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Versicherungen

Freiwillig oder unfreiwillig gehen wir täglich eine Vielzahl von Risiken ein. Versicherungsunternehmen übernehmen im Rahmen von Versicherungsverträgen einen Teil dieser Risiken, soweit sie zufällig eintreten und in Geld messbar sind. Die meisten Versicherungen sind freiwillig. Pflichtversicherungen gibt es außerhalb der Sozialversicherung nur in wenigen Fällen, im privaten Bereich zum Beispiel für Kraftfahrzeughalter oder für den Betrieb von Multicoptern („Drohnen“). Ihren schlechten Ruf haben Versicherungen oft zu Unrecht. Ohne den Schutz einer Versicherung würden Forschung und Innovation behindert, unternehmerische Risiken wie der Betrieb eines Kraftwerks oder eines Großraumflugzeugs wären nicht tragbar. So, wie sich Hauseigentümer bereits im 16. Jahrhundert in Brandgilden zusammengeschlossen haben, verteilen Versicherungen das Risiko eines Einzelnen auf viele Schultern. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB), das „Kleingedruckte“, regeln die Ansprüche, sichern eine auskömmliche Kalkulation der Beiträge und eine Gleichbehandlung der Gefahrengemeinschaft.

Wettbewerb sorgt für Intransparenz

Bis Mitte 1994 waren die Versicherungsbedingungen im deutschen Markt mehr oder weniger einheitlich. Sie wurden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft entwickelt, von der Aufsichtsbehörde genehmigt und den Verbandsmitgliedern zur Verwendung empfohlen. Der Wettbewerb fand im Wesentlichen über den Preis statt. Heute würde ein reiner Preisvergleich deutlich zu kurz greifen. Im Laufe der Zeit setzte sich politisch die Auffassung durch, dass mehr Wettbewerb auf der Bedingungsseite den Verbrauchern mehr Nutzen bringt als die Einheitlichkeit der AVB. Die Kehrseite: Jedes Unternehmen verwendet jetzt eigene Bedingungen, meist noch unterteilt in mehrere Produktlinien. Wie gut das Preis-Leistungs-Verhältnis einer Deckungserweiterung ist, lässt sich zuverlässig erst im Schadenfall beantworten – aber dann ist es zu spät, den Vertrag zu ändern.

Versicherungsvergleich auch inhaltlich

Dennoch lassen sich allgemeingültige Kriterien aufstellen und in einem Vergleich der verschiedenen Anbieter prüfen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit sogenannter abstrakter Verweisung ist beispielsweise heute nicht mehr zeitgemäß. Die früher übliche Klausel erlaubte es dem Versicherer, die Leistung zu verweigern, indem er auf einen möglichen Beruf verwies, in dem es aber gar keine freien Stellen gibt. Eine Hausratversicherung mit umfassendem Schutz für Elektrogeräte gegen Überspannung ist angesichts von Smart TV, HiFi-Anlage, Computer und Küchenausstattung für praktisch jeden Haushalt sinnvoll, eine Fahrraddiebstahl-Klausel ohne Entschädigungsgrenze macht dagegen nur Sinn, wenn teure Fahrräder oder E-Bikes auch außerhalb der eigenen Garage oder des Fahrradkellers abgestellt werden.

Spreu vom Weizen trennen

Die Beschäftigung mit möglichen Unglücksfällen und Schicksalsschlägen ist nicht angenehm, aber wichtig. Bereits ein leicht fahrlässig verursachter Schaden, etwa als Fußgänger, Radfahrer oder als Gastgeber einer Grillparty, führt nach dem Gesetz zu Ansprüchen in unbegrenzter Höhe. Eine Privathaftpflichtversicherung ist für weniger als hundert Euro im Jahr zu haben und schützt mit Deckungssummen von mehreren Millionen. Die eigene Arbeitskraft ist unersetzlich, und doch versichert nur ein Bruchteil der Arbeitnehmer und Selbstständigen eine private Rente für diesen Fall. Verträge für überschaubare Risiken wie Handy- und Brillenversicherungen verkaufen sich dagegen erstaunlicherweise wie geschnitten Brot. Mit Hilfe eines Versicherungsvergleichs lernen Sie, selbstständig sinnvolle Deckungen von Überflüssigem zu trennen.