze doppelt oder gar dreimal so hoch wie bei normalen Finanzierungen. Deshalb sollten Verbraucher solche Darlehen nur in Anspruch nehmen, wenn es sich nicht meiden lässt. Zuvor sollten sie sämtliche Alternativen prüfen. Dieser Tipp gilt insbesondere für Verbraucher, die momentan unter großen Finanznöten leiden. Angesichts der hohen Zinsen besteht die Gefahr, dass sie sich heillos verschulden. Etwas gelassener können es Kreditnehmer sehen, die zwar über einen Schufa-Eintrag aufgrund vergangener Zahlungsschwierigkeiten verfügen, die Notsituation mittlerweile aber wieder überwunden haben.

    Schufa Selbstauskunft kostenlos beantragen

    Da die Schufa-Datei bei der Kreditvergabe eine bedeutende Rolle spielt, interessiert Verbraucher, was Banken dort nachlesen können. Seit wenigen Jahren können sich Interessierte ein Mal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft zusenden lassen. Dafür müssen sie auf der Schufa-Homepage nur das entsprechende Formular downloaden, es ausfüllen und eine Kopie ihres Personalausweises beilegen. Die Antwort sollten sie anschließend gründlich prüfen. Es kann vorkommen, dass sich dort Fehler finden. Diese sollten Verbraucher unmittelbar korrigieren lassen. Die Schufa korrigiert diese Fehler auch sofort, wenn Antragssteller unrichtige Angaben zweifelsfrei beweisen können. Aufmerksamkeit verdienen dabei nicht nur Einträge zur Kreditwürdigkeit, sondern auch persönliche Daten wie die Anschrift. Bei einer falschen Hausnummer finden anfragende Banken keinen Datensatz, so entgeht ihnen vielleicht der Hinweis auf eine gute Bonität und sie lehnen den Kredit ab.

    Restschuldversicherung meist überflüssig

    Mit Restschuldversicherungen können sich Kreditnehmer gegen verschiedene Notfälle versichern, in deren Folge sie die Raten nicht mehr bezahlen könnten. In der Regel umfassen diese Policen drei Bereiche: Versicherer übernehmen die Raten, wenn Kreditnehmer sterben. So müssen nicht die Hinterbliebenen den Kreditvertrag bedienen, was viele nicht leisten könnten. Zudem schützen Restschuldversicherungen bei Arbeits- oder Berufsunfähigkeit sowie Arbeitslosigkeit des Versicherten. Bei Arbeits- oder Berufsunfähigkeit zahlen Versicherer meist dauerhaft, bei Arbeitslosigkeit zumindest vorübergehend. Grundsätzlich scheint ein solcher Versicherungsschutz, sinnvoll zu sein. Doch dieser Schutz kostet enorm viel Geld, er verteuert die Finanzierung massiv. Das trifft vor allem bei Angeboten von Banken zu, welche ein Darlehen in Kombination mit einer Restschuldversicherung offerieren. Vielfach können Verbraucher diese Mehrkosten bedenkenlos meiden. Bei kurzfristigen Krediten halten sich die Risiken in überschaubaren Grenzen, hier bedarf es keines Versicherungsschutzes. Bei langfristigen Darlehen empfiehlt sich zumindest eine Absicherung gegen Arbeits- beziehungsweise Berufsunfähigkeit und für die Hinterbliebenen. Mit allgemeinen Versicherungen lassen sich diese Lebensrisiken aber günstiger und umfassender abdecken. Zum einen sollten Versicherte eine Berufsunfähigkeitspolice abschließen. Im Versicherungsfall zahlt diese eine frei verwendbare monatliche Renten. Mit diesem Geld können Versicherte nicht nur die Raten bezahlen, sie können davon ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten. Zum anderen sollten sie eine günstige Risikolebensversicherung vereinbaren. Diese überweist im Todesfall eine bestimmte Summe an Hinterbliebene. Bestenfalls liegt diese Versicherungssumme über dem Darlehensbetrag, sodass Hinterbliebene den Kredit komplett ablösen können.

    Fazit

    Benötigen Verbraucher eine Finanzierung, können sie aus einem vielfältigen Angebot wählen. Ob kurzfristiger Ratenkredit, ein Darlehen für den Autokauf oder eine Baufinanzierung: Sie finden dafür online Dutzende Kreditanbieter, die sich bei den Konditionen aber massiv unterscheiden. Zum einen differieren die Kosten solcher Darlehen, bei günstigen Kreditanbietern sparen Kreditnehmer massiv Geld. Deswegen empfiehlt sich ein gründlicher Anbietervergleich. Zum anderen finden sich bei den Rahmenbedingungen deutliche Unterschiedliche. So fragt sich, wie liberal Banken Kredite vergeben. Manche setzen eine gute Bonität voraus, andere offerieren Kredite ohne Schufa. Auch Aspekte wie die Laufzeiten und die Schnelligkeit der Auszahlung interessieren. Zusätzlich sollten sich Verbraucher mit grundsätzlichen Fragen beschäftigen: So kann eine Kreditanfrage negative Auswirkungen auf die Schufa-Datei haben, die sich mit einer Konditionsanfrage meiden lassen.

    Bevor Verbraucher einen Kredit vereinbaren, sollten sie sich intensiv mit den Kreditanbietern auseinandersetzen. Erstens sollten sie die unterschiedlichen Arten an Anbietern kennenlernen. Kredite bieten zum Beispiel Direktbanken und Filialbanken an. Alternativ können sich Interessierte für einen Kreditvermittler entscheiden, der auf Basis der individuellen Eckdaten ein günstiges Angebot aus einer großen Auswahl an Kreditgebern sucht. Eine weitere Alternative stellen Privatkredite dar, die Verbraucher über mehrere Plattformen abwickeln können.

    Innerhalb dieser Typen sollten Interessierte den konkreten Angeboten ihre Aufmerksamkeit schenken. Mittels Vergleichen finden sie beispielsweise heraus, welche aktuellen Zinssätze und Gebühren Anbieter fordern. Doch dieses Wissen genügt nicht. Zugleich sollten Verbraucher recherchieren, durch welche Besonderheiten sich Kreditgeber auszeichnen. Welche Beratung bieten sie? Wie wickeln sie Kredite ab? Für welche Zwecke vergeben sie Darlehen? Welche Bonitätskriterien legen sie an? Bestechen ihre Angebote durch eine besonders hohe Flexibilität? Können Kreditgeber Auszeichnungen und Gütesiegel vorweisen? Diese und viele weitere Aspekte sollten Verbraucher bei der Anbieterwahl berücksichtigen.

  • Schufa-Insiderwissen für Jedermann

    Wer einen Ratenkredit beantragt, bei einem Versandhaus Ware gegen Rechnung bestellt oder einen neuen Handyvertrag abschließen möchte, wird automatisch einer Prüfung seiner Kreditwürdigkeit unterzogen. Der wichtigste Teil dieser Bonitätsprüfung ist dabei eine Schufa-Anfrage. Wenn Sie in absehbarer Zeit einen Kredit benötigen, tun Sie also gut daran, sich im Interesse einer guten Bonitätsbewertung bereits im Vorfeld um einen möglichst positiven Schufa Score zu bemühen.

    Der Schufa Basisscore

    Die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers wird in einem Punktwert von 0 bis 100 ausgedrückt, wobei 100 den optimalen Wert darstellt. Der Score drückt die statistische Wahrscheinlichkeit der ordnungsgemäßen Vertragserfüllung durch Mitglieder der Personengruppe aus, der ein potentieller Schuldner gemäß seinem Datenhintergrund angehört. Dieses System funktioniert auf der Grundlage eines logistischen Regressionsmodells, das die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Zufallsereignisses mit zwei theoretisch möglichen Ausgängen nachvollzieht. In die Vorausschau gehen auch neben Fakten zur bisherigen Vertragserfüllung auch Aspekte wie die Häufigkeit des Wohnungswechsels und der Eröffnung von Bankkonten ein. Wer eine Eigenauskunft beantragt, erhält einen sogenannten Basisscore, der alle drei Monate neu berechnet wird. Dabei wird die Vertragstreue des potentiellen Kunden in einem Prozentwert zwischen 0 und 100 ausgedrückt, wobei 100 die beste Bewertung darstellt.

    Der Schufa Branchenscore

    Seit 1997 gibt es eine branchenbezogene Bewertung, die als Branchenscore bezeichnet wird. Diese Scorewerte fallen je nach Branche des anfragenden Unternehmens unterschiedlich aus, da jeweils branchenspezifische Kriterien in die Berechnung einfließen. Die jeweils tagesaktuell ermittelten Branchenscores wurden 2001 (Version 1.0) und 2008 (Version 2.0) überarbeitet. Derzeit existieren Branchenscores für Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken, Telekommunikationsunternehmen, Handelsunternehmen, das Hypothekenbankgeschäft sowie für den Versandhandel, den e-Commerce und das Identitätsmanagement (Adressenermittlung und -prüfung), für Freiberufler und für Kleingewerbetreibende. Die Scorewerte reichen von 0 bis 1.000 (Version 1.0) bzw. von 0 bis 10.000 (Version 2.0), wobei der höchste Wert jeweils der beste ist. Zusätzlich wird eine Rankingstufe von A bis P mitgeteilt. Hier ist A die optimale Kategorie. Außerdem gehört zum Branchenscore eine Aussage über die Erfüllungswahrscheinlichkeit, die in Prozenten von 0 bis 100 ausgedrückt wird, wobei der beste Wert bei 100 % liegt.

    Schufa Einträge löschen und korrigieren

    Nicht selten stellt sich heraus, das ein Eintrag ist der Schufa Datei falsch, überholt oder unvollständig ist. Ursache dieser Fehleinträge ist die Tatsache, dass die Eintragungen meist auf Mitteilungen der Vertragspartner beruhen, die meist ungeprüft übernommen und nur ausnahmsweise verifiziert werden. Nur relativ Daten beruht ein Eintrag auf Eigenermittlungen der Schufa. Hier ist die Fehlerquote eher gering, da es sich hier meist um Daten aus öffentlichen Registern handelt. Ist eine Forderung durch Zahlung, Vergleich oder Verzicht erledigt, werden die diesbezüglichen Daten drei Jahre nach dem jeweiligen Eintrag wieder gelöscht, wobei die Löschung meist erst zum Ende des dritten Kalenderjahres nach Verzeichnung des Eintrags stattfindet. Eine vorzeitige Löschung ist bei nicht titulierten möglich, deren Höhe 2.000 Euro nicht überschreitet. Dies gilt allerdings nur dann, wenn zwischen der Meldung der offenen Forderung und deren Erledigung nicht mehr als sechs Wochen liegen. In diesem Falle wird der Eintrag umgehend gelöscht. Betrifft ein Eintrag einen minderjährigen Schuldner, wird die Löschung unmittelbar nach der Erledigung, meist also nach Zahlung, veranlasst. Diese Regeln gelten u.a. für nicht ordnungsgemäß bediente Kredite und nicht vertragsgemäß erfüllte Verbindlichkeiten aus Warenkäufen. Dieselben Löschungsregeln gelten auch für titulierte Forderungen und Negativmerkmale, die die Abgabe der Vermögensauskunft und ein Insolvenzverfahren betreffen. Wird ein Giro- oder Kreditkartenkonto aufgelöst, werden die diesbezüglichen Daten unmittelbar gelöscht. Dies gilt allerdings nicht für etwaige Verbindlichkeiten, die aufgrund dieser Kontoverbindungen noch bestehen. Gleiches gilt für Konten bei Unternehmen des stationären Handels und bei Versandhäusern.

    So verbessern Sie Ihren Schufa Score

    Wenn Sie in absehbarer Zeit die Aufnahme eines Kredits planen, lohnt sich ein Blick auf Ihren aktuellen Schufa Score, da Sie davon ausgehen können, dass im Rahmen der Kreditbewilligung auch eine Bonitätsprüfung durch Einholung einer Auskunft bei der Schufa stattfindet. Gerade bei höheren Kreditsummen lohnt es sich, eine Verbesserung des Scores abzustreben, da oft auch die Kreditkonditionen, insbesondere die Zinshöhe, vom Ergebnis des Scorings abhängt. Zunächst sollten Sie eine Selbstauskunft, insbesondere eine kostenlose Datenübersicht gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), einholen, um sich einen Überblick über Ihren aktuellen Score und die ihm zugrundeliegenden Eintragungen zu verschaffen.

    Berichtigung und Löschung fehlerhafter Einträge

    Stellt sich heraus, dass ein Eintrag unrichtig, unvollständig oder löschungsreif ist, sollten Sie dies melden und eine Änderung oder Löschung beantragen. Dazu müssen Sie die Umstände darlegen und durch Vorlage beweiskräftiger Urkunden begründen, die eine Änderung oder Löschung des beanstandeten Eintrags rechtfertigen. Dazu gehören z.B. Zahlungsquittungen oder auch gerichtliche Entscheidungen, die einen eingetragenen Titel aufheben oder in sonstiger Weise für unwirksam erklären. in der Regel erfolgt zunächst eine Rücksprache mit dem Gläubiger, der den Eintrag veranlasst hat. Verweigert dieser unberechtigterweise die Löschung, kann dieser notfalls gerichtlich auf Veranlassung der Löschung in Anspruch genommen werden. Ursache eines schlechten Scores kann auch eine Identitätsverwechslung sein. Diese liegt dann vor, wenn bestimmte Daten mit negativer Aussage irrtümlich einer Person zugeordnet sind, die sie nicht betreffen. In solchen Fällen wird eine Bereinigung des fehlerhaften Datenmaterials meist anhand von öffentlichen Urkunden, beispielsweise von Geburtsurkunden und Meldebescheinigungen, erfolgen.

    Verbesserung der Bewertungsdaten

    Häufig kann eine Verbesserung des Scores dadurch erzielt werden, dass bestimmte Verhaltensmaßregeln im Umgang mit bestehenden vertraglichen Verpflichtungen beachtet werden. So sollten Sie etwa bestehende Zahlungsrückstände aus Ratenkrediten oder Warenkäufen schnellstmöglich ausgleichen und künftig für pünktliche Bedienung der Raten sorgen. Zudem ist es empfehlenswert, die Aufnahme von Krediten und den Warenkauf auf Raten auf einen den Einkommensverhältnissen angemessenen Umfang zu beschränken. Von Vorteil ist es auch, von zu zahlreichen Kreditanfragen und Kontoeröffnungen abzusehen und häufige Wohnsitzwechsel zu vermeiden.

    Was Sie zur Schufa wissen sollten

    Die Schufa Holding AG fungiert als Wirtschaftsauskunftei, die über bonitätsrelevante Daten über etwa drei Viertel aller Privatpersonen in Deutschland und über mehr als vier Millionen Unternehmen hierzulande verfügt. Auskunftsberechtigt sind die Vertragspartner, die häufig zugleich auch Anteilseigner des Unternehmens sind. Als A-Vertragspartner erhalten Kreditinstitute aller Kategorien, Leasinggesellschaften und Kreditkartenunternehmen sowohl Positiv- als auch Negativmerkmale eines potentiellen Kunden übermittelt. B-Vertragspartner sind Nichtbanken, also insbesondere Handelsunternehmen, Versandhäuser und E-Commerce-Unternehmen sowie Telekommunikationsdienstleister. Grundsätzlich können Unternehmen aller Branchen Auskünfte erhalten, die sich auf ein berechtigtes Interesse berufen können. Dabei handelt es sich in der Regel um Firmen, die Lieferungen und Leistungen auf Kredit, insbesondere gegen Rechnung ohne Vorkasse, erbringen. Diese Unternehmen erhalten nur die Negativmerkmale über einen Schuldner übermittelt. Bei F-Vertragspartnern handelt es sich meist um Inkassobüros und Auskunfteien, die Adressdaten und Ergebnisse von Identitätsfeststellungen erhalten, wenn eine Einwilligung der betroffenen Person vorliegt. Der Ermittlung und Weitergabe von Scores kann die betroffene Person bzw. das betroffene Unternehmen schriftlich widersprechen.

    So nehmen Sie Einsicht in Ihre Daten

    Der erste Schritt zur Verbesserung Ihres Scores ist die Kenntnisnahme vom aktuellen Datenbestand. So lernen Sie der Inhalt der Ihre Person betreffenden Eintragungen kennen und erfahren, wer den jeweiligen Eintrag veranlasst hat. Sie gewinnen damit die Möglichkeit, etwaige Fehler zu ermitteln und deren Korrektur zu veranlassen. Grundsätzlich ist zwischen der kostenlosen Beantragung einer aktuellen Datenübersicht und entgeltpflichtigen Auskünften zu unterscheiden, wobei letztere gegebenenfalls mit Zusatzleistungen kombiniert werden können.

    Schufa-Auskunft kostenlos online beantragen

    Gemäß § 34 BDSG haben Sie die Möglichkeit, einmal jährlich eine kostenlose Datenübersicht zu beantragen. Diese enthält alle Informationen, die über Sie gespeichert sind. Dabei erfahren Sie auch, woher diese Daten stammen und an wen diese weitergegeben wurden. Diese Mitteilung erfasst alle Wahrscheinlichkeitswerte, die den Vertragspartnern in den letzten zwölf Monaten vor Antragstellung übermittelt wurden. Diese Scoringwerte basieren auf einem mathematisch-statistischen Verfahren und drücken die Wahrscheinlichkeit aus, mit der ein potentieller Kunde seiner vertraglich übernommenen Verpflichtungen erfüllen wird. Das Formular zur Bestellung der Datenübersicht kann online von der Website https://www.meineschufa.de heruntergeladen werden. Möglich ist auch eine schriftliche oder telefonische Anforderung des Formulars.

    Online-Datenübersicht

    Den Bestellvorgang für die kostenlose Datenübersicht leiten Sie dadurch ein, dass Sie die Website https://www.meineschufa.de aufrufen. Dort sollten Sie direkt die Page „Datenübersicht nach § 34“ anklicken, um nicht zunächst zu den kostenpflichtigen Auskünften geführt zu werden. Es erscheint dann unter dieser Überschrift eine Kurzdarstellung der in dieser Übersicht enthaltenen Auskünfte. Sie können dann auf derselben Seite durch Anklicken der betreffenden Landesflagge das Anforderungsformular wahlweise in Deutsch, Englisch oder Türkisch herunterladen. Bei der Seitenwahl ist zu beachten, dass es unter der Überschrift „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ auch eine Seite gibt, in der neben der kostenlosen Datenübersicht auch die kostenpflichtige Schufa Auskunft online zur Wahl gestellt wird. Zur kostenlosen Datenübersicht gelangen Sie hier, wenn Sie das in der rechten Spalte dargestellte Produkt „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ auswählen und den unter dieser Spalte angeordneten Button „Jetzt bestellen“ drücken. Dadurch gelangen Sie zu der o.g. Website, über die Sie das Bestellformular herunterladen können.

    Mitzuteilende Daten im Antragsverfahren

    Wenn Sie auf einem dieser beiden Wege das Anforderungsformular von der o.g. Website heruntergeladen oder das Formular auf schriftliche oder telefonische Bestellung erhalten haben, muss der Vordruck vollständig in Druckbuchstaben ausgefüllt werden. Verpflichtende Angaben sind Vorname, Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Wohnort, Geburtsdatum und Geburtsort. Fakultativ sind Angaben zum Geburtsnamen und zu etwa früher geführten Namen. Freiwillig ist die Angabe der E-Mail-Anschrift. Die Angabe einer früheren Anschrift ist nur erforderlich, wenn seit dem letzten Wohnsitzwechsel nicht mehr als 12 Monate vergangen sind.

    Weitere Verfahrensweise

    Nachdem vollständigen Ausfüllen des Bestellformulars müssen Sie das Feld „Bestellung Datenübersicht nach § 34 BDSG“ ankreuzen. Wenn Sie zusätzlich die aktuell für Sie gültigen Wahrscheinlichkeitswerte kostenlos mitgeteilt bekommen möchten, ist auch die Rubrik „Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte“ anzukreuzen. Danach ist die Bestellung zu datieren und persönlich zu unterschreiben. Sie sollten beachten, dass sich unterhalb des ersten Unterschriftfeldes befindet sich eine weitere Rubrik, mit der Sie durch Ankreuzen eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft bestellen können. Wenn Sie diese nicht wünschen, lassen Sie dieses Feld unangekreuzt und vermeiden es, das zweite Unterschriftenfeld zu ganz am Ende des Formulars zu unterzeichnen.

    Versand des Bestellformulars

    Dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Bestellformular ist ein Ausweisdokument in Kopie beizufügen. Dabei ist im Interesse der einwandfreien Identifizierung auf gute Lesbarkeit der Kopie zu achten. Das gilt insbesondere für den Vor- und Zunamen, die vollständige Anschrift, das Geburtsdatum und den Geburtsort. Alle anderen Angaben einschließlich des Lichtbildes können geschwärzt werden. Bei deutschen Staatsbürgern reicht die Kopie des Personalausweises aus. Wird statt des kopierten Personalausweises die Kopie des Reisepasses übermittelt, muss eine aktuelle Meldebescheinigung in Kopie beigefügt werden. Ausländische Staatsbürger müssen mit ihrer Bestellung eine Kopie ihres Reisepass und eine aktuelle Meldebescheinigung übermitteln. Das Bestellformular und die Kopie des Ausweisdokuments sind per Post an die Schufa zu übermitteln. Auf der Seite mit dem Bestellformular finden Sie ein Muster, aus dem sich ergibt, wie der Brief mit der Anforderung zu adressieren und mit einem Absender zu versehen ist. Das im unteren Bereich der Website zu findende Feld mit dem Hinweis zum SEPA-Lastschriftverfahren ist für Sie nur interessant und daher nur auszufüllen, wenn Sie die kostenpflichtige Bonitätsauskunft bestellen möchten.

    Kostenpflichtige Schufa Auskunft

    Neben der auf gesetzlicher Grundlage beruhenden Datenübersicht stehen mehrere weitere Formen von Auskunftsdienstleistungen zur Verfügung, die jeweils entgeltpflichtig sind. Dabei ist zwischen Daten über Privatkunden und über Geschäftskunden zu unterscheiden. Je nach Inhalt und Umfang des mitgeteilten Datenmaterials werden unterschiedlich hohe Vergütungen fällig. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Auskunftsangebote.

    Schufa Bonitätsauskunft

    Die weithin als Nachweis finanzieller Zuverlässigkeit anerkannte Bonitätsauskunft besteht aus zwei separaten Dokumenten. Das erste Dokument besteht aus einer für Geschäftspartner bestimmten Auskunft, die nicht alle gespeicherten Daten umfasst, sondern nur die zur Vertrauensbildung relevanten Bonitätsdaten, die für einen Vertragspartner von Interesse sind. Dabei ist alles Datenmaterial enthalten, das beispielsweise für einen Vermieter oder einen Arbeitgeber relevant ist, der besondere Anforderungen an die finanzielle Zuverlässigkeit eines künftigen Mitarbeiters stellt. Das zweite Dokument umfasst den gesamten aktuell verfügbaren Datenbestand und dient zur internen Verwendung des Bestellers. Wer diese Form der Auskunft bestellt, kann sich für die Dienstleistung „Auskunft online“ registrieren lassen, mit der es möglich ist, sich jeweils über Veränderungen des Datenmaterials online informiert zu halten.

    Schufa Auskunft online

    Mit der Auskunft online erwirbt der Besteller die Möglichkeit, für eine Registrierungsgebühr einen Online-Zugang zu allen für seine Person erfassten Informationen zu erhalten. Eingeschlossen ist auch ein Online-Mitteilungsdienst, der alle Änderungen des Datenmaterials umfasst. Dieser Dienst ist für 100 Tage kostenlos. Danach verlängert sich der Dienst gegen eine neue Gebühr um jeweils ein weiteres Jahr, wenn nicht mindestens einen Monat vor Ende der aktuellen Laufzeit eine Kündigung erfolgt.

    IdentSafe Auskunft

    Das gegen eine Jahresvergütung erhältliche Produkt IdentSafe umfasst die Mitteilung des gespeicherten Datenmaterials, das von der Auskunft online umfasst wird. Hinzu kommt der Update-Service, der die laufende Mitteilung von Änderungen des Datenmaterials einschließt. Enthalten ist auch der IdentSafe Monitor, der eine tägliche Überwachung der persönlichen Daten und einen Warnhinweisdienst enthält. Ebenso ist ein telefonischer Beratungsdienst in Form der IdentSafe Hotline eingeschlossen. Dazu gehört auch der IdentSafe Cleaner, der der Beseitigung von Spuren eines Identitätsmissbrauchs im Internet ermöglicht. Schließlich gehört ein Schlüsselrückführungsdienst zum Leistungsumfang. Der Leistungsvertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen, sodass eine rechtzeitige Kündigung erforderlich wird, wenn Sie das Angebot nicht weiter in Anspruch nehmen möchten.

    IdentSafe Platinum

    Einen noch weitergehenden Leistungsumfang bietet Ihnen das gegen eine zusätzliche Jahresvergütung erhältliche Leistungspaket IdentSafe Platinum. Zusätzlich zum Leistungsumfang des einfachen IdentSafe Pakets ist hier einmal pro Jahr eine Bonitätsauskunft zur Verwendung gegenüber Geschäftspartnern und eine Unternehmensauskunft im Preis enthalten. Im Preis enthalten ist auch eine Partnerkarte für ein Jahr und die als PriorityService bezeichnete bevorzugte Behandlung von Anfragen und Auskunftsersuchen. Auch dieses Paket wird auf unbestimmte Zeit gebucht und bedarf einer rechtzeitigen Kündigung, da es sich sonst um jeweils ein weiteres Jahr verlängert.

    Firmenauskunft

    Seit 2006 ist es auch für Nichtvertragspartner möglich, gegen Entgelt eine Auskunft über die Bonität von Unternehmen zu erhalten. Das entsprechende Produkt wird als Vollauskunft bzw. Vollauskunft plus bezeichnet. Während früher Daten der Auskunftei Bürgel Wirtschaftsinformationen verwendet wurden, existiert inzwischen ein eigenes Unternehmensscoring für im Handelsregister eingetragene Unternehmen sowie für Selbständige, Freiberufler, Einzelkaufleute und nicht registerpflichtige Kleingewerbetreibende.

    Auskunft an amtliche Stellen

    Ermittlungsbehörden wie Polizeidienststellen, Staatsanwaltschaften und die Steuerfahndung sowie Vollstreckungsbehörden wie Amtsgerichte und Finanzämter sind auskunftsberechtigt auf gesetzlicher Grundlage. Im steuerlichen und abgabenrechtlichen Bereich ist dies § 93 der Abgabenordnung (AO).

    Welche Daten die Schufa speichert

    Der Datenbestand der Schufa besteht teilweise auf eigenen Ermittlungen, die vorzugsweise in öffentlichen Registern wie dem bundesweiten gemeinsamen Vollstreckungsportal der Landesjustizbehörden oder den Schuldnerverzeichnissen der einzelnen Amtsgerichte stattfinden. Der Großteil der gespeicherten Daten beruht jedoch auf Mitteilungen, die von Kreditinstituten und anderen Vertragspartnern geliefert werden. Ansonsten setzt die Speicherung von Daten voraus, dass die betroffene Person hierzu eine Einwilligung erteilt. Liegt diese vor, werden die persönlichen Daten des Betroffenen sowie relevante Fakten über die vertragsgemäße Abwicklung von Vertragsbeziehungen bzw. über nicht vertragsgemäßes Verhalten erfasst. Zugleich erstrecken sich die Eintragungen auch auf vollstreckbare gerichtliche Titel sowie auf die Durchführung gerichtlicher Vollstreckungs- bzw. Insolvenzverfahren.

    Personenbezogene Daten

    Zu den gespeicherten personenbezogenen Daten gehören insbesondere der aktuelle Familienname nebst sämtlichen Vornamen, ein vom derzeitigen Familiennamen abweichender Geburtsname sowie ggf. zwischenzeitlich geführte weitere Namen. Vor- und Familiennamen sind nicht selten Fehlerquellen bei der Identitätsfeststellung, sodass Auskünfte insoweit einer genauen Kontrolle bedürfen. Dies gilt insbesondere für die Schreibweise der Familiennamen. Die Schreibweise von Umlauten und die Verwendung lautähnlicher Buchstaben wie „i“ und „y“ führen hier immer wieder zu Irrtümern.

    Aktuelle Anschrift und Umzugsverhalten

    Gespeichert werden auch die aktuelle Wohnanschrift eines potentiellen Kunden sowie gegebenenfalls auch dessen frühere Wohnanschriften. Aus der Anzahl der Wohnanschriften lässt sich auf ein bestimmtes Umzugsverhalten schließen. Fällt die Häufigkeit von Wohnungswechseln auf, wird dies häufig als Indiz für eine gewisse Unstetheit eines potentiellen Schuldners angesehen oder sogar als Versuch betrachtet, sich durch häufige Wohnungswechsel seinen Gläubigern zu entziehen. Dadurch werden besonders rege Umzugsaktivitäten regelmäßig als negativer Scoringfaktor in die Bonitätsprüfung einbezogen. Auch bei Wohnanschriften sind potentielle Fehlerquellen nicht ausgeschlossen. So existieren in einigen Städten Straßennamen mehrfach, sodass eine Unterscheidung oft nur anhand der Postleitzahl möglich ist. Auch die Schreibweise von Straßennamen und die Hausnummern sorgen manchmal für Verwirrung. Es ist daher auch hier empfehlenswert, alle Daten zu aktuellen und früheren Wohnanschriften genauestens zu überprüfen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil Wohnort und Straßenanschrift als Scoringfaktor von erheblicher Bedeutung sind, da ein bestimmtes Wohnumfeld in positivem oder negativem Sinne auf ein bestimmtes Zahlungsverhalten schließen lässt.

    Geburtsort

    Zum erfassten Datenbestand gehört auch der Geburtsort eines potentiellen Vertragspartners. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Geburtsort für sich genommen kein relevanter Scoringfaktor ist. Insoweit ist auch die oft geäußerte Annahme unzutreffend, Personen mit Geburtsort in der ehemaligen DDR würden gegenüber anderen Bundesbürgern benachteiligt. Wenn dieser Personenkreis schlechtere Scoringwerte aufweist als andere Bürger, beruht dies nicht auf der negativen Bewertung des Geburtsortes, sondern auf deren individuellem Zahlungsverhalten oder auf der Bewertung des aktuellen Wohnumfeldes.

    Kreditverträge

    Gespeichert wird auch der Abschluss von Kreditverträgen aller Art. Dazu gehören sowohl klassische Ratenkredite zur freien Verfügung als auch zweckgebundene Anschaffungskredite, Kleinkredite und Immobiliarkredite. Dabei kommt es nicht darauf an, ob und ggf. welche Sicherheiten für dieses Darlehen gestellt werden. Privatkredite und Arbeitgeberdarlehen werden regelmäßig nicht erfasst, da die Darlehensgeber meist nicht Vertragspartner der Schufa sind. Das gilt auch für sogenannte schufafreie Kredite, da hier nicht nur eine Abfrage, sondern auch eine Mitteilung über den Neuabschluss des Kredites unterbleibt. Bei gespeicherten Darlehen wird die Art des Darlehens, die Höhe der Darlehenssumme und die Laufzeit des Vertrages erfasst. Daneben kann ein Eintrag auch Besonderheiten in den vereinbarten Zahlungsbedingungen wie z.B. einen vereinbarten Tilgungsaufschub berücksichtigen.

    Leasingverträge

    Zum Datenbestand gehören auch alle Leasingverträge, wobei nicht zwischen Finanzierungsleasing und operativem Leasing differenziert wird. Erfasst werden die Leasingsumme, die Vertragslaufzeit und die Höhe der zu entrichtenden Raten. Besondere Vertragskonditionen wie Mietsonderzahlungen, gestaffelte und variable Ratenhöhen werden gleichfalls regelmäßig eingetragen.

    Kreditkarten

    Eingetragen wird auch der Abschluss eines Kreditkartenvertrages. Dabei handelt es sich regelmäßig um einen mit einem bestimmten Zahlungsmittel verknüpften Kontovertrag mit einer limitierten Krediteinräumung, die der Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen dient. Dabei ist zwischen echten Kreditkarten und Prepaid-Kreditkarten zu differenzieren. Während beim klassischen Kreditkartenkonto ein bestimmter Verfügungsrahmen vereinbart ist, kann der Kartenkunde bei der Prepaid-Kreditkarte nur über ein vorher eingezahltes Guthaben verfügen.

    Kontoeröffnungen

    Zum eingetragenen Datenbestand gehören auch alle Kontoeröffnungen, die sich auf Girokonten und andere Konten mit Bezahlfunktion beziehen. Dagegen werden Sparkonten, Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und Wertpapierkonten nicht erfasst. Ein Eintrag betrifft daher insbesondere alle Konten, die für Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Lastschriften genutzt werden können. Dies gilt auch für sogenannte Jedermannkonten, Konten auf Guthabenbasis und Pfändungsschutzkonten. Erfasst werden meist auch Transaktionskonten mit Girofunktion, die für die Abwicklung von Immobiliarkrediten oder Wertpapiergeschäften genutzt werden.

    Telekommunikationskonten

    Eingetragen werden häufig auch Verträge, die Kunden mit den Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen abschließen. Dabei handelt es sich in der Regel um unbefristet abgeschlossene Vereinbarungen über die Erbringung von Telefon- und Internet-Dienstleistungen auf laufende Rechnung. Nicht erfasst werden in der Regel Verträge, bei denen Telekommunikationsdienstleistungen auf Prepaid-Basis. Auch im Übrigen ist die Erfassung von Telekommunikationsdienstleistungen nicht vollständig, da nicht alle Unternehmen dieser Branche Vertragspartner der Schufa sind und daher Mitteilungen über Vertragsabschlüsse dorthin liefern.

    Kundenkonten bei Versandhändlern

    Zu den erfassten Daten gehören auch Konten, die von Kunden bei Versandhäusern für Warenlieferungen unterhalten werden. Dabei handelt es sich insbesondere um Konten. die im Rahmen einer laufenden Geschäftsbeziehung begründet und unterhalten werden. Häufig handelt es sich dabei um Konten, über die Ratenzahlungsvereinbarungen abgewickelt werden. Neben Kundenkonten bei klassischen Versandhäusern werden auch solche Verbindlichkeiten erfasst, die im Rahmen laufender Geschäftsverbindungen bei Onlineversandhäusern begründet werden.

    Nicht beglichene und gemahnte Forderungen

    Von den Eintragungen mit negativen Scoringfolgen erfasst werden auch Daten über nicht bezahlte und ordnungsgemäß angemahnte Forderungen. Dabei kann es sich sowohl um unbezahlt gebliebene Rechnungen aus Warenlieferungen als auch um rückständige Raten aus Krediten und Vereinbarungen aus ratierlich zu bedienenden Warenkäufen handeln. Gemäß § 28 a BDSG ist Voraussetzung eines entsprechenden Eintrags, dass die betreffende Forderung vom Schuldner ausdrücklich anerkannt oder nach Eintritt der Fälligkeit mindestens zweimal schriftlich angemahnt wurde, wobei zwischen der ersten Mahnung und der Mitteilung an die Schufa mindestens vier Wochen liegen müssen. Zudem muss die Mitteilung rechtzeitig angedroht worden sein. Ist die Forderung bestritten, scheidet eine entsprechende Datenweitergabe bis zur rechtskräftigen Feststellung der Berechtigung des Anspruchs aus.

    Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung

    Gespeichert werden auch Daten über alle Forderungen, die durch Urteil oder Vollstreckungsbescheid rechtskräftig tituliert oder für vorläufig vollstreckbar erklärt worden sind. Daneben sind auch andere Forderungen eintragungsfähig, über die ein anderer Vollstreckungstitel im Sinne des § 794 der Zivilprozessordnung (ZPO) vorliegt. Dies kann beispielsweise ein notarielles Schuldanerkenntnis gemäß § 794 Absatz 1 Nr. 5 ZPO oder auch ein Kostenfestsetzungsbeschluss im Sinne des § 794 Absatz 1 Nr. 2 ZPO sein.

    Erledigte Forderungen

    Forderungen, die durch Zahlung erledigt wurden, bleiben zunächst im Datenbestand. Die Löschung erfolgt in der Regel drei Jahre nach erfolgtem Forderungsausgleich bzw. am Ende des dritten Jahres, das auf das Jahr der Eintragung folgt. Überschreitet die Höhe einer nicht titulierten Forderung 2.000 Euro nicht und liegen zwischen Mitteilung der Schuld und deren Erfüllung nicht mehr als sechs Wochen, findet die Löschung umgehend statt. Ist der Schuldner einer eingetragenen Forderung minderjährig, wird die Löschung sofort nach Forderungsausgleich vorgenommen. Diese Regeln gelten für alle Kreditschulden, für Verbindlichkeiten aus nicht vertragsgemäß erfüllten Verträgen und titulierte Forderungen, aber auch für Eintragungen in öffentlichen Registern wie dem Schuldnerverzeichnis und für Daten über ein den Schuldner betreffendes Insolvenzverfahren. Hier ist zu beachten, dass die dreijährige Löschungsfrist erst mit dem Beschluss über die Erteilung der Restschuldbefreiung bzw. mit dem Ablehnungsbeschluss zu laufen beginnt. Bei Eintragungen über Giro- und Kreditkartenkonten erfolgt die Löschung mit der Beendigung der Geschäftsbeziehung. Wenn aus diesem Vertrag noch Verbindlichkeiten bestehen, erfolgt die Löschung des diesbezüglichen Eintrags erst drei Jahre nach Tilgung der Schuld. Gleiches gilt auch für Daten über Konten betreffend die Lieferung von Waren durch Versandhäuser oder e-Commerce-Unternehmen. Auch hier beginnt die Löschungsfrist erst mit der vollständigen Erfüllung aller über das Konto abgewickelten Zahlungsforderungen.

    Eidesstattliche Versicherung

    Zum Datenbestand gehören auch alle Informationen über die Abgabe der Vermögensauskunft im Rahmen der Zwangsvollstreckung gemäß § 802 c ZPO, die weitgehend der früheren eidesstattlichen Versicherung gemäß § 807 ZPO alter Fassung entspricht. Ein Eintrag erfasst sowohl die Abgabe der Vermögensauskunft als auch das Vorliegen eines Haftbefehls zur Erzwingung der Abgabe einer solchen. Nicht eingetragen wird der Inhalt der Vermögensauskunft. Hier hat ein potentieller Gläubiger die Möglichkeit, bei nachgewiesenem rechtlichem Interesse eine Abschrift des Protokolls beim zuständigen Gerichtsvollzieher anzufordern.

    Beantragung, Eröffnung oder Ablehnung der Privatinsolvenz

    Zum eintragungsfähigen Datenbestand gehören auch alle relevanten Fakten über die Beantragung, Eröffnung oder Ablehnung eines Privatinsolvenzverfahrens, das in der gesetzlichen Terminologie Verbraucherinsolvenzverfahren genannt wird. Dieses ist in den §§ 304 ff. der Insolvenzordnung (InsO) geregelt. Dabei erfolgt bereits ein Eintrag, wenn die Beantragung des Insolvenzverfahrens erfolgt, unabhängig davon, ob der Schuldner selbst oder ein Gläubiger das Insolvenzverfahren beantragt. Wird das Verfahren eröffnet, wird das Aktenzeichen und das Datum des Eröffnungsbeschlusses verzeichnet. Kommt es zur Ablehnung der Eröffnung des Verfahrens, weil der Antragsteller die Einzahlung des Kostenvorschusses versäumt oder beim Eigenantrag der Schuldner die Beantragung der Kostenstundung unterlassen hat, wird auch der Ablehnungsbeschluss mit Datum und Aktenzeichen vermerkt.

    Kreditanfragen und Konditionsanfragen

    Zu den eintragungsrelevanten Merkmalen gehören auch Kreditanfragen und Kreditkonditionsanfragen. Der Unterschied zwischen beiden Anfrageformen besteht darin, dass eine Kreditanfrage bereits auf einen konkreten Vertragsschluss abzielt, während eine Konditionsanfrage sich noch im unverbindlichen Bereich bewegt und regelmäßig dazu dient, einen Vergleich unter mehreren Anbietern zu ermöglichen. Das Merkmal „Kreditanfrage“ bleibt für ein Jahr gespeichert und ist auch für andere Kreditinstitute zehn Tage lang einsehbar. Zahlreiche Kreditanfragen in einem kurzen Zeitraum können sich negativ auf den Score auswirken, da mehrere Anfragen in kurzer Zeit darauf schließen lassen, dass es zur Ablehnung von Kreditanträgen gekommen ist. Die Kreditkonditionsanfrage erfasst die Fälle, in denen ein Interessent zu Vergleichszwecken die Konditionen mehrerer Anbieter erfragt, um einen Vergleich vornehmen zu können. Diese Anfrage kann – wie auch die eigentliche Kreditanfrage – Darlehen aller Art, also beispielsweise Ratenkredite oder Immobiliendarlehen, betreffen. Die Kreditkonditionsanfrage wird als Datensatz innerhalb weniger Tage wieder gelöscht und wirkt sich nicht nachteilig auf den Score aus.

    Was die Schufa nicht weiß

    Entgegen der landläufigen Meinung ermöglicht der Datenbestand keinen vollständigen Überblick über die aktuelle finanzielle Situation eines Kredit- oder Kaufinteressenten. Die vorhandenen Daten dienen vielmehr dem Zweck, aus dem Zahlungsverhalten eines Schuldners in der Vergangenheit Schlüsse auf dessen zukünftige Vertragstreue zu ermöglichen. Insoweit ist der Datenbestand zwar faktenbasiert, berücksichtigt jedoch die aktuelle finanzielle Lage eines potentiellen Kunden nur in eingeschränktem Umfang, da die vorhandenen liquiden Mittel eines Schuldners unberücksichtigt bleiben.

    Einkommen

    Zum Datenbestand gehören keine Informationen über das laufende Einkommen eines potentiellen Kunden. Es wird weder das Arbeitseinkommen des Schuldners noch ein sonstiges regelmäßiges oder unregelmäßiges Einkommen erfasst. Unberücksichtigt bleiben daher auch Einkünfte aus einer selbständigen oder freiberuflichen Tätigkeit, aus Miete oder Pacht oder aus Kapitalvermögen. Daher lässt sich aus Sicht eines Gläubigers kaum beurteilen, ob ein Schuldner gegenwärtig oder zukünftig zur Vertragserfüllung imstande ist. Ist der Score eines Schuldners wegen Defiziten bei der Vertragserfüllung aus der Vergangenheit schlecht, helfen diesem aktuell gute Einkommensverhältnisse allein nicht. Möglich ist hier allenfalls eine zusätzliche Besicherung eines künftigen Kredits durch eine Lohn- oder Gehaltsabtretung oder durch eine sonstige sicherungsweise Übertragung laufender Einkünfte.

    Kontostand

    Ebenfalls nicht erfasst werden Salden auf Konten aller Art. So berücksichtigt der Datenbestand nicht die aktuellen Kontostände auf Giro-, Kreditkarten-, Spar- oder Anlagekonten, solange diese Konten nicht gekündigt sind. Eine sich nach einer Kontokündigung ergebende Ausgleichsforderung zugunsten des Gläubigers wird hingegen wie eine normale Forderung behandelt und ist daher eintragungsfähig. Da Kontostände hiernach nur nach der Kündigung der Kontoverbindung relevant werden, ist die Aussagekraft einer Schufaauskunft hinsichtlich der aktuellen finanziellen Situation des Schuldners nur eingeschränkt gegeben. Einerseits werden Negativsalden auf ungekündigten Konten nicht negativ vermerkt. Andererseits findet auch keine positive Berücksichtigung hoher Guthaben auf Spar- oder Anlagekonten statt.

    Aktivität in sozialen Netzwerken

    Zeitweilig wurde auch die Aktivität eines potentiellen Kunden in sozialen Netzwerken als eintragungsfähiges Bewertungskriterium zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit diskutiert. Insoweit war eine Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH in Potsdam-Babelsberg vereinbart, die das nötige Know-how für die Erforschung solche Netzaktivitäten liefern sollte. Nachdem diese Planungen öffentlich geworden waren, kam es zu massiver Kritik an diesem Vorhaben. Daraufhin kündigte das Hasso-Plattner-Institut am 08.06.2012 diese Vereinbarung. Derzeit ist offen, ob die Planungen für eine Erfassung der Netzaktivitäten potentieller Schuldner aufgegeben oder in anderer Form weiter verfolgt werden.

    Sonstige Vermögenspositionen

    Nicht zum Datenbestand gehören auch Informationen über sonstige Vermögenspositionen eines potentiellen Kunden. So gibt es keinerlei Informationen über etwaigen Haus- und Grundbesitz oder über Wertpapiervermögen eines Schuldners. Auch wertvolles Besitztum wie Antiquitäten, Sammlungen, Kunstgegenstände, Uhren und Schmuck wird nicht erfasst. Insoweit lässt sich ein Informationsbedarf nur dadurch decken, dass Einsicht in das Protokoll einer etwa bereits abgegebenen Vermögensauskunft genommen wird, die ihrerseits zum mitteilungsfähigen Datenmaterial gehört.

    Wann werden die Daten gelöscht?

    Für die zum Datenbestand gehörenden Informationen gelten unterschiedlich lange Speicherfristen, nach deren Ablauf regelmäßig eine automatische Löschung erfolgt. In einigen Fällen ist auf Antrag eine vorzeitige Löschung möglich. Je nach maßgeblicher gesetzlicher Grundlage gelten folgende Regelungen:

    Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten sind unmittelbar nach Löschung der Konten zu löschen. Ist nach Kündigung eines Kontos ein Schuldbetrag verblieben, bleibt der Eintrag insoweit bestehen, wenn nicht eine Tilgung der Verbindlichkeit erfolgt. Nach stattgefundener Tilgung gelten dieselben Regeln, die auch bei nicht vertragsgemäß abgewickelten Geschäften Anwendung finden. Daten über derartige, nicht vertragsgemäß abgewickelte Verträge werden erst zum Ablauf des dritten Jahres ab Eintragungsdatum gelöscht. Dies gilt auch im Falle einer Erledigung vor Ablauf dieser Frist. Daten über Kredite werden drei Jahre nach der vollständigen Rückzahlung der Darlehenssumme gelöscht. Eintragungen, die auf Eintragungen im Schuldnerverzeichnis eines Amtsgerichts oder im gemeinsamen Vollstreckungsportal der deutschen Gerichte beruhen, werden gleichfalls nach drei Jahren gelöscht. Gegebenenfalls ist auch eine frühere Löschung möglich, wenn die Löschung beim Amtsgericht erfolgt ist und dies der Schufa zur Kenntnis gegeben wird. Bei Daten über die Beantragung und Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gilt gleichfalls eine Dreijahresfrist, die auf jedes eintragungsfähige Merkmal anzuwenden ist. Wird im Rahmen des Insolvenzerfahrens die Restschuldbefreiung angestrebt, beginnt die Dreijahresfrist erst mit dem Ende des Kalenderjahres, in das der Beschluss über deren Erteilung folgt. Da die Restschuldbefreiung regelmäßig erst nach einer Wohlverhaltensperiode von sechs Jahren erteilt wird, ist das Insolvenzverfahren über einen Zeitraum von mindestens neun Jahren aus dem Datenbestand nachzuvollziehen. Eintragungsfähige Informationen über Zahlungsausfälle bleiben für drei Jahre nach der vollständigen Erledigung der offenen Verbindlichkeit gespeichert. Die Dreijahresfrist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in das das erledigende Ereignis fällt.

    Wer hat Zugriff auf die Daten?

    Eine Schufaauskunft ist nicht für jedermann Verfügbar. Im Regelfall stehen die dort gespeicherten Daten nur den Vertragspartnern des Unternehmens zur Verfügung. Dabei handelt sich meist um Kreditinstitute und Unternehmen, die Waren auf Kredit liefern bzw. durch Lieferung auf Rechnung eine Vorleistung erbringen. Relevante Daten werden insbesondere von Unternehmen nachgefragt, die die Kreditwürdigkeit von Privaten Kunden überprüfen möchten. Bonitätsauskünfte sind jedoch auch umgekehrt für Privatpersonen interessant, die in eine Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmen, beispielsweise zu einem Bauträger, treten möchten. Schließlich finden Bonitätsprüfungen anhand von Schufadaten auch im Verhältnis zwischen Unternehmen statt, die zueinander in Geschäftsbeziehung treten möchten.

    Banken

    Zu den wichtigsten Schufakunden gehören Vertragspartner aus dem Kreditgewerbe. Dazu gehören neben den deutschen Großbanken auch die meisten anderen Geschäftsbanken, die sich mit der Vergabe von Krediten an Privat- und Geschäftskunden befassen. Dazu gehören auch nahezu alle Direkt- und Onlinebanken, die ganz oder größtenteils über das Internet aktiv sind. Auch der Großteil der deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen arbeiten mit Schufadaten. Dasselbe gilt für Bausparkassen, Hypothekenbanken und Kreditkartenorganisationen. Das Kreditgewerbe erhält zu potentiellen Kunden sowohl Positiv- als auch Negativmerkmale mitgeteilt, sodass die zugehörigen Institute sich ein umfassendes Bild über das Maß an Vertragstreue verschaffen können, die ein potentieller Kunde in der Vergangenheit an den Tag gelegt hat.

    Unternehmen

    Zu den Nutzern von Schufadaten gehört eine Vielzahl von Unternehmen, die meist Waren oder sonstige Leistungen auf Kredit erbringen. Dazu gehören insbesondere klassische Versandhäuser, aber auch Firmen, die im e-Commerce online tätig sind. Daneben greifen auch die Erbringer von Telekommunikationsdienstleistungen vielfach auf Schufadaten zurück. Zum Kundenkreis gehören auch Energieversorger, insbesondere Strom- und Gaslieferanten. Alle diese Unternehmenskunden aus dem Nichtbankenbereich können Daten in Form von Negativmerkmalen betreffend potentielle Vertragspartner abrufen. Auch das Unternehmen, das die Versteigerungs- und Verkaufsplattform eBay betreibt, greift bei der Eröffnung von Benutzerkonten auf Datenmaterial zur Identitätsfeststellung zurück.

    Inkassofirmen

    Zum Kundenkreis gehören auch Inkassounternehmen, die jedoch regelmäßig keine bonitätsbezogenen Daten erhalten. Vielmehr werden Schufadaten zur Adressenrecherche und zur Identitätsfeststellung genutzt. Voraussetzung einer Adressenweitergabe ist allerdings, dass die betroffenen Personen oder Firmen ausdrücklich oder durch Unterzeichnung einer entsprechenden Vertragsklausel in die Weitergabe ihrer Adresse eingewilligt haben.

    Privatpersonen

    Auch Privatpersonen gehören in gewissen Grenzen zum Kreis der Auskunftsberechtigten. Zwar wird hier regelmäßig kein unmittelbar bonitätsbezogenes Datenmaterial bereitgestellt. Verfügbar sind jedoch Unternehmensdaten, die zumindest mittelbar auf die wirtschaftliche Situation und das Geschäftsgebaren eines Unternehmens schließen lassen. Privatpersonen nutzen solche Daten besonders dann, wenn sie finanzielle Vorleistungen an ein Unternehmen erbringen sollen. Ein typischer Anwendungsfall ist der Erwerb eines Neubaus, der von einem Bauträger errichtet werden soll und den der Bauherr vorzufinanzieren hat.

    Andere Auskunfteien

    Auf dem Markt der Auskunfteien sind zahlreiche Unternehmen tätig, die vielfach gleichzeitig auch Inkassodienstleistungen erbringen und manchmal auch zugleich als Detekteien arbeiten. Dabei reicht das Spektrum der Anbieter von kleinen Unternehmen mit lokalem oder regionalem Tätigkeitsfeld über bundesweit aufgestellte Firmen bis hin zu international vernetzten Unternehmen mit umfassendem eigenem Datenpool. Einige Unternehmen sind in den Verbund von Konzernen eingebunden und erbringen ihre Dienstleistungen schwerpunktmäßig für andere konzernangehörige Firmen. Andere große Auskunfteien sind stark regional verwurzelt und arbeiten als Verbund rechtlich selbständiger Unternehmen, die ähnlich wie Franchisenehmer an einem einheitlichen Geschäftsmodell ausgerichtet sind.

    CEG Creditreform

    Die heute im Rahmen der Holdinggesellschaft Creditreform AG agierenden Unternehmen gehen auf den 1879 in Mainz gegründeten Verein Barzahlung Mainz zurück, der im selben Jahr in Verein Creditreform zum Schutze gegen schädliches Creditgeben umfirmierte. In den folgenden Jahren entstanden fünfzehn regional tätige Vereine, die sich 1883 in der Dachorganisation Verband der Vereine Creditreform e.V. zusammenschlossen. Heute arbeiten in diesem Rahmen 130 Vereine, die jeweils eine regional tätige Betriebsgesellschaft, meist eine GmbH, KG oder GmbH & Co. KG, unterhalten. Über diesen Vereinen rangiert auch heute noch der Verband der Vereine Creditreform e.V. mit Sitz in Neuss, der seit 2011 seine gewerblichen Aktivitäten in der Creditreform AG bündelt. Innerhalb dieser Holding arbeiten unterschiedliche rechtlich selbständige Tochterunternehmen, darunter die Creditreform Boniversum GmbH, die sich mit Bonitätsauskünften betreffend Privatpersonen befasst. Die Vertragspartner von Creditreform sind jeweils Mitglieder eines lokal oder regional tätigen Vereins Creditreform und haben über diesen Zugriff auf die gesamten Dienstleistungen der Unternehmensgruppe. Creditreform beschäftigt sich vorrangig mit der schnellen und diskreten Bewertung der Ausfallwahrscheinlichkeit von Kreditforderungen und Warenverbindlichkeiten im Rahmen einer Bonitätsprüfung mit einem eigenen Index, der 1984 eingeführt wurde und von 0 bis 600 Punkten reicht. Daneben stellt Creditreform Unternehmensinformationen, Analysen und Monitoringdienste im B2B-Bereich zur Verfügung. Creditreform vergibt ein eigenes Bonitätszertifikat. Daneben werden Inkassodienstleistungen vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur Zwangsvollstreckung aus erwirkten Titeln erbracht. Zum Leistungsprogramm gehören auch Factoringangebote, Markt-, Standort- und Zielgruppenanalysen sowie Beratungs- und Softwaredienstleistungen. Creditreform arbeitet auch im Bereich des Auslandsinkassos und unterhält selbst geführte oder über Partnerunternehmen organisierte Geschäftsstellen in 22 Ländern, darunter in zahlreichen EU-Staaten, in einigen anderen europäischen Ländern und in China. Das Unternehmen arbeitet überwiegend für Kreditinstitute aller Art, für Waren- und Versandhäuser einschließlich des e-Commerce-Sektors sowie für Industrieunternehmen, Leasingfirmen und Energieversorgerunternehmen. Auch für Behörden und Unternehmen der öffentlichen Hand, für Kommunen und für Versicherungen ist Creditreform tätig. Creditreform betreibt seine gewerblichen Aktivitäten jeweils durch eigene Unternehmen wie die beDirect GmbH und Co. KG, die Creditreform Boniversum GmbH, die Creditreform Compliance Services GmbH, die CPM Creditreform Portfolio Management GmbH und die Creditreform Rating AG.

    Deltavista

    Die Deltavista GmbH ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in München, die zur Deltavista AG aus Küsnacht im schweizerischen Kanton Zürich gehört. Diese gehört ihrerseits zur CRIF AG in Zürich. Deltavista ist geschäftlich in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Polen präsent. Deltavista verfügt über ein eigenes System der Bonitätsprüfung von Privatleuten und Firmen anhand eines selbst entwickelten Scorings sowie über eine Risikomanagement-Plattform. Das Unternehmen versteht sich als Dienstleister rund um das Forderungsmanagement mit einem Dienstleistungsangebot, das von der Adressenermittlung und -überprüfung über die Bonitätsprüfung bis zum Forderungseinzug reicht. Die 1994 als IQA gegründete Deltavista AG ist seit 2001 über die Deltavista GmbH in Deutschland vertreten. Zum Unternehmensverbund gehören neben der Deltavista GmbH eigene Büros in Österreich, der Schweiz, Polen, Schweden, Finnland, Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Deltavista verwendet Informationen aus einem eigenen Datenpool und verfügt im B2B- und B2C-Bereich über Decision Products, die jeweils auf branchenspezifischen Systemlösungen basieren.

    Bürgel Wirtschaftsinformationen

    Die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH und Co. KG mit Sitz im Hamburg ist eine Fullservice-Wirtschaftsauskunftei mit Forderungsmanagement und Inkassodienstleistungen. Das Unternehmen geht auf die 1885 in Berlin gegründete Martin Bürgel GmbH zurück, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ca. 300 Auskunftsbüros unterhielt. Die Geschäftstätigkeit wurde ab 1903 von inhabergeführten Büros fortgesetzt. Derzeit existieren bundesweit ca. 60 Niederlassungen, die teilweise auch heute noch von eigenen Inhabern betrieben werden. Ein Teil der Niederlassungen wird direkt von der Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH und Co. KG geführt, die seit 1994 ihren Sitz im Hamburg hat. Gesellschafter dieses Unternehmens sind seit 1990 die zum Allianz-Konzern gehörende Euler Hermes AG und seit 1998 die EOS Holding GmbH, die dem Versandhauskonzern Otto Group zuzuordnen ist. Gegenstand des Unternehmens sind zum einen Wirtschaftsauskünfte über Privatpersonen und Unternehmen aller Kategorien sowie die Bewertung der Bonität dieser Personen und Firmen anhand eines eigenen Scoring-Systems. Zum anderen erbringt Bürgel Inkassodienstleistungen von der außergerichtlichen Mahnung über die gerichtliche Forderungsdurchsetzung bis zur Zwangsvollstreckung. Bürgel besitzt branchenspezifische Angebote auf dem Gebiet des Kredit- und Risikomanagements. Zum Leistungsspektrum gehören außerdem Software- und Systemlösungen rund um das Forderungsmanagement, Dienstleistungen im Bereich des Direktmarketings und Auslandsinformationen.

    Accumio Finance Services

    Bei der Accumio Finance Services GmbH mit Sitz in Hannover handelt es sich um ein Unternehmen, das dem Konzernverbund der Deutschen Telekom AG zuzuordnen ist. Accumio erbringt alle Dienstleistungen einer klassischen Wirtschaftsauskunftei und greift dabei auf einen eigenen Datenbestand über mehr als 35 Millionen der Deutschen Telekom AG und ihrer Tochterfirmen zurück. Der Schwerpunkt der Tätigkeit dieses Unternehmens ist an den Bedürfnissen des Telekom-Konzerns ausgerichtet. Sie erbringt jedoch auch für externe Kunden umfassende Leistungen auf dem Gebiet der Bonitätsbewertung von Privatpersonen und Unternehmen unter Verwendung eines eigenen Scoring-Systems. Dabei stehen branchenspezifische Lösungen im Bereich der Adressenprüfung und der Identitätsfeststellung ebenso im Vordergrund wie die Verwaltung eines umfassenden Datenbestandes, der in hohem Maße auf Informationen beruht, die die Deutsche Telekom AG und ihre Konzernunternehmen liefern.

    Infoscore Consumer Data

    Die infoscore Consumer Data GmbH ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Baden-Baden. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der arvato infoscore GmbH, die ihrerseits zur Arvato AG gehört. Die infoscore Consumer Data GmbH gehört zu arvato Financial Solutions und ist dem Bertelsmann-Konzern zuzuordnen. Sie gehört damit zum drittgrößten integrierten Finanzdienstleister Deutschlands und bietet ein vollständiges Programm im Bereich des Forderungsmanagements und der Bonitätsbewertung von Privatpersonen und Unternehmen. Dieses Unternehmen ging 2005 aus einer Fusion zwischen der AZ Direct, der BFS finance und der Infoscore Group hervor. Diese Wirtschaftsauskunftei ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Ungarn tätig. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt im Bereich Scoring und Direktmarketing. Neben der Forderungszession spielt das Inkasso und das Kreditscoring eine wesentliche Rolle. Der Forderungseinzug wird auf allen Stufen vom außergerichtlichen Mahnverfahren über die gerichtliche Forderungsdurchsetzung bis zur Zwangsvollstreckung praktiziert. Daneben werden die Adressrecherche und die Überprüfung von Personendaten angeboten. Die arvato infoscore GmbH besitzt mehrere Tochtergesellschaften in den Bereichen Finance and Accounting, Risk Management und Collection. Die infoscore Consumer Data GmbH gehört zu den Gesellschaften, über die die Aktivitäten im Bereich Kreditscoring bei Privatkunden abgewickelt werden. Dabei wird ein eigenes Scoring-Punktesystem eingesetzt und auf einen umfangreichen Datenbestand zurückgegriffen. Zu den Informationsbeziehern gehören neben Banken und Versicherern auch Leasingunternehmen, Versandhändler und Telekommunikationsdienstleister.

    Fazit

    Es ist empfehlenswert, einmal jährlich von der Möglichkeit einer kostenlosen Datenübersicht nach § 34 BDSG Gebrauch zu machen. Wenn Sie Ihre aktuellen Scoringwerte zur Kenntnis genommen werden, können Sie anhand der Ihnen mitgeteilten Daten prüfen, ob und in welchen Bereichen es empfehlenswert ist, Ihr Kredit- und Konsumverhalten zu verändern, indem Sie bestehende Verbindlichkeiten pünktliche bedienen und eventuell abbauen. Dabei sollten Sie beachten, dass angesichts der teils langen Löschungsfristen bei etwaigen bonitätsmindernden Eintragungen rechtzeitig gehandelt werden muss, damit Sie in einigen Jahren mit einem guten Scorewert rechnen können. Daher lohnt es sich, Ihren Score regelmäßig zu überprüfen und bei dieser Gelegenheit auch etwaige bonitätsmindernde Fehler im Datenbestand beseitigen zu lassen.

  • Kleinkredite auswählen & vergleichen

    Per Definition versteht sich ein Kleinkredit als Ratenkredit, meistens mit einer Kreditsumme unterhalb von 10.000 Euro. In der Regel wird ein Kleinkredit von einer Bank vergeben, aber es ist auch möglich, dass solche Darlehen von Warenhäusern oder anderen Dienstleistern vergeben werden.

    Kleinkredite sind eine beliebte Möglichkeit um kurz- und mittelfristigen Finanzbedarf abzudecken. Es gibt Kleinkredite in vielen Formen. Neben der üblichen Überziehung des Girokontos, die ebenfalls als Kleinkredit gilt, gibt es Kleindarlehen auch von der Bank als Ratenkredit. Daneben gibt es den Kleinkredit als Konsumentenkredit beim Warenkauf und für Dienstleistungen sowie einen Pfandkredit, bei dem Wertgegenstände gegen eine Pfandsumme beliehen werden.

    Alle diese Lösungen sind vor allen Dingen dazu gemacht einen kurzfristigen Bedarf zu überbrücken, das kann ein Bedarf zum Ablöschen von Verbindlichkeiten sein, oder für die Anschaffung von Waren oder Dienstleistungen. Auch Urlaubsreisen werden gerne auf diese Art und Weise finanziert. Wie bei allen Krediten gibt es auch hier Punkte, die zu beachten sind.

    Zinsen

    Zinsen variieren nicht nur von Bank zu Bank, sondern oft werden auch für Kunden einer Bank unterschiedliche Zinsen angeboten. Die Zinsen sind dabei beispielsweise von der Kreditwürdigkeit des Antragstellers abhängig, auch von dessen Alter, dem Familienstand und der Frage nach einem unbefristeten Arbeitsvertrag oder der Höhe des Einkommens sowie der Möglichkeit von Sicherheiten. Aus diesem Grund sind die Zinssätze, die auf Schautafeln und Werbeplakaten gezeigt werden, oft nur ein Anhaltspunkt für die am niedrigsten möglichen Zinsen. Da man den Banken aber in der Vergangenheit in diesem Punkt Irreführung bzw. unlauteres Geschäftsgebaren vorgeworfen hat, sind die Banken dazu übergegangen Werte auf ihren Werbetafeln zu nennen, die für einen großen Teil ihrer Kunden Gültigkeit haben.

    Die eigene Hausbank ist oft der erste Ansprechpartner an den man denkt, dabei sollte man aber andere Institute nicht außen vor lassen. Die Unterschiede bei den Zinsen für einen Kleinkredit können gravierend sein.

    Nicht nur Banken vergeben solche Kleinkredite, auch Warenkredite sind Kleindarlehen. Hier sind die Zinssätze meistens relativ gering, aber auch hier lohnt sich ein Vergleich. Wenn ein einzelner Händler auch keine unterschiedlichen Zinssätze anbietet, so kann sich ein Anbietervergleich auch hier lohnen. Hier gibt es oft Angebote völlig ohne Zinsen, bei denen der Händler dann die Kosten für den Kredit übernimmt oder die Ratenzahlung ohne Aufpreis erlaubt. Bei solchen Angeboten muss sehr genau verglichen werden, ob die Ware nicht an anderer Stelle günstiger zu bekommen ist, denn die Kosten für den Kredit werden in diesen Fällen natürlich auf den Warenpreis geschlagen, so dass der Konsument hier in den meisten Fällen einer Täuschung erliegt, wenn er denkt dass hier ein Kredit ohne Kosten angeboten wird.

    Die Zinsen für einen Kleinkredit liegen bei unterschiedlichen Banken und Händlergruppen oft weit auseinander, ein genauer Vergleich kann hier eine deutliche Ersparnis bringen.

    Bearbeitungsgebühren

    Kreditkosten errechnen sich nicht nur aus Zinsen, sondern auch aus Bearbeitungsgebühren. Viele Banken verlangen zwischen 1 und 3,5% Gebühren, die sie für die Bearbeitung des Kreditantrags berechnen. Entweder werden diese Kosten auf die Kreditsumme aufgeschlagen oder vom Auszahlungsbetrag abgezogen. Bei Warenkrediten fallen solche Gebühren oft nicht an, allerdings darf man auch hier davon ausgehen, dass die Gebühren vorher als Punkt in die Preiskalkulation einbezogen werden.

    Die eigentlichen Bankbearbeitungsgebühren hat der 11. Senat des BGH im Juli 2014 für unwirksam und widerrechtlich erklärt, damit dürfen sie nicht mehr erhoben werden. In der Begründung des Urteils steht, dass die Kreditbearbeitung ja auch im Interesse der Bank geschieht, und deshalb nicht mit Gebühren belegt werden darf.

    Gebühren, die aus laufenden Verträgen erhoben werden, müssen ohne Antrag zurückerstattet werden. Aber auch Gebühren für Verträge, die bereits komplett abgewickelt sind, müssen auf Antrag erstattet werden. Für die Beantragung sind im Internet zahlreiche Musterbriefe verfügbar.

    Durch diese Entscheidung haben sich die Zinsen besonders für Kleinkredite deutlich erhöht, die Begründung der Banken und anderer Finanzdienstleister dafür ist, dass gerade bei Kleinkrediten der Beratungsaufwand und die Bearbeitung sehr aufwendig sind, besonders im Verhältnis zum kreditierten Betrag und den daraus resultierenden Zinsen.

    Lohnt sich eine Restschuldversicherung?

    Eine Restschuldversicherung ist eine Absicherung für den Kreditgeber, damit die Verpflichtungen auch in Fällen von Tod, Arbeitslosigkeit und Krankheit ausgeglichen werden können. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form der Lebensversicherung, die anderen Bedingungen unterliegt als normale Einzelversicherungsverträge.

    In vielen Fällen ist die Restschuldversicherung vom Kreditgeber vorgeschrieben. Die Kosten hierfür müssen in einem solchen Fall bei den Kreditkosten eingerechnet werden, in den Fällen in denen die Restschuldversicherung zwingend vorgeschrieben ist, müssen die Kosten hierfür in den Effektivzins eingerechnet werden. Die Kosten sind oft relativ hoch, da hier sehr hohe Provisionen für den Vermittler oder Bankberater eingerechnet werden müssen. In der Kritik stehen diese Versicherungen auch, weil hier oft lange Wartezeiten vor dem Leistungsanspruch in Kauf genommen werden müssen.

    Ob sich eine solche Versicherung lohnt, muss jeder für sich selber beurteilen können. Bei einigen Banken führt der Abschluss eines solchen Vertrags zu einem verbesserten Kreditscoring. Bei nicht einwandfreier Kreditgeschichte kann es sich lohnen eine solche Versicherung abzuschließen, um das Darlehen zu bekommen. Bei sehr kleinen Krediten ist aber zu überlegen, dass die Wartezeiten sehr lang sind, und sich hier die Frage danach stellt, wie lange der Schutz effektiv besteht. Für Darlehen mit kurzer Laufzeit werden solche Restschuldversicherungen allerdings auch oft nicht angeboten.

    Ob sich eine solche Versicherung im konkreten Fall lohnt, muss jeder Bankkunde für sich selber entscheiden. Die Entscheidung wird durch die Bank manchmal abgenommen, und selbst wenn in vielen Fällen dieser Vertrag nicht verpflichtend für die Kreditvergabe ist, muss man sehr genau überlegen, ob es sich nicht doch lohnen könnte.

    Lange oder kurze Laufzeit?

    Laufzeiten für Darlehen und damit auch für Kleinkredite sollten immer so kurz wie möglich gehalten werden. Die Kreditkosten berechnen sich erheblich nach der Länge der Laufzeit, insgesamt gesehen ist ein Kredit teurer je länger er läuft. Der Effektivzins ist für kürzere Laufzeiten allerdings höher.

    Die Laufzeit sollte nach den eigenen Möglichkeiten berechnet werden. Hier muss in Betracht gezogen werden, wie hoch das Einkommen ist und wie viel zum Bezahlen der Kreditraten monatlich zur Verfügung steht. Aber dabei darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass für ungeplante kleinere Ausgaben ein Puffer vorhanden sein muss, alles andere würde zu einem erneuten Kreditbedarf und damit zu weiteren nicht unerheblichen Problemen führen.

    Oft bieten die Banken lieber längere Laufzeiten an, da sie hier deutlich höhere Gewinne machen können. Jeder Kreditnehmer sollte selber ausrechnen was möglich ist und was nicht. Hier helfen auch bei kleineren Darlehen die Verbraucherzentralen weiter.

    Bei Warenkrediten von Händlern gibt es in vielen Fällen nur wenige Wahlmöglichkeiten. Oft findet man in den Angeboten bereits vordefinierte Laufzeiten. Besonders bei Versandhäusern endet die mögliche Laufzeit oft bei unter 12 Monaten. Bei Händlern, die Finanzierungen über Partnerbanken ist die Ratenanzahl oft flexibler, aber auch hier ist die mögliche Laufzeit begrenzt.

    Bei Warenkrediten gilt die Faustregel, dass die Gebrauchsdauer die Anzahl der Raten begrenzt. Beispielsweise bei einem Smartphone, das eine voraussichtliche Gebrauchsdauer von 2 Jahren hat, sollte man nicht länger als 2 Jahre zahlen, eher weniger. Denn nach dieser Zeit würde die Neuanschaffung anstehen, die dann wieder nicht ohne Kredit zu machen ist. In einem solchen Fall würde man denn für eine Weile Raten für ein Gerät zahlen, das nicht mehr im aktuellen Gebrauch ist und eine zweite Rate für das aktuelle Gerät. Eine solche Doppelbelastung sollte unter allen Umständen vermieden werden.

    Kleinkredite im Internet sind günstiger

    Wer einen Kleinkredit aufnehmen möchte, der sollte auch die Angebote im Internet in Betracht ziehen, hier gibt es mittlerweile viele Plattformen, die einen direkten Vergleich ermöglichen. Bei diesen Vergleichsrechnern kann man die gewünschten Modalitäten eingeben und das Programm zeigt die unterschiedlichen Angebote der Institute an. Hier gibt es verschiedene Vergleichsrechner, bei denen man unterscheiden muss ob die Angebote über diese Seite abgeschlossen werden können oder ob sie rein informativen Charakter haben. Die erstere Sorte Vergleichsrechner zielt in ihren Ergebnissen oft darauf ab, die größte Provision der kreditgebenden Banken zu bekommen, da sich diese Seiten auf diese Art finanzieren. Der Vorteil dabei ist aber, dass man hier innerhalb weniger Minuten eine Zusage bekommen kann. Diese wird vorbehaltlich einer abschließenden Prüfung erteilt, die Prüfung besteht aber darin, dass Unterlagen des Kreditnehmers eingesendet werden müssen, welche die Angaben die beim Antrag gemacht wurden, bestätigen können. Hat man also wahrheitsgemäße Angaben gemacht, dann kommt der Vertrag zustande.

    Bei den rein informativen Vergleichsrechnern kann man sich hinterher auf der Seite des Anbieters umsehen und meistens dort auch das Darlehen beantragen. Auch auf der Seite der Anbieter wird oft eine Zusage erteilt, die unter den gleichen Vorbehalten ergeht wie auf den Vergleichsseiten.

    Es gibt auch sogenannte Direktbanken, die ihre Leistungen ausschließlich über Internetplattformen vertreiben. Diese Institute vertreiben ihre Produkte oft besonders günstig, da sie auf eine mitarbeiterintensive Beratung meist verzichten und auch kein kostenstarkes Filialnetz betreiben. Diesen Kostenvorteil geben die Direktbanken dann an ihre Kunden weiter. Der Nachteil bei den Direktbanken ist aber genau diese fehlende Beratung. Vor allen Dingen unerfahrene Kreditnehmer sind mit der Entscheidung dann oft alleine gelassen, außerdem werden bei den Direktbanken überdurchschnittlich viele Restschuldversicherungen und komplimentierende Produkte wie weitere Versicherungsleistungen verkauft.

    Trotz der Nachteile sollte man die Vorteile der Kreditaufnahme im Internet in Betracht ziehen. Hier hat man unter allen Instituten die freie Wahl für seine Kreditanfrage. Auch die sofortige Vergleichbarkeit der Bankprodukte ist ein enormer Vorteil, ebenso wie die günstigeren Konditionen die hier teilweise angeboten werden können.

    Lockangebote erkennen

    Oft werben Banken auf Schautafeln im Fenster oder Plakaten mit besonders niedrigen Zinsen und hervorragenden Angeboten. Natürlich sind das in den meisten Fällen Kreditkonditionen, die normale Kunden nicht bekommen können. Hierbei handelt es ich um Lockangebote. Diese Angebote sind oft schwer für den normalen Kunden zu erkennen. Dazu bedarf es im Normalfall einer intensiven Beratung und einer genauen Aufschlüsselung der Kosten. Dann erst kann man sehen welchen Zinssatz man am Ende wirklich zahlen würde.

    Leider ist es sehr schwer den geschulten Verkäufern der Bankhäuser zu entkommen. Empfehlenswert ist es aber trotzdem sich erst mal bei mehreren Instituten zu informieren und dann zu vergleichen. Es gibt keine Faustregel wie man Lockangebote erkennen kann, aber es sollte immer ein gewisser Realitätssinn vorhanden sein. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das in den meisten Fällen auch.

    Schufa-Selbstauskunft

    Die Schutzgemeinschaft für die allgemeine Kreditsicherung, so der eigentliche Name der Schufa Holding AG, ist für viele Kreditnehmer ein Schreckgespenst. Hier werden alle wesentlichen Fakten über jeden einzelnen Bankkunden zusammengetragen. Dazu gehören Personendaten, abgewickelte Geldgeschäfte, Mahn- und Vollstreckungsbescheide und Angaben in die öffentlichen Schuldnerverzeichnisse der Länder wie auch Eintragungen über Privatinsolvenzen.

    Die Schufa erteilt aber an die Banken nicht die volle Auskunft, sondern sie teilt der Bank oder dem Händler lediglich einen Score-Wert mit, der Auskunft über die Kreditwürdigkeit geben soll. Dieser Wert wird aus bisherigen Negativeinträgen ermittelt, aber auch aus dem Alter und dem Wohnort als statistische Elemente. Die Scorewerte unterscheiden sich je nachdem von wem sie abgefragt werden, eine Anfrage eines Mobilfunkanbieters wird hier anders behandelt als die Anfrage einer Bank aufgrund eines Darlehensantrags.

    Nach §34 BDSG kann jeder Bürger einmal im Jahr schriftlich eine Auskunft über die gespeicherten Daten seine Person betreffend abrufen. Eine solche Auskunft kann gegen eine Gebühr auch online abgefragt werden. Hier erhält man auch Auskunft über den sogenannten Basis-Score, der zwischen 0 und 100% liegen kann. Ein höherer Wert steht dabei für eine bessere Kreditwürdigkeit. Zu den Daten in der kostenfreien Auskunft gehören auch Anschriftsdaten und auch Informationen über frühere Wohnsitze. Häufige Wohnortwechsel werden beim Scoring ebenfalls negativ bewertet. Der Gesetzgeber hat den Paragraphen ebenfalls darauf ausgelegt, dass jeder Bürger falsche Einträge korrigieren lassen kann. Wer in seiner Auskunft einen solchen falschen Eintrag findet, der sollte sich an eine Geschäftsstelle der Schufa wenden und hier auf den Fehler in den Daten aufmerksam machen, damit sie abgeändert werden können. Es gibt auch die Möglichkeit eine Service-Hotline der Schufa anzurufen oder den Fehler schriftlich zu melden. Im Normalfall muss die Schufa dann eine erneute geänderte Auskunft ausgeben.

    Kleinkredite ohne Schufa

    Mitunter sind Kreditnehmer darauf angewiesen, Kleinkredite ohne eine Meldung an die Schufa anzunehmen oder der Scorewert ist dermaßen niedrig, dass ein normaler Kleinkredit von einer Bank nicht vergeben wird, oder nur mit so hohen Risikoaufschlägen bei der Verzinsung, dass er nicht mehr erschwinglich ist. Dann kann ein Kleinkredit ohne Schufa die Rettung sein.

    Einen solchen Kredit bekommt man oft nicht bei einer normalen Bank, sondern meistens über eine Kreditvermittlung. Die Kosten für eine solche Vermittlung sind oft hoch und solche Vermittlungen sind nicht immer erfolgreich. Aus diesem Grund sollte man die Finger von Vermittlern lassen, die im Voraus bezahlt werden wollen. Seriöse Vermittlungsagenturen verlangen Gebühren erst bei Abschluss des Darlehensvertrages.

    Solche schufafreien Kleinkredite werden in der Regel nicht von deutschen Banken vergeben, sondern kommen sehr oft von Schweizer Instituten. Dass die Kredite schufafrei sind, bedeutet aber nicht dass sie ohne Prüfung vergeben werden. Auch in solchen Fällen müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, damit man ein solches Darlehen bekommt. Oft sind ein unbefristetes Arbeitsverhältnis Voraussetzung und manchmal auch ein bestimmtes Alter. Kreditvoraussetzungen von Schweizer Banken sind sehr unterschiedlich, deswegen kann die Einschaltung eines seriösen Vermittlers hier von Vorteil sein, da dieser leichter ein Bankhaus aussuchen kann, dessen Kriterien der Antragsteller erfüllt.

    Kredite ohne Schufa sind vor allen Dingen teurer als normale Darlehen, dies gilt auch für Kleinkredite. Das liegt natürlich daran, dass sich die Kreditgeber vor allen Dingen das höhere Ausfallausrisiko bezahlen lassen, dass sie vermutlich tragen, wenn sie einem Kreditnehmer einen Vertrag anbieten, dessen Schufaauskunft so schlecht ist, dass er auf normalem Wege keine Darlehen bekommen kann.

    Die höheren Kosten sind natürlich ein Grund sich besonders gut zu informieren und Angebote zu vergleichen, wenn es mehrere Angebote gibt. Hier darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass bei Kreditangeboten ohne Schufaabfrage aus der Schweiz Bearbeitungsgebühren erhoben werden dürfen, während dies bei Angeboten von deutschen Banken seit Juli 2014 untersagt ist.

    Vorfälligkeitsentschädigung

    Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt immer dann an, wenn man ein Darlehen vorzeitig ablöst. Sie ist für die Bank die Entschädigung für Zinsen, die ihr entgehen, weil das Darlehen vor der vereinbarten Laufzeit abgelöst wird. Verstößt der Kreditnehmer gegen die Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag, so kann die Bank den Vertrag kündigen. In diesem Falle steht der Bank ebenfalls eine Entschädigung für die entgangenen Zinsen zu, die genau so hoch ist wie die Vorfälligkeitsentschädigung, da sie nach der gleichen Formel berechnet wird.

    Wofür sich Kleinkredite eignen

    Diese Art von Krediten ist nicht für jede Ausgabe geeignet. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Arten von Kleinkrediten müssen hier Unterscheidungen zwischen den einzelnen Verwendungszwecken getroffen werden.

    Investitionen

    Für Investitionen sind Kleinkredite nicht geeignet. Die Gebühren sind hoch und der Ertrag der Investition müsste mit voller Sicherheit erzielt werden können und höher sein als der Ertrag der Investition, damit es sich für den Anleger lohnt. Eine solche Sicherheit kann aber mit keiner bekannten seriösen Anlagemethode erzielt werden.

    Anschaffung von Konsumgütern

    Für die Anschaffung von Konsumgütern kann diese Art von Krediten hingegen gut genutzt werden. Viele Anbieter von Konsumgütern bieten Ratenkredite an, die den Erwerb von Konsumgütern erleichtern. Besonders beliebt sind hier Warenkataloge, die solche Konsumentendarlehen an ihre Kunden ausgeben. Diese Kredite sind meistens besonders günstig zu bekommen. Sie werden unproblematisch allen Kunden zugestanden, die keine negativen Schufaeinträge haben. Wenn man einmal eine solche Finanzierung von einem Versandhaus bekommen hat, werden keine weiteren Prüfungen vorgenommen und der Kunde kann weitere Waren bestellen. Eine bequeme Art um Konsumgüter wie Technikartikel oder Kleidung zu kaufen. Eine andere Methode der Finanzierung von Konsumgütern sind Verbraucherdarlehen, welche die Anbieter der Güter über spezialisierte Bankhäuser vergeben. Bei diesen Warengeschäften reicht es oft aus, beim Erwerb der Ware den Personalausweis und die EC-Karte vorzulegen, nach einer kurzen Prüfung erhält man den Kreditvertrag und kann die Ware sofort mitnehmen.

    Diese beiden Arten von Darlehen sind klassische Schuldenfallen. In fast 40% aller Fälle, die beim Schuldnerberater landen, finden sich in der Gläubigerauflistung Versandhäuser oder Schulden aus Warenkreditkäufen. Diese Tatsache zeigt, wie vorsichtig man im Umgang mit Finanzierungsangeboten sein sollte.

    Finanzierung von Urlaub und Umzügen

    Finanziert werden sollten eigentlich immer nur unverzichtbare Dinge, dazu gehören im Allgemeinen keine Urlaubsreisen. Allerdings bieten gerade im Internet viele Reiseportale auch eine Teilzahlung an. Hier gilt wie bei den Konsumgütern besondere Vorsicht, denn grundsätzlich werden hier auch Kreditverträge vermittelt. Die Entscheidungsgrundlagen sind mit denen bei den Warenkäufen identisch. Neben den eigenen Finanzierungen der Anbieter und der Kreditgewährung von spezialisierten Banken gibt es bei der Finanzierung hier noch weitere Dienstleister, die eine Zahlung nach einem Ratenplan oder gegen offene Rechnung anbietet. Diese Dienstleister prüfen ihre Verträge mit deutlich härteren Kriterien als Versandhäuser für ihre Kreditvergabe. Hat man bei einem dieser Dienstleister ein Konto, werden hier alle Verbindlichkeiten zusammengefasst und man behält die Übersicht über seine Verpflichtungen.

    Die Gebühren bei einem solchen Dienstleister sind gering, der größte Teil wird in vielen Fällen von den Verkäufern der Dienstleistung getragen. Eine Finanzierung einer Urlaubsreise sollte gut überlegt sein und nicht über Jahre abgetragen werden müssen. Im Normalfall soll im Jahr später eine weitere Reise gebucht werden und dann muss eventuell ein neues Darlehen aufgenommen werden.

    Bei einem Umzug sieht das schon anders aus. Hier liegt eine notwendige Ausgabe vor, da sich Umzüge oft nicht vermeiden lassen. Ein Umzug kann anders als eine Urlaubsreise aber oft nicht über den Anbieter finanziert werden, sondern muss im Allgemeinen über ein Darlehen der Bank finanziert werden. Dies gilt vor allen Dingen für die reinen Umzugskosten aber mitunter auch für die Kaution und die Renovierungskosten. Für die Kaution ist oft allerdings kein weiteres Darlehen notwendig, hier reicht auch eine Kautionsbürgschaft der Bank. Seit neuestem gibt es auf dem Markt auch Firmen, die sich auf Kautionsbürgschaften spezialisiert haben. Dabei zahlt man monatlich einen kleinen Zinssatz auf den garantierten Betrag. Dies ist eine interessante Alternative zu einem Darlehen.

    Umschuldungen

    Umschuldungen mit Kleindarlehen sind beliebt. Bei einer geringen Verschuldung lässt sich dies auch problemlos bewerkstelligen. Möglich ist dies vor allen bei vielen kleinen Verpflichtungen die addiert eine Summe ergeben, die man mit einem Darlehen im kleineren Rahmen tilgen kann. Durch die Zusammenfassung der Verbindlichkeiten erhält man wieder Überblick und zahlt fortan nur noch an einen Gläubiger. Das schützt vor Überschuldung und bringt wieder Ordnung in die eigenen Finanzen.

    Eine weitere Möglichkeit wäre ein Kleinkredit um mit vorhandenen Gläubigern über eine Schuldenbereinigung zu verhandeln. In diesem Fall würde man dem Gläubiger das geliehene Geld gegen einen Schuldenschnitt anbieten. Dies kann sich als günstig erweisen, vor allen Dingen wenn hierbei Geld eingespart werden kann, oder man dem Gläubiger Zinsen und Gebühren zahlen muss, die deutlich über den Zinsen für das Kleindarlehen liegen.

    Alternativen zum klassischen Kleinkredit

    Der klassische Kleinkredit wird als Bankdarlehen mit einer Höhe von unter 10.000 Euro definiert. Aber es gibt natürlich auch Alternativen dazu. Genannt wurde hier bereits der Ratenkauf bei Versandhäusern und anderen Händlern. Aber es gibt hierzu auch noch weitere Alternativen.

    Anschaffungen mit Ratenkauf finanzieren

    Besonders Konsumgüter wie Technikartikel und Kleidung werden gerne als Ratenkauf finanziert. Aber auch Auto und Urlaubsreisen können so finanziert werden.

    Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Ratenfinanzierungen, die von Händlern und Versandhäusern angeboten werden. Da gibt es einmal den klassischen Ratenkauf, bei der die Händler der Empfänger der Raten ist, und der Käufer die Ware sofort mitnehmen kann oder geliefert bekommt. Diese Variante wird am häufigsten von klassischen Versandhäusern angeboten und ist meistens mit relativ kurzfristigen Zahlungszielen bis zu 12 oder 18 Monatsraten verbunden. Sie eignet sich hervorragend zum Kauf von Kleidung oder Lifestyle-Produkten sowie von Gütern, die dringend benötigt werden und deren Kauf anders nicht möglich ist. Diese klassischen Ratenkäufe sind meistens relativ teuer. Die Zinssätze orientieren sich dabei nicht an aktuellen Kreditzinsen, sondern werden oft lange Zeiträume im Voraus festgelegt, beispielsweise bei der Drucklegung von Katalogen.

    Der Vorteil ist aber, dass Ratenzahlungen über den Händler einfach zu bekommen sind. In vielen Fällen wird hierbei nur eine Schufa-Abfrage bezüglich der Adressdaten vorgenommen und nicht bezüglich der Kreditwürdigkeit. Weiterhin werden Auskünfte oft nur einmal eingeholt und die Kunden können dann weiterhin Waren bestellen und werden sofort ohne erneute Prüfung beliefert. So ist dies eine einfach Art für Kunden mit geringem Schufa-Score Waren auf Kredit zu kaufen.

    Die andere Art ist der klassische Kleinkredit, dieser sieht dann auch oft aus wie ein Kauf per Ratenzahlung. Dabei schließt man einen Vertrag mit einer Bank ab, und der Händler fungiert dann nur als Vermittler. Die Voraussetzungen sind die gleichen wie beim üblichen Kleinkredit. Wer aufgrund negativer Schufa oder anderer Hemmnisse einen solchen Kredit nicht über die Bank bekommen kann, der wird auch beim Händler nicht erfolgreich sein. Der Vorteil eines solchen Kleinkredites über einen Händler ist aber oft die niedrige Verzinsung, mit denen die Händler dann auch werben. Gerade große Elektrohandelsketten werden oft mit Aktionen wie zum Beispiel: „33 Jahre Jubiläum – 33 Raten zu 0%“, erst im Kleingedruckten der Werbung wird dann klar, dass es sich hierbei um einen Ratenkauf über eine Bank handelt.

    Kreditkarten und Dispokredit

    Wer über eine Kreditkarte verfügt, kann Waren natürlich auch über diese kaufen. Viele Kreditkartenfirmen bieten hier relativ großzügige Zahlungsziele, teilweise auch in dynamischen Raten, die sich prozentual am Schuldbetrag orientieren. Im Allgemeinen gilt dies allerdings nicht für Kreditkarten die von traditionellen Hausbanken ausgegeben werden, sondern von spezialisierten Kreditkartenbanken wie der Barclay Bank. Eine solche Kreditlinie bekommt man aber nur mit einer sauberen Schufaauskunft und einem regelmäßigen Einkommen. Allerdings werden einmal erteilte Karten nicht erneut überprüft, solange man seinen Verpflichtungen aus dem Vertrag regelmäßig nachkommt.

    Der Dispositionskredit ist wohl die beliebteste und häufigste Art einen finanziellen Engpass zu unterdrücken. Er soll aber immer nur kurzfristig genutzt werden. Viele Banken erteilen relativ schnell eine Kreditlinie, die normalerweise 3 Monatseinkommen nicht überschreitet. Solange der Kredit nicht genutzt wird, entstehen hierbei auch keine Kosten. Dies wird von den Instituten gerne als Argument benutzt, wenn man darum bittet, die Kreditlinie zu streichen. Das ist von den Banken nicht gewünscht, weil der Dispositionskredit das mit am höchsten verzinste Darlehen ist. Aus diesem Grund stellen die Banken die Kreditlinie leicht zur Verfügung. Schuldnerberatungen berichten, dass ein ausgereizter Dispositionsrahmen oft der erste Schritt in die Überschuldung ist, auf jeden Fall ist es aber ein Alarmsignal. Einen solchen ausgereizten Dispositionskredit sollte man schnellstens in ein normales Darlehen umwandeln lassen, hier werden deutlich geringere Zinszahlungen fällig und der Bankkunde hat die Rückzahlung besser unter Kontrolle.

    Der Dispositionskredit sollte nur eingesetzt werden, wenn wirklich ein kurzfristiger Engpass zu überbrücken ist. Die Alternative dazu ist die geduldete Überziehung. Dabei wird jede Zahlung von einem Bankmitarbeiter überprüft, ob sie zu verantworten ist. Dafür fallen deutlich höhere Kosten an, es bleibt aber der Vorteil, dass man in diese Überziehung nicht hineinrutschen kann, sondern sie wissentlich bei der Bank anfragen muss.

    Geld von Freunden und Familie

    Manchmal ist es auch eine Option, sich Geld von der Familie oder Freunden zu leihen. Dies ist immer eine Vertrauenssache. Für kleinere Beträge zum Überbrücken von kleinen Engpässen ist das in vielen Familien auch üblich. Der Vorteil beim Leihen von Geld von Freunden oder Familie ist natürlich, dass hier in den seltensten Fällen irgendwelche Kosten oder Zinsen anfallen.

    Bei größeren Privatdarlehen sollten immer schriftliche Verträge abgeschlossen werden. Alle Konditionen sollten darin festgehalten werden. Vertrauen unter Familienangehörigen oder Freunden ist wünschenswert, aber einen größeren Geldbetrag ohne Vertrag zu leihen oder verleihen ist leichtfertig und könnte zu unnötigen Streitereien führen. In diesem Vertrag sollte der Darlehensbetrag festgehalten werden sowie das Datum der Rückzahlung oder die Höhe und Fälligkeit der Raten. Auch eventuell zu zahlende Zinsen sollten vermerkt werden, und beide Parteien sollten eine Ausführung für ihre Unterlagen erhalten. Zahlungen von Darlehensbeträgen sowie Rückzahlungen sollten in so einem Fall immer nur gegen eine Quittung erfolgen.

    Tipps zum Geld sparen

    Das beste Mittel Kleinkredite zu vermeiden ist es, Engpässe gar nicht erst aufkommen zu lassen. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, beispielsweise wenn ungeplant neue Anschaffungen gemacht werden müssen, die unumgänglich sind wie eine neue Waschmaschine oder ein fahrbarer Untersatz. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich Rücklagen zu schaffen.

    Auch kleine Beträge, die man regelmäßig zurücklegt eignen sich dafür. Die klassische Methode hierfür ist das Sparbuch. Vom Girokonto kann man hier über einen Dauerauftrag regelmäßig kleine Beträge auf das Sparbuch überweisen. So kann man sich zumindest kleinere Rücklagen schaffen, die für Reparaturen oder ähnliches eingesetzt werden können. Günstiger als das Sparbuch wäre noch ein Tagesgeldkonto. Dies wird besser verzinst. Auch hier kann man kleinere Beträge monatlich anlegen. Auch dies ist über einen Dauerauftrag ohne weiteres möglich.

    Das Führen eines Haushaltsbuches kann helfen, die entsprechenden Potentiale zum Sparen zu finden. Hier werden in Tabellen alle Einnahmen und Ausgaben gegeneinandergestellt. Am Ende des Monats kann man dann eine Bilanz ziehen. Schnell erkennt man die Einsparpotentiale, besonders wenn man den Ausgaben Prioritäten zuweist. Als Beispiel sind die Miete und der Strom immer wichtig, Ausgaben für regelmäßiges auswärtiges Essen beispielsweise jedoch nicht, hat man sowas regelmäßig in der Ausgabenliste stehen, hat man hier das erste Einsparpotential ausgemacht.

    Peer to Peer lending

    Peer to Peer Lending ist eine Möglichkeit sich Geld von privaten Personen zu leihen, als Mittler stehen hier Internetportale zur Verfügung. Hier finden Kreditnehmer und Kreditgeber zusammen. Hinter diesen Plattformen steht in der Regel eine Bank, da das Verleihen von Geld mit Gewinnerzielungsabsicht immer einer Genehmigung der BaFin (Bankenaufsicht) bedarf.

    Als Kreditsuchender kann hier der Kreditwunsch eingegeben werden und wird dann vom Anbieter überprüft. Hier werden die gleichen Überprüfungen eingeholt wie bei einem üblichen Kleinkredit. Der Schufascore wird hier ebenso abgefragt wie andere Eintragungen bei anderen Auskunfteien. Nach der Risikoeinschätzung bekommt man auch die Konditionen mitgeteilt, die für den eigenen Kredit gelten würden. Je nach Schufascore wird der Zinssatz festgelegt. Dann kann man sein Kreditprojekt genauer beschreiben. Die privaten Kreditgeber können dann entscheiden, ob sie sich an dem Projekt beteiligen wollen und wie viel sie davon finanzieren. Ist die angestrebte Finanzierung komplett, kann man sich das Geld auf sein Girokonto auszahlen lassen. Die Rückzahlung erfolgt dann ebenfalls über den Plattformbetreiber.

    Pfandkredite

    Eine weitere Möglichkeit, um finanzielle Engpässe zu überbrücken sind Pfandkredite. Sie werden in Pfandhäusern vergeben. Das Prinzip ist einfach. Ein Wertgegenstand wird eingeschätzt und als Pfand hinterlegt, der Pfandleiher gibt ein entsprechendes Darlehen bis zu höchstens diesem Wert an den Pfandgeber heraus. Nach spätestens 90 Tagen muss das Pfand ausgelöst werden, oder der Pfandvertrag muss verlängert werden, indem man die Zinsen und die Gebühren zahlt. Üblicherweise kann man den Pfandvertrag nur einmal verlängern. Als Pfand eignen sich Wertgegenstände von beständigem Wert wie wertvolle Uhren oder Schmuck. Je nach Pfandhaus werden auch Kunstgegenstände oder Elektroartikel wie Handys oder Laptops angenommen. Einige normale Pfandhäuser nehmen auch Autos als Pfand, es gibt allerdings auch spezielle Pfandhäuser für Kraftfahrzeuge, für diese gelten die gleichen Bedingungen wie für andere Pfandhäuser.

    Das Auslösen des Pfandes muss innerhalb von 90 Tagen erfolgen, zu zahlen sind dann der Pfandbetrag sowie eine Gebühr für das Lagern des Pfands und die üblichen Zinsen. Zum Verlängern des Pfandvertrages müssen die Zinsen und die Gebühren bezahlt werden. Wird das Pfand nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit ausgelöst, dann gibt der Pfandleiher dieses in eine öffentliche Auktion. Hier wird das Pfand versteigert und der Pfandleiher kann seine Ansprüche aus dem Erlös der Versteigerung befriedigen. Sollte das Pfandstück einen höheren Erlös erzielen als die Ansprüche des Pfandleihers wert sind, dann muss laut gesetzlicher Regelung der verbleibende Betrag an den Pfandgeber ausgezahlt werden. Gegen Vorlage des Pfandscheins wird das Geld beim Pfandleiher ausgezahlt.

    Pfandkredite lohnen sich nur dann, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, oder das Geld nur ganz kurzfristig benötigt wird. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass hier keine Schufa-Abfrage gemacht wird, sondern ein Personalausweis reicht, um einen Pfandkredit zu bekommen. So können auch Menschen mit geringem Schufascore hier einen Engpass überbrücken.

    Werbung richtig deuten

    Werbung soll die Kunden zum Kauf animieren. Aus diesem Grund lässt sie Waren und Kaufbedingungen immer im besten Licht erscheinen. Das bedeutet für den Kunden, dass er hier sehr genau hinsehen muss, um die für ihn wichtige Botschaft hinter den Lockangeboten zu erkennen.

    Null-Prozent-Finanzierung und Barzahlungsrabatt

    Besonders große Konsumgüter wie Autos oder teure Elektroartikel werben gerne mit der Null-Prozent-Finanzierung. Dabei schließt man einen Vertrag mit einer spezialisierten Bank ab. Hier wird ein Ratenkredit angeboten, der scheinbar nicht verzinst ist. Bei solchen Angaben ist immer Vorsicht und genaues Vergleichen geboten. Denn natürlich vergibt ein Bankinstitut keine Darlehen ohne Zinsen, diese werden in solchen Fällen immer vom Händler bezahlt, der vor der Veröffentlichung des Angebots bereits einen Vertrag mit der Bank abgeschlossen hat. Diese Zinsen, die vom Händler gezahlt werden, hat dieser bereits in den Verkaufspreis einfließen lassen. Aus diesem Grund ist bei solchen Angeboten immer ein besonderer Preisvergleich Pflicht. Oft werden die Preise vor solchen Aktionen vom Händler angehoben, damit er einen entsprechenden Gewinn trotz Übernahme der Zinszahlungen realisiert werden kann.

    Eine ähnliche Situation findet man bei Barzahlungsrabatten, aber hier ist die Situation nicht ganz so offensichtlich. Der Begriff Barzahlungsrabatt wird häufig verwendet, kann aber verschiedene Situationen beschreiben.

    Autokauf

    Besonders gerne werden beim Autokauf Barzahlungsrabatte eingeräumt. Dabei kann man hier davon ausgehen, dass man nicht den Kaufbetrag als Bargeld auf den Tisch legen muss, sondern dass man auf eine Finanzierung durch das Autohaus verzichtet und den Kaufpreis weitgehend vor Abholung des Wagens überwiesen hat. In diesem Fall gewähren die Händler gerne einen Barzahlungsrabatt. Dieser kann mit 3 bis 5% auch ziemlich deutlich ausfallen. Hintergrund ist hier vor allen Dingen, dass die Händler die Kosten für die Finanzierung bereits in den Kaufpreis eingerechnet haben. Diese Kalkulationsspannen liegen immer noch über dem Betrag, den der Händler mit dem Barzahlungsrabatt an seinen Kunden zurückgibt. Hier kann sich also geschicktes Verhandeln durchaus lohnen.

    Autohäuser, die an einen Hersteller gebunden sind dürfen oft nur Rabatte geben, wie sie von den Herstellern vorgegeben sind. Der Trick ist hier, nicht nach einem Barzahlungsrabatt zu fragen, sondern nach dem Hauspreis, und wenn dieser genannt wurde kann man mit dem Argument der Barzahlung nachverhandeln.

    Zahlungen mit Kreditkarte

    Hier kann man mit einem geschickten Trick an einen kleinen Rabatt kommen. Das lohnt sich allerdings nur, wenn man sehr hochpreisige Artikel im Einzelhandel gekauft hat und nicht an der Kasse irgendeiner Ladenkette steht. Zur Zahlung nimmt man die Kreditkarte in die Hand und fragt dann an der Kasse ob ein kleiner Rabatt möglich wäre, wenn man bar bezahlt. Die Händler müssen eine kleinen Prozentsatz bis zu 2,75% Gebühren an die Kreditkartenfirma zahlen und sind dann vielleicht auch tatsächlich bereit einen solchen kleinen Rabatt zu gewähren.

    Andere Konsumgüter und Dienstleistungen

    Auch hier lohnt sich mitunter die Frage nach einem Barzahlungsrabatt. Aus verschiedensten Gründen kann eine solche Frage erfolgreich sein. Zum Beispiel weil es sich um ein Auslaufmodell handelt, oder weil der Artikel ohnehin rabattiert werden sollte. Auch Handwerker kann man nach einem solchen Rabatt fragen, sie sparen sich damit dass erstellen einer Rechnung durch die Buchhaltung und die Überprüfung der Einhaltung der Zahlungsfrist. Und letzten Endes kostet es ja nichts zu fragen.

    Ab-Preise

    Auch Ab-Preise werden häufig in der Werbung genannt. Hier heißt es sehr sorgfältig hinzuschauen, was der Ab-Preis beinhaltet. Besonders bei Autos werden solche Ab-Preise oft genannt. Enthalten sind hier in der Regel keine Extras, jede noch so kleine Extra-Leistung muss in der Regel zusätzlich gezahlt werden. Der endgültige Preis muss allerdings vor Abschluss des Kaufbetrages genannt werden.

    Ab-Preise sind auch in der Bekleidungsindustrie sehr beliebt. Hier werden Preise mitunter nach Größen gestaffelt, jede Größe oder Größenbereich wird hier separat kalkuliert. Bei großen Größen fällt nicht nur mehr Material an, sondern vor allen Dingen auch mehr Arbeitszeit für das Umarbeiten der Schnitte, das Nähen längerer Nähte usw.

    In letzter Zeit werden auch Ab-Preise bei Elektrogeräten gesehen. Diese Artikel können dann oft mit unterschiedlichen Größen oder technischen Ausstattungen gekauft werden. Ähnlich wie bei Autos ist im Ab-Preis meistens die Basisversion ohne Extra enthalten.

    Bekomme ich den Kredit überhaupt?

    Ob man ein Darlehen bekommt hängt maßgeblich von der eigenen Kreditwürdigkeit ab. Diese Frage klären die meisten Institute mit einer Anfrage bei der Schufa und anderen Auskunfteien wie z.B. Bürgel oder Creditreform. Beim reinen klassischen Bankdarlehen dürfen hier keine negativen Einträge wie Mahnbescheid oder Haftbefehl eingetragen sein. Die Schufa teilt der anfragenden Bank einen Score-Wert mit. Dieser ist allerdings nicht nur von den negativen Einträgen abhängig, sondern auch von vielen weiteren Faktoren. Einer dieser ist beispielsweise die Häufigkeit von Kreditanfragen. Aus diesem Grund sollte man nicht nach dem Gießkannenprinzip bei den Banken nach einem Darlehen anfragen, sondern immer zu Anfang genau vergleichen und informieren und sich dann an das Wunschinstitut wenden.

    Weitere Kriterien sind die Wohnanschrift und wie lange man dort wohnt, aber auch wie lange das Arbeitsverhältnis bereits andauert, wie oft man umgezogen ist oder seine Arbeitsstelle gewechselt hat. Der Grund hierfür ist, dass man diese Kriterien als Anhaltspunkt dafür sieht, wie zuverlässig ein Kunde ist. Zu diesem Zweck fließen auch solche Daten in die Berechnung des Scorewerts ein.

    Mit einem schlechten Schufascore wird es schwierig, ein Darlehen zu bekommen, aber es gibt Alternativen auch ohne Schufaabfrage oder es bleibt immer noch ein Pfandkredit.

    Fazit

    Bei Kleinkrediten sollte sehr genau hingesehen werden. Die Bedingungen stehen oft nur im Kleingedruckten und sind sehr unterschiedlich.

  • Finanzierungen & Finanzierungsmöglichkeiten

    Wollen Sie eine Finanzierung abschließen, sollten Sie nicht überstürzt handeln. Sie sollten diesen Schritt stattdessen gründlich vorbereiten. Erstens sollten Sie abwägen, ob Sie sich überhaupt ein Darlehen leisten können. Diese Frage interessiert immer, ob bei einem kleinen Kredit zum Möbelkauf oder bei einem Baudarlehen. Auch die Raten aus einer kleinen Kreditsumme können Sie überfordern, zunehmend mehr Menschen rutschen aufgrund solcher Zahlungsverpflichtungen in die Überschuldung.

    Nachdem Sie sich der grundlegenden Frage der Finanzierbarkeit gewidmet haben, sollten Sie sich intensiv mit den zahlreichen Facetten von Krediten beschäftigen. Wie berechnet sich der Zins, wie unterschiedlich gestalten Banken die Verzinsung? Welche Bedeutung kommt der Laufzeit bei? Durch was zeichnet sich eine flexible Finanzierung aus? Brauchen Kreditnehmer Eigenkapital, welche Vorteile gehen mit ihm einher? Zudem sollten Sie sich informieren, wie Sie sich nach dem Kreditabschluss bei Zahlungsschwierigkeiten verhalten sollten.

    Vor Überschuldung schützen

    Investitionen auf Kredit können verführerisch sein: heute erhalten, morgen bekommen. Mittlerweile locken zahlreiche Händler mit diesem Versprechen. Sie können Autos, Möbel, elektronische Geräte, Kleidung und vieles mehr per Ratenkredit finanzieren. Diese Angebote sollten Kunden aber niemals unüberlegt nutzen. Sie sollten sich stattdessen immer versichern, ob ihre Finanzkraft für die Tlgung der Konsumentenkredite ausreicht. Dafür müssen Sie ihr Einkommen ins Verhältnis zu den Ausgaben setzen. Nur wenn Sie Überschüsse erzielen und diese monatliche Summe die Raten übersteigt, können Sie sich ein solches Darlehen leisten. Dabei sollten Sie auch Unwägbarkeiten einplanen und deshalb einen Sicherheitspuffer einrechnen. So sehen Sie sich innerhalb der Laufzeit vielleicht mit überraschenden Mehrkosten konfrontiert oder die Einnahmen sinken. Das sollte nicht dazu führen, dass Sie den Kredit nicht mehr bedienen können. Sie sollten immer daran denken: Können Sie die Raten nicht mehr bezahlen, kommen enorme Probleme auf Sie zu. Das kann bis einer Pfändung und einer Privatinsolvenz reichen. Nur mit einer ernsthaften Finanzanalyse und einem ausformulierten Finanzplan lässt sich das verhindern.

    Laufzeit berücksichtigen

    Je länger die Rückzahlung von Schulden dauert und je höher die Kreditsumme liegt, desto größere Bedeutung kommt diesen Vorüberlegungen zu. Bei einer langen Laufzeit können mit höherer Wahrscheinlichkeit zahlreiche Risiken eintreten, etwa ein Jobverlust. Bei einer Baufinanzierung kann es auch vorkommen, dass der Anschlusskredit aufgrund eines gestiegenen Zinsniveaus teurer wird. Für Sie bedeutet das, dass Sie ihre Finanzen noch vorsichtiger planen sollten. Sie sollten einen größeren Sicherheitspuffer berücksichtigen, sodass Sie nicht gleich bei kleineren Veränderungen der Einnahmen oder der Ausgaben in Schwierigkeiten geraten. Insbesondere bei einem Hausbau oder Hauskauf könnte das dramatische Folgen zeitigen: Überschuldete leiden häufig über Jahre unter finanziellem Druck, der die Nerven bis aufs Äußerste belastet. Am Ende können Sie sogar ihr Eigenheim verlieren, ein dramatischer Einschnitt.

    Zinsen und Tilgung

    Die Zinssätze und die Tilgungshöhe stellen bei einem Kredit zwei wesentliche Eckpunkte dar. Beide bestimmen die finanzielle Belastung während der Laufzeit wesentlich. Die Art der Zinsfestlegung, Festzinsen, variable Zinsen oder zeitweise Zinsbindung, entscheidet über die Planungssicherheit. Bei den Zinsen handelt es sich zudem um das bedeutendste Vergleichskriterium für die Attraktivität eines Kredits. Haben Sie grundsätzlich eine bestimmte Darlehensart und eine Laufzeit gewählt, sollten Sie dafür mittels Kreditvergleich einen möglichst kostengünstigen Kredit finden. Dazu sollten Sie den Unterschied zwischen nominalem und effektivem Zinssatz kennen.

    Fest oder variabel?

    Eine Finanzierung bieten Kreditgeber in drei Varianten an: Bei Festzinsen legen Sie beim Kreditabschluss die Zinsen über die gesamte Laufzeit fest. Für Kreditnehmer hat das den Vorteil, dass Sie die zu stemmenden Raten bis zum Vertragsende einplanen können. Plötzliche Mehrkosten können nicht entstehen. Zweitens können Sie ein Darlehen mit Zinsbindung vereinbaren, die nicht die gesamte Laufzeit gilt. Eine Baufinanzierung kann zum Beispiel insgesamt zwanzig Jahre laufen, für die ersten zehn Jahre steht der Zins fest. Nach Ablauf dieser Phase passt der Kreditgeber die Zinsen an die Marktentwicklung an. Sie können dann steigen, aber auch fallen. Bei dieser Form profitieren Sie zumindest in der ersten Phase, die möglichst lange dauern sollte, von der Planungssicherheit. Drittens können Interessierte ein Darlehen mit variablen Zinsen aufnehmen. Mit dieser Variante sichern sich Kreditnehmer Zinsvorteile, wenn das allgemeine Zinsniveau und damit auch die konkreten Kreditzinsen sinken.

    Kredite mit Zinsbindung versetzen Kreditnehmer immer in die Lage, die Finanzen präzise planen zu können. Sie sichern sich vor steigenden Zinsen ab. Eine solche Finanzierung sollten Sie immer bevorzugen, wenn die Zinsen momentan tief liegen und Zinserhöhungen zu befürchten sind. Wenn Kreditnehmer momentan aber hohe Zinsen stemmen müssen und Zinssenkungen in Aussicht stehen, sollten Sie Kredite mit variablen Zinsen oder Darlehen mit kurzer Zinsbindung vorziehen.

    Nominal- und Effektivzinssatz

    Der Nominalzinssatz bei einem Darlehen besagt nur, welchen Zins die Bank auf den Kreditbetrag berechnet. An ihm lassen sich nicht die Gesamtkosten ersehen. Deswegen sollten Sie bei einem Kreditvergleich auf den präziseren, jährlichen Effektivzinssatz achten. Der Staat verpflichtet Banken, diesen anzugeben. Dieser Wert berücksichtigt die Gesamtkosten, neben den Zinszahlungen auch die nicht zu unterschätzenden Abschlussgebühren. Entsprechend liegt er in der Regel über dem Nominalzinssatz. Bei Krediten ohne Zinsbindung geben Banken jeweils den anfänglichen jährlichen Effektivzinssatz an, da er sich bei Zinssteigerungen oder -senkungen ändern kann.

    Tilgungshöhe

    Die Tilgungshöhe beeinflusst die Höhe der Raten sowie die Gesamtkosten einer Finanzierung. Wer schnell tilgt, muss höhere Raten zahlen. Dafür reduziert sich die Darlehenssumme rascher, die Zinsen sinken. Zudem verkürzt sich die Dauer der Rückzahlung. Banken geben die Tilgungshöhe häufig in einem jährlichen Prozentsatz an, der sich auf die gesamte Darlehenssumme bezieht. Ein Tilgungssatz von 1 % bei einer Finanzierung von 100.000 Euro bedeutet zum Beispiel, dass Kreditnehmer den Betrag im ersten Jahr um 1.000 Euro reduzieren. Bei Annuitätenkrediten handelt es sich bei einer solchen Angabe um den Tilgungssatz im ersten Jahr, danach steigt er. Verbraucherschützen empfehlen, mit mindestens 1 % zu beginnen. Bei Tilgungskrediten bleibt der Tilgungssatz dagegen bis zum Laufzeitende gleich und sollte deshalb deutlich höher liegen. Es gibt aber auch Kredite, die von dem Grundsatz der regelmäßigen Tilgung abweichen. Bei einem endfälligen Darlehen tilgen Kreditnehmer ausschließlich am Vertragsende. Bei einem Dispo-Kredit tilgen Sie flexibel ohne Fristen.

    Laufzeit

    Kürzere Laufzeiten gehen mit zwei Vorzügen einher: Erstens können sich Kreditnehmer wieder schneller schuldenfrei nennen. Zweitens müssen Sie geringere Zinsen stemmen. Deswegen sollten Sie immer Kredite mit möglichst kurzen Zeitspannen wählen. Auf der anderen Seite bedeuten kurze Laufzeiten eine hohe Tilgungsrate und damit hohe Ratenzahlungen. Diese Raten müssen sich Kreditnehmer leisten können, Sie sollten Sie aus falschem Ehrgeiz heraus nicht zu hoch ansetzen. Ansonsten können Sie diese eventuell nicht dauerhaft bezahlen, was ein Mahnverfahren und noch gravierendere Schritte zur Folge haben kann. Kluge Sie wägen die Laufzeit gründlich ab.

    Die Laufzeiten differieren je nach Darlehenssumme und Investitionsgegenstand stark. Konsumkredite dauern nur wenige Jahre. Für einen Neuwagenkredit lassen sich zum Beispiel durchschnittlich fünf Jahre ansetzen. Menschen mit einem höheren Einkommen können kürzere Laufzeiten wählen, andere müssen die Rückzahlung auf bis zu zehn Jahre strecken. Bei Baufinanzierungen fassen Investoren dagegen deutlich längere Laufzeiten ins Auge. Gewöhnlich dauern Kredite zwischen 10 und 30 Jahren, wobei häufig eine Restschuld übrigbleibt. Für diese organisieren Kreditnehmer eine Anschlussfinanzierung. Andererseits gibt es auch kurzfristige Kredite, in der Regel ab 12 Monaten. Bei einem noch kürzeren Kreditbedarf empfehlen sich flexible Kreditrahmen wie ein Dispo-Kredit.

    Sondertilgungen und Vorfälligkeitsentschädigung

    Bestenfalls sichern sich Kreditnehmer nicht nur günstige Konditionen, sondern zugleich ein Höchstmaß an Flexibilität. Zum einen sollten Sie außerhalb der vereinbarten Raten flexibel Sondertilgungen vornehmen können. Dadurch reduzieren Sie die Restschuld, die Tilgungsquote steigt, die Laufzeit verkürzt sich und die Zinskosten verringern sich. Zum anderen sollten Sie einen Kredit zu möglichst geringen Gebühren vorzeitig ablösen können. Das garantiert eine massive Zinsersparnis, sowohl bei einer Ablösung durch vorhandenes Kapital als auch durch eine Umschuldung zu einem günstigeren Kredit. Diese beiden Formen der vorzeitigen Kreditzurückzahlung sollte niemand unterschätzen. Innerhalb einer Darlehenslaufzeit können sich die Einnahme- und Vermögensverhältnisse überraschend zum Positiven verändern, zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung, durch einen Wechsel zu einem besser bezahlten Arbeitsplatz oder durch eine Erbschaft. Bei vorteilhaften Rahmenbedingungen können Sie dieses Geld dafür nutzen, um die Zinskosten zu senken.

    Kreditsumme außerplanmäßig reduzieren

    Banken können den Kreditnehmern das Recht einräumen, Sondertilgungen zu leisten. In Verträgen finden sich dafür vielfältige Regelungen. Manche Institute zeigen sich großzügig, Sie dürfen beliebig viele und unbegrenzte Sondertilgungen überweisen. Andere Banken verfahren restriktiver. Sie erlauben nur wenige und in der Höhe auf ein niedriges Niveau begrenzte Sondertilgungen. Manche schließen diese Option sogar aus oder fordern dafür Gebühren. Vor dem Abschluss einer Finanzierung sollten Interessierte die detaillierten Vertragsbedingungen durchlesen. Als Orientierung: Viele Kreditgeber erlauben eine jährliche kostenfreie Sondertilgung von 5 % der Darlehenssumme. Gute Anbieter gewähren Sondertilgungen von 10 % und mehr im Jahr. Von Banken, die keine Sondertilgungen vorsehen, raten Verbraucherschutzexperten ab.

    Vorfälligkeitsentschädigungen

    Kreditnehmer haben das Recht, eine Finanzierung vorzeitig zu kündigen. Die Banken dürfen aber vielfach eine Vorfälligkeitsentschädigung erheben. Die Situation stellt sich bei verschiedenen Kreditarten jeweils anders dar:

    Bausparverträge: Bei diesen Krediten dürfen Sie die Darlehenssumme jederzeit zurückzahlen, Kosten entstehen nicht.

    Baufinanzierungen: Bei anderen Immobilienkrediten steht Kreditnehmern erst ein gesetzlich verbrieftes Kündigungsrecht zu, wenn die Zinsbindungsfrist ausläuft. Kreditgeber können dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die sich nach komplizierten Regeln berechnet. Im Wesentlichen entscheiden die Zinsausfälle darüber. Grundsätzlich gilt, dass diese Gebühr umso höher ausfällt, desto länger der Vertrag noch läuft. Ausnahme: Beträgt die Zinsbindungsfrist über zehn Jahre, können Kreditnehmer nach Ablauf dieser zehn Jahre ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen.

    Ratenkredite: Kreditnehmer können jederzeit kündigen, die Bank darf dafür eine vom Gesetzgeber in der Höhe begrenze Vorfälligkeitsentscheidung verlangen. Die Obergrenze liegt bei 1 % der Restschuld. Bei Restlaufzeiten von weniger als 12 Monaten verringert Sie sich auf 0,5 % der Restschuld.

    Alle Banken können aber Kreditverträge vereinbaren, die für die Kunden günstiger ausfallen. Sie können beispielsweise auf eine Vorfälligkeitsentschädigung verzichten oder Sie niedriger als gesetzlich erlaubt ansetzen. Deshalb sollten Interessierte diesen Aspekt bei einem Finanzierungsvergleich berücksichtigen.

    Finanzierung mit Eigenkapital

    Je mehr Eigenkapital, desto besser: Auf diese prägnante Formel lässt sich ein wesentlicher Tipp für die Finanzierung bringen. Wer zum Beispiel für einen Hausbau einen gewissen Anteil an Eigenkapital bereitstellen kann, benötigt eine geringere Kreditsumme. Das senkt zum einen die Kosten für die Finanzierung. Zum anderen erhöht es die Chance, ein Darlehen bewilligt zu bekommen. Insbesondere bei hohen Kreditbeträgen prüfen Banken die Bonität der Kunden gründlich. Reicht ihrer Meinung nach das Einkommen nicht als Sicherheit aus, lehnen Sie den Kreditantrag ab. Mit einer geringeren Fremdfinanzierung dank Eigenkapitals verbessern Sie die Chance auf eine Bewilligung.

    Eigenkapital sinnvoll ansparen

    Deswegen sollten Sie bei größeren Vorhaben wie einem Immobilienerwerb vorausschauend planen. Die Zeit bis zur Realisierung des Projekts sollten Sie dafür nutzen, um Kapital anzusparen. Bestenfalls verwenden Sie dafür staatlich geförderte Produkte wie das Wohn-Riestern und Bausparverträge. Alternativ oder ergänzend empfehlen sich Sparpläne. Dabei sollte jeweils die Rendite stimmen, zugleich dürfen Sparer keine zu großen Risiken eingehen. Fondssparplänen empfehlen sich zum Beispiel aufgrund der hohen Renditechancen. Andererseits bestehen Kursrisiken. Anleger sollten deshalb rechtzeitig vor dem Immobilienerwerb die Sparanlage in sichere Anlageformen umschichten. Ansonsten liegen die Kurse zum gewünschten Zeitpunkt vielleicht niedrig und Sparer müssen mit Verlusten veräußern. Wie bei Darlehen gilt deshalb auch beim Ansparen von Eigenkapital: Sie sollten sich intensiv mit der Thematik beschäftigen und einen fundierten Finanzplan aufstellen. Insgesamt sollten sich die Sparanlagen durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Renditechancen und Sicherheit auszeichnen.

    Ausnahme: niedrige Zinsen

    Bei fast jeder Grundregel gibt es Ausnahmen, das trifft auch hier zu. Erhalten Privatpersonen und Unternehmer problemlos höhere Kreditsummen und liegen die Zinsen momentan tief, sollten Sie das Eigenkapital eventuell anders verwenden. Das empfiehlt sich dann, wenn die Renditen einer Investition die Mehrkosten für eine Finanzierung übertreffen. Ein Hauskäufer kann dieses Ziel in einer Niedrigzinsphase zum Beispiel mit dem Kauf einer Fotovoltaikanlage oder einem Fondsinvestment erreichen.

    Finanzierung ohne Eigenkapital

    Setzen Kreditnehmer für eine Finanzierung keinerlei Eigenkapital ein, nennt sich das Vollfinanzierung. Bei kleineren Kreditsummen stellen solche Vollfinanzierungen die Regel dar. Bei Immobilienkrediten kam dieses Modell lange Zeit nur selten vor. Die meisten Banken forderten einen Eigenkapitalanteil von rund 20 bis 30 Prozent. Das hat sich mittlerweile aber geändert, auch beim Baugeld haben sich Vollfinanzierungen verbreitet. Dabei legen Banken einen strengeren Maßstab als bei Teilfinanzierungen an, so fordern Sie ein höheres Einkommen. Sie wollen sichergehen, dass auch Investoren ohne Eigenkapital die Finanzierung stemmen können.

    Online Finanzierungsrechner nutzen

    In Internet stehen Verbrauchern nützliche Tools zur Verfügung, welche die Finanzplanung und den Vergleich von Kreditangeboten erheblich erleichtern. Mit Online Finanzierungsrechnern lässt sich zum Beispiel anhand der Darlehenssumme, dem Zinssatz und der Laufzeit berechnen, wie hoch die Raten ausfallen. User können auch kalkulieren, wie sich der anfängliche Tilgungssatz auf die Raten beziehungsweise die Laufzeit auswirkt. Die Effekte von Sondertilgungen lassen sich mit einem Rechner ebenfalls darstellen. Zudem interessant: Wie verändern unterschiedliche Zinssätze bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen die Ratenhöhe? User werden feststellen, dass bereits kleinere Zinsdifferenzen einen großen Kostenunterschied ausmachen. Sie sollten deshalb ausgiebig nach dem günstigsten Kreditangebot suchen und auch Zehntel-Prozentpunkte ernst nehmen.

    Verhalten bei Zahlungsschwierigkeiten

    Selbst wenn Kreditnehmer einen fundierten Finanzplan aufstellen, kann es während der Laufzeit zu Zahlungsproblemen kommen. So können ein Arbeitsplatzverlust, eine Gehaltsreduzierung, der Tod eines Familienmitglieds oder unvorhergesehene Ausgaben zu finanziellen Engpässen führen. Wichtig ist in allen Fällen: Können Sie eine Kreditrate nicht bezahlen, sollten Sie schnellstmöglich aktiv werden. Bestenfalls können Sie die ausstehende Forderung zeitnah begleichen, andernfalls sollten Sie Kontakt zum Kreditgeber aufnehmen. Bei einer solchen Kontaktaufnahme geht es darum, durch eine einvernehmliche Lösung das Mahnverfahren und jursitische Schritte zu verhindern. Eventuell lässt sich der Kreditgeber auf einen Zahlungsaufschub ein oder erklärt sich zu einer Laufzeitverlängerung mit dann niedrigeren Raten bereit.

    Weitere Möglichkeiten

    Alternativ kommen eine Umschuldung sowie die Aufnahme eines weiteren Kredits infrage. Bei einer Umschuldung lösen Kreditnehmer die verbliebene Schuld mit einem neuen Darlehen ab. Diese Maßnahme lohnt sich vor allem, wenn seit dem Abschluss des ursprünglichen Kredits bis zum aktuellen Zeitpunkt die allgemeinen Zinsen gefallen sind. Mit einer Umschuldung lässt sich die Restschuld dann günstiger finanzieren, entsprechend niedriger liegen die Raten. Gegebenenfalls können die Kreditnehmer auch eine längere Laufzeit vereinbaren. Diese Strategie setzt selbstverständlich voraus, dass eine andere Bank einen Kredit gewährt. Hier kommt es auf die momentane Bonität des Verbrauchers an. Befindet er sich in einer argen finanziellen Notlage, wird er kaum einen Kreditgeber finden. Sollte sich eine Umschuldung als unmöglich erweisen, kann sich ein Kredit ohne Schufa als hilfreich erweisen. Diese Kredite vergeben die jeweiligen Anbieter liberal, allerdings verlangen Sie hohe Zinsen. Sie sollten deshalb nur in einer Notsituation darauf zurückgreifen.

    Schuldenberatung aufsuchen

    Bei gravierenden Schwierigkeiten sollten Kreditnehmer die Hilfe einer Schuldenberatung in Anspruch nehmen. Gemeinnützige Institutionen wie die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas betreiben vielerorts Beratungsstellen, zusätzlich bieten Sie eine Online-Beratung an. Die dort beschäftigten Experten können auch in scheinbar aussichtslosen Lagen Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Im schlimmsten Fall unterstützen Sie bei einem Privatinsolvenzverfahren. Ein solches Verfahren bedeutet zwar mehrere Jahre lang eine finanzielle Einschränkung. Dafür profitieren Sie spätestens nach sechs Jahren von einer Restschuldenbefreiung.

    Kredite ohne Schufa

    Bei einem Kredit ohne Schufa verzichten Kreditgeber bei einer Anfrage darauf, die Schufa-Datei eines Verbrauchers zu begutachten. Damit geht ein wesentlicher Vorteil einher: Sie vergeben ein Darlehen auch dann, wenn Kreditinteressierte in der Vergangenheit finanzielle Forderungen nicht rechtzeitig begleichen konnten. Bei gewöhnlichen Krediten ziehen Banken die Schufa-Auskunft dagegen zur Bonitätsprüfung heran. Dortige Einträge führen meist dazu, dass Sie keine Finanzierung erhalten. Für Sie mit Schufa-Eintrag stellen Kredite ohne Schufa somit meist die einzige Möglichkeit dar, ein Darlehen abzuschließen.

    Unterschiedliche Ausgestaltung

    Zahlreiche Anbieter offerieren Kredite ohne Schufa. Sie eint nur, dass bei der Vergabe die Schufa-Datei keine Rolle spielt. In puncto Einkommensnachweis differieren Sie aber deutlich. Einige Kreditgeber verlangen ein mindestens durchschnittliches Einkommen aus einem sicheren Arbeitsverhältnis. Andere zeigen sich liberaler: Ihnen genügt auch ein niedriger Lohn aus prekärer Beschäftigung. Zum Teil beantragen sogar Sie ohne Einkommen erfolgreich einen Kredit. Wie bei allen Finanzierungen hängt die Chance auf einen Kredit selbstverständlich von der Kreditsumme ab. Ein Arbeitsloser kann auch bei einer liberalen Kreditvergabe kein Darlehen vom mehreren Zehntausend Euro erwarten.

    Zinsen über Marktniveau

    Bei einem Kredit ohne Schufa führen Kreditgeber keine gründliche Bonitätsprüfung ein, entsprechend hoch liegt das Risiko. Deswegen fordern Sie überdurchschnittlich hohe Zinsen, die das übliche Marktniveau teilweise deutlich übertreffen. Welchen Risikoaufschlag Sie genau verlangen, hängt von zwei Faktoren ab. Erstens kommt es darauf an, wie günstig ein Kreditgeber grundsätzlich finanziert. Zweitens gilt der Grundsatz: Je leichter Kreditinteressierte ein Darlehen bekommen, desto mehr zahlen Sie dafür. Finanzierungen, die auch Arbeitslose vereinbaren können, sind zum Beispiel besonders teuer.

    Finanzierung und Steuern

    Bei Privatpersonen wirkt sich eine Finanzierung in der Regel nicht auf die Steuern aus. Es fallen weder Steuern an noch lassen sich die Ratenzahlungen absetzen. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die kreditbasierte Investition der Erzielung von Einkünften dient. Dann erkennen die Finanzbehörden die Ausgaben als Werbungskosten an. Das trifft zum Beispiel bei einer Baufinanzierung zu, wenn Eigentümer die Immobilie vermieten und somit Mieteinnahmen erwirtschaften. Ein Kredit wirkt sich auch beim Kauf einer Zweitwohnung steuermindernd aus, sofern ein Beschäftigter dauerhaft auswärtig arbeitet und er diese Zweitwohnung aus diesem Grund bewohnt. Grundlegend anders sieht es bei gewerblichen Krediten aus, diese reduzieren immer die Steuerlast. Selbstständige und Unternehmen können die Darlehenskosten als Betriebsausgaben geltend machen. Zu den anerkannten Betriebsausgaben zählen sämtliche Investitionen, welche der freiberuflichen oder selbstständigen Unternehmung zugutekommen. So lassen sich beispielsweise Betriebsgebäude, Betriebseinrichtungen und ein Betriebsauto steuermindernd finanzieren. Das Finanzamt akzeptiert dabei sämtliche Kosten, auch Abschlussgebühren und Vorfälligkeitsentschädigungen. Probleme können nur dann auftreten, wenn die Behörde die Investition nicht als Betriebsausgabe einstuft. Eventuell unterstellt Sie etwa bei einem Auto oder bei einem teuren Rechner, dass Käufer diese privat nutzen. In diesem Fall weigert Sie sich, die Kreditkosten steuerreduzierend zu akzeptieren.

    Brauche ich eine Restschuldenversicherung?

    Die Risiken von Krediten lassen sich mit einer Restschuldversicherung minimieren. Eine solche Versicherung bezahlt die restlichen Schulden ganz oder teilweise, wenn eine der versicherten Leistungen eintritt. Das gilt insbesondere dann, wenn der Versicherte als Kreditnehmer stirbt. So müssen nicht die Angehörigen die Restschulden abbezahlen, der Versicherer übernimmt diese. Bei vielen Restschuldversicherungen umfasst der Leistungskatalog zudem die Arbeitsunfähigkeit sowie die Arbeitslosigkeit des Versicherten. Interessierte sollten den Leistungsumfang genau begutachten und ihre Aufmerksamkeit auch Details schenken. Bei einer versicherten Arbeitslosigkeit fragt sich zum Beispiel, wie lange die Versicherung die Raten begleicht. In der Regel beschränken Gesellschaften die Zahlungen auf einen gewissen Zeitraum, in diesem Fall stehen Sie nicht für die gesamten Restschulden ein. Bei einer versicherten Arbeitsunfähigkeit interessiert, was die Versicherung darunter versteht. Assekuranzen legen unterschiedliche Maßstäbe bezüglich der Anerkennung einer Arbeitsunfähigkeit fest. Bei der einen Versicherung genügt es, wenn ein Mediziner eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens einem Jahr prognostiziert. Anderer Versicherer fordern eine längere Prognose.

    Angebote vergleichen

    Die meisten Banken bieten zu einem Kredit eine Restschuldversicherung an. Viele Kunden meinen, dabei würde es sich um einen Vertrag handeln. Tatsächlich vereinbaren Sie die Kredit- und den Versicherungsvertrag aber separat. Das bietet ihnen die Chance, die Restschuldversicherung für eine Finanzierung woanders abzuschließen. Meist empfiehlt sich diese Lösung. Im Paket mit einem Darlehen zahlen Kunden in der Regel viel zu hohe Prämien für die Police. Vergleichen Sie dagegen auf einem Versicherungsportal die Restschuldpolicen vieler Anbieter, finden Sie mit großer Sicherheit eine deutlich günstigere Versicherung.

    Kosten und Nutzen

    Aber selbst billige Restschuldversicherungen können die Finanzierung erheblich verteuern. Kreditnehmer sollten deshalb intensiv überlegen, ob sich eine solche Police für Sie lohnt. Grundsätzlich spricht insbesondere bei längeren Laufzeiten wie bei einer Baufinanzierung einiges für eine solche Police. Könnte der Partner nach dem Tod des Kreditnehmers das Baudarlehen nicht stemmen, stellt eine Restschuldversicherung einen wichtigen Schutz dar. Auch im Fall einer Arbeitsunfähigkeit und einer Arbeitslosigkeit kann diese Police das Eigentum sichern. Jeder Kreditnehmer sollte individuell die Risiken während einer Kreditlaufzeit abschätzen und abwägen, ob sich die Investition in eine Versicherung empfiehlt.

    Alternativen

    Bei diesem Abwägungsprozess sollten Sie auch die Alternativen einbeziehen. Die zwei wesentlichen Gefahren lassen sich auch unabhängig von einem Kredit versichern. Eine Risikolebensversicherung zahlt beim Tod des Versicherten zum Beispiel eine zuvor vereinbarte Summe aus. Lassen sich damit die restlichen Schulden begleichen, benötigen Kreditnehmer für diesen Fall keine Restschuldversicherung. Das Risiko der Arbeitsunfähigkeit lässt sich mit einer Arbeitsunfähigkeits- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abdecken. Liegt die monatliche Rente hoch genug, können Versicherte damit ihren Lebensunterhalt bestreiten und die Kreditraten bedienen. Wer noch nicht über solche Versicherungen verfügt, sollte die günstigsten Angebote mit den billigsten Restschuldversicherungen begleichen. Dabei sollten Sie beachten, dass der Leistungsumfang einer Risikolebensversicherung und einer AU- oder BU-Police wesentlich größer ist. Sie erhalten nicht nur Geld für die ausstehenden Schulden, sondern frei verfügbare Summen.

    Vergleich von Finanzierungsarten

    Eine Finanzierung können Sie in verschiedener Form realisieren. Die Bandbreite reicht vom Kredit bei einer klassischen Bank über Privatfinanzierungen bis hin zur Nutzung einer Kreditkarte. Erstens hängt es vom dem gewünschten Darlehensbetrag sowie von dem Verwendungszweck an, nicht jede Option eignet sich für alle Vorhaben. Zweitens sollten Sie bei den Finanzierungsarten, die jeweils infrage kommen, die Vor- und Nachteile abwägen. Wichtige Kriterien stellen die Chancen auf ein Darlehen sowie die Kosten dar. Aber auch weitere Aspekte interessieren: Beratung, Flexibilität, Planungssicherheit. Künftige Kreditnehmer gewichten diese Punkte unterschiedlich. Manche legen besonderen Wert auf eine persönliche Betreuung durch einen Bankmitarbeiter, andere wollen eine möglichst günstige Finanzierung abschließen. Deshalb muss jeder individuell beurteilen, welche Kreditart er bei welchem Anbieter wählen will.

    Bankkredit von klassischen Banken

    Für klassische Filialbanken wie Sparkassen, Volksbanken, die Postbank, die Deutsche Bank oder die Commerzbank gehören private und gewerbliche Kredite zum Kerngeschäft. An diese Institute können sich Kunden immer wenden, egal, ob Sie dort bereits ein Konto besitzen oder nicht. Für eine Finanzierung bei einer Filialbank spricht die persönliche Beratung. Vor einem Kreditabschluss können Sie sich bei einem Bankmitarbeiter ausführlich informieren. Auch wenn während der Laufzeit Fragen oder Probleme auftauchen, können Sie das direkte Gespräch suchen. Die meisten klassischen Banken verfügen über ein dichtes Filialnetz, sodass die Anreise nur wenig Zeit in Anspruch nimmt. Der Unterhalt eines solchen Filialnetz kostet aber viel Geld, diese Kosten müssen Banken auf die Kunden umlegen. Deswegen verlangen Sie für Kredite meist mehr als andere Banken. Manche Darlehen können aber auch durchaus günstig sein, Sie sollten immer die konkreten Darlehen begutachten. Ein Vorteil bei einer Filialbank kann für langjährige Kunden darin liegen, dass sich das Institut bei der Kreditvergabe großzügig zeigt. Manche Banken vergeben an Stammkunden Kredite, die Sie anderswo nicht bekommen würden. Zum Teil zeigen sich Filialbanken auch kompromissbereiter, wenn ein Kreditgeber vorübergehend in Zahlungsschwierigkeiten gerät.

    Privatkredit

    Auf mehreren Plattformen im Internet wie Auxmoney und Lendico hat sich eine neue Form der Finanzierung etabliert: Kredite, die andere User bereitstellen. Die Plattformen fungieren jeweils als Vermittler und übernehmen die Abwicklung, die Kredite finanzieren mehrere Privatpersonen. Der Ablauf funktioniert bei allen Anbieter grundsätzlich folgendermaßen, es treten nur kleinere Abweichungen auf: Erstens wendet sich ein Kreditinteressierten an die Plattform. Er willigt in eine Bonitätsprüfung ein und sendet hierfür Einkommensnachweise ein. Der Dienstleister entscheidet, ob er den User freischaltet. Steht dem nichts im Weg, stuft er ihn anhand seiner Kreditwürdigkeit ein. Dieser Einstufung kommt große Relevanz zu, Sie entscheidet über den individuellen Zinssatz. Im nächsten Schritt legt der Nutzer ein Kreditprofil an. Er informiert die Community über den Zweck des Kredits. In einer gewissen Zeitspanne können Kreditgeber nun Teile dieses Darlehens zeichnen. Summieren sich die versprochenen Summen auf den gewünschten Gesamtbetrag, wird der Kreditvertrag aktiv. Die Kreditgeber überweisen ihre Beträge dem Anbieter, dieser zahlt Sie meist über eine kooperierende Bank an den Kreditnehmer aus. Der Kreditnehmer überweist künftig die festgelegten monatlichen Raten, welche die Plattform anteilig an die Geldgeber auszahlt.

    Große Kreditchancen

    Die Umsätze über solche Plattformen stiegen seit deren Gründung rasant. Das liegt vor allem an einem Grund: Für viele Kreditnehmer stellen Sie die einzige Chance dar, eine Finanzierung zu erhalten. Das gilt für alle mit schlechter Bonität, etwa bei einem geringen Einkommen. Das trifft auch auf Freiberufler und Selbstständige zu, die oftmals bei Banken nur schwer einen Kredit bekommen. Ein weiterer Aspekt erklärt die Beliebtheit, die möglichen geringen Kreditsummen. Fast alle Anbieter erlauben Kreditanträge ab 1.000 Euro, viele Geldhäuser gewähren so niedrige Darlehen nicht.

    Überzeugungsarbeit

    Um einen erfolgreichen Kreditantrag zu stellen, müssen Interessierte nicht nur die Bonitätsprüfung der Plattform überstehen. Sie müssen danach genügend Kreditgeber überzeugen. Das erreichen Sie nur mit einer überlegt formulierten Darstellung des Kreditzwecks. User sollten ausführlich erläutern, warum Sie das Geld brauchen. Zudem sollten Sie nachvollziehbar darlegen, wie Sie das Geld zurückzahlen wollen. Potenzielle Kreditgeber müssen den Eindruck gewinnen, dass Sie in eine sichere Finanzierung investieren.

    Oft hohe Kosten

    Alle Kreditnehmer mit einer sehr hohen Bonität können über solche Plattformen vergleichsweise günstig finanzieren, zum Teil billiger als bei vielen Banken. Andere zahlen Risikoaufschläge. Insbesondere Sie, die nirgendwo anders einen positiven Darlehensbescheid zu erwarten haben, zahlen hohe Zinsen. Das lässt sich leicht erklären, die Kreditgeber gehen ein erhöhtes Risiko ein. Liegt der individuelle Zinssatz hoch, sollten Interessierte gründlich überlegen, ob Sie diese Finanzierung wirklich brauchen. Sie sollten auch die Gebühren in diese Überlegungen einbeziehen, die Sie an die Plattform beziehungsweise an die kooperierende Bank überweisen. Handelt es sich um Pauschalbeträge, verteuern Sie vor allem Kredite mit geringen Summen immens.

    Online Kredite von Direktbanken

    Direktbanken weisen eine deutlich günstigere Kostenstruktur als Filialbanken auf. Sie verzichten auf ein teures Filialnetz und vertreiben Kredite vornehmlich über das Internet. Die Verwaltung organisieren Sie größtenteils über Onlinebanking. An diesen Kostenvorteilen partizipieren die Kunden, Sie erhalten bei Direktbanken meist besonders preiswerte Finanzierungen. Diesen finanziellen Vorzug sollten alle nutzen, die auf eine persönliche Beratung vor Ort verzichten können. Das erfordert ein bisschen mehr Eigenrecherche, zahlt sich aber aus. Die wesentlichen Informationen über Direktbank-Kredite finden Sie auf den Homepages der Institute oder auf Online-Vergleichsportalen. Die Beantragung und die Verwaltung gestalten sich ebenfalls einfach: Anstatt zum Beispiel Einkommensnachweise in einer Filiale vorzulegen, senden Interessierte diese postalisch oder per E-Mail ein.

    Unabhängige Kreditvermittler

    Auch Kreditvermittler bieten ihre Dienste im Internet an. Agieren diese unabhängig, können Sie von deren Angebot profitieren. Vermittler offerieren das günstigste und bei den Vertragsbedingungen individuell passende Angebot aus einer großen Auswahl an Banken. Das erspart den Kunden Recherche. Zudem entgehen Sie der Gefahr, eine empfehlenswerte Finanzierung zu übersehen. Meist entstehen auch keine Kosten, Kreditvermittler verdienen mit Provisionen von den Banken ihr Geld. Daraus resultiert aber auch ein Risiko: Schlechte Vermittler vertreiben vornehmlich Darlehen, bei denen Sie eine möglichst hohe Provision kassieren. Sie sollten sich deshalb über die Qualität eines Vermittlers informieren. Bestenfalls holen Sie ein unverbindliches Angebot ein und prüfen zugleich selbst auf Vergleichsportalen, ob sich bessere Finanzierungen finden.

    Kreditkarten

    Mit Kreditkarten können Nutzer nicht nur bequem bargeldlos zahlen, zugleich gewähren ihnen die Banken einen kurzfristigen Kredit. Das trifft aber nur auf Chargekarten zu, den sogenannten echten Kreditkarten. Bei ihnen zieht die Bank die bis dato getätigten Umsätze ein Mal im Monat vom Konto ein, Sie stellt damit einen Kredit von bis zu 30 Tagen zur Verfügung. Die Attraktivität liegt darin, dass Sie dafür keine Zinsen berechnet. Bei vielen Anbietern erhalten Kunden sogar für jeden Umsatz einen Bonus, zum Beispiel die bekannten Bonusmeilen für Flüge. Anders verhält es sich bei Debitkarten, die allgemein auch als Kreditkarten bezeichnet werden. Bei diesen Karten bucht die Bank die Rechnungsbeträge unmittelbar ein, meist am nächsten Werktag oder höchstens wenige Werktage später. Der gewährte Kredit dauert deshalb nur kurze Zeit und ist nicht planbar, da Kunden nicht genau wissen, an welchem Tag der Einzug verfolgt. Wer mit einer Kreditkarte Käufe finanzieren will, sollte deshalb ausschließlich Chargekarten beantragen.

    Als Kreditkartengesellschaften haben sich die drei Unternehmen MasterCard, VISA und American Express etabliert. Diese geben die Karten aber nicht selbst an Kunden heraus, das besorgen Banken. Die Banken legen auch eigenständig die Gebühren für die Kreditkarten fest, angesichts großer Differenzen lohnt sich ein Anbietervergleich. Bei manchen Banken zahlen Kunden eine hohe Jahresgebühr, andere Institut bieten eine kostenlose Kreditkarte an. Bei einem Vergleich interessieren auch diverse Zusatzleistungen, zum Beispiel integrierte Versicherungen wie Reisepolicen.

    Dispokredit

    Ein Girokonto fungiert nicht nur als Konto für Überweisungen und den Geldempfang. Richtet die Bank einen Dispo-Kredit ein, können es Kunden auch für Finanzierungen nutzen. Dabei handelt es sich um den mit Abstand flexibelsten Kredit: Der Dispo stellt einen Kreditrahmen dar, den Sie bei Bedarf ausschöpfen können. Nur wenn Sie ihn tatsächlich verwenden, fallen Kosten an. Die Zinsen berechnen Banken tagesaktuell. Überzieht ein Kunde für einen Tag beispielsweise um 1.000 Euro und gleicht das Konto am nächsten Tag wieder aus, trägt er nur wenige Cent Zinsen.

    Vor- und Nachteile

    Die wesentliche Vorteil liegt auf der Hand: Kunden können flexibel finanzieren. Sie müssen nur ein Mal die Einrichtung eines Dispos beantragen, fortan können Sie ihn ohne weiteren bürokratischen Aufwand in Anspruch nehmen. Ein Dispo-Kredit eignet sich ideal, um vorübergehenden Finanzbedarf zu decken. So fällt vielleicht in der Monatsmitte eine größere Rechnung an, dafür mangelt es aber an Geld. Dank Dispo können Kunden die Rechnung dennoch pünktlich bezahlen, Sie müssen nicht auf die Überweisung des nächsten Gehalts warten. Eventuell sinkt der Kontostand zum Monatsende bedenklich Richtung Null, mit einem Dispo können Sie weiter Geld abholen und per EC-Karte zahlen. Bei diesen und anderen zwischenzeitlichen finanziellen Engpässen erweist sich ein Dispo-Kredit als wertvolle Hilfe. Kunden sollten aber berücksichtigen, dass die Zinssätze für einen Dispo die Zinssätze anderer Kredite bei weitem übertreffen. Viele Banken verlangen 10 % und mehr. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Institute den Überziehungsrahmen jederzeit kündigen können. Eine solche Kündigung sprechen Sie meist aus, wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten eines Kunden bemerken. Sie müssen ihr Konto dann innerhalb kurzer Zeit ausgleichen, ansonsten droht ein Mahnverfahren beziehungsweise die Pfändung.

    Voraussetzungen

    Für einen Dispo-Kredit bedarf es eines Antrags. Viele Banken stellen ihn bei der Kontoeröffnung automatisch zur Verfügung. Ein Dispo lässt sich aber auch später beantragen. Ob eine Bank tatsächlich einen Dispo gewährt, hängt von der Bonität des Kunden ab. Dabei verfahren die Institute unterschiedlich. Die einen verlangen Einkommensnachweise aus einem sicheren Arbeitsverhältnis. Eventuell warten Sie nach einer Kontoeröffnung auch erst die Eingänge von zwei bis drei Gehältern ab, bis Sie einen Dispo-Antrag positiv bescheiden. Die anderen zeichnen sich durch eine liberale Vergabepolitik aus. Einige gewähren selbst Einkommenslosen wie Studierenden einen Dispo von einigen hundert Euro. Bestenfalls informieren sich Interessierte darüber, bevor Sie ein Konto eröffnen. Bezüglich der maximalen Dispo-Summe ähneln sich die Banken wiederum. In der Regel liegt diese bei zwei bis drei Monatslöhnen.

    Nicht dauerhaft nutzen

    Prinzipiell können Kunden bei einem bestehenden Dispo ihr Konto viele Monate lang überziehen, zahlreiche Sie machen das auch. Doch dieses Verhalten birgt eine große Gefahr: die Überschuldung. Auch bei einem überzogenen Girokonto handelt es sich um Schulden, die Kreditnehmer irgendwann wieder zurückzahlen müssen. Das sollte niemand aus dem Auge verlieren. Zudem sprechen die hohen Kosten gegen die lange Nutzung eines Dispos. Wer sich dauerhaft im Minus befindet, muss erhebliche Zinszahlungen leisten.

    Ratenkauf

    Viele Einzelhändler bieten ihren Kunden den Kauf auf Kredit an. Oftmals nutzen Sie diese Option als Marketinginstrument, indem Sie es offensiv bewerben und mit günstigen Konditionen bestechen. Vielfach zahlen Kunden für einen solchen Warenkredit Zinsen weit unter dem Marktdurchschnitt. Zum Teil zahlen Sie sogar überhaupt keine Zinsen. Zur Finanzierung von Waren stellen solche günstigen Angebote die erste Wahl dar. Aber Achtung: Einige Händler verlangen auch sehr hohe Zinssätze, am Markt finden sich extreme Unterschiede. Sie sollten die genauen Konditionen deshalb aufmerksam durchlesen.

    Annuitätendarlehen

    Ein Annuitätendarlehen zeichnet sich dadurch aus, dass die Raten über die gesamte Laufzeit gleich hoch bleiben. Das gilt zumindest bei einem Kredit mit Zinsbindung, bei variablen Zins können Sie sich ändern. Während der Darlehensdauer erhöht sich der Tilgungsanteil, der zu Beginn sehr niedrig liegt. In gleichem Maße sinkt der Zinsanteil. Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Sie nimmt einen Kredit von 10.000 Euro mit einem Zinssatz von 5 % auf, die Raten von 1.000 Euro werden jährlich fällig. Im ersten Jahr fließt davon jeweils die Hälfte in den Zinsdienst und in die Tilgung. Im zweiten Jahr beläuft sich die Kreditsumme nur noch auf 9.500 Euro, die Zinsen verringern sich auf 475 Euro. Entsprechend tilgen Kreditnehmer mit 525 Euro.

    Annuitätendarlehen erfreuen sich aufgrund der gleichbleibenden Raten einer großen Beliebtheit. Sie verteilen die Rückzahlung gleichmäßig auf die gesamte Laufzeit, Sie müssen währenddessen keine Ausschläge nach oben stemmen. Dafür belastet die anfangs niedrige Tilgungsrate das Budget, es fallen höhere Zinsen als bei der Alternative Tilgungsdarlehen an.

    Tilgungsdarlehen

    Beim Tilgungsdarlehen stemmen Kreditnehmer zu Vertragsbeginn hohe Raten, die während der Laufzeiten sinken. Im Gegensatz zum Annuitätenkredit vereinbaren Sie und Banken hierbei keine gleichbleibenden Raten, sondern eine gleichbleibende Tilgung. Bei einem Kredit von 10.000 Euro, einem Zinssatz von 5 % und einer jährlichen Tilgung von 1.000 Euro bedeutet das Folgendes: Im ersten Jahr fallen 1.000 Euro für die Tilgung und 500 Euro Zinsen an. Im zweiten Jahr hat sich der Kreditbetrag auf 9.000 Euro reduziert, die Zinsen verringern sich auf 450 Euro. Insgesamt zahlt der Kreditnehmer damit nur noch 1.450 Euro. Dank der schon zu Anfang hohen Tilgungsrate ergibt sich im Vergleich zum Annuitätendarlehen ein finanzieller Vorteil. Diesen können aber nur Sie nutzen, die sich die hohen Anfangsraten leisten können.

    Volltilgerdarlehen

    Der Bezeichnung Volltilgerdarlehen kommt bei der Finanzierung von Immobilien Bedeutung zu. Viele Investoren können oder wollen die Bau- oder Kaufsumme nicht mit einem Kredit stemmen. Am Laufzeitende bleibt eine Restschuld übrig, die eine Anschlussfinanzierung erfordert. Das Gegenteil stellt ein Volltilgerdarlehen dar: Am Ende der Laufzeit haben Kreditnehmer die komplette Investitionssumme getilgt. Entsprechend hohe Raten müssen Sie für diese Kredite stemmen, die meist zwischen zehn und dreißig Jahren dauern. Das setzt hohe Einkünfte voraus. Dafür profitieren Investoren von einer massiven Zinsersparnis.

    Festdarlehen

    Bei Festdarlehen, die auch als endfällige Darlehen bezeichnet werden, findet während der Laufzeit keine Tilgung statt. Bis zum Vertragsende bezahlen Kreditnehmer ausschließlich die Zinsen, am Fälligkeitstag überweisen Sie die komplette Darlehenssumme zurück. Ein solches Festdarlehen empfiehlt sich, wenn Sie oder Unternehmen während der Laufzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht tilgen können oder wollen.

    Beispiele

    Ein Sparer möchte eine Wohnung kaufen. Er verfügt aber nicht über genügend Einkommen, um eine Finanzierung mit sofortiger Tilgung zu bezahlen. Zugleich besitzt er aber eine Kapitallebensversicherung, von der er in fünf Jahren eine hohe Summe erwartet. Mit diesem Betrag könnte er die Wohnung erwerben. In diesem Fall eignet sich ein Festdarlehen: Er nimmt für den Wohnungskauf einen Kredit auf, stemmt über sein Einkommen die Zinszahlung und zahlt die Darlehenssummen am Ende mit dem Geld zurück, das er vom Lebensversicherer erhält. In einer solchen Lage erweist sich das Festdarlehen als hilfreich und klug gewählt, sofern sich der Wohnungskauf nicht hinauszögern lässt. Festdarlehen können auch bei Zinsdifferenzgeschäften zum Einsatz kommen. Investoren legen die Kreditsumme an, weil Sie sich erhoffen, dass die Rendite die Zinsen des Festkredits übertreffen. Zum Laufzeitende veräußern Sie das Investment und begleichen damit die Kreditschuld. Das geht aber meist mit einem immensen Gefahr einher. Gewöhnlich lassen sich die Zinskosten eines Festdarlehens nur mit risikobehafteten Anlageformen toppen. Das trifft zum Beispiel auf Aktien zu. Zeitigt ein Aktieninvestment eine hohe Rendite, lohnt die Finanzierung über ein solches Darlehen. Vielleicht liegen die Aktienkurse aber zum Vertragsende auf einem niedrigeren Niveau als am Anfang. Dann müssen Anleger nicht nur Verluste verkraften, ihnen fehlt es eventuell auch am Geld, um den Kredit zurückzahlen zu können.

    Hohe Kosten

    Für ein Festdarlehen sollten Sie sich immer nur entscheiden, wenn ein gewichtiger Grund vorliegt. Da Sie während der Laufzeit keine Tilgung vornehmen, müssen Sie wesentliche höhere Zinsen als bei einer anderen Finanzierung stemmen. Sollten Sie diese Finanzierungsform wählen, sollten Sie sichergehen, dass Sie der Zahlungsverpflichtung am Laufzeitende nachkommen können. Von sämtlichen spekulativen Geschäften wie dem Aktienkauf auf Kredit raten Verbraucherexperten ab. Die Gefahr der Überschuldung liegt hoch.

    Forward Darlehen

    Ein Forward Darlehen stellt einen besonderen Annuitätenkredit dar: Ein solches Darlehen schließen Sie einige Monate oder Jahre vor dem Zeitpunkt ab, an dem Sie den Kredit benötigen. Bis dahin zahlen Sie keine Zinsen. Sie sichern sich damit die aktuellen Zinsen für später. Das lohnt sich immer dann, wenn die Zinssätze momentan tief liegen und in nächster Zeit wahrscheinlich steigen. Dafür verlangen die Banken einen Zinsaufschlag, insgesamt kann sich ein Forward Darlehen aber rentieren. Beispiel: Momentan fordern Banken für eine Baufinanzierung 3 %. Ein Sie will oder kann aktuell aber kein Haus bauen. Er will damit noch zwei Jahre warten. Zugleich steht zu befürchten, dass die Bauzinsen bald auf 4 % steigen. In diesem Fall sollte er unbedingt ein Fordward Darlehen für diese Zeitspanne abschließen, auch wenn es statt 3 % für eine sofortige Baufinanzierung 3,25 % kostet. Das führt zu einer beträchtlichen Ersparnis. In einer Niedrigzinsphase empfiehlt sich ein Forward Darlehen für größere Finanzierungen fast immer. Schwieriger ist es, wenn der Zins etwas höher liegt und sich die künftige Zinsentwicklung kaum abschätzen lässt. Künftige Investoren sollten nur dann ein Forward Darlehen vereinbaren, wenn die Wahrscheinlichkeit von Zinssteigerungen höher als eine Seitwärts- oder Abwärtsbewegung liegt. Entsprechende Prognosen können Sie zum Beispiel in der Wirtschaftspresse nachlesen. Forward Darlehen kommen übrigens nicht nur bei Erstfinanzierungen zum Einsatz, auch bei Bauanschlussfinanzierungen finden Sie häufig Anwendung.

    Bausparerdarlehen

    Ein Haus lässt sich nicht nur mit einem Kredit finanzieren, sondern zumindest teilweise auch mit einem Bausparvertrag. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus Spar- und Kreditvertrag. Die Laufzeit teilt sich in zwei Phasen: In der ersten Phase sparen Sie durch regelmäßige Einzahlungen Vermögen an. Für dieses Kapital erhalten Sie zuvor vereinbarte Zinsen. Zugleich können Sie von verschiedenen staatlichen Förderungen profitieren. Bei der Erfüllung gewisser Kriterien erreichen Sie die Zuteilungsreife. Als Kriterien ziehen die Bausparkassen die Sparsumme und den Sparzeitraum ein. Als Mindestbetrag setzen Sie meist rund 40 bis 50 % der Bausparsumme an, der Zeitraum beträgt einige Jahre. Oftmals kombinieren Sie diese Kriterien auch und berechnen aus Summe und Sparlaufzeit eine Bewertungszahl, die Sparer für die Zuteilungsreife übertreffen müssen.

    Zuteilung

    In der nächsten Phase haben Kunden die Wahl: Zum einen können Sie sich das Sparguthaben auszahlen lassen. Zum anderen können Sie ein Bauspardarlehen beantragen. Der Kreditbetrag umfasst die Bausparsumme abzüglich der angesparten Summe. Beispiel: Ein Kunde hat einen Bausparvertrag über 60.000 Euro abgeschlossen. Die Mindestsparsumme für die Zuteilung beträgt 50 %, also 30.000 Euro. Für den Hausbau oder den Hauskauf können Sie nun die angesparten 30.000 Euro plus ein Bauspardarlehen über weitere 30.000 Euro einsetzen. Die Bausparkasse prüft allerdings bei einem Kreditwunsch die Bonität des Kunden, Bausparer haben keinen Anspruch auf das Darlehen. Bei einem positiven Bescheid können sich aber meist über niedrige Zinsen unter dem Marktniveau freuen, ein großer Vorteil von Bausparverträgen.

    Staatliche Förderung

    Ein weiterer Vorzug von Bausparverträgen besteht in der Förderfähigkeit dieser Produkte. So können Förderungsberechtigte die Wohnungsbauprämie beantragen. Den Anspruch haben alle, die nicht mehr als 25.600 Euro im Jahr verdienen. Auch Einkommenslose wie Schüler, Studenten und Hausfrauen sowie -männer können in den Genuss dieser Unterstützung kommen. Der Staat zahlt pro Person bis zu 45,06 Euro im Jahr. Diesen Höchstsatz gibt es, wenn Bausparer einen jährlichen Eigenanteil von mindestens 512 Euro leisten. Zudem lässt sich ein Bausparvertrag im Rahmen der Vermögenswirksamen Leistungen nutzen. Arbeitgeber zahlen direkt etwas auf den Bausparvertrag ein, Steuern fallen im Gegensatz zum üblichen Lohn nicht an. Gewährt der Arbeitgeber Vermögenswirksame Leistungen auf einen solchen Vertrag, verzeichnen Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt von 20.000 Euro oder weniger zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage. Pro Kind erhöht sich diese Grenze. Die Förderung beträgt 9 % der Vermögenswirksamen Leistungen, höchstens 470 Euro. Die Auszahlung der Leistung erfolgt mit der Zuteilung.

    Beide Zinssätze wichtig

    Im Gegensatz zu anderen Darlehen dürfen Interessierte bei einem Bausparvertrag nicht allein auf die Kreditkonditionen achten. Sie müssen auch die Zinsen für das Sparguthaben beachten. Zugleich sollten Sie die möglichen staatlichen Förderungen einbeziehen. Vielfach ergibt sich die finanzielle Attraktivität erst durch diese staatlichen Unterstützungen. Ebenfalls wichtig: Sie sollten langfristig planen. Sie sollten sich sicher sein, dass Sie die Sparanstrengungen bis zur Zuteilung des Darlehens durchhalten. Sie können den Vertrag zwar auch zuvor kündigen, dann fallen aber meist hohe Kosten an. Zudem müssen Sie die staatliche Förderung zurückzahlen beziehungsweise bekommen Sie nicht ausgezahlt. Bei der Wohnungsbauprämie dürfen Sparer die Zulagen nur behalten, wenn der Vertrag seit mindestens sieben Jahren besteht oder eine unschädliche Verfügung vorliegt. Eine unschädliche Verfügung ist zum Beispiel gegeben, wenn Sparer das ausgezahlte Geld unmittelbar in einen Hausbau investieren, Sie die Erwerbsfähigkeit verlieren oder arbeitslos werden.

    Vorausdarlehen

    Bei einem Vorausdarlehen, das Interessierte nicht mit einem Forward Darlehen verwechseln dürfen, kombinieren Sie einen sofortigen Immobilienkredit mit einem Bausparvertrag. Die Summe des Vorausdarlehens zahlt die Bausparkasse beim Laufzeitbeginn aus. Zugleich vereinbaren beide Seiten über die gleiche Höhe einen Bausparvertrag. In der ersten Phase laufen diese Verträge parallel. Zum einen zahlen Kunden die Zinsen für das Vorausdarlehen, eine Tilgung findet nicht statt. Zum anderen leisten Sie Sparbeiträge auf den Bausparvertrag, für dieses Guthaben verzeichnen Sie Zinsen. Auch staatliche Förderungen fließen auf das Konto. Sobald der Vertrag die Zuteilungsreife erreicht, löst das Bauspardarlehen das Vorausdarlehen ab. Fortan beginnt die Tilgung.

    Der Vorteil eines Vorausdarlehens im Vergleich zu einem Bausparvertrag liegt darin, dass Sie ihren Immobilienwunsch sofort erfüllen können. Zudem profitieren Sie im Gegensatz zu Immobilienkrediten von den Vorzügen des Bausparens, insbesondere von der staatlichen Unterstützung. Als Pluspunkt verdient auch die Planungssicherheit Erwähnung: Viele Bausparkassen legen nicht nur die Zinsen für das spätere Bauspardarlehen bei Vertragsabschluss fest, Sie fixieren auch den Zinssatz für das Vorausdarlehen. Interessierte sollten das aber genau prüfen, das verhält sich nicht bei jedem Angebot so. Es fragt sich aber, ob Investoren mit diesem Konstrukt tatsächlich günstiger als mit einer anderen Form finanzieren. Das hängt wesentlich von den Zinssätzen für die beiden Darlehen sowie von den Guthabenzinsen ab. Interessierte sollten konkrete Angebote gründlich durchrechnen und mit reinen Baufinanzierungen vergleichen.

    Arbeitgeberdarlehen

    Manche Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitern Kredite, diese Leistung nennt sich Arbeitgeberkredit, Mitarbeiterkredit oder Personalkredit. Wie bei einer gewöhnlichen Finanzierung legen beide Seiten dafür einen Zinssatz fest, meist einen Festzins. Dieser liegt aber zum Teil deutlich unter dem Marktniveau.

    Vorteile für beide Seiten

    Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren: Die Beschäftigten finanzieren günstig, die Arbeitgeber betreiben mit diesem Instrument Mitarbeiterbindung. Arbeitnehmer sollten aber einen gewichtigen Haken beachten. Sobald Sie das Unternehmen verlassen, kann der Arbeitgeber die Restschulden sofort und komplett zurückfordern. Beschäftigte müssten in diesem Fall umschulden. Das verursacht Kosten. Finden Sie keinen alternativen Kreditgeber, sehen Sie sich sogar gezwungen, in der Firma zu verbleiben. Bestenfalls wissen Arbeitnehmer deshalb vor dem Abschluss des Arbeitgeberdarlehens, dass Sie bis zum Ende der Laufzeit für das Unternehmen arbeiten wollen. Sie können aber auch bedenkenlos einen Mitarbeiterkredit vereinbaren, wenn Sie sicher sind, dass Sie mögliche Restschulden ohne Probleme stemmen könnten.

    Steuerliche Behandlung

    Der Arbeitgeber gewährt bei Mitarbeiterkrediten geldwerte Vorteile, die der Besteuerung unterliegen. Steuern fallen auf die Ersparnis zu den gewöhnlichen Kreditkonditionen an. Als Maßstab ziehen die Finanzbehörden die Durchschnittszinssätze heran, welche die Deutsche Bundesbank veröffentlicht. Liegt der Zinssatz des Personaldarlehens bei 2 % und der marktübliche Zinssatz bei 3 %, gelten die Kosten für den einprozentigen Unterschied als zu versteuernder Vorteil. Bis zu einer Freigrenze von 44 Euro im Monat bleiben diese geldwerte Vorteile aber steuerfrei. Überschreitet ein Arbeitnehmer diese Grenze, zahlt er für den kompletten Betrag Steuern. Achtung: Zu der Freigrenze von 44 Euro zählen neben Zinsvorteilen alle Sachbezüge, zum Beispiel Tank- und Warengutscheine.

    KfW-Förderbank und öffentliche Förderung

    Die öffentlich-rechtliche Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt zahlreiche private und gewerbliche Vorhaben, die aus Sicht des Staats dem Gemeinwohl zugutekommen. Sie fördert solche Projekt mit leicht verfügbaren Krediten, die sich durch geringe Zinssätze unter dem Marktniveau und durch liberale Rückzahlbedingungen auszeichnen. Seit einigen Jahren fokussiert sich die Bank auf drei Bereiche: Erstens fördert Sie Maßnahmen, die der Energiewende dienen. Sie finanziert Projekte für erneuerbare Energien und zur Energieeffizienz, etwa die Installation einer Photovoltaikanlage und eine energetische Sanierung. Zweitens stellt Sie Existenzgründern und Unternehmern Kredite bereit. Drittens können Studierende bei der KfW einen Bildungskredit beantragen. Im Gegensatz zum BAföG spielen die persönlichen und elterlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse keine Rolle.

    Auf der Homepage der KfW können sich Interessierte umfassend über das Angebot informieren, dort finden Sie die zahlreichen Förderprogramme mit den detaillierten Bedingungen. Die meisten der Förderkredite beantragen Sie und Unternehmer aber nicht direkt bei der KfW, sondern bei ihrer Hausbank. Dort müssen Sie auch die entsprechenden Nachweise wie Rechnungen vorlegen. Achtung: In der Regel müssen Kunden den Kreditantrag vor der Realisierung eines Projekts stellen. Bei anderen Förderkrediten, insbesondere dem Studienkredit, wenden sich Interessierte dagegen direkt an die KfW.

    Leasing

    Als Alternative zu einer kreditfinanzierten Anschaffung kommt ein Leasingvertrag infrage. Diese Verträge finden sich vor allem in den Bereichen Fahrzeuge, Baumaschinen und Bürogeräte. Leasing lässt sich als eine Art Vermietung betrachten: Der Leasinggeber schafft ein Produkt an und überlässt es gegen monatliche Leasingraten dem Leasingnehmer. Das Eigentumsrecht verbleibt beim Leasinggeber. Am Ende der Laufzeit muss der Leasingnehmer den Gegenstand wieder zurückgeben. Bis dahin zeichnet er sich für die Instandhaltung des Produkt verantwortlich.

    Varianten

    Leasingverträge lassen sich in vielen Formen gestalten. Meist zahlen die Leasingnehmer über die gesamte Laufzeit feste Raten, es gibt aber auch Verträge mit variablen Raten oder Mietvorauszahlungen. Die beiden Seiten können eine Restwertfixierung vereinbaren, das kann zu Lasten des Leaingnehmers gehen. Im Vertrag schreiben Sie einen Restwert fest, der am Ende der Laufzeit übrigbleiben soll. Unterschreitet der Wert zum Vertragsende diese Summe, muss der Leasingnehmer die Differenz zahlen. Als vorteilhaft für Sie erweist sich dagegen eine Beteiligung am Verwertungserlös. Nach dem Laufzeitende übernimmt der Leasinggeber das Produkt wieder und veräußert es, Leasingnehmer erhalten daran einen festgelegten Anteil. Vielfach schreiben die Vertragspartner eine Verlängerungs- oder Kaufoption fest. Leasingnehmer können diese Option in Anspruch nehmen und bei einer Kaufoption den Gegenstand zur im Vertrag festgelegten Summe übernehmen. Speziell bei Fahrzeugen kann im Vertrag eine Kilometerbegrenzung stehen: Überschreiten Sie diesen Wert, müssen Sie einen bestimmten Betrag zahlen. Erwähnung verdient auch das Service-Leasing: Gegen eine monatliche Gebühr kümmert sich der Leasinggeber über die Instandhaltung des Gegenstands und alle anderen notwendigen Arbeiten. Bei einem geleasten Kopierer wartet er zum Beispiel das Gerät regelmäßig und liefert Ersatzfarbe.

    Für und Wider

    Für einen Leasingvertrag spricht, dass der Leasinggeber zu einhundert Prozent die Finanzierung stemmt. Die Leasingnehmer müssen keinen Kredit aufnehmen. Sie gehen nur eine regelmäßige Zahlungsverpflichtung ein. Bei kürzeren Verträgen liegt die Gesamtsumme deutlich unter der Investitionssumme. So können Sie und Unternehmen zum Beispiel für fünf Jahre ein Auto nutzen, ohne den Kaufpreis finanzieren zu müssen. Um die anschließende Verwertung müssen Sie sich auch nicht kümmern, das verantwortet der Leasinggeber. Bei Firmen liegt die Attraktivität besonders hoch, deswegen erfreut sich das Leasing im gewerblichen Bereich großer Beliebtheit. Beim Leasing müssen Betriebe weder ihr Eigenkapital antasten noch den Kreditrahmen ihrer Bank belasten. Dem stehen aber bedeutende Nachteile gegenüber, die insbesondere bei Privatpersonen schwer ins Gewicht fallen. Erstens besitzen Leasingnehmer kein Eigentum am Gegenstand. So können Sie ihn zum Beispiel nicht verkaufen, wenn Sie Geld brauchen. Zweitens gehen Sie vor allem bei Verträgen mit Restwertfixierung finanzielle Risiken ein. Drittens schneidet der Kauf auf Kredit im Vergleich zum Leasingvertrag finanziell meist deutlich besser ab.

    Beste Finanzierung abhängig Finanzierungsprojekt

    Bei der Entscheidung über eine Kreditart kommt dem Finanzierungsgegenstand eine wesentliche Bedeutung bei. Für den Autokauf eignen sich zum Beispiel andere Darlehensarten als für einen Hausbau. Gleichwohl haben Sie bei jedem Finanzierungszweck meist mehrere Typen zur Auswahl: Welche Finanzierung Sie vereinbaren sollten, wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen die Kreditsumme, die Zinsen und die finanziellen Möglichkeiten.

    Hauskauf, Baufinanzierung und Hypothek

    Bei einem Immobilienerwerb oder einem Hausbau wählen Investoren zwischen einer mit einem Grundpfandrecht besicherten Finanzierung und einem Darlehen ohne Grundbuchpfandrecht. In der Praxis findet sich vornehmlich die erste Variante, meist als Hypothekendarlehen bezeichnet. Mit dem Kreditabschluss gewährt der Kreditnehmer der Bank ein Grundpfandrecht als zusätzliche Sicherheit. Das räumt dem Kreditgeber das Recht ein, bei Zahlungsausfällen für das Grundstück und die Immobilie eine Vollstreckung durchzuführen. Die Besitzer verlieren ihr Eigentum. Sofern Sie die Raten aber immer pünktlich bezahlen, erweist sich ein Hypothekendarlehen als vorteilhaft: Dank des Grundpfandrechts verfügen Banken über eine hohe Sicherheit, deswegen zeigen Sie sich bei der Kreditvergabe großzügiger und setzen zudem die Zinsen niedriger an. Ohne dieses Grundpfandrecht würden viele Investoren keinen Kredit erhalten oder müssten zumindest deutlich höhere Zinsen zahlen. Wer allerdings über eine sehr gute Bonität verfügt, kann auch einen Immobilienkredit ohne Grundpfandrecht abschließen. Das erleichtert den Verkauf einer Immobilie während der Kreditlaufzeit. Bei einem Hypothekendarlehen verursacht das Handling des Grundpfandrechts Aufwand und Kosten, bei einem gewöhnlichen Immobilienkredit entfallen diese.

    Neues Auto finanzieren

    Für die Finanzierung eines Fahrzeugs stehen mehrere Varianten zur Verfügung: ein Kredit bei einer herstellergebundenen Bank, ein Darlehen bei einer unabhängigen Bank, Leasing und die 3-Wege-Finanzierung. Als besonders günstig erweist sich meist die Finanzierung über eine Herstellerbank. Sämtliche relevanten Autohersteller betreiben firmeneigene Banken, die Sie zur Erhöhung der Absatzzahlen nutzen. Mittels dieser Institute bieten Sie oftmals unschlagbar günstige Kreditkonditionen für ihre Modelle an, Sie sollten immer zuerst diese Möglichkeit prüfen. Alternativ können Sie eine Finanzierung bei einer unabhängigen Bank abschließen, die Zinsen liegen aber in der Regel höher. Auch das Leasing kommt infrage, eignet sich aber vornehmlich für gewerbliche Kunden. Wer sich nicht sofort für einen Kauf entscheiden will, sollte lieber die 3-Wege-Finanzierung wählen. In der ersten Vertragsphase zahlen Kunden monatliche Raten, das Auto gehört weiterhin dem Händler. Zu einem bestimmten Zeitpunkt nach drei oder vier Jahren dürfen sich Kunden entscheiden, ob Sie das Fahrzeug zurückgeben wollen, ob Sie weiter finanzieren wollen oder ob Sie den Rest der Darlehenssumme auf einen Schlag begleichen wollen. Bei der letzten Möglichkeit handelt es sich in der Regel um eine kostengünstige Möglichkeit des Autoerwerbs, eine Weiterfinanzierung kommt dagegen meistens teurer. Für beide herstellerabhängigen Finanzierungsarten, den Krediten über herstellereigene Banken sowie die 3-Wege-Finanzierung, gilt: Haben Autohersteller momentan Absatzschwierigkeiten, locken Sie mit besonders attraktiven Angeboten.

    Unternehmensgründung finanzieren

    Der Staat unterstützt Existenzgründungen in vielfältiger Form, vor allem die unterschiedlichen Förderkredite der öffentlich-rechtlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau verdienen Beachtung. Diese Darlehen zeichnen sich durch Zinssätze weit unter Marktniveau, liberale Vergabekriterien und ansprechende Rückzahlungsbedingungen aus. Solche KfW-Kredite sollten Firmengründer angesichts der günstigen Konditionen stets gewöhnlichen Bankkrediten vorziehen. Auch andere staatliche Institutionen stellen vielfältige Förderungen parat, zum Beispiel die einzelnen Bundesländer sowie die Arbeitsagenturen mit dem sogenannten Gründungszuschuss. Interessierte sollten sich ausführlich informieren.

    Im Einzelnen unterscheiden sich die Voraussetzungen deutlich, die jeweiligen Anforderungen sowie den Umfang der Förderung müssen Interessierte recherchieren. Eines gilt aber bei allen Programmen: Existenzgründer müssen einen möglichst überzeugend formulierten Businessplan vorlegen. Darin beschreiben Sie ihre Geschäftsidee, die geplante Umsetzung sowie ihre persönliche Eignung. Sie fügen ein umfassendes und fundiert ausgearbeitetes Zahlenwerk an. Dort listen Sie zum einen die einmaligen und dauerhaften Kosten auf. Zum anderen schätzen Sie ihre Einnahmen. Diese Schätzungen müssen Sie begründen.

    Urlaub finanzieren

    Nicht nur Waren, auch Dienstleistungen wie ein Urlaub können Sie mit einem Kredit finanzieren. Zuerst sollten Sie aber ernsthaft überlegen, ob Sie diesen Weg beschreiten wollen: Auf einen Urlaub lässt sich im Gegensatz zu einem dringend notwendigen Auto oder einer Waschmaschine im Notfall verzichten. Wegen einer Reise sollten Sie nur in gut begründeten Situationen die Zinszahlungen auf sich nehmen. Eine solche Lage kann zum Beispiel eintreten, wenn ein Urlaub dem Besuch von Verwandten dient oder Reisende ihn aufgrund der psychischen Verfassung unbedingt brauchen. Eventuell ergibt sich auch aktuell die Chance auf eine Reise, das Geld dafür steht Urlaubern aber erst in einigen Monaten zur Verfügung.

    Im letzten Fall, bei einem kurzfristigen Finanzierungsbedarf, eignet sich ein Dispo-Kredit für die Finanzierung. Kreditnehmer können ihn schnell und flexibel zurückbezahlen, Sie gehen keine langfristigen Verpflichtungen ein. Als Alternative können Interessierte Ratenzahlungen beim Dienstleister oder eine Finanzierung ohne Verwendungszweck nutzen. Bei beiden Varianten müssen Sie mit eher hohen Zinssätzen rechnen, die Sie über eine längere Zeitspanne belasten. Ausnahme: Reiseveranstalter versuchen mit niedrigen Zinsen, Umsätze zu erwirtschaften. Bei einer ausgiebigen Suche können Sie auf manches Schnäppchen stoßen.

    Kleinere Anschaffungen finanzieren

    Bei überschaubaren Investitionen kommen Bankkredite meist nicht infrage. Erstens vergeben Institute Kredite erst ab einer gewissen Summe, weil ansonsten der Verwaltungsaufwand zu hoch liegt. In der Regel müssen Sie mindestens 1.000 Euro aufnehmen, bei vielen Kreditgeber noch deutlich mehr. Zweitens schlagen mögliche Gebühren bei einem geringen Darlehensbetrag massiv zu Buche. Drittens gibt es für die Finanzierung kleinerer Anschaffungen meist attraktive Alternativen, die Händlerkredite. Der Ratenkauf erweist sich oftmals als billigste Variante: Viele Händler verlangen nur sehr geringe Zinsen oder locken mit einer Nullfinanzierung. Günstiger lassen sich geringe Investitionssummen nicht finanzieren. Als Alternative für kleinere Anschaffungen steht der Dispo-Kredit zur Verfügung. Dieser eignet sich aber nur, wenn Käufer das Konto vergleichsweise rasch wieder ausgleichen können.

    Fazit: Langfristige Finanzierungen sorgfältig planen

    Jeder Finanzierung sollte eine gründliche Planung vorausgehen. Dieser Tipp gilt insbesondere für Finanzierungen, die sich über mehrere Jahre oder wie bei Immobilien über einige Jahrzehnte erstrecken. Nur mit einer intensiven Vorbereitung schließen Investoren zum einen immense Mehrkosten und zum anderen die Gefahr der Überschuldung aus. Bei einer solchen Finanzplanung verdienen zahlreiche Aspekte Beachtung. Dazu zählt die eigene Finanzkraft sowie die Lebensplanung. Wer sich zum Beispiel bald einen Kinderwunsch erfüllen will, muss die dadurch entstehenden Kosten einrechnen. Zudem sollten Sie sich detailliert mit den vielfältigen Finanzierungsarten, die sich durch unterschiedliche Vor- und Nachteile auszeichnen, beschäftigen. Nach sieben Jahren Auto-Leasing kommt die Erkenntnis, dass ein Kredit bei einer Herstellerbank besser gewesen wäre, zu spät.

    Die Wahl einer bestimmten Finanzierungsart stellt aber nur den ersten Schritt dar. Auch die Details von Verträgen interessieren, gerade bei langfristigen Darlehen. Bei einer Baufinanzierung lässt sich zum Beispiel schlecht überblicken, ob sich die finanziellen Spielräume zum Beispiel durch einen Jobwechsel vergrößern. Vielleicht ergibt sich im Laufe des Vertrags auch ein besseres Finanzierungsangebot, das eine Umschuldung attraktiv macht. Dafür benötigen Sie möglichst flexible Verträge, die hohe Sondertilgungen und die vorzeitige Kündigung zu niedrigen Gebühren oder kostenlos ermöglichen. Schließlich kommt es darauf an, ein kostengünstiges Angebot abzuschließen. Interessierte sollten die Kosten vieler Anbieter miteinander vergleichen und nicht nur auf die Zinssätze, sondern auch auf die Gebühren achten.

  • Beratung & Hilfe bei Schulden

    Aus jeder schwierigen Lebenssituation findet sich ein Ausweg, das gilt auch bei Überschuldung. Das erfordert aber, dass sich Betroffene ihrer Lage stellen und sie nicht ignorieren. Bei überschaubaren Schulden können sie das Problem eventuell selbst lösen, indem sie sich durch Ausgabenreduzierungen finanzielle Spielräume verschaffen und mit den Gläubigern Abzahlpläne aushandeln. Bei einer tatsächlichen Überschuldung ohne kurzfristige Lösungsmöglichkeit empfiehlt sich dagegen fast immer professionelle Hilfe in Form einer Schuldenberatung. Ein Besuch mag viele Überwindung kosten, er zahlt sich jedoch aus. Mit der Unterstützung von Experten lässt sich eine neue Lebensperspektive entwickeln.

    Richtiger Umgang mit Schulden

    Viele Schuldner überfordert die Masse an Rechnungen und Mahnungen, sie verlieren die Übersicht. Aber der Übersicht bedarf es, um Schlimmes wie Pfändungen abzuwenden und um sich mittelfristig wieder finanzielle Luft zu verschaffen. Eine Schuldenbefreiung setzt immer voraus, dass Betroffene all ihre Unterlagen und Forderungen ordnen. Auf dieser Basis können sie oder ein Schuldnerberater erkennen, welche Vorgehensweise sich beim Kontakt mit Gläubigern und beim Abbezahlen der Schulden empfiehlt.

    Post nicht ignorieren

    Ein wichtiger Tipp zu Anfang: Niemand sollte Briefe ungeöffnet verstauen, weil Angst vor einer weiteren Rechnung besteht. So handeln viele Überschuldete, weil sie das wachsende Unheil nicht schwarz auf weiß lesen möchten. Tatsächlich können sich in einem Briefumschlag schlechte Nachrichten verbergen. Aber gerade deshalb sollten die Empfänger sie unbedingt lesen. Nur mit dem Wissen um den Inhalt können sie angemessen reagieren, etwa Widerspruch einlegen, eine sehr dringende Rechnung sofort bezahlen oder den Gläubiger um eine Fristverlängerung bitten. Ohne den Mut, sämtliche Post zu öffnen, kann die Schuldenbewältigung nicht zum Erfolg führen.

    Überblick über Gläubiger behalten

    Wer Briefe und im Internetalter auch vermehrt nur per E-Mail zugestellte Rechnungen wahrnimmt, behält die Übersicht über alle ausstehenden Forderungen. Bestenfalls heften Betroffene sämtliche Briefe beziehungsweise Ausdrucke in einem Ordner ab und sortieren diese nach Gläubigern. Vorne sollten sie ein extra Blatt hinzufügen, auf dem sie die Gläubiger mit den einzelnen Geldsummen, dem Datum der Rechnung sowie dem Datum etwaiger Mahnungen auflisten. So erkennen sie immer den aktuellen Schuldenstand und besonders drängende Forderungen.

    Überschuldete verfügen über nicht genügend Geld, um sofort alle Rechnungsbeträge bezahlen zu können. Die Übersicht soll im ersten Schritt dazu dienen, Schwerpunkte bei der Rückzahlung der Schulden setzen zu können. Leiten Gläubiger ein Mahnverfahren oder gar die Pfändung ein, entstehen für die Schuldner hohe Kosten. Deswegen sollten Betroffene zuerst die Rechnungen begleichen, bei denen die negativsten Konsequenzen unmittelbar bevorstehen. Sie verhindern damit, dass sie noch tiefer in die Verschuldung rutschen. Zudem können sie nur auf Basis einer solchen Übersicht Maßnahmen wie die Bitte um Ratenzahlung einleiten. Deswegen benötigt auch ein Schuldenberater eine solche Aufstellung, ohne sie kann er nicht helfen.

    Priorität auf notwendige Kosten setzen

    Zugleich sollten Betroffene ihre finanziellen Verhältnisse in puncto Einnahmen und Ausgaben in den Blick nehmen. Nur wenn die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, können sie die Schulden abbauen. Andernfalls häufen sie neue an. Die Ausgaben sollten Überschuldete möglichst stark reduzieren: Umso mehr Überschuss sie jeden Monat erwirtschaften, desto schneller können sie die Schuldensumme senken.

    Fixkosten minimieren

    Schuldner sollten auf teure und unnötige Einzelausgaben wie beispielsweise einen Urlaub verzichten, das liegt auf der Hand. Viele übersehen aber die Fixkosten, also die regelmäßig anfallenden, oftmals per Lastschriftverfahren abgebuchten Ausgaben. Diese verdienen aber eine intensive Aufmerksamkeit: Wer hier Posten streichen oder zumindest die Kosten senken kann, verschafft sich dauerhaft mehr finanzielle Spielräume. Deswegen sollten Überschuldete alle Abbuchungen auflisten, die regelmäßig, ob monatlich oder nur jährlich, auf den Kontoauszügen auftauchen. Diese Liste sollten sie im Anschluss betrachten und sich fragen, ob sie diese Leistungen überhaupt brauchen. Unnötiges wie etwa Zeitschriftenabos oder manche Vereinsmitgliedschaft sollten sie sofort kündigen. Auch nicht jede Versicherung lohnt sich, so halten viele Verbraucherschützer zum Beispiel eine Hausratsversicherung und eine Auto-Insassenversicherung für entbehrlich. Sinnvolle Versicherungen wie eine private Haftpflichtpolice sollten Versicherungsnehmer dagegen unbedingt behalten, sie bewahrt im Versicherungsfall vor noch mehr finanziellem Ungemach. Überschuldete sollten auch dem Kommunikationsbereich Beachtung schenken: Läuft ein teurer Handyvertrag aus, sollten sie ihn eventuell kündigen und mit einem günstigen Prepaid-Tarif ohne Grundgebühr vorliebnehmen.

    Einsparpotenziale realisieren

    Bei notwendigen Ausgaben können Verbraucher häufig mit einem Anbieterwechsel ihre Kosten senken. So sollten sie beim Strom und bei wichtigen Versicherungen Preisvergleiche durchführen, mithilfe von einem der zahlreichen Online-Rechnern können sie das im Nu erledigen. Nach der Eingabe der jeweils relevanten Daten sehen sie sofort, wie viel Geld sie mit einem Tarifwechsel sparen können. Sollten sich Einsparpotentiale ergeben, sollten sie sofort den Wechsel einleiten. Zuerst sollten sie den alten Vertrag kündigen, in der Kündigungsbestätigung sehen sie dann, wann die Laufzeit endet. Zu diesem Zeitpunkt können sie dann sogleich den neuen Anbieter beauftragen. Beim Strom geht es noch leichter, hier müssen sie nur den gewünschten Neuversorger kontaktieren. Dieser wendet sich an den alten Anbieter und führt den Wechsel durch.

    Kontakt zu Gläubigern aufnehmen

    Überblicken Betroffene ihre finanzielle Situation, sollten sie einen Abzahlplan entwerfen. Sie sollten dabei abwägen, wie sie mit den einzelnen Forderungen umgehen sollen und welchen Spielraum Gläubiger eventuell lassen könnten. Grundsätzlich gilt: Schuldner sollten erstens ihre Gläubiger kontaktieren. Damit haben diese ein Zeichen, dass sich sie die Betroffenen um die ausstehenden Summen kümmern und sehen möglicherweise von weiteren Mahnschritten und der Pfändung ab. Zweitens wollen Gläubiger am liebsten schnell Geld sehen, auch wenn es sich nur um einen Teil des Betrags handelt.

    Mit Gläubigern verhandeln

    Im Gespräch oder in der schriftlichen Kommunikation sollten Verschuldete versuchen, mit den Gläubigern eine realistische Perspektive zu vereinbaren. Diese kann aus einer Anzahlung und mehreren Raten bestehen. Wichtig ist, dass Schuldner eine solche Abmachung tatsächlich einhalten. Sie sollten nichts versprechen, was ihre finanziellen Möglichkeiten erneut übersteigt. Zugleich sollten Betroffene vor den Kontakten einschätzen, welchem Gläubiger sie welchen Vorschlag unterbreiten. Bei hohen Beträgen, bei denen sie schon länger im Verzug sind, sollten sie auch eine höhere Anzahlung und höhere Raten anbieten. Ob Gläubiger auf solche Angebote eingehen, kann selbstverständlich niemand wissen. Eine gesetzliche Pflicht besteht nicht. Verschuldete sollten es aber versuchen, oftmals erklärt sich die andere Seite zu einem Abzahlplan bereit. Viele Gläubiger wollen die Angelegenheit lieber auf diese Weise regeln, da sie eine Privatinsolvenz befürchten: Bei dieser müssten sie gegebenenfalls auf Teile des Gelds verzichten.

    Termine mit Gerichtsvollzieher wahrnehmen

    Beantragt ein Gläubiger einen Vollstreckungstitel, taucht irgendwann ein Gerichtsvollzieher an der Wohnungstüre auf. Im Regelfall kündigt er sich nicht an. Sollte er niemanden antreffen, hinterlässt er ein Schreiben mit der Ankündigung eines weiteren Termins. Betroffene sollten dann entweder vor Ort sein und die Türe öffnen oder den Gerichtsvollzieher zuvor kontaktieren und einen individuellen Termin vereinbaren. Das Ignorieren empfiehlt sich dagegen nicht, das vergrößert den Ärger bloß. Bei einem Wohnungsbesuch fragt ein Gerichtsvollzieher, ob ein Schuldner die Forderung sofort begleichen kann. Kann er dies nicht leisten, kann der Gerichtsvollzieher zur eigentlichen Vollstreckung schreiten. Er kann in der Wohnung befindliche Vermögenswerte einziehen.

    Was Gerichtvollzieher pfänden

    Gerichtsvollzieher dürfen nur bestimmte Gegenstände mitnehmen, die einen gewissen Wert besitzen und die Schuldner nicht zu einer bescheidenen Lebensführung benötigen. Betroffene dürfen zum Beispiel wichtige Geräte und Möbel des Lebens behalten, dazu zählen eine Waschmaschine, ein Kühlschrank und ein Bett. Darüber hinaus dürfen sie weiterhin Gegenstände besitzen, die sie für ihren Beruf oder aus gesundheitlichen Gründen brauchen. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Computer handeln, wenn Schuldner diesen zur Ausübung ihres Jobs verwenden. Andernfalls müssen sie ihn abgeben. Das Gleiche gilt für ein Auto: Betroffene müssen entweder darlegen, dass sie nur mit ihm zur Arbeitsstelle fahren können. Oder sie müssen nachweisen, dass sie angesichts körperlicher Einschränkungen nur mit einem Auto ihren Alltag bewältigen können.

    Eidesstattliche Versicherung

    Bei dieser Gelegenheit nimmt der Gerichtsvollzieher auch die Eidesstattliche Versicherung ab. Schuldner müssen sich umfassend über ihre Vermögensverhältnisse erklären. Diese Fragen müssen sie wahrheitsgemäß beantworten. Eventuell können sie die Abgabe hinauszögern, wenn sie zuerst Bankunterlagen beschaffen müssen. Das Einreichen muss dann aber zeitnah erfolgen.

    Kontopfändung

    Zugleich kann sich eine Pfändung auf das Girokonto auswirken. Ein Gericht kann eine entsprechende Maßnahme anordnen, das Dokument sendet sie der Bank zu. Diese sperrt darauf hin das Konto, Schuldner haben keinen Zugriff mehr. In der Regel teilt die Bank dieses schriftlich mit und verweist auf den entsprechenden Gerichtsbeschluss. Dabei handelt es sich um einen schwerwiegenden Eingriff, deswegen sollten Betroffene schnell handeln: Jeder Mensch hat ein Anspruch auf ein Existenzminimum, in diesem Fall bedeutet das ein monatlich verfügbarer Betrag von rund 1.000 Euro. Diesen können sie aber nur von ihrer Bank abheben beziehungsweise für Überweisungen verwenden, wenn sie beim zuständigen Gericht einen Antrag auf Freigabe des Kontos in Höhe des pfändungsfreien Einkommens stellen und sämtliche Einkommensbescheide einreichen.

    Gegen Pfändungen wehren

    Grundsätzlich können Schuldner eine Pfändung nicht verhindern. Es besteht durch Beschluss eines Gerichts ein entsprechender Vollstreckungsbescheid, der sich nicht mehr anfechten lässt. Eine angebliche Unrechtmäßigkeit von Forderungen hätten Betroffene im Vorfeld anzeigen müssen, indem sie zum Beispiel Widerspruch gegen eine Rechnung eingelegt hätten. Das zeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig um solche Angelegenheiten zu kümmern. Im Falle der Pfändung können sie nur noch bezüglich der Art Einwände vorbringen. So können sie sich gegen das Einziehen einzelner Gegenstände wehren, wenn sie diese als Bestandteil einer bescheidenen Lebensführung sehen oder wenn sie diese für ihre berufliche Tätigkeit benötigen. Am besten überzeugen sie den Gerichtsvollzieher bereits vor Ort. Die Beschlagnahme lässt sich auch verhindern, wenn ein Produkt per Ratenzahlung gekauft wurde und diese noch nicht abgeschlossen ist. Dann gehört es noch dem Handelsgeschäft und kann nicht eingezogen werden. Betroffene sollten den Kaufvertrag vorlegen. Sollte aber der Eigentümer des Produkts die Vollstreckung beantragt haben, muss der Gerichtsvollzieher es mitnehmen. Widersprechen können Schuldner auch, wenn Gegenstände einem Mitbewohner gehören. Auch hier sollten sie direkt beim Termin darauf hinweisen.

    Schuldnerberatung einschalten

    Spätestens bei einer erfolgten Pfändung sollten sich Überschuldete an einen Schuldnerberater wenden, um Möglichkeiten zur Problemlösung zu erörtern. Bestenfalls besuchen Betroffene aber schon lange zuvor eine Schuldenberatung, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Wer früh genug professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, kann Gläubiger mit einem überzeugenden Schuldenmanagement von diesem Schritt abhalten.

    Schuldnerberatung in Anspruch nehmen

    Können Verschuldete ihre finanziellen Probleme nicht mehr eigenständig lösen, empfiehlt sich der zeitnahe Gang zu einem Schuldenberater. Dieser Zweig der Lebenshilfe hat sich erst in den letzten Jahren breit entwickelt und professionalisiert, heute leisten die Schuldnerberater in ganz Deutschland wertvolle Dienste. Dabei handelt es sich aber immer um Hilfe zur Selbsthilfe: Kein Betroffener sollte erwarten, dass eine solche Stelle die Probleme kurzerhand beseitigt. Schuldenberater zeigen aber einen Weg auf, wie sie sich bewältigen lassen. Dabei belassen sie es nicht bei grundsätzlichen Empfehlungen, sie geben konkrete Handlungstipps.

    Ganzheitliche Beratung

    Schuldnerberatungen unterscheiden sich in ihren Arbeitsgrundsätzen: Manche Beratungsstellungen beschränken sich auf Hilfe in finanziellen Fragen. Andere verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, die meisten Betroffenen sollten lieber auf solche Hilfsangebote setzen. Diese beziehen zum Beispiel psychologische Probleme mit ein. Oftmals führen hohe Schulden zu einer psychischen Belastung, welche die Überwindung zusätzlich erschwert. Es kann aber auch sein, dass psychische Schwierigkeiten erst in die Überschuldung geführt haben. In beiden Fällen ist es wichtig, diese zu behandeln. Nur so fassen Betroffene wieder Tritt und können sich mit neuem Elan aus der Schuldenfalle befreien. Eine ganzheitliche Beratung thematisiert zudem juristische Aspekte. Rechtliche Probleme gehen mit den finanziellen meist einher, wenn es zum Beispiel um die Privatinsolvenz oder Mietverträge geht. Bestenfalls kümmert sich eine Beratungsstelle auch darum. Einer Betreuung bedarf es manchmal auch bei der Jobsuche, ein Schuldenberater sollte zumindest auf Kooperationspartner verweisen können, die etwa Weiterbildungen organisieren. Ein fester Job mit einem ansprechenden Gehalt stellt für Arbeitslose einen großen Schritt aus der Schuldenfalle dar. Innerhalb von Familien können hohe Schulden auch zu zwischenmenschlichen Verwerfungen führen, mit einer Familienberatung lassen sich diese bewältigen.

    Erfahrung im Umgang mit Gläubigern

    Der Verhandlung mit Gläubigern kommt bei der Entschuldung eine große Bedeutung zu. Vereinbarungen mit ihnen über Ratenzahlungen oder vorübergehende Stundungen vermeiden, dass diese den juristischen Weg begehen und zum Beispiel eine Pfändung durchsetzen. Eine Schuldenberatung hilft, solche Schritte abzuwenden. Erstens können Berater auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Zwar reagieren Gläubiger teilweise unterschiedlich, aber vielfach gleichen sie sich in ihrem Verhalten. So lassen sie sich oftmals von fundiert formulierten Abzahlungsplänen überzeugen, da es ihnen bürokratischen Aufwand erspart. Zweitens profitieren Betroffene vom Ansehen einer Schuldnerberatung. Kontaktieren Berater Gläubiger, wissen diese, dass sich Verschuldete professionelle Hilfe geholt haben. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Schulden begleichen können. Drittens formulieren Schuldenberater Briefe an Gläubiger in einem angemessenen Ton. Nicht alle Betroffenen können das selbst erledigen. Sie kennen eventuell die formalen Kriterien an Korrespondenz nicht oder können als Migrant aufgrund mangelnder Kenntnisse des Wortschatzes und der Grammatik nicht in gutem Deutsch formulieren.

    Erarbeitung eines Lösungskonzepts

    Ein wesentlicher Baustein einer Beratung bildet das Formulieren einer Perspektive. In einem solchen detaillierten Konzept halten Betroffene und die Schuldenberatung die Schritte fest, welche zu einer nachhaltigen Entschuldung führen. Dazu zählt eine Aufstellung von Einkommen und Ausgaben, welche die finanziellen Spielräume für das Begleichen der Schulden aufzeigt. Zudem beinhaltet ein solches Konzept eine Liste der Forderungen und einen Plan, wie sich diese nach und nach bezahlen lassen. Die Ergebnisse der Verhandlungen mit den Gläubigern fließen mit ein: In diesem Dokument finden sich die ausgehandelten Zahlungstermine für Raten, die Betroffene in der Folge unbedingt einhalten sollten. Zusätzlich schreiben beide Seiten weitere Aufgaben nieder, die es zu erledigen gilt. Das kann zum Beispiel die Kündigung von Abos oder den Wechsel des Stromanbieters betreffen, mit denen sich die Fixkosten reduzieren lassen. Es kann sich auch um die Suche nach Nebenjobs oder um das Absolvieren von Weiterbildungen, die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, die Suche nach einer günstigeren Wohnung oder die Beantragung von Sozialleistungen wie Wohngeld handeln. Da sich die Hintergründe von Überschuldeten stark unterscheiden, gibt es auch kein allgemein gültiges Muster für ein solches Lösungskonzept. Wichtig ist nur, dass es einen nachvollziehbaren und möglichst konkreten Fahrplan zur Entschuldung darstellt, an den sich Betroffene künftig halten können.

    Anleitung und Motivation

    Schuldenberater geben vornehmlich Hilfe zur Selbsthilfe. Niemand kann erwarten, dass die Experten sämtliche Herausforderungen übernehmen. Im Wesentlichen geht es darum, Betroffene in die Lage zu versetzen, ihre Schuldenproblematik selbst zu überwinden. Deshalb handelt es sich hauptsächlich um Anleitungen für empfehlenswertes Handeln, das Verschuldete eigenständig in die Tat umsetzen müssen. Das gilt zum Beispiel für juristische Auseinandersetzungen: Rechtsexperten einer Schuldenberatung geben nur Hinweise, wie es sich etwa gegen ungerechtfertigte Mahngebühren am Klügsten vorgehen lässt. Sollten sich Betroffene dagegen wehren wollen, müssen sie aber einen eigenen Anwalt beauftragen. Kontakte können die Schuldenberater vermitteln. Verschuldete müssen insgesamt selbst Willen zeigen und Engagement aufbringen, um die Schuldenfalle zu verlassen. Im Zweifelsfall übernehmen Schuldenberater aber auch Aufgaben, etwa beim Gläubigerkontakt, wenn Schuldner das nicht selbst leisten können. Darüber hinaus motivieren sie die Betroffenen in Gesprächen, was niemand unterschätzen sollte. Häufig sehen sich die Hilfesuchenden in einer verzweifelten Lage und haben bisher mit niemandem darüber gesprochen. Muntern Schuldnerberater auf und zeigen zugleich machbare Lösungsmöglichkeiten auf, kann das viel neue Energie verleihen.

    Privatinsolvenz als letzte Rettung

    1999 hat der deutsche Gesetzgeber das Verbraucherinsolvenzverfahren eingeführt, was für hoch verschuldete Menschen eine wichtige Perspektive bedeutet. Früher mussten Betroffene ihr gesamtes Leben für angehäufte Schulden haften, viele litten bis zu ihrem Tod darunter. Mit der Möglichkeit der Privatinsolvenz hat sich das geändert: Wer die Regeln dieses Verfahrens einhält, kann sich nach spätestens sechs Jahren wieder schuldenfrei nennen. Mögliche Restschulden müssen die Gläubiger erlassen. Während dieser Phase müssen sich die Betroffenen zwar finanziell einschränken, dafür haben sie aber endlich wieder eine Perspektive. Lassen sich Schulden aufgrund der Höhe nicht mehr abbezahlen, sollten Schuldner von der Privatinsolvenz Gebrauch machen.

    Begriffserklärung

    Das Verfahren der Verbraucherinsolvenz lehnt sich stark an das Verfahren der gewerblichen Insolvenz an. Beide Instrumente dienen einem Ziel: Es soll die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit ermöglichen. Der Unterschied in der Zielsetzung besteht nur darin, dass es beim einen Verfahren um Verbraucher und beim anderen um Unternehmen geht. In beiden Fällen versuchen Gerichte einen Interessenausgleich zwischen Schuldnern und Gläubigern herzustellen. Gläubiger sollen so viel Geld wie möglich erhalten, ohne dass Verbraucher oder Unternehmen jeglicher Perspektive beraubt werden.

    Kosten

    Für das Insolvenzverfahren fallen sowohl für das Gericht als auch für den Treuhänder Gebühren an. Für das Gericht betragen sie je nach Höhe des pfändbaren Vermögens zwischen 300 und 500 Euro. Der Treuhänder verbucht 15 % aus der Insolvenzmasse, mindestens jedoch 600 Euro. Zusätzlich erhält er einen prozentualen Anteil aus den Beträgen, die er pfändet. Jährlich hat er Anspruch auf mindestens 100 Euro.

    Voraussetzung: Einigungsversuch

    Das Verbraucherinsolvenzverfahren, häufig nur als Privatinsolvenz bezeichnet, basiert auf klar formulierten rechtlichen Rahmenbedingungen und einem eindeutigen Ablauf in mehreren Schritten. Zuerst bedarf es des Versuchs, außergerichtlich eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Dazu fordert der Schuldner die Gläubiger auf, eine aktuelle Auflistung der Forderungen zuzusenden. Diese müssen dieser Bitte nachkommen. Mit diesen Dokumenten gehen Betroffene zu einer Schuldnerberatung, Berater und Verschuldeter formulieren auf dieser Basis einen sogenannten Schuldenbereinigungsplan mit konkreten Vorschlägen, wie der Schuldner die Forderungen begleichen will. Diesen Schuldenbereinigungsplan senden Betroffene an sämtliche Gläubiger. Stimmen alle zu, war der außergerichtliche Einigungsversuch erfolgreich. Eine Privatinsolvenz ist nicht vonnöten. Lehnt dagegen nur ein Gläubiger den Plan ab, gilt der Versuch als gescheitert. Eine staatlich anerkannte Schuldnerberatung stellt daraufhin ein Dokument aus, welches das Scheitern feststellt. Mit diesem Dokument lässt sich das gesetzliche Schuldenbereinigungsverfahren einleiten.

    Gesetzliches Schuldenbereinigungsverfahren

    Nun schalten Betroffene ein Gericht ein, Insolvenzgerichte zeichnen sich für diese Angelegenheiten verantwortlich. Dafür füllen sie einen amtlichen Vordruck aus und fügen dem die Bestätigung über den gescheiterten Einigungsversuch bei. Zusätzlich dokumentieren sie ihre Vermögensverhältnisse und listen die Gläubiger sowie die Höhe der Forderungen auf. Auch den ausgearbeiteten Schuldenbereinigungsplan legen sie bei. Diese Unterlagen prüft der zuständige Richter auf eine tatsächlich vorhandene Überschuldung. Dafür gibt es keine Richtwerte wie eine Mindestverschuldung. Der Richter muss nur zu dem Eindruck gelangen, dass ein Antragssteller die Schulden in absehbarer Zeit nicht tilgen kann. Zudem kontrolliert er die eingereichten Unterlagen auf die Erfolgsaussichten. Sieht er diese, schickt er den Plan an die Gläubiger und fordert diese zur Stellungnahme auf. Bejahen diese den Schuldenbereinigungsplan, kommt es nicht zu einer Privatinsolvenz. Dann begleichen Schuldner die Forderungen auf Basis dieses Plans. Im Gegensatz zum außergerichtlichen Einigungsversuch kann ein Richter einzelne Gläubiger zur Zustimmung zwingen. Diese Möglichkeit kann er dann ergreifen, wenn zu wenige Gläubiger den Vorschlag verweigern. Dabei gilt eine doppelte Hürde: Nur mindestens die Hälfte der Gläubiger, die Minimum 50 % der Forderungen anbringen, können den richterlichen Zwang zum Schuldenbereinigungsplan verhindern. Sollte Gläubiger diese doppelte Mehrheit für eine Verweigerung erzielen, eröffnet das Gericht das Insolvenzverfahren.

    Wohlverhaltensphase

    Bei einem eröffneten Insolvenzverfahren folgt die Wohlverhaltensphase, die in der Regel sechs Jahre umfasst. Innerhalb dieses Zeitraums können die Schuldner nur auf das nicht-pfändbare Arbeitseinkommen zugreifen, Beträge darüber hinaus pfändet ein vom Gericht eingesetzter Treuhänder und verteilt sie an die Gläubiger. Die Höhe des nicht-pfändbaren Einkommens bemisst sich nach der Anzahl der Personen, für welche der Schuldner unterhaltspflichtig ist. Je mehr Kinder Betroffene unterhalten müssen, desto mehr Geld hat er zur Verfügung. Menschen ohne Kinder können in etwa 1.000 Euro für den eigenen Lebensunterhalt nutzen. Die Tabelle wird aber regelmäßig angesichts der Preissteigerungen leicht nach oben angepasst. Zu Beginn der Wohlverhaltensphase zieht der Treuhänder zudem sämtliche vorhandene Vermögenswerte wie Sparguthaben und wertvolle Sachgegenstände ein und verwendet diese ebenfalls zur Schuldentilgung. Die Bezeichnung Wohlverhaltensphase rührt aus der Erwartung, dass sich die Betroffenen anstrengen. Sie müssen sich zum Beispiel um einen Job beziehungsweise bei vorhandener, niedrig bezahlter Arbeitsstelle um eine besser entlohnte Tätigkeit kümmern. Wer diesen Anforderungen nicht gerecht wird, muss später mit einer Ablehnung der Restschuldenbefreiung rechnen. Zudem müssen Betroffene umfassend mitwirken, das heißt unter anderem, dass sie sofort über den Wechsel des Wohnorts oder einer Arbeitsstelle informieren.

    Restschuldenbefreiung

    Ein zentraler Vorteil der Verbraucherinsolvenz besteht in der Restschuldenbefreiung. Der Gesetzgeber hat das Verfahren zeitlich auf sechs Jahre begrenzt, in denen die Schuldner einen möglichst hohen Anteil der Forderungen begleichen. Antragssteller stehen aber nicht in der Pflicht, die Schulden in voller Höhe zu bezahlen. Sie müssen in diesem Zeitraum auch keine gewisse, prozentuale Hürde übertreffen. Sie müssen nur nachweisen, dass sie sich zum Beispiel bezüglich Job bemühen. Auf Antrag kann das Insolvenzgericht am Ende des Verfahrens den Beschluss fassen, dass Gläubiger auf sämtliche Restforderungen verzichten müssen. Diese können dagegen mit einem eigenen Antrag vorgehen: Sie müssen dabei nachweisen, dass der Schuldner gegen seine Verpflichtungen verstoßen hat. Dazu zählt neben dem mangelnden Kümmern um eine angemessene Arbeitsstelle die falsche Information über Einkünfte beziehungsweise Vermögen. Beschließt das Insolvenzgericht zugunsten des Schuldners die Restschuldenbefreiung, können Gläubiger fortan keine Zahlungen mehr einfordern. Ausnahmen bestehen nur bei Forderungen, die aus Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten resultieren, etwa aus Bußgeldbescheiden. Auch die Verfahrenskosten müssen Schuldner in voller Höhe überweisen, sofern sie nicht schon während des Verfahrens dafür aufkommen konnten.

    Verkürzte Restschuldenbefreiung

    Mit einem 2013 beschlossenen und zum 1. Juli 2014 in Kraft tretenden Gesetz ermöglicht der Staat ein schnelleres Ende des Verfahrens. Betroffene können bereits nach drei Jahren wieder eigenständig und schuldenfrei über ihre Finanzen verfügen. Dazu müssen sie innerhalb dieses Zeitraums 35 % der Forderungen begleichen und sich an die Regeln der Wohlverhaltensphase gehalten haben.

    Wann ist eine Privatinsolvenz sinnvoll?

    Es ist für Betroffene immer angenehmer, Schulden ohne gesetzliches Verfahren auf Basis von Vereinbarungen mit allen Gläubigern zu bezahlen. Das spart Kosten und ermöglicht mehr finanzielle Spielräume. Eine Privatinsolvenz kommt dann infrage, wenn diese Möglichkeit wegfällt. Das trifft zu, wenn Betroffene unter so hohen Schulden leiden, dass keine Perspektive besteht. Das gilt auch für den Fall, dass einzelne Gläubiger keine Kompromissbereitschaft zeigen. In diesen Situationen sollten Verschuldete das Instrument der Privatinsolvenz nutzen. Zum einen können sie nach der Restschuldenbefreiung eine neue finanzielle Existenz aufbauen. Zum anderen gibt ihnen das Verfahren Sicherheit. Sie müssen nicht mehr täglich Mahnbescheide und Ähnliches befürchten, stattdessen können sie die Schulden in geordneten Bahnen zurückzahlen. Das stellt eine enorme psychische Erleichterung dar.

    Die richtige Schuldnerberatung finden

    Nicht jeder Schuldenberater eignet sich für Betroffene. Berater unterscheiden sich zum Beispiel im persönlichen Auftreten und in der fachlichen Qualifikation. Verschuldete sollten ein Angebot nur längerfristig wahrnehmen, wenn sie vom Gegenüber vollends überzeugt sind. Ansonsten sollten sie sich nicht scheuen, nach dem Erstgespräch den Kontakt wieder abzubrechen und eine andere Beratungsstelle aufzusuchen. Die Erfahrung zeigt: Nur wenn Betroffene Schuldenberater umfassend vertrauen, führt die Hilfe zum Erfolg.

    Persönliches Vertrauensverhältnis

    Überschuldung stellt ein heikles Problem dar, das vielen Betroffenen peinlich ist. Wollen sie Hilfe in Anspruch nehmen, müssen sie sich weitgehend öffnen und ihre finanzielle Situation vollständig darlegen. Auch über die Gründe für die aktuelle Lage müssen sie eventuell sprechen, etwa über psychische Probleme. Das fällt vielen ebenfalls schwer. Deswegen müssen sie von Beginn an ein Vertrauensverhältnis zum Schuldnerberater aufbauen. Generelle Tipps kann es bei der Bewertung nicht geben, oftmals spielt die persönliche Sympathie eine große Rolle. Manche benötigen eher einen einfühlsamen Ansprechpartner. Andere bevorzugen einen eher anpackenden Schuldenberater, der vielleicht trotz der schwierigen Situationen manchmal Scherze formuliert und die Situation damit auflockert. Ob zu einem Berater Vertrauen entstehen kann, dürften die meisten bereits beim ersten Beratungsgespräch merken.

    Schuldnerberatung ist keine staatlich geschützte Tätigkeit

    Als Schuldenberater kann sich jeder bezeichnen. Obwohl es sich um ein sensibles Thema handelt, verlangt der Staat für diese Tätigkeit keine Qualifikationen. Eine solche Hilfe können somit auch Menschen anbieten, die über keine ausreichenden Kenntnisse verfügen. Für Betroffene kann das tragische Folgen haben, weil sie deshalb etwa die Verhandlungen mit den Gläubigern falsch angehen oder in juristischen Fragen Wichtiges übersehen. Bei anderen Beratungsstellen profitieren Verschuldete wiederum von einer rundum professionellen Hilfe.

    Etablierte Institutionen vorziehen

    Gute und schlechte Angebote lassen sich an mehreren Aspekten erkennen. Erstens bieten größere Organisationen meist ansprechende Beratungen an. Sie sorgen intern mit Seminaren und Workshops für eine umfassende Qualifizierung und für stetige Weiterbildungen, so dass die Berater immer die neuen Gesetzesänderungen kennen. Selbstverständlich können sich auch unter dem Logo solcher Institutionen Mitarbeiter befinden, die eher schlecht beraten. Die Wahrscheinlichkeit, auf kompetente Beschäftigte zu treffen, liegt aber hoch. Ein weiterer Faktor bildet die personelle Ausstattung einer Schuldenberatung. Bestenfalls arbeiten dort Experten mit verschiedenen Schwerpunkten. Dann kümmern sich manche Mitarbeiter um die finanziellen Fragen, andere verantworten die psychologische Beratung und Juristen übernehmen sämtliche rechtliche Probleme inklusive der Privatinsolvenz. Vielfach können Betroffene sich vorab auf Homepages über das Angebot informieren. Spätestens beim ersten Besuch sehen sie aber, wie sich eine Beratungsstelle organisiert. Schließlich lässt sich die Qualität einer Beratung auch beim Erstgespräch einschätzen. Auch wenn Nutzer nicht alle Details der Schuldenproblematik kennen: Es lässt sich meist herausfinden, ob das Gegenüber Fragen überzeugend beantworten kann, ob es ausweicht oder ständig in Broschüren nachschauen muss.

    Qualifizierte Berater

    Häufig lassen sich Betroffene von der Begrifflichkeit „staatliche Anerkennung“ irritieren, welche viele Beratungsstellungen führen dürfen. Allerdings sagt die Bezeichnung nichts über die fachliche Qualifikation aus. Stattdessen belegt sie nur, dass diese Einrichtungen im Rahmen der Privatinsolvenz aktiv werden dürfen. Sie dürfen die Bescheinigung über das Scheitern eines außergerichtlichen Einigungsversuchs ausstellen. Dieses Recht erhalten alle Organisationen, die im Bereich der Sozialdienste wie die Caritas hoheitliche Aufgaben ausüben. Staatliche Stellen prüfen nicht, inwieweit die Beratung fundiert erfolgt. Auf dieses Merkmal sollten sich Betroffene deshalb nicht verlassen.

    Nachweis über Qualifikationen

    Da es für den Beruf der Schuldenberater auch keine staatlich geregelte Ausbildung gibt, entfällt auch ein solcher Nachweis. Alternativ können Betroffene aber auf Zertifikate über Schulungen achten. So bieten Industrie- und Handelskammern mehrmonatige Weiterbildungen zum Schuldnerberater an und stellen nach erfolgreicher Abschlussprüfung ein entsprechendes Dokument aus. Dank dieses Zertifikats wissen Verschuldete, dass sich Berater umfassend mit den wichtigsten Facetten dieser Thematik beschäftigt haben. Zudem können Betroffene prüfen, ob Berater in Teilaspekten über Berufserfahrung verfügen. In einigen Beratungsstellen arbeiten zum Beispiel Juristen, die sich auf das Gebiet der Verbraucherinsolvenz spezialisiert haben. Bei einer psychologischen Betreuung übernehmen bestenfalls studierte Psychologen diesen Part und überlassen es nicht einem Angestellten, der als Allrounder in der Beratungsstelle fungiert.

    Empfehlungen von anderen Schuldnern

    Als wichtige Hilfe können sich auch Tipps von ebenfalls Betroffenen erweisen. Sie können ihre Erfahrungen mit einzelnen Beratungsstellen weitergeben. Eventuell kennen Verschuldete im Verwandten- oder Bekanntenkreis eine Person, die sich mit dem gleichen Problem konfrontiert sah und bereits eine Beratung in Anspruch genommen hat. Vielleicht findet sich vor Ort auch ein Selbsthilfekreis, in denen die Teilnehmer Erfahrungen austauschen. Alternativ können Betroffene in Internet-Foren zu dieser Thematik recherchieren. Aber Vorsicht: Empfehlungen von anderen Schuldnern können nützlich sein, Überschuldete sollten sich aber nicht allein darauf verlassen. Niemand weiß sicher, ob die Einschätzungen der Wahrheit entsprechen. Zudem können persönliche Befindlichkeiten voneinander abweichen: Der eine hält einen Schuldnerberater unsympathisch, während ein anderer sehr gut mit ihm zurechtkommt.

    Je früher, desto besser

    Es ist wichtig, eine vertrauenswürdige und kompetente Schuldenberatung ausfindig zu machen. Betroffene sollten sich damit aber nicht zu lange Zeit lassen. Hier gilt der Grundsatz: je früher, desto besser. Je eher Überschuldete ihr Problem mithilfe einer professionellen Beratung angehen, desto leichter lässt es sich lösen. Andernfalls türmen sich die Schulden weiter auf und Gläubiger leiten juristische Schritte ein, was die Problematik deutlich verschärfen kann. Deshalb sollten sich Betroffene mit der Suche beeilen und sich bei einem wenig zufriedenstellenden Erstgespräch sofort an eine andere Schuldenberatung wenden. Zudem sollten sie, sofern sie einen solchen Kontakt unangenehm empfinden, diese persönliche Hürde schnellstmöglich überwinden. Eventuell kann es helfen, wenn Betroffene eine Beratungsstelle zuerst per E-Mail oder per Telefon kontaktieren.

    Anlaufstellen für die Schuldnerberatung

    Wer sich von einer Schuldenberatung unterstützen lassen will, kann aus verschiedenen Angeboten wählen. Mittlerweile findet sich in Deutschland ein dichtes Netz an Schuldenberatern, auch in eher ländlichen Gegenden müssen Betroffene keinem weiten Wege in Kauf nehmen. Alternativ steht zudem eine Schuldenberatung im Internet zur Verfügung. Die meisten dieser Beratungsstellen online und offline verantworten bundesweit oder regional tätige, soziale Institutionen. Dazu zählen kirchliche Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände und Stiftungen.

    Caritas

    Bei der katholischen Caritas handelt es sich um eine Organisation der freien Wohlfahrtspflege, die mit ihren 560.000 Mitarbeitern vielfältige Sozialdienste anbietet. Dazu gehört im Bereich der Lebensberatung auch die Hilfe bei Überschuldung. Die lokalen Beratungsangebote stellen eigenständige Rechtseinheiten dar, die regional unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Deshalb gibt es nicht überall mit Caritas-Niederlassungen auch Schuldnerberater, in vielen Städten und Gemeinden haben Betroffene aber eine entsprechende Anlaufstelle.

    Diakonie

    Die Diakonie stellt das evangelische Gegenstück zur Caritas dar. Auch die lokalen Ableger dieser Organisation haben in den letzten Jahren das Angebot an Schuldenberater deutlich ausgebaut. Insgesamt betreibt die Diakonie mittlerweile rund 220 Beratungsstellen, in denen Mitarbeiter mit Fachkenntnissen zu diesem Thema anzutreffen sind. Wie bei der Caritas zahlen Betroffene für den Service nichts.

    Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung

    Die 1986 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung fungiert als übergeordnete Organisation, in welcher Trägervereine wie Wohlfahrtsverbände und einzelne Schuldenberater eine Mitgliedschaft beantragen können. Diese Institution dient damit nicht als direkter Ansprechpartner für Betroffene, sondern vielmehr als Plattform für den Wissensaustausch zwischen den Experten. Das soll helfen, das Angebot stetig zu verbessern. Dabei verfolgt die Arbeitsgemeinschaft einen ganzheitlichen Ansatz: Sie konzentriert sich nicht allein auf die finanziellen Aspekte, sondern bezieht beispielsweise auch psychologische Komponenten mit ein. Die Kommunikation erfolgt unter anderem auf Seminaren und durch eigene Publikationen.

    Deutschland im Plus

    Deutschland im Plus unterstützt als private Stiftung, von der TeamBank AG ins Leben gerufen, Schuldenberatung. Erstens kooperiert die Organisation mit bereits existierenden Beratungsstellen in Köln, Düsseldorf und Essen. Zweitens organisiert die Stiftung Präventionsprogramme in Schulen: Die Stiftung sensibilisiert Schüler für das Thema Überschuldung und will so zum Beispiel davor bewahren, dass bereits junge Menschen etwa mit ihrer Handy-Nutzung Schulden anzuhäufen.

    Forum Schuldnerberatung

    Das Forum Schuldnerberatung konzentriert sich auf Informationen für Schuldner, welches es auf seiner Homepage veröffentlicht. Zugleich findet sich auf der Webseite ein großes und gut frequentiertes Forum, indem sich Betroffene und Schuldenberater austauschen können. Beratungsstellen vor Ort betreibt die Organisation dagegen nicht. Auf der Homepage verweist sie auf Hilfsangebote von Partnerorganisationen wie der Caritas und der Diakonie.

    Regionale Schuldnerberatungen

    Nicht alle Schuldenberatungen gehören zu einer größeren Organisation. Wie bei allen Sozialdiensten treffen Hilfesuchende auch in diesem Bereich auf Angebote, welche Privatpersonen oder gemeinnützige Vereine nur im regionalen Rahmen auf die Beine stellen. Interessierte sollten im Internet recherchieren, ob sie auch in ihrer Region eine solche Alternative kontaktieren können.

    Online Schuldnerberatung

    Verschuldete können sich auch per Internet beraten lassen. Das hat zwei Vorteile: Erstens können Menschen das Angebot nutzen, welche aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung ihre Wohnung nicht mehr oder nur unter großen Schwierigkeiten verlassen können. Zweitens kann eine solche Beratung auf Wunsch anonym stattfinden. Bei der Online-Schuldenberatung der Caritas können sich Betroffene mit einem Phantasie-Nutzernamen anmelden, ihre Post- oder E-Mail-Adresse müssen sie nicht angeben. Im Account treffen sie dann auf verschiedene Hilfebereiche, im thematisch Passenden können sie per Internet-Formular konkrete Fragen stellen. Werktags können sie innerhalb von 48 Stunden eine Antwort erwarten. Diese rufen sie ab, indem sie sich einfach wieder in den Account einloggen. Auch die Diakonie organisiert eine Online-Beratung. Hierfür müssen Interessierte nur eine Beratungsstelle mit diesem Angebot suchen und ebenfalls per Web-Formular Fragen absenden. Mittels Anfragenummer und selbst gewähltem Passwort können sie die Antwort lesen.

    Informationen im Web

    Die Seiten der Online-Schuldenberatungen bieten aber nicht nur die Möglichkeit, mit Beratern in Kontakt zu treten. Auf einigen Homepages finden Betroffene zudem viele lesenswerte Informationen. Das trifft zum Beispiel auf das Wissensportal von Deutschland im Plus zu. Dort können User auf zahlreiche konkrete Tipps und juristische Hintergründe zugreifen. Durch einen umfangreichen Bereich mit nützlichen Ratgeberartikeln zeichnet sich auch die Homepage des Forums Schuldnerberatung aus. Hier können Betroffene unter anderem nachlesen, wie sie vernünftiger mit ihrem Geld umgehen und auf welche Forderungen sie beim Schuldenabbau Priorität legen sollten. Wer sich fachlich intensiver mit der Thematik beschäftigen will, sollte die Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung besuchen. Dort treffen sie beispielsweise auf aktuelle Gesetzesänderungen sowie Fachliteratur.

    Fazit

    Viele Deutsche leiden unter so hohen Schulden, dass die Bewältigung dieser finanziellen Problematik aussichtslos scheint. Zahlreiche Betroffene geben in so einer Situation auf, sie verfallen in Lethargie. Anstatt die Forderungen systematisch zu ordnen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, resignieren sie und geraten dadurch in immer größere Schwierigkeiten. Viel besser ist es, sich engagiert aus dieser misslichen Lage zu befreien. Dafür gibt es einige grundsätzliche Tipps, welche Schuldner eigenständig realisieren können. Darüber hinaus können sich Betroffene an eine Schuldnerberatung wenden, die bei der Lösung der Probleme Unterstützung gewährt.

    Im Notfall, wenn sich die Schulden nicht abtragen lassen, bleibt die Privatinsolvenz als Alternative: Mit diesem juristischen Instrument können Überschuldete in absehbarer Zeit einen finanziellen Neuanfang starten. Dank des Instruments der Privatinsolvenz können sie spätestens in sechs Jahren einen finanziellen Neustart ohne jegliche Schulden realisieren. Angesichts der Einschränkungen durch den Treuhänder und den Kosten des Verfahrens sollten sie diesen Weg aber nur als letzte Möglichkeit wählen. Besser ist es, wenn sie sich außergerichtlich mit den Gläubigern einigen. Sollte es doch zur Verbraucherinsolvenz kommen, sollten sie sich unbedingt an die Spielregeln der Mitwirkung halten. Ansonsten kann das Gericht die Restschuldbefreiung versagen und Überschuldete haben diese wichtige Chance verspielt.

  • Private Finanzen im Griff

    Kein Auskommen mit dem Einkommen: Diese Erfahrung machen immer mehr Haushalte. Umsichtiges Wirtschaften und der Verzicht auf Dinge, die das Haushaltsbudget nicht hergibt, sind die Grundlagen für eine gesunde finanzielle Situation. Dieses verantwortungsbewusste Verhalten lässt sich erlernen. Die wichtigsten Werkzeuge für den richtigen Umgang mit dem Einkommen und den Ausgaben sind ein Haushaltsplan und ein Haushaltsbuch. Nur wer genau weiß, wie viel Geld er jeden Monat zu erwarten hat, und welche Kosten davon bestritten werden müssen, kann seine finanzielle Situation wirklich im Griff behalten.

    Der Lohn für einen umsichtigen Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Geld besteht darin, dass schlimme Engpässe vermieden werden. Auch wenn einmal unerwartete Ausgaben anfallen, lassen sich diese bei einer vernünftigen Haushaltsplanung mit Rücklagen gut auffangen. Die Schuldenfalle, aus der sich nur wenige wirklich befreien können, schlägt auf diese Weise nicht zu und die Bekanntschaft mit dem Gerichtsvollzieher bleibt dem Haushalt erspart.

    Haushaltsplan erstellen/Budget ermitteln

    Vielen Familien ist nicht bewusst, wie viele private Finanzen ihnen jeden Monat zur Verfügung stehen. Die Geldeingänge werden auf dem Konto verbucht, bezahlt wird überall mit der Karte, da ist es gar nicht so einfach, die Übersicht über die Ein- und Ausgänge zu behalten. Eine gute Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, wie viel Geld im Monat zur Verfügung steht und welche Ausgaben davon bestritten werden müssen, ist ein Haushaltsplan. Er verhindert, dass Geld ausgegeben wird, das für andere, wichtigere Zwecke gebraucht wird. Hohe Schulden, Mahnkosten oder gar der Besuch des Gerichtsvollziehers lassen sich so in den meisten Fällen vermeiden.

    Ein Haushaltsplan enthält auf der Einnahmenseite alle Geldeingänge, die im Monat zu erwarten sind. Dazu gehören Gehälter, Löhne, Unterhaltsleistungen, Kindergeld, Renten und weitere Posten. Auf der anderen Seite werden alle Ausgaben festgehalten, wie während des Monats anfallen. Miete, Lebensmittel, Auto und Rücklagen machen den größten Teil dieser Ausgaben aus. Sind Kredite vorhanden, müssen auch die monatlichen Raten berücksichtigt werden. Doch auch viele Kleinbeträge für die verschiedensten notwendigen Einkäufe und Anschaffungen müssen bei der Planung bedacht werden. Viele kleine Beträge summieren sich ganz schnell zu einer unerwarteten Höhe. Im Haushaltsplan werden alle, auch ganz niedrige, Posten aufgeführt, und zwar sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausgaben. Abschließend werden sämtliche Summen addiert. Die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben zeigt, ob das Geld überhaupt für den monatlichen Bedarf ausreicht, oder ob im günstigsten Fall am Monatsende sogar noch etwas übrig bleibt.

    Einnahmen ermitteln

    Um eine umfassende Budgetplanung erstellen zu können und auszurechnen, wie viel Geld jeden Monat überhaupt zur Verfügung steht, ist eine detaillierte Auflistung aller Einnahmen sämtlicher Familienmitglieder notwendig. Es werden allerdings nur solche Einkünfte in die Berechnung einbezogen, die regelmäßig jeden Monat anfallen, wie Lohn, Gehalt, Rente, Unterhalt; Kindergeld und ähnliche Einkünfte. Alle einmaligen Zahlungen und Sonderzuweisungen dürfen im Haushaltsplan nicht berücksichtigt werden. Sie können dazu dienen, Löcher zu stopfen oder für Notfälle zurückgelegt werden.

    Die meisten Menschen beziehen Lohn oder Gehalt, das ihnen monatlich auf ihr Konto ausgezahlt wird. Meist wird das Geld in den letzten Tagen eines Monats rückwirkend überwiesen und wird für die Deckung der Ausgaben des kommenden Monats verwendet. Der genaue Betrag, der ausgezahlt wird, ist auf der Gehaltsabrechnung oder Lohnabrechnung angegeben. Das Bruttogehalt oder der Bruttolohn werden auf der Abrechnung ebenso aufgeführt wie das Nettogehalt oder der Nettolohn. Ausgezahlt wird nur der Nettobetrag, von dem bereits Steuern, Sozialversicherungen und kleinere Beiträge wie Kosten für die Kantine oder Arbeitskleidung abgezogen wurden. Während Steuern und Sozialversicherungen nach den geltenden gesetzlichen Regelungen berechnet werden, ergeben sich die Kleinabzüge aus dem Arbeitsvertrag oder den betrieblichen Vereinbarungen.

    Ältere Menschen erhalten eine Rente oder Pension. Diese wird ebenfalls zum Monatsende rückwirkend überwiesen. Nur Rentner, die bereits seit langer Zeit eine Rente beziehen, bekommen ihr Geld am Monatsanfang im Voraus. Auch die Rente wird als Nettobetrag gezahlt, das bedeutet, dass Steuern und Krankenversicherungsbeiträge bereits abzogen wurden. Sind Arbeitnehmer länger krankgeschrieben, wird ihnen ein Krankengeld gezahlt. Das Krankengeld muss immer wieder neu beantragt werden. Dafür ist der Gang zum Arzt notwendig, der die fortdauernde Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Die Bescheinigung muss bei der Krankenkasse eingereicht werden, die dann kurz darauf das Geld anweist. Die Höhe des Krankengeldes richtet sich nach der Höhe des Verdienstes. Mit einem Krankengeldrechner, der auf entsprechenden Seiten zu finden ist, lässt sich die genaue Höhe errechnen. Da die Belege für die Krankengeldzahlung immer wieder neu bei der Krankenkasse eingereicht werden müssen, sollte der Arztbesuch immer rechtzeitig erfolgen, damit der Antragsteller nicht plötzlich ohne Geld dasteht und seine Miete nicht begleichen kann.

    Arbeitslose haben Anspruch auf Geld vom Arbeitsamt. In der ersten Zeit, nachdem die Arbeitslosigkeit eingetreten ist, wird das Geld nach dem ALG I gezahlt, ist der gesetzliche Zeitraum verstrichen, bekommen Langzeitarbeitslose nur noch das wesentlich geringe ALG II. Beide Leistungen müssen beantragt werden. Während sich die Höhe von ALG I nach der Höhe des letzten Gehalts oder Lohnes bemisst, dient das ALG II nur der Grundsicherung. Miete und Heizung werden häufig bereits vom Amt an den Vermieter überwiesen. Pro Person wird für die Lebenshaltungskosten, Strom und alle weiteren Kosten ein pauschaler Betrag gezahlt. Der Haushaltungsvorstand bekommt etwas mehr Geld, als die anderen erwachsenen Familienmitglieder, für Kinder werden die Sozialleistungen nach Alter gestaffelt. Für einige Extraleistungen kann bei der ARGE ein Antrag gestellt werden. Da die Bewilligung von verschiedenen Faktoren abhängig ist, können solche Zusatzleistungen nicht zu den monatlichen Einkünften gerechnet werden, da sie stets nur einmalig ausgezahlt werden. Ist jemand gar nicht in der Lage, eine Arbeit aufzunehmen, weil er krank oder zu alt ist, werden ihm auf Antrag Sozialleistungen gezahlt. Hier handelt es sich um pauschalierte Beträge, die wie das ALG II lediglich der Grundsicherung dienen.

    Zu den monatlichen Einnahmen gehören weiterhin Unterhalt und Unterhaltsvorschüsse. Unterhalt bekommen Kinder von getrennt lebenden Elternteilen, oder auch geschiedene Ehegatten, denen ein Unterhaltsanspruch vom Gericht zuerkannt wurde. Während Kinder Anspruch auf Unterhalt haben, bis sie volljährig sind und sogar darüber hinaus, solange sie sich in der Ausbildung befinden, ist der Ehegattenunterhalt meist eine zeitlich befristete Leistung. Die genaue Höhe und die Anspruchsdauer sind im Gerichtsurteil, das das Familiengericht gefällt hat, festgelegt. Alleinstehenden Elternteilen, die kleine Kinder zu versorgen haben, stehen für die ersten Jahre Unterhaltszahlungen durch den geschiedenen Ehepartner, den Kindesvater oder die Kindesmutter zu, soweit deren private Finanzen die gesetzlich festgelegten Grenzen übersteigen. In den Fällen, in denen kein Unterhalt gezahlt werden kann oder sich der Unterhaltszahler weigert, springen die öffentlichen Stellen ein. Sie weisen für die Kinder Unterhaltsvorschüsse an und für den Erwachsenen Sozialleistungen auf der Grundlage von ALG II.

    Für Kinder gibt es neben den Unterhaltszahlungen einen Anspruch auf Kindergeld. Dieses Geld wird jeden Monat an die Eltern ausgezahlt, und zwar an den Elternteil, bei dem die Kinder leben, falls die Familie getrennt ist. Die Höhe staffelt sich nach der Anzahl der Kinder und wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt. Auch für Kinder, die bereits volljährig und in der Berufsausbildung sind, besteht ein Anspruch auf Kindergeld. Sind sie nach Abschluss der Ausbildung nicht in der Lage, einen Job zu finden oder einen Vollzeitjob auszuüben, so besteht auf Antrag sogar die Möglichkeit, über den Abschluss hinaus Kindergeld zu bekommen. Die Zahlungsdauer richtet sich dabei nach den Vorschriften der entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen. Eltern haben einen Anspruch auf das gestaffelte Elterngeld, wenn sie ihr Kind in den ersten Jahren selbst erziehen. Die Höhe der monatlichen Zahlung richtet sich nach dem letzten Einkommen und kann sowohl dem Vater als auch der Mutter gezahlt werden. Die Gewährung von Elterngeld wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Eltern sollten sich über die geltenden Bestimmungen gut informieren.

    Weitere Einkünfte können Mieten sein. Besitzt jemand ein Mietshaus, bekommt er dafür monatlich Geld von seinen Mietern. Handelt es sich dabei um zuverlässige Menschen, die ihren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen, können die Einnahmen als monatliches Einkommen gewertet werden. Allerdings sollte ein Teil der Mieteinnahmen für Reparaturen, Mietausfälle oder andere unvorhersehbare Ausgaben zurückgelegt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen steht Mietern oder Hauseigentümern Wohngeld zu. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen, der Größe der Wohnung und der Anzahl der Familienmitglieder. Das Wohngeld wird Zuschuss zur Miete oder also sogenannter Lastenausgleich an einen Haus- oder Wohnungseigentümer gezahlt. Auch Zinsen, die monatlich aus einem Vermögen fällig werden, können als regelmäßige Einnahmen verbucht werden.

    Ausgaben ermitteln

    Private Finanzen setzen sich aus den monatlichen Einnahmen, von denen die monatlichen Ausgaben abgezogen werden, zusammen. Manche Abgaben, Gebühren oder Kosten fallen nur jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich an. Da auch solche Ausgaben auf das Jahr gesehen eine ziemlich große Belastung werden können, empfiehlt es sich, den Gesamtbetrag für solche Zahlungen auf das ganze Jahr umzulegen. Jährliche Ausgaben werden dabei durch zwölf geteilt, dann ergibt sich daraus der monatliche Kostenfaktor. Es ist empfehlenswert, Ausgabenposten, die erst in einem anderen Monat anfallen, auf die Seite zu legen. Das lässt sich am einfachsten mit einem Extra-Konto bewerkstelligen, auf das diese Beträge eingezahlt werden, und von dem die Lastschriften oder Abbuchungen erfolgen. Böse Überraschungen bleiben dann erspart und die Familie hat die Gewissheit, dass alle Rechnungen, Beiträge und Sonstiges rechtzeitig gezahlt werden. Das ist deshalb so wichtig, weil bei manchen Verzögerungen zum Teil hohe Mahnkosten und Verzugszinsen berechnet werden, die sich auf diese Weise vermeiden lassen. Girokonten, bei denen keine Bankgebühren anfallen, werden mittlerweile von den Direktbanken vermehrt angeboten. Um alle Kosten zu erfassen, die monatlich zu zahlen sind, ist die Erstellung eines Haushaltsplanes besonders wichtig. Im Plan werden alle Einzelposten erfasst und zum Schluss zusammengerechnet.

    Den größten Kostenanteil stellt die Wohnung dar. Häufig muss für die Miete und die Nebenkosten fast die Hälfte der Einnahmen aufgewendet werden. Auch für Essen und Getränke sowie notwendige Medikamente muss ausreichend Geld zur Verfügung stehen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist vor allem dann sehr wichtig, wenn Kinder im Haus sind. Sie brauchen alle notwendigen Nährstoffe, um gesund heranzuwachsen. Bei der monatlichen Finanzplanung dürfen Ausgaben für das Auto, die Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr oder auch eventuelle Reparaturen für ein Fahrrad nicht vergessen werden. Natürlich sollen auch die Freuden des Lebens nicht zu kurz kommen. Wenn jeden Monat etwas Geld für Extrawünsche wie einen Kinobesuch, einen Restaurantbesuch oder eine gute Flasche Wein zurückgelegt wird, lassen sich auch solche Extrakosten finanzieren, ohne ein Loch in die Haushaltskasse zu reißen. Eine kleine Summe, die jeden Monat für Freizeit oder Urlaube gespart wird, ermöglicht sogar die Urlaubsreise in den Ferien oder während des Urlaubs.

    Wohnung

    Die Kosten für die Wohnung bestehen nicht nur aus der reinen Miete. Auch die Nebenkosten schlagen mitunter noch einmal kräftig zu Buche. Bei den meisten Mietverträgen für Wohnungen sind die Abschläge für Wasser, Abwasser und die Müllgebühren bereits in der Miete enthalten. Separat berechnet werden die Kosten für die Heizung, die Wartung und Reparatur der Heizungsanlage und Stromkosten, die zum Beispiel für die Flurbeleuchtung, die Straßenreinigung oder den Betrieb eines Fahrstuhls anfallen. Hierfür zahlt der Mieter monatlich einen Abschlag an den Vermieter. Die Nebenkosten muss der Vermieter jährlich abrechnen. Er hat dafür zwölf Monate nach Ablauf des Jahres Zeit. Je nachdem, wie hoch die Verbrauchskosten im Laufe des Jahres waren, erhält der Mieter das zu viel gezahlte Geld zurück oder aber er muss eine entsprechende Nachzahlung leisten. Auch solche Extrakosten sollen bei einer Haushaltsplanung berücksichtigt werden.

    Der Strom, der für den täglichen Bedarf anfällt, wird in der Regel durch ein Stromversorgungsunternehmen geliefert. Der Mieter muss bei einem Versorger einen Abnahmevertrag schließen. Die Zahlung erfolgt in monatlichen Abschlägen an den Versorger. Am Ende des Jahres erhält er eine Abrechnung über seinen Verbrauch und gegebenenfalls eine Rückzahlung der zu viel überwiesenen Stromkosten. Auch eine Nachzahlung kann sich ergeben, wenn die Abschläge die Kosten für den Stromverbrauch nicht gedeckt haben. Ähnlich verhält es sich mit Gas. Wer mit Gas kocht, für warmes Wasser einen Durchlauferhitzer oder eine eigene Gasheizung in der Wohnung betreibt, muss hierfür einen Gasversorgungsvertrag mit einem Gasversorger abschließen. Für das Gas müssen ebenfalls monatliche Abschläge gezahlt werden, die am Jahresende abgerechnet werden. Hat der Mieter ein ganzes Haus gemietet, werden die monatlichen Nebenkosten für Wasser, Strom oder Gas von ihm allein getragen, er muss sich um alle Versorgungsleistungen selbst kümmern. Das gilt auch für Hauseigentümer, die im eigenen Haus wohnen. Sie zahlen zwar keine Miete, sollten jedoch monatlich einen angemessenen Betrag an die Seite legen, um notwendige Reparaturen, die jährlich anfallende Grundsteuer und andere Ausgaben bezahlen zu können. Wird die Heizung mit Öl betrieben, fällt dafür meist nur einmal im Jahr eine Zahlung an. Diese kann je nach Höhe des Ölpreises allerdings sehr hoch ausfallen, sodass es empfehlenswert ist, auch hierfür jeden Monat eine bestimmte Summe an die Seite zu legen.

    Weitere Kosten für die Wohnung können die Miete für die Garage, der Stellplatz für das Auto, die Gartenbenutzung oder die Nutzung gemeinschaftlicher Räume sein. Wenn diese Ausgaben nicht bereits in den Mietnebenkosten enthalten sind, müssen sie monatlich an den Eigentümer gezahlt werden und dürfen bei der Aufstellung der Gesamtkosten für den Monat nicht fehlen. Notwendige Reparaturen, die vom Mieter zu tragen sind, und Schönheitsreparaturen wie das Tapezieren oder Streichen der Wände oder das Verlegen eines neuen Fußbodenbelags fallen von Zeit zu Zeit an. Wenn hierfür entsprechende Beträge im Haushaltplan berücksichtigt werden, lassen sich auch solche Ausgaben ohne Probleme finanzieren.

    Mobilität

    Für die Fahrten zum Arbeitsplatz, für Einkäufe oder auch Ausflüge mit der Familie ist der Besitz eines eigenen Fahrzeugs für die meisten Familien selbstverständlich. Nicht immer ist es möglich, die Arbeitsstelle mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Vor allem in ländlichen Gegenden ist der Nahverkehr selten so gut ausgebaut, dass auf ein eigenes Auto ganz verzichtet werden kann. Die Kosten für ein Auto sind beträchtlich. Neben dem Benzin, das je nach Saison sehr teuer sein kann, fallen viele weitere Beträge an, die im monatlichen Haushaltsplan aufgeführt werden müssen. Einmal jährlich werden die KFZ-Steuer und KFZ-Versicherung fällig. Wer die Kosten lieber auf das ganze Jahr umverteilen möchte, hat die Möglichkeit, eine andere Zahlungsweise zu wählen. Bei halbjährlicher Zahlung wird das Geld zweimal im Jahr vom Konto abgebucht, bei vierteljährlicher Zahlung viermal. Es gibt mittlerweile KFZ-Versicherungen, die eine monatliche Abbuchung anbieten. Allerdings sind die Beträge in der Regel dann höher, wer kann, sollte die preiswertere jährliche Zahlungsweise vorziehen. Um die monatlichen Unkosten für das Auto zu errechnen, wird der Gesamtbetrag für das Jahr durch die Anzahl der Monate geteilt, sodass die Höhe des monatlichen Anteils in den Haushaltsplan eingetragen werden kann.

    Häufig ist es nicht möglich, das dringend benötigte Auto selbst zu finanzieren. Wenn der Autokäufer nicht über genügend private Finanzen verfügt, um das Auto bar zu bezahlen, besteht die Möglichkeit, bei einer Bank oder einem Autohaus einen Kredit aufzunehmen oder einen Leasing-Vertrag abzuschließen. Bei einem Leasing-Vertrag stellt der Händler das gewünschte Fahrzeug gegen einen vereinbarten monatlichen Betrag zur Verfügung. Am Ende des Vertragszeitraums kann das Auto gegen eine Restwertzahlung gekauft oder an den Händler zurückgegeben werden. Die monatlichen Raten für den Autokredit oder die Leasing-Kosten müssen zu den Kosten für das Auto hinzugerechnet und in den Haushaltsplan eingestellt werden.

    Die regelmäßige Wartung des Autos erhält den Wert und vermeidet kostspielige Reparaturen. Jeden Monat sollten Autobesitzer einen Betrag für die Wartung und mögliche Reparaturen einkalkulieren. Diese Summe steht dann für den Kauf von Öl, Scheibenwaschmittel, die Autowäsche, neue Bremsbeläge oder Scheibenwischer und andere kleinere Wartungsarbeiten zur Verfügung. Gelegentlich fallen größere Reparaturen an, für die eine Werkstatt aufgesucht werden muss. Um auch solche Kosten aufzufangen, sollte der monatliche Betrag für die Autokosten nicht zu niedrig angesetzt werden. Sind zum Beispiel neue Winterreifen fällig, kommen schnell ein paar Hundert Euro zusammen. Wer viel unterwegs ist, für den lohnt der Abschluss einer Mitgliedschaft beim ADAC oder einem anderen Automobilklub. Wenn das Auto dann einmal liegen bleibt, kann kostenlose Hilfe oder ein Abschleppdienst in Anspruch genommen werden. Die Mitgliedsbeiträge werden in der Regel jährlich fällig, die Gesamtkosten für das Auto erhöhen sich entsprechend.

    Wer nicht auf das Auto angewiesen ist, sondern auch mit Bus und Bahn überall hinkommt, ist mit einer Monatskarte preiswerter unterwegs. Die Kosten für die Karte oder mehrere Einzelkarten, wenn der öffentliche Nahverkehr nur gelegentlich genutzt wird, stellen weitere Posten für den Haushaltsplan dar. Sind die Entfernungen nicht allzu weit, bietet sich die Nutzung eines Fahrrads oder Motorrads an. Beim Motorrad fallen neben den Benzinkosten auch Versicherungen und Steuern an, die berücksichtigt werden müssen. Regelmäßige Wartung ist schon aus Sicherheitsgründen dringend zu empfehlen. Am preiswertesten ist das Fahrrad. Die Bewegung aus eigener Kraft schont nicht nur den Geldbeutel, sondern wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit aus. Dennoch ist auch das Fahrradfahren nicht gänzlich kostenlos. Einmal sind die Anschaffungskosten zu berücksichtigen, zum anderen fallen immer wieder einmal Reparaturen an. Auch für das Fahrrad sollte deshalb monatlich eine kleine Summe zurückgelegt werden.

    Kommunikation

    Ohne Telefon und Internetzugang ist das Leben für die meisten Menschen nicht mehr denkbar. Die Kosten dafür haben sich in den letzten Jahren drastisch verringert. Dennoch dürfen sie natürlich bei der Berechnung der monatlichen Ausgaben nicht fehlen. Neben dem eigentlichen Telefonanschluss, der monatlich bezahlt werden muss und der häufig auch den Internetzugang ermöglicht, besitzen viele Menschen ein Handy. Wer viel telefoniert oder mit dem Smartphone viel im Internet surft, hat häufig eine Flatrate bei seinem Anbieter bestellt, für die eine monatliche Gebühr fällig wird. Aber auch wer eine Prepaid-Lösung gewählt hat, bei dem die Kosten im Voraus bezahlt werden müssen, sollte einen entsprechenden Betrag dafür zurückstellen.

    Außer über den Telefonanschluss ist der Zugang zum Internet über einen Mobilstick möglich, der sogar unterwegs mit dem Laptop genutzt werden kann. Auch hier gibt es sowohl Angebote für eine Flatrate als auch für einen Prepaid-Vertrag. Wer häufig ins Internet muss, ist mit einer Flatrate besser bedient, die einen unbegrenzten Zugang ermöglicht, wer sich nur wenig im Internet bewegt, für den reicht im Allgemeinen eine Prepaidkarte aus.

    Zu den Aufwendungen für Medien gehören auch die Kosten, die für den Fernseh- und Radioempfang anfallen. Für den öffentlichen Rundfunk und die öffentlichen Fernsehprogramme müssen alle Erwerbstätigen die GEZ-Gebühr entrichten. Sie wird alle drei Monate fällig. Bei Familien muss nur einer die GEZ-Gebühr zahlen, allerdings sind Kinder, die selbst Geld verdienen, ebenfalls GEZ-pflichtig. Eine Änderung ist hier in absehbarer Zukunft geplant, nach der eine Medienabgabe pro Haushalt berechnet wird. Diese muss dann unabhängig davon, ob überhaupt ein Fernseher oder ein Radio in der Wohnung genutzt wird, gezahlt werden.

    Wird das Fernsehprogramm über eine Satelliten-Schüssel empfangen, so fallen keine monatlichen Gebühren an. Für die Nutzung des Kabelfernsehens müssen dagegen jeden Monat die entsprechenden Gebühren berücksichtigt werden. Zusatzangebote wie Pay-TV, mit dem zahlungspflichtige Programme auf dem heimischen Fernsehgerät zu sehen sind, erscheinen ebenfalls als monatlicher Posten im Haushaltsplan. Um sich über das Weltgeschehen oder auch nur die aktuellen Ereignisse in der eigenen Stadt zu informieren, ist eine Tageszeitung die beste Lösung. Sie kann zwar gegen Entgelt auch im Internet gelesen werden, doch gehören gedruckte Zeitungen aus Papier für viele Menschen zum Standard. Wöchentliche Magazine über Politik, Hobby oder Mode können per Abonnement ins Haus geliefert werden. Hierfür werden meist Rechnungen für mehrere Monate erstellt. Die Kosten werden auf einen Monat umgerechnet und in den Haushaltsplan aufgenommen.

    Lebenshaltung

    Neben der Miete sind die Kosten für die Ernährung die wichtigsten Ausgaben. Ohne Essen und Trinken geht es nun einmal nicht. Wie viel Geld jeden Monat für Lebensmittel ausgegeben wird, hängt davon ab, ob mittags auf der Arbeit in der Kantine oder in der Schule gegessen werden kann. Je nach Lebensstandard werden für Lebensmittel, Getränke und Kantinenkosten bestimmte Beträge pro Person festgelegt. Zu niedrig sollten diese Lebenshaltungskosten nicht angesetzt werden. Zu den Grundnahrungsmitteln gehören auch frisches Gemüse und Obst, die zu manchen Jahreszeiten ziemlich teuer sind. Damit gelegentlich auch die Lieblingsgerichte auf den Tisch kommen oder spezielle Wünsche erfüllt werden können, sollte der veranschlagte monatliche Betrag auch solche Extrawünsche abdecken.

    Außer dem Essen braucht der Mensch Kleidung zum Anziehen. Kleidung hält nicht ewig, auch ist sie der Mode unterworfen und nicht jeder möchte in völlig unmodernen Klamotten herumlaufen. Gerade wenn Kinder im Haus sind, muss häufiger eingekauft werden, denn Kinder wachsen schnell, sodass die Kleidungsstücke bald zu klein werden. Beim Herumtoben werden die Sachen schmutzig oder gehen kaputt und müssen dann ersetzt werden. Schuhe müssen für die verschiedenen Gelegenheiten wie den Stadtbummel oder Waldlauf, Theaterbesuch oder heftigen Regenfall vorhanden sein. Gerade Frauen kaufen sich häufiger Schuhe, die zum Outfit passen oder einfach nur gefallen. Im Winter ist mehr Kleidung notwendig. Winterjacken und Winterschuhe schützen vor Kälte. Der Betrag, der jeden Monat für solche wichtigen Anschaffungen zur Verfügung steht, sollte dafür hoch genug angesetzt werden, damit auch außer der Reihe anfallende Kleidungsstücke bezahlbar sind.

    Ein weiterer Posten im Haushaltsplan ist die Körperpflege. Seife, Shampoo, Zahnbürste und Zahnpasta gehören zu den Grundlagen der Hygiene. Spezielle Pflegemittel können dabei ganz schön zu Buche schlagen. Bei Hautempfindlichkeiten werden besondere Produkte benötigt, die nicht preiswert in der Drogerie erhältlich sind. Rasierwasser, Parfums, Hautcremes und Schminkutensilien gehören ebenfalls zu den Artikeln für die Körperpflege. Je nachdem, welche Produkte notwendig sind, werden die Kosten dafür bei der Haushaltsplanung berücksichtigt. Dabei dürfen Dinge wie das Toilettenpapier oder Papiertaschentücher nicht vergessen werden.

    Nicht nur der Mensch braucht Pflege, auch die Wohnung muss regelmäßig geputzt werden. Reinigungsmittel wie Spülmittel oder Tabs für die Spülmaschine müssen gekauft werden, genau wie Putzmittel zum Wischen von Böden, Fensterputzmittel oder die Geräte, die zum Reinigen gebraucht werden. Besen, Schrubber, Staubsauger und verschiedene Putztücher sind ebenso regelmäßig zu besorgen wie die Beutel für den Mülleimer oder Staubsauger. Sanitärreiniger oder spezielle Fettlöser sind zwar nicht unbedingt notwendig, aber so mancher möchte darauf nicht verzichten. Neben der Wohnung muss auch die Wäsche sauber gehalten werden. Waschmittel, Weichspüler oder Fleckentferner gehören deshalb in jeden Haushalt. Zwar handelt es sich bei Reinigungsmitteln, Toilettenpapier oder Pflegemitteln oft nur um kleine Posten, für die Geld ausgegeben werden muss, doch können sich viele solcher geringen Beträge schnell summieren. Im Haushaltsplan darf ein ausreichend hoher Anteil für diese Bagatellprodukte nicht vergessen werden.

    Versicherung

    Versicherungen dienen dem Schutz vor Unfällen oder anderen Vermögenseinbußen und Kosten, die nicht vorhersehbar sind. Einige Versicherungen sollten in jedem Haushalt vorhanden sein, wie zum Beispiel die private Haftpflichtversicherung. Sie schützt vor hohen Kosten, die durch fahrlässiges Verhalten entstehen können. Eine Hausratversicherung übernimmt im Falle von Einbrüchen, Feuer oder Wasserschäden die Kosten, die für die Neubeschaffung anfallen. Eine Krankenversicherung muss in Deutschland jeder Mensch haben. Für Familienmitglieder besteht die Möglichkeit, beim Hauptverdiener oder Haushaltungsvorstand im Rahmen der Familienversicherung kostenlos mitversichert zu werden. Meist wird die Krankenversicherung zusammen mit dem Lohn oder Gehalt vom Arbeitgeber bezahlt. Wer kein Einkommen hat, für den übernehmen die ARGE oder das Sozialamt die Kosten. Menschen ohne Job oder mit einem Nebenjob, bei dem die gesetzlichen Einkommensgrenzen überschritten werden, und die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, müssen sich selbst versichern. Dafür muss ein nicht unerheblicher Anteil an die gesetzliche Krankenkasse oder einen privaten Krankenversicherer entrichtet werden.

    Welche Versicherungen außerdem abgeschlossen werden, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Eine Berufsunfähigkeitsrente ist vor allem für Selbstständige empfehlenswert, die sonst zum Sozialfall werden können, wenn sie kein Einkommen mehr haben. Eine Krankengeldversicherung oder Krankentagegeldversicherung kann sich ebenfalls als nützlich erweisen. Eine Rechtsschutzversicherung schützt vor hohen Gerichtskosten, ist aber nicht unbedingt immer nötig. Wer über zu wenig private Finanzen verfügt, hat in den meisten Fällen Anspruch auf Rechtskostenhilfe durch den Staat, um sein Recht durchzusetzen.

    Sonstiges

    Einige Ausgaben fallen an für Dinge, die nicht unbedingt notwendig sind. Genussmittel gehören dazu. Zwar ist es schon aus gesundheitlichen Gründen besser, auf Tabak oder Alkohol zu verzichten, dennoch kann und will das nicht jedermann. Damit die Ausgaben für diese Genüsse nicht aus der Hand gleiten, kann es hilfreich sein, einen bestimmten Betrag pro Monat dafür einzuplanen, der dann aber auf keinen Fall überschritten werden darf. Zu den nicht unbedingt notwendigen Ausgaben gehören auch Kinokarten, Karten für Freizeitparks oder einen gemütlichen Kneipenbummel mit Freunden. Wer dafür etwas Geld einplant, kann ohne schlechtes Gewissen auch einmal über die Stränge schlagen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, oder mitten im Monat ganz ohne Geld dazustehen.

    Je älter die Kinder einer Familie sind, desto teurer werden sie. Unter anderem sollten sie ein Taschengeld erhalten. Dadurch lernen sie, mit Geld umzugehen, und machen ihre ersten Erfahrungen mit der Verwaltung von Einkommen. Die Höhe des Kindergeldes bleibt den Eltern überlassen. Die Jugendämter geben regelmäßig Empfehlungen für die Taschengeldhöhe heraus, nach denen Eltern sich richten können, wenn genügend private Finanzen zur Verfügung stehen. Schwimmbadbesuche, ein Eis im Sommer oder andere Vergnügen, die Kinder gern mögen, lassen sich bei einer umfassenden Haushaltsplanung ebenfalls ermöglichen, ohne die Haushaltskasse zu sehr zu schröpfen.

    Haustiere gehören für viele Menschen zu den Familienmitgliedern. Gerade wenn Kinder im Haushalt leben, sind Hund, Katze oder Meerschweinchen bestens dazu geeignet, Verantwortung und Rücksichtnahme zu lernen. Dass ein Haustier hohe Kosten verursachen kann, ist bei der Entscheidung für ein Tier vielen Menschen nicht unbedingt klar. Dabei müssen Tiere nicht nur gefüttert und gepflegt werden, sie können krank werden und ärztliche Hilfe benötigen. Manchmal kann nur eine Operation helfen oder das Tier braucht täglich nicht immer preiswerte Medikamente. Hunde und Katzen, die viel draußen sind, kommen mit Flöhen und Zecken heim, und müssen durch chemische Mittel davor geschützt werden. Die jährliche Impfung darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Gehört ein Hund zur Familie dazu, muss die Hundesteuer an die Gemeinde gezahlt werden. In vielen Bundesländern ist der Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung vorgeschrieben. Sie schützt den Hundehalter vor hohen Geldforderungen, die durch das Weglaufen, Beißen oder andere durch den Hund verursachte Probleme entstehen können. Eine solche Haftpflichtversicherung, die es auch für Pferde gibt, ist in jedem Fall empfehlenswert. Die Kosten für ein Haustier sollten nicht unterschätzt werden, eine ausreichende Rückstellung in jedem Monat hilft dabei, die optimale Versorgung des Tieres zu gewährleisten.

    Die Mitgliedschaft in einem Verein ist häufig erforderlich, wenn bestimmte Sportarten betrieben werden. Gerade wenn Kinder in der Familie sind, können Vereine eine sinnvolle Ergänzung zur Kinderbeschäftigung sein. Alle Vereine berechnen Vereinsbeiträge, die monatlich oder in größeren Abständen zu zahlen sind. Für Eltern oder alleinstehende Elternteile, die auch einmal etwas allein unternehmen möchten, ist es nicht immer einfach, in der Zeit jemanden für die Betreuung der Kinder zu finden. Ein Babysitter übernimmt diese Aufgabe gern, doch das kostet natürlich Geld. Auch für solche Ausgaben sollte ein Betrag zur Verfügung stehen. Mütter oder Väter, die nicht mit ihren Kindern zusammenleben, müssen abhängig vom Einkommen oder Vermögen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Die Höhe wird vom Amt oder Gericht festgelegt. Manchmal muss auch der Elternteil, der die Kinder versorgt, finanziell unterhalten werden. Diese Kosten gehören zu den unbedingt wichtigen Ausgaben, vor denen sich Eltern nicht drücken können und sollten.

    Ein ganz wichtiger Punkt für die Planung der eigenen Haushaltskasse sind Reparaturen. Sie fallen nicht jeden Monat an, können aber erhebliche Kosten nach sich ziehen, wenn die Waschmaschine ihren Dienst versagt oder der Staubsauger Dreck produziert, anstatt ihn zu beseitigen. Steht für solche Fälle eine Finanzreserve zur Verfügung, lassen sich auch solche Probleme bewältigen, ohne dass an allen Ecken und Enden gespart werden muss. Wie hoch eine solche Reserve sein sollte, richtet sich nach den Geräten und Möbeln, die in der Wohnung vorhanden sind. Je höher ihre Wert und je kostspieliger mögliche Reparatur sind, desto mehr Geld sollte für Reparaturen zurückgelegt werden.

    Besondere Ausgaben

    Gelegentlich gehen ältere Geräte kaputt, der Computer ist völlig veraltet oder der Wunsch nach dem neuesten Modell der Espressomaschine wird zu groß. Kinder wachsen, brauchen ein größeres Fahrrad und ein Jugendbett oder die alte Couchgarnitur fällt fast auseinander. In solchen Fällen bleibt nur eine Neuanschaffung übrig. Damit notwendige und weniger wichtige Anschaffungen nicht den Rahmen des Haushaltsplans sprengen, ist es empfehlenswert, jeden Monat einen festen Betrag für Anschaffungen an die Seite zu legen.

    Wer hart arbeitet oder sich um die Kindererziehung kümmert, der braucht regelmäßig Erholung. Urlaubsreisen in andere Regionen oder andere Länder sind eine gute Möglichkeit, andere Menschen, Kulturen und Sprachen kennenzulernen und für eine Zeit aus dem Alltag auszusteigen. Wer Sonderangebote nutzt, muss gar nicht so tief in die Tasche greifen. Damit eine Reise finanziert werden kann, lohnt es sich auch hier, monatlich etwas Geld zurückzulegen. In den schönsten Wochen des Jahres steht dann einer Reise mit der Familie nichts mehr im Wege.

    Schulden (Gesamthöhe und monatliche Ratenzahlungen)

    Ein großer Teil der deutschen Haushalte ist verschuldet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche Familien haben lange über ihre Verhältnisse gelebt, zu viel Geld ausgegeben und ihre Konten stark überzogen. Zur Begleichung größerer Ausgaben werden Kredite aufgenommen. Beim Kauf eines Hauses ist der Schuldenberg noch höher, vor allem dann, wenn der monatliche Abtrag nicht rechtzeitig geleistet wird. Die Zinsen und rückständigen Raten summieren sich schnell zu einer großen Summe, die das Haushaltsbudget über Gebühr belastet. Eine häufig genutzte Schuldenfalle sind Versandhäuser. Fast jeder Wunsch lässt sich sofort erfüllen, schließlich können die Kosten per Rate oder per Kreditkarte später gezahlt werden. Wer da nicht aufpasst und durch das Stopfen eines Loches ein anderes aufreißt, der gerät schnell an seine finanziellen Grenzen.

    Schulden sollten nur dann gemacht werden, wenn sichergestellt ist, dass die Raten auch pünktlich beglichen werden können. Die früher übliche Praxis, auf größere Anschaffungen zu sparen und sie dann gleich bezahlen zu können, scheint unmodern geworden zu sein. Dabei ist diese Möglichkeit, auch größere Anschaffungen ohne die Aufnahme von Krediten oder Kontoüberziehungen zu finanzieren, die sparsamste Methode. Zinsen und Gebühren fallen dann nicht an, was die Anschaffungen im Endeffekt viel preiswerter macht.

    Bei der Erstellung eines Haushaltsplanes müssen eventuell vorhandene Schulden berücksichtigt werden. Dazu werden alle Schulden, Kredite, Darlehen und Kontoüberziehungen in einer Liste erfasst. Die monatlichen Raten, die für die einzelnen Posten anfallen, werden ebenfalls aufgeführt. Dabei sollte nicht vergessen werden, auch den Dispositionskredit bei der Bank zurückzuzahlen. Durch die Vermeidung der hohen Überziehungszinsen bleibt mehr Geld für die Haushaltskasse zurück.

    Haushaltsbuch führen

    Es ist ein wenig aus der Mode gekommen, ein Haushaltsbuch zu führen. Dabei lassen sich private Finanzen mit einem Haushaltsbuch, in das alle Kosten eingetragen werden, auf diese Weise wunderbar verwalten. Auf einen Blick kann der Verbraucher sehen, wofür er sein Geld ausgegeben hat. Zum einen lässt sich mit dem Buch ermitteln, wie viel Geld für bestimmte Ausgaben, wie zum Beispiel Lebensmittel oder Kleidung, tatsächlich gebraucht wird. Zum anderen zeigt sich am Ende des Monats, wo in Zukunft Einsparungen möglich sein könnten. Wer einen Haushaltsplan erstellt hat, in dem bestimmte Beträge für alle Ausgaben festgelegt sind, kann anhand des Haushaltsbuches feststellen, wie viel davon tatsächlich verbraucht wurde. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die monatlichen Ausgaben in einem Haushaltsbuch festzuhalten. Nicht alle sind kostenlos und überall einsetzbar, deshalb sollten Verbraucher sich für die Variante entscheiden, welche für ihre Bedürfnisse am besten geeignet sind.

    Ganz einfach lässt sich ein Haushaltsbuch im Schreibwarenhandel besorgen. Meist handelt es sich um ein Heft, in dem die Rubriken bereits vorgegeben sind. Per Hand werden Einnahmen und Ausgaben eingetragen und am Monatsende zusammengerechnet. Der Vorteil eines solchen Buches ist es, dass der Nutzer es jederzeit bei sich führen kann, sogar in den Geschäften, in denen er einkauft. Er kann die Eintragungen dann gleich an Ort und Stelle vornehmen. Quittungen und Belege lassen sich in richtige Hefte aus Papier sogar einkleben und brauchen dann nicht gesondert abgelegt zu werden. Besonders eignet sich diese Methode für Menschen, die gern schnell alles erledigen und nicht erst den Computer anstellen möchten. Sparkassen und verschiedene Banken bieten ihren Kunden kostenlose Haushaltsbücher an. Es kann sich lohnen, bei der eigenen Bank einfach einmal nachzufragen.

    Für die Haushaltsführung am Computer gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Haushaltsbuch zu führen. Am einfachsten und dazu noch kostenlos ist eine einfache Excel-Tabelle, in der die Rubriken selbst bestimmt werden. Zwischensummen, Gesamtsummen und Abrechnungen lassen sich auf diese Weise ganz einfach erstellen. Allerdings muss der Nutzer schon über einige Kenntnisse des Programms verfügen, um die Arbeitsblätter nach den eigenen Bedürfnissen einzurichten. Vorgefertigte Haushaltsbücher, die fertig eingerichtet sind, können auf den Webseiten mancher Banken oder Verbraucherportale heruntergeladen werden, allerdings sind solche Möglichkeiten nicht immer kostenlos.

    Natürlich gibt es auch viele kostenpflichtige Angebote im Internet. Dazu muss entweder ein Programm auf den Rechner geladen werden, oder das Haushaltsbuch wird online geführt. Es gibt sogenannte Shareware-Programme, die den Nutzer nichts kosten, bei denen manche Funktionen aber nur gegen Bezahlung genutzt werden können. Vom Führen eines Online-Haushaltsbuches ist abzuraten. Erst einmal ist dafür immer eine Internetverbindung nötig, und zum anderen ist es nicht jedermanns Sache, wenn so persönliche Daten relativ ungesichert im Netz verfügbar sind. Eine noch recht neue Variante sind die Apps, die von Smartphone-Anbietern zur Verfügung gestellt werden und die häufig kostenlos sind. Wer ein Smartphone hat, kann sich die entsprechende App herunterladen und hat sein Haushaltbuch immer in erreichbarer Nähe. Aber Vorsicht, nicht alle Apps im Store sind kostenlos. Bei Online-Haushaltsbüchern ist es grundsätzlich nicht möglich, die Belege aufzubewahren. Sie können war eingescannt und auf dem Rechner abgelegt werden, dies ist jedoch ziemlich aufwendig.

    In jedem Fall wird zu einem Online-Haushaltsbuch ein Ordner gebraucht, in dem die Belege und Quittungen abgeheftet werden können. Bei Belegen über den Kauf teurer Geräte ist das Aufbewahren dringend anzuraten. Geht ein Teil kaputt, tritt in vielen Fällen die Garantie ein. Für den Nachweis, was wann wo gekauft wurde, ist der Beleg unbedingt notwendig. Aber auch die übrigen Kaufbelege sollten eine Zeit lang aufbewahrt werden. Manch einer wird bei der Durchsicht mit Erschrecken feststellen, dass er viel zu viel Geld für nicht unbedingt notwendige Dinge ausgibt. Wichtig ist natürlich, wirklich jede Ausgabe, und sei sie noch so klein, zuverlässig einzutragen. Wer sichergehen möchte, dass er nichts vergisst, kann sich bei jedem Einkauf eine Quittung geben lassen. Auch Bäcker und andere Einzelhändler müssen auf Verlangen einen Beleg ausdrucken. Wer alle Belege in seiner Geldbörse sammelt, kann keinen Betrag übersehen oder vergessen.

    Ausgabenkategorien festlegen

    Bevor es ans Ausfüllen des Haushaltsbuches geht, müssen die Rubriken für die Ausgaben festgelegt werden. In vorgefertigten Haushaltsbüchern sind die Kategorien bereits verteilt. Nicht alle davon werden auf jeden Nutzer zutreffen, und einige wichtige Ausgabeposten werden dafür nicht vorhanden sein. In solchen Fällen kann sich der Verbraucher dadurch behelfen, dass er die nicht benötigten Kategorien einfach umbenennt oder leer lässt. Immer gebraucht werden die Rubriken Wohnung, Nebenkosten, Fahrkosten für Auto und den öffentlichen Nahverkehr. Weiter sollte eine Spalte für Telefon, Handy und Internet sowie eine für Versicherungen eingerichtet werden.

    Zu den grundsätzlich benötigten Ausgabenposten gehören die Lebensmittel, Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Kleidung. Es lohnt sich, für jeden dieser Posten eine eigene Rubrik anzulegen. Später lässt sich um so leichter herausfinden, wofür das Geld ausgegeben wurde und ob sich etwas sparen lässt. Alle weiteren Spalten richten sich nach den persönlichen Bedürfnissen der Familie. Sind Kinder vorhanden, kann hier eine Spalte für Ausgaben, die für die Kinder anfallen, eingerichtet werden. Taschengelder, Schulsachen und andere Posten gehören in diese Spalte. Wenn Tiere zum Haushalt gehören, bekommen auch die Ausgaben für Futter, Pflege oder Krankheiten eine Extrarubrik. Weitere Spalten werden für Anschaffungen, Reparaturen, Rücklagen, Ratenzahlungen und Unterhaltung angelegt.

    Wer eine Excel-Tabelle nutzt oder auf ein Haushaltsbuch zurückgreift, in dem nicht alle Posten vorgegeben sind, kann sich so viele Spalten einrichten, wie er benötigt. Sinnvoll ist es, eine monatliche Aufstellung zu machen. Oben in den waagerechten Feldern werden die Überschriften der einzelnen Posten eingegeben, senkrecht am Rand entlang erscheint das Datum. Wer eine spezielle Spalte nach dem Datum freilässt, kann dort alle Ausgaben hintereinander und sie anschließend noch einmal in die entsprechende Rubrik eintragen. Am Monatsende hat er dann sofort einen Überblick darüber, wie viel Geld er insgesamt verbraucht hat. Bei einer Excel-Tabelle müssen die Summenfunktionen per Hand eingerichtet werden, bei vorgefertigten Haushaltsbüchern sind diese bereits integriert.

    Belege & Kontoauszüge sammeln

    Kontoauszüge, die die Bank regelmäßig übersendet oder zum Ausdrucken zur Verfügung stellt, sollten gleich nach dem Erhalt in einen speziellen Ordner eingeheftet werden. So stehen sie chronologisch geordnet immer zur Verfügung. Für Privatpersonen gibt es anders als für Gewerbetreibende zwar keine Aufbewahrungspflicht, doch sollten die Kontoauszüge frühestens nach zwei Jahren besser erst nach drei Jahren vernichtet werden. Bei späteren Unklarheiten lässt sich so nachschauen, ob und wann welche Zahlungen geleistet wurden. Vor allem für nicht rechtskräftige Steuerbescheide kann dies von Vorteil sein.

    Kaufbelege über Möbel oder Computer sollten ebenfalls mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Manche Kaufverträge, die bei Versandhäusern oder Onlinehändlern abgeschlossen wurden, verjähren erst nach zwei Jahren. Im Falle von Garantienansprüchen hat der Käufer dann immer einen wichtigen Beweis zur Hand. Handelt es sich um die normalen Quittungen für Lebensmittel oder andere Verbrauchsgüter, reicht eine kurzfristige Aufbewahrung.

    Ausgaben eintragen

    Ein Haushaltsbuch macht nur dann Sinn, wenn auch wirklich alle Ausgaben eingetragen werden. Empfehlenswert ist es, die Eintragung sofort oder am Abend vorzunehmen. Dann ist sichergestellt, dass nichts vergessen wird. Manche Belege enthalten nur die Summe, die ausgegeben wurde. Werden solche Belege länger in der Tasche herumgetragen, gerät schnell in Vergessenheit, was hier eigentlich gekauft wurde. Der Aufwand, ein Haushaltsbuch zu führen, hält sich in Grenzen, wenn die Ausgaben zeitnah eingetragen werden. Ein paar Posten lassen sich viel schneller tippen, als wenn sich der Verbraucher durch einen ganzen Berg an Belegen quälen muss.

    Monatsausgaben ermitteln

    Am Monatsende werden die gesamten im Monat angefallenen Ausgaben ermittelt. Alle Posten werden zusammengerechnet, und zwar Spalte für Spalte. So erhält der Verbraucher einen Überblick darüber, wie viel Geld er für die einzelnen Posten ausgegeben hat. Wer einen Haushaltsplan erstellt hat, kann jetzt vergleichen, ob die vorgegebenen Ausgabenhöhen eingehalten werden konnten, ober ob sie überschritten wurden. Ergibt sich keine Möglichkeit, Ausgaben zu senken, muss das Budget möglicherweise höher angesetzt werden. Bei manchen Kostenfaktoren stellt sich heraus, dass gar nicht so viel Geld verbraucht wurde, wie zuvor gedacht. Hier kann dann unter Umständen das Budget gesenkt werden.

    Wer eine Excel-Tabelle nutzt, kann die Summen vom Programm errechnen lassen, auch die vorgefertigten Haushaltsbücher werfen die Gesamtsummen aus. Beim Führen eines Haushaltsbuches in Heftform bleibt dem Verbraucher das Ausrechnen per Hand oder mit dem Taschenrechner nicht erspart. Die Mühe lohnt sich jedoch. Mit dem gewissenhaften Führen eines Haushaltsbuches lassen sich private Finanzen sehr gut im Griff behalten.

    Finanzen optimieren

    Wenn sich bei der Haushaltsplanung herausstellt, dass das Geld ziemlich knapp bemessen ist, hilft eine Optimierung der privaten Finanzen dabei, Geld einzusparen und für andere Zwecke zur Verfügung zu haben. Sicher lassen sich nicht alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen, doch gerade bei Versicherungen und den Ausgaben für Energie und täglichen Bedarf lassen sich die Kosten unter Umständen ganz beträchtlich senken.

    Wer ein Haushaltsbuch führt, weiß genau, welche Kosten für welche Ausgabenbereiche anfallen. Anhand der Aufzeichnungen lässt sich schnell herausfinden, wo Kürzungen vorgenommen werden können. Dabei muss die Frage gestellt werden, welche Ausgaben vermeidbar sind. Dazu gehört natürlich etwas Selbstdisziplin, aber der Geldbeutel freut sich darüber. Wenn sich herausstellt, dass das Budget für einzelne Posten zu hoch oder zu niedrig angesetzt wurde, ist eine Überarbeitung angesagt, um einen optimalen Haushaltsplan zu erstellen. Vor allem dann, wenn das Geld nicht reicht, ist eine gute Überprüfung, welche Ausgaben sich ganz vermeiden lassen, der erste Schritt. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Überprüfung, ob sich unvermeidbare Kosten senken lassen.

    Durchforsten Sie Ihre Ausgaben

    Auf die monatliche Miete haben Mieter keinen Einfluss. Sie wird bei Vertragsabschluss festgesetzt. Dass ein Vermieter sie senkt, ist eher unwahrscheinlich. Wer feststellt, dass die Wohnung und die Nebenkosten zu hoch sind, hat nur die Möglichkeit, nach einer preiswerteren Wohnung Ausschau zu halten. Sind Eigenkapital und ein Bausparvertrag vorhanden, kann es sich lohnen, über ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung nachzudenken. Die Kosten für die monatlichen Hypotheken werden meist nicht geringer sein als die Miete, dafür gehört dem Käufer die Immobilie später ganz, wenn alle Schulden abgetragen sind.

    Bei den Nebenkosten lassen sich die Ausgaben fast immer senken. Einmal kann mit der teuren Energie sparsamer umgegangen werden. Wenn die Zimmertemperatur nur ein Grad niedriger eingestellt wird, lässt sich viel Geld sparen. Das Gleiche gilt für den Einsatz von elektrischen Geräten wie Waschmaschine oder Spülmaschine. Wenn sie nur vollständig gefüllt angeschaltet werden, ist die Verschwendung von teurer Energie und Wasser wesentlich geringer. Diese und viele weitere Haushaltstipps helfen dabei, die Nebenkosten zu senken. Wer wissen möchte, wo er im Haushalt Energie verschwendet, kann einen Stromberater zu sich nach Hause bestellen, der alle Stromfresser aufspürt und Ratschläge für energiesparendes Haushalten gibt.

    Eine weitere Möglichkeit, die Kosten für Gas und Strom und senken, ist der Wechsel zu einem anderen Versorger. Seit der Freigabe des Strom- und Gasmarktes kann jederzeit ein preiswerteres Energieunternehmen gesucht werden. Über Vergleichsrechner, die im Netz zu finden sind, kann jeder Verbraucher den preiswertesten Anbieter, der Strom oder Gas in seine Region liefert, suchen. Der Wechsel ist denkbar einfach, Umbauten oder Zähler müssen dafür nicht gewechselt werden.

    Versicherungen machen einen großen Teil der monatlichen Ausgaben aus. Viele davon sind überflüssig und unnötig teuer und können gekündigt werden. Auf Verbraucherportalen werden viele Tipps zum Sinn und Unsinn von Versicherungen gegeben. Private Finanzen lassen sich außerdem durch Versicherungsvergleiche optimieren. Versicherungsvergleichsrechner finden die preiswerteste Versicherungsgesellschaft heraus. Viele Euro lassen sich so im Monat einsparen, wenn der Verbraucher zu einer günstigeren Versicherungsgesellschaft wechselt.

    Die Kosten für Lebensmittel lassen sich ebenfalls senken. Es müssen nicht immer teure Markenprodukte sein. Auch die Angebote bei Discountern haben häufig eine hohe Qualität. Der Verzicht auf Fertigprodukte macht sich nicht nur gesundheitlich bemerkbar. Wer selbst kocht, lebt gesünder und gibt weniger Geld aus. Zu große Einkäufe sind nicht immer sinnvoll. Oftmals werden die Lebensmittel schlecht oder die Familie hat einfach keinen Appetit mehr auf die Nahrungsmittel im Kühlschrank. Häufiger einkaufen gehen und nur die wirklich benötigten Dinge kaufen, spart Geld und es müssen weniger Lebensmittel weggeschmissen werden.

    Die Werbung im Internet, im Fernsehen oder den Zeitungen verlockt häufig dazu, Dinge zu kaufen, die eigentlich nicht notwendig sind. So verständlich der Wunsch nach elektronischen Geräten, einem neuen Game für den Computer oder besonderen Leckerbissen auch ist, nachgeben sollten finanzbewusste Menschen nur dann, wenn sie es sich leisten können. Größere Anschaffungen lassen sich optimal finanzieren, wenn darauf gespart wird, anstatt einen Kredit aufzunehmen oder das Konto zu überziehen und dafür Zinsen zahlen zu müssen.

    Liquidität: Ausgaben verschieben/Reserven einplanen

    Unvorhersehbare Zwischenfälle gibt es immer wieder. Eine erwartete Zahlung tritt nicht rechtzeitig ein, ein Gerät geht kaputt oder die Nebenkostenabrechnung ist viel höher als erwartet. Damit Betroffene nicht gleich in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ist es sinnvoll, sich ein finanzielles Polster zu verschaffen. Ein bestimmter Betrag kann für solche Fälle jeden Monat an die Seite gelegt werden. Dann lässt sich der dringend benötige Computer problemlos ersetzen oder das Auto reparieren. Kein Haushaltsplan sollte so knapp berechnet werden, dass nur die notwendigsten Ausgaben davon bestritten werden können. Kleine Reserven fangen zusätzliche Kosten auf, ohne große Löcher in das Budget zu reißen.

    Fallen unerwartete Ausgaben an, und die finanzielle Situation ist gerade denkbar knapp, dann können im Notfall Ausgaben verschoben werden. Das trifft natürlich nicht für alle Kosten zu. Manche Ausgaben, wie die Wohnungsmiete, Raten oder Versicherungen, müssen pünktlich und in voller Höhe gezahlt werden, sonst ergeben sich möglicherweise unangenehme Konsequenzen. Zusätzliche Kosten für Mahnungen oder Verzugszinsen belasten dann die Haushaltskasse und das Geld, das für den Monat zur Verfügung steht, wird noch weniger.

    Blick in die Zukunft

    Das tägliche Auskommen mit dem Einkommen ist nicht immer ganz einfach. Gerade wenn das Geld knapp ist, bedarf es einer gewissen Flexibilität, um allen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Ein gut berechnetes Haushaltsbudget ist eine wertvolle Hilfe, um private Finanzen sicher im Griff zu behalten. Durch die Führung eines Haushaltsbuches kann das Kaufverhalten in die richtige Richtung gelenkt werden. Wer genau weiß, wie viel Geld er wofür ausgeben darf, hat einen guten Anhaltspunkt. Eine zusätzliche Hilfe ist es, beim Einkaufen niemals mit Karte zu bezahlen, sondern nur so viel Geld mitzunehmen, wie das Budget erlaubt.

    Wer sich an sein eigenes Budget hält, sein Haushaltsbuch gewissenhaft führt und nicht jedem Wunsch sofort nachgibt, der hat gute Chancen, seine Finanzen vernünftig zu regeln. Engpässe lassen sich so vermeiden und die berüchtigte Schuldenfalle schlägt auch nicht zu. Bei konsequentem Haushalten mit dem Geld bleibt dann häufig etwas über, das für Sonderwünsche ausgegeben werden kann.

    Geldsorgen können das Leben sehr erschweren. Wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, lebt sehr viel belasteter als jemand, der durch sparsames Wirtschaften gut über die Runden kommt. Ein wenig hat es jeder selbst in der Hand, wie seine finanzielle Situation sich gestaltet. Mit den Tipps zum richtigen Haushalten und zur Optimierung der monatlichen Kosten ist der erste Schritt in eine Zukunft ohne Geldsorgen getan.